Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

DMARC

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance (DMARC) ist eine Spezifikation, die entwickelt wurde, um den Missbrauch vonE-Mails zu reduzieren, wie er etwa beiE-Mail-Spoofing vorkommt. DMARC versucht, einige seit langem bestehende Unzulänglichkeiten im Zusammenhang mit derAuthentifizierung von E-Mails zu beheben, und wurde bei derIETF zur Standardisierung eingereicht.[1]

Überblick

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DMARC baut auf den TechnikenSender Policy Framework (SPF) undDomainKeys Identified Mail (DKIM) auf, indem es für eine Absender-Domain festlegt, wie das Empfänger-Mailsystem die Authentifizierung von E-Mails durchführen soll und wie im Falle eines Fehlers zu verfahren ist. Während die vorgenannten Techniken beschreiben, wer eine Mail versenden darf (SPF), bzw. sicherstellen, dass diese Mail in bestimmter Weise unverändert vom Absender stammt (DKIM), kann der Absender nach der DMARC-Spezifikation zusätzlich eine Richtlinie festlegen, auf welche Art der Empfänger mit einer Mail umgehen soll, die in einem oder beiden Fällen nicht den Anforderungen entspricht. Die DMARC-Richtlinie veröffentlicht die Absender-Domain durch einen Eintrag imDomain Name System (DNS). Sofern das Empfänger-Mailsystem die DMARC-Spezifikation bei E-Mail-Nachrichten anwendet, ist dadurch eine konsistente Überprüfung der Authentizität dieser E-Mails gesichert.

Die DMARC-Spezifikation entstand unter anderem auf Initiative vonGoogle,Yahoo,Microsoft,Facebook,AOL,PayPal undLinkedIn.[2][3]

Abfragen lässt sich die DMARC-Richtlinie einer Domain viadig _dmarc.domain txt, beispielsweisedig _dmarc.wikipedia.org txt. Eindig example.org txt ist nicht ausreichend um den DMARC-DNS-Eintrag zu bekommen.[4]

Aufbau einer DMARC-Richtlinie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DMARC verwendet, so wie auch SPF und DKIM,TXT-Records im DNS. Für eine Absender-Domain wird auf der Subdomain_dmarc einResource Record angelegt, der die DMARC-Richtlinie für diese Absender-Domain enthält. Folgend ist ein Beispiel dargestellt, wie DMARC im TXT-Record von_dmarc.example.org konfiguriert sein könnte:

v=DMARC1; p=quarantine; pct=100; rua=mailto:postmaster@example.org; ruf=mailto:forensik@example.org; adkim=s; aspf=r
AbkürzungBedeutungAngabeErlaubte WerteStandardwert, wenn Angabe fehlt
vProtokollversionnotwendigDMARC1
pctProzentualer Anteil der zu filternden Mailsoptionalganze Zahl zwischen 0 und 100100
foFehlerberichtsoptionenoptional0,1,d,s0
rufFehlerbericht wird versandt an:optionalURIs
ruaAggregierter Bericht wird versandt an:optionalURIs
rfFormat der Fehlerberichteoptionalafrfafrf
riIntervall zwischen den aggregierten Berichten (in Sekunden)optionalganze Zahl86400
pAnweisung, wie mit Mails der Hauptdomain zu verfahren ist.notwendignone,quarantine,reject
spAnweisung, wie mit Mails der Subdomain zu verfahren ist.optionalnone,quarantine,rejectAnweisung der Hauptdomain
adkimAbgleichmodus für DKIMoptionalr,sr
aspfAbgleichmodus für SPFoptionalr,sr

Besondere Bedeutung haben die Abgleichmodi: Für SPF fordert die DMARC-Spezifikation, dass erstens die Überprüfung positiv ausfällt und zweitens dieFrom-Kopfzeile der Mail dieselbe Domain aufweist wieMAIL FROM imSMTP. Für DKIM wird gefordert, dass die Signatur gültig ist und zusätzlich die dort genannte Domain dieselbe ist, wie in derFrom-Kopfzeile der Mail. Als Abgleichmodi sinds für ‘strict’ bzw.r für ‘relaxed’ vorgesehen. Bei ‘strict’ müssen die Domains exakt übereinstimmen, bei ‘relaxed’ darf dieFrom-Kopfzeile auch eine Subdomain enthalten. Der Domain-Abgleich wird in der Spezifikation als „Identifier Alignment“[5] bezeichnet (deutsch etwa: Übereinstimmung des Identifizierungsmerkmals) und stellt eine wesentliche Schutzfunktion dar, die über die Zusicherung von SPF und DKIM hinausgehen.

fo legt fest, wie Fehlerberichte erstellt werden sollen.0 ist die Voreinstellung und erzeugt einen DMARC-Fehlerbericht, wenn sowohl SPF als auch DKIM fehlschlagen.1 erzeugt einen Fehlerbericht, wenn entweder SPF oder DKIM fehlschlägt.d erzeugt einen DKIM-Fehlerbericht, wenn die Nachricht eine Signatur enthält, die nicht ausgewertet werden konnte.s erzeugt einen SPF-Fehlerbericht, wenn die SPF-Prüfung nicht bestanden wurde.[6] Mehrere Optionen können getrennt durch Doppelpunkte angegeben werden (beispielsweisefo=1:d:s).[7][8]

Zum erfolgreichen Bestehen einer DMARC-Prüfung genügt es, wenn einer der beiden Prüfmechanismen SPF oder DKIM positiv ausfällt und die Domain mit derFrom-Kopfzeile übereinstimmt. Werden beide Prüfmechanismen parallel eingesetzt, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen DMARC-Prüfung, falls einer der Mechanismen durch ungünstige Umstände fehlschlägt.

DiePolicy (hier abgekürzt als 'p' bzw. 'sp' für Subdomains) legt schließlich fest, wie das Empfänger-Mailsystem mit der Mail verfahren soll, wenn die Überprüfung scheitert. Vorgesehene Modi hierfür sind 'none', 'quarantine' und 'reject'. 'none' (auch als Monitormodus bezeichnet) wird in der Regel zum Testen verwendet und macht dem Empfänger-Mailsystem keine Vorschriften über die Verfahrensweise. 'quarantine' verlangt die Kennzeichnung der Mails als Spam, 'reject’ verlangt, die Mail zu verwerfen.

DMARC-Reporting

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ein Bestandteil von DMARC ist die Funktionalität, dass die Empfänger-Domain der Absender-Domain über den DMARC-Status der empfangenen E-Mails automatisch berichten kann. Dies dient dazu, um mögliche Fehlkonfigurationen und somit Zustellprobleme erkennen zu können. Die Übermittlung der Berichte erfolgt per E-Mail an die in der DMARC-Richtlinie angegebene E-Mail-Adresse, wobei zwischen zwei verschiedenen Arten von Berichten unterschieden wird.

Fehlerbericht

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ein Fehlerbericht (englischfailure report), teils auch als forensischer Bericht bezeichnet, wird pro E-Mail mit fehlgeschlagener DMARC-Prüfung erstellt und an die im Parameterruf angegebene E-Mail-Adresse versandt.[9] Der Fehlerbericht ähnelt einerBounce Message. Aufgrund vonDatenschutzbedenken gibt es im offenen Internet kaum DMARC-Nutzer, die Fehlerberichte versenden. Teilweise treffen E-Mail-Dienstleister individuelle Vereinbarungen, um sich gegenseitig Fehlerberichte zuzusenden und unter Wahrung von Datenschutzvorgaben zu verarbeiten.

Aggregierter Bericht

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ein aggregierter Bericht (englischaggregate report) wird einmal täglich an die im Parameterrua angegebene E-Mail-Adresse versandt.[10] Der aggregierte Bericht enthält eine zusammengefasste Übersicht über das Ergebnis der SPF-, DKIM- und DMARC-Prüfung von allen E-Mails der Absender-Domain des letzten Tages. Gegenüber einem Fehlerbericht sind erheblich weniger Details enthalten. Das Datenformat eines aggregierten Reports baut aufXML auf und ist standardisiert, was eine automatisierte Auswertung ermöglicht.

