Coschütz Stadtteil der LandeshauptstadtDresden | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 1′ N,13° 42′ O51.01694444444413.701388888889Koordinaten:51° 1′ 1″ N,13° 42′ 5″ O |
| Höhe: | 150–260 m ü. NHN |
| Eingemeindung: | 1. April 1921 |
| Postleitzahl: | 01189 |
| Vorwahl: | 0351 |
Lage der Gemarkung Coschütz in Dresden | |

Coschütz ist ein Stadtteil inDresden. Er liegt etwa 4 Kilometer südlich der Innenstadt, aber dennoch am südlichen Stadtrand zwischen 140 und 255 m NN hoch.
Coschütz bildet mitGittersee den statistischen StadtteilCoschütz/Gittersee imStadtbezirk Plauen.
Coschütz liegt am südlichen Hang desElbtalkessels. Nördlich von Coschütz schließen sichPlauen und östlich die StadtteileKleinpestitz undKaitz an. Südlich schließen sich die StadtteileCunnersdorf,Gittersee,Birkigt undPotschappel an.
Westlich von Coschütz befindet sich derPlauensche Grund, ein tief eingeschnittenes Tal derWeißeritz. Auf der anderen Talseite liegtDölzschen. Altcoschütz liegt auf einem flachen Bergrücken, an dessen Ende sich dieHeidenschanze befindet. In der amtlichen Gemarkung reicht der Stadtteil Coschütz bis zur Weißeritz, also in den Grund hinein.
Mundartlich wird Coschützkušds gesprochen.[1]
Die wahrscheinlichste und damit am meisten rezipierte Übersetzung voncoswiz (1279/1284) ist
Kos wird alsLokator des Rundlings Coschütz verstanden. In den Jahrzehnten um 1200 wurden im Raum Dresden die ehemaligen sorbischenStreusiedlungen durch die neue deutscheGrundherrschaft zu Rundlingsdörfern zusammengefasst. DieseVerdorfung führte zu einer effizienteren landwirtschaftlichen Produktion.
Andere Etymologien gehen auf Bezeichnungen des Dorfes nach dem Begriff 'Korb' (oder 'Amsel') zurück und würden dann in die Zeit der vordeutschen sorbischen Streusiedlung zurückreichen (vor etwa 1150).
Zu altsorbisch *koš ‘Korb’ wurde alternativ die Übersetzung
entwickelt. Wegen aso. *Kosovic- zu *kos ‘Amsel’ wäre auch
als Übersetzung möglich.[2]
Coschütz wurde 1284 als Coswiz erstmals erwähnt. Damit geht der Name auf slawischen Ursprung zurück. 1479 erstmals als Koschitz. Die slawische Endung „wicz“-wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte in ein „itz“.
Eine erste Festungsanlage wurden bereits in derspäte Mitteleuropäische Bronzezeit auf der Heidenschanze angelegt. Etwa ab dem Jahr 900 wurde das Gebiet von denElbslawen bewohnt. Ab dem 12. Jahrhundert hatte die Burganlage keine Bedeutung mehr.
Das Dorf wurde in Form einesRundlings angelegt. Der alte Dorfkern ist bis in die Gegenwart in der Form erhalten.Altcoschütz reiht sich in eine Menge von Dorfkernen im Dresdner Süden und Osten ein. Die älteste erhaltene Bebauung geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Diese wurden nach einem Großbrand der Gebäude im Dorfkern am 29. April 1829 erbaut. 1785 gab es Verbindungen zu umliegenden Ortschaften. Von Plauen nach Coschütz war im ersten Stück die heutige Coschützer Straße bis zur Einmündung der Leibnizstraße. Danach folgte der Weg der heute noch vorhandenen Straße Am Hohen Stein. Über die Kohlenstraße gelangte man nach Kleinpestitz und über den Achtbeeteweg nach Kaitz. Richtung Süden kam man über die Cunnersdorfer Straße nach Cunnersdorf und über die Kleinnaundorfer Straße nach Gittersee. In den Plauenschen Grund führte der Coselweg. 1841 erwarb der Dorfschmied Karl Gebauer das Schankrecht und baute seine Schmiede zum Gasthaus um. 1879 baute der neue Besitzer Herbert Kippenhahn das Gebäude um und erweiterte es um einen Tanzsaal. Er gab der Gastwirtschaft den Namen "Gasthof zu Altcoschütz". 1919 übernahm Max Glöckner die Gastwirtschaft und erweiterte den Saal durch eine Bühne. Er gab ihm den bis heute gültigen Namen "Gasthof Coschütz". Seit Anfang der 1950er Jahre befindet sich der Gasthof im Besitz der Familie Bukan. 1844 wurde die heutige Karlsruher Straße als Chaussee unter dem Namen Kohlenstraße neu angelegt. Sie zweigt 50 m südlich der Ortsgrenze mit Plauen von der Cunnersdorfer Straße ab und wird in gerader Linie bis zur Potschappler Straße in Gittersee geführt. Im weiteren Verlauf folgt sie einer vorhandenen Straße. Ab 1895 begann ausgehend von der Ortsgrenze mit Plauen die Bebauung der Karlsruher Straße. Auf dem alten Kohlenweg zwischen Altcoschütz und der Karlsruher Straße wurde die Windbergstraße angelegt. Bis 1910 wurde die Saarstraße angelegt und die Bebauung der Karlsruher Straße erreichte den Achtbeeteweg. Die Kreuzung Karlsruher Straße, Windbergstraße und Kohlenstraße entwickelte sich zum neuen Ortszentrum. Die erste Schule befand sich im Hirtenhaus am Dorfplatz. Nach der Gründung eines gemeinsamen Schulbezirkes mit Gittersee wurde der Bau einer neuen Schule notwendig. Sie wurde 1839 an der Kleinnaundorfer Straße eingeweiht. 1875 folgte erneut ein Schulneubau an der gleichen Straße. Um die Jahrhundertwende lernten hier 1000 Schüler in 20 Klassen. 1907 wurde das Hinterhaus errichte. Im Erdgeschoss befand sich eine große Turnhalle. Die Schule wurde in der DDR als 72.Polytechnische Oberschule genutzt. Nach der Wende wurde sie als 72. Mittelschule Dresden-Coschütz genutzt und 2005 geschlossen. 1897 wurde am Ortseingang von Coschütz im Dreieck zwischen der Cunnersdorfer Straße und der Karlsruher Straße der Gasthof "Coschützer Höhe" erbaut. Neben zwei Vereinszimmern verfügte das Gasthaus auch über eine Kegelbahn. 1949 wurde es von derHO übernommen. Ab der 1980er Jahre stand es überwiegend leer. Nach einer 2002 erfolgten Sanierung wird die Gaststätte seit 2004 von wechselnden Unternehmen betrieben.1900 wurde im Gelände der Finkenmühle das erste E-Werk für Coschütz errichtet. Neben Coschütz wurden auch die Ortsteile und OrteNaußlitz, Birkigt,Boderitz, Cunnersdorf, Dölzschen, Gittersee,Großburgk,Kleinburgk,Kleinnaundorf undZschiedge mit Strom versorgt. 1937 wurde der Betrieb eingestellt. Nach der Stilllegung der Lehmtagebaue östlich der Karlsruher Straße begann die Bebauung zwischen der Karlsruher Straße und der Cunnersdorfer Straße.
Zu Coschütz gehörte bis 1896 auch das um 1850 gegründeteNeucoschütz.
Im Jahr 1921 wurde Coschütz nach Dresden eingemeindet.
In den Jahren 1902 und 1903 wurde dasCoschützer Rathaus erbaut. 1946 wurde das Coschützer Wasserwerk übergeben, das etwa 60 Prozent der Dresdner Bevölkerung mit Trinkwasser aus derTalsperre Klingenberg versorgt (Wasserhärte 5,8). Am 27. Oktober 2000 begannen die Bauarbeiten zumCoschützer Tunnel der am 22. Juli 2005 in diesem Abschnitt freigegebenenBundesautobahn 17.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1547/51 | 12besessene Mann, 1Gärtner |
| 1764 | 14besessene Mann, 2Gärtner, 1Häusler |
| 1834 | 262 |
| 1871 | 1.585 |
| 1890 | 2.354 |
| 1910 | 3.347 |
| 1925 | 3.457 |
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verharrte Altcoschütz – wie die ganze ländliche Region um Dresden – in etwa auf dem Entwicklungsstand der vorherigen Jahrhunderte (von 1547 bis 1764 kamen zu 12Hufnern lediglich zwei hinzu).
Danach explodierten die Bevölkerungszahlen durch die Anlage von Neucoschütz (bis 1896 zu Coschütz) und weiterer neuer Bebauungen – von 1834 an gerechnet in vierzig Jahren auf das Sechsfache, in sechzig Jahren auf das Neunfache und in achtzig Jahren auf das Dreizehnfache der alten Dorfbevölkerung.[3]
Nach der Eingemeindung 1921 gab es noch einen Zensus im Jahr 1925, danach ist keiner mehr bekannt. Auch zu den genauen Einwohnerzahlen von Coschütz in Dresden während der DDR-Zeit (1949–1990) liegen keine spezifischen Jahreszahlen vor.
Zahlen gibt es erst wieder für den statistischen Stadtteil Coschütz/Gittersee (2023: 5.643 Einwohner; 2024: 5.508 – aktuell gilt der Zensus von 2022 mit 5.471 Einwohnern). Allein Gittersee hatte 1939 bereits 4.278 Einwohner, Coschütz im Jahr 1925 dazu noch 3.457 Einwohner (Tendenz stetig steigend). Geschätzt hat Coschütz/Gittersee seit 1945 um die 2.500 Einwohner verloren, davon über 1.000 allein in Coschütz.[4]
| Jahr | Name |
|---|---|
| 1284 | Coswiz[5] |
| 1315 | Koschwicz[6] |
| 1350 | Koschwicz[7] |
| 1378 | Koswicz[8] |
| um 1400 | Koschewicz[9] |
| 1408 | Kussewicz[10] |
| 1445 | Kuczschicz[11] |
| 1479 | Koschitz[12] |
| 1547 | Kosschewitz[13] |
| 1652 | Kaschwicz[14] |
| 1712 | Coschütz[15] |
| 1875 | Coschütz b. Dresden (Alt- u. Neu-)[16] |
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Im 16. Jahrhundert wurden im Plauenschen GrundSteinkohlevorkommen entdeckt. 1790 eröffnete der Grundbesitzer Daniel Lohrmann die erste Kohlengrube am heutigen Collmweg. 1816 teufte der Gutsbesitzer Pietzsch im Bereich der heutigen Kleingartensparte KGV "Coschützer Hang" e.V. drei kleine Schächte. Sie befanden sich allerdings am Flözaustrich und wurden 1820 wieder abgeworfen. 1832 fuhr Pietzsch dann kurz oberhalb der Weizenmühle einen Stolln in den Collmberg auf. Das bedeutendste Kohlenwerk betrieb der Gutsbesitzer Ernst Adolf Claus. 1830 trieb er einen Stolln in den Collmberg und teufte den Clausschacht an der Potschappler Straße. 1832 teufte er dann den Coschützer Tagesschacht auf dem Collm. Den Unternehmungen war kein langer Zeitraum beschert, da sich alle Anlagen am Rande des Flözaustrichs befanden. Nach mehrfachem Besitzerwechsel wurde der Betrieb 1860 eingestellt. Zwischen 1877 und 1883 wurde das Grubenfeld im Collm noch einmal betrieben.
1948 brach eine neue Epoche des Bergbaus an. DieWismut AG war sowohl am Pietzschstolln wie auch am Clausstolln auf radioaktive Anomalien gestoßen. Sofort begann man zwischen beiden Stolln mit zwei Fallorten die Lagerstätte zu erschließen. Noch im Jahr 1948 wurde die erste uranerzhaltige Steinkohle abgebaut. In der Folge wurden der Clausschacht und auch der Coschützer Tagesschacht wieder in Betrieb genommen. Dazu wurden sieben Schürfe und ein weiterer Fallort aufgefahren. 1949 wurde an der Potschappler Straße mit demSchacht 269 der 270 m tiefe Zentralschacht geteuft. Die auf dem Collm liegenden Salbeipflanzungen des Bombastus-Werkes in Freital-Zauckerode vielen der Aufhaldung der Erzkohle zum Opfer. Im Dezember 1954 wurde der Bergbau eingestellt und die Schachtanlagen im Dezember 1955 demVEB Steinkohlenwerk Freital übergeben. Der Schacht 269, jetzt Schacht 8, diente noch bis 1958 der Kohleförderung. Nach Erschöpfung der unter der Ortslage von Gittersee abgebauten Steinkohlen wurde das Revier 1959 abgeworfen. Nach den Hinterlassenschaften des Bergbaus diente der Collm als Mülldeponie. Danach wurde alles mit Kraftwerksasche abgedeckt. Ab 2018 wird der Collm umfassend saniert.
Im Plauenschen Grund treten sporadisch Blei- und Kupfererze auf. Diese boten Anreiz für einige Bergbauversuche. Das bekannteste Bergwerk war der 1767 angeschlageneNeue Segen-Gottes-Stolln. Er befand sich in dem kleinen Seitental der Weiseritz, das Tal des Coschützer Dorfbaches, oberhalb der Felsenkeller Brauerei. Besitzer warFriedrich August von Cosel. Der Stolln wurde nach 16 m Vortrieb aufgegeben. Der Eigentümer ließ sich daraufhin an der Stelle eine Villa, die spätereVilla Cosel bauen.
Im Gemeindegebiet von Coschütz gab es mehrere Steinbrüche. Am bekanntesten ist der Steinbruch Heidenschanze. Der Betrieb wurde hier 1963 eingestellt. Weitere kleinere Steinbrüche gab es an der Felsenkeller Brauerei, amHohen Stein und am Collm. Gewonnen wurde hierMonzonit. Zwischen der Heidenschanze und Altcoschütz befand sich ein Sandsteinbruch. Drei kleinere Sandsteinbrüche befanden sich oberhalb der Felsenkeller Brauerei, oberhalb der 72. Oberschule an der Kleinanundorfer Straße und am Hang desKaitzbachtales an der Cunnersdorfer Straße. Ab ca. 1870 wurde südlich der Kohlenstraße, links und rechts der Cunnersdorfer Straße in mehreren Gruben mit dem Lehmabbau begonnen. Der Betrieb endete 1922.
Im Jahr 1856 wurde die AktiengesellschaftBrauerei zum Felsenkeller AG gegründet. Sie begann direkt am rechten Weißeritzufer mit dem Bau einer Brauerei die 1859 eröffnet wurde. Zur Lagerung und Kühlung des Biers wurde in den Felshang eine 66 m lange Stollnanlage getrieben. Unter dem Namen Eiswurmlager wurde diese Anlage bekannt. Der Eiswurm, ein Drache, ziert noch heute das Etikett des Felsenkellerbieres. Die Erweiterung der Brauerei fand ab 1890 auf dem linken Weißeritzufer und damit in der Gemeinde Dölzschen statt. Zur Wasserversorgung hatte man schon vor 1887 im Kaitzgrund einen Brunnen und eine Pumpstation errichtet. Mit der Erweiterung der Brauerei teufte man im Kaitzgrund zwischen 1910 und 1930 fünf Tiefbrunnen. Sie wurden mitPumpenhäusern überbaut. Davon befanden sich ursprünglich zwei in der Gemarkung Coschütz und drei in der Gemarkung Cunnersdorf. Nach der Grenzverschiebung zwischen 1955 und 1960 nach Süden, als Folge des Uranbergbaus, gelangte das Pumpenhaus an der Cunnersdorfer Straße in die Gemarkung Coschütz. Im Jahr 1926 errichtete die Brauerei an dem alten Brunnen im Kaitzgrund ein Wohnhaus für den Pumpenwärter. Von den Pumpenhäusern sind heute noch vier erhalten. Das Pumpenhaus direkt an der Cunnersdorfer Straße, im Bereich des großen Schlammteiches, wurde schon nach 1960 stillgelegt. Von den anderen vier Brunnen sind heute wahrscheinlich noch zwei in Betrieb. 1973 wurde in einer ehemaligen Lehmgrube an der Cunnersdorfer Straße auf eine Fläche von 13,4 Hektar mit dem Bau einer neuen Brauerei begonnen. Unter dem NamenBrauerei Coschütz ging sie 1981 in Betrieb. Heute firmiert sie unter dem Namen Feldschlößchen AG.
Talaufwärts, unterhalb der Heidenschanze bestand schon im 17. Jahrhundert eine Mühle. 1770 diente sie als Pulvermühle. Sie wurde mehrfach durch Explosionen zerstört. 1782 wurde ein Kupferhammer in Betrieb genommen. 1788 erwarb KurfürstFriedrich August III. die Mühle und den Hammer. 1830 wurde hier dann die Militär- oder Kommissmühle errichtet, die Mehl für die Dresdner Garnison herstellte. 1903 übernahmen die Gebrüder Braune die Mühle unter dem Namen König-Friedrich-August-Mühle. Seitdem ist sie als Weizenmühle bekannt. 1917 wurde dann der bekannte Siloturm errichtet. Nach 1945 gehörte sie derDölzschner Mühlenwerke AG die 1968 imVEB Getreidewirtschaft Dresden aufging. Mit der Wende wurde der Betrieb 1990 eingestellt und der Bahnanschluss zur Windbergbahn stillgelegt.
Im Gleisbogen der Windbergbahn am Bahnübergang Coschützer Straße/Potschappler Straße befand sich links der Bahnlinie auf dem damals zur Flur Coschütz gehörenden Gelände die Finkenmühle. Sie war 1843 als Getreidemühle errichtet worden. Ihr Wasser erhielt sie aus dem Birkigtbach.
Weitere drei Mühlen liegen im Kaitzbachtal. Eine der drei Mühlen, die Ehrlichmühle, liegt nach der zwischen 1955 und 1960 erfolgten Grenzverschiebung nach Süden in der Flur Coschütz. Errichtet wurde sie 1882 von Johann Ehrlich. 1886 erwarb sieGottlieb Traugott Bienert. Letzter Eigentümer war 1952 derVEB Dresdner Felsenkellerbrauerei. Zwischen 1953 und 1955 wurde die Mühle beim Anlegen der Absetzbecken für die Uranaufbereitungsanlage (Fabrik 95) der Wismut AG abgerissen.
1952 begann die Wismut AG östlich der Karlsruher Straße und südlich der Coschützer Höhe und der Rastatter Straße auf den dort liegenden Feldern mit dem Bau einer Uranaufbereitungsanlage. Unter der Bezeichnung Fabrik 95 des Objektes 96 wurde sie für die Aufbereitung der Erzkohlen aus dem Revier Heidenschanze und perspektivisch aus dem Revier Gittersee erbaut. Das benötigte Land in der Größe von ca. 43 Hektar wurde von den ortsansässigen Bauern gepachtet. Zur Energieerzeugung wurden zwei Heizkraftwerke auf Rohkohlebasis errichtet. Bei Inbetriebnahme der Aufbereitung 1952 war nur ein Heizkraftwerk errichtet. Zur Erzeugung der notwendigen Menge Dampf wurden deshalb acht Heizloks derBaureihe 84 der Deutschen Reichsbahn eingesetzt. Das zweite Heizkraftwerk ging erst 1956 in Betrieb. Angeschlossen war das Werk durch ein Gleis vom Bahnhof Obergittersee an die Windbergbahn. Das Betriebswasser erhielt die Fabrik aus dem Wasserwerk Coschütz. Die Abwässer wurden in die Weißeritz eingeleitet. Bis zur Schließung des Werkes wurden täglich ca. 1000 t Erz verarbeitet. Da die Gewinnung von Erzkohle zum Ende des Jahres 1954 eingestellt wurde, wurden Erze aus dem Revier Ronneburg und auch aus der Lagerstätte Aue/Hartenstein verarbeitet. Nach der Gewinnung des Urans blieben täglich 999 tTailings zurück. Zur Verbringung dieser Tailings wurde das am Betriebsgelände liegende Kaitzbachtal mit zwei 22 und 40 Meter hohen Dämmen abgeriegelt und der Kaitzbach verrohrt. Das so entstandeneAbsetzbecken hatte eine Fläche von ca. 25 Hektar. Auch dies Fläche wurde von den Bauern gepachtet. 1961 wurden weitere Flächen zur Verbringung der Tailings gebraucht. Dafür wurde nördlich des großen Schlammteiches auf einem zum Kaitzbachtal abfallenden Feld ein hufeisenförmiger Damm aufgeschüttet. Die Dammkrone erreichte eine Höhe von 16 Metern. Der kleine Schlammteich hatte am Ende eine Fläche von ca. 10 Hektar. Durch die Korrosion der Kaitzbachverrohrung durch die aggressiven Tailings bestand Ende der fünfziger Jahre die Gefahr des Durchbruchs dieser Tailings in den Kaitzbach. Um das zu verhindern wurde ein 805 m langer Stolln auf der rechten Seite des Kaitzbaches aufgefahren und der Bach ab Mai 1961 darin umgeleitet.
Im Juli 1962 wurde der Betrieb geschlossen. Am 31. Juli 1962 wurde die Anlage von der SDAG Wismut unentgeltlich an die VVB Gummi und Asbest übergeben. Im Oktober 1962 begann der am 1. April 1962 gegründete VEB Reifenwerk Dresden mit der Produktion von LKW- und Traktorreifen. Nach der Wende übernahm die Treuhand das Werk und schloss es 1992. Bei der Übergabe des Geländes an das Reifenwerk behielt die SDAG Wismut einen kleinen Teil. Dort befand sich die Sonderzeche S in der Ionenaustauscher für die Uranerzaufbereitung hergestellt wurden. Im Mai 1963 wurde die Produktion eingestellt und der Betriebsteil am 1. Januar 1964 demVEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt übergeben. Bis zum August 1993 wurden hier Zwischenprodukte für die Chemieindustrie produziert. Die Stadt Dresden kaufte das gesamte Gelände von der Treuhand und ließ es sanieren. Entstanden ist dasGewerbegebiet Coschütz/Gittersee.
Die beiden Absetzbecken wurden von der SDAG Wismut unentgeltlich dem Rat des Bezirkes Dresden übergeben. Der große Schlammteich wurde von 1974 bis 1988 als Hausmülldeponie der Stadt Dresden genutzt. Von 1989 bis 1992 wurde die Mülldeponie mit Kraftwerksasche abgedeckt. Die im Zuge der Sanierung des Betriebsgeländes des Reifenwerkes anfallenden Abbruchmassen und radioaktiv kontaminierter Aushub wurden auf die beiden Schlammteiche verbracht und umweltsicher verwahrt. Danach wurden die entstandenen Hügel begrünt und dienen heute als Aussichtspunkte.
Das Coschützer Wasserwerk entstand ab dem Jahr 1939 auf dem Gelände einer ehemaligenZiegelei; mit dem Bau des Rohrleitungssystems wurde bereits 1937 begonnen. Durch denZweiten Weltkrieg verzögerten sich die Bauarbeiten bis 1946. Das Wasser wird über Stollen und Leitungen aus denTalsperren Klingenberg undLehnmühle bezogen. Von hier stammen 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers.
Das Rathaus auf der Windbergstraße wurde in den Jahren 1902 und 1903 erbaut. Coschütz hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 2.500 Einwohner. Im Erdgeschoss befanden sich eine Polizeiwache und ein Ratskeller. Zwischen 1936 und 1945 wurde dieser vonMax Rahm, dem Entdecker des heutigen Kletterpfades „Rahm-Hanke“ unterhalb desBasteifelsens, bewirtschaftet. Das Gebäude wird heute vor allem als Ärztehaus genutzt.
Das Pfarr- und Gemeindehaus Coschütz auf der Windbergstraße wurde im Jahr 1900 als Pfarrhaus mit Betsaal erbaut. 1953 Bau des Glockenturms undGlockenweihe (Bronzeglocke aus dem Jahr 1490). 1958 Umbau des Betsaals und Einbau der Orgel (Jehmlich, Opus 744, II/P, 9 Register).[17]

Coschütz wird durch denCoschützer Tunnel von derBundesautobahn 17 unterquert. DieStraßenbahnlinie 3 verbindet Coschütz in wenigen Minuten mit demHauptbahnhof. Der Haltepunkt inPlauen stellt den nächsten Zugang zumS-Bahn-Netz dar. Die wichtigste Straße in Coschütz ist die Karlsruher Straße, die aber nicht durch das historische Dorfzentrum verläuft.