EinComputerprogramm oder kurzProgramm ist eine den Regeln einer bestimmtenProgrammiersprache genügende Folge vonAnweisungen (bestehend ausDeklarationen undInstruktionen), um bestimmte Funktionen bzw. Aufgaben oder Probleme mithilfe einesComputers zu bearbeiten oder zu lösen.[1]
'Computerprogramm', Begriffszusammenhänge und im Sprachgebrauch auftretende Synonyme
Ein Computerprogramm gehört zurSoftware eines Computers. Es liegt meist auf einem Datenträger alsausführbare Programmdatei, häufig im sogenanntenMaschinencode, vor, die zur Ausführung in denArbeitsspeicher des Rechners geladen wird. Das Programm wird als Abfolge von Maschinen-, d. h. Prozessorbefehlen von dem oder denProzessoren desComputers verarbeitet und damit ausgeführt.
Computerprogramme entstehen im Rahmen derSoftwareentwicklung. Die dabei direkt auf einzelne Programme bezogenen Aktivitäten bezeichnet man im allgemein alsProgrammierung oder auch alsImplementierung. Dabei entsteht zunächst für jedes Programm ein sog.Quelltext, den Programmierer in einerProgrammiersprache abgefasst haben. Er besteht aus einer Abfolge von (zumeist der englischen Sprache entnommenen) Anweisungen, die (für Programmierer) im Allgemeinen verständlicher sind (z. B. ADD, SUB, AND, OR) und durch menschliche Benutzer einfacher bearbeitbar sind als der später daraus entstehende Maschinencode.
Damit ein in einer Hochsprache geschriebenes Programm ausgeführt werden kann, muss sein Quellcode in Maschinencode übersetzt werden. Eine Anweisung einer höheren Programmiersprache wird im Allgemeinen in mehrere Maschinenbefehle übersetzt. Der Übersetzungsvorgang wirdKompilierung genannt. Um aus dem Quelltext den Maschinencode zu generieren, wird einAssembler,Compiler oderInterpreter benötigt. Dieser übersetzt die Anweisungen der Programmiersprache in diesemantisch entsprechenden Befehle der Maschinensprache des zu verwendenden Computers.
Der Programmcode kann in Dateien gespeichert werden, die meist durch eine Dateiendung gekennzeichnet sind. Quelltextdateien weisen damit auf die verwendete Hochsprache hin (<programm>.c: ein inC formuliertes Programm). Sie können im Allgemeinen mit einem einfachen Texteditor bearbeitet werden. Eine Datei, die dagegen Maschinencode enthält, besitzt keine oder einebetriebssystemspezifische Endung, die lediglich auf ihre Ausführbarkeit hinweist (<programm>.exe beiMS-DOS undWindows;<programm> beiunixoiden Systemen). Sie kann oft als Kommando in einem Terminal (Eingabeaufforderung) aufgerufen werden. Siehe auchProgrammbibliothek.
Im Sprachgebrauch wird Computerprogramm meist zuProgramm verkürzt oder der BegriffSoftware verwendet. Allerdings istComputerprogramm kein Synonym zuSoftware; vielmehr ist ‚Software‘ ein IT-Sammelbegriff für Nicht-Hardware, zum Beispiel fürBetriebssystem,Datenbank oder für eine komplette, für den Benutzer fertigeIT-Anwendung – die Komponenten wie Grafik- undAudiodateien,Schriftarten, Hilfetexte usw. umfassen kann.
Ein größeres Computerprogramm besteht meist aus mehrerenModulen – die entweder zum Programm selbst gehören oder die als Bausteine (Unterprogramme) aus bereits bestehendenProgrammbibliotheken bei der Ausführung des Programms benutzt werden. Im umgekehrten Fall können Computerprogramme Teil eines übergeordneten, ein größeres Aufgabengebiet abdeckendenAnwendungssystems sein; Beispiel: Gehaltsabrechnung, Finanzbuchhaltung,Meldewesen. Die Anweisungen, die (als Teil von Programmen) einen konkreten Lösungsweg repräsentieren, werden alsAlgorithmus bezeichnet; Beispiel: Berechnen der Mehrwertsteuer.
