

EinDSL-Modem oderNetzwerkterminationspunktBreitbandanschluss (englischNetworkTerminationBroadBandAccess), kurz NTBBA, ist ein Gerät zur Übertragung von Daten über eineTeilnehmeranschlussleitung perDigital Subscriber Line (DSL). Es bildet denNetzabschluss (NT) für den DSL-Teil beim Teilnehmer und stellt das Gegenstück zum amtsseitigenDigital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) dar.
Über die normaleTeilnehmeranschlussleitung empfing derTeilnehmer zu Beginn ein gemischtes Signal aus Telefonie und DSL, das mit Hilfe einesDSL-Splitters (Breitbandanschlusseinheit, BBAE) in einen reinen Telefonie- und einen reinen DSL-Frequenzbereich aufgeteilt und auf zwei getrennten Leitungen ausgegeben wird.
An der Leitung für DSL wird das DSL-Modem angeschlossen. Zur Verbindung von Splitter und Modem reicht ein zweiadriges Kabel, entweder zwei Adern eines normalen Telefoninstallationskabels oder ein RJ-45-Kabel, bei dem die mittleren Pins 4 und 5 belegt sind.
Im Fall vonSDSL sowieentbündeltem DSL/IP-Anschluss, entfällt der Splitter und das Modem wird direkt mit der Anschlussleitung verbunden, außerhalb Deutschlands auch bei dort üblichenAnnex-A-ADSL-Modems mit integrierter Gleichstromsperre.
Die ADSL-Standards nutzen zur Kommunikation über die als Kupferdoppelader ausgeführte Anschlussleitung zwischen demDSLAM in derTeilnehmervermittlungsstelle und dem DSL-Modem einModulationsverfahren mit verschiedenen Trägerfrequenzen (Discrete Multitone); bei herkömmlichem ADSL z. B. 256 Trägerfrequenzen im Abstand von je 4,3125 kHz. BeiSDSL wird stattdessenTC-PAM verwendet.
Das klassische externe DSL-Modem wird entweder direkt an einenPC (zum Beispiel perUSB) oder an einNetzwerk (zum Beispiel mittels einesRouters) angeschlossen. Gemäß demOSI-Modell ist das Modem eine Ethernet-Bridge und aufSchicht 2 angesiedelt. Der Ethernet-Verkehr wird jedoch für den lokalen Porttransparent erst auf eine ATM-Schicht aufgesetzt und imDSL-AC wieder in Ethernet zurückgewandelt. Für denPPPoE-Client sieht es also so aus, als wenn sich der DSL-AC im eigenen Netzwerk befindet. Er ist sowohl unter seiner eigenen MAC-Adresse als auch unter der Broadcast-Adresse erreichbar. Letzteres ist nötig, um ihn überhaupt zu finden. Auch für das auf dem Ethernet aufsetzendeInternet Protocol (IP) ist der Datenverkehr transparent. Auf reine Bridge-Funktionalität beschränkte, nach dem Prinzip derBlack Box funktionierende Modems werden heute zunehmend seltener. Neben der Bauform als externes Gerät gibt es DSL-Modems auch alsPCI-Steckkarte.
DSL-Modems verfügen häufig über einen mehr oder weniger gut dokumentierten Zugang zur Konfiguration (zum Beispiel perTelnet oder Webinterface), über den der Benutzer die ausgemessenen Leitungswerte (Leitungsdämpfung,Störabstand) abfragen kann und Einstellungen bis hin zu den Feinheiten der DSL-Signalisierung tätigen kann.
Üblich sind inzwischen Kombinationen aus (A)DSL-Modem und (WLAN-)Router – sogenannte (A)DSL-Router. Einige als reine DSL-Modems verkaufte Geräte sind in Wirklichkeit ebenfalls solche DSL-Router, sind aber vom Vermarkter – meist identisch mit dem DSL-Anschlussanbieter – auf die Modemfunktion beschränkt, um den Supportaufwand in Grenzen zu halten. Diese Geräte haben bisweilen einen erstaunlichenHack value.[1] Mit der aufkommendenIP-Telefonie und der Migration derFestnetze hin zuNGN werden auch zunehmendAnalog-Telefon-Adapter-Module integriert und die Geräte alsIntegrated Access Devices ausgewiesen.


