Dänemark ist eines der zwölf Gründungsmitglieder der 1949 gegründetenNATO und seit dem 1. Januar 1973 Mitglied derEuropäischen Union (bzw. ihrer VorgängerinEWG).
Das aus kulturellen Gründen meistSkandinavien zugerechnete Staatsgebiet Dänemarks umfasst (ohneFäröer undGrönland) eine Fläche von 43.094 km². Es ist damit größer als das derSchweiz oder derNiederlande, aber nur etwa halb so groß wieÖsterreich.
Die drei Länder Dänemarks: Grönland, Färöer und Dänemark
Dänemark misst von Nord nach Süd 368 km und von Ost nach West 452 km. Nördlichster Punkt des Landes istGrenen, der südlichste Punkt liegt beiGedser im Süden der InselFalster (er gilt zugleich als der südlichste Punkt von ganz Skandinavien). Westlichster Punkt istBlåvands Huk in Jütland, gelegen im ehemaligenRibe Amt, der östlichste Punkt liegt bei denErbseninseln (dänisch Ertholmene), 18 km nordöstlich vonBornholm. Die höchste natürliche Erhebung des Landes ist mit170,86 m.o.h. Metern derMøllehøj.
Wegen seiner Inseln und der zerklüfteten Buchten verfügt das Land über eine verhältnismäßig lange Küstenlinie von 7314 km.[8] Dänemark hat zwei Landgrenzen. Die Südgrenze zu Deutschland ist 67 km lang. Seit 2022 gibt es außerdem eine etwa 1,2 km lange Grenze zu Kanada auf derHans-Insel.[9] Ansonsten wird das Land vonNordsee,Skagerrak,Kattegat undOstsee begrenzt. DieÖresundbrücke bildet seit Juli 2000 einen festen Verkehrsweg nachSchweden.
MitJütland, dem nördlichen Teil derKimbrischen Halbinsel, und seinen Inseln bildet Dänemark den Übergang vonMitteleuropa nach Skandinavien. Insgesamt gibt es in Dänemark 1419 Inseln mit einer Fläche größer als 100 m².[10] 394 Inseln tragen amtliche Namen, von diesen waren 2016 nur 74 bewohnt.[11] Die größte Insel des Landes istSeeland mit 7031 km², gefolgt vonVendsyssel-Thy (Nordjütland) mit 4685 km² (das aber nicht als Insel wahrgenommen wird) undFünen mit einer Größe von 2985 km². Seeland, an dessen Ostküste die HauptstadtKopenhagen liegt, wird durch denGroßen Belt von der Insel Fünen getrennt, die wiederum durch denKleinen Belt von Jütland getrennt ist. Eine dritte bedeutendeMeeresstraße in der Region ist derÖresund zwischen Seeland und der SüdspitzeSchwedens.
DieEiszeiten desPleistozäns prägten die Landschaften Dänemarks maßgeblich. ÜberfuhrenElster- undSaale-Kaltzeit die dänische Halbinsel noch komplett unter Ablagerung vonGrundmoränenmaterial, so reichte dieWeichsel-Kaltzeit vor rund 20.000 Jahren nur bis etwa zur Mitte Dänemarks. Heute lässt sich diese teilweise Vergletscherung noch anhand der Hauptstillstandslinie der verschiedenenStadiale der Weichsel-Kaltzeit nachvollziehen. Sie teilt Dänemark in das charakteristische Ost- und Westjütland.
In Westjütland dominieren ertragsarmeSanderflächen, in Ostjütland finden sich vorwiegend Grundmoränen- undGeschiebemergel. Die Stillstandslinie verläuft etwa vom Südrand desLimfjords zur Mitte Jütlands und von dort nach Süden bis Schleswig-Holstein. Das Land bildet eine Fortsetzung derNorddeutschen Tiefebene, die ebenfalls aus Ablagerungen aus der Kaltzeit besteht.
Insbesondere der Westteil Jütlands ist sehr flach, nach Osten wird es hügeliger,Moränen aus der Eiszeit prägen die Landschaft. Hier liegt auch die höchste natürliche Erhebung Dänemarks, derMøllehøj mit 170,86 m über NN.[12][13]
Auch die Inseln sind durch ein Wechselspiel von Hügel- und Flachland geprägt. Einzige Ausnahme ist die weit im Osten liegende InselBornholm, die nicht aus Ablagerungen, sondern ausGranit,Schiefer undSandstein besteht.
Der Verlauf derNordseeküste Jütlands ist relativ ausgeglichen. Die Küstenlinie der vorgelagerten Inseln ist sehr viel kürzer als die in derOstsee. Der Mangel an Buchten und große Dünenfelder stehen einem Hafenbau entgegen und so wurde erst im 19. Jahrhundert mitEsbjerg der einzige bedeutende Hafen an der Westküste Dänemarks gebaut. DerLimfjord im Norden war bis zurSturmflut von 1825 einFjord; seitdem ist er ein etwa 180 km langerSund, der die Nordsee mit dem Kattegat verbindet und die Halbinsel Jütland im Norden abschließt.
Die Ostseeküste Jütlands ist hingegen formenreich. Meeresbuchten, dieFörden, reichen weit ins Land hinein. An ihnen liegen einige Hafenstädte, die zu den ältesten Siedlungsplätzen Dänemarks gehören.
Klimadiagramm von KopenhagenKlimadiagramm von EsbjergKlimadiagramm von Gardbogard bei Skagen
Trotz der Lage Dänemarks an zwei Meeren, Nord- und Ostsee, ist die jährliche Niederschlagsmenge mit 700 bis 800 mm im Westen moderat und im Osten mit 500 bis 600 mm für mitteleuropäische Verhältnisse sogar niedrig. Auch die Temperaturen sind ausgeglichen: An der Nordsee werden im Juli durchschnittlich 16 °C gemessen, im Osten von Seeland sind es 18 °C. Am Tage liegen die Temperaturen in der Regel über 20 °C, nachts sind es um 13 °C. Im Winter macht sich der mildernde Einfluss desGolfstroms bzw. seines Ablegers, des Nordatlantikstroms, bemerkbar: Landesweit herrschen dann Temperaturen um den Gefrierpunkt (tagsüber um 2 °C, nachts um −3 °C). Die Wassertemperaturen an den Küsten schwanken zwischen 3 °C im Winter und 17 °C im Sommer.
Die höchste Temperatur, dieDanmarks Meteorologiske Institut seit Aufzeichnung der Wetterdaten ab 1874 jemals erfasst hat, wurde mit 36,4 °C am 10. August 1975 inHolstebro gemessen. Die niedrigste jemals aufgezeichnete Temperatur lag bei −31,2 °C und wurde am 8. Januar 1982 in Hørsted inThy gemessen. Landesweit war das kälteste Jahr 1874 mit 5,9 °C, während 2014 mit 10 °C die bisher höchste Jahresdurchschnittstemperatur gemessen wurde. (Stand: 18. September 2025)[14]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Dänemark
Aufgrund von umfassenden Begradigungen folgt kaum eines von Dänemarks Fließgewässern noch seinem natürlichen Lauf. Längstes Fließgewässer des Landes ist dieGudenå mit 160 Kilometern, die während der letztenEiszeit durch dieGlazialströme entstand. DieKongeå (deutsch: Königsau) war zwischen 1864 und 1920 Grenzfluss zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark.
Das Land umfasst zahlreiche kleinere und größere Seen. Der größte See ist derArresø mit einer Fläche von etwa 40 km² – er liegt östlich vonFrederiksværk. Zweitgrößter See des Landes istStadil Fjord (19 km²) aufJütland und drittgrößte derEsromsee mit einer Fläche von 17,36 km² – er liegt, wie auchArresø, teilweise in der GemeindeHillerød in derRegion Hovedstaden auf der InselSeeland.
In den Niederungen des westlichen Jütland sind vereinzeltHochmoore erhalten geblieben. Daneben gibt es die für Mitteleuropa typische Vegetation derDünen undHeiden.
Das größte zu Lande lebende Wildtier Dänemarks ist derRothirsch, der über 200 kg schwer werden kann. Man trifft auch aufRehe,Damhirsche,Hasen,Eichhörnchen undIgel. Zu den landbewohnendenRaubtieren gehörenFüchse,Dachse undMarder sowie die eingeschlepptenWaschbären undMarderhunde. Seit 2015 werden vermehrt Wölfe in freier Wildbahn gesichtet, die in Dänemark wieder heimisch werden, seit einzelne Tiere immer öfter von Deutschland aus einwandern. Davor lebten letztmals 1813 freie Wölfe in Dänemark.[17] Seit Mitte 2016 gibt es wieder freilebende Elche in Dänemark, nachdem in einem Moorgebiet in Jütland (Lille Vildmose) fünf Elchkälber ausgewildert wurden. Letztmals gab es wilde Elchpopulationen in Dänemark vor etwa 5000 Jahren.[18] AufBornholm und in Lille Vildmose laufen Projekte zur Wiederansiedlung vonWisenten, die vor etwa 2500 Jahren im Lande ausgerottet wurden.[19][20][21]
An den Küsten von Nord- und Ostsee leben derSeehund und – mit bis zu 300 kg das größte in Dänemark heimische Raubtier – dieKegelrobbe. In den Meeren rund um Dänemark leben zahlreiche Meeresfische; vor allemDorsche,Lachse,Heringe undSchollen bilden die Grundlage derFischerei.