Die Entwicklung von Computerprogrammen ist das Gebiet derSoftwaretechnik. Je nach Komplexität der zu entwickelnden Computerprogramme geschieht dies im Rahmen vonProjekten. Die Aktivitäten der Beteiligten werden dabei meist unter Anwendung vonVorgehensmodellen, speziellenMethoden undWerkzeugen zur Softwareentwicklung ausgeführt. In den Anfängen der Programmierung wurde – bis zur Entwicklung vonProgrammiersprachen – ausschließlich in Maschinencode programmiert. Später kamenhöhere Programmiersprachen zum Einsatz.
Je komplexer ein Computerprogramm ist, desto anspruchsvoller ist die vorbereitende Planung und desto wichtiger die Erfahrung der ausführenden Programmierer. Bei größeren Programmen kommt es aufgrund mangelnder Planung und Erfahrung der Programmierer oft zu unnötig komplexen und/oder ineffizienten Programmen oder Programmteilen (siehe auchBloatware).
Neben den fürSoftware im Allgemeinen geltendenUnterscheidungsmerkmalen lassen sich Computerprogramme (als Untervariante von Software) nach den folgenden, beispielhaft genannten Kriterien unterscheiden:
Quellprogramme (in einer bestimmtenProgrammiersprache) oder Maschinenprogramme (ausführbar auf bestimmtenPlattformen) oder Programme in einem Zwischencode
Hauptprogramme (aufgerufen über Betriebssystem-Kommandos) oder Unterprogramme (aufgerufen durch andere Programme). Sonderformen treten auf, wenn Programme z. B. über technische Steuerungskomponenten aufgerufen werden, z. B. überserviceorientierte Architekturen, automatisiertesWorkflow-Management.
Stapelprogramme (verarbeiten ‚Stapel‘ von Daten) bzw.Shellskripte oder Dialogprogramme (stehen in Interaktion mit Benutzern, z. B. überDialoge)
Nach dem Ort der Speicherung und Programmausführung unterschieden können Programme lokal (auf einem Arbeitsplatzrechner) gespeichert und ausgeführt werden oder auf einemServer installiert sein und trotzdem lokal (nach dem Laden über eineOnline-Verbindung) ausgeführt werden oder nur auf dem Server gespeichert und dort auch ausgeführt werden. Bei verteilten Anwendungen werden Programmteile auf unterschiedlichen Rechnern ausgeführt, z. B. die Geschäftslogik und Datenhaltung im Server, Funktionen derBenutzeroberfläche am lokalen Rechner; im rein technischen Sinn stehen hierbei verschiedene Programme miteinander in Verbindung.
Charles Babbage stellte bereits 1832 einen Demonstrator seinerDifferenzmaschineNo. 1 vor, verfolgte ab 1834 jedoch das Konzept einer perDampfkraft betriebenen Rechenmaschine für die allgemeine Anwendung, die erenglisch„Analytical Engine“ nannte, „Analytische Maschine“.[2] Diese hätte perLochkarten programmiert werden können, unterschiedliche Rechnungen durchzuführen, sodass die AuswertungpolynomialerFunktionen (die alleinige Funktion der Differenzmaschine) nur ein Programm unter vielen gewesen wäre.
Für die Entwicklung seiner universellen Rechenmaschine brachte Charles Babbage zwischen 1837 und 1840 insgesamt 27 Programme zu Papier. Einige der Designentscheidungen für die Analytischen Maschine lassen sich direkt imQuelltext der Programme nachvollziehen.[2] So hat die Analytische Maschine bereits eine Trennung zwischen Speicher und Rechenwerk, was charakteristisch für Computer seit den 1940er Jahren ist.[3] Obwohl nie gebaut, gilt dieAnalytical Engine damit als der erste Computer der Geschichte,[4] oder zumindest als dessen Vorläufer[5] nach der Definition einerUniversellen Rechenmaschine (englischmultipurpose computing machine) nachAlan Turing.[6]
Seine Notizen, die auch die Programme beinhalten, blieben unveröffentlicht und wurden 1937 wiederentdeckt.[7] Die Quelltexte der Programme selbst wurden erst 1982 erstmals untersucht.[8] Die Notizen von Charles Babbage zurAnalytical Engine sind in den ‚babbage papers‘ desScience Museums vonLondon frei, alsOpen Access, abrufbar.[9]
Das erste Programm trägt den 4. August 1837 als Datum und befasst sich mit Simultangleichungen derCramerschen Regel. Einige der späteren Programme sind relativ komplex, wie z. B. die Multiplikation von zwei Polynomen. Der Code enthält bereitsIndirekteAdressierung und denbedingtenSprung (IF-THEN-ELSE-Befehle).
Das erste veröffentlichte Computerprogramm von Ada Lovelace
Ada Lovelace, Tochter des britischen DichtersLord Byron, traf Charles Babbage 1833 und unterhielt mit ihm bis zu ihrem Tod 1852 eine Freundschaft. Ab ca. 1841 arbeitete sie mit ihm zusammen an der Analytischen Maschine.
1843 übersetzte sie ein Manuskript des italienischen IngenieursLuigi Federico Menabrea über dieAnalytical Engine ins Englische, versah die Übersetzung jedoch mit zahlreichen zusätzlichen Anmerkungen zum konzeptionellen Unterschied zwischen Babbage’s Differenzmaschine und der Analytischen Maschine. Dazu schrieb sie auch ein Programm, das dieBernoulli-Zahlen berechnet.[10] Es ist die weltweit erste Publikation eines Computerprogramms, wodurch Ada Lovelace als die erste Programmiererin gilt.[11][12][13]
Die 1980 veröffentlichte ProgrammierspracheAda ist nach Ada Lovelace benannt.
In den Jahren 1936 bis 1941 entwarfKonrad Zuse die RechnerZ1 undZ3, die lange Befehlsfolgen auf einemLochstreifen verarbeiteten, die ersten Computerprogramme, die auf realen Maschinen ausgeführt werden konnten. Die Rechner beherrschten die vierGrundrechenarten undQuadratwurzelberechnungen auf binärenGleitkommazahlen, der Lochstreifen enthielt jeweils eine Rechenoperation und eine Speicheradresse.[14]
Auf Zuse geht auch die erste höhere ProgrammiersprachePlankalkül zurück. Damit lassen sich Probleme maschinenunabhängig formulieren und später in eine maschinenlesbare Form überführen.
DerEDVAC-Rechner, der auf einem Entwurf vonJohn von Neumann aus dem Jahre 1945 basiert, hatte einen Quecksilber-Verzögerungsspeicher für 1024 Fest- oder Gleitkommazahlen mit jeweils 44 Bit. Jede Speicherzelle konnte statt einer Zahl auch einen Befehl aufnehmen. Bei diesem Rechnerkonzept war es möglich, die Befehle eines Computerprogramms vor der Ausführung zuerst in den Arbeitsspeicher zu übertragen. Das ist heute noch üblich. EDVAC wurde jedoch erst im Jahr 1951 teilweise fertiggestellt. Der Demonstrationsrechner Manchester SSE und der auf dem EDVAC aufbauendeEDSAC-Rechner hatten schon vorher Programme aus dem Arbeitsspeicher ausgeführt.
Ende der 1950er-Jahre wurden Computer so leistungsfähig, dass spezielle Programme,Compiler genannt, Quelltexte in höheren Programmiersprachen automatisch in Maschinenbefehle, alsoausführbare Programme, übersetzen konnten. Ausführbare Programme können dann, wie beim EDVAC, in den Speicher geladen und abgearbeitet werden.
MitFortran,COBOL,ALGOL undLISP entstanden in den späten 1950er-Jahren die ersten standardisierten höheren Programmiersprachen. Programme in diesen Sprachen laufen, durch einen entsprechenden Compiler übersetzt, auf unterschiedlichen Rechnern. Sie können teilweise auch noch auf modernen Computern eingesetzt werden.
Es soll ein Programm zur Bestimmung des größten gemeinsamen Teilers (ggT) zweier Zahlen erstellt werden. Zunächst muss ein geeigneter Algorithmus gefunden werden.
Sei a die größere der beiden Zahlen a und b. Wenn a kleiner als b ist, dann vertausche die Zahlen.
Setze a auf den Wert a - b.
Wenn a und b ungleich sind, dann fahre mit Schritt 1 fort. Wenn a und b gleich sind, dann ist der Algorithmus beendet. Diese Zahl ist der größte gemeinsame Teiler.
Sobald eine formale Beschreibung eines Algorithmus, also eine genau definierte Verarbeitungsvorschrift, vorliegt, kann der Algorithmus umgesetzt (implementiert) werden. Dazu wird eine geeignete Programmiersprache ausgewählt.
