Curry (Gewürz)

Currypulver oder kurzCurry ([ˈkœri] ) sindGewürzmischungen, die denen derindischen Küche nachempfunden sind. Sie entstanden im 19. Jahrhundert imVereinigten Königreich in Anlehnung an indischeCurry-Gerichte. Von dort fanden sie Einzug in die internationale Küche. In der indischen Küche selbst ist das Currypulver ungebräuchlich.
Geschichte
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Das Currypulver ist ein Ergebnis des Kulturkontakts zwischen derbritischen und indischen Küche. Zwar gibt es in der indischen Küche fertige Gewürzmischungen (Masalas) wieGaram Masala, doch werden diese meist am Ende des Kochvorgangs zum Abschmecken benutzt. Die weitaus größere Rolle spielen frisch gemahlene Gewürze, die einzeln zu verschiedenen Zeitpunkten während des Kochvorgangs dazugegeben werden.[1] Während derKolonialzeit kamen die Briten mit der indischen Küche in Kontakt. Im 18. Jahrhundert brachten Indien-Heimkehrer derBritischen Ostindienkompanie die indische Küche nach Großbritannien.[2] Beim Kochen von indischenCurry-Gerichten ersetzten die britischen Köche die dafür benötigten Gewürze der Einfachheit halber durch eine fertige Gewürzmischung, die sie „Currypulver“(Curry powder) nannten. Der Begriff „Curry“ stammt dabei ursprünglich aus demTamil (kari) und fand seinen Weg über das portugiesische (ausPortugiesisch-Indien stammende)caril in die englische Sprache.[3]
Eine Annonce eines Händlers in London, der fertig gemischtes Currypulver bewarb, lässt sich bereits für 1784 nachweisen.[4] Wirklich populär wurde Currypulver aber erst im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich die britischeMittelschicht für Curry-Gerichte zu begeistern begann.[5] Zwischen 1820 und 1840 verdreifachte sich die Importmenge vonKurkuma, einem Hauptbestandteil von Currypulver, nach Großbritannien. Um 1850 enthielten bereits die meisten britischen Kochbücher Rezepte, die nach Currypulver verlangten.[4]
Zusammensetzung
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Die Zusammensetzung von Currypulver variiert; es besteht je nach Zubereitung aus etwa dreizehn verschiedenen Komponenten. Manche Gewürze finden sich jedoch in den meisten Currymischungen wieder, vor allemKurkuma, das dem Currypulver seine charakteristische gelbe Farbe gibt. Außerdem in vielen Mischungen enthalten sindKoriandersamen,Kreuzkümmel,schwarzer Pfeffer undBockshornklee. Diese Gewürze prägen auch den typischen Geschmack.
Zudem gibt es von Mischung zu Mischung unterschiedliche Gewürze, die beigemengt werden, wieIngwerpulver,Knoblauchpulver,Asafoetida,Fenchel,Zimt,Nelken,Grüner Kardamom,Schwarzer Kardamom,Senfkörner,Muskatnuss,Muskatblüte,Paprikapulver,Cayennepfeffer oderLanger Pfeffer. Es gibt auchMadras-Currypulver, in dem oft mehrChilipulver enthalten ist, und das besonders imKaschmir beliebte Bassar-Currypulver. Beide gehören zu denMasalas.
Bekannte internationale Gerichte mit Currypulver
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Deutschland:Currywurst (gebratene oder frittierte Brüh- oder Bratwurst in Stücke geschnitten; serviert mitKetchup und Currypulver).
- Vereinigtes Königreich:Coronation Chicken (Hähnchensalat mit Mayonnaise, Currypulver und Aprikosen).
- Japan:Karē (verschiedene Gerichte mit Currysauce, z. B.Karē Raisu, Reis mit Currysauce;Katsukarē, Schnitzel mit Currysauce).
- Niederlande:Joppiesauce (Pommes-Frites-Sauce aus Mayonnaise mit gehackten Zwiebeln und Currypulver).
- Österreich:Bosna (Mit Currypulver gewürzte Bratwurst in Weißbrot, ähnlich einemHot Dog)
- Schweiz:Riz Casimir (Reis mit geschnetzeltem Fleisch, Ananas und Bananen an einer Currysauce).
- Currywurst
- Coronation Chicken
- Karē Raisu
- Riz Casimir
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Lizzie Collingham:Curry: A Tale of Cooks and Conquerors. Oxford: Oxford University Press, 2006,ISBN 978-0-19-517241-6.
- Anne Iburg:Dumonts kleines Gewürzlexikon. Köln 2004,ISBN 3-89555-202-X.
- Gernot Katzer, Jonas Fansa:picantissimo. Das Gewürzhandbuch. Göttingen: Die Werkstatt, 2007,ISBN 978-3-89533-572-3.
- W. W. Pochljobkin:Alles über die Gewürze. Arten, Eigenschaften, Verwendung. Moskau, Verlag MIR / Leipzig: VEB Fachbuchverlag, 1988,ISBN 3-343-00469-3.