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Damar (Insel)

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Insel Damar in der Provinz der Molukken. Für die gleichnamige Insel in der Provinz der Nordmolukken siehDamar (Insel, Nordmolukken).
Damar

DerWurlali auf Damar
GewässerBandasee
InselgruppeDamarinseln
Geographische Lage7° 9′ S,128° 39′ O-7.1495660955556128.65807771694868Koordinaten:7° 9′ S,128° 39′ O
Damar (Insel) (Molukken-Papua)
Damar (Insel) (Molukken-Papua)
Fläche194,47 km²
Höchste ErhebungWurlali
868 m
Einwohner5560(2010)
29 Einw./km²
HauptortWulur
Felsen an der Küste von Damar
Felsen an der Küste von Damar

Damar (Indon.:Pulau Damer) ist eine derindonesischenBarat-Daya-Inseln (Südwestinseln) in derBandasee.

Geographie

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Übersicht

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Die Damarinseln

Damar ist mit 194,47 km²[1] die größte derDamarinseln mit dem AtollNus Leur im Westen,Terbang Utara undTerbang Selatan im Süden undTeun etwas weiter abseits im Osten. Zusammen bilden sie den Distrikt (Kecamatan) Damar, der zu dem Regierungsbezirk (Kabupaten) derSüdwestmolukken gehört (ProvinzMaluku). Hauptort des Distriktes istWulur an der Ostküste Damars in derSolatbucht.[2] Westlich liegtRomang mit seinen vorgelagerten kleinen Inseln. Östlich von Teun liegt die InselNila. Die Inseln Romang, Damar, Teun und Nila sind Teil des innerenBandabogens, einer Kette von Inseln vulkanischen Ursprungs.[3]

Höchste Erhebung der Insel ist derSchichtvulkanWurlali (Wuawpla) im Nordosten der Insel mit868 m. Er brach das letzte Mal 1892 aus.[4] 1993 gab es ein Erdbeben, Erdrutsche und Rauchentwicklung. 4000 Menschen wurden evakuiert. Am 23. Januar 2003 gab es ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,1. Nahe dem Strand, südwestlich des Vulkans, treten heiße Quellen hervor. Hier findet sich auch Schwefel.[5] Im Norden liegt außerdem derPahwuwi mit534 m und im Westen derAkrewhi mit495 m. Drei Flüsse gibt es auf der Insel. An der Nordostküste mündet derAjerkotta ins Meer, an der Nordwestküste derAwehnjo und an der Südwestküste derAunjewnjo.[2]

Distrikt

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Zum Distrikt Damer gehören die Inseln Damar,Nus Leur,Terbang Utara undTerbang Selatan, nicht aber das etwas abgelegeneTeun, das zum DistriktTeun Nila Serua (RegierungsbezirkMaluku Tengah).[6]

Der Distrikt Damer (5.560 Einwohner 2010) teilt sich in die siebenDesaWulur (1.497),Batumerah (687),Kuay Melu (288),Kumur (452),Bebar Timur (Ost-Bebar, 961),Ilih (541) undKehli (1.134).[6]

Fauna und Flora

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Männchen und Weibchen des Flecken-Grundschnäppers

Bis vor kurzem war die gesamte Insel dicht bewaldet.[7] 13 der 38 seit dem 19. Jahrhundert bekannten heimischen Vogelarten auf Damar kommen nur in der Region vor und sind zumeist vom Wald als Lebensraum abhängig. Darunter der endemischeFlecken-Grundschnäpper (Ficedula henrici). Von derRostflankengerygone (Gerygone dorsalis kuehni) und demGroßraum-Dickkopfschnäpper (Pachycephala pectoralis dammeriana) gibt es auf Damar endemische Unterarten. Forschungen erfassten 2006 54 Vogelarten auf Damar und denTerbanginseln, 48 davon auf Damar. Fünf davon wurden erstmals auf der Inselgruppe wissenschaftlich registriert, 15 neu für die Insel Damar. Zusammen ergab dies eine Liste von 73 Vogelarten auf Damar und den Terbanginseln.[8][9]

Im 18. Jahrhundert kamen auf Damar zahlreichKletterbeutler (Kuskus),Leguane undKrokodile vor.[10] WildeMuskatnussbäume (Myristica fragans Varietät) undRotangpalmen gediehen auf der Insel. Zuckerpalmen (Arenga pinnata), weiße und braune Sagopalmen (Metroxylon sagu in Sorten) sowie Kokospalmen (Cocos nucifera) wurden zur Gewinnung von Lebensmitteln genutzt. Den Saft aus dem Blütenstand der Zuckerpalme gewannen die Damaresen als Palmensaft (Saguwaar, Saguer, Sagero, Zachewehr, indischer Tuak, Legen) und versahen ihn mit Wurzeln der wildenMangostane (Garcinia species) oder bestimmte Baumrinden (Xylocarpus species), um die Gärung zu Alkohol und Essig zu hemmen, so „bleibt das Getränck länger als ein halbes Jahr süß“.[11]

Einwohner

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Damar ist die einzige bewohnte Insel der Damarinseln, nachdem die Menschen auf Teun zwischen 1979 und 1983 nachSeram zwangsumgesiedelt wurden.[12] Auf Damar leben 5560 Menschen (2010) in sieben Dörfern (Desa):Wulur (1.497 Einwohner 2010),Batumerah (687),Kuay Melu (288),Kumur (452),Bebar Timur (Ost-Bebar, 961),Ilih (541) undKehli (1.134).[6]

Kulturell bilden die Einwohner Damars mit den anderen Ethnien der Südwestmolukken eine Gruppe. Die Damaresen sprechenAustronesische Sprachen. In sechs Dörfern spricht manOst-Damar (Damar-Wulur, früher auchDamar-Kehli genannt). Sie ist nah verwandt mit Sprachen auf den NachbarinselnKisar,Leti,Moa,Sermata undRomang.[7]

West-Damar (Damar-Batumerah) wird im KüstendorfBatumerah[7][6] und nach neueren Forschungen auch im DorfKuay (Kwai) gesprochen. Beide Dörfer liegen im Nordwesten. Die Sprache hat einige Gemeinsamkeiten mit den anderen Sprachen der Region, auch im Vokabular. Diese sind aber geringer als zu erwarten ist. Vor allem die historischePhonetik weicht von allen Nachbarsprachen deutlich ab und bringt sie in eine Sonderstellung unter den Sprachen der Region.[7]

Geschichte

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Die ersten Europäer in dieser Region warenportugiesische Seefahrer. Der EngländerFrancis Drake ankerte bei seiner Weltumseglung im Februar/März 1580 längere Zeit vor Bebar, wo er freundlich empfangen wurde.[13] Später wurden die Damarinseln TeilNiederländisch-Indiens.

1666 errichtete dieNiederländische Ostindien-Kompanie auf Damar einen Militärstützpunkt, der dem Gouverneur von Banda unterstand. Dieser Stützpunkt bestand aus einem Korporal und sechs Soldaten.[14] Die Engländer hatten zuvor versucht diese Insel einzunehmen, ähnlich wieRun, eine derBanda-Inseln.[15] Die Insel war einemOber-Orang-Kaya und verschiedenen Orang Kayas unterworfen.[16]

Damar gehörte zurRepublik Südmolukken, die 1950 von der christlichen Bevölkerung der umliegenden Inseln ausgerufen und 1955 von den Indonesiern erobert wurde.

Jahrelang befanden sich die Einwohner von Wulur mit jenen vom benachbarten Kehli im Streit um die Nutzungsrechte für die unbewohnten Terbanginseln und die umliegenden Gewässer. 1986 wurde gerichtlich entschieden, dass diese Wulur zustehen.[17]

Wirtschaft

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Damar war ursprünglich der einzige Ort in den Südwestmolukken, woSago produziert wurde. Die Bevölkerung lebt vom Verkauf von Kokosnüssen, Gewürznelken, baut Bananen, Maniok, Chili, Tomaten und Papayas an und betreibt Fischfang.[7]

Literatur

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  • Ernst Christoph Barchewitz. Ost-Indianische Reise-Beschreibung. Sein elfjähriger Aufenthalt auf Java, Banda und den Südwester-Insullen, Glücks- und Unglücks-Fälle und seltsame Begebenheiten …Chemnitz 1730, Liber II Was dem Autor in Indien aufgestossen, Cap. XXXII-XXXIII, S. 501–516

Weblinks

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Commons: Damar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. PNAS Islands Database
  2. abKarte der Damarinseln
  3. Karte der Südwestmolukken (Memento vom 22. November 2011 imInternet Archive)
  4. Wurlali. In: Global Volcanism Program. Smithsonian Institution, abgerufen am 29. Dezember 2006. 
  5. Vulcano live
  6. abcdPenduduk Indonesia menurut desa 2010 (Memento vom 27. März 2014 imInternet Archive) (indonesisch; PDF; 6,0 MB), abgerufen am 26. Januar 2013
  7. abcdeSvetlana F. Chlenova, Mikhail A. Chlenov:West Damar Language or Damar-Batumerah, an Isolate in South-Eastern Indonesia (Memento vom 12. Mai 2015 imInternet Archive) (PDF; 94 kB)
  8. Birdlife International
  9. Colin R. Trainor:Birds of Damar Island,Banda Sea,Indonesia, 22. November 2006
  10. Ernst Christoph Barchewitz:Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 532–533
  11. Ernst Christoph Barchewitz:Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S.xxx
  12. Mark Janse, Sijmen Tol:Language Death and Language Maintenance: Theoretical, Practical, and Descriptive Approaches, 2003, S. 49 ff.
  13. Joshua Eliot, Jane Bickersteth, Sebastian Ballard:Indonesia, Malaysia & Singapore Handbook, 1996, S. 597
  14. Ernst Christoph Barchewitz:Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 504
  15. Ernst Christoph Barchewitz:Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 505
  16. Ernst Christoph Barchewitz:Ost-Indianische Reise-Beschreibung, Chemnitz 1730, S. 501–502
  17. Dedi Supriadi Adhuri:Selling the Sea, Fishing for Power, 7. Marine Tenure and the Politics of Legality: Cyanide Fishing
Damarinseln

Damar |Nus Leur |Teun |Terbang Selatan |Terbang Utara

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