Die Danone-Gruppe entstand 1973 aus derFusion vonGervais-Danone mit der französischen GruppeBoussois-Souchon-Neuvesel (BSN).[4] Seit 1994 nutzt die Gruppe den Namen Danone.[5] Die Gruppe beschäftigt knapp 90.000 Mitarbeiter und verfügt über 190 Produktionsstätten (Stand: Ende 2023).[1]
1919 führteIsaac Carasso, ein inBarcelona lebendersephardischerJude, einenJoghurt ein, der durch verdauungsförderndeMilchfermente positiv auf die Gesundheit von Kindern mit Darmerkrankungen wirken sollte.[6] Der Joghurt basierte auf den Arbeiten desNobelpreisträgersIlja Iljitsch Metschnikow und wurde in Apotheken, in wiederverwertbaren Porzellangläsern und auf Empfehlung von Ärzten verkauft. Carasso gab seinem Produkt den Namen „Danone“ (katalanisch für „kleiner Daniel“), den Spitznamen seines SohnesDaniel.[7]
Daniel Carasso gründete nach einem Studium inMarseille und einem Praktikum amInstitut Pasteur 1929 dieSociété Parisienne du Yoghourt Danone in Paris.[7] Damals war Joghurt in Frankreich praktisch unbekannt – wie zehn Jahre zuvor inSpanien. Daniel Carasso setzte aufWerbung undMarketing, um dem Spezialprodukt breite Käuferschichten zu erschließen.[7][8]
1941 floh er in dieVereinigten Staaten. Ein Jahr zuvor hatte die DeutscheWehrmachtFrankreich besiegt. InNew York setzte er seine geschäftlichen Aktivitäten fort, nun in Partnerschaft mit einem spanischen Geschäftsmann und dessen Sohn. Letzterer sollte mit seinem Gespür für MarketingDannon, denamerikanisierten Markennamen von Danone, in den USA bekannt machen. Die Geschäftspartner erwarben ein kleines Unternehmen für griechischen Joghurt in derBronx und starteten im Oktober 1942 die Herstellung von geschmacksneutralem Joghurt. Bis 1949 blieb das Geschäft wenig ertragreich. Erst die Beimischung vonMarmelade verhalf dem Joghurt zum Erfolg auf dem amerikanischen Markt. 1959 wurde das Unternehmen vonBeatrice Foods gekauft.[8]
Nach Ende desZweiten Weltkriegs kehrte Daniel Carasso nach Europa zurück. Er vergrößerte die Geschäfte durch die Errichtung von Produktionsanlagen in weiteren Ländern und durch Fusionen mit anderen Unternehmen der Lebensmittelbranche.[8] Auf diese Weise kam es 1967 zum Zusammenschluss mit dem Käseunternehmen Gervais.[9] 1973 folgte die Fusion von Gervais-Danone mit dem Glashersteller BSN.[4]
Entwicklung von BSN bis zur Fusion mit Gervais-Danone (1966–1973)
Antoine Riboud (1918–2002)[10] erbte 1958La Verrerie Souchon-Neuvesel, ein Unternehmen für Glasherstellung. Bis 1966 konzentrierte es sich aufFlachglas. In jenem Jahr fusionierteLa Verrerie Souchon-Neuvesel mitGlaces de Boussois, einem Hersteller von Fensterglas für Gebäude,Spiegel und dieAutomobilindustrie.[11][12] Das zusammengeschlossene Unternehmen nannte sichBoussois Souchon-Neuvesel. Ab 1967 nutzte es das Kürzel BSN. Antoine Riboud fungierte als BSN-Präsident.[4]
Nachdem Ribouds Versuch gescheitert war, den deutlich größeren WettbewerberSaint-Gobain zu übernehmen, baute er das Unternehmen nach 1969 schrittweise in einen Lebensmittelhersteller um. 1970 erwarb BSN dieSociété anonyme des eaux minérales d’Évian,[13] zusammen mit derenTochterunternehmen für Babynahrung, sowie dieBrauereienSociété européenne de brasserie undBrasseries Kronenbourg. Auf den französischen Märkten für Babynahrung, Mineralwässer undBier wurde BSN so rasch zu einem wichtigen Akteur. Auch im Markt für Flachglas expandierte BSN. Es errichtete 1970 die deutsche TochterFlachglas AG. 1972 wurde BSN zudem Haupteigentümer derbelgischenGlaverbel. Damals beherrschte BSN fast die Hälfte des europäischen Marktes für Flachglas.[4]
