Diese kalendarische Übersicht stellt eine unvollständigeChronologie desZweiten Weltkrieges dar. Sie ist keine eigenständige Darstellung des Zweiten Weltkrieges, sondern dient vorrangig dem Auffinden von Wikipedia-Artikeln zu einem Datum oder Ereignis bzw. dessen Zuordnung zu einem Zeitraum.
Vom zweiten Halbjahr 1941 an werden derKrieg in Europa und angrenzenden Gebieten beziehungsweise derKrieg in Asien und dem Pazifik zur besseren Übersichtlichkeit halbjahresweise jeweils nachKriegsschauplätzen getrennt dargestellt. Eine detaillierte zeitliche Abfolge des gesamten Pazifikkrieges findet sich unterChronologie des Pazifikkrieges.
Am Ende der Chronologie aller Ereignisse steht separat eine kurze Übersicht der wichtigen Konferenzen in dieser Zeit.
7. Oktober: DerRegentschaftsrat inWarschau proklamiert dieUnabhängigkeit Polens und übernimmt fünf Tage darauf die Befehlsgewalt über die in seinem Einflussbereich stationierten Streitkräfte.
Österreich-Ungarn (nunmehr effektiv nur noch im Namen Österreichs) unterzeichnet denWaffenstillstand von Villa Giusti und scheidet aus dem Ersten Weltkrieg aus.
13. November: Die ungarische Regierung, welche sich durch den österreichischen Waffenstillstand vom 3. November 1918 nicht betroffen sieht, erhält einen formell separaten Waffenstillstand in Form derMilitärkonvention von Belgrad.
14. November:Józef Piłsudski, welcher am 10. November nach Warschau zurückgekehrt war und den militärischen Oberbefehl erhalten hatte, erhält (zunächst provisorisch) auch die politische Macht in der sich gründendenZweiten Polnischen Republik.
1. Dezember: DasKönigreich der Serben, Kroaten und Slowenen („SHS-Königreich“ oder „SHS-Staat“ genannt, ab 1929 offiziell „Königreich Jugoslawien“) wird gegründet.Peter I., seit 1903 König von Serbien, besteigt den jugoslawischen Thron.
27. Dezember: Polnische Nationalisten in derProvinz Posen sammeln sich zumPosener Aufstand von 1918 und 1919, welcher bis zum 16. Februar 1919 dauert und die Wiedereingliederung der mehrheitlich polnischsprachigen Provinz nach Polen zur Folge hat.
1919
5. Januar – 6. Juni: ImKärntner Abwehrkampf finden die Grenzkonflikte zwischen österreichischen und jugoslawischen Gruppierungen ihren Höhepunkt.
6. Februar: DieNationalversammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung für die junge deutsche Republik tritt inWeimar zusammen, wodurch der neue deutsche Staat den Spitznamen „Weimarer Republik“ erhält.[4.2]
28. Juni: DerFriedensvertrag von Versailles zwischen Deutschland und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs (mit Ausnahme derRepublik China) wird unterzeichnet. Da die deutsche Delegation, welche unter Protest zur Unterzeichnung gezwungen wurde, in der deutschen Öffentlichkeit mit der jungen Republik assoziiert wird, wird in Deutschland dieDolchstoßlegende populär.
1. August: Zusammenbruch der Ungarischen Räterepublik nach der Besetzung Budapests durch rumänische Truppen imUngarisch-Rumänischen Krieg.
14. August: DieWeimarer Verfassung, am 11. August 1919 erlassen, tritt in Kraft.
10. September: DerVertrag von Saint-Germain zwischen Österreich und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs wird unterzeichnet.[5.1]
19. November: DerKongress der Vereinigten Staaten verweigert die amerikanische Ratifizierung des Versailler Vertrags, wodurch ein separater Friedensschluss zwischen Deutschland und den USA nötig wird.
13. – 17. März: ImKapp-Putsch in Berlin versuchen reaktionäre Einheiten von Reichswehr und Freikorps erfolglos den Umsturz der Weimarer Republik.[1.3]
4. Juni: DerVertrag von Trianon zwischen Ungarn und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs wird unterzeichnet.[5.1]
10. August: DerVertrag von Sèvres zwischen dem Osmanischen Reich und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs wird unterzeichnet.[5.1] Der Vertrag tritt aufgrund des baldigen Endes des Osmanenreiches und der türkischen Siege imTürkischen Befreiungskrieg jedoch nie in Kraft.
Oktober: Gründung derWirtschaftlichen Aufbau-Vereinigung, in der sich deutsche Rechte und russische Emigranten, die eine Restauration der alten Ordnung in der Sowjetunion anstreben, organisieren.
18. März: Der Polnisch-Sowjetische Krieg wird durch denFrieden von Riga beendet.
25. August: Nachdem derUS-Kongress den Vertrag von Versailles abgelehnt hatte, wird derBerliner Vertrag als Separatfrieden zwischen Deutschland und den USA geschlossen.
21. Oktober: Ein Versuch vonKarl I. von Österreich-Ungarn, seinen ungarischen Thron erneut zu besteigen, wird bis zum 24. Oktober von der ungarischen Regierung unterMiklós Horthy vereitelt.[1.4]
24. Juli: Anstelle des für das Osmanenreich bestimmten Vertrags von Sèvres (10. August 1920) wird von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs stattdessen derVertrag von Lausanne mit den Türken geschlossen.
11. Januar: Streitkräfte Frankreichs und Belgiens vollziehen dieRuhrbesetzung. Die deutscheRegierung Cuno animiert die Bevölkerung der besetzten Gebiete zum Widerstand; der „Ruhrkampf“ beginnt.[1.9]
1. September: DerDawes-Plan tritt in Kraft, welcher die jährlichen Reparationszahlungen an die Wirtschaftskraft der Weimarer Republik anpasst.
1925
27. Februar: Die nach dem Hitlerputsch kurzzeitig aufgelöste NSDAP (die an den Wahlen des Jahres 1924 stattdessen alsNSFB teilgenommen hatte) wird neugegründet.[1.13]
5.–16. Oktober: Deutschland erkennt imLocarnopakt die vom Versailler Vertrag geschaffenen Westgrenzen an
1926
26. Januar: Gründung derStega, dieReichswehr plant im Geheimen die Mobilmachung der Rüstungsindustrie
12. – 15. Mai: In Polen erzielt Józef Piłsudski mit Hilfe der politischen Linken und weiter Teile der polnischen Streitkräfte im sogenanntenMaiputsch die Absetzung der Regierung von PremierWincenty Witos, wodurch es zur Errichtung desSanacja-Regimes kommt.
7. November:Mao Zedong, inzwischen Vorsitzender des Allchinesischen Exekutivkomitees und Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, ruft die „Chinesische Sowjetrepublik“ aus
1932
7. Januar:Stimson-Doktrin, die USA erklären, keine territoriale Veränderungen durch Gewalt anzuerkennen
28. Januar bis 5. Mai:Schlacht um Shanghai, die mit einem durch den Völkerbund vermittelten Waffenstillstand endet, derShanghai zur entmilitarisierten Zone erklärte.
27. Juni: Vorschlag des französischen PolitikersLouis Barthou für ein „Ost-Locarno“
30. Juni bis 2. Juli: Der so genannteRöhm-Putsch führt zur Ausschaltung derSA und sichert für dieReichswehr die Rolle als alleiniger Waffenträger, zugleich innenpolitisch bedeutsamer Teil der Absicherung der neuendiktatorischen Herrschaftsform der Nationalsozialisten.
25. – 27. Juli:Juliputsch, gescheiterter nationalsozialistischer Umsturzversuch in Österreich, BundeskanzlerDollfuß wird in seinen Amtsräumen ermordet.
1. August: Das „Gesetz über das Oberhaupt des Deutschen Reiches“ vereinigt die Ämter desReichspräsidenten und des Reichskanzlers, am nächsten Tag stirbt der bisherige ReichspräsidentHindenburg, am 19. August 1934 wird durch eine Volksabstimmung die Vereinigung der Ämter bestätigt.
20. August: neuer Text desFahneneids der Reichswehr, die Soldaten werden nun auf den „Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber derWehrmacht“ persönlich vereidigt.
18. September: Eintritt der Sowjetunion in den Völkerbund.
2. Mai:französisch-sowjetischer Beistandspakt, einige Historiker vertreten die Meinung, dass die Einführung der Wehrpflicht in Deutschland eine Reaktion auf die Verhandlungen über ein französisch-sowjetisches Bündnis war.
12. Mai: Józef Piłsudski stirbt und wird als Anführer des Sanacja-Regimes durchEdward Rydz-Śmigły ersetzt.
16. Mai: Beistandspakt zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjetunion.
21. Mai: Außenpolitische Reichstagsrede Hitlers betont Bereitschaft zum Frieden, zugleich neues Wehrgesetz und ein geheimes „Reichsverteidigungsgesetz“, das die Wirtschaft zurRüstungsproduktion verpflichtet, neu geschaffenes Amt „Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft“ wird mitSchacht besetzt.
18. Juni:Deutsch-britisches Flottenabkommen – die Stärke der deutschen Marine darf 35 Prozent der Stärke der britischen Marine nicht überschreiten.
15. September:Reichsparteitag in Nürnberg,Nürnberger Gesetze, Juden werden die Bürgerrechte entzogen, die NS-Parteifahne, die Hakenkreuzfahne, wird weitere Reichsflagge.
3. Oktober:Italienischer Überfall auf Äthiopien, der Völkerbund verhängt ein Waffenembargo und verfügt eine Kredit- und Rohstoffsperre gegen Italien, dieUSA liefern weiter Treibstoff.
1936
15. Januar: Japan verweigert eine Beschränkung seiner Flotte und verlässt die Londoner Flottenkonferenz.
4. Februar:Wilhelm Gustloff, Landesgruppenleiter der NSDAP-Auslandsorganisation in der Schweiz wird vonDavid Frankfurter in Davos erschossen, der damit gegen den Antisemitismus in Deutschland protestieren wollte.
27. Februar: Annahme des französisch-sowjetischen Militärpaktes durch die französischeNationalversammlung mit 353:164 Stimmen, Annahme imSenat am 12. März
16. Juli: Beginn desSpanischen Bürgerkriegs (siehe auch:Chronologie des Spanischen Bürgerkriegs), auch alsSpanienkrieg bezeichnet; wurde zwischen der demokratisch gewählten Regierung derZweiten Spanischen Republik („Republikanern“) und den rechtsgerichtetenPutschisten unter GeneralFrancisco Franco („Nationalisten“) ausgetragen. Er endete 1939 mit dem Sieg der Nationalisten vor allem mit der Hilfe der faschistischen Verbündeten aus Italien und Deutschland. Ihm folgte das Ende der Republik in Spanien und die bis zum Tode Francos 1975 anhaltendefranquistische Diktatur (1939–1976). Die Nationalisten werden von Deutschland (Legion Condor), Italien (Corpo Truppe Volontarie) und Portugal (Legion Viriato) unterstützt, die Republikaner durch die Sowjetunion sowie durch autonomie Freiwilligenverbände, dieInternationalen Brigaden.
August: Hitler postuliert in seiner geheimenDenkschrift zum Vierjahresplan einen sowjetischen Angriffswillen und fordert: „I. Die deutsche Armee muß in vier Jahren einsatzfähig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muß in vier Jahren kriegsfähig sein“[7.1]
7./8. Februar: Deutsche Piloten der Legion Condor sind amMassaker von Málaga der span. Nationalisten an zivilen Flüchtlingen beteiligt. 3.000 bis 5.000 Flüchtlinge kamen dabei ums Leben.