Die Umwelt des Landes hat nach Jahrhunderten derAbholzung (siehe auchHolznot) und Zerstörung von Weideflächen schwere Schäden erlitten. Insgesamt befinden sich rund 20 Prozent des Ackerlandes aufMeereshöhe oder knapp darüber und ein Großteil davon in ökologisch anfälligenFeuchtgebieten, die durch Abpumpen von Wasser anbaufähig gemacht wurden.[26] Zum Schutz der ökologischen Vielfalt wurden insgesamtsechs Nationalparks eingerichtet.
Im Jahr 2023 lebten 89 Prozent der Einwohner Dänemarks in Städten.[27]
Seeland hat durch Kopenhagen die dichteste Besiedlung Dänemarks. Rund 40 Prozent der Bevölkerung leben auf der 7000 km² großen Insel. In der Region Groß-Kopenhagen lebten am 1. Januar 2022 1,3 Millionen Menschen.
Die Städte (dän.:byer; sing.:by) sind – seit der Gemeindereform vom 1. April 1970 und der Reduzierung der Anzahl der Gemeinden von 1098 auf 277 und ab 1974 auf 275 Gemeinden – keine Verwaltungseinheiten, sondern lediglich statistische oder geographische Einheiten. Seit der Kommunalreform 2007 gibt es 98 Gemeinden in Dänemark.
Dänemark hatte ab 1. Mai 2025 6.001.008 Einwohner.[29] Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,8 %. Trotz eines Sterbeüberschusses (Geburtenziffer: 9,9 pro 1000 Einwohner[30] vs. Sterbeziffer: 10,1 pro 1000 Einwohner[31]) wuchs die Bevölkerung durch Migration. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,6, die der Europäischen Union betrug 1,5.[32] DieLebenserwartung der Einwohner Dänemarks ab der Geburt lag 2022 bei 81,3 Jahren[33] (Frauen: 83,2[34], Männer: 79,5[35]). DerMedian des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 41,3 Jahren.[36] Im Jahr 2023 waren 15,9 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,[37] während der Anteil der über 64-Jährigen 20,7 Prozent der Bevölkerung betrug.[38]
Die Bevölkerung Dänemarks ist sehr homogen, knapp 90 Prozent der Bevölkerung sindDänen. Im Süden Jütlands besteht mit der deutschen Minderheit einenationale Minderheit. Hinzu kommen Angehörige anderer skandinavischer Völker und besonders seit Ende des 20. Jahrhunderts Menschen mitMigrationshintergrund, vor allem aus derTürkei und Osteuropa. Im Jahre 2017 waren 11,5 % der Bevölkerung im Ausland geboren.[39][40]
Die deutsche Minderheit nimmt – wie diedänische Minderheit im deutschen BundeslandSchleswig-Holstein – eine Sonderstellung ein. Die meisten der etwa 15.000 bis 20.000 sich selbst als „Deutsche Volksgruppe“ Bezeichnenden leben dicht an der Grenze zu Deutschland; ihr Bevölkerungsanteil beträgt im GebietNordschleswig (entsprach bis zurGebietsreform 2007 dem AmtSønderjylland) etwa 6 bis 10 %. 1955 regelten Deutschland und Dänemark die Rechtsfragen in zwei Grundsatzerklärungen, den Bonn-Kopenhagener Erklärungen: Die jeweilige Minderheit erhielt unter anderem Förderungen für ihre Schulen, Büchereien, Pfarrämter etc. sowie die Anerkennung der eigenen Schulabschlüsse und auch politische Privilegien.[41]
Bis zum Ende der Wikingerzeit unterschieden sich die skandinavischen Mundarten nur unwesentlich voneinander. Älteste gemeinsame Zeugnisse sind dieRuneninschriften aus dem 3. Jahrhundert, die von Jütland bis Südschweden gefunden wurden. Erst ab dem 12. Jahrhundert wird die Abspaltung des Dänischen deutlich. Als auffälligstes lautliches Merkmal entwickelte sich derStoßlaut bei betonten Silben. Durch kurzzeitigen Stimmlippenverschluss wird der Luftstrom und somit der Laut für einen Augenblick unterbrochen. Geschrieben wird mit dem um drei Buchstaben erweiterten lateinischen Alphabet. Den deutschen Umlauten ä und ö entsprechen im Dänischenæ bzw.ø; dazu kommt der Buchstabeå, der bis zurdänischen Rechtschreibreform von 1948 aa geschrieben wurde.
Der dänische Wortschatz enthält vielemittelniederdeutsche Lehnwörter. Mittelniederdeutsch war die traditionellelingua franca des Nordens und derHanse, zeitweise auch die Sprache der dänischen Könige und des Hofes, sowie die Kommandosprache der Armee. Heute istEnglisch die wichtigste Fremdsprache in Dänemark, aber auch das Deutsche undFranzösische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Etwa 90 % der Schüler lernen zumindest zeitweise Deutsch als zweite Fremdsprache.
Obwohl die dänische Gesellschaft starksäkularisiert ist, gehören knapp 72,1 % der Einwohner traditionell derevangelisch-lutherischenDänischen Volkskirche(Folkekirken) an, die im 16. Jahrhundert als Teil desProtestantismus entstand (sieheReformation in Europa). Die Dänische Volkskirche ist als einzigeGlaubensgemeinschaft eng mit dem Staat verknüpft. Parlament und König üben gemeinschaftlich die Leitung der Kirche aus, höchste administrative Instanz ist der Kirchenminister.
Anteil der Mitglieder der Dänischen Volkskirche an der Gesamtbevölkerung[44]
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen desEurobarometers ergab 2020, dass für 18 Prozent der Menschen in Dänemark Religion wichtig ist, für 29 Prozent ist sie weder wichtig noch unwichtig und für 53 Prozent ist sie unwichtig.[46]
In Dänemark existieren private und öffentliche Schulen. Die Schulbildung beginnt in Dänemark nach mindestens einem Jahr im Kindergarten mit der neunjährigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlussprüfung FSA (Folkeskolens Afgangsprøve) endet. Eine Trennung der Schüler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjährigeGemeinschaftsschule.
Darauf gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf dieFolkeskole zu gehen und die Erweiterte Abschlussprüfung zu absolvieren (die sogenannte FS10, vormals FSU). Diese entspricht etwa derMittleren Reife (Realschulabschluss). Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, absolvieren viele Schüler ein Jahr auf einer sogenanntenEfterskole. Dies sindInternate, in denen die Jugendlichen neben den Fächern der 10. Klasse vor allem soziale, künstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiterentwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird.
Weiterführende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium (STX), das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX). Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischenAbitur (Allgemeine Hochschulreife), dem sogenannten Studentereksamen. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachlichesproglig linje und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientiertematematisk linje.
Der Besuch des Gymnasiums dauert drei Jahre, entspricht also dergymnasialen Oberstufe. Je nachdem, ob man nach der 9. oder 10. Klasse auf das Gymnasium geht, dauert es also 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur.
Neben dem oben genanntenStudentereksamen (STX) gibt es in Dänemark noch zwei andere Examensarten, das Handelsschulexamen HHX (Højere Handelseksamen) sowie das technische Abitur HTX. Während ersteres vor allem für jene interessant ist, die eine Tätigkeit in der Wirtschaft anstreben, ist das HTX vor allem für Schüler interessant, die später einen Ingenieurberuf anstreben. Das HHX und HTX sind also fachgebundene Hochschulreifen, die nicht an die Flexibilität des Studentereksamens heranreichen.
Es besteht auch die Möglichkeit, nach der 9. Klasse statt des Besuchs einer weiterführenden Schule eine Lehre zu absolvieren. Hierfür gibt es ebenfalls Berufsschulen, bei denen Theorie und Praxis kombiniert werden.
Das dänische Schulsystem differenziert daher bis zum Ende der Folkeskole überhaupt nicht, danach jedoch sehr stark. Es besteht ein grundsätzlicher Konsens, dass an der Politik der späten Differenzierung festgehalten werden soll. Eine frühe Trennung der Schüler, wie sie in Deutschland nach der Grundschule stattfindet, wird abgelehnt.
Es werden fünf Arten von Hochschulen unterschieden: Universitäten, Hochschulen für Architektur und Kunst, Wirtschaftshochschulen,University Colleges, maritime Ausbildungseinrichtungen.
Die älteste und bekannteste Universität ist dieUniversität Kopenhagen, gegründet 1479. Sie ist über mehrere Orte verstreut wie andere dänische Hochschulen auch. DieDänemarks Technische Universität folgte erst im Jahr 1829 inKongens Lyngby. Im 20. Jahrhundert wurde der Hochschulsektor immer breiter ausgebaut:
ImTertiären Bildungsbereich führen auch die University Colleges zu einem Hochschulabschluss. Er ist mit einem Abschluss an einer deutschenFachhochschule zu vergleichen.