Zum Jahresanfang 1973 erfolgte der Zusammenschluss von BSN und Gervais-Danone. Auf diese Weise entstand der damals größte Nahrungsmittelkonzern Frankreichs.[14]
Der Flachglas-Bereich geriet infolge desÖlpreisschocks von 1973 in Schwierigkeiten, denn der gesamtwirtschaftlicheAbschwung erfasste auch die für Flachglas zentralen Märkte fürNeuwagen und Immobilien. Die Produktionskosten wurden zudem durch steigende Preise für Material und Energie belastet. BSN Gervais-Danone reagierte mit Modernisierungen: In Nordfrankreich wurden drei neue Fabriken errichtet; der Maschinenpark der bestehenden europäischen Werke wurde vielfach erneuert. Dennoch wurden ab 1974 mehr als 20 Flachglas-Öfen aufgegeben, die Belegschaft wurde um 30 Prozent reduziert. Die Kosten zur Bewältigung der Krise beliefen sich auf insgesamt 2,5 Mrd.FF. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen setzte BSN Gervais-Danone fortan neue Schwerpunkte. Von nun an waren Flachglas-Aktivitäten lediglich eine Ergänzung für den Lebensmittel- und Getränkebereich.[4]
1973 beteiligte sich BSN Gervais-Danone anEbamsa (späterFont Vella genannt), dem führenden spanischen Mineralwasserabfüller. 1978 folgte eine Beteiligung an der belgischen BrauereiAlken. Im Jahr darauf übernahm BSN Gervais-Danone ein Drittel der Anteile vonMahou (spanische Brauerei) sowie vonWührer (italienische Brauerei), ferner die Anteilsmehrheit der belgischen BrauereiAnglo Belge. Die Lebensmittelsparte wurde ebenfalls durch Zukäufe gestärkt. 1980 übernahm BSN Gervais-Danone den Lebensmittelbereich vonGénérale occidentale.[15] Im selben Jahr erwarb BSN Gervais-Danone zwei Unternehmen fürTiefkühlprodukte undEiscreme. 1980 gründete das Unternehmen mitAjinomoto einJoint Venture und fand so den Einstieg in denjapanischen Markt. Darüber hinaus übernahm BSN Gervais-Danone 1980 auch zwei Brauereien inNigeria.[4]
Abbau des Glasbereichs und Ausbau bei Getränken und Lebensmitteln (1980–1989)
Die zweite Ölpreiskrise von 1979/1980 beschleunigte die Aufgabe der Flachglas-Aktivitäten. Bis 1982 verkaufte BSN Gervais-Danone seine entsprechenden Tochterfirmen und Bereiche in Deutschland,Österreich, Belgien, denNiederlanden und Frankreich. Im Bestand verblieben neun Glasbehälterfabriken. 1985 veräußerte das Unternehmen sein Glasgefäße- und Glasgeschirrgeschäft.[4]
1981 erwarb BSN Gervais-DanoneDannon, dieses Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt zum größten amerikanischen Joghurt-Hersteller aufgestiegen.[16] 1983 verkürzte BSN Gervais-Danone seinen Namen zu BSN. Ein Jahr später erwarb es die beidenChampagner-ErzeugerPommery et Greno undLanson Père & Fils, die bis 1990 zu BSN gehörten.[17] 1986 kaufte BSN den führenden kontinentaleuropäischenKeksherstellerGénérale Biscuit (unter anderem mit der MarkeLU).[18][19] Im Jahr darauf wurdeSonnen Bassermann übernommen.[18] 1988 folgte die vollständige Übernahme der fusionierten belgischen BrauereienAlken und Maes,[4] ferner vonHP Foods sowie vonLea & Perrins.[20] 1989 erwarb BSN alle europäischen Nahrungsmittel-Aktivitäten vonNabisco[21] und wurde so zum seinerzeit zweitgrößten Keksproduzenten weltweit. Durch Zukäufe von italienischen Nahrungsmittelherstellern wurde BSN zum damals größten Nahrungsmittelanbieter der Halbinsel.[4]
Forcierte Internationalisierung und Straffung (1990–2007)