Juni: Beginn der „Säuberung“ der Roten Armee durch Stalin in der Sowjetunion
5. Juli: nach einer so datierten Anweisung errichteten die Putschisten während des so genanntenSpanischen Bürgerkrieges inMiranda de Ebro ein erstesspanisches Konzentrationslager nach deutschem Vorbild. Das Lager wurde von dem Gestapo-Mitglied (und Botschaftsangehörigen)Paul Winzer durchgehend bis 1947 geführt (KZ-Kommandant). Es fand auch eine Besichtigung mit Himmler statt.
In manchen Darstellungen, jedochgeschichtswissenschaftlich umstritten, wird der Beginn desZweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 als eigentlicher Beginn des Zweiten Weltkrieges angegeben. Damit wird der asiatische Kriegsschauplatz in der Bedeutung der Auseinandersetzung vieler Staaten betont/überbetont.
5. November: Hitler präzisiert seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Niederschrift (auch: Hoßbach-Protokoll))
6. November: Italien tritt dem Antikominternpakt bei
Dezember:Fall Grün (mehrere Weisungen Hitlers an dieWehrmacht, die spätere Eroberung der Tschechoslowakei planerisch vorzubereiten), nach außen löst Hitler in der Folgezeit mit verschiedenen Erklärungen gegenüber der Tschechoslowakei dieSudetenkrise aus
10. April: eineVolksabstimmung in Österreich bestätigt den Anschluss an Deutschland
17. Mai: derNaval Expansion Act ermöglicht die Erhöhung der Flottenausgaben der USA um 1 Milliarde Dollar innerhalb von zehn Jahren
20. Mai: die so genannteMaikrise bzw.Wochenendkrise – dieTschechoslowakei führt auf Grund fehlerhafter Meldungen über deutsche Truppenbewegungen eineTeilmobilmachung durch
30. Mai: HitlersWeisung „Grün“ (in der neuen Fassung) beginnt mit den Worten: „Es ist mein unabänderlicher Entschluß, die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine militärische Aktion zu zerschlagen. Den politisch und militärisch geeigneten Zeitpunkt abzuwarten oder herbeizuführen, ist Sache der politischen Führung.“[8.1]
29. Juli:Schlacht am Chassansee, japanische Truppen erobern zwei sowjetische Anhöhen im Grenzgebiet zur Mandschurei
5. Oktober: der Präsident der Tschechoslowakischen Republik,Edvard Beneš, legt sein Amt nieder und flüchtete nachLondon, einen Tag später erklärten die Slowaken die von ihnen ersehnteAutonomie innerhalb der Tschechoslowakei, diese wird einen Tag später vonPrag anerkannt.
19. Oktober: Weisung desPropagandaministeriums an die deutsche Presse, es solle nunmehr „das Selbstvertrauen des deutschen Volkes zu seiner eigenen Kraft und seinen militärischen Machtmitteln gestärkt werden“[9.1]
9. November / 10. November: derNovemberpogrom (verharmlosend „Reichskristallnacht“), die zentral organisierte Ermordung, Misshandlung und Beraubung durch NSDAP-Organisationen jüdischer Deutsche im ganzen Deutschen Reich ist der Beginn der massiv verschärften Verfolgung. Hunderte werden ermordet. In den Wochen danach werden Tausende inKonzentrationslagern zur Überschreibung ihres Besitzes an Nazis und zur Flucht, evtl. noch mit ihrer Familie, ins Ausland erpresst. Der wenige Monate danach ausgelöste Zweite Weltkrieg wendet sich ausdrücklich (Hitler) gegen das „Judentum“, bzw. das „Weltjudentum“.
22. November: dasAutonomiegesetz benennt dieTschechoslowakische Republik um, dieser vom Deutschen Reich abhängige Staat wurde auchZweite Republik genannt, außenpolitisch wird der gesamte Vorgang als ein Sieg Hitlers über Großbritannien und Frankreich ohne Blutvergießen wahrgenommen, zugleich gibt es die Interpretation (vor allem durchN. Chamberlain), dass dadurch ein Krieg mit Deutschland verhindert worden sei, dazu der BegriffAppeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik)
24. November: Weisung Hitlers zur „handstreichartigen Besetzung von Danzig“
6. Dezember: deutsch-französische Erklärung der beiden Außenminister Ribbentrop/Bonnet (keine Grenzstreitigkeiten, Konsultation bei Konflikten)
Januar bis August 1939
24. Januar:Reinhard Heydrich übernimmt von Göring den Auftrag zur „Lösung der Judenfrage“
27. Januar: derZ-Plan zum Aufbau einer großen Flotte bis 1947/48 tritt in Kraft
30. Januar: Hitler kündigt bei einer Rede imReichstag im Falle eines neuenWeltkriegs die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ an
27. Februar: Frankreich und England erkennen die Regierung Franco an
10. März: die so genannte „Kastanienrede“ Stalins; sie wird allgemein als Signal der Verständigungsbereitschaft der Sowjetunion mit Deutschland aufgefasst
13. März: Hitler setzt den von den Tschechen bereits abgesetzten slowakischen PremierministerJozef Tiso unter Druck, eine unabhängigeErste Slowakische Republik (unter deutschem Schutz/Druck) auszurufen
14. März: das aus Wahlen hervorgegangene slowakische Parlament stimmt einstimmig für die Selbstständigkeit
15. März: Verständigung zwischen der deutschen und britischen Industrie imDüsseldorfer Abkommen
21. März: der deutsche Außenminister führt wieder ein Gespräch mit dem polnischen Botschafter in Berlin über den „Anschluss Danzigs“ an das Deutsche Reich und fordert exterritoriale Zugänge nach Ostpreußen
22. März: erzwungene Rückgabe desMemellandes vonLitauen an das Deutsche Reich
23. März: dieSlowakei wird durch den Schutzvertrag ein eng an Deutschland gebundener Staat
26. März: Polen weist die seit Oktober gemachten deutschen Angebote zu Danzig und dem Korridor endgültig zurück und leitet eine Teil-Mobilmachung der Streitkräfte ein
27. März: Spanien tritt dem Antikominternpakt bei
28. März: die aufständischen Truppen des spanischen GeneralsFranco erobernMadrid
11. Mai – 30. August: japanische Truppen greifen Soldaten der mit der Sowjetunion verbündetenMongolischen Revolutionären Volksarmee an, um Gebietsansprüche durchzusetzen, derJapanisch-Sowjetische Grenzkonflikt beginnt, bei dem von Seiten Japans auchbiologische Waffen zum Einsatz kommen. Hohe japanische Verluste (Battles of Khalkhyn Gol – Battles of Nomonhan), beendet mit Waffenstillstand.
11. Mai: Polen lehnt ein Beistandsangebot der Sowjetunion ab
15. Mai bis 17. Mai: französisch-polnische Militärbesprechungen inParis
19. Mai: Unterzeichnung des französisch-polnischen Militärabkommens durch den französischen GeneralstabschefMaurice Gamelin und dem polnischen KriegsministerTadeusz Kasprzycki, Frankreich verpflichtete sich im Falle eines deutschen Angriffs auf Polen oder Bedrohung seiner Lebensinteressen in Danzig, nach 15 Tagen mit demGros seiner Truppen eine Offensive gegen Deutschland zu beginnen[10.1]
22. Mai: Unterzeichnung desStahlpakts zwischen Deutschland und Italien
23. Mai: Hitler gibt in einer Rede vor den Oberbefehlshabern (Schmundt-Protokoll), seinen Entschluss Polen anzugreifen bekannt, er führt aus:„Es entfällt also die Frage Polen zu schonen und bleibt der Entschluß, bei erster passender Gelegenheit Polen anzugreifen.“
26. Mai: Mit dem „Military Training Act“ führt Großbritannien dieWehrpflicht ein
7. Juni: Mit dem „Strategic and Critical Materials Stock Pilling Act“ beschließt der amerikanische Kongress den Aufkauf und die Bevorratung kriegswichtiger Rohstoffe im Umfang von 100 Millionen Dollar
die einsetzende, bis dahin unterbundene, nationalsozialistischen Propaganda zumPolnischen Korridor weist darauf hin, dass fortanPolen ins Visier genommen wird, darauf unterzeichnen die Regierungen Polens, Großbritanniens und Frankreichs Beistandsverträge
die Generalstabs-Planungen für den Krieg gegen Polen, CodenameFall Weiß, werden bis zum 15. Juni abgeschlossen
5. Juli: Beschluss einer Konferenz der SS mit dem OKW unter LeitungHeydrichs zunächst fünf, schließlich 16,Polizei-Einsatzgruppen für Aufgaben hinter der Frontlinie aufzustellen
18. Juli:Wohlthat-Gespräche. Görings VertrauterHelmuth Wohlthat trifft in London ein und führt mit Horace Wilson (Head of the Home Civil Service unterNeville Chamberlain) undRobert Hudson Geheimverhandlungen über eine deutsch-britische Verständigung. Diese geraten durch die britische Presse an die Öffentlichkeit
31. Juli: Chamberlain kündigt die Entsendung einer Militärmission in die Sowjetunion an.
6. August: sowjetischer Zehnjahresplan zum Aufbau einer Flotte aus 15 Schlachtschiffen derSowjetski-Sojus-Klasse
11. August: die britische und französische Militärmission trifft inMoskau ein, um über ein Bündnis gegen Deutschland zu verhandeln
17. August: derDeutsch-Sowjetische Wirtschaftsvertrag über sowjetische Rohstofflieferungen ermöglicht Hitler einen Krieg zu planen, ohne die Auswirkungen einer erneutenSeeblockade zu fürchten, die im Ersten Weltkrieg zur deutschen Niederlage führte und 1919 die Zustimmung zumVersailler Vertrag erzwang
21. August: ausWilhelmshaven: das PanzerschiffAdmiral Graf Spee läuft in Richtung Atlantik und das LinienschiffSchleswig-Holstein zum „Besuch“ nach Danzig aus – mit an Bord versteckten Landungstruppen
24. August: BotschaftRoosevelts an Herrn Hitler, mit der Aufforderung im Interesse des „Weltfriedens“ die „territoriale Intgegrität“ der anderen Nationen im vollen Umfang zu achten, und Streitigkeiten in „direkten Verhandlungen“ zu bereinigen
25. August:
Angebot Hitlers / des Deutschen Reichs an Großbritannien, für Handlungsfreiheit im Osten will er auf jegliche Grenzkorrekturen im Westen verzichten und erklärt sich bereit, das britische Empire, im Fall eines Angriffs durch Dritte, mit der deutschen Armee zu verteidigen
Unterzeichnung einer Beistandsvereinbarung zwischen Polen und Großbritannien für den Fall eines deutschen Angriffs auf Polen
Beginn der Vermittlungsversuche vonBirger Dahlerus zwischen Hitler und GB/Fr
Kriegsverlauf 1939 bis 1945
1939
Bündnisse, Abhängigkeiten im September 1939
Danzig und Polen werden besetzt. DieRote Armee marschiert ebenfalls in Polen, Litauen und Finnland ein. Annexion weiter Gebiete und Errichtung einer deutschen besonderen Besatzungszone, dem Generalgouvernement, in Polen. Massive Repressalien gegen die Zivilbevölkerung, insbesondere die massenhafte Verschleppung und Ermordung jüdischer Polen beginnt (als Spezialtruppe hierfür: Polizei-Einsatzgruppen). Ein geplantes Eingreifen Großbritanniens und Frankreichs gegen Deutschland und die Sowjetunion kommt faktisch nicht mehr zustande.
