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Claude Bessy (Autor)

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Claude Bessy (*20. Juni1945 in derNormandie; †2. Oktober1999 inBarcelona,Spanien), auch bekannt unter dem PseudonymKickboy Face, war einfranzösischerAutor,Sänger undMusikvideoproduzent. Er wurde alsFanzine-Redakteur und Frontmann der kurzlebigen BandCatholic Discipline in derPunkszene vonLos Angeles bekannt.

Leben und Karriere

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Claude Bessy reiste in den 1960er Jahren nachLos Angeles undAfghanistan, wo erHaschisch verkaufte. Laut einem Interview mit Richard Meltzer aus dem Jahr 1979 studierte er an derSorbonne, wurde aberexmatrikuliert, nachdem er um neun Uhr morgens betrunken mit einer FlascheBrandy aufgetaucht war und einen Professor bedroht hatte. Mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Philomena „Philly“ Winstanley[1] ließ er sich schließlich in Kalifornien nieder, wo er zunächst als Bedienung inSanta Monica arbeitete.[2]

Mitte der 1970er rief Bessy dasReggae-FanzineAngeleno Dread ins Leben. 1977 war er Mitbegründer des Punk-FanzinesSlash, aus dem später das gleichnamigeIndependent-Label mit Künstlern wieFear,Germs undX hervorging. Bessy schrieb unter dem PseudonymKickboy Face (angelehnt an ein Album des Reggae-Musikers Prince Jazzbo) über die Bands der lokalen Szene. In seinem ersten Jahr als Redakteur hatte er einen Auftritt als „Frenchie“ in der FernsehserieTheHardy Boys/Nancy Drew Mysteries.[2] Bessy und dieSlash-Redaktion sowie seine eigene BandCatholic Discipline wurden 1980 vonPenelope Spheeris gefilmt und in ihrem DokumentarfilmThe Decline of Western Civilization verewigt.

Nach Einstellung des Fanzines wanderten Bessy und Winstanley 1980 – angeblich am Tag derWahl Ronald Reagans[3] – nachEngland aus. Dort wirkte er zunächst alsPressesprecher fürRough Trade Records und schrieb LP-Begleittexte, unter anderem fürThrobbing GristlesGreatest Hits. 1982 wurde er fürFactory Records Video-DJ imHaçienda inManchester und produzierte Musikvideos für Gruppen wieThe Birthday Party,The Fall undVirgin Prunes. Nachdem er imForbidden Planet inLondon gearbeitet hatte, zog er 1987 nachBarcelona, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Dort steuerte er Kapitel zu den BüchernMake the Music Go Bang! undForming: The Early Days of L.A. Punk bei.[2][4]

Kettenraucher Claude Bessy verstarb 1999 anLungenkrebs. Er hinterließ seine Mutter und seine Ehefrau Philomena.[2][4]

Stil

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Claude Bessy blieb vor allem als prägende Figur der Punkszene von Los Angeles in Erinnerung. Als Kickboy Face gemahnte er seine Leser, in den Worten eines Zeitgenossen, zu „immer größeren Höhen der Rebellion“ und erfüllte ihre Gedanken mit „Träumen vom musikalischen Aufstand und dem Untergang der westlichen Zivilisation, wie sie sie kannten“. Das gelang ihm mit pointierten Schimpftiraden auf dieMusikindustrie, die Punkbewegung und dieherrschende Klasse.[3] InThe Decline of Western Civilization antwortete er Regisseurin Spheeris auf die Frage, ob er viele Feinde habe, mit „I should hope so. Otherwiese I’m wasting my fucking time.“ (Das hoffe ich. Ansonsten verschwende ich meine verdammte Zeit.)[5]

Seine Idealvorstellung von Punkmusik legte Kickboy Face 1977 imSlash folgendermaßen dar:

“One’s music must show how ridiculous the past few years have been, one’s music must show how incredibly vacuous the productions of the so-called pop stars are, one’s music must show how disgusting the pretentions of establishment rock are becoming.”

„Die eigene Musik muss zeigen, wie lächerlich die letzten paar Jahre waren, die eigene Musik muss zeigen, wie unglaublich nichtssagend die Produktionen der sogenannten Popstars sind, die eigene Musik muss zeigen, wie widerlich die Anmaßungen des Establishment-Rock werden.“

Kickboy Face (1977)[3]

Über die bis heute gebräuchliche GenrebezeichnungNew Wave äußerte er sich inThe Decline of Western Civilization verächtlich:

“I have excellent news for the world. There is no such thing as new wave. It does not exist. It’s a figment of a lame cunt’s imagination. There was never any such thing as new wave. It was the polite thing to say when you were trying to explain you were not into the boring old rock ‘n’ roll, but you didn’t dare to say punk because you were afraid to get kicked out of the fucking party and they wouldn’t give you coke anymore.”

„Ich habe tolle Neuigkeiten für die Welt. So etwas wie New Wave gibt es nicht. Es existiert nicht. Es ist ein Hirngespinst eines lahmen Arschlochs. So etwas wie New Wave hat es nie gegeben. Es war höflich, das zu sagen, wenn man zu erklären versuchte, dass man nicht auf den langweiligen alten Rock ’n’ Roll stehe, aber nicht wagte, Punk zu sagen, weil man Angst hatte, von der verdammten Party geschmissen zu werden und kein Kokain mehr zu bekommen.“

Kickboy Face (1980)[5]

Diskografie

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Catholic Discipline

  • 2004:Babylon Underground

Gastbeiträge

  • 1988:Unanswerable Lust(mit Luxuria)
  • 1991:Trying to Make It to the End of the Century(Various Artists)
  • 1991:The First Letter(mitWire)
  • 1994:Adios Jupiter(mit Raeo)

Filmografie

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Andrea: From Los Angeles to the Haçienda: The Ballad of Kickboy + Philomena. Warped Reality, 23. Mai 2019, abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch). 
  2. abcdMoe Bishop: Kickboy Face. Vice, 29. September 2011, abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch). 
  3. abcMark Vallen: Kickboy. Art for a Change, abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch). 
  4. abRichard Thomas: Claude Bessy. The Guardian, 23. Oktober 1999, abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch). 
  5. abClaude Bessy alias Kickboy Face in:The Decline of Western Civilization,Spheeris Films, Los Angeles 1981 (englisch).
Normdaten (Person):LCCN:n82063587 |VIAF:317283666 |Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 14. Mai 2022.
Personendaten
NAMEBessy, Claude
ALTERNATIVNAMENKickboy Face (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNGfranzösischer Autor, Sänger und Musikvideoproduzent
GEBURTSDATUM20. Juni 1945
GEBURTSORTNormandie
STERBEDATUM2. Oktober 1999
STERBEORTBarcelona,Spanien
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