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre verstärkte das Unternehmen seineInternationalisierungsbestrebungen. Osteuropa und Asien standen dabei im Mittelpunkt, aber auch das südliche Afrika undLateinamerika. So erwarb es Gebäckhersteller inTschechien undRussland. Zusammen mit einemindischen Partner übernahm das Unternehmen die Nahrungsmittelgeschäfte vonNabisco in der RegionAsien-Pazifik; drei Jahre später zahlte es seinen indischen Partner aus. Auch inChina wurde das Unternehmen mit Hilfe von Joint Ventures aktiv.[4] 1994 erwarb es 49 Prozent der Anteile vonCampineira de Alimentos, dem zweitgrößtenbrasilianischen Anbieter von Keksen.[22] In Frankreich stärkte das Unternehmen seine Marken- und Produktionsbasis, 1993 beispielsweise durch die Akquisition vonVolvic[23] und derSociété des Sources du Mont Dore.[24]
1994 entschied sich das Unternehmen, seinen Namen an die wichtigste Marke anzupassen. Es agierte anschließend alsGroupe Danone.[5] Im Mai 1996 übernahmFranck Riboud von seinem Vater die Leitung des Unternehmens.[25] 1996 baute Danone sein Engagement in China aus, es gründete fünf Joint Ventures mitWahaha.[26] Im selben Jahr startete ebenfalls ein Joint Venture mitCoca-Cola, das bis 2000 dem Vertrieb von Danone-Joghurt undMinute Maid diente.[27]
1997 gab Danone bekannt, sich auf dreiKerngeschäftsbereiche konzentrieren zu wollen: Milchprodukte, Kekse und Getränke (insbesondere Wasser und Bier).[4] Sparten und Marken, die nicht zu dieser Ausrichtung passten, wurden nach und nach verkauft. Auch das Glasgeschäft wurde weiter reduziert.[28][29] Im Getränkebereich stärkte Danone das Geschäft mit Wasser, insbesondere in Nordamerika,[30][31] während es den Großteil seiner Bier-Aktivitäten anScottish & Newcastle abgab.[32] Auch im Keksbereich verstärkte sich das Unternehmen durch den Erwerb entsprechender Geschäfte vonUnited Biscuits.[33] 2001 erwarb Danone einen 40-Prozent-Anteil anStonyfield Farm, dem größten Joghurt-Anbieter der USA.[34] Dieser Anteil wurde 2004 auf 80 Prozent aufgestockt.[35] Das nordamerikanische Wassergeschäft verstärkte Danone 2002 ebenfalls durch eine Zusammenarbeit mitCoca Cola[36] undSuntory.[37]
2001 kündigte Danone den Abbau von sechs seiner europäischen Keksfabriken an, in Frankreich führte das zu öffentlichkeitswirksamen Protestkundgebungen.[38] 2002 und 2003 grenzte das Unternehmen seinen Fokus noch weiter ein.Galbani, sein italienischer Käse- undSchinkenproduzent, wurde veräußert,[39] ebenso die restlichen Anteile am Glasgeschäft.[40]
Von 2004 bis 2007 gab das Unternehmen sein Keksgeschäft ab, zunächst 2004 durch den Verkauf entsprechender Aktivitäten inGroßbritannien (Jacob's) undIrland,[41] 2007 dann durch den Verkauf der verbliebenen Aktivitäten anKraft Foods.[42] Der Marktdruck in den Vereinigten Staaten[43] veranlasste Danone, dort seine Wasser-Aktivitäten zu straffen.[44] Im Mai 2005 verkaufte Danone seinen restlichen Anteil anMahou.[45] Seine Gewürzsaucen (HP Foods) verkaufte Danone einen Monat später anHeinz.[46] Das Asiengeschäft mit derSaucenmarkeAmoy ging Anfang 2006 anAjinomoto.[47]
Die Neuausrichtung wurde durch die Übernahme vonNumico abgeschlossen, damals Europas größter Hersteller von frühkindlicher Ernährung, unter anderem mit den MarkenMilupa undNutricia.[48] Die Danone-Geschäftsfelder der kommenden Jahre waren damit weitgehend vorgezeichnet: Milchfrischeprodukte, Mineralwasser und Spezialnahrung.
