Rodrik ist Kritiker einer Überbetonung derFreihandelspolitik im Zuge der ökonomischen Entwicklung. Während Außenorientierung grundsätzlich mit höherem Wachstum einhergehe, seien entwicklungspolitische Standardrezepte der Handelsliberalisierung keine Erfolgsgaranten und würden effektiveren Wachstumsstrategien im Wege stehen. In seinem BuchDas Globalisierungs-Paradox stellte er die These auf, Freihandel, Demokratie und Nationalstaatlichkeit seien miteinander unvereinbar – man müsse sich gegen eines der drei entscheiden. Er plädierte für die Einschränkung des Freihandels, weil Demokratie ein höheres Gut sei und eine Weltregierung utopisch. Die Globalisierung sieht Rodrik in einigen Bereichen als zu weit gegangen – er nennt dies „Hyper-Globalisierung“, bei der, soDIW-PräsidentMarcel Fratzscher im März 2018 in einem Beitrag fürSpiegel online, „die Regeln des Welthandelssystems nicht nur liberalisiert, sondern vor allem zugunsten bestimmter Interessengruppen, wie multinationalen Konzernen, verändert wurden“[4].
Im Jahr 2010 tauchten in einer türkischen Zeitung angebliche Geheimdokumente auf: detaillierte Pläne eines Militärputsches, um die Regierung mit einer Reihe von Anschlägen zu destabilisieren und zu stürzen. Kopf des Komplotts sollte der pensionierte General Çetin Doğan sein – Rodriks Schwiegervater.
Rodrik engagiert sich in öffentlichen Debatten in seinem Heimatland. So äußerte er sich mehrfach kritisch über denErgenekon-Prozess, in dem u. a. sein SchwiegervaterÇetin Doğan angeklagt war.[5][6][7]Rodrik und seine Ehefrau Pinar recherchierten ab Januar 2010 jahrelang, um die Unschuld von Çetin Doğan zu beweisen.[8] Mit ihren Forschungen über die dunklen Machenschaften im türkischen Staatsapparat haben sich Rodrik und seine Frau viele Feinde gemacht, zeitweise ermittelten türkische Behörden gegen sie wegen Terrorismusverdacht.[2]
Nach demPutschversuch in der Türkei am 15./16. Juli 2016 machte Rodrik dieGülen-Bewegung für den versuchten Putsch verantwortlich. Er vertrat die Ansicht, dass ein Erfolg des Militärkomplotts die Aussicht für die türkische Demokratie noch weiter verschlechtert hätte, die Türkei aber bereits seit langem keine echte Demokratie mehr gewesen sei. Der Putsch habe das Einfallstor geöffnet, noch mehr Bürgerrechte zu beschränken und die Rechtsstaatlichkeit abzuschaffen.[2]
Rodrik ist Erstunterzeichner derBerlin Declaration.[9]