Wrasen: (gasförmiger) Wasserdampf wird durch Abkühlung kondensiert; die entstehenden (flüssigen) Wassertröpfchen sind alsAerosol, hier Nebel, sichtbar.
Mit der Zeit und sofern keine Störung auftritt, stellt sich eindynamisches Gleichgewicht ein, bei dem genauso viele Teilchen der flüssigen bzw. festen Phase in die gasförmige Phase übertreten, wie umgekehrt aus dem Gas zurückwechseln. Der Dampf ist danngesättigt und wird auch alsBrüden,Brodem oderWrasen bezeichnet. Wie viele Teilchen von einer in die andere Phase wechseln, hängt unter anderem stark vonDruck undTemperatur des betrachtetenSystems ab. In derTechnik spielt das Gleichgewicht zwischen flüssiger und gasförmiger Phase beithermischen Trennverfahren eine große Rolle.
Steht die Gasphase nicht mehr mit der zugehörigen flüssigen oder festen Phase in Kontakt und wird dem Dampf weiterWärme zugeführt, wird er überhitzt und liegt als überhitzter Dampf vor. Je stärker diese Erwärmung ist, desto weiter entfernt man sich von dem Bereich, in dem man noch von Dampf spricht, und nähert sich einem Verhalten, das man dann alsgasartig bezeichnet.
Kühlt man überhitzten Dampf langsam ab, wird irgendwann der so genannteTaupunkt erreicht, an dem der Dampf wieder gesättigt ist und bei weiterer Kühlung erneut zu einer Flüssigkeitkondensiert. Im Falle des direkten Überganges vom gasförmigen zum festen Zustand, also bei einerResublimation, nennt man diesen PunktFrostpunkt.
Oberhalb derkritischen Temperatur ist ein Gas durch Erhöhung des Drucks nicht mehr kondensierbar. Daher wird ein überkritischer Stoff nicht mehr als Dampf, sondern nur noch als Gas bezeichnet. Gebräuchlich ist außerdem der BegriffFluid für einen überkritischen Stoff.
Während Dampf (von mittelhochdeutschtampf/dampf „Dampf, Wasserdampf“) als ein aus einer Flüssigkeit gebildetes Gas – abgesehen von stoffeigenenFärbungen – unsichtbar ist, spricht man im Alltag bei Dampf meist von einer sichtbaren Mischung ausLuft und feinsten Flüssigkeitstropfen, wie er sich beispielsweise bei der Kondensation von Wasserdampf bildet und beispielsweise aus vielen Schornsteinen entweichend gesehen werden kann. Für dieselbe Form fein verteilter, kleiner Wassertropfen in Luft werden in der Alltagssprache zusätzlich auch die AusdrückeKondensstreifen (am Ausgang einer Flugzeugturbine) oder bei großflächigen Wetterphänomenen Nebel (in Bodennähe) bzw.Wolke (am Himmel) verwendet.Der korrekte naturwissenschaftliche Fachausdruck für ein Gemisch aus fein verteilten Flüssigkeitstropfen in einem Gas lautetNebel. Bei extrem kleinen Flüssigkeitstropfen (und/oder Feststoffpartikeln) bezeichnet man diese Mischung auch alsAerosol. Im Spezialfall des Wassers spricht man in der Technik vonNassdampf.
Burkhard Lohrengel:Einführung in die thermischen Trennverfahren. Trennung von Gas-, Dampf- und Flüssigkeitsvermischen, 2. überarbeitete Auflage, Oldenbourg Verlag, München 2012,ISBN 978-3-486-70889-9.
Raimund Schenkel:Der überhitzte Dampf. Spielhagen & Schurich, Wien 1897.