2009 verkürzte das Unternehmen seinen Namen zu Danone.[49]
Sein China-Geschäft reorganisierte Danone in den Folgejahren: einerseits durch Rückzug aus dem Joint VentureWahaha 2009[50] und den Verkauf der Anteile an derChina Huiyuan Juice Group 2010,[51] andererseits durch ein Gemeinschaftsunternehmen mit beziehungsweise eine Beteiligung an der chinesischen MolkereigruppeMengniu[52][53] sowie durch eine Beteiligung am BabynahrungsanbieterYashili.[54] In zwei Schritten erwarb Danone vonWockhardt 2011 und 2012 zudem das Geschäft mit frühkindlicher und medizinischer Ernährung und erschloss sich so den indischen Markt.[55]
Im Dezember 2009 erreichte das Unternehmen die vollständige Kontrolle überDanone Clover inSüdafrika.[56] 2013 erfolgte eine deutliche Aufstockung der Anteile anCentrale laitière du Maroc, einem wichtigen Molkereiunternehmen inMarokko.[57] 2014 folgte der Erwerb eines 40-Prozent-Anteils anBrookside, einem inKenia beheimateten und inOstafrika führenden Anbieter für Milchprodukte.[58] Die vollständige Übernahme dieses Unternehmens gelang 2017.[59] Seit 2013 ist Danone anFan Milk beteiligt, einem Anbieter von Milch- und Saftprodukten inWestafrika.[60]
Das Milchproduktegeschäft in Russland sowie in derUkraine, inKasachstan und inBelarus erschloss sich das Unternehmen 2010 durch ein Joint Venture mit dem russischen AnbieterUnimilk.[61]
In den USA erwarb Danone im selben JahrMedical Nutrition, einen Nahrungsmittelanbieter, der sich auf Eiweißzusätze für ältere Menschen spezialisiert hat.[62] 2013 folgte der Kauf eines 90-Prozent-Anteils am BabynahrungsanbieterHappy Familiy.[63] 2010 erwarb Danone den US-Gefrierjoghurt-SpezialistenYoCream, 2013 folgte dort der Kauf vonYoCrunch, einem Joghurt-Produzenten.[64] 2016 erwarb das Unternehmen in den USAWhiteWave, einen führenden Anbieter vonBio-,vegetarischen undveganen Lebensmitteln.[65] Um amerikanische Wettbewerbsauflagen zu erfüllen, verkaufte Danone 2017Stonyfield Farm.[35] DerWhiteWave-Kauf wurde bereits vonEmmanuel Faber verantwortet, der 2014 den Posten desCEO übernommen hatte.[66]
2014 schloss Danone überraschend das Werk inHagenow, in dem es Fruchtjoghurt produzierte.[67] Als Grund wurden Einbrüche im Umsatz mit Frischmilchprodukten angegeben. Zudem hatten ein unnötiger Produktrückruf im Bereich von Babynahrung, gestiegene Milchpreise und der starke Euro das Geschäft belastet.[68]
Seit 2017 kennzeichnet Danone seine Produkte mit demNutri-Score – einem System zurNährwertkennzeichnung von Lebensmitteln; es startete im französischen Heimatmarkt, später folgten weitere Länder.[69][70][71] In Deutschland[72] beziehungsweise in derDACH-Region gehörte das Unternehmen mit dieser Kennzeichnung zu den Vorreitern.[73]
Der Lebensmittelkonzern Danone hat seinen Geschäftsschwerpunkt in der Produktion, der Vermarktung und dem weltweiten Verkauf von Milchfrische- sowie pflanzenbasierten Produkten, Mineralwässern und Spezialnahrung, also medizinischer und frühkindlicher Ernährung.[74][75] Insbesondere seit dem Amtsantritt von Emmanuel Faber 2014 ist die Gruppe bestrebt, sich zu einem nachhaltigen und umweltverträglichen Anbieter von gesunder Nahrung zu entwickeln.[76][77][78] Danone ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Januar 2023 vollständigB Corp zertifiziert.[79][80]
Mitte 2020 veränderte die Danone S.A. ihre Satzung und definiert sich seither auch alsEntreprise à mission (Unternehmen mit Auftrag).[81][82][83] Die Verfolgung nicht allein wirtschaftlicher, sondern auch sozialer und ökologischerZiele ist damit Teil derUnternehmensverfassung. Danone ist im französischen AktienindexCAC 40 und weltweit das erste börsennotierte multinationale Unternehmen mit einer solchen Bestimmung.[84]
DieDanone S.A. ist dieMuttergesellschaft der Gruppe mit der Aufgabe, die Einzelgesellschaften direkt oder indirekt zu halten sowie die wichtigsten Funktionen und Tätigkeiten zu koordinieren. Die Einzelgesellschaften sind – mit wenigen Ausnahmen – rechtlich folgenden Unternehmen zugeordnet:[85]
Compagnie Gervais Danone für den Bereich der Milchfrische- und pflanzenbasierten Produkte
Holding Internationale de Boissons für den Bereich der Wässer
Danone Baby & Medical Holding SAS für den Bereich der medizinischen und frühkindlichen Ernährung
Die Gruppe umfasst mehr als 370 Unternehmen mit Sitz in mehr als 75 verschiedenen Ländern. Drei von ihnen sind in Österreich, neun in Deutschland und fünf in derSchweiz angesiedelt (Stand: Ende 2019).[86]
Antoine de Saint-Affrique, ein Nachkomme vonLouis Bernard-Saint-Affrique, wurde am 15. September 2021 zum neuen CEO ernannt und arbeitet am Hauptsitz von Danone in Paris.[90]
Zum Jahresende 2019 arbeiteten 102.398 Personen in Unternehmen der Danone Gruppe. 41 % von ihnen waren im Bereich Milchfrische- und pflanzenbasierte Produkte tätig, 35 % im Bereich der Mineralwässer und 21 % im Bereich für frühkindliche und medizinische Ernährung. Weitere 3 % arbeiteten in Zentralen, in Danone-Forschungseinrichtungen und Sonderbereichen.[91]
DieDanone GmbH hatte ihren Sitz bis November 2022 inHaar beiMünchen.[93] Ihren Schwerpunkt hat sie im Danone-Geschäftsbereich Milchfrische- und pflanzenbasierte Produkte und ist insbesondere mit Milchprodukten befasst.[94] Ein Herstellungsbetrieb, der hier zu Danone gehört, befindet sich inOchsenfurt beiWürzburg. Beschäftigt werden hier zirka 220 Mitarbeiter.[95] Anfang April 2025 wurde bekannt, dass das Werk in Ochsenfurt zum Jahresende 2026 geschlossen werden soll.[96]
DieDanone Waters Deutschland GmbH mit Sitz inFrankfurt am Main ist im DACH-Raum zuständig für den Bereich der Mineralwässer (Volvic,Evian). Sie erzielte 2018 einen Umsatz von 239,7 Mio. Euro.[97]
DieNutricia Milupa GmbH, ebenfalls mit Sitz in Frankfurt, ist in der DACH-Region für den Geschäftsbereich frühkindliche und medizinische Ernährung zuständig. Das Danone-Tochterunternehmen wies 2018 einen Umsatz von 238,4 Mio. Euro aus.[98] Zum Geschäftsbereich gehören ein Werk inFulda[99] sowie Standorte inErlangen,Puch,[100]Wien undZürich.[101]
Zum 1. November 2022 wurde dieNutricia Milupa GmbH zuDanone Deutschland GmbH umbenannt und als übernehmende Gesellschaft mit mehreren anderen Gesellschaften des Konzerns verschmolzen.[102] Die Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt ist damit Trägerin der Geschäfte des Konzerns in Deutschland.
MitMuhammad Yunus arbeitete Danone ab 2006 zusammen, um inBangladesch das UnternehmenGrameen Danone zu errichten, das mit angereichertem Joghurt Mangelernährung bei Kindern bekämpfen sollte.[104][105][106] Nach einer von Yunus durchgesetzten Preiserhöhung stürzten die Verkaufszahlen allerdings in ländlichen Regionen um 80 % ab.[105]
2007 folgte die Errichtung desDanone Communities Fonds, der inSozialunternehmen investiert. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Bekämpfung von Armut und Unterernährung.[107]
2009 legte das Unternehmen denFonds Danone pour l’Ecosysteme auf. Er wurde als eine Antwort auf dieFinanzkrise konzipiert, um Programme zu finanzieren und zu unterstützen, die an der Bewältigung sozialer Herausforderungen arbeiten, sich mitUmweltproblemen auseinandersetzen und deröffentlichen Gesundheit dienen. Lokale Tochterunternehmen arbeiten dabei mitNon-Profit-Organisationen zusammen.[108][109]
Das Unternehmen richtet jährlich den internationalenDanone Nations Cup aus, an dem fast zwei Millionen Kinder teilnehmen. Der Wettbewerb gilt als das größte Fußballturnier in derAltersklasse U12.[110] Von Mitte 1992 bis Mitte 1995 war DanoneSponsor vonJuventus Turin, einer der erfolgreichsten Mannschaften der italienischenProfifußball-LigaSerie A.[111]
2001 verhängte dieEuropäische Kommission ein Bußgeld gegen Danone für seine Mitgliedschaft in einemKartell auf dem belgischen Biermarkt, das von 1993 bis 1998 existierte.[122] DerEuropäische Gerichtshof bestätigte 2007 die Entscheidung der Kommission, Danone musste 42,4 Mio. Euro Strafe zahlen.[123] 2004 folgte eine Strafe wegen Preisabsprachen bei Bierlieferungen an französische Hotels, Restaurants und Gaststätten. Das Bußgeld fürHeineken und Danone belief sich auf zusammen 2,5 Mio. Euro.[124]
2013 verhängte diechinesische Regierung Geldstrafen gegen sechs Hersteller von frühkindlicher Ernährung; zu diesen zählte die Danone-TochterDumex. Die Anbieter hätten die Verbraucherpreise künstlich hochgehalten. Danone musste umgerechnet rund 28 Mio.Dollar zahlen.[125][126]
2005 änderte Danone in Frankreich auf Druck einer europäischen Regelung von 1999 den Namen eines Joghurts mit großemMarktanteil. AusBio wurdeActivia. DieEU-Regelung untersagte die Verwendung des Begriffs „Bio“ für Produkte, die nicht aus biologischer Landwirtschaft stammen.[127]
Werbeaussagen über gesundheitsfördernde Eigenschaften vonActimel (in Nordamerika alsDanActive vertrieben) wurden ab 2008 kritisiert. In den USA gab es eine Sammelklage auf Schadenersatz, denn die versprochene Wirkung sei nicht nachweisbar.[128]Foodwatch verliehActimel beziehungsweise Danone 2009 denGoldenen Windbeutel, eine Negativ-Auszeichnung für falsche Werbeversprechen der Lebensmittelbranche.[129] Bei derEuropäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zog Danone 2010 Anträge zurück, die gesundheitsfördernde Eigenschaften vonActimel undActivia zu bestätigen. Bereits zuvor stoppte das Unternehmen in Frankreich und GroßbritannienAnzeigen undSpots zu gesundheitlichen Aspekten.[130]
DieDeutsche Umwelthilfe verklagte das Unternehmen 2011, weil es irreführender Aussagen zurUmweltverträglichkeit von Joghurtbechern gäbe.[131] Danones deutsche Tochtergesellschaft gab daraufhin eineUnterlassungserklärung ab und bezeichnete diePLA-Biokunststoff-Becher fortan nicht mehr als umweltfreundlich.[132]
Laut einem Bericht der WochenzeitschriftDie Zeit herrscht imDepartement Puy-de-Dôme, in welchem das Wasser für Volvic gefördert wird, seit einigen Jahren im Sommer Wasserknappheit. Danone erhöhe jedoch die geförderten Mengen, obwohl für die Bürger und Bauern strenge Wassersparauflagen galten. Die geförderte Wassermenge habe sich innerhalb von 20 Jahren auf 2,7 Millionen Kubikmeter 2018 verdoppelt. Mittlerweile verbrauche Danone zehnmal so viel Wasser wie alle 4500 Einwohner der Gemeinde zusammen. Danone widersprach der These vom Einfluss seiner Entnahmen auf den Wasserhaushalt.[133] Danone entnehme der Natur nicht mehr als sie geben könne.[134]
Hunderttausende Marokkanerboykottierten 2018 Danone und zwei weitere Lebensmittelkonzerne wegen hoher Preise. Danone versprach daraufhin Preissenkungen.[135] Der Druck auf die marokkanische Tochtergesellschaft führte dort zu Verlusten in Millionenhöhe.[136]
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