| Clénet Coachworks | |
|---|---|
| Rechtsform | |
| Gründung | 1976 |
| Auflösung | 1987 |
| Sitz | Santa Barbara,Goleta,Carpinteria, jeweilsKalifornien,USA |
| Leitung | Alain Clénet, Alfred Di Mora |
| Branche | Automobile |


Clénet Coachworks war ein amerikanischer Hersteller von Automobilen im Neo-Klassik-Stil, der in den 1970er und 1980er Jahren etwa 500 Fahrzeuge produzierte. Clénet bediente in dieser Zeit die gleiche Marktnische wieExcalibur, war aber deutlich kleiner als der Konkurrent aus Milwaukee. Während Excalibur jedenfalls in den ersten Serien stilistisch noch ein konkretes Vorbild nachempfand, verwendete Clénet von Anfang eigene Entwürfe, die Designelemente der Vorkriegszeit frei interpretierten.
Clénet Coachworks wurde 1976 inSanta Barbara(CA), von Alain Clénet gegründet. Clénet, 1944 im französischenAngers geboren, hatte inParis Design studiert und war einige Jahre in Frankreich alsIndustriedesigner tätig gewesen. Beeindruckt von dem Erfolg vonExcalibur, entschloss er sich 1974, Ähnliches selbst zu versuchen, und siedelte nach Santa Barbara über. Mit Hilfe einiger Geldgeber gründete er das Unternehmen Clénet Coachworks, das im Sommer 1976 inGoleta imSanta Barbara County die Produktion eines klassischen Roadsters aufnahm. Der Betrieb arbeitete bis 1979 in einem Hangar des Flughafens von Goleta. 1980, kurz nach der Produktionsaufnahme eines neuen Modells, richtete Alain Clénet neue Produktionsanlagen ein, die ebenfalls in Goleta lagen. 1981 geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Probleme, woraufhin Alain Clénet Anfang 1982 die Produktion zunächst ruhen ließ. Alfred Di Mora, ein ehemaliger Mitarbeiter Clénets, übernahm daraufhin das Unternehmen und führte es in wiederum neuen Werkshallen inCarpinteria(CA), von 1983 bis 1986 weiter. Alain Clénet hatte unterdessen mit dem Betrieb nichts mehr zu tun. In dieser Zeit entstanden noch etwa 50 Fahrzeuge, die zumeist alsCarpinteria-Clénets bezeichnet werden und von den Liebhabern der Marke nicht selten gemieden werden.
Clénet Coachworks schloss 1987 endgültig die Tore. Die Fahrzeuge haben einen Ruf, der weit über denen der meisten anderen Neo-Klassiker liegt, und sie haben – allerdings in erster Linie in Amerika, wo derartige Fahrzeuge noch immer eine besondere Faszination auslösen – inzwischen einen Liebhaber-Status. Anhänger der klassischen Clénets einer- und die der Carpinteria-Clénets andererseits unterhalten in den USA eigenständige Clubs und betreiben eigene Webseiten. Die mit Alain Clénet verbundene OrganisationClenetcorner ist beispielsweise nur bereit, Clénets aufzunehmen, die vor 1984 hergestellt wurden; die Carpinteria-Modelle sind dort ausgeschlossen.
Das erste ModellClénet Series I aus der Zeit von 1977 bis 1979 war ein zweisitzigerRoadster. Fahrgastzelle, Fensterflächen und Türen stammten vomMG Midget. Auffallend waren die vier Auspuffrohre je Fahrzeugseite, die aus dem Motorraum ragten, sowie die vordereStoßstange, die zur Fahrzeugmitte hin nach unten zeigte. Die vorderenKotflügel hatten keine Seitenverkleidung. DerKühlergrill war stark unterteilt. Ungewöhnlich waren dreiScheibenwischer.
1979 löste derClénet Series II das erste Modell ab und blieb bis 1987 im Sortiment. DasCabriolet bot Platz für vier Personen. Die Fahrgastzelle, die leicht gebogeneWindschutzscheibe, die Türen und teilweise das Verdeck stammten vomVW Käfer Cabriolet. Weitere Unterscheidungsmerkmale waren senkrechte Streben im Kühlergrill, die seitlich etwas heruntergezogenen vorderen Kotflügel, zwölf Lüftungsschlitze je Fahrzeugseite hinter den Auspuffrohren, zwei statt drei Scheibenwischer sowie zusätzliche Seitenfenster hinter den Türen.
Zwischen 1981 und 1987 ergänzte derClénet Series III Asha das Angebot. Er war als Cabriolet undCoupé erhältlich. Auf die Auspuffrohre je Fahrzeugseite wurde verzichtet. Die hinteren Seitenfenster des Coupés waren eckig.
DerClénet Series IV war 1986 als Nachfolger des Series III Asha geplant, ging aber nicht mehr in Serienproduktion. Er ähnelte sehr dem Series I. Ein optisches Unterscheidungsmerkmal war die vordere Stoßstange, die gerade ausgeführt war.
Der Clénet Series V war ein Entwurf von Alfred di Mora. Es handelte sich erneut um einen Roadster im Neoklassik-Stil. Einige Details waren gegenüber den Vorgängermodellen geändert; das gilt beispielsweise für die sehr bauchigen Kotflügel und die Trittbretter. Das Fahrzeug kam nicht über das Stadium bloßer Skizzen hinaus; ein Prototyp wurde nicht hergestellt.