Alle dänischen Studiengänge unterliegen einemNumerus clausus, eine Zentralstelle vergibt die Studienplätze nach dem Notendurchschnitt (sogenanntes Kvote-1-Verfahren). Ferner wird ein gewisser Prozentsatz der Studienplätze nach Sozialkriterien vergeben, wobei man hier seine Chancen durch soziale Arbeit verbessern kann (sogenanntes Kvote-2-Verfahren). Ähnlich wie in Deutschland sind einige Fächer sehr überlaufen, so dass es schwer ist, einen Platz zu bekommen (zum Beispiel Medizin, Medienwissenschaften, Psychologie, Jura), während andere Fächer einen sehr niedrigen Schnitt verlangen, so dass dort jeder Bewerber aufgenommen wird.
Runenstein Gorm (Vorderseite) an der Kirche in Jelling
Genetische Untersuchungen deuten auf mehrere Migrationswellen in das heutige Dänemark: Während derMittelsteinzeit zeigte sich im heutigen Dänemark eine genetische Homogenität unter Jägern und Sammlern, die hauptsächlich westeuropäischen Vorfahren zuzuordnen sind, über einen Zeitraum von etwa 4.500 Jahren.[47] Mit dem Beginn derJungsteinzeit um 5.900 v. Chr. kam es durch die Ankunft von Bauern mitanatolischer Abstammung zu einem abrupten Bevölkerungswechsel, der diese Jäger und Sammler nahezu vollständig ersetzte.[47] Etwa 1.000 Jahre später führte eine zweite große Migrationswelle von Menschen mit Abstammung aus der osteuropäischen Steppe zu einer Bevölkerung, die den heutigen Dänen genetisch näher steht, und zur Entstehung derEinzelgrabkultur.[47]
Der Name „Dänen“ dürfte auf eine fränkischeGrenzmark gegen die dänischen Könige, die sogenannteDänische Mark, zurückzuführen sein. Seit einem 811 mitKarl dem Großen geschlossenen Vertrag bildete der FlussEider die dänische Südgrenze. Im 10. Jahrhundert vereinigteGorm der Alte († um 950) die einzelnen Kleinkönigreiche unter seiner Herrschaft. Sein SohnHarald Blauzahn nahm um 960 den christlichen Glauben an. Bis zum TodKnuts des Großen im Jahre 1035 gelangen den dänischen Königen die Eroberung weiter Teile derbritischen Inseln,Norwegens und der von 975 bis 1026 fränkischenMark Schleswig zwischen Eider undSchlei. Damals war das dänischeHaithabu der wichtigste Handelsort in Nordeuropa. Bis weit in das 11. Jahrhundert hinein wurden die Dänen ebenso wie Schweden und Norweger alsWikinger bezeichnet, die in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten.
Nach einer kurzen Phase der Schwäche begann mit Beginn der Herrschaftszeit vonWaldemar I. ein erneuter Aufstieg. Große Teile der südlichen Küstenregionen der Ostsee, die zuvor vonElb- und Ostseeslawen besiedelt waren, fielen an Dänemark. In der 1219 vereinbarten Kooperation mit dem deutschenSchwertbrüderorden kamen sogarLivland, der Norden vonEstland, in den Einflussbereich Dänemarks. Der Besitz dieser Gebiete war allerdings nicht von langer Dauer, nachdem eine Koalition von norddeutschen Landesherren aus derSchlacht bei Bornhöved im Jahr 1227 siegreich hervorging. Estland wurde 1346 an denDeutschen Orden verkauft und Dänemark musste die Vorherrschaft derHanse in der Ostsee im Jahr 1370 anerkennen. Die dänischen Herrscher richteten ihren Blick nun nach Norden: 1397 wurden die drei nordischen Reiche Dänemark, Norwegen und Schweden in derKalmarer Union vereint, die unter dänischer Vorherrschaft stand.[48][49] Der Verbund existierte bis zum Jahr 1523, als zuletzt Schweden seine Unabhängigkeit zurückerlangte (sieheGustav I. Wasa).
Dänemark in der Frühen NeuzeitErik von Pommern wird zum König des vereinigten Nordens gekrönt, 17. Juni 1397
Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieben die Auseinandersetzungen mit Schweden bestimmend, da beide Königreiche um die Oberherrschaft in Skandinavien und im baltischen Raum kämpften.Schonen,Blekinge undHalland (Teile des heutigen Schweden), also das eigentliche Stammland und Herkunftsgebiet der Dänen, fielen 1658 an Schweden, einzig die Insel Bornholm verblieb bei Dänemark. Die bis dahin zentral gelegene Hauptstadt Kopenhagen wurde so zu einem Grenzort. Das Geistesleben jener Zeit war von derReformation bestimmt, die 1536 vonChristian III. eingeführt wurde.Frederick III. ersetzte 1660/61 das bestehendeWahlkönigtum zugunsten einerErbmonarchie.
Den Grundlovsgivende Rigsforsamling (Die Verfassungsgebende Versammlung am 23. Oktober 1848, Gemälde vonConstantin Hansen)
Die Dänische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach deneuropäischen Revolutionen von 1848/49 etablierte sich in Dänemark 1849 einekonstitutionelle Monarchie unter derLinie Glücksburg des HausesOldenburg: Es erhielt seine ersteVerfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dänische Theologe, Pädagoge, Dichter und PolitikerN. F. S. Grundtvig. 1901 wurde mit demSystemskiftet („Systemwechsel“) dieparlamentarische Monarchie eingeführt: Seither ist die Regierung nicht mehr vom Willen des Königs abhängig, sondern ist darauf angewiesen, im Parlament keine Mehrheit gegen sich zu haben („negativerParlamentarismus“).
Erstürmung der Düppeler Schanzen
Die Ideen derFranzösischen Revolution hatten auch in Dänemark den Nationalgedanken gestärkt und damit den Gegensatz zwischen Dänen und Deutschen, die um den Süden von Jütland in Form des HerzogtumsSchleswig (auchSüderjütland) konkurrierten. Dänemark unterlag schließlich 1864 imDeutsch-Dänischen Krieg Preußen und Österreich. Schleswig und Holstein fielen 1867 an Preußen und wurden 1871 Teil des Deutschen Reiches. Diese Niederlage markierte das Ende des Gesamtstaates und bewirkte tiefe Einschnitte in die Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei denDüppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Die Außenpolitik der Nation nahm einen striktenNeutralitätskurs ein, wobei der große deutsche Nachbar nicht provoziert werden sollte. Diese Politik wurde im Prinzip bis zum Ende desZweiten Weltkriegs beibehalten. Das ging sehr weit. Bei einer wichtigen Abstimmung des Völkerbundsrates am 17. April 1935 gegen die deutsche Wiederbewaffnung enthielt sich Dänemark als einziger von 17 Staaten der Stimme.[50]
ImErsten Weltkrieg blieb das Land neutral. 1920 fiel nach einerVolksabstimmung im nördlichen und mittleren Schleswig (dän. auchSønderjylland/Süderjütland) dessen nördlicher Teil – Nordschleswig – an Dänemark. Der mittlere und südliche Teil – Südschleswig – blieb bei Deutschland. Die so gezogene Linie bildet noch heute den Grenzverlauf. Obwohl sich Dänemark auch im Zweiten Weltkrieg neutral verhielt, wurde das Land am 9. April 1940 von Deutschland im Rahmen desUnternehmens Weserübung nahezu kampflos besetzt und blieb bis zum Ende des Weltkriegs unterdeutscher Kontrolle; die Grenze wurde allerdings nicht wieder verschoben. Als „Sternstunde des dänischen Widerstandes“ gilt die Verhinderung desHolocausts an den dänischen Juden.[51] Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat, derRettung der dänischen Juden. Allerdings traten andererseits etwa 6000 Dänen derWaffen-SS bei und kämpften bis zum Kriegsende auf deutscher Seite. Etwa 25 % dieser dänischen Freiwilligen kamen aus den Reihen der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Am 4. Mai 1945 ergaben sich die deutschen Truppen in Dänemark FeldmarschallMontgomery.[52] Nach dem Zweiten Weltkrieg verhungerten in dänischen Internierungslagern mehrere zehntausend deutsche Flüchtlinge. Insgesamt starben mehr Deutsche durch Hunger in dänischen Lagern als Dänen insgesamt im Zweiten Weltkrieg. Es hatten sowohl der dänische Ärzteverband als auch das dänische Rote Kreuz jegliche Hilfe für Deutsche abgelehnt. So starben rund 80 % der nach Dänemark gelangten deutschen Kleinkinder.[53]
Öffentliche Proteste gegen die Karikaturen in Paris am 11. Februar 2006
Internationales Aufsehen erregten dieMohammed-Karikaturen, die die ZeitungJyllands-Posten am 30. September 2005 abdruckte. Sie lösten vor allem in Staaten der islamischen Welt anti-dänische bzw. anti-westliche Proteste aus.
2023 wurde derStore bededag („großer Gebetstag“, am vierten Freitag nach Ostern), der seit 1686 gesetzlich vorgeschrieben arbeitsfrei gewesen war, als Feiertag abgeschafft.[55]
Nach 1848 hat sich Dänemark zu einerkonstitutionellen Monarchie entwickelt. 1901 setzte sich das parlamentarische Prinzip durch, das aber erst 1953 verfassungsrechtlich im dänischenGrundgesetz verankert wurde.[57] Seit dieser Verfassungsänderung ist auch eine weibliche Thronfolge möglich.[58] Der KönigFrederik X. ist dasStaatsoberhaupt. Verfassungsrechtlich liegt die ausführende Gewalt in seiner Hand. Doch wird die „Verfassungswirklichkeit – ganz zu schweigen von der politischen Wirklichkeit – […] von der geschriebenen Verfassung […] nur unvollständig erfaßt“.[57] Dänemark ist eine parlamentarische Monarchie, in der der König fast ausschließlich repräsentative undstaatsnotarielle Funktionen wahrnimmt. Er ernennt und entlässt den Regierungschef und dessen Minister, kann das Parlament auflösen und unterzeichnet Gesetze.[59]
In der Praxis wird die Exekutive vom Kabinett ausgeübt, das vom Ministerpräsidenten (dänischstatsminister) geleitet wird. Dieser wird nach Konsultationen der politischen Parteien vom Regenten ernannt. Voraussetzung dafür ist, dass der Regierungschef keine offensichtliche Mehrheit im Parlamentgegen sich hat. DieserNegative Parlamentarismus bestimmt das dänische Verfassungsleben seit 1901.
Sitzverteilung nach der Folketingswahl 2022 (vorläufiges Endergebnis)
9
15
50
6
7
4
16
14
23
10
14
5
6
9 15 50 6 7 4 16 14 23 10 14 5 6
Insgesamt 179 Sitze
Einheitsliste (Ø): 9
Sozialistische Volkspartei (F): 15
Sozialdemokraten (A): 50
Alternative (Å): 6
Sozialliberale (B): 7
Färöer/Grönland: 4
Die Moderaten (M): 16
Liberale Allianz (I): 14
Liberale Partei (V): 23
Konservative (C): 10
Dänemarkdemo- kraten (Æ): 14
Dänische Volkspartei (O): 5
Neue Bürgerliche (D): 6
Das dänische ParlamentFolketing verabschiedet die Gesetze, es wählt und kontrolliert die Regierung.[60] Es verfügt über nur eine Kammer. Parlamentsgesetze bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der formalen Zustimmung des Königs. Die Regierung muss Kriegserklärungen und Friedensabkommen immer vom Parlament bestätigen lassen. Ein Drittel der Abgeordneten kann verabschiedete Gesetze einerVolksabstimmung unterwerfen. Um das Gesetz zu Fall zu bringen, müssen dabei die Nein-Stimmen eine einfache Mehrheit erreichen und mindestens 30 Prozent aller stimmberechtigten Wähler ausmachen (Grundgesetz § 42).
Die Legislaturperiode ist auf vier Jahre beschränkt. Die 179 Abgeordneten werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl bestimmt. Das Wahlsystem basiert auf derVerhältniswahl.Aktives undpassives Wahlrecht besitzt jeder Bürger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat sowie im Besitz derbürgerlichen Ehrenrechte ist.
DasHøjesteret (dt. Oberstes Gericht) ist Dänemarks oberste Appellinstanz in Zivil- und Strafsachen. Es verhandelt Urteile und Verfahren der beiden Landesgerichte sowie des See- und Handelsgerichts. Die Verfassung garantiert eine direkte Überprüfung durch das Oberste Gericht, wenn einVerein durch Parlamentsgesetz zwangsaufgelöst wird. Eine Verwaltungsgerichtsbarkeit besteht nicht.[62]
DieRechtsgeschichte Dänemarks war lange Zeit von einer starken Rechtszersplitterung geprägt, die erst mit dem Beginn des Absolutismus beseitigt wurde. In der Zeit desAbsolutismus in Dänemark von 1661 bis 1849 hatte der König formal den Vorsitz am höchsten Gericht des Landes, dem Obersten Gerichtshof, der 1661 eingerichtet worden war. 1849 schließlich wurden unabhängige Gerichte eingerichtet. Diese wurden in ihren Funktionen unabhängig, aber die Richter wurden weiterhin vom König (bis heute) berufen. Die Verfassung stellte die Einführung von Geschworenen in größeren Strafverfahren und politischen Strafverfahren in Aussicht, ein Versprechen, das erst mit dem Rechtspflegegesetz von 1916 eingelöst wurde.
Nach der Verfassung vom 5. Juni 1953 ist die Unabhängigkeit der Richter in ihrem Amt durch § 64 gewährleistet, wonach die Richter sich in ihrem Amt ausschließlich nach dem Gesetz zu richten haben.[63] Im Gegensatz zu anderem staatlichen Personal sind Richter gegen administrative Entlassung geschützt und können nur per Gerichtsurteil entlassen werden.
Fälle werden im Allgemeinen in erster Instanz von einem Amtsgericht behandelt, und gegen das Urteil des Amtsgerichts kann bei einem der zwei Landgerichte Berufung eingelegt werden. Einzelne größere Verfahren sowie Fälle, die Fragen der Verwaltung betreffen, werden von einem der beiden Landgerichte in erster Instanz abgewickelt. Die höchste Instanz ist dasHøjesteret; es behandelt ausschließlich Fälle, die zuvor von einem Landesgericht entschieden wurden.
Der staatliche Gesamthaushalt betrug im Jahr 2015 ca. 94 Milliarden Euro.
Die Wirtschaftskrise und die damit verbundene höhere Arbeitslosigkeit sowie die staatlichen Konjunkturprogramme und finanziellen Hilfen für Banken hatten seit 2009 in Dänemark zu teils hohen Haushaltsdefiziten geführt.
Durch eineSparpolitik konnte das Haushaltsdefizit 2013 und 2014 wieder jeweils auf unter 1 Prozent des BIP verringert werden.[70]
DieStaatsverschuldung betrug 2011 rund 831 Mrd. DKK bzw. 46,6 % des BIP.[71] Bis 2016 sank sie auf 37,7 %.
Dänische Staatsanleihen werden von der RatingagenturStandard & Poor’s mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).[72]
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:[73]
Nach der Befreiung von der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg im Mai 1945 musste die dänische Verteidigung mit dem Wiederaufbau der Streitkräfte nahezu von Grund auf neu beginnen. 1950 begannen die USA ihr Waffenhilfsprogramm, unter anderem für Dänemark, und im selben Jahr kam es zu einer Reorganisation der militärischen und politischen Führung der Verteidigung. Erst danach erreichten die Streitkräfte schrittweise die Truppenstärke und das Bereitschaftsniveau, die sich der regelmäßig festgelegten Sollstärke der NATO annäherten. Die Truppenstärke Dänemarks lag in der Zeit des Kalten Krieges jedoch stets an der unteren Grenze der Anforderungen der Allianz. Die Verteidigungsvereinbarungen zwischen Regierung und Opposition, die die finanzielle und politische Grundlage für die Aufgaben der Verteidigung bilden, sind von einer breiten Mehrheit im Folketing traditionell unterstützt worden. Bis ins Jahr 2021 waren bis zu 750 dänische Soldaten in Afghanistan stationiert. Dänemark stellt auch 35 Soldaten für dieKFOR.[74] Mit den Beitritten Finnlands und Schwedens zur NATO 2023 bzw. 2024 sind alle Länder Skandinaviens erstmals seit der Auflösung derKalmarer Union 1523 wieder Teil eines gemeinsamen Militärbündnisses.[75][76]
Dänemark gab 2017 knapp 1,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 3,8 Milliarden Dollar für seine Streitkräfte aus.[77]
Das Heer (dän.:Hæren) hat eine Stärke von etwa 15.000 Mann. Die Führung von Heeresoperationen liegt beim Heeresführungskommando in Karup sowie im logistischen Bereich beim Heeresunterstützungskommando inHjørring. Das Heer besteht aus 17Regimentern der verschiedenen Waffengattungen, die die Soldaten bis zur Einheitsebene (Kompanie u. a.) ausbilden. Die Ausbildung zum Gefecht der verbundenen Waffen erfolgt in dem jeweils übergeordneten Großverband derBrigade oder militärischen Region, in die sie eingegliedert sind. Dies sind unter anderem dreiPanzergrenadierbrigaden der Dänischen Division. Eine vierte Panzerinfanteriebrigade wurde alsDänische Internationale Brigade (DIB) aufgestellt. Der Brigade gehören 4500 Mann als aktive Soldaten und Reservisten an. Etwa ein Drittel davon kann im Rahmen derUN oderOSZE außer Landes eingesetzt werden. Die Zahl entspricht in etwa der, die Dänemark Mitte 1995 primär in den Dienst der UN gestellt hatte. Die DIB ist Teil der schnellen Eingreiftruppe derNATO.
Die Marine (dän.Kongelige Danske Marine) hat eine Mannstärke von etwa 4500 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Flottenkommando inAarhus, beim Grönland-Kommando und beim Färöer-Kommando sowie im übergeordneten logistischen Bereich beim Marineunterstützungskommando in Kopenhagen. Die Hauptbasen sind die Marinestützpunkte inKorsør undFrederikshavn. Die Hauptfarbe der Marine ist grau (Tarnung).
Die täglichen Operationen finden in den Geschwadern statt, die sich im Prinzip aus Schiffen zusammensetzen, die ein und denselben Auftrag haben. Zu den Geschwadern gehörenPatrouillenfregatten,Korvetten, Flugkörperschnellboote,Minenleger sowie verschiedene kleinere Schiffe. Darüber hinaus verfügt die Marine über mobile landgestützte Seezielflugkörper-Batterien. Die meisten der kleineren Schiffe gehören zurSTANDARD FLEX 300-Klasse, einem auf Modulbauweise basierenden Schiffstyp. Er kann je nach Ausrüstung und Ausbildung der Besatzung als Überwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenräumboot eingesetzt werden. Über ihre Unterstützungsfunktionen hinaus gehört zu den Aufgaben der Marinestützpunkte die Überwachung der dänischen Gewässer, verteilt auf drei Marineabschnittskommandos sowie Ausbildungseinrichtungen an Land. Die Marine hat fest stationierte Einheiten zur Fischereiüberwachung und zur Wahrung der Souveränitätsrechte vor Grönland und den Färöern. Zur Teilnahme an friedensfördernden Operationen hat die Marine regelmäßig eine Korvette an die NATO delegiert. Seit dem Abzug der US-Truppen vom InselstaatIsland übernimmt die dänische Marine die isländische Küstenverteidigung gemeinsam mit der isländischen Küstenwache.
Die Luftwaffe (dän.:Flyvevåbnet) hat eine Mannstärke von etwa 6000 Mann. Die Leitung ihrer Operationen liegt beim Luftwaffenführungskommando inKarup bzw. im übergeordneten logistischen Bereich beim Luftwaffenunterstützungskommando in Brabrand, westlichenAarhus und Karup. Die Fliegerverbände verteilen sich auf die Jagd- und Jagdbombergeschwader mitF-16-Jagdflugzeugen auf den Luftwaffenstützpunkten Skrydstrup und Ålborg sowie auf die Transport- und Rettungsgeschwader mit Maschinen vom TypC-130 Hercules undGulfstream III auf Aalborg und Helikoptern des TypsS-61 Sea King auf dem Luftwaffenstützpunkt Karup. Die Radarstationen der Kontroll- und Frühwarngruppe überwachen ständig den Luftraum über Dänemark und können zur unmittelbaren Abwehr und Luftverteidigung Jagdflugzeuge einsetzen, im Kriegsfall auf Befehl des Luftwaffenführungskommandos auch zusätzlichFlugabwehrraketen.
Die Heimwehr (dän.:Hjemmeværnet) besteht aus rund 56.000 Freiwilligen,[78] deren Leitung in Friedenszeiten in den Händen des Heimwehr-Kommandos liegt. Zu der Truppe gehört die Heeresheimwehr, die in territorial abgegrenzten Heimwehrkompanien organisiert ist, die das gesamte Land ständig überwachen und im Kriegsfall den Truppen der Militärregionen des Heeres zugeordnet sind, die Marineheimwehr, die die Marine unterstützt, und schließlich die Luftwaffenheimwehr, die die Kontroll- und Frühwarngruppe der Luftwaffe durch Überwachung des Luftraums in niedrigen Höhen, bei Bewachungsaufgaben unterstützt.
Dänemark trat 1973 der Europäischen Gemeinschaft bei. Gemäß der dänischen Verfassung muss jede Übertragung von Souveränitätsrechten durch eine Volksabstimmung entschieden werden. Demnach stimmte das dänische Volk bereits fünfmal in EU-Fragen ab. 1992 wurde der EU-Vertrag von Maastricht im Rahmen eines Referendums abgelehnt. Ein zweiter Anlauf 1993 brachte dann die Zustimmung aufgrund von mehreren „Opt-outs“ in der Wirtschafts- und Währungsunion, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Justiz- und Innenpolitik und der EU-Bürgerschaft. Die „Opt-outs“ werden seitdem immer wieder in Frage gestellt, weil sie einer weiteren Integration in die EU entgegenstehen. Mit dem Inkrafttreten des EU-Reformvertrages werden sie sogar noch vergrößert. Es ist vorgesehen, in den nächsten Jahren erneut Referenden zu den einzelnen Politikbereichen durchzuführen.Das dänische Parlament hat im April 2008 für denEU-Reformvertrag von Lissabon gestimmt.
Vergleich des Pro-Kopf-BIP in der EU nach Ländern mit Dänemark an fünfter Stelle (2004)
Dänemark wird von Reformern gerne als Beispiel für einen deregulierten Arbeitsmarkt angeführt, weil das Land über keinen mit der deutschen Regelung vergleichbaren Kündigungsschutz verfügt. Allerdings liegt der Anteil der öffentlich Beschäftigten mit ca. 28 % (800.000) (2006) aller Erwerbstätigen (ca. 2.800.000) etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Umgerechnet nach Vollzeitbeschäftigung steigt dieser öffentliche Anteil auf über 38 % von insgesamt über 2,3 Millionen Vollzeitbeschäftigten.[79] Unter dem Motto „Flexicurity“ werden liberale Beschäftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. Arbeitslose erhalten eine wesentlich höhere Arbeitslosenunterstützung als in Deutschland, wenn sie in die Kasse für Arbeitslose (a-kasse) einbezahlt haben und berechtigt sind, Arbeitslosenbezüge zu erhalten. So verlieren Personen, die sich länger als ein Jahr (der letzten 7 Jahre vor Antrag auf Arbeitslosengeld) außerhalb der EU aufgehalten haben, ihr Recht auf Arbeitslosengeld, unabhängig davon, ob sie in die Arbeitslosenkasse einbezahlt haben oder nicht.[80] Personen, die Anrecht auf Arbeitslosengeld haben, werden umfassend für neue Stellen qualifiziert.
Dergewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (68 % im Jahr 2015).[81] Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt Dänemark keinen gesetzlich festgelegtenMindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch Tarifverträge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das dänische System den Arbeitgebern hohe Zugeständnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.
In internationalen Vergleichen schneidet Dänemark zumeist sehr gut ab. Die Beschäftigungsquote – auch bei älteren Arbeitnehmern – ist die höchste in derEU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (derMehrwertsteuersatz beträgt 25 %, dies gilt ebenfalls für Bücher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz derEinkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Der Lebensstandard der Dänen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit demBIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Dänemark einen Index von 125 (EU-28:100) (2014).[82] Mit Haushaltsüberschüssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war Dänemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU. ImGlobal Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Dänemark Platz 12 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).[83] DerIndex für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 6 höchste von 176 Ländern.[84]
Im 4. Quartal 2014 lag die Arbeitslosenquote bei durchschnittlich 6,4 %. Das war ein minimaler Rückgang von −0,1 % im Vergleich zum 3. Quartal, aber ein klarer Rückgang von −0,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.[86] Die Jugendarbeitslosigkeit lag deutlich über diesem Niveau mit 11,2 % im 4. Quartal 2014 bzw. 13,3 % im entsprechenden Quartal 2013. Im Verlauf derFinanzkrise ab 2007 war die Zahl der Arbeitslosen angestiegen. Von einem europäischen Spitzenwert mit nur 3,4 % Arbeitslosen 2008 stieg die Quote 2011 auf 7,6 %. Seitdem hat sich die Beschäftigungssituation kontinuierlich verbessert.[87] Bis Juni 2018 sank sie auf 5,0 %.[88]
Dänemark ist ein hochindustrialisiertes Land, mehr als drei Viertel seiner Exporte sind Industriegüter oder Maschinen.[89] Die Industrie und auch die meisten Dienstleistungsfirmen konzentrieren sich vor allem im Großraum Kopenhagen, wohingegen Jütland relativ wenig industrialisiert ist. Die Industrie des Landes trug 2017 etwa 23 % zum BIP bei und beschäftigte ungefähr 18,3 % aller Arbeitnehmer; der Dienstleistungssektor trug 2016 etwa 79 % zum BIP beiträgt beschäftigte 2017 etwa 76 % der Arbeitnehmer.[90]
Die gemessen an ihrem Umsatz wichtigsten Zweige des produzierenden Gewerbes in Dänemark sind die Lebensmittel- und die metallverarbeitende Industrie sowie das Druck- und Verlagswesen, der Maschinenbau und die Produktion von Elektronikartikeln und Dieselmotoren (vor allemfür Schiffe undfür Lokomotiven). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind dänische Möbel in vielen Ländern gefragt. Von Bedeutung sind auch Werften, das Brauwesen, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Produktion von Zement, chemischen Erzeugnissen, Arzneimitteln, Keramik / Porzellan, Kaminöfen, Fahrrädern und Papier. Bis 1970 wurde bei Søby in derGemeinde HerningBraunkohle gefördert,[91] 1961 waren es 2,3 Mill. Tonnen.[92]
DerTourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 2015 kamen mehr als zehn Millionen Besucher, die meisten aus skandinavischen Ländern wie Norwegen und Schweden sowie aus Deutschland. Schwedische und norwegische Touristen besuchen aufgrund der Nähe häufig die Hauptstadt Kopenhagen. Außer bei Touristen aus Skandinavien ist Dänemark auch bei deutschen Touristen sehr beliebt, rund eine Million Deutsche besuchten das Land 1999. Die Einnahmen aus dem Tourismus lagen im Jahr 2016 bei 6,9 Milliarden US-Dollar.[93]
Die Landwirtschaft in Dänemark ist eine hochmechanisierte Branche. Sie trägt ungefähr 2,3 % zumBIP bei und beschäftigt ungefähr 3 % aller Arbeitnehmer.[90]
Mehr als die Hälfte der Landesfläche – Grönland und Färöer nicht eingeschlossen – werden landwirtschaftlich genutzt. Von Natur aus sind die Böden relativ nährstoffarm; dies wird durch intensiveDüngung ausgeglichen. Die dänische Regierung fördert kleine landwirtschaftliche Betriebe. Der Zusammenschluss kleiner Betriebe zu großen Gütern wird gesetzlich erschwert. Rund 85 Prozent der dänischen Bauernhöfe sind Familienbetriebe mit weniger als 50 Hektar.
Auf 60 Prozent der Anbaufläche von circa 2,5 Millionen Hektar wird Getreide angebaut; das Spektrum umfasstGerste,Hafer,Weizen undRoggen. Die restliche Fläche wird mit Futterpflanzen,Flachs,Hanf,Hopfen undTabak bepflanzt. Über 50 Prozent der Gesamtfläche werden als Ackerland genutzt. Die überwiegend exportorientierte Fleisch- und Milchwirtschaft spielt eine bedeutende Rolle. Dänemark ist weltweit einer der größten Produzenten von Schweinefleischprodukten.[94]Der Viehbestand umfasst vor allemSchweine,Rinder undPferde.
Eine Besonderheit der dänischen Landwirtschaft ist der große Einfluss der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sie dominieren die Produktion von Molkereierzeugnissen und Schinken. Ein hoher Prozentsatz der Agrarerzeugnisse wird über die Genossenschaften vermarktet. Die meisten Genossenschaften gehören nationalen Verbänden an, die wiederum Mitglieder im Agrarausschuss sind. Dieses Zentralorgan der Genossenschaften verhandelt mit der Regierung, der Industrie oder mit ausländischen Handelspartnern.
1805 erklärte die Regierung alle Wälder (die heute ungefähr 12 Prozent der Gesamtfläche Dänemarks ausmachen) zu Naturschutzgebieten. Die große Fischereiflotte Dänemarks spielt in der Wirtschaft des Landes eine bedeutende Rolle. Es handelt sich bei den gefangenen Fischen größtenteils um Meeresfische, unter denen Heringe, Lachse und Dorsche die kommerziell bedeutendsten Arten sind. Der überwiegende Teil der Fanggründe befindet sich in der Nordsee. Bei Fisch werden hohe Ausfuhrüberschüsse erzielt.
Seit 1. August 2000 ist Dänemark von derEU auch als Weinbaugebiet anerkannt. Seither darf dänischerWein zu kommerziellen Zwecken angebaut und verkauft werden.
Svanemølle-Kraftwerk in KopenhagenAnteil der Wind- und Solarstromerzeugung in Dänemark, 1985 bis 2022Der Middelgrunden-Offshore-Windpark
Dänemark setzte nach dem Zweiten Weltkrieg massiv aufErdöl alsPrimärenergielieferant. Anfang der 1970er Jahre war es fast vollständig von Erdölimporten abhängig. Infolge derÖlkrise 1973, die Dänemark als weitgehend ölabhängigen Staat im Besonderen traf, gab es dort Überlegungen,Kernkraftwerke zu errichten, um die Energieversorgung zu diversifizieren. Nach langem politischem Kampf seit den frühen 1970er Jahren entschied sich das Land 1985 mit einem Parlamentsbeschluss endgültig gegen die Nutzung derKernenergie. Mittlerweile ist das Land Energieexporteur.[95] Im Jahre 2008 wurde aus 18 Öl- und Gasfeldern, allesamt in der Nordsee, zusammen 16,7 Mio. m³ Öl und 9,9 Mio.m³ i.N. Gas gefördert. Seit 2004 ist die Fördermenge rückläufig.[96] Im Dezember 2020 beschloss die dänische Regierung, die Förderung von Öl und Gas bis 2050 zu beenden.[97]
Dänemark ist das Pionierland derEnergiewende. Im Februar 2011 veröffentlichte die dänische Regierung den Plan, bis zum Jahr 2050 die kompletteEnergieversorgung (Strom, Wärme und Verkehr) vollständig aufErneuerbare Energien umzustellen und so unabhängig von fossilen Energiequellen zu werden.[98][99] Damit war Dänemark damals das Land mit der anspruchsvollsten Zielsetzung. Hauptziel seit 1972 ist es, die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern, später kamen als weitere ZieleEnergieautarkie, der Ausstieg aus der Nutzungfossiler Energie und die Reduktion derTreibhausgasemissionen hinzu.[100] Es soll durch den starken Ausbau derWindenergie sowie der Elektrifizierung des Wärme- und Transportsektors erreicht werden.[101] Durch Maßnahmen wieEnergieeinsparungen,Effizienzsteigerungen undKraft-Wärme-Kopplung gelang es Dänemark, denPrimärenergieeinsatz 40 Jahre lang (1972 bis 2012) ungefähr konstant zu halten, obwohl dasBruttoinlandsprodukt in dieser Zeit um mehr als 100 % wuchs. Zugleich wurden 25 % der Primärenergie durch Erneuerbare Energien ersetzt.[102] Gleichzeitig sanken dieKohlenstoffdioxidemissionen bei der Stromproduktion, die im Jahr 1990 noch bei über 1000 g/kWh gelegen hatten, bis 2019 auf 135 g/kWh, etwa ein Siebtel des Ausgangswertes.[103]
Von besonderer Bedeutung ist die Windenergienutzung, die in Dänemark als einem der ersten Staaten weltweit bereits in den 1980er Jahren systematisch vorangetrieben wurde. Im Jahr 2011 betrug der Anteil derErneuerbaren Energien 40,7 % des Stromverbrauchs, davon stammten 28,1 Prozentpunkte aus Windenergie,[104] 2015 waren es 56,0 %.[105] 2015 deckte Windstrom 42,1 % des dänischen Strombedarfes (2014: 39,1 %), der höchste Wert weltweit.[106][107] Diedänische Regierung beschloss im Oktober 2011, bis 2020 einen Anteil der Windenergie von 50 % in der Stromerzeugung zu erreichen und zugleich die Kohlendioxid-Emissionen um 40 % zu senken.[108] Dasdänische Parlament billigte den Plan im März 2012 mit großer Mehrheit.[109] 2019 und 2020 lag der Windanteil der Stromerzeugung bei 48 %,[110][111] 2021 waren es 44 %.[112] Das 50-%-Ziel wurde also trotz eines deutlichen Aufbaus an Windkraftleistung 2020 und 2021 noch nicht erreicht, aber 2022 lag der Windenergieanteil bei 55 %[113] und 2023 sowie 2024 bei jeweils etwa 56 %[114][115]. Dabei waren Ende 2024 in DänemarkWindkraftanlagen mit einer kumulierten Nennleistung von 7612 MW installiert.[115] Dänemark strebt seit 2020 eine Emissionsreduktion bis 2030 um 70 Prozent an.[116]
Dänemark belegte in den Jahren 2022 bis 2025 den vierten und damit besten vergebenen Platz imKlimaschutz-Index, einer jährlichen Analyse der Klimaschutzbemühungen einzelner Staaten.[117][118]
Das Land verfügt nur über wenige Bodenschätze. Im begrenzten Umfang werden mineralische Rohstoffe abgebaut, vor allemKaolin undGranit. Alle Bodenschätze sind im Besitz der öffentlichen Hand. Auf Bornholm gibt es Kaolinvorkommen, die allerdings von minderer Qualität sind und hauptsächlich zur Produktion von Tongeschirr sowie zur Herstellung von Ziegeln verwendet werden. Kommerziell genutzt werden auch die MineralienLimonit,Kryolith,Kalk,Kreide undMergel. Auf Jütland wurden großeSalzvorkommen entdeckt. Seit den 1970er-Jahren werden in der NordseeErdöl undErdgas gefördert. Dänemark beteiligt sich neben Kanada, Russland und Norwegen auch sehr engagiert an dem aus Sicht des Umweltschutzes stark umstrittenem Wettlauf um die Bodenschätze in der Tiefsee unter der Arktis.[26]
Die Währung des Landes ist dieDänische Krone zu 100 Øre. Dänemark ist Teil desERM II, eines seit 1999 zwischen verschiedenen EU-Ländern im Rahmen des Europäischen Währungssystems II bestehendenWechselkurs-Abkommens. DieDänische Nationalbank (gegründet 1818) istNotenbank und Finanzzentrum des Landes. Ihre Zentrale befindet sich in Kopenhagen. Einige große Geschäftsbanken haben in ganz Dänemark Zweigstellen. Daneben gibt es noch über 90 Sparkassen. Seit den 1970er-Jahren ist die Zahl der Banken aufgrund einer ganzen Reihe von Fusionen rückläufig. Vor allem Anfang der 1990er-Jahre fanden mehrere Zusammenschlüsse statt.
Spätestens mit Beginn der dritten Stufe derEuropäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) im Januar 1999 gab es in Dänemark eine heftige politische Debatte darum, ob das Land der EWWU beitreten und den Euro als Einheitswährung annehmen solle. In einer Volksabstimmung am 28. September 2000 stimmten 53,1 Prozent der dänischen Bevölkerung gegen den Euro – 46,9 Prozent waren für eine Abschaffung der Dänischen Krone. Mit diesem Ergebnis wurde auch der Beitritt zur EWWU abgelehnt. Eine neuerliche Volksabstimmung über die Euro-Einführung wurde im November 2007 angekündigt, fand aber nie statt.[119]
Die dänische Krone hat einenfesten Wechselkurs zu dem Euro; daher können 100 Euro gegen 746 ± 2,25 % Kronen gewechselt werden. In der Praxis hat die Dänische Nationalbank den Wechselkurs auf einem Niveau stabilisiert, das sehr nah am Zentralkurs ist.[120]
Dänemark stand, laut einer Studie der BankCredit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang 24 weltweit beimnationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 1.245 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsene Person beträgt 281.542 Dollar im Durchschnitt und 87.231 Dollar imMedian (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim durchschnittlichen Vermögen je Einwohner gehört Dänemark damit zu den Top 10 Ländern weltweit. Insgesamt war 59,3 % des gesamten Vermögens der Dänen finanzielles Vermögen und 40,7 % nicht-finanzielles Vermögen. DerGini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2017 bei 80,9 was auf eine relativ hohe Vermögensungleichheit hindeutet.[121]
Mitte der 1960er-Jahre verdrängte die BundesrepublikDeutschland dasVereinigte Königreich als wichtigsten Handelspartner Dänemarks. Dennoch ist Großbritannien immer noch einer der größten Abnehmer dänischer Produkte. AuchSchweden,Norwegen,Frankreich und dieNiederlande sind bedeutende Handelspartner. Der Handel mit den Ländern in Osteuropa hat in den letzten Jahren stark zugenommen, insbesondere mitPolen. Außerhalb Europas sind dieUSA, dieVolksrepublik China undJapan die wichtigsten Handelspartner. Die Handelsbilanz ist positiv, d. h. die Ausfuhren übersteigen die Importe.
Bis zu Beginn der 1960er-Jahre stellten Fleisch- und Milchprodukte den Großteil der Exportgüter dar. Seither stiegen die Exporte von Industriegütern stetig und haben seit 1961 einen größeren Anteil am Gesamtexportvolumen als die landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Im Vordergrund stehen dabei chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Fahrzeuge. Die wichtigsten dänischen Importgüter sind Maschinen, Rohmetalle, Metallwaren, Transportausrüstungen, Brenn- und Schmierstoffe.
Dänemark verfügt über ein Straßennetz von 71.347 km inklusive 1010 km Schnellstraßen. 1998 wurde dieStorebælt-Brücke eingeweiht und im Sommer für den Straßenverkehr als gebührenpflichtige Autobahn (die Mautstelle befindet sich auf der seeländischen Seite) freigegeben. Zwei Jahre später wurde mit derÖresundverbindung die skandinavische Halbinsel angeschlossen. DieEuropastraßeE 20 führt über die Brücke.
Das dänische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2875 km (wovon 508 km Strecke vonPrivatbahnen betrieben werden) lang. Neben dem staatlichen EisenbahnunternehmenDanske Statsbaner werden speziell dieNebenstrecken häufig von Privatbahnen befahren. 2000 wurde die Öresundbrücke eröffnet. Sie verbindet Kopenhagen mit der südschwedischen Stadt Malmö. Es gibt eine Bahnverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen („Jütlandlinie“) über dieLillebæltsbro (über den Kleinen Belt) und über dieStorebælt-Brücke (über den Großen Belt). Die bisherigeEisenbahnfähre von Puttgarden nach Rødby (Vogelfluglinie) beförderte zuletzt am 14. Dezember 2019 Passagierzüge, der Güterverkehr war bereits zuvor aufgegeben worden. Im geplantenFehmarnbelttunnel sollen ab 2028 auch Eisenbahnen fahren.
Straßenbahnbetriebe gab es in den drei StädtenKopenhagen (von 1883 bis 1972),Aarhus (Elektrischer Straßenbahnbetrieb von 1904 bis 1971).[126] undOdense (1911–1952).[127] Für Dänemarks Großstädte ist der Aufbau neuer Straßenbahnbetriebe alsLetbane (Leichtbahn) in Umsetzung. 2017 bis 2019 wurde einNetz in Aarhus aufgebaut. 2022 folgte dieOdense Letbane. Aktuell befindet sich dieHovedstadens Letbane im Bau, die Vororte Kopenhagens ringförmig miteinander anbinden wird.
Dänemark verfügt mit denFlughäfen Kopenhagen-Kastrup,Billund,Aalborg,Aarhus undEsbjerg über fünf internationale Flughäfen. Der mit Abstand größte des Landes ist der Flughafen inKastrup bei Kopenhagen, der 2014 von 25,6 Mio. Flugreisenden genutzt wurde.[128] Das meistgebuchte Reiseziel war London vor Oslo und Stockholm; das meistangeflogene Ziel in Deutschland war Frankfurt/Main mit 653.000 Passagieren (Platz 8).
In Dänemark herrschtAnschnallpflicht und auch bei Tag muss mitAbblendlicht gefahren werden. Telefongespräche sind während der Fahrt nur mit Freisprechanlage gestattet. Es gilt die Vorfahrtsregel „rechts vor links“, jedoch bedeuten kleine weiße Dreiecke auf der Fahrbahn an Kreuzungen „Vorfahrt gewähren!“.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 50 km/h, außerorts und auf Schnellstraßen 80 km/h und aufAutobahnen 130 km/h. Für Gespanne undWohnmobile über 3,5 t gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h, auf Autobahnen 80 km/h. Die höchstzulässige Blutalkoholkonzentration (Promillegrenze) liegt bei 0,5 ‰.
Der Straßenverkehr des Landes gehört zu den sichersten der Welt. 2013 kamen in Dänemark insgesamt 3,5 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote.[129]
Dänemark hat versucht, sein Kulturerbe in einem offiziellenDänischen Kulturkanon, herausgegeben vom Kulturministerium, zu definieren.[130] Einen weiteren Versuch, das Kulturerbe des Landes zu erfassen, gab es mit der 2010 ins Leben gerufenen Website1001 fortællinger om Danmark (1001 Geschichten über Dänemark).
Eine dänische Besonderheit ist derStore Bededag. Anstatt im Frühling mit vielen Feiertagen verschiedenen Heiligen zu gedenken, begehen die Dänen am vierten Freitag nach Ostern den Store Bededag, mit dem sie alle Heiligen und Geistlichen ehren. Dieser Feiertag wurde im 18. Jahrhundert vonGraf Johann Friedrich von Struensee eingeführt. 2023 wurde er als gesetzlicher Feiertag in Danemark abgeschafft, gilt aber weiterhin auf Grönland und den Färöerinseln.
Der bekannteste dänische Beitrag im kulinarischen Bereich ist wahrscheinlich dasSmørrebrød, reichlich belegte Vollkornbrotscheiben als kaltes Mittagsgericht. Ebenfalls bekannt ist derHotdog, der mit roten Würstchen(rød pølser) –kogt (gekocht) oderristet (gebraten) – gegessen wird; garniert wird er mit süßerRemoulade, Röstzwiebeln und süß-sauren Gurkenscheiben. Remoulade wird nicht nur zu Pommes frites gegessen, sondern auch zu Fisch, Salami oder Frühlingsrollen.
AlsNationalgericht gilt der klassische, bei niedriger Temperatur langsam im Ofen gegarteSchweinebraten mit Schwarte(Flæskesteg), serviert mit Kartoffeln und brauner Soße. Das dänischeLabskaus(Skipperlabskovs) wird typischerweise mit frischem Schweinefleisch stattCorned Beef zubereitet.
ZuWeihnachten wird gern ein Mandelmilchreis(Ris à l’amande) als Nachspeise gereicht. Er besteht aus kaltemVanillemilchreis, untergehobenerSchlagsahne und gehackten Mandeln, dazu Kirschsoße. Eine im Dessert versteckte gehäutete Mandel beschert demjenigen ein kleines Geschenk(Mandelgave), in dessen Portion sie sich anfindet.[132]
Bereits seit mehreren Jahren zeichnet sich eine Erneuerung der dänischen Kochkunst ab. Besonderes Gewicht haben nun Erzeugnisse ausökologischer Landwirtschaft und lokal erhältliche Zutaten wiewild wachsende Kräuter erlangt. Restaurants versuchen, regionale Traditionen neu zu interpretieren und eine größere Vielfalt der Rezepturen walten zu lassen.[133][134][135]
Bei den alkoholischen Getränken haben Bier und Schnaps Tradition in Dänemark. Neben den bekannten Biermarken (Carlsberg, Tuborg,Faxe und Albani) entstanden zuletzt einige lokaleMikrobrauereien. Eine dänische Besonderheit ist seit 1953 das Weihnachtsbräu(Julebryg) mit höherem Alkoholgehalt, nicht zu verwechseln mit dem Weihnachtsbier (Juleøl oderNisseøl), einem dunklen, süßenLeichtbier.
Die bekanntestenAquavite undMagenbitter(Aalborg Akvavit, Gammel Dansk) werden seit April 2015 nur noch in Norwegen hergestellt. Zu Weihnachten gehört auchGlögg, die nordische Variante desGlühweins. Angestoßen wird mit dem Trinkspruch „Skål“. Im Unterschied zu den skandinavischen Nachbarländern ist der Verkauf von Alkohol nicht einem staatlichen Monopol unterstellt, sondern frei. Es gibt auch keine abendlichen Verkaufsbeschränkungen, wie sie für norwegische Supermärkte gelten. Hohe dänische Steuern auf alkoholische Getränke machen diese im Vergleich zu Mitteleuropa spürbar teurer.
Medienfreiheit hat in Dänemark eine lange Tradition. Der Artikel 77 der Verfassung von 1849 garantierte bereits die Presse- und Meinungsfreiheit und verbietet jede Zensur. Die NichtregierungsorganisationReporter ohne Grenzen sieht in Dänemark eine gute Lage für die Pressefreiheit.[67] Staatliche Behörden sind verpflichtet, Bürgern und Journalisten Auskunft zu erteilen. Um die Medienvielfalt zu sichern, werden die meisten Tageszeitungen und Onlinemedien subventioniert.[137]
Das hässliche Entlein,Des Kaisers neue Kleider oderDie Prinzessin auf der Erbse, alle diese Märchen wurden vonHans Christian Andersen geschrieben, der damit einen der bedeutendsten dänischen Beiträge zur Weltliteratur gemacht hat. Im Hafen von Kopenhagen erinnerteine Skulptur an den Schriftsteller, eine Nixe, die Hauptfigur aus seinen MärchenDie kleine Meerjungfrau. Weltbekannt ist auch der Theologe, Philosoph und SchriftstellerSøren Kierkegaard, einer der Vorläufer desExistentialismus. Zentral für sein Werk, das vom philosophischen Roman bis zur theologischen Streitschrift reicht, sind die Begriffe Existenz und Angst sowie die Frage, wie der Mensch damit umzugehen vermag. Ebenfalls weltweit bekannt ist der DichterLudvig Holberg (geboren als Norweger), er schrieb vornehmlich Komödien und einen satirischen Roman, zudem trat er als Geschichtsschreiber hervor.
Im 1937 erschienenenautobiographischen RomanJenseits von Afrika erzählt die SchriftstellerinKaren Blixen (in Deutschland unter ihrem Pseudonym Tania Blixen verlegt) über ihr Leben als Kaffee-Farmerin in Kenia. 1985 wurde der Roman mitMeryl Streep undRobert Redford in den Hauptrollen verfilmt und gewann bei derOscar-Verleihung 1985 sieben Academy Awards.
Über teilweise zerrissene Existenzen schreibt der zeitgenössische AutorPeter Høeg in seinen Romanen. Sein internationaler BestsellerFräulein Smillas Gespür für Schnee wurde 1997 vom dänischen Regisseur und Oscar-PreisträgerBille August mitJulia Ormond in der Hauptrolle verfilmt.
Die Herausbildung dänischer Musik setzte unter dem Einfluss deutscher, italienischer und englischer Musikkultur während der Regentschaft von KönigChristian IV. in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein. Ausländische Komponisten wieJohn Dowland,Heinrich Schütz, der längere Zeit königlicher Oberkapellmeister in Kopenhagen war, oderDieterich Buxtehude, der mehrere Jahre als Organist in Helsingör verbrachte, wirkten am dänischen Hof und traten dort in Kontakt mit dänischen Komponisten.
An der Schwelle zur Moderne stehen die romantischen Landschaftsbilder vonVilhelm Kyhn. Neben derDänischen Nationalgalerie bietet die 1911 eröffnete Sammlung des TabakfabrikantenHeinrich Hirschsprung in Kopenhagen den besten Überblick über die dänische Malerei von ca. 1850 bis 1910.
Zu den dänischen Vertretern desSymbolismus gehörten der vonWhistler beeinflusste, triste Interieurs bevorzugendeVilhelm Hammershøi,[138] fernerJens Ferdinand Willumsen, dessen Bilder durch kräftige Farbigkeit gekennzeichnet sind, undL. A. Ring, der mit seinen in subtilen Farben gehaltenen sachgetreuen Bildern von Landarbeitern auch zum Pionier des sozialen Realismus in Dänemark wurde.
Um 1910 entwickelte sichBornholm zu einem der künstlerischen Zentren Nordeuropas. Hier entstand nach dem Ersten Weltkrieg die „Bornholmer Schule“, ein Zusammenschluss befreundeter Künstler. Dazu gehörten der ExpressionistOluf Høst, der seit 1935 sein Haus über 200-mal unter verschiedenen Wetterbedingungen und vor dem Hintergrund wechselnder Stimmungslagen malte, sowieKarl Isakson und der inEstland geboreneOlaf Rude, der vonCézanne und der klassischen Moderne inspiriert war. AuchJais Nielsen orientierte sich amKubismus undFuturismus; er gestaltete auch Porzellanskulpturen und Kirchenfenster. Die PersonendarstellungenVilhelm Lundstrøms, eines frühen Vertreters des dänischen Modernismus, sind durch klare Farben und geometrische Formen gekennzeichnet, zeugen aber von einem großen psychologischen Einfühlungsvermögen.
In der Epoche desStummfilms war Dänemark der größte Filmproduzent nach den USA, Deutschland und Frankreich.
Bemerkenswerte Beiträge zur Filmkunst boten die dänische SchauspielerinAsta Nielsen, die Anfang des 20. Jahrhunderts unter der Regie vonUrban Gad zu einem der ersten Stars des Stummfilms aufstieg mit Filmen wieAfgrunden (1910; auf dt.: Abgründe). Auch der RegisseurCarl Theodor Dreyer setzte mit seinen ästhetisch anspruchsvollen Arbeiten wieLa passion de Jeanne d’Arc (1928; auf dt.: Die Passion der Jungfrau von Orleans) oderVampyr – Der Traum des Allan Gray (1932) Maßstäbe. International beliebt war auch das KomikerduoPat & Patachon, das zwischen 1921 und 1940 etwa 50 gemeinsame Filme drehte. Die dänische ProduktionsfirmaNordisk Film gehörte in der Zeit vor demErsten Weltkrieg zu den größten und produktivsten Filmstudios der Welt. Wenngleich die Position des Landes auf dem internationalen Filmmarkt mit dem Aufkommen des Tonfilms zusammenbrach, fanden anspruchsvolle Produktionen weltweit Beachtung.
Der Dom zu Roskilde ist der erstegotische DomSkandinaviens ausBackstein und heute die größte Kirche im Norden.Roskilde war vom 11. bis zum 15. Jahrhundert Königsresidenz und ist bis heute Grablege der Monarchen. In der Kirche liegen die Gräber von 20 dänischen Königen und 17 Königinnen, darunter die bedeutendenMargarethe I. undChristian IV. Seit 1995 ist die Kirche Weltkulturerbe.
Schloss Kronborg liegt inHelsingør amÖresund. Das festungsgleiche Schloss im Stil der niederländischenRenaissance sicherte Dänemark für Jahrhunderte die wichtigen Einnahmen aus demSundzoll.William Shakespeare verlieh dem Ort Weltruhm als Schauplatz seiner TragödieHamlet. Seit 2000 ist Schloss Kronborg Weltkulturerbe.
Die Runensteine von Jelling sind zwei der wenigen Steine, die dänischen Königen gewidmet sind und ihre Taten thematisieren. Sie entstanden Mitte bis Ende des 10. Jahrhunderts. Zusammen mit dem Grabhügel und der Kirche von Jelling werden sie von der UNESCO seit 1994 als Teil des Weltkulturerbes geführt.
In der dänischen Geschichte ist je nach Tradition zwischenIdræt (=Leibesübungen aller Art),Gymnastik undSport unterschieden worden.[140]Dänemarks größter Sportverband und Dachverband von 60 Sportfachverbänden ist heuteDanmarks Idrætsforbund mit 1,7 Mio. Mitgliedern. Ihm obliegen die Reglementierung von Dänischen Meisterschaften und die Bestimmung zur Teilnahme an Olympischen Spielen. Bis September 2016 konnte Dänemark bei Olympischen Spielen 195 Medaillen erringen und liegt damit auf dem 25. Platz desEwigen Medaillenspiegels. Dabei errang das Land 45 Gold-, 75 Silber- und 75 Bronzemedaillen. Mit einer Ausnahme wurden alle diese Medaillen beiOlympischen Sommerspielen gewonnen. Die einzige Medaille beiWinterspielen war eine Silbermedaille 1998 in Nagano im Curling.
Caroline Wozniacki war als erste Dänin Weltranglisten-Erste des WTA-Rankings
ImTennis stellte Dänemark mitCaroline Wozniacki über ein Jahr lang dieWeltranglisten-Erste des WTA-Rankings. Für ihr Land erreichte sie bereits in sehr jungem Alter große Erfolge und gilt als beste und erfolgreichste dänische Tennisspielerin aller Zeiten. Am 11. Oktober 2010 setzte sie sich als erste Skandinavierin überhaupt – im Alter von 20 Jahren – an die Spitzenposition der Weltrangliste, die sie non-stop (mit einer nur einwöchigen Unterbrechung durchKim Clijsters) 67 Wochen innehatte. Damit erreichte sie auch die Seltenheit, zwei aufeinanderfolgenden Saisons als Weltranglisten-Erste zu beenden. Mit ihrem Sieg bei denAustralian Open 2018 gewann sie als erste Dänin ein Grand-Slam-Turnier, zudem stand sie bereits zweimal (2009; 2014) im Finale derUS Open, gewann im November 2017 das Finale der WTA-Weltmeisterschaften inSingapur und ist mit 30 WTA-Titeln sowie 4 ITF-Titeln eine der erfolgreichsten aktiven Tennisspielerinnen der Welt.
Homosexualität ist in Dänemark gesetzlich und gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. 1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften für Homosexuelle eingeführt.
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