Zur Umsetzung wird heute meist eine höhere Programmiersprache verwendet, die von einem Computer eventuell nicht direkt ausgeführt werden kann, sondern zuerst kompiliert oder interpretiert werden muss.
In Sprachen wiePascal dienen Variablen, Ausdrücke, Vergleiche, Zuweisungen undKontrollstrukturen zur Umsetzung des ggT-Algorithmus:
whilea<>bdo// Schritt 3: solange a ungleich bbeginifb>athen// Schritt 1: falls b größer als abegintemp:=a;// a und b vertauschena:=b;b:=temp;end;a:=a-b;// Schritt 2: a durch a - b ersetzenend;
Bei der Umsetzung wird mit der Prüfung von Schritt 3 begonnen. Der ursprüngliche Algorithmus berücksichtigt nicht den Fall, dass a und b bereits zu Beginn gleich sein können. Wäre es die Aufgabe, den größten Teiler von 103 und 103 zu finden, würde ein Mensch sofort das Ergebnis 103 nennen, er würde den Algorithmus gar nicht bemühen. Der originale Algorithmus würde aber null ergeben. Die Umsetzung auf einem Rechner muss auch alle Sonderfälle berücksichtigen. Durch das Vorziehen von Schritt 3 wird der Sonderfall hier korrekt behandelt.
Pascal und andere Programmiersprachen besitzen keine Operation zum Vertauschen von Zahlen. Dies muss daher in elementarere Schritte umgesetzt werden. Die zusätzliche Variabletemp, eine sogenannte Hilfsvariable, erlaubt die Vertauschung mit Hilfe von drei Zuweisungen:
temp:=a;// Wert von a in der Hilfsvariablen temp rettena:=b;// a mit dem Wert von b überschreibenb:=temp;// b mit dem Wert von temp überschreiben
Damit daraus ein korrektes Programm wird, muss der Algorithmus noch um Ein- bzw. Ausgabeanweisungen, oft jedoch auch um Variablen und eine Programmstruktur ergänzt werden. Diese sind nicht Teil des eigentlichen Algorithmus:
programGgt;// Programmkopfvara,b,temp:Integer;// VariablendefinitionbeginReadLn(a,b);// Eingabe von a und bwhilea<>bdo// Euklidischer Algorithmusbeginifb>athenbegintemp:=a;a:=b;b:=temp;end;a:=a-b;end;WriteLn(a);// Ausgabe von aend.// Programmende
Ein solches Programm wird unter Verwendung einesTexteditors erstellt und alsQuellcode in einerDatei oderProgrammbibliothek (fürQuellcode) gespeichert. Anschließend kann der Quellcode zu einer festen Ablaufanweisung für den Computer 'übersetzt’ werden. Hierzu ist einCompiler erforderlich, der den Code aus der jeweiligenProgrammiersprache in dieMaschinensprache übersetzt und als Ergebnis einausführbares Programm erstellt, welches als Datei oder in einer Programmbibliothek (für ausführbare Programme) abgelegt wird. Dieses Programm kann dann über einBetriebssystem alsProzess gestartet werden, und zwar beliebig oft (ohne neue Übersetzung). Solch ein einzelner laufender Prozess eines Programms wird auch Programminstanz genannt.[15]
Einige Programmiersprachen verwenden keinen Compiler, sondern einenInterpreter, der Programme erst zurLaufzeit in Maschinensprache übersetzt.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung vonZwischencode (Bytecode), der vom Compiler an Stelle des Maschinencodes generiert wird. Ein Beispiel dafür istJava: Der Java-Compiler erzeugtBytecode, welcher dann auf der sogenanntenvirtuellen Maschine ausgeführt wird. Die virtuelle Maschine interpretiert oder übersetzt dann den Bytecode für das darunterliegende Betriebssystem.
Ebenso muss in manchen Rechnerumgebungen, in der Regel beiGroßrechnern, der vomCompiler erstellte Maschinencode noch mit einem Systemprogramm ('Linkage Editor' o. ä.) nachbearbeitet werden, wobei ggf. weitereUnterprogramme und Systemroutinen 'eingebunden' werden können. Erst so ist das entstandene Programmausführbar.
Mittels spezieller Programme, sogenannterDecompiler, ist es in begrenztem Maße möglich, aus dem Maschinencode wieder einen in Hochsprache lesbaren Quelltext zu erzeugen.
Programme haben mindestens zwei klar getrennte Lebensphasen: Der Zeitraum bis zum Zeitpunkt derKompilierung (inklusive) wirdCompilezeit genannt, welche im Gegensatz zurLaufzeit steht. In der Compilezeit-Phase hat das Programmstatische Eigenschaften, gegeben nur durch den festen Quellcode. Nach der Kompilierung und mit der Ausführung besitzt das binäre Programm dynamische Eigenschaften und Verhalten in zusätzlicher Abhängigkeit der jeweiligenLaufzeitumgebung (variierende Hardware, User-Interaktion etc.).
In umfassenderen Sinn lassen sich Lebensphasen von Programmen auch alsSoftware-Lebenszyklus verstehen. Demnach gehören zur inhaltlich präzisen Festlegung des Programm-Inhalts dieProjektphasenProblemstellung, Analyse und Entwurf, anschließend folgt die technischeImplementierung, in der das Programm in Form vonQuelltext entsteht. Danach befindet es sich in der PhaseEinführung. Nach diesen Entstehungsphasen von Programmen folgt derenproduktive Nutzung, bei Bedarf werden Anpassungen und Erweiterungen (Wartungs-/Pflegephase) vorgenommen.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lassen sich auch Computerprogramme nach dem allgemeinenProduktlebenszyklus klassifizieren.
Ein Computerprogramm wird urheberrechtlich geschützt, wenn es individuelles Ergebnis einer eigenen geistigen Schöpfung ihres Urhebers ist (§ 69a Abs. 3 UrhG). Mit Umsetzung derUrheberrechtsrichtlinie aus dem Jahre 2001 wurde die Schutzschwelle für Computerprogramme in den EG-Mitgliedsstaaten harmonisiert. Es genügt ein Minimum an Individualität für den Schutz (Kleine Münze). Es wird vermutet, dass sich die Individualität des Urhebers im Programm niedergeschlagen hat, wenn Spielraum dazu bestand. Geistiger Gehalt wird vermutet, wenn das Programm von einem menschlichen Urheber geschaffen wurde.
Entwicklung
In der Bundesrepublik erfolgte die gesetzliche Anerkennung des Urheberrechtsschutzes 1985;[16] die Rechtsprechung hielt ihn schon vorher für möglich.[17]
1991 folgte dieRichtlinie 91/250/EWG über den Rechtsschutz von Computerprogrammen, 1993 gesetzliche Regelungen in Österreich[18] und der Schweiz[19] sowie 1996 in Liechtenstein.[20]
In der DDR hatte die Rechtsprechung 1979 die urheberrechtliche Schutzfähigkeit verneint,[21] jedoch konnte in Wirtschaftsverträgen über wissenschaftlich-technische Leistungen die Vergabe von Software durch andere Partner als die erarbeitende Wirtschaftseinheit ausgeschlossen werden.[22]
↑ISO/IEC 2382-1:1993 definiert „computer program“: „A syntactic unit that conforms to the rules of a particular programming language and that is composed of declarations and statements or instructions needed to solve a certain function, task, or problem.“ Bis 2001 definierte die DIN 44300 „Informationsverarbeitung Begriffe“ identisch.
↑abRaúl Rojas: Die ersten Computerprogramme der Welt. In:Heise online.18. September 2016. Abgerufen am 22. Januar 2022.; Zitat: „Charles Babbage hat ab 1837 innerhalb von drei Jahren 27 Programme für die schließlich unvollendet gebliebene ‚Analytische Maschine‘ auf Papier gebracht“.
↑Mickaël Launay:Der große Roman der Mathematik: Von den Anfängen bis heute. C.H.Beck, 2018,ISBN 978-3-406-72152-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Diese revolutionäre Funktionsweise macht Babbages Erfindung zum ersten Computer der Geschichte.“
↑Jürgen Beetz:Digital: Wie Computer denken. Springer-Verlag, 2019,ISBN 978-3-662-58630-3, 1.1 Eine Analogie zu analog und digital,S.3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Er erfand zwei mechanische programmierbare Rechenmaschinen, die er allerdings nie zum Laufen brachte. Trotzdem gelten sie als Vorläufer des modernen Computers.“
↑Eileen Lucas:Charles Babbage and Ada Lovelace: The Pen Pals Who Imagined the First Computer. Rosen Publishing, 2021,ISBN 978-1-72534-225-5, 6.1 Conclusion,S.66 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche):“In the 1930s, British mathematician Alan Turing introduced a multipurpose computing machine. Turing’s ‘Universal Machine’ would have some way to ‘read’ and ‘write’ data, a way to move the data in and out of a storage system, and a code of symbols by which the computer could instruct itself. According to some computer historians, the Turing Machine is still the standard against which all computers are measured. By that standard, Babbage’s Analytical Engine was the first computer.”
↑Joachim Stolze, Dieter Suter:Quantum Computing: A Short Course from Theory to Experiment. Wiley, 2004,ISBN 3-527-40438-4, 3.1 Bit of history,S.27 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche):“Babbage’s unpublished notebooks were rediscovered in 1937…”
↑Allan G. Bromley:Charles Babbage’s Analytical Engine, 1838. In: IEEE (Hrsg.):Annals of the History of Computing, July-Sept. 1982.Band4,Nr.3, 1982,ISSN0164-1239,S.196ff.,doi:10.1109/MAHC.1982.10028 (englisch).
↑Roland Schmitz:Theoretische Informatik für Dummies. 1. Auflage. Wiley, 2019,ISBN 978-3-527-71431-5, 15: Top-Ten-Theoretiker: Ada Lovelace (1815–1852) – (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Als eine von ganz wenigen Zeitgenossen erkannte sie [Anm.: Ada Lovelace] das wahre Potenzial von Babbages Analytical Engine und arbeitete ab ca. 1841 mit ihm zusammen. Der Höhepunkt dieser Zusammenarbeit kam im Jahr 1843, als Ada Lovelace ein Manuskript des italienischen Ingenieurs Luigi Menabrea, in dem dieser die Analytical Engine detailliert beschrieben hatte, ins Englische übersetzte. Sie beließ es aber nicht beim bloßen Übersetzen, sondern fügte eigene ›Notes of the Translator‹ hinzu, die am Ende doppelt so lang waren wie Menabreas ursprüngliches Manuskript. Die ›Notes‹ begründeten ihren späteren Weltruhm: Sie machte den konzeptionellen Unterschied zwischen der Differential [Anm.: Engine] und der Analytical Engine deutlich …, beschrieb moderne Programmierkonzepte wie Subroutinen und relative Funktionsaufrufe und beschrieb äußerst detailliert die Instruktionen, die nötig waren, damit die Analytical Engine eine komplizierte Aufgabe aus der Zahlentheorie (die Berechnung so genannter Bernoulli-Zahlen) bearbeiten konnte. Diese Instruktionen werden heute als das erste Computerprogramm überhaupt angesehen, und Ada Lovelace als der Welt erste Programmiererin.“
↑Dorothy Stein:Ada, a life and a legacy. MIT Press, Cambridge, Mass. 1985,ISBN 0-262-19242-X.
↑Jürgen Beetz:Digital: Wie Computer denken. Springer-Verlag, 2019,ISBN 978-3-662-58630-3, 1.1 Eine Analogie zu analog und digital,S.3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Sie verfasste schriftliche Kommentare zurAnalytical Engine und entwickelte eine Methode zur Programmierung von Maschinen nach dem ‚Babbage-System‘. Sie erdachte 1843 den ersten für einen ‚Computer‘ vorgesehenen Algorithmus zur Berechnung von Bernoullizahlen … und schrieb damit das erste Computerprogramm.“
↑Reflections on the Decline of Science in England, and on Some of Its Causes. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „In 1843 Babbage's friend mathematician Ada Lovelace translated a French paper about the Analytical Engine and, in her own annotations, published how it could perform a sequence of calculations, the first computer program.“
↑Bayerischer Rundfunk Martin Schramm:Konrad Zuse, John von Neumann und Co.: Der Computer hatte viele Väter. 22. Februar 2022 (br.de [abgerufen am 4. Mai 2022]).
↑Roland Hellmann:Rechnerarchitektur: Einführung in den Aufbau moderner Computer. Walter de Gruyter, 2013,ISBN 978-3-486-72002-0,S.271 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).