Kritik

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DMARC steht in der Kritik, da es Zustellungsprobleme von legitimen E-Mails verursachen kann. Dies zeigt sich insbesondere im Zusammenhang mitMailinglisten. Deswegen zögern viele großeE-Mail-Anbieter, DMARC mit einer anderen Policy als ‚none‘ einzusetzen.[11]Yahoo war 2014 der erste große Anbieter, der DMARC mit einer ‚reject‘-Policy aktiviert hatte. In der Folge kam es zu massenhaften automatischen Abmeldungen von Teilnehmern von Mailinglisten.[12]

Kompatibilität mit Mailinglisten

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DMARC überprüft denFrom-Header der E-Mail und fordert die Übereinstimmung mit der bei SPF oder DKIM überprüften Domain (englischalignment). BeiMailinglisten, die Veränderungen an Kopfzeilen wie Absender, Empfänger oder Betreff vornehmen, führt dies zu Zustellproblemen der E-Mails.[12] Die E-Mail muss unverändert weitergeleitet werden.[13] Alternativ muss das Verhalten der Mailingliste geändert werden, was eine Software-Anpassung voraussetzt. Die Absenderangabe imFrom-Header der E-Mail muss durch eine Adresse der Mailingliste ersetzt werden und die DKIM-Signatur entfernt werden.[14] Beispiel:

From: Nutzer <user@example.org>Subject: ...To: wikide-l@lists.wikimedia.org

müsste nach einer Veränderung durch die Mailinglistensoftware folgendermaßen abgeändert werden:

From: Nutzer via wikide-l <wikide-l@lists.wikimedia.org>Subject: ...To: wikide-l@lists.wikimedia.org

Die E-Mail-Adresse des wirklichen Absenders wird bei dieser Ersetzung komplett entfernt, so dass es nicht mehr möglich ist, den tatsächlichen Absender zu ermitteln oder mit dem Absender direkt in Kontakt zu treten. Eine Option besteht darin, dass die Mailingliste den ursprünglichen Absender in alternativen Kopfdaten wie denReply-To-Header einfügt.

Um die Authentizität einer E-Mail nachzuweisen, die bei der Weiterleitung verändert wurde, beispielsweise durch eine Mailingliste, wurde das VerfahrenAuthenticated Received Chain (ARC) entwickelt. ARC ist speziell für die Anwendungsszenarien gedacht, wo DMARC fehlschlägt.

Normen und Standards

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Murray Kucherawy, Elizabeth Zwicky: RFC:7489 –Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC). März 2015 (englisch).

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Draft, Stand: 15. Juli 2013. IETF Datatracker.
  2. Artikel. Golem, 30. Januar 2012.
  3. Artikel. Focus, 30. Januar 2012.
  4. How to Use dig/nslookup to find SPF, DKIM and DMARC Records for a Domain? Abgerufen am 7. Februar 2024 (englisch). 
  5. RFC:7489 –Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC). März 2015, Abschnitt 3.1 (englisch).
  6. Knarik Petrosyan: Was sind DMARC-Tags? In: EasyDMARC. 12. April 2021, abgerufen am 7. Februar 2024 (deutsch). 
  7. Murray Kucherawy, Elizabeth Zwicky: RFC:7489 –Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC). März 2015 (englisch).
  8. Frank Carius: DMARC. Abgerufen am 25. Juni 2025. 
  9. RFC:7489 –Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC). März 2015, Abschnitt 7.3 (englisch).
  10. RFC:7489 –Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance (DMARC). März 2015, Abschnitt 7.2 (englisch).
  11. Hanno Böck: Das Problem mit DMARC. In: Golem.de. 10. August 2020, abgerufen am 31. Juli 2023. 
  12. abPatrick Ben Koetter: DMARC-Policy: Yahoo killt Mailinglisten-Mitgliedschaften. In: heise online. 11. April 2014, abgerufen am 31. Juli 2023. 
  13. Mailinglisten DKIM-konform betreiben. In: blog.sys4.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2023; abgerufen am 28. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blog.sys4.de 
  14. Nachrichten DMARC-konform mit Mailman verteilen. In: blog.sys4.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Februar 2023; abgerufen am 27. Juni 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blog.sys4.de 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=DMARC&oldid=262030321
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp