| DR-DOS | |
|---|---|
| Entwickler | DRDOS, Inc. (ursprünglichDigital Research) Weiterentwicklung durch eineoffeneEntwicklergemeinschaft |
| Lizenz(en) | proprietär Teile seit Juli 2022Public Domain[1] |
| Akt. Version | 7.03(1999) |
| Kernel | BDOS:monolithisch (Assembler) ↳ Enhanced DR-DOS |
| Abstammung | CP/M-86 ↳ CP/M Plus ↳ Concurrent CP/M ↳ Concurrent DOS ↳ DOS Plus ↳ DR DOS (bis 6.01) ↳ Novell DOS (7) ↳ OpenDOS (7.01) ↳ DR-DOS (ab 7.02) DOS-Community: OpenDOS-Kern ↳ Enhanced DR-DOS ↳ SvarDOS |
| Architektur(en) | IBM PC (x86 ab8086/8088) |
| Chronik | DOS Plus 1.2 bis 2.1 DR DOS 3.31 bis 6.0 PalmDOS 1.0 Novell DOS 7 OpenDOS 7.01 DR-DOS 7.02 bis 8.1 Enhanced DR-DOS 7.01.x |
| Sonstiges | pushbx.org/ecm/web/ (EDR-DOS),svardos.org/ |
| nicht mehr verfügbar | |
DR-DOS [diːˈɑːɹ dɑːs] ist einzu PC DOS kompatiblesDOS-Betriebssystem, das seit 2002 von DRDOS, Inc. (DeviceLogics) vertrieben wird. Es wurde alsDR DOS (DigitalResearchDiskOperatingSystem, ohne Bindestrich) von der gleichnamigen FirmaDigital Research aus dem BetriebssystemCP/M-86 entwickelt und stand in den 1980er und 1990er Jahren in direkter Konkurrenz zum damals dominierendenPC-BetriebssystemMS-DOS vonMicrosoft. Nach dem Verkauf anNovell 1993 wurde es inNovell DOS umbenannt. Nach einem weiteren Verkauf 1997 anCaldera wurden Teile desQuelltextes veröffentlicht und das Betriebssystem für private Zwecke alsOpenDOS 7.01 verfügbar gemacht, und alsDR-DOS 7.02 zuerst auf Stand von Novell DOS 7 gebracht, dann geringfügig weiterentwickelt. Für diverseBootdisketten von Produkten anderer Hersteller gab esOEM-Versionen, z. B. DR-DOS 7.04/7.05 von Ontrack Systems. 1999 kaufteLineo DR-DOS, nach dessen Ende es 2002 schließlich anDeviceLogics ging. Seit 2003 wurden die im Quelltext freigegegebenen Teile von einer kleinen DOS-Community imDR-DOS/OpenDOS Enhancement Project alsEnhanced DR-DOS weiterentwickelt. Die von DeviceLogics (DRDOS, Inc.) veröffentlichten Versionen 8.0 und 8.1 mussten wieder zurückgezogen werden, da sie ohne Genehmigung Teile von Enhanced DR-DOS undFreeDOS enthielten.
2022 wurden die 1997 veröffentlichten Quelltexte des DOS-Kernels (BIOS bzw.IBMBIO.COM undBDOS bzw.IBMDOS.COM) und des KommandozeileninterpretersCOMMAND.COM von OpenDOS 7.01 von DRDOS, Inc. unterPublic Domain gestellt.[1] Eine darauf basierende freieDOS-Distribution istSvarDOS.