In Deutschland hat dieDeutsche Telekom die Schnittstelle zwischen ihrer Netztechnik (DSLAM) und dem seit Januar 2002 vom Kunden gesondert zu erwerbenden DSL-Modem offengelegt; die entsprechende Richtlinie heißt 1TR112 (TechnischeRichtlinie).[2] Als „ziviler“ Name dieser Norm hat sichU-R2 eingebürgert. Streng genommen ist das nicht ganz korrekt, da U-R2 eigentlich nur die technische Bezeichnung des Splitter-Ausgangs ist (das „R“ steht für „Remote“, also die Kundenseite, „U“ für denU-Referenzpunkt aus demISDN-Referenzmodell. Der Splitter-Ausgang am DSLAM heißt entsprechend U-C2 für „Central Office“). Genauer gesagt spezifiziert die 1TR112 also die Signalgebung an dieser Schnittstelle, an die sich ein U-R2-konformes DSL-Modem zu halten hat. Im Wesentlichen hat man sich dabei an denITU-T-Normen G.99x.x orientiert, jedoch einige Telekom-spezifische Änderungen eingebunden. 1TR112 enthält inzwischen Regelungen für ADSL, ADSL2, ADSL2+, VDSL2 und SDSL. Einige der wesentlichen Inhalte der 1TR112-Norm sind folgende:
Alle in Deutschland seit Oktober 2001 verkauften DSL-Modems sind U-R2-fähig. Vorsicht ist angebracht bei Modems der Hersteller Siemens und ECI-Inovia, die noch aus dem DSL-Feldversuch der Telekom stammen. Äußerlich unterscheiden sich die in dieser Zeit zuletzt produzierten U-R2-fähigen Modems oft kaum von den älteren Geräten, die sich nicht an die U-R2-Norm halten.
Währendschmalbandige Übertragungen auch über lange Leitungen problemfrei sind, werden die hochfrequenten DSL-Signale durch die Leitung stark gedämpft. Aus diesem Grund ist die Reichweite von DSL rund um dieVermittlungsstelle der Telefongesellschaft auf wenige Kilometer begrenzt, je nach Leitungsquerschnitt der Anschlussleitung, verwendetem DSL-Verfahren (Annex B-ADSL wie in Deutschland eingesetzt ca. 5 km Leitungslänge,Annex-A-ADSL an Analoganschlüssen außerhalb Deutschlands zusätzlich etwa ½-1 km,RE-ADSL2 undG.SHDSL bis zu 8 km) und der Qualität der verwendeten DSL-Modem-Technik. Die zunehmend auch in Deutschland etablierteratenadaptive ADSL-Verbindungsaushandlung stellt die Qualität der DSL-Modem-Technik insbesondere bei mittleren und längeren Anschlussleitungen wieder mehr in den Vordergrund, wohingegen bei der vormals weit verbreiteten fixen Aushandlung mit den dort üblichen hohenStörabstands-Sicherheitsmargen der Wettbewerb der DSL-Endgeräte vor allem über die zusätzlich integrierten Funktionen (s. o.) stattfindet und die Qualität der eigentlichen DSL-Modem-Technik vernachlässigt wird.[3]
Grundsätzlich ist nicht sichergestellt, dass Modems der gleichenADSL-Norm länderübergreifend einsetzbar sind, da die Hersteller z. T. länderspezifische Anpassungen des ADSL-Linecodes in der Firmware vornehmen.[4]
Übliche DSL-Modems haben einen Leistungsbedarf von etwa 5Watt. Meist laufen sie im Dauerbetrieb, so dass jährlich 5 W · 24 h/d · 365 d = 43,8 kWh elektrische Energie benötigt werden. Bei einem Preis von 0,30 Euro/kWh (Stand 2014) ergeben sich Betriebskosten von etwa 12 Euro pro Jahr.
