Die Ursprung des Ortes liegt in römischer, wenn nicht gar gallischer Zeit. Darauf deuten Münzen hin (Triens), die hier gefunden wurden, sowie die Endung „-acum“ in den lateinischen Bezeichnungen „Carbnacum“ und „Corbnacum“. Der Ort lag schon damals an der Kreuzung der gallischen Straße vonFismes nachDizy-le-Gros und derRömerstraße von Reims nachArras.
Zur Zeit derKarolinger stand in Corbeny eineKönigspfalz (Cobanacum palatium), die vonPippin dem Jüngeren,Karl dem Großen undKarl dem Einfältigen besucht wurde. Letzterer brachte hier dieReliquien des heiligenMarkulf unter, die von Mönchen ausCoutances auf der Flucht vor denNormannen mitgeführt wurden. Die Kirche, zu Ehren des Heiligen gebaut, wurde von den französischen Königen traditionsgemäß am Tag nach ihrer Krönung in Reims besucht. Karl der Kahle hielt sich hier zweimal auf (841 und 847)[1]. Karl der Einfältige schenkte Corbeny bei seiner Hochzeit im April 907 seiner EhefrauFrederuna, die es den Mönchen der örtlichePriorei, die derAbtei Saint-Remi in Reims unterstand, vererbte. Corbeny war Teil des PilgerwegsVia Francigena nach Rom.
Eine zweite Blütezeit erfuhr Corbeny während der Besetzung Nordfrankreichs durch die Engländer im 14. Jahrhundert. Damals zählte man im Ort zwischen 600 und 700 Feuer, was etwa 2000 bis 2500 Einwohnern entsprach. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Corbeny von KönigLudwig XI. von der Abgabepflicht befreit.
Während derSchlacht an der Aisne (1917) wurde Corbeny – und damit auch die Priorei und die Kirche aus dem 11. Jahrhundert – vollständig zerstört.
Corbeny liegt an der früherenRoute nationale 44 zwischenLaon undReims, die hier parallel zur mautpflichtigenAutoroute A26 verläuft. Aufgrund dieser Situation ist Corbeny eine vielbefahrene Durchgangsstation.