Ende der 1970er Jahre hatte sich das BetriebssystemCP/M der Firma Digital Research als Standardbetriebssystem für die damals verbreiteten8-Bit-Rechner etabliert.IBM hatte die Entwicklung des Personal Computers lange Zeit als Projekt ohne Perspektive angesehen und folglich vernachlässigt und den Markt anderen Anbietern überlassen. Anfang der 1980er Jahre jedoch entschloss man sich, mit einem eigenen Personal Computer, demIBM PC auf den Markt zu treten. Im Gegensatz zu den etablierten Systemen handelte es sich aber nicht um ein 8-Bit-System auf der Basis desZ80 vonZilog, sondern um ein16-Bit-System auf Basis des neuen8086 vonIntel, der nicht zuletzt durch den großen Erfolg des IBM PC und seinerkompatiblen Nachbauten diex86-Architektur und damit die gesamte Familie derx86-Prozessoren begründete.Aus vertraglichen Gründen lizenzierte IBM nicht das für die neue Prozessorgeneration angepasste CP/M-86 von Digital Research, sondern das vonMicrosoft aufgekaufte und inPC DOS (auch: IBM DOS) umbenannte86-DOS vonSCP. 86-DOS war wiederum großteils ein Nachbau von CP/M für den 8086-Prozessor, das vonTim Paterson 1980 geschrieben worden war, weil das von Digital Research angekündigte CP/M-86 zu lange auf sich warten ließ.Als der erste IBM PC 1981 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war nun auch CP/M-86 verfügbar und Digital Research konnte erreichen, dass es mit IBM PCs optional bestellt werden konnte, doch war der Siegeszug von 86-DOS (als PC DOS) aufgrund des günstigeren Preises damit eingeleitet. PC DOS wurde später von Microsoft auch separat alsMS-DOS verkauft und lizenziert und als solches auch mitPCs anderer Hersteller gebündelt. Aufgrund des immer größer werdenden Marktes an IBM-PC-Nachbauten wurde MS-DOS zur verbreitetsten und (gemeinsam mit PC DOS) zur wichtigsten DOS-Variante – und damit zum Referenzsystem, an dem sich auch Digital Research zunehmend orientieren musste.
Der neuen Konkurrenzsituation und der üblichen Namensgebung der PC-Betriebssysteme geschuldet wurde CP/M-86 zuerst in Concurrent CP/M-86, dann in Concurrent DOS, später in DOS Plus und schließlich in DR DOS umbenannt und mit MS-DOS als wichtigstem Maßstab weiterentwickelt; so wurde aus dem ähnlichen, aber zu MS-DOS nicht kompatiblen CP/M-86 allmählich DOS (Concurrent DOS, DOS Plus), das sowohl CP/M-86- als auch MS-DOS-Programme ausführen konnte, und schließlich DR DOS, das voll und ganz für Kompatibilität zu MS-DOS ausgelegt war und unter dem CP/M-86-Programme nicht mehr funktionierten.
Digital Research war nun in der Situation, sein Betriebssystem hauptsächlich direkt an den Endkunden bringen zu müssen, oftmals obwohl dieser schon ein Betriebssystem mit seinem Rechner erworben hatte, denn wegen der restriktiven Lizenzpolitik für MS-DOS lieferten nur wenigeOEM ihre Rechner mit DR DOS aus, inDeutschland war dafür hauptsächlichVobis bekannt.
Um unter diesen Umständen bestehen zu können, war DR DOS der zeitgleich verkauften MS-DOS-Version nicht nur namentlich meist um eine Versionsnummer voraus, sondern enthielt auch Techniken, die in MS-DOS erst wesentlich später oder nie Einzug erhielten:BereitsDR DOS 3.31, das parallel zu MS-DOS 3.3 verkauft wurde, bot beispielsweise Unterstützung für Festplatten mit mehr als 32 MB, außerdem verfügten die Programme über eine Hilfefunktion die mit dem Parameter/h aufgerufen werden konnte.DR DOS 5.0 enthielt die grafische OberflächeViewMAX und erweiterte Hilfefunktionen. MitDR DOS 6.0 brachte Digital Research eine Festplattenkompression, die eine doppelt so große Nutzkapazität der Festplatte versprach, sowie das komplette Handbuch als Hypertext-Online-Hilfe. Zudem konnte DR DOS den damals knappen Hauptspeicher effizienter verwalten und so mehr von dem kostbaren Speicher in den ersten 640 kB für Programme freihalten.
Trotz dieser Eigenschaften konnte sich DR DOS nie endgültig durchsetzen; nicht zuletzt hatte auch Microsoft einen erheblichen Anteil am Scheitern:So wurden zum Beispiel Kunden irritiert, indem Microsoft in seiner Kritik an DR DOS 6.0 auf die Gefahren von Festplattenkompression hinwies, obwohl diese Technik dann mit DoubleSpace (später: DriveSpace) in MS-DOS 6.x ebenfalls eingeführt wurde.InWindows 3.1 baute Microsoft Funktionen ein, welche den Betrieb unter DR DOS unnötig erschwerten und somit ebenfalls potenzielle Käufer vom Kauf abhielten (AARD-Code),[2][3] obwohl schon beim Verkaufsstart von Windows 3.1 das benötigte DR DOS-Update zur Verfügung stand.Die Behauptung von Microsoft, dassWindows 95 angeblich nicht auf alternativen DOS-Versionen laufen könne, tat ihr Übriges.
Novell, das Digital Research bereits während der Zeit von DR DOS 6 gekauft hatte, entwickelte noch eine VersionNovell DOS 7, die echtesMultitasking, worunter man sogarWindows 3.x ausführen konnte, und Netzwerkfähigkeit enthielt, das Ende von DR DOS war damit aber nicht mehr aufzuhalten. Novell verkaufte schließlich alle Rechte an DR DOS,CP/M undGEM anCaldera.
Caldera vertrieb die für private Anwendung kostenlose Version CalderaOpenDOS 7.01, was aber keine wesentlichen Neuerungen enthielt und teilweise sogar hinter dem Stand von Novell DOS 7 mit den letzten Updates zurückblieb.[4] In den Versionen 7.02 und 7.03, die wiederDR-DOS hießen (jedoch mit Bindestrich geschrieben), wurden neben vielen anderen Erweiterungen auch diese Updates wieder integriert bzw. neu implementiert.[5][6]
Caldera veröffentlichte mit OpenDOS 7.01 auch dieQuelltexte des Kernels unter einer nur privat nutzbaren Lizenz. Außerdem stellte Caldera die Quelltexte zuGEM unter dieGPL und durch das Fan-Projekt“The Unofficial CP/M Web site” sind die Quelltexte von CP/M nun auch unter einer freien Lizenz verfügbar.[7]
Bemerkenswerter an der DR-DOS-Ära Caldera ist hingegen der Rechtsstreit, den Caldera gegen Microsoft angestrengt hatte:
Da Caldera alle Rechte übernommen hatte, konnte man auch bezüglich der Vorkommnisse umWindows 3.x undWindows 95 aus der Zeit von Digital Research und Novell Klage erheben. Caldera gelang es, durch minimale Änderungen Windows 95 unter DR-DOS zum Laufen zu bringen.[8] Veröffentlichungen zufolge sei das Benutzen von Windows 95 in anderen DOS-Betriebssystemen allein durch ein speziellesTSR-Programm möglich; dieses Programm sollte daraufhin bald für DR-DOS-Benutzer erscheinen.[9][10] Aus nicht erklärten Gründen erfolgte diese Veröffentlichung jedoch nicht. Caldera bewies demnach aber, dass Windows 95 aus den zwei unabhängigen Produkten MS-DOS 7.00 (später 7.10) und Windows 4.0 bestand, so dass die Zwangsbündelung eine Wettbewerbsbehinderung anderer DOS-Anbieter darstellte. Die gerichtliche Auseinandersetzung endete schließlich in einemVergleich, in dem Microsoft Anfang 2000 etwa 280 Millionen Dollar anCaldera zahlte.[11][12]
DR-DOS ging dann an die ausCaldera Thin Clients entstandene FirmaLineo, fiel mit Lineos Ende wieder zurück an dieCanopy Group und wurde 2002 vonDeviceLogics (DRDOS, Inc.) übernommen.[13] Unter Lineo und DeviceLogics wurde DR-DOS nicht mehr kostenlos abgegeben, sondern als System füreingebettete Systeme und ähnliches verkauft. Im März 2004 wurde die Version 8 von DR-DOS veröffentlicht, die beschränkte Unterstützung fürFAT32 brachte. Die im September 2005 durch DRDOS Inc. veröffentlichte Version 8.1 wurde wegen Copyrightproblemen (es wurden fremde Programme mitgeliefert, u. a. vomFreeDOS-Projekt, und enthielt gestohlenen Code aus Udo Kuhnts Enhanced DR-DOS) wieder vom Markt genommen.[14] Später verschwand auch DR-DOS 8.0, seitdem ist auf der Seite von DRDOS Inc. nur mehr DR-DOS 7.03 erhältlich.
Eine Rolle spielte DR-DOS Version 7 hauptsächlich auf Wiederherstellungsdisketten und -CD-ROMs diverserDatenrettungs- und-sicherungsprogramme, wieNorton Ghost, DriveImage,Partition Magic und andere Programme, die eineStartdiskette benötigten. Wegen mangelhafter Unterstützung neuerer Festplattencontroller (SATA, SoftRAID, …) verlor es aber in den 2000er Jahren zugunsten vonWindows PE oderLinux an Bedeutung.
Um ein privates Fanprojekt handelt es sich beim „DR-DOS/OpenDOS Enhancement Project“,[15] oder auchEnhanced DR-DOS bzw. kurzEDR-DOS. Der Autor, Udo Kuhnt, entwickelte das quelloffene OpenDOS 7.01 seit 2003 weiter. Von ihm stammen LBA- und FAT32-Unterstützung für Festplatten mit mehr als 8 GiB Kapazität sowie weitere Fehlerkorrekturen und Erweiterungen. Die Updates beziehen sich aber fast ausschließlich auf denKernel, dieDateienIBMBIO.COM,IBMDOS.COM undCOMMAND.COM, während für Dienstprogramme zunehmend auf die modernen (und teilweise für EDR-DOS angepassten) Versionen ausFreeDOS verwiesen wird. Daher kann Enhanced DR-DOS nicht als vollwertiges DOS-Betriebssystem angesehen werden, sondern vielmehr als alternativer Kernel für ein bestehendes OpenDOS/DR-DOS oder für FreeDOS.
Udo Kuhnt hat die Weiterentwicklung 2011 eingestellt. Nachdem DR-DOS alsDerivat vonCP/M 2022 ebenfallsgemeinfrei wurde, wird der Kernel und Kommandozeileninterpreter seit 2023 von derOpen-Source-Gemeinschaft weiterentwickelt.[16][17] Mit SvarDOS gibt es zudem eine DOS-Distribution, die auf dem Enhanced-DR-DOS-Kernel aufbaut.[18]
Die Kompatibilität von DR-DOS zu MS-DOS wurde von Version zu Version stetig verbessert. So konnte bspw. DR DOS 3.41 noch keine Variablensubstitution derPATH-Variable für denSuchpfad durchführen, wenn diese als erstes in derSET PATH= Zeile aufgeführt wurde, in MS-DOS und der späteren DR DOS 5.0 Version war hingegen die Reihenfolge egal. Mit der Übernahme von Digital Research durch Novell wurden weitere Befehle näher an jene von MS-DOS angeglichen, wie bspw. der DebuggerSID, der nicht nur in DEBUG umbenannt, sondern auch dahingehend geändert wurde, dass er sich auch in der Bedienung wieDEBUG vonTim Paterson (86-DOS) verhält.
DR DOS war eine Konsequenz daraus, dass einerseits CP/M an Bedeutung verlor, während sich andererseits nach dem Erfolg des IBM PC als Plattform die Kompatibilität zu MS-DOS bzw. PC DOS als immer wichtiger herausstellte.[19] EinigeErstausrüster (englischOEMs)IBM-PC-kompatibler Rechner boten DR DOS 3.4 als Alternative zu MS-DOS an, darunter einige taiwanesische Hersteller, die ihre Produkte jedoch auch auf dem US-amerikanischen Markt anboten.[20] In Deutschland bzw. überDACH hinausZentraleuropa warVobis bis vor 1993 einer der wichtigsten OEM-Kunden für Digital Research, da die IBM-kompatiblen PCs der Eigenmarke „Highscreen“ mit DR DOS angeboten wurden.[21]
Durch eine Klage von Caldera 1996 wurden vor Gericht eingebrachte Unterlagen zugänglich, in denen u. a. DR DOS 5.0 von einem Tester bei Microsoft als „MS-DOS enorm überlegen“ bezeichnet wurde.[22] Aus den Unterlagen geht auch hervor, wie Microsoft DR DOS und NovellNetWare als größte Gefahr für Windows (damals noch in Version3.x) wahrnahm und alles dafür tat, um einen Erfolg von DR DOS zu verhindern.[23]
Laut PC Magazine April 27, 1993 hatte DR DOS einen Marktanteil von 5 %. Im Buch Undocumented DOS 2nd Edition von Andrew Schulmann, Addisson Wesley Verlag wird der Marktanteil von DR DOS mit 7 % geschätzt, unter der Angabe, dass Microsoft im Jahr 1991 MS-DOS Lizenzen im Wert von 617,5 Millionen Dollar verkaufte, während der Gesamtumsatz von Digital Research in diesem Jahr bei 45 Mio. Dollar lag und unter der vereinfachten Annahme, dass Digital Research in diesem Zeitraum nichts anderes als Lizenzen von DR DOS verkaufen würde. Würde man andere Produkte noch in die Rechnung einkalkulieren, dann würde der Marktanteil somit noch weiter unter diesen positiv geschätzten 7 % liegen. Digital Research selbst behauptete 1991, dass sich DR DOS 5.0 1,5 Millionen Mal verkauft hätte.[24]
DR DOS wurde bis einschließlich Version 6.0 ohneBindestrich geschrieben. Nach dem Verkauf des Betriebssystems von Digital Research an Novell verschwand das „DR“ aus dem Namen, bis es von Caldera erneut als OpenDOS/DR-DOS 7.02, diesmal mit Bindestrich, veröffentlicht wurde. Alle Versionen von OpenDOS 7.01 bis DR-DOS 7.03 waren frei erhältlich (Freeware). Des Weiteren existieren außerdem die OEM-Versionen DR-DOS 7.04 und DR-DOS 7.05, die alsStartdisketten von diversen Datenrettungs- und Festplattendienstprogrammen zum Einsatz kamen. Die inoffiziellen Verbesserungen von Udo Kuhnt – sieheEnhanced DR-DOS – sind allein auf den Kernel bezogen und nehmen als Basis die von Caldera veröffentlichten Quellen (Open Source) von OpenDOS 7.01. Alle Versionen von DR DOS, bis einschließlich DR DOS 6.0, geben sich über die DOS-API-FunktionAH=30h und Interrupt21h als MS-DOS-Version 3.31 aus.[25] Ab Novell DOS 7.0 gibt es sich als MS-DOS 6.0 aus.
Zu einer Versionsübersicht des Kernels inklusive dessen Abstammung (CP/M) sieheBDOS.
| Version | Veröffentlichung | Anmerkungen |
|---|---|---|
| DOS Plus 1.0 | 1985 | |
| DOS Plus 2.01 | August 1986 | |
| DR DOS 3.31 | Mai 1988 | DR DOS 3.31 war die erste reine DOS-Version von Digital Research, die zu MS-DOS von Microsoft voll kompatibel war aber nicht mehr zu CP/M. Für Programme meldet esAPI-Kompatibilität zu IBM DOS 3.31. Außerdem unterstützte es Festplatten mit mehr als 32 MiB Größe. |
| DR DOS 3.40 | Januar 1989 | Zu den Neuerungen von DR DOS 3.40 zählen u. a. eine neue Installationsroutine, das DateirettungsprogammRECOVER.EXE, derTexteditorEDITOR.EXE und die Unterstützung vonExpanded Memory durch den GerätetreiberEMM386.SYS perEMSLIM 4.0. Außerdem wurde erstmals eine Historie der Kommandozeileneingaben eingeführt.[26] Des Weiteren verfügen die mitgelieferten Programme nun über eine interne Kommandozeilenhilfe, die mittels des Parameters/h aufgerufen werden kann. |
| DR DOS 3.41 | August 1989 | Viele kleine Verbesserungen.FORMAT.COM bot mit dem Parameter/F die Möglichkeit Diskettenformatgrößen in KB anzugeben, was das Formatieren von Disketten deutlich vereinfachte.TREE.COM bot eine grafische Ansicht des Verzeichnisbaums, vergleichbar mit demTREE.COM Kommando von MS-DOS. |
| DR DOS 5.0 | Mai 1990[27] | Codename „Leopard“, beinhaltet die graphische BedienoberflächeViewMAX/1. Die Kompatibilität des DOS-Kernels zu PC DOS wurde wesentlich verbessert. Erste DR-DOS-Version, dieHIMEM.SYS fürErweiterten Speicher (XMS) undMEM.EXE mitliefert. An die BefehleFIND.EXE,TOUCH.EXE undXDEL.EXE können mit dem Parameter@ nun Dateilisten übergeben werden. Außerdem wurde das ProgrammEXE2BIN.EXE hinzugefügt. MitFILELINK.EXE konnten Dateien über dieCOM-Schnittstelle übertragen werden. |
| DR DOS 6.0 | September 1991[28][29] | Codename „Buxton“, beinhaltet ViewMAX/2. Erwähnenswerte neu hinzugefügte Programme warenUNFORMAT.COM,UNDELETE.COM, sowieDISKOPT.EXE – ein Programm zum Defragmentieren der Festplatte. MitFC.EXE konnten nun Dateien auf ASCII- und Binärebene verglichen werden. Außerdem bot diese Version mitDOSBOOK.EXE noch über eine ausführliche Online Hifefunktion. InSETUP.EXE konnten nun gezielt bestimmte Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden. Die mittels/h Parameter integrierte Programmhilfe ist nun in allen DR DOS Programmen auch mit dem aus MS-DOS 5.0 nach DR DOS 3.40 später eingeführten Parameter/? möglich. Zusätzlich bekam DR-DOS noch denProtected-Mode-fähigen TaskswitcherTaskMAX. Bei BATCH Dateien wurde DR-DOS 6.0 um die internen KommandosGOSUB undRETURN für Subroutinen erweitert, außerdem wurde dasIF Kommando um die BedingungDIREXIST erweitert, mit der es möglich ist, nach der Existenz von Verzeichnissen abzufragen, dies war in vorherigen DR-DOS Versionen nicht möglich. |
| DR DOS 6.01 | April 1992 | Dies war die letzte von Digital Research veröffentlichte Aktualisierung. |
| DR PalmDOS 1.0 | Juni 1992 | Codenamen „Merlin.“ Die internen Strukturen im Kernel wurden weg von CP/M hin zu echtem PC DOS / MS-DOS entwickelt. Bei PalmDOS handelt es sich um eine hinsichtlich der Kompatibilität verbesserte OEM-Version von DR-DOS 6.01, viele der Verbesserungen flossen in Novell DOS 7 ein.[30] |
| Novell DOS 7 | Januar 1994[31] | Codenamen „Panther“ und „Smirnoff.“ Die letzte von Novell veröffentlichte Aktualisierung ist Novell DOS 7 Update 15/2 vom Januar 1996. Novell DOS 7 istAPI-kompatibel zu PC DOS 5. DerDebugger wurde vonSID86.EXE inDEBUG.EXE umbenannt und die Bedienung an den gleichnamigen MS-DOS-Debugger angelehnt. DerEDITOR.EXE von Digital Research wurde inEDIT.COM umbenannt und mit einerZeichenorientierte Benutzerschnittstelle ausgestattet. |
| OpenDOS 7.01 | Februar 1997 | Dies stellt die erste veröffentlichte Version nach dem Verkauf an Caldera dar. Obwohl die Versionsnummer höher ist als die letzte Version von Novell, wurden nicht alle bereits verfügbaren Aktualisierungen von Novell DOS 7 eingearbeitet, so dass OpenDOS 7.01 ungefähr Novell DOS 7 Update 11 entspricht. Von dieser Version wurden die Betriebssystem-Kernkomponenten IBMBIO.COM,IBMDOS.COM undCOMMAND.COM als Quellcode veröffentlicht, die jedoch für kommerzielle Zwecke nur für einen Zeitraum von 90 Tagen getestet werden dürfen. Im nicht-kommerziellen Bereich darft OpenDOS 7.01 für einen unbegrenzten Zeitraum genutzt werden.[32] 2022 wurde DR-DOS im Rahmen der Freigabe vonCP/M ebenfallsPublic Domain.[1] |
| DR-DOS 7.02 | September 1997 | In dieser wieder ohne Quellcode veröffentlichten Version hatte Caldera die meisten der letzten Verbesserungen von Novell eingearbeitet. Bei denBeta-Versionen war noch von „Caldera OpenDOS 7.02“ die Rede, veröffentlicht wurde schließlich „Caldera DR-OpenDOS 7.02“, was jedoch gleich darauf in „Caldera DR-DOS 7.02“ geändert wurde. |
| DR-DOS 7.03 | März 1999 | Die letzte von der Caldera-Tochter Lineo veröffentlichte Version, die nun wieder von DRDOS, Inc. vertrieben wurde. |
| DR-DOS 7.04+ | ab 1999 | Es gab diverseOEM-Versionen von DR-DOS 7.0x, vor allem fürBootdisketten. Beispielsweise nutzte Ontrack Systems DR-DOS 7.04 und 7.05, das um die FunktionenFAT32 undLBA erweitert wurde,[33] in Produkten wieOntrack Easy Recovery 5.[34] Bei OEM-Versionen von DR-DOS handelt es sich nicht um vollständige, installierbare Betriebssysteme. |
| DR-DOS 7.01.01 | Juli 2002 | Udo Kuhnt veröffentlicht seinen erstenPatch für den von Caldera freigegebenen Quellcode des OpenDOS-7.01-Kernel. |
| März 2004 | Von DeviceLogics veröffentlichte Version, die inzwischen zurückgezogen wurde. DR-DOS 8.0 war speziell für den Einsatz ineingebetteten Systemen angepasst. | |
| Enhanced DR-DOS 7.01.07 | März 2005 | Die von Udo Kuhnt erarbeiteten Verbesserungen wurden bis 2011 als „Enhanced DR-DOS“ veröffentlicht. Das Projekt passt DR-DOS 7 an die Gegebenheiten der Zeit an (z. B.FAT32-Unterstützung), benötigt jedoch die originalen OpenDOS-Programme (frei für den privaten Gebrauch) oder Programme aus dem FreeDOS-Projekt (unterschiedliche Lizenzen), um als vollständiges DOS zu gelten. Teilweise finden speziell angepasste quelloffene FreeDOS-Programme den Weg zu Enhanced DR-DOS, etwaSYS,FORMAT undXCOPY.Die letzte Version, 7.01.08 vom 21. Juli 2011, war alswork-in-progress (WIP) betitelt und als instabil markiert. Sie enthält mindestens einen kritischen Fehler, der beim Löschen von Dateien mit langem Dateinamen das Dateisystem beschädigen kann.[35] |
| Oktober 2005 | Diese von DRDOS, Inc. veröffentlichte Version verletzte offenkundig das Copyright der von Udo Kuhnt erarbeiteten Verbesserungen am OpenDOS-7.01-Kernel sowie die Lizenzen diverser Programme aus dem FreeDOS-Projekt und musste kurz nach Erscheinen wieder zurückgezogen werden.[36] Weil kurz darauf auch DR-DOS 8.0 vom Markt genommen wurde, ist die letzte offiziell verfügbare Version DR-DOS 7.03 aus dem Jahre 1999. | |
| Weiterführung von Enhanced DR-DOS | seit 2023 | 2022 wurde DR-DOS alsDerivat vonCP/M von Bryan Sparks, dem Geschäftsführer von DRDOS, Inc., unterPublic Domain gestellt.[1] Seitdem wird die letzte von Udo Kuhnt veröffentlichte Version von derOpen-Source-Gemeinschaft weiterentwickelt.[37] Kernel und Kommandozeileninterpreter wurden auf frei verfügbare Entwicklungswerkzeugeportiert sowie von proprietären Komponenten befreit. |
| SvarDOS[18] | seit Juli 2024 | SvarDOS ist eine alsRolling Release veröffentlichte DOS-Distribution, die ursprünglich aufFreeDOS basierte, anders als dieses jedoch auf Kompatibilität mit8088/8086-Systemen wie demoriginalen IBM PC getrimmt ist. Seit Juli 2024 nutzt die Standard-Distribution von SvarDOS den Enhanced-DR-DOS-Kernel. |
Eine übersichtliche Zeitleiste findet sich auf den Seiten des FreeDOS-Projekts.[38][34][39]
LICENSE.TXT bei.