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(erster Teil, 2000) →Counter-Strike | |
(letzter Teil, 2023) →Counter-Strike 2 |
Counter-Strike [ˈkaʊntəˌstɹaɪk] (englisch fürGegenschlag), kurzCS, ist eine seit 2000 erscheinendeComputerspielreihe des US-amerikanischen UnternehmensValve. In denOnline-Taktik-Shootern treten bis zu 20 Kontrahenten aufgeteilt in Terroristen und Anti-Terror-Einheit in diversen Spielmodi mit jeweils unterschiedlichen Zielvorgaben gegeneinander an. Die gängigsten beiden Varianten lassen die Terroristen einen Sprengsatz zur Detonation bringen oder die Anti-Terror-Einheit eine Gruppe Geiseln befreien, während die Gegenseite dies jeweils zu verhindern versucht.
Im Spiel treten zwei Teams, Terroristen (Terrorists, „T“) auf der einen und Antiterror-Einheit (Counter-Terrorists, „CT“) auf der anderen Seite, intaktischen Kämpfen gegeneinander an. Je nach gespieltem Szenario erhält eines der Teams einen in begrenzter Zeit zu erfüllenden Auftrag, was das jeweils gegnerische Team verhindern muss.[1] Durch Eliminierung der gegnerischen Spieler oder Erfüllung von Missionszielen erhält der einzelne Spieler Punkte sowie virtuelles Geld. DerAbschuss von Mitspielern oder zivilen Geiseln wird mit Geld- und Punktabzug bestraft.
Gespielt wird in mehreren Runden. Die Teams starten an zwei festgelegten, meist gegenüberliegenden Orten auf derKarte, denSpawn-Zonen. Jeder Spieler kann sich zu Beginn jeder Spielrunde Waffen und taktische Ausrüstung (Handgranaten,Schutzwesten etc.) von seinem in vorherigen Runden verdienten Geld kaufen. Eine Runde endet, wenn die Missionsziele erfüllt wurden oder alle Spielfiguren eines Teams eliminiert wurden. Im Gegensatz zu Spielen mitDeathmatch-Modus können Spieler nach einem Abschuss erst in der nächsten Runde wieder einsteigen und können bis dahin zuschauen. Überlebt der Spieler eine Runde, bleiben Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Munition für die nächste Runde erhalten. Der Kontostand eines Spielers bleibt auch nach dem Tod der Spielfigur erhalten und wird nur bei einem Wechsel des Teams zurückgesetzt.
Jeder Spieler startet zu Beginn einer Runde mit 100 Lebenspunkten. Sobald die Lebenspunkte auf Null reduziert wurden, bedeutet dies den Tod der Spielfigur. Lebenspunkte können durch Beschuss gesenkt, aber auch durch den Fall aus großer Höhe, Explosionen oder andere Einflüsse der Spielumgebung beeinträchtigt werden. Der erlittene Schaden hängt von der verwendeten Waffe und der getroffenenKörperstelle ab. So ist ein einzelner Kopfschuss häufig letal, im Gegensatz zu einem Beintreffer. Solange die Spielfigur lebt, hat eine bloße Reduzierung der Lebenspunkte keine negativen Effekte.

Counter-Strike wird typischerweise mitTastatur undMaus gespielt. ZurBewegung der Spielfigur wird genretypisch dieWASD-Tastenbelegung verwendet: MitW bewegt sich die Spielfigur vorwärts, mitS rückwärts, mitA undD seitwärts. Weitere Tasten ermöglichen dem Spieler das Springen, sich zu ducken, zu schleichen, mit Objekten zu interagieren und mit anderen Spielern zuchatten. Die Maus wird zum Ändern der Blickrichtung und zum Zielen benutzt. Durch das Drücken der linken Maustaste wird die derzeit ausgerüstete Waffe ausgelöst, mit der rechten Maustaste kann der Feuermodus umgeschaltet, einSchalldämpfer montiert oder durch dasZielfernrohr anvisiert werden. Die verfügbaren Waffen können mit demScrollrad oder den Tasten1 bis5 durchgewechselt werden.
Während des Spiels werden auf dem Bildschirm verschiedene Informationen angezeigt. Im oberen linken Eck befindet sich das „Radar“, das die Positionen der Teammitglieder im Vergleich zur eigenen Position darstellt. Oben rechts werden alle Abschüsse, die betroffenen Spieler und die verwendete Waffe aufgelistet. Im unteren Bereich befindet sich die Anzeige der Lebenspunkte, die Rüstungsanzeige, die den Status der Schutzweste anzeigt, die verbleibende Rundenzeit sowie am rechten Rand das eigene Geld sowie die Menge an Munition, die sich in der aktuellen Waffe befindet bzw. als Reserve dabei ist.
Klassischerweise bietetCounter-Strike eineChatfunktion. Wie in allen bekannten Mehrspielertiteln kommt hier häufig abkürzend dieGamersprache zum Einsatz. Eine weitere Kommunikationsoption ist die integrierte Sprach-Kommunikationssoftware (Voice-Tool), die es den Spielern ermöglicht, direkt mit einem Mikrofon oderHeadset mit den Teamkameraden zu kommunizieren. Zudem stehen vorgefertigte Sprach-Samples (Radio-Commands) zur Verfügung, die entweder über ein Menü im Spiel oder direkt per Tastendruck ausgelöst werden können. Beispiele sind „Roger that!“ für eine Bestätigung oder „Need backup!“ zum Rufen von Hilfe. Diese werden dann bei den anderen Teammitgliedern abgespielt und es entsteht der Eindruck von Funkverkehr. Eine Alternative zur Verständigung stellen entsprechende Anwendungen von Drittanbietern, wieTeamSpeak,Skype oderDiscord dar.
Mit den Spielen werden jeweils mehrereKarten mitgeliefert. Jede der dreidimensionalen Spielumgebungen stellt dabei einen realistisch gestalteten fiktionalen Einsatzort dar. Auf jeder Karte sind die Startpunkte der Teams sowie ggf. Startpunkte der Geiseln oder die Positionen zur Platzierung der Bombe festgelegt. Der Name des Levels beginnt üblicherweise mit einem Kürzel, das das gespielte Szenario anzeigt.
Da der Hersteller die Werkzeuge zur Entwicklung von Spielinhalten sowie deren technische Dokumentation Spielern und Drittanbietern zur Verfügung stellt, wurden für alle Serienableger unzählige benutzerdefinierte Karten, Spielmodi und weitere Spielinhalte erstellt und zumDownload zur Verfügung gestellt. Der Übergang zurTotal-Conversion-Mod ist dabei fließend.
Beim Geiselrettungs-Szenario (englisch „Hostage-Rescue“, Kürzelcs) befinden sich in der Nähe des Terroristen-Startpunkts drei oder vier computergesteuerteGeiseln, die von der Antiterroreinheit befreit und in eine Rettungszone eskortiert werden müssen. Dazu muss die Antiterroreinheit die Geiseln erreichen und sie durch Drücken einer Taste ansprechen, woraufhin diese dem Spieler hinterherlaufen. Die schlechtekünstliche Intelligenz und die mangelhafte Kontrolle über die Geiseln führten dazu, dass dieses Szenario in Wettkämpfen gemieden wurde. Das Geiselrettungs-Szenario war das erste und in frühen Beta-Versionen einzige Szenario von Counter-Strike.[2]
Das Entschärfungs-Szenario (englisch „Defusion“, Kürzelde) ist das meistgespielte. Einer der Terroristen startet mit einerC4-Sprengladung, die an einem von zwei speziell markierten Plätzen gelegt werden kann. Ziel der Terroristen ist es, die Bombe zu legen und so lange zu verteidigen, bis der Zeitzünder abgelaufen ist. Die Antiterroreinheit muss entweder das Legen der Bombe verhindern oder die platzierte Bombe entschärfen. Hierbei reduziert ein Entschärfungs-Set, das man am Anfang der Runde erwerben kann, den erforderlichen Zeitaufwand. Welcher der Terroristen die Bombe in seinem Waffenarsenal findet, wird zu Beginn der Runde per Zufallsgenerator entschieden. Wird der Bombenträger getötet oder wirft er diese weg, so kann ein andrer Terrorist die Bombe an sich nehmen. Die SWAT-Spieler können die Bombe weder aufheben noch entschärfen bevor der Zeitzünder aktiviert wurde.
| Jahr | Titel | Entwickler |
|---|---|---|
| 2000 | Counter-Strike | Sierra Studios,Valve |
| 2004 | Counter-Strike: Condition Zero | Ritual Entertainment,Turtle Rock Studios,Valve |
| 2004 | Counter-Strike: Source | Valve,Turtle Rock Studios |
| 2004 | Counter-Strike Neo | Namco |
| 2008 | Counter-Strike Online | Nexon |
| 2012 | Counter-Strike: Global Offensive | Valve,Hidden Path Entertainment |
| 2013 | Counter-Strike Online 2 | Nexon |
| 2014 | Counter-Strike Nexon: Zombies (später umbenannt zuCounter-Strike Nexon: Studio) | Nexon |
| 2023 | Counter-Strike 2 | Valve |
Das am 9. November 2000 veröffentlichteCounter-Strike ist eineModifikation desEgo-ShootersHalf-Life und wurde besonders durchLAN-Partys und dasInternet bekannt. Counter-Strike wurde ursprünglich von einer von Minh Le („Gooseman“) und Jess Cliffe („cliffe“) geleiteten Gruppe von Hobby-Entwicklern erstellt, deren Mitglieder später zum Teil beiValve arbeiteten. In dem Spiel geht es um Gefechte zwischenTerroristen und einerAntiterroreinheit, bei denen bestimmte Aufträge erfüllt werden müssen.
Seit der Veröffentlichung von Version 1.0 am 8. November 2000 war Counter-Strike über zehn Jahre lang eines der populärsten und meistgespielten Online-Actionspiele und das meistgespielte Spiel imE-Sport. Aufgrund seiner hohen Bekanntheit wurde das Spiel von denMassenmedien regelmäßig als Beispiel für „Killerspiele“ herangezogen und auch mit Amokläufen wie demAmoklauf von Erfurt in Verbindung gebracht. Ungewöhnlich ist und war die lang anhaltende hohe Popularität vonCounter-Strike, trotz des Alters des Spiels und der am Ende deutlich veralteten Grafikdarstellung.[1][3][4][5] Das ursprüngliche Spiel wurde inzwischen weitgehend durch seine Nachfolger abgelöst.
Nach langer Entwicklungszeit kam 2004Counter-Strike: Condition Zero in den Handel, eine vor allem fürEinzelspieler ausgelegte, zum Vorgänger grafisch verbesserte Variante des Spiels. Während der Entwicklung wurde das Team mehrfach ausgetauscht: nachRogue Entertainment undGearbox Software übernahmRitual Entertainment das Projekt. DieTurtle Rock Studios führten es zum Abschluss.
Condition Zero bietet zwei Einzelspieler-Modi:
Weiterhin bietetCondition Zero Mehrspieler-Bots mit wählbaren Schwierigkeitsstufen. Diese erzeugen automatisch derKI dienende Wegpunkte für die Map und sind somit in jede Karte integrierbar. Auch die Intelligenz der Geiseln wurde deutlich verbessert, beispielsweise sind sie inCondition Zero auch in der Lage, Leitern zu benutzen, zu springen, sich zu ducken und selbstständig zu fliehen.[6][7]
Condition Zero erreichte zwar eine gewisse Verbreitung, jedoch nie diePopularität des ursprünglichen Counter-Strike, da es sich im Wesentlichen um ein grafisches Update handelte und viele Spieler aufgrund der nötigen Umgewöhnung und der erneuten Anschaffungskosten auf einen Umstieg verzichteten oder direkt auf das nur wenig später erschieneneCounter-Strike: Source wechselten. So spielten Anfang 2009 nur wenige hundert bis einige tausend Spieler gleichzeitigCondition Zero auf den öffentlichen Servern, während die Urversion Spieleranzahlen von weit über 50.000 erreichte.[8][9]
Counter-Strike: Source ist eine nur wenige Monate nachCondition Zero veröffentlichte Umsetzung des ursprünglichen Spielprinzips auf Basis der hauseigenenSource-Engine, die zuvor bereits inHalf-Life 2 zum Einsatz kam. Durch die neue Engine und Verwendung derPhysik-EngineHavok konnten detailreichere Spielgrafik und realistischere Physik-Simulationen in der Spielwelt (bewegliche Gegenstände,Ragdoll-Effekte) erreicht werden.
Counter-Strike Neo ist eineArcade-Adaptation vonCounter-Strike, die vonNamco für den japanischen Markt veröffentlicht wurde. Die Hintergrundgeschichte entfernt sich dabei von dem Terrorismus-Szenario hin zu Spielfiguren imAnime-Stil. Das Spiel implementiert darüber hinaus ein „Karmasystem“, das Spieler belohnt, die Gegner direkt angehen und solche bestraft, die sichverstecken.[10]
Am 21. August 2012 veröffentlichte ValveCounter-Strike: Global Offensive für Windows,macOS,PlayStation 3 undXbox 360. Der vonHidden Path entwickelte vierte Serieneintrag enthält neue Waffen, Charaktere und Karten und verwendet, wie sein Vorgänger, die Source-Engine.[11][12] Zunächst fürplattformübergreifendes Spiel geplant, machte die restriktivePatchpolitik des PlayStation-Herstellers Sony die dafür nötigen regelmäßigen Aktualisierungen auf allen Plattformen unmöglich.[13][14]
Am 22. März 2023 stellte Valve mitCounter-Strike 2 den Nachfolger vonGlobal Offensive mit derSource-2-Engine vor, welcher am 27. September 2023 veröffentlicht wurde.[15][16] Das Spiel wurde ersetzt, sodassGlobal Offensive offiziell nicht mehr spielbar ist.[17] Die gesammelten Gegenstände wurden übertragen.[18]
| Spiel | GameRankings | Metacritic | OpenCritic | Verkaufte Einheiten |
|---|---|---|---|---|
| Counter-Strike | PC: 89 % Xbox: 73 %[19] | PC: 78/100 Xbox: 74/100[20] | 5,7 Mio.[21] | |
| Condition Zero | 67 %[22] | 65/100[23] | 2,9 Mio.[21] | |
| Source | PC: 88/100[24] | 2,1 Mio.[21] | ||
| Global Offensive | PC: 83/100[25] X360: 79/100[26] PS3: 80/100[27] | 82/100[28] | 24,2 Mio.[29] |

Counter-Strike war rund zehn Jahre lang bei dauerhaft rund 50.000 bis 200.000 Spielern der weltweit meistgespielte Online-Shooter. Dies änderte sich erst mit dem Wechsel vonTeam Fortress 2 als kostenpflichtiges Spiel hin zu einemFree-to-Play-Titel am 24. Juni 2011.[5][8][30][31] Ende 2012 wurde das klassischeCounter-Strike weitgehend vonGlobal Offensive abgelöst.
Bis Mitte 2011 wurden über 25 Millionen Einheiten der Spielreihe verkauft.[32]
Insbesondere der erste Serieneintrag wurde in den Medien oft als „Killerspiel“ bezeichnet, da mit Waffen auf menschlich aussehende Spielfiguren geschossen wird. Mit steigendem Bekanntheitsgrad wurde das Spiel regelmäßig als Beispiel für Gewalt in Computerspielen angeführt, wobei Medien mitunter die Gewaltdarstellungen stark übertrieben wiedergaben und fälschlicherweise behauptet wurde, Ziel des Spieles sei es, auf Schüler und Passanten zu schießen. Tatsächlich sind die einzigen unbewaffneten Zivilisten im Spiel computergesteuerte (erwachsene) Geiseln, deren Abschuss für Spieler beider Teams Strafpunkte bewirkt, also vermieden werden sollte.[1][33]
2002 bearbeitete die damalige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute:Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) einen Indizierungsantrag zu Counter-Strike. Nach demAmoklauf von Erfurt am 26. April 2002 spitzte sich die öffentliche Diskussion zu diesem Thema zu, obwohl sich später herausstellte, dass der Amokläufer andere Egoshooter bevorzugte.[34] Zur Untersuchung lud die BPjS erstmals Vertreter der Spielergemeinschaft ein. Am 16. Mai 2002 gab die BPjS bekannt, sie stelle eine gewisse Jugendgefährdung fest, die jedoch nicht für eine Indizierung ausreiche. Zur Begründung wurde beispielsweise herangezogen, dass man das Spielziel auch ohne Töten der Gegner erreichen kann und in der Spielergemeinschaft vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten – besonders aufLAN-Partys – genutzt werden. Gleichzeitig drängte die BPjS auf eine Novellierung desJugendschutzgesetzes, die Juni 2002 beschlossen und zum 1. April 2003 umgesetzt wurde.[1][35]
DerAmokläufer von Emsdetten vom 20. November 2006 soll laut Zeitungsberichten neben anderen Ego-Shootern auch regelmäßigCounter-Strike gespielt und seine eigene Schule alsCounter-Strike-Level nachgebaut haben.[1][36][37] Auch derAmokläufer von Winnenden hat laut Zeitungsberichten viel Zeit mit „Killerspielen“ verbracht,Counter-Strike sei auf seinem Computer installiert gewesen.[38] Der Besitz des Spiels sei „angesichts des Beliebtheitsgrads des Shooters unter jungen Männern […] kaum verwunderlich“, so ComputerspielmagazinGameStar.[33]

Counter-Strike wird weltweit professionell gespielt und es ist eines der bekanntesten E-Sport-Spiele. Den internationalen Durchbruch erreichte der erste Serienteil, als er am 14. März 2001Quake III Arena als offizielles Turnierspiel desCPL World Championship Event ablöste.[39] NebenAmateur- und Freizeitligen existierten internationale Profiligen, in denen es anerkannteMeisterschaften und internationaleWettkämpfe gab. Außerhalb speziellerCounter-Strike-Ligen hatten fast alle Multigame-Ligen das Spiel im Programm. In den Profiligen waren international Siegprämien in Höhe von mehreren 10.000 Euro verbreitet. In denCounter-Strike Wettbewerben 2006 und 2007[40] wurden jeweils Preisgelder von insgesamt über 1.000.000 US$ an die Mannschaften ausgeschüttet.[41] Mit einem Preisgeld von 200.000 US$ war derCPL Summer 2003 das höchstdotierteCounter-Strike-Turnier.[42]