Ereignisse im Jahr 1939 unmittelbar vor Kriegsbeginn:
25. August: Um 15:02 Uhr gibt Hitler den Befehl, den Angriff auf Polen am Morgen des 26. August zu beginnen, sagt den Angriffsbeginn aber um 20:00 Uhr wieder ab.
26. August: Die Absage erreicht eine deutsche Kommandoeinheit nicht, diese greift den Bahnhof im polnisch besetztenMosty an (Besetzung des Jablunkapasses).
Anlässlich des Kriegsbeginns verhaftet dieGeheime Staatspolizei (Gestapo) in derKriegs-Sonderaktion zahlreiche führende Vertreter der aufgelösten Gewerkschaften und zerschlagener Oppositionsparteien.
Gemäß demPlan Worekverminen die fünfU-Boote derpolnischen Marine die Küstengebiete gegen Seelandungen und Artillerieangriffe. Die U-Boote sind aufgrund der deutschen Luftüberlegenheit nicht in der Lage offensiv aufzutreten und die einzelnen Kommandanten brechen die Operation Mitte September eigenständig ab und laufen neutrale oder verbündete Häfen an.
Verlegung der ersten polnischen Häftlinge in das neu errichteteKonzentrationslager Stutthof bei Danzig. Bis Kriegsende sterben dort 65.000 Menschen.
3. September: Nach Ablauf des Ultimatums vom Vortag erklären die Westmächte dem Deutschen Reich den Krieg. Der britische BotschafterNevile Henderson überreicht dem deutschen AußenministerJoachim von Ribbentrop um 9:00 Uhr ein Schreiben, welches den britischen Kriegseintritt innerhalb von zwei Stunden ankündigt. Frankreichs BotschafterRobert Coulondre überreicht ein ähnliches Ultimatum, das bis 15:00 Uhr befristet ist.
Der britische Vizekönig inIndien LordLinlithgow erklärt ohne die führenden indischen Kräfte zu konsultieren, den Kriegszustand mit Indien auf der Seite Großbritanniens (In der Folge traten die Regierungen der Kongresspartei in den sieben von ihnen regierten Provinzen Indiens zurück und es kam zu einer Massenbewegung gegen den Einsatz indischer Soldaten).
Das mit dem Deutschen Reich verbündeteItalien (Achsenmächte) erklärt sich als „nicht kriegführend“.
Die Versenkung des britischen PassagierschiffsAthenia durchU 30 eröffnet die Kampfhandlungen derAtlantikschlacht.
6. September: Die deutsche14. Armee erobertKrakau. Die polnischen Streitkräfte müssen sich hinter die geplanten Verteidigungsstellungen zurückziehen.StaatspräsidentIgnacy Mościcki und die Regierung setzen sich von Warschau nachBrest-Litowsk ab.
Aufgrund ausbleibender Entlastungsangriffe der Westmächte und nach der Neutralitätserklärung des BündnispartnersRumänien, bleibt Polen militärisch isoliert.
9. September: Ohne auf deutschen Widerstand zu stoßen, dringen französische Einheiten an der deutschen Westgrenze imWarndt sowie zwischenMosel undPfälzerwald bis zu acht Kilometer auf deutsches Staatsgebiet vor (Saar-Offensive). Ein Angriff auf den befestigtenWestwall erfolgt nicht. In Erwartung einer Offensive ist die deutsche Zivilbevölkerung aus dem Grenzgebiet in dasLandesinnere evakuiert worden (sieheSitzkrieg, auchfranzösischDrôle de guerre für „komischer, seltsamer Krieg“;englischPhoney War).
Nach dem deutschen Sieg in derSchlacht bei Radom geraten 60.000 polnische Soldaten in Kriegsgefangenschaft.
Zur militärischen Unterstützung Frankreichs entsendet die britische Regierung die ersten vierDivisionen eines Expeditionsheers. Bis zum Mai 1940 erreicht dieBritish Expeditionary Force (BEF) eine Stärke von 394.000 Soldaten (zwölf Divisionen) und unterstehtJohn Vereker, 6. Viscount Gort.
15. September: Der polnische OberbefehlshaberMarschallEdward Rydz-Śmigły befiehlt seinen Truppen den Rückzug nach Südosten.
27./28. September: BombardierungWarschaus durch die Luftwaffe und Artillerie
InWejherowo (Neustadt) werden Psychiatriepatienten durch deutsche Truppen der SS ermordet. Anschließend wird in der betroffenen Klinik ein deutsches Lazarett eingerichtet.
September bis Dezember: Kurz nach Beginn des Krieges in Polen ermorden Angehörige der Schutzstaffel (SS) und des „Volksdeutschen Selbstschutzes“ in den Wäldern um das Dorf Wielka Piaśnica bei Danzig zwischen September und Dezember 1939 mehrere tausend Menschen. DieMassaker von Piaśnica gelten als erster systematisch durchgeführter Massenmord der Nationalsozialisten im deutsch besetzten Europa. Opfergruppen sind Angehörige der polnischen undkaschubischenIntelligenz, polnische Kriegsgefangene, Patienten deutscher und polnischer Psychiatriekliniken sowie als größte Gruppe deportierte Gestapo-Gefangene aus dem Reichsgebiet.
26. Oktober: Der NS-Funktionär, Reichsminister und JuristHans Frank wirdGeneralgouverneur der nicht dem Deutschen Reich eingegliederten Teile des besetzten Polen (sieheGeneralgouvernement). Frank hat seinen Amtssitz zunächst inŁódź, ab November 1939 inKrakau in der königlichen BurgWawel. Diese Aufteilung und die Ernennung Franks verringert den Machtbereich des militärischen OberkommandierendenBlaskowitz in Bezug auf seine Stellung alsChef der Zivilverwaltung (C.d.Z.).
6. Oktober: Deutschland bietet den Westmächten Frieden an
7. Oktober: dasLandkreis Suwalken genannte Gebiet umMarijampolė,Litauen, wird gemäß einer deutsch-sowjetischen Übereinkunft von der Wehrmacht besetzt; später von der Besatzungsmacht in LandkreisSudauen umbenannt.
11. Oktober: Beginn sowjetisch-finnischer Verhandlungen über die Überlassung von Stützpunkten
14. Oktober: das deutsche U-BootU 47 versenkt das britische SchlachtschiffRoyal Oak inScapa Flow
19. Oktober: Ankunft der ersten drei Transporte von zur Arbeit gezwungenenJuden aus Wien (vomAspangbahnhof; u. a.) gemäßNisko-Plan zur Schaffung des Barackenlagers eines „Judenreservates“ inNisko, Polen, in der Nähe zur Grenze mit dem sowjetisch besetzten Teil Polens. (Der Plan wird im November abgeblasen)
3. November: die USA heben das in ihnen geltende allgemeine Waffen-Ausfuhrverbot nur für Großbritannien und Frankreich auf
6. November: Bei derSonderaktion Krakau werden von deutschen Besatzern über 180 Professoren und andere Universitätsangehörige aus der Jagiellonen-Universität entführt und in Konzentrationslagern inhaftiert.
8. November: missglücktes BombenattentatGeorg Elsers auf Hitler und die versammelte nationalsozialistische Führung im MünchnerBürgerbräukeller
ein geplantes Eingreifen Großbritanniens und Frankreichs gegen die Sowjetunion kommt nicht mehr zustande
7. Dezember: Beginn derSchlacht von Suomussalmi, in der zwei sowjetische Divisionen zerschlagen werden (bis Januar 1940)
14. Dezember: Ausschluss der Sowjetunion aus demVölkerbund, wegen ihres Angriffs auf Finnland
17. Dezember: KapitänHans Langsdorff (1894–1939) befahl das PanzerschiffAdmiral Graf Spee in der Mündung desRío de la Plata vor Argentinien zu versenken, damit Schiff und seine technische Ausrüstung nicht in die Hände der überlegenen Verbände derRoyal Navy fallen konnte. Die gesamte Schiffsbesatzung wurde zuvor evakuiert. Den Befehl zum Kampf negierte er damit.
1940 greift das Deutsche Reich Dänemark und Norwegen an, es folgt anschließend deren Besetzung. Einmarsch in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Nordfrankreich (der so genannteWestfeldzug), der zur Besetzung von Paris führt. Die Evakuierung von über 300.000 alliierten Soldaten bei Dünkirchen gelingt. Deutsche Luftangriffe auf Großbritannien. Hitlers Militär erreichen das Hauptziel, Großbritannien aus dem Krieg herauszuhalten oder zur Aufgabe zu zwingen, nicht. Die Sowjetunion besetzt die baltischen Staaten und das rumänische Bessarabien. Planungen für den Krieg gegen die Sowjetunion. Der Abschluss eines Dreimächtepakts zwischen Italien, Japan und dem Deutschen Reich, dem danach weitere Staaten beitreten, ist ein Erfolg Hitlers in der Außenpolitik.
Kriegsereignisse 1940
5. Januar:Leslie Hore-Belisha (1893–1957), der brit. Kriegsminister,Secretary of War von 1937 bis 1940, wird von PMChamberlain entlassen. Den Hintergrund bildeten u. a. antisemitische Vorurteile gegen ihn.
10. Januar:Mechelen-Zwischenfall: ein deutsches Militärflugzeug muss in Belgien notlanden, ein Luftwaffenoffizier führt Teile des Aufmarschplanes mit sich, der damals geplante Angriffstermin 17. Januar wird verschoben
30. Januar: dieSchlacht um Süd-Henan dauert einen Monat und endet mit einem chinesischen Sieg
5. Februar: Planung der Landung von vier deutschen Divisionen inNarvik
11. Februar: Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion für die Dauer eines weiteren Jahres
unter dem BegriffGeneralplan Ost (GPO) werden eine Reihe von Plänen, Planungsskizzen und Vortragsmaterialien zu einer möglichen neuen Siedlungsstruktur als Planungsgrundlage für eine Kolonisierung und „Germanisierung“ von Teilen des östlichen Mittel- und Osteuropas
16. Februar:Altmark-Zwischenfall, das deutsche Transportschiff „Altmark“ wird in Norwegen durch einen britischen Zerstörer aufgebracht
17. Februar: dieMannerheim-Linie in Finnland wird von sowjetischen Truppen durchbrochen
21. Februar: Weisung Hitlers für die weitere Planung im skandinavischen Raum
24. Februar: derSichelschnittplan wird offiziell zur Grundlage der deutschen Angriffsplanung im Westen
25. Februar bis 21. März: Vermittlungsversuche vonSumner Welles
1. März:Unternehmen Weserübung – die BesetzungDänemarks undNorwegens – wird auf deutscher Seite beschlossen, Ziel des geplanten Unternehmens ist die weitereEisenerzeinfuhr aus dem neutralen Schweden und finnischemNickel ins Deutsche Reich. Großbritannien wollte diese Rohstofflieferungen verhindern
13. März: Der Friedensvertrag beendet denWinterkrieg
14. März: in derSchlacht um Shanggao erringt die chinesische Armee bis zum 9. April einen Sieg
17. März: der Generalbevollmächtigte für das Bauwesen,Fritz Todt, wird zumReichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt und kontrolliert damit praktisch die gesamtedeutsche Kriegswirtschaft
ab 30. März bzw. 16. Mai 1940: die„Außerordentliche Befriedungsaktion“ (meist abgekürztAB-Aktion) in Polen war eine Massenmordkampagne der deutschen Besatzungsmacht, gemeinsam vonSS-Einsatzgruppen und örtlichenvolksdeutschen Selbstschutz-Einheiten durchgeführt. Sie hatte den Charakter eines Völkermords; im Frühling und Sommer wurden im Rahmen dieser Aktion imGeneralgouvernement etwa 7500 Personen verhaftet, von vorgeblichen SS-Standgerichten zum Tode verurteilt und ermordet. (Zeitraum 30. März – Juni 1940, dauerte aber darüber hinaus an und wurde nach dem 22. Juni 1941 (Angriff auf UdSSR) auf das von der Sowjetunion seit 17. September 1939 besetzte Ostpolen ausgedehnt.Dt. Kriegsverbrechen)
31. März: der HilfskreuzerAtlantis unterKapt. B. Rogge lief aus Kiel zu einem 600 Tage dauernden Kreuzerkrieg aus (u. a. Südatlantik und Indischer Ozean).
3. April,Katyn, Russische SFSR: Angehörige dessowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) beginnen (3. April bis 11. Mai) mit der Ermordung von etwa 4400 gefangene Polen, größtenteils Offiziere, in einem Wald bei Katyn, 20 Kilometer westlich vonSmolensk. Diese Tat gehörte zu einer Reihe von Massenmorden an 22.000 bis 25.000 Berufs- oder Reserveoffizieren, Polizisten und anderen Staatsbürgern Polens, darunter vielen Intellektuellen.Siehe auch zurGedenkstätte Katyn (2000 eröffnet)
8. April: die alliierte, nicht mehr ausgeführte,Operation Wilfred sollte deutsche Transporte von Eisenerz aus Schweden durch neutrale norwegische Gewässer im Rahmen desPlans R4 verhindern
InvasionDänemarks unter dem CodewortWeserübung-Süd (16 Tote auf dänischer Seite), Regierung und König bleiben im Land
Die norwegischeKüstenbatterie Oscarsborg (von 1856) vorOslo versenkt den Schweren Kreuzer Blücher. Der KönigHåkon VII. gelangt durch diesen Zeitgewinn ins Exil nach England.
3. Mai Besetzung von Rjukan mit der einzigenSchwerwasserfabrik der Welt inVemork. Sie fiel unbeschädigt indeutsche Hände, aber man stellte fest, dass der gesamte Vorrat an schwerem Wasser bereits abgegeben worden war. Dies könnte für dieHeeresleitung ein Warnzeichen gewesen sein, dass die Alliierten ebenfalls an der Nutzung derKernspaltung interessiert waren (dt.Uranprojekt). Dort später dieOperation Gunnerside (vgl. Filmprojekt Operation Swallow).
sieben deutsche Armeen greifen (Fall Gelb) dieneutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg an. Überreichung einer diplomatischen Note an die Botschafter dieser Länder um 5:45 Uhr mit der verklausulierten Kriegserklärung, dass das Reich ihre Neutralität militärisch sicherstellen wird
das Großherzogtum Luxemburg wird besetzt
bereits an diesem Tag wird das für uneinnehmbar gehaltene belgischeFort Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen
die niederländische Regierung hatte zunächst versucht, sich neutral zu verhalten, Beginn der Invasion derNiederlande
13. bis 15. Mai:Schlacht von Sedan: nach dem Durchbruch durch dieArdennen erkämpfen sich deutsche Panzertruppen bei Sedan den Übergang über dieMaas
Foto Rotterdams nach dem Bombenangriff vom 14. Mai 1940 und anschließender Enttrümmerung (aufgenommen 1942)
14. Mai:
der deutscheLuftangriff auf Rotterdam fordert 800 Todesopfer – die Kapitulationsverhandlungen waren bereits aufgenommen.
Kapitulation der niederländischen Truppen
der NS-FunktionärSeyß-Inquart, der bis dahin Stellvertreter des Generalgouverneurs im besetzten Polen war, wird deutscherReichskommissar für dieNiederlande
GeneralFriedrich Christiansen war vom 29. Mai 1940 bis zum 7. April 1945 der deutscheWehrmachtbefehlshaber und vom 10. November 1944 bis 28. Januar 1945 zugleich auch Oberbefehlshaber (OB) der dort eingesetzten25. Armee.
18. Mai: das GebietEupen-Malmedy wird in das Deutsche Reich eingegliedert
19. Mai: die deutsche 6. Armee erreicht den FlussSchelde und stößt bisAbbeville vor. Der Vormarsch erfolgt so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten in Nordfrankreich abgeschnitten werden; sie ziehen sich nachDunkerque (Dünkirchen) zurück
20. Mai: DasCommittee to Defend America by Aiding the Allies, welches zur materiellen und moralischen Unterstützung der Alliierten im Kampf gegen Deutschland aufruft, gibt seine Gründung bekannt.
23. Mai: Nach derBesetzung der Niederlande wurde der SS-FührerHanns Albin Rauter zum „Generalkommissar für das Sicherheitswesen“ und Höherer SS- und Polizeiführer „Nordwest“ beim Reichskommissar für die Niederlande Seyß-Inquart ernannt. In seiner Position als Polizeikommandeur und ranghöchster SS-Führer in den Niederlanden verantwortete Rauter die Deportationen von etwa 110.000 niederländischen Juden in die Vernichtungslager (rund 6.000 überlebten), die Bekämpfung des niederländischen Widerstands und die harten Besatzungsbedingungen. Etwa 300.000 Niederländer wurden zur Zwangsarbeit ins Reich verschleppt und ihre Besitztümer beschlagnahmt. Der vom niederländischen Widerstand organisierte Generalstreik im Februar 1941 wurde auf Rauters Befehle blutig niedergeschlagen.
24. Mai: Hitlers umstrittener Stoppbefehl für die Panzerstreitkräfte derHeeresgruppe A
26. Mai – bis 5. Juni: dieSchlacht von Dünkirchen beginnt; am 4. Juni Einnahme von Dunkerque
27. Mai: die britischeOperation Dynamo (Evakuierung von über 300.000 alliierten Soldaten) bei Dünkirchen läuft an. Wird am 4. Juni abgeschlossen.
Frankreich bereitet sich auf die Verteidigung vor.Fall Rot ist der deutscheDeckname für die zweite Offensive in Frankreich
28. Mai: Kapitulation der belgischen Armee
29. Mai: deutsch-rumänischer Öl-Waffen-Pakt
Mai/Juni: in Polen werden im Rahmen derAB-Aktion und desPalmiry-Massakers polnische Zivilisten massenhaft ermordet
1. Juni: Flugzeuge desKampfgeschwaders 53 „Legion Condor“ überfliegen bei Angriffen auf Frankreich die Grenze zurSchweiz. Schweizer Flieger schießen in der Verteidigungsposition davon elf deutsche Maschinen ab.
4. Juni: bei einer folgenden deutschen „Strafexpedition“ werden drei Flugzeuge der Schweiz abgeschossen[15]
5. Juni: deutsche Offensive an derAisne und derSomme
6. Juni: die Reichsregierung protestiert gegen die Schweizer „Luftangriffe“ und fordert den Schweizer Bundesrat zu einer Entschuldigung auf (wiederholt am 19. Juni)
8. Juni: Abzug der bis dahin erfolgreichen alliierten Expeditionskräfte aus dem Gebiet vonNarvik
9. Juni: Soldaten der 6. Infanterie-Division überschreiten dieSeine
10. Juni:
dasnorwegische Militär kapituliert, KönigHåkon VII. und die Regierung gehen ins britische Exil
ab dieser Zeit:Shetland Bus, mit Fischerbooten flohen 1940 etwa 600 Norweger auf die britischenShetlandinseln. 1941 bis 1945 konnten so 373 Flüchtlinge gerettet werden. Umgekehrt wurden norwegischen Widerstandskämpfer und 192 Agenten über diesen Weg nach Norwegen eingeschleust (Standorte Lunna undScalloway beiLerwick undTelavåg; Verluste: 33 Mann und sieben Schiffe).
Mussolini beschließt, in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten
10.–13. Juni: Operation Cycle, Evakuierung von ca. 11.000 britischen und anderen alliierten Soldaten ausLe Havre
11. Juni: Beginn erster italienische Luftangriffe gegen das britischeMalta (Bombardierungen), zunächst kein Versuch der Invasion, Blockade – brit. Bezeichnung:Zweite große Belagerung Maltas (bis Nov. 1942)
14. Juni:
• Paris wird besetzt, zuvor von französischem Militär teilweise geräumt (Paris im 2. WK)
15.–25. Juni: weitere britische Evakuierung,Operation Aerial, von mehr als 215.000 alliierten Soldaten ausCherbourg,St. Malo und anderen Häfen nach England
17. Juni: … die als Truppentransporter eingesetzteLancastria wird vor derLoiremündung von der deutschen Luftwaffe versenkt.
17. Juni:
der Ex-MarschallPhilippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, erklärt die Niederlage Frankreichs
Der sowjetische AußenministerMolotow gratuliert dem Deutschen Reich zum Sieg über Frankreich
18. Juni:Charles de Gaulle, Militär-Staatssekretär im Londoner Exil, fordert in seinem späterApell de Londre genannten Radio-Aufruf überBBC London (mit der Unterstützung Churchills) die Franzosen auf, weiterzukämpfen – derAufruf von London/vom 18. Juni. Er gründet in der Folge dasKomitee freies Frankreich (France libre) und sammelt aus französischen Teilnehmern der Narvik-Expedition und aus den 130.000 Mann, die noch rechtzeitig aus Dünkirchen ausgeschifft worden waren, die ersten Freiwilligen als französische Einheiten in der britischen Armee (Forces françaises libres). In Frankreich entstehen in der Folge verschiedene zivile Gruppen derRésistance, aber auch Partisaneneinheiten.
Der Oberbefehlshaber der Schweizer Armee, GeneralHenri Guisan, ordnete auf Geheiß des Bundesrats an, die eigenen Flugzeuge ab sofort am Boden zu belassen.
Der Übertritt des 45. französische Armeekorps beiGoumois im Jura unter GeneralMarius Daille wird vom schweizerischen Bundesrat gewährt (rund 43'000 Soldaten, darunter 12.500 polnische). In der folgenden Zeit war die Schweizer Armee zum Teil bis Kriegsende für die Internierung dieser ausländischen Militärpersonen zuständig.
25. Juni: der deutsch-franz. Waffenstillstand tritt um 1:35 Uhr in Kraft
25. Juni: Öffentliche Erklärungen des Bundesrats (Regierung) an dasSchweizervolk zum Waffenstillstand im Nachbarland via Radio und in der Neuen Zürcher Zeitung und zeitgleich eine geheime,Rütlirapport genannte, Befehlsausgabe des OberbefehlshabersHenri Guisan zumRéduit-Plan für den Fall eines Angriffs derAchsenmächte. Zwei Teile einer vorsichtigenAbschreckungspolitik gegenüber den Achsenmächten. Benannt nach derRütliwiese amVierwaldstättersee (Ort der Befehlsausgabe in der Innerschweiz).
26. Juni: Dönitz besichtigtLorient. In der Folge werden die Entscheidungen zum Ausbau dieser und der vier anderen Basen für U-Boote getroffen. Die ersten beidenKoroman-Bunker werden bis Dezember 1941 fertiggestellt. Sie waren Teil des „Atlantikwalls“ und der „Atlantikschlacht“ (Handelskrieg mit U-Booten; nebenBrest,Saint-Nazaire,La Rochelle undBordeaux)
30. Juni und nächste Tage: die britischenKanalinseln nahe vor der französischen Nordwestküste werden von deutschen Truppen besetzt,Guernsey ergibt sich am 30. Juni,Jersey am 1. Juli,Alderney am 2. Juli undSark am 4. Juli nach einer teilweisen Evakuierung der Zivilbevölkerung
3. Juli:Operation Catapult, Versenkung der französischen Flotte in Nordafrika inMers-el-Kébir von der britischenForce H (Admiral Somerville). Dabei starben 1297 französische Seeleute, 350 wurden verwundet. Ähnliche Einsätzen vorOran und am 8. Juli inDakar.
Juli:
Teilung Frankreichs in einen deutsch-besetzten Teil und den unbesetzten Südost-Teil desVichy-Regimes unter MarschallPétain (État fr.)
Generalde Gaulle wird ab 1940 Organisator des externen militärischen Widerstandes mit geflohenen Truppenteilen: später „Führer des freien Frankreichs“ genannt, vomExil in London aus (sieheLondoner Apell, Rundfunkansprache, 18. Juni)
dieRésistance – der Widerstand innerhalb Frankreichs bildet sich, getragen von Gewerkschaften, den sozialistischen und kommunistischen Parteien aber auch von Konservativen, die nicht mitPétain und den Deutschenkollaborieren wollen
19. Juli: USA, derTwo-Ocean Navy Act sieht eine Vergrößerung der U.S. Navy um 70 Prozent vor
25. Juli:
Rütlirapport, Befehlsausgabe des schweizerischen OBGuisan (Rücknahme der Truppen von der Grenze,Réduit-Strategie)
DasOtto-Programm, ein „bevorzugtes Wehrmachtsprogramm“ für die danach ab Oktober wiederhergestellten bzw. ausgebauten größeren West-Ost-Eisenbahnstrecken durch das Generalgouvernement, insbesondere die Eisenbahnstrecke von Radom via Demblin nachLublin. Zur Ausarbeitung hatteFranz Halder, seit September 1938 Chef des Generalstabs des Heeres, seinen Stab am 19. Juni oder 3. Juli 1940 beauftragt.[16.1] Dieser Plan wurde nach dem 31. Juli erweitert, mit anderen Plänen zusammengeführt und im Dezember (vgl. 18.) den Kriegsvorbereitungen des OKW und OKH (Fall Barbarossa) zu Grunde gelegt.
31. Juli: Hitler fasst den Entschluss zum Angriff auf die Sowjetunion im Frühjahr 1941, um sie alsFestlandsdegen Englands auszuschalten.
6. August: Erzwungener BeitrittEstlands zur Sowjetunion, Annexion
7. August: Churchill und de Gaulle einigen sich auf den Accord des Chequers (Chequers-Abkommen), nach dem Großbritannien die Integrität aller französischen Besitzungen und die „integrale Restauration und Unabhängigkeit und die Größe Frankreichs“ achtet und erhält.
8. August: Der detailliert ausgearbeiteten Invasionsplan gegenIrland unter dem CodenamenUnternehmen Grün wird dem deutschen Oberkommando übergeben – Federführend war GeneralfeldmarschallFedor von Bock. Die Invasion sollte dasUnternehmen Seelöwe (England) flankieren und erledigte sich mit dessen Aufgabe.
11. August: Beginn derOperation Razzle zur Vernichtung der deutschen Ernte durch Brandplättchen
13. August: „Adlertag“ während der Luftschlacht um England: massive Luftangriffe auf südenglische Stützpunkte derRoyal Air Force
17. August: Hitler verhängt eineImportblockade über die Britischen Inseln
21. August: durch das brit. GesetzAllied Forces Act 1940 erhalten bestimmte Exilregierungen das Recht eigene Truppen im Ver. Königreich als Ausdruck von deren Souverainität zu stationieren. In der Praxis waren sie dannKombattanten der britischen Streitkräfte und in deren Führungsstruktur eingebunden.
24./25. August: erstmaliger (ungeplanter) Abwurf deutscher Bomben auf die britische HauptstadtLondon, in der Folgenacht folgt der erste britischeLuftangriff aufBerlin
28. August: mit demRüstungsprogramm B wird die deutsche Kriegswirtschaft auf einen Krieg gegen die Sowjetunion umgerüstet
In derehemals französischen Kolonie Vietnam befand sich von 1941 bis zum Sommer 1943 und vom Herbst 1944 bis zum Kriegsende das Hauptquartier der japanischenSüdarmee unter MarschallTerauchi Hisaichi. Die französische, an Vichy orientierte Kolonialverwaltung unter AdmiralJean Decoux wurde dabei nicht beseitigt (Kollaboration). Die japanische Besatzungspolitik führte zu einerHungersnot im letzten Kriegsjahr, die über eine Million Menschen das Leben kostete.
3. November: die griechische Armee geht erfolgreich zum Gegenangriff über, bis zum 14. November geraten die italienischen Verbände in die Defensive und werden über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt
11. November: vom HilfskreuzerAtlantis wird im Südpazifik der engl. FrachterAutomedon mit einem Postsack an umfangreichem britischem Geheimmaterial an Bord aufgebracht, das Japan zugänglich gemacht werden konnte.Automedon-Vorfall – das Teeservice; eine Lage- und Strategieeinschätzung in Fernost (Stand August 1940;Chiefs of Staff Appreciation of Far Eastern Strategy)
11./12. November:Britischer Angriff auf den italienischen FlottenstützpunktTarent, drei Schlachtschiffe werden insbesondere durch den erstmaligen Einsatz eines Flugzeugträgers, derIllustrious, gegen eine Feindflotte außer Gefecht gesetzt
12. bis 13. November: Besuch des sowjetischen AußenministersMolotow in Berlin, eine Erweiterung des Dreimächtepaktes, zur Bildung einesKontinentalblocks gegen England, auf die Sowjetunion kommt nicht zustande – Hitler ist bereits zum Krieg gegen die Sowjetunion entschlossen
14. November: deutscherLuftangriff auf Coventry (568 Menschen wurden durch diesen Angriff getötet)
Sendebeginn vonGermany Calling,Deutscher Propaganda-Kurzwellen-Sender in zirka 30 Sprachen, täglich 147 Stunden Programm (bis 30. April 1945) – KennungGermany calling! Here are the Reichssender Hamburg, station Bremen
13. Dezember: angesichts der Niederlagen des Achsenpartners erlässt Hitler mit demPlan Marita Weisungen für einen deutschenFeldzug auf dem Balkan
16. Dezember: britischerLuftangriff auf Mannheim (Operation Abigail), gilt als erster britischer Bombenangriff mit Terrorabsicht und Experiment für spätere Brandbombenangriffe, intern als Vergeltung für die Luftangriffe auf Coventry und Southampton gerechtfertigt,
16./17. und 23. Dezember: zwei versehentliche Luftangriffe der Royal Air Force aufBasel undZürich, zwei Tote, evtl. eine Folge der schweizerischen Verdunkelungsmaßnahmen.
18. Dezember: Hitler erlässt dieWeisung Nr. 21 an das OKW, den Krieg gegen die Sowjetunion unter dem neuen DecknamenFall Barbarossa vorzubereiten, bis dahin galt der Deckname „Otto“ (vgl. Juli).
1941 wurde der Krieg nochmals an vielen Stellen ausgeweitet. Um Italien bei seiner Invasion in Afrika zu unterstützen, befiehlt Hitler den Einsatz deutscher Truppen in Libyen. Ihnen gelingt ein Vorstoß bis Ägypten (der Hafen Tobruk wird von britischen Truppen zunächst gehalten). Der Einmarsch im Balkan führt zur Invasion Kretas und Griechenlands. Die Versenkung des Schlachtschiffs Bismarck steht für Hitlers Schwachstelle Atlantik. In Asien endete die Zusammenarbeit von Kuomintang und den Kommunisten im Krieg gegen Japan. Die Battle of Britain, der deutsche Luftkrieg zur Eroberung Großbritanniens, endete zugunsten der Royal Air Force. Auch durch den Abzug deutscher Truppen aus Frankreich nach Osten bekommt London im wahrsten Sinne wieder Luft. Am 22. Juni startet Hitler mit dem Unternehmen „Barbarossa“' den Krieg gegen den zeitweiligen Vertragspartner Sowjetunion. Mitte August wenden sich Teile der schnell vorstoßenden Wehrmacht südostwärts gegen die Ukraine bis zur Krim und nordwärts gegen Leningrad. Es kommt zum Bündnis zwischenVereinigtem Königreich/Großbritannien und der UdSSR. Großbritannien und dieUSA vereinbaren die Atlantic-Charta. Japan kann durch die Eroberung des südlichen Indochinas bis Malaysia den Druck auf Chinas Nachschubwege erhöhen. Der japanische Vormarsch im Pazifik kommt auf Neuguinea zum Stehen. Der deutsche Angriff gegen die Sowjetunion kommt vor Moskau und Leningrad zum Stillstand, und in der Gegenoffensive folgen erstmals größere Geländegewinne auf alliierter Seite.
Kriegsereignisse 1941 in Europa und im Mittelmeerraum
10. Januar: Planungen für dasUnternehmen Felix, Angriff auf die FestungGibraltar – vgl. 23. Oktober 1940, wurden eingestellt
29. Januar bis 27. März: geheime amerikanisch-britische Stabsgespräche in London führen zum KriegsplanABC-1, darin wird der Grundsatz „Germany first“ begründet.
der deutsche GeneralRommel bekommt im Februar den Befehl, mit demAfrikakorps, den erfolglosen Bündnispartner Italien bei dessen Verteidigung in Nordafrika zu unterstützen
15. Februar : Ab diesem Datum unterstützten erstmalsCichociemni, nach der Invasion 1939 in Großbritannien als Fallschirmspringer ausgebildete, polnischen Soldaten dieHeimatarmee. Ihr waren sie nach der Landung auch unterstellt. Der erste Absprung fand beiDębowiec statt. Der letzte Absprung fand am 28. Dezember 1944 statt. Von den 316 abgesprungenen Soldaten kamen 112 ums Leben. Neun von ihnen wurden nach dem Krieg von so genannten kommunistischen Volksgerichten zur Zeit des Stalinismusverurteilt. Von den 91 Soldaten der Cichociemni, die 1944 amWarschauer Aufstand teilnahmen, starben 18 während der Kampfhandlungen.
18. Februar: das US-Leih- und Pachtgesetz (englisch: „Lend-Lease Act“) im US-Kongress
22. und 23. Februar: nach einer groß angelegten Razzia gegen Juden in den Niederlanden gab es den „Februarstreik“ gegen dieDeportationen, der blutig niedergeschlagen wurde
28. Februar: Einmarsch der deutschen Armee von Rumänien bei Giurgiu aus südlich von Bukarest über die Donau und bei Dobrudscha inBulgarien (sieheGeschichte Bulgariens)
Bulgarien tritt später an der Seite der Achsenmächte in den Krieg gegen Jugoslawien und Griechenland ein
im Dezember 1941 erklärte es Großbritannien und den USA den Krieg – jedoch nicht der UdSSR
9. März: italienische Großoffensive in Albanien gerät zum Desaster
11. März: der US-Kongress schafft mit demLeih- und Pachtgesetz (Lend & lease act) die legale Grundlage für die vorher bereits praktizierte Unterstützung Großbritanniens, das Land wird, wie später dieSowjetunion, in großem Umfang mit Waffen und Hilfsgütern aus den USA beliefert
25. März: Jugoslawien tritt dem Dreimächtepakt bei, die Folge sind Demonstrationen und einPutsch gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt 12 Tage später wieder rückgängig gemacht wird
27. März: „Weisung Nr. 25“ zur Zerschlagung Jugoslawiens in Verbindung mit dem geplanten Feldzug gegen Griechenland
28. März: Durch die Niederlage in derSchlacht bei Kap Matapan gegen britische Verbände verliert dieitalienischeFlotte mit den 3 Schweren Kreuzern:Zara, Fiume und Pola die effektive Einsatzfähigkeit im Mittelmeer
30. März: Hitler kündigt in einer Rede vor 200–250 Militärs in der Reichskanzlei den Krieg gegen die Sowjetunion an
Serie vonLuftangriffen auf Belgrad beginnen, bis 7. April kommen etwa 500 bis 600 deutsche Flugzeuge zum Einsatz, wegen dieses Angriffes wurde nach Kriegsende der kommandierende GeneralAlexander Löhr verurteilt und hingerichtet
21. April: 223.000 griechische Soldaten kapitulieren inEpirus, nachdem ihr Rückzugsweg abgeschnitten ist
Briten, die ebenfalls in Griechenland stationiert worden sind, bauen unterdessen eine Verteidigung an denThermopylen auf
24. April: diese Stellungen werden überrannt, worauf die Alliierten eineamphibische Evakuierungsoperation einleiten, in der 50.000 Soldaten nachKreta undÄgypten verschifft werden
25. April: dasOKW erlässt die „Weisung Nr. 28“(Unternehmen Merkur) zu einer Luftlande-Invasion der Insel Kreta
8. April: Im Rahmen derOperation Columba gelangte die britische Armee mittels Brieftauben an kriegswichtige Informationen aus den besetzten Ländern Westeuropas
9. April: der dänische Gesandte in Washington unterzeichnet eigenmächtig ein Abkommen über den amerikanischen militärischen SchutzGrönlands
10. April: deutsche Truppen erreichen die FestungTobruk in Libyen und beginnen mit einer siebenmonatigenBelagerung
15. April: Nur in dieser Nacht starben beimBelfast Blitz (Serie von Luftangriffen, Nordirland; 7.4. – 6.5.) im praktisch unverteidigtenBelfast etwa 1000 Menschen.
2. Mai bis 1. Juni: imAnglo-Irakischen Krieg verhindert Großbritannien einen AnschlussIraks an die Achsenmächte
2. Mai bis Juni: Ausarbeitung derGrünen Mappe der wirtschaftlichen Richtlinien für die Besetzung in der Sowjetunion.
5. Mai:Haile Selassie kehrt nach den Niederlagen der Italiener in Ostafrika als äthiopischer Kaiser an die Macht zurück.[17.1]
9. Mai: Erbeutung des deutschen U-BootsU 110 mitsamt einer intakten Enigma-M3-Maschine und sämtlicher Geheimdokumente (vgl. „Ultra“) durch den britischen ZerstörerBulldog
10. Mai: der Stellvertreter Hitlers in der NSDAP-Führung,Rudolf Heß, fliegt mit einerMesserschmitt Bf 110 nachSchottland, um mit demDuke of Hamilton angeblich über Frieden zu verhandeln, dabei gerät er in britische Kriegsgefangenschaft und wird später alsKriegsverbrecher verurteilt, sein Flug wird vom NS-Regime in der Öffentlichkeit als Verrat bezeichnet und Heß für verrückt erklärt
20. Mai:Luftlandeschlacht um Kreta (Op. Merkur), 593 Transportflugzeuge bringen deutsche Luftlandeeinheiten nach Kreta, die Alliierten, darunterNeuseeländer undAustralier, verteidigen Kreta eine Woche. Die Operation „Merkur“ wurde durch die deutschen Truppen nur unter starken Verlusten erfolgreich abgeschlossen.
27. Mai: US-PräsidentRoosevelt erklärt einen unbegrenzten nationalen Notstand
30. Mai: In der Nacht bombardierte die Luftwaffe irrtümlich die neutraleirische HauptstadtDublin
6. Juni: derKommissarbefehl des Chef desOberkommandos der Wehrmacht Keitel – offiziellRichtlinien für die Behandlung politischer Kommissare – zählt zu den gut dokumentierten Völkerrechtsverletzungen der deutschen Wehrmacht, erlassen mit Bezug auf eine Weisung von Hitler vom 14. Mai, fünf Wochen vor derInvasion der Sowjetunion zur Ermordung vonKriegsgefangenen aus der Roten Armee
dieMolotow-Linie war ein sowjetisches Verteidigungssystem, das entlang der aufgrund des deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrages von 1939 festgelegten Grenze zum Deutschen Reich beziehungsweiseGeneralgouvernement errichtet worden war
derBalkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben, der Angriff fand deshalb erst am 22. Juni statt, diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter führen dazu, dass der Vormarsch nicht wie geplant ablaufen kann und das operative Ziel, das Erreichen der LinieArchangelsk-Astrachan, nicht erreicht wird, obwohl auf deutscher Seite errechnet wurde, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie ermöglicht werden könnte, die entlangPskow,Kiew und derKrim verläuft, verlangt Hitler die EroberungMoskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenenFeldzuges
in den frühen Morgenstunden des 22. Juni beginnt der Vormarsch von 149Divisionen über die sowjetische Grenze, zwei Divisionen operieren vonfinnischem Gebiet aus, acht Divisionen waren in Norwegen stationiert, eine Division steht in Dänemark bereit, 38 bleiben im Westen, zwei Divisionen kämpfen zu diesem Zeitpunkt in Nordafrika und sieben Divisionen stehen im Balkan
trotz vieler Hinweise sind die untere und mittlere Führung der Sowjetunion nicht auf einen Angriff eingestellt, viele der sowjetischen Soldaten an der Grenze ergeben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vormarschieren
eine Folge desWinterkriegs in Finnland war, dassStalin in derRoten Armee eine umfassende Reorganisation begann, in deren Verlauf viele Offiziere rehabilitiert werden, die bei den Säuberungen 1936/37 nach Sibirien verbannt worden waren, dies trägt erheblich dazu bei, dass die Rote Armee über eine größereKampfkraft verfügt als es die deutsche Führung erwartet
die sowjetische Kriegsproduktion wird hinter denUral verlegt, wo sie unerreichbar für die deutsche Luftwaffe ist
als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nimmtFinnland 1941 imFortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um sich die verlorenen Gebiete zurückzuerobern
22. Juni: Rumänien und Italien erklären der Sowjetunion den Krieg
gegen die Kriegskonventionen töten spezielle deutscheEinsatzgruppen der SS, wie schon in Polen, direkt hinter den vorrückenden Frontlinien tausendeKriegsgefangene undZivilisten (Massenmorde, Kriegsverbrechen)
kurz zuvor sind bereits Minsk und Bialystok in einerKesselschlacht eingeschlossen und wenig später besetzt worden
1. Juli: Deutsche Truppen nehmen die sowjetisch-lettische HauptstadtRiga ein.
1. Juli:Fall Broniki, sowjetisches Massaker an deutschen Soldaten
3. Juli: RundfunkanspracheStalins. Er deutet den Krieg nun als „Grossen Vaterländischen Krieg“ bzw. ruft auf zur Befreiung Europas vom Faschismus. Als Kampfmittel nennt er denPartisanenkampf und die Politik derVerbrannten Erde.
4. Juli: etwa vier Wochen nach der Einnahme vonPinsk durch die Wehrmacht, ermordet das 2. SS-Kavallerieregiment unter dem Kommando vonFranz Magill zwischen dem 5. und 13. August rund sechs Kilometer außerhalb der Stadt circa 9000 jüdische Zivilisten.
12. Juli: ein gegenseitiges Hilfsabkommen zwischen der Sowjetunion und Großbritannien wird unterzeichnet, beide Seiten vereinbaren, keinen einseitigen Waffenstillstand mit Deutschland schließen zu wollen
Zwischen dem 13. Juli 1941 und dem 19. August 1944: lange erfolgloseLuftangriffe auf Ploiești (Ölförderanlagen in Rumänien) der alliierten Mächte
25. August bis 17. September: erfolgreicheanglo-sowjetische Invasion des Iran (engl.:Operation Countenance – russ.:Sotschuwstije): die Besetzung des formell neutralen Landes dient der Sicherung der iranischen Ölfelder und der Errichtung einer südlichen Nachschublinie für die Sowjetunion
27. bis 31. August: Massenerschießung von 23.600 deportierten ungarischen Juden durch SS-Einheiten und das Polizeibataillon 320, dasMassaker von Kamenez-Podolsk, insowjetischem Staatsgebiet (Ukraine); zuvor erfolgte die Absprache des Plans mit der Wehrmacht (im Zeitraum 31. Juli – 21. August). Dabei wurden erstmals in der Sowjetunion unterschiedslos Tausende Zivilisten ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht ermordet.
4. September: „Greer“-Zwischenfall, der amerikanische ZerstörerUSSGreer meldet die Position eines deutschen U-Bootes an ein britisches Flugzeug und verfolgt das U-Boot, das U-Boot schießt einen Torpedo auf den amerikanischen Zerstörer ab, die „Greer“ wirft Wasserbomben, das führt am 11. September zum „Shoot on sight“-Befehl (Schießbefehl bei Sicht) des amerikanischen Präsidenten
8. September: Beginn derLeningrader Blockade (heuteSt. Petersburg). Sie dauert über zwei Jahre bis zum 18. Januar 1944. Die militärische Einnahme der Stadt wurde der Wehrmacht durch Hitler verboten. Die Zivilbevölkerung der Millionenstadt wird von deutschen Truppen systematisch demVerhungern ausgesetzt.
13. September: an diesem Tag fuhr die finnischeTarmo im Rahmen des Scheinunternehmens „Nordwind“ – ein deutsch-finnisches Unternehmen zur Deckung der deutschen Besetzung der estnischen InselnHiiumaa undSaaremaa gegen die Flotte der Roten Armee
15. September: DasOKW erlässt einen Befehl zu Geiselnahme und Geiselerschießung von Zivilisten (im Zusammenhang mit Angriffen auf Wehrmachtsangehörige hinter der Front) –Sühnebefehl
30. September:Massenmord im TalBabyn Jar beiKiew an über 30.000 Personen der jüdischen Bevölkerung der Stadt, nachdem die 6. Armee Kiew besetzt hatten überwiegend durch dieEinsatzgruppe C der SS, bis November 1943 fanden weitere Massenerschießungen in der Stadt statt, bei denen insgesamt zwischen 150.000 und 200.000 sowjetische Kriegsgefangene und Zivilisten ermordet wurden.
2. Oktober: 1. Moskauer Protokoll über Hilfslieferungen nach demLeih- und Pachtgesetz an die Sowjetunion; vorgesehen sind Lieferungen im Wert von 1 Milliarde Dollar bis Juni 1942
12. Oktober: amBlutsonntag von Stanislau werden mehr als zehntausend jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen. Dieser Massenmord im heute zur Westukraine gehörendenIwano-Frankiwsk gilt als Beginn der „Endlösung“ imGeneralgouvernement genannten Teil Polens.
22. Oktober: So genannte Geiselerschießung durch die Wehrmacht in einem Steinbruch beiChâteaubriant (Massaker von Ch.) von 27 Gefangenen aus dem Vichy-Lager Camp de Choisel und weiteren 21 Gefangenen andernorts als so genannte Repressalie für den inNantes erschossenen Leutnant Karl Hotz.
31. Oktober: der US-ZerstörerReuben James (neutrales Land) wird bei Island torpediert, über 100 US-Marinesoldaten sterben dabei
6. November: Stalin spricht über Radio zum zweiten Mal zur gesamten sowjetischen Bevölkerung, er kündigt den baldigen Sieg über Deutschland an
7. November:
Militärparade der Roten Armee auf demRoten Platz in Moskau
Versenkung des sowjetischen PassagierschiffsArmenija (1928) vorGurzuf (Krim) im Schwarzen Meer. Vor diesem Datum war es alsTruppentransporter eingesetzt. Ob es bei dem Einsatz zur Räumung der Hospitäler von Sewastopol als Hospitalschiff gekennzeichnet war, ist unklar. Durch den Angriff durch (mindestens) ein deutsches Flugzeug starben bei dem schnellen Untergang 4.700 bis 4.800 Menschen, es werden auch Zahlen von über 7000 Toten genannt.
14. November: der britische FlugzeugträgerArk Royal wird vom deutschen U-BootU 81 östlich vonGibraltar versenkt
mit der neuerlichen deutschen Offensive beginnt dieSchlacht um Moskau, auch dieser Anlauf bringt der Wehrmacht keinen durchschlagenden Erfolg (2. Oktober 1941 bis 31. Januar 1942)
die USA revidieren ihreNeutralitätsgesetze, US-Handelsschiffe dürfen bewaffnet werden und Kriegsmaterial an kriegführende Staaten liefern
18. November: Beginn der britischen OffensiveOperation Crusader in Nordafrika
am 26. November erfolgte ein zweiter Angriff, erfolgreicher Ausbruch ausTobruk
am 7. Dezember zieht sich das Afrika-Korps zur Gazala-Linie zurück, das Afrika-Korps unter Rommel greift Tobruk im Januar 1942 wieder an
20. November: Etwa 1.000 Menschen werden in einemersten Zug aus München nach Litauen deportiert und dort ermordet. In weiteren 42 Transporten bis 1945 werden fast alle als Juden verfolgten Münchner in den Osten deportiert.
25. November: Verlängerung des Antikominternpaktes um 5 Jahre, Beitritt Rumäniens, Bulgariens, der Slowakei, Kroatiens, Finnlands und Dänemarks
28. November: Mit der verlorenenSchlacht von Gondar (18. Oktober bis 28. November) gegen Commonwealth-Truppen endete die italienische Kolonialherrschaft in Ostafrika
5. Dezember: bei derSchlacht um Moskau beginnt die Rote Armee mit aus Sibirien herangeführten Reserven unter GeneralSchukow ihre umfassende Gegenoffensive
7. Dezember: Großbritannien erklärtUngarn den Krieg.
14. Dezember: Großbritannien, USA undBulgarien erklären sich wechselseitig den Krieg,Rumänien erklärt ihn den USA;Indien erklärt ihn an Japan
16. Dezember: Hitler gibt denBefehl zum Halten an der Ostfront, bis zum Ende des Jahres wird die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt
22. Dezember bis 14. Januar 1942: alliierteArcadia-Konferenz in Washington (D.C.)
Kriegsereignisse 1941 in Asien und dem Pazifik
US-Marineeinheiten in Pearl Harbor am 7. Dezember
3. Juli: Der deutsche HSK 7, das ehemalige HandelsschiffSchiff 41 Komet (Ex-Ems, nach dem Fluss; Bj. 1937; umgerüstet als leichter HSKr.) bricht zu einer Kaperfahrt in Fernost auf, um über die (sowjet. kontrollierte)Nordostpassage in den geplanten Einsatzraum imPazifik zu gelangen. (Rückkehr via Kap Hoorn und Cherbourg am 30. November 1941 nach Hamburg)
24. Juli: Japan besetzt auch den Süden Indochinas, die USA reagieren mit der Einfrierung der japanischen Guthaben, was die Exporte nach Japan praktisch zum Erliegen bringt, Großbritannien und die Niederlande schließen sich diesem Schritt an
6. September: Japan versucht zum zweiten Mal in derSchlacht um Changsha die Stadt einzunehmen, am 8. Oktober scheitert dieser Versuch erneut
18. Oktober: Regierungsumbildung in Japan,Tōjō Hideki wird Premierminister
14. November: mit derHull-Note stellen die USA Japan bezüglich ihrer Interessensphäre inChina ein letztes Ultimatum
26. November: die japanische AngriffsflotteKidō Butai verlässt die heimischen Gewässer in Richtung Pearl Harbor
japanische Flugzeuge der Kidō Butai fliegen denAngriff auf Pearl Harbor, den wichtigsten US-Stützpunkt im Pazifik aufHawaii, alle acht Schlachtschiffe derUS-Pazifikflotte sinken oder erleiden Beschädigungen
(verspätete) Übergabe des14-Punkte-Telegramms (es wird als eine japanische Kriegserklärung angesehen) in Washington durchNomura Kichisaburō[18]
24. Dezember: der erneute japanische Versuch die Stadt Changsha einzunehmen scheitert in der drittenSchlacht um Changsha (bis 15. Januar 1942)
1942
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember wird das Kriegsjahr 1942 von den ersten deutschen Judendeportationen aus Frankreich, den Kämpfen um die Festung Tobruk und El Alamein, zunehmend massivere Luftangriffe auf deutsche Städte aber auch auf Tokio, die Eroberung der Philippinen, dem Anschlag auf Heydrich in Prag gekennzeichnet; deutsche Truppen erreichen den Don, es folgt der deutsche Angriff auf Stalingrad und im Gegenangriff dessen Einkesselung; Beginn des Manhattan-Projekts, die alliierte Landung in Nordwestafrika. Nach der japanischen Invasion von Niederländisch-Indien im Januar und dem Flottenvorstoß in den Indischen Ozean bringt das Jahr erste australische und US-Erfolge gegen Japan in der Midway-Schlacht und auf Neuguinea.
Kriegsereignisse 1942 in Europa und im Mittelmeerraum
1. Januar: im Weißen Haus in Washington unterzeichnen 26 Nationen dieUN-Erklärung (Declaration), in der sie sich zum gemeinsamen Kampf gegen dieAchsenmächte verpflichten, die 26 Unterzeichnerstaaten nennen sichVereinte Nationen, zu denen u. a. die Sowjetunion, USA, Großbritannien, China, Belgien, Griechenland, Tschechoslowakische Republik, Indien, Luxemburg und Holland zählen, bis zum Oktober 1943 schließen sich sieben weitere, bis zum Ende des Weltkriegs noch weitere zehn Nationen dieser Erklärung an.
ab Januar 1942: die ersten „Ostarbeiter“ (Zwangsarbeit) werden mit Zügen ins Deutsche Reich deportiert, von 1942 bis 1944 werden insgesamt etwa drei Millionen Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland geschafft, um hier Zwangsarbeit zu leisten
erste Gegenoffensive zur Überwindung der Blockade von Leningrad:Ljubaner Operation. Sie scheiterte. Nach verlustreichen Angriffen wurde die Offensive im April 1942 beendet.
8. Januar bis 20. April:Kämpfe um Rschew (Rschew-Wjasma-Operation und deren Folge-Kämpfe bis Dezember 1942)
14. Januar: Amerikaner und Briten beschließen auf der Arcadia-Konferent die Bildung eines gemeinsamen Komitees ihrer Generalstäbe, denCombined Chiefs of Staff
im Februar: Einführung der stärker verschlüsselndenEnigma-M4 (Ultra) zur Chiffrierung des deutschen U-Boot-Funkverkehrs führt auf Seiten der Alliierten für 10 Monate zum so genannten Black-out der Dechiffrierung der Gegner-Funksprüche (seit Januar 1940 erfolgreich)
nach dem 8. Februar (tödlicher Flugzeugabsturz vonFritz Todt) ernennt Hitler den ArchitektenAlbert Speer zumReichsminister für Bewaffnung und Munition und zumGeneralinspektor für das deutsche Straßenwesen, Generalinspektor für Festungsbau,Generalinspektor für Wasser und Energie, (zusätzlich 1943 zumReichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion) undFritz Sauckel zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz (GBA)
11. Februar: Baubeginn der britischenMaunsell-Seefestungen, „HM Forts“ zur Luft- und Küstenverteidigung, besonders der Flussmündungen (Maunsell Sea Forts und Maunsell Army Forts, Baubeginn August 1942), Codenamen Uncle (U) und eine Zahl
14. Februar: das britischeBomber Command wird in der sogenanntenArea Bombing Directive angewiesen, seine Kräfte uneingeschränkt und mit Schwerpunkt gegen Arbeiterviertel deutscher Industriestädte einzusetzen
15. Februar: Von der Gestapo wird eine Gruppe Juden ausBytom (Beuthen) insHauptlager Auschwitz deportiert und sofort ermordet. Damit beginnt der Massenmord an Juden in diesem deutschen Konzentrationslager im besetzten Polen.
27./28. Februar: Mit derOperation Biting beiBruneval bei Le Havre erbeutet die britische Armee in einem Luftlandeunternehmen die Hauptbestandteile eines deutschenRadar-Funkmessgerätes. Deren Auswertung ergab wichtige Informationen über den Stand der deutschenRadartechnik.
6. März: Der deutschenSpionageabwehr gelingt inDen Haag mit der Verhaftung der „Gruppe RLS“ (britischer Deckname: “Ebenezer”) die Entschlüsselung des aufgezeichneten Funkverkehrs desSpionagenetzes und der längerfristige Zugriff darauf: dasEnglandspiel, auchUnternehmen Nordpol genannt, führte zur Verhaftung vieler niederländischer Agenten.
27. März: der erste Zug mitjüdischen Deportierten fährt aus Frankreich vonCompiègne aus dem KZ Royallieu in Richtung derVernichtungslager mit 1112 Deportierten ab; davon überlebten bis 1945 nur 19 Personen, es folgen 78 weitere Züge mit 75.721 Deportierten, wovon nur 2500 Personen das Jahr 1945 wieder in Freiheit erleben
28./29. März: schwererLuftangriff auf Lübeck, die militärisch unbedeutende Stadt wurde wegen ihrer günstigen Lage und der Fachwerkbauweise ihrer Altstadt zur Erprobung neuer Angriffsverfahren angegriffen, einen Monat später beginnen deutsche Vergeltungsangriffe (Baedeker Blitz)
Im März: beginnen die NS-Deportationen von Juden aus demVasallenstaat Slowakei in Absprache mit demJudenberaterD. Wisliceny, die so gen.Aktion David (ein leicht durchschaubarer Tarnname). Dabei wurden ca. 60.000 Gefangene zur Ermordung in die Konzentrationslager Auschwitz und Lublin deportiert.
3. April: Etwa 1.000 als Juden verfolgte Menschen werden in einem zweiten Zug ausMünchen „in den Osten“ deportiert und dort ermordet; vgl. 20. November 1941
5. April: in der Weisung Nr. 41 zumUnternehmen Blau legte Hitler die Ziele der drei Heeresgruppen in der Sowjetunion für diesen Sommer fest,Heeresgruppe Süd zumDonez-Industriegebiet; Nordflügel der Heeresgruppe mit der6. und4. Panzerarmee sowie derrumänischen 4. Armee den Donbogen und Stalingrad erobern, danach weiterer Vorstoß in Richtung Kaukasus und Baku
26. – 30. April: Zerstörung des DorfsTelavåg (Norwegen) als so genannte Strafaktion der Gestapo gegen den so genannten Schiffs-FluchtwegShetland Bus und Gefangennahme der Bevölkerung, von den 268 Deportierten kamen 54 Personen ums Leben, weitere starben später an den Folgen
April: Die Planungen für dieOperation Roundup (später noch alsOperation Bolero erweitert) und dieOperation Sledgehammer wurden im April 1942 den militärischen Führungsebenen der Alliierten präsentiert. Sie enthielten Grundzüge der späterenOperation Overlord bzw.Operation Neptune. Die so nicht zustande gekommene Ausführung war für die erste Hälfte des Jahres 1943 vorgesehen. Der Ansatz für Personal und Material lag zunächst deutlich niedriger als für die 1944 tatsächlich durchgeführte Landung in der Normandie.
4. Mai: der im Hafen liegende polnischeZerstörerBłyskawica beteiligt sich an der Verteidigung des erneut angegriffenen Cowes (160 Bomber). Nach den deutschen Luftangriffen nahm die Besatzung derBłyskawica auch an der Brandbekämpfung in der Stadt teil. Das Kriegsschiff eskortierte insgesamt im Krieg 83 Konvois, beschädigte durch Beschuss 3 U-Boote und schoss vier Luftwaffenmaschinen ab. Beteiligt an derOperation Torch.
5. Mai:Operation Ironclad, Beginn der engl. Besetzung der von Vichy-Frankreich bis dahin kontrollierten InselMadagaskar (hatte keine Auswirkung auf das Gerede vomMadagaskar-Plan durch die NS-Spitze)
8. bis 20. Mai: imUnternehmen Trappenjagd vertreiben deutsche Verbände die gelandeten Truppen der Roten Armee von derHalbinsel Kertsch, die Deutschen machen 170.000 Gefangene
23. Mai: Teile der sowjetischen Angriffstruppen werden bei Charkow eingekesselt und bis Monatsende vernichtet (240.000 Gefangene)
26. Mai:
Großbritannien und die Sowjetunion unterzeichnen in London einen förmlichen Bündnisvertrag, gültig bis 20 Jahre nach dem Ende des Krieges
Beginn desUnternehmens Theseus, des deutschen Angriffs an der Gazala-Front in Libyen, beiBir Hakeim undBir el Harmat halten französische (derForces françaises libres) und jüdische Truppenverbände in der britischen Armee Rommels Angriff soweit auf, so dass sich das Gros der 8. brit. Armee geordnet zurückziehen kann
27. Mai:Operation Anthropoid: Anschlag auf den Leiter des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) und zugleich stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren,Reinhard Heydrich, inPrag, Heydrich erliegt am 4. Juni den Folgen des Anschlags
22. Mai: Mexiko erklärt Deutschland den Krieg
29. Mai: amerikanisch-sowjetische Unterredung in Washington über eine zweite europäische Front im Jahr 1942 (Teilnehmer: Franklin D. Roosevelt, Harry L. Hopkins,George C. Marshall, Ernest J. King und Cordell Hull sowie der sowjetische Botschafter Maxim M. Litwinow)
30. Mai:Operation Millennium: das britischeBomber Command versammelt über 1000 Bomber zum bis dahin größten Luftangriff des Krieges mit ZielKöln; bis 1945 folgen 262 Luftangriffe auf die Stadt
Gegen die sowjetische Offensive zur Überwindung der Blockade von Leningrad:Ljubaner Operation gerichteter deutscher Gegenangriff (Vernichtung der sowjetischen 2. Stoßarmee)
2. Juni: Schlacht auf derKrim umSewastopol (7. Juni) endet am 5. Juli
6. Juni: Kriegserklärung der USA an Rumänien, Bulgarien und Ungarn
9. Juni: die bis dahin größte Totenfeier des Dritten Reiches findet für Heydrich in Berlin statt, das DorfLidice und der WeilerLežáky werden als Vergeltungsmaßnahmen zerstört, in ganz Tschechien gibt es etwa 1700 Opfer der Terrorwelle nach dem Heydrich-Attentat
DasLend-Lease Memorial inFairbanks,Alaska erinnert an die Lieferung von U.S.-Flugzeugen an die Sowjetunion (via Northwest Staging Route und Sibirien)
11. Juni: amerikanisch-sowjetischer Vertrag über die Grundsätze der gegenseitigen Hilfeleistung bei der Kriegführung in Erwägung der amerikanischen Kongressakte vom 11. März 1941 (Leih- und Pachtgesetz)
12. Juni:Operation Squabble: britische Propagandaaktion zum Abwurf französischer Fahnen über Paris
19. Juni: imCamp Ritchie, Maryland, wird dasMilitary Intelligence Training Center gegründet, ein Ausbildungslager, in dem im weiteren Verlauf des Krieges vor allem geflohene junge Deutsche zu Nachrichtenspezialisten ausgebildet werden (Ritchie Boys)
21. Juni: Tobruks alliierter Befehlshaber Generalmajor Hendrik B. Klopper kapituliert, Rommel wird zumGeneralfeldmarschall befördert
der weitere Vormarsch sollte durch Ägypten erfolgen, die StadtAlexandria sollte fallen und derSueskanal besetzt werden; kurz vorEl Alamein haben britische Verbände einen 65 Kilometer breiten Verteidigungsgürtel aufgebaut
28. Juni: diedeutsche Sommeroffensive (Fall Blau) in der Sowjetunion beginnt mit dem Angriff aufWoronesch
28. Juni bis November: Deutsche Sommeroffensive in Südrussland, geplant als „Fall Blau“. Modifiziert durchgeführt alsUnternehmen Braunschweig. Der Plan umfasst den Vormarsch zum Kaukasus und zum Unterlauf der Wolga.
Juli bis November 1943: in derAktion Reinhardt werden fast alle Juden und Roma aus dem besetzten Polen, demGeneralgouvernement, über zwei Millionen Juden sowie rund 50.000 Roma aus fünf Distrikten (Warschau, Lublin, Radom, Krakau und Galizien) in den dreiVernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka ermordet
ab 29. Juni: EroberungLiepājas. Die meisten der über 7000 jüdischen Einwohner werden in den folgendenMassakern in Liepāja durch Wehrmachts- und SS-Truppenteile bei von den Tätern so genanntenGeiselerschießungen ermordet. Über 3000 davon vom 15. bis 17. Dezember 1941 nahe bei Šķēde.
ab 16. Juli:Paris – am ersten und zweiten Tag der Sommerferien verhaften über 4000 französische Polizisten auf Veranlassung der NS-Behörden in einer Razzia ab den frühen Morgenstunden 13-tausend jüdische Personen, Kinder und Erwachsene, und internieren sie, u. a. namengebend für diese erstmalige Aktion in diesem Umfang im besetzten Frankreich, im Sportpalast für Radrennen:Rafle du Vélodrome d’Hiver. Etwa zehntausend Personen gelingt es noch sich an diesen Tagen durch die Flucht der Gefangennahme zu entziehen. In den folgenden Wochen sindPithiviers undDrancy die wichtigsten Sammellager der Gefangenen bis zum Transport in den NS-Massenmord nachAuschwitz. Weniger als 2 Prozent dieser Gefangenen aus Frankreich erleben das Kriegsende. Neben der franz.Kollaboration ist die Wertung alsKriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung in einem besetzten Land für diese Taten wichtig.
2. – 13. Juli:Unternehmen Seydlitz (Kämpfe von sowjet. und deutschen Kavallerieverbänden bei Rschew)
4. Juli: Ende derSchlacht um Sewastopol 1941–1942, „Unternehmen Störfang“ endet mit der Eroberung der Festung und der Gefangennahme von ca. 100.000 Rotarmisten
den rumänischen Verbündeten der dt. Armee gelingt es, die sowjetische Verteidigung an der Ostküste desAsowschen Meeres von Norden her aufzurollen und die Taman-Halbinsel von „rückwärts“ her zu öffnen
4. August: DerSchweizer Bundesrat bekräftigt in Kenntnis von deren Verfolgung in einem Beschluss die Rückweisung an den Grenzen insbesondere von jüdischen Deutschen,auch wenn den davon betroffenen Ausländern daraus ernsthafte Nachteile (Gefahren für Leib und Leben) erwachsen könnten. (nach Protokoll Bundesrat 4. August 1942)
8./9. August: Begrenzter sowjet. Angriff gegen die Belagerungstruppen (Operation Sturmwind), um die Aufführung und Radioübertragung derLeningrader Sinfonie von D. Schostakowitsch in der Stadt vorzubereiten (Leningrader Blockade). Per Lautsprecher wurde die Musik dann auch in die dt. Stellungen übertragen. (Vgl. 19. Aug.)
15. August: Nach zwei misslungenen Unternehmen der Royal Navy seit Juni gelangt ein dritter Konvoi mit überlebenswichtigen Versorgungsgütern in die HäfenMaltas (Operation Harpoon,Vigorous,Pedestal im August. Damit ist die Blockade der Mittelmeerinseln wieder aufgebrochen.) Dies sicherte weiterhin die britische Luftüberlegenheit über die sizilianische Meerenge (Straße von Sizilien vor Afrika).
19. August:Operation Jubilee (engl.:Dieppe Raid), das Landungsunternehmen/Invasion beiDieppe an der Mündung der Arques in denÄrmelkanal (ursprünglicher Plan:Operation Rutter) wird nach hohen kanadischen und britischen Verlusten abgebrochen. 6.000 Soldaten der Alliierten landeten in der Normandie. Sie sollten eine zweite Front gegen Hitlerdeutschland eröffnen. Dieser erste Landungsversuch scheiterte – die Alliierten mussten sich unter hohen Verlusten zurückziehen.
19. August:Sinjawinsker Operation (Erste Ladoga-Schlacht), Beginn der zweiten sowjet. Gegenoffensive zur Überwindung derBlockade von Leningrad (bis 10. Oktober, Patt-Situation, Verluste Wehrm/R.A. etwa wie 1:2)
23. August: etwa 1000 Flugzeuge beginnen Brandbomben auf Stalingrad zu werfen, gleichzeitig dringen deutsche Panzer zum ersten Mal in die Außenbezirke ein
26. August: der begonnene Angriff aufTuapse wird nach zwei Tagen angehalten
30. August bis 6. September: die Fortsetzung der deutschen Offensive in Nordafrika scheitert in derSchlacht von Alam Halfa
6. September:Noworossijsk, wichtigster Stützpunkt der Schwarzmeerflotte, wird eingenommen
Im Hochgebirge nehmen deutsche Truppen die wichtigsten Passübergänge ein und gehen vorübergehend auf breiter Front nach Süden vor – sie stehen imabchasischen GebirgsdorfPschu, 20 Kilometer vor der Küste des Schwarzen Meeres beiGudauta, östlich des Elbrus stehen die deutschen und rumänischen Truppen an den Flussabschnitten desBaksan und desTerek bisNaurskaja, nördlich davon verliert sich die Front an derKuma, in derNogaier-Steppe und in derKalmückensteppe
13. September: mit dem deutschen Angriff auf den inneren VerteidigungsgürtelStalingrads beginnt die fünfmonatigeSchlacht von Stalingrad (der deutsche Versuch zur Eroberung der Stadt wird unterAngriff auf Stalingrad beschrieben)
17. September:Laconia-Befehl an deutscheU-Boote zum Verhalten bei der Bergung von Überlebenden eines eigenen Angriffs auf See
September: Fertigstellung des „Generalsiedlungsplans“ durch das Planungsamt des RKF. Er beschreibt die bei Kriegsgewinn beabsichtigten Bevölkerungsverschiebungen von ca. 12 Mio. Menschen in der Sowjetunion
24. September: Zwei Agentinnen der britischen Nachrichtdienst-SpezialeinheitSpecial Operations Executive (SOE),Lise de Baissac (1905–2004) undAndrée Borrel (1919–1944, imKZ Natzweiler ermordet) werden per Fallschirm in Nordfrