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Containment-Politik

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US-PräsidentHarry S. Truman (1945)

DieContainment-Politik oderEindämmungspolitik (englischcontainment policy) wurde seit1947 von denUSA gegenüber derUdSSR verfolgt und drückte sich imKalten Krieg aus. Ziel dieser Politik war es, die Ausbreitung desKommunismus undStalinismus zu verhindern bzw. einzudämmen.

Entstehung

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Bereits in der Endphase desZweiten Weltkriegs kam es zwischen den Westalliierten und derSowjetunion zu Spannungen über die Entwicklung einer europäischen Friedensordnung. Die USA und Großbritannien verwiesen auf Grundlage völkerrechtlicher Prinzipien auf dasSelbstbestimmungsrecht der Völker. Die kommunistische Sowjetunion war hingegen bestrebt, eine Einflusssphäre sozialistischerSatellitenstaaten zu schaffen. So kam es beispielsweise zur Errichtung sozialistischer bzw. kommunistischerRegimes in den osteuropäischen StaatenPolen (1944),Albanien (1944),Bulgarien (1944),Ungarn (1945),Tschechoslowakei (1948) undRumänien (1948). Ihnen war de facto die Souveränität zugunsten der Sowjetunion entzogen. Außerdem mussteFinnland imWaffenstillstand von Moskau 1944 unter sowjetischem Druck große Gebiete an die Sowjetunion abtreten, seine Beziehungen zum Deutschen Reich abbrechen und 1948 mit der Sowjetunion ein „Freundschafts- und Kooperationsabkommen“ abschließen.

Den Bestrebungen der Sowjetunion auf weitere Expansion setzteHarry S. Truman ein außenpolitisches Konzept entgegen, dem zufolge die USA eine als „anti-imperialistisch“ bezeichnete Politik verfolgten. Um dieamerikanische Außenpolitik darauf auszurichten, setzte Außenminister (Secretary of State)George C. Marshall einen außenpolitischen Planungsstab unterGeorge F. Kennan ein, einem ehemaligen Gesandten derUS-Botschaft in Moskau. Kennan stellte im Juli 1947 die Containment-Politik „zur Eindämmung des sowjetischen Imperialismus“ in der ZeitschriftForeign Affairs einem breiteren Publikum vor. In seinem Artikel „The Sources of Soviet Conduct“ (aufgrund der Veröffentlichung unter dem Pseudonym „X“ auch alsX-Artikel bezeichnet) wies Kennan auf die inhärenten Schwächen des Sowjetsystems hin und vertrat die Ansicht, wenn die USA sich auf ihre Stärken besinnen und ihre Führungsrolle akzeptieren würden, seien sie in der Lage, den russischen Expansionstendenzen mit hinreichendem Gegendruck zu begegnen.

Die aktive Unterstützung anderer Staaten gegen drohende kommunistische Umsturzversuche hatte zuvor schon der amerikanische Präsident Harry S. Truman in der nach ihm benanntenTruman-Doktrin am 12. März 1947 als offizielle Linie der amerikanischen Außenpolitik verkündet.

Umsetzung

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Als wichtiger Bestandteil der Containment-Politik erwies sich derMarshallplan mit dem Ziel, die europäischen Länder zu stärken und somit eine handstreichartige Übernahme Westeuropas durch die Sowjetunion zu verhindern. Gleichzeitig wurde mit dem Marshallplan das Ziel einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten verfolgt. Auch das Inkrafttreten desNordatlantikpaktes am 24. April 1949 ist als sicherheitspolitischer Bestandteil der Containment-Politik zu sehen. Unter Berufung auf die Truman-Doktrin unterstützten die USA die Royalisten imGriechischen Bürgerkrieg, Südkorea imKrieg gegen den kommunistischen Norden und Frankreich imIndochinakrieg.

Die Containment-Politik wurde nicht nur in Verbindung mit Europa praktiziert. Gezielte Wirtschaftshilfe der USA wurde auch anEntwicklungsländer geleistet, ohne jedoch denselben wirtschaftlich positiven Effekt wie in Europa zu erreichen.[1] Ebenso versagte das Containment im Falle derRepublik China: die maßgeblichen Außenpolitiker (George C. Marshall, George F. Kennan undDean Acheson) sowie Präsident Truman kamen zur Überzeugung, dass sich die korrupte und reformfeindliche MilitärdiktaturChiang Kai-sheks auch mit amerikanischer Hilfe nicht mehr gegen die kommunistischen Bürgerkriegsarmeen durchzusetzen vermochte.[2] Das Beispiel China und dieUS-Außenpolitik in den lateinamerikanischen Ländern zeigt außerdem, dass die USA zur Eindämmung der „kommunistischen Gefahr“ bereit waren,Diktaturen zu unterstützen.

Die Containment-Politik der Ära Truman fand ihre Fortsetzung (und Radikalisierung) in der ÄraEisenhower und der nach diesem benanntenEisenhower-Doktrin. Das eher defensive Prinzip des Containments wurde dabei zu Gunsten der aggressiverenRollback-Politik modifiziert. Containment erschien zu Beginn der 1950er Jahre nicht mehr als opportunes Mittel zur Bekämpfung derstalinistisch-kommunistischenExpansionspolitik. Tatsächlich kam es aber in der Ära Eisenhower zu einer Art Mischkonzept zwischen Containment und Rollback.

Containment in der internationalen Politik nach dem Ende des Kalten Krieges

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Containment-Politik wurde auch zur Einhegung des DiktatorsSaddam Hussein angewendet. Sanktionen, deren Wirksamkeit schlussendlich unterschiedlich beurteilt wurden, sollten dem Staat die Aufrüstung verunmöglichen[3] und Flugverbotszonen sollten die Anwendung von Gewaltmitteln im eigenen Land erschweren.[4]

Aufgrund desiranischen Atomprogramms wurde dieIslamische Republik Iran mit Sanktionen belegt. Diese sollten dazu dienen, die Islamische Republik vom Bau einer Atombombe abzuhalten.Wolfgang Ischinger erläuterte, dass auch eine solche Strategie immer mit der Gefahr einhergehe, dass rote Linien „ausgetestet“ würden.[5] Anfang 2016 wurden aufgrund von Zusicherungen Irans die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.[6]

Literatur

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  • “X” (George F. Kennan):The Sources of Soviet Conduct. In:Foreign Affairs. Band 25, Nummer 4, Juli 1947, S. 566–582 (englisch,foreignaffairs.com).
  • John Lewis Gaddis:Strategies of Containment. A Critical Appraisal of American National Security Policy during the Cold War. Überarbeitete und erweiterte Auflage. Oxford University Press, New York 2005,ISBN 0-19-517448-8 (englisch, Erstausgabe 1982 erschienen).

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Erich Angermann:Die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1917. 7. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983,ISBN 3-423-04007-6,S. 303. 
  2. Erich Angermann:Die Vereinigten Staaten von Amerika seit 1917. 7. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1983,ISBN 3-423-04007-6,S. 307. 
  3. Carne Ross: Testimony to the Chilcot Inquiry, 12. Juli 2010 (PDF; englisch).
  4. Containment: The Iraqi no-fly zones, BBC, 29. Dezember 1998 (englisch).
  5. Wolfgang Ischinger: Deutschland, Israel und die iranische Bombe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. März 2012, abgerufen am 10. Februar 2014. 
  6. Was das Ende der Iran-Sanktionen bedeutet, www.faz.net.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4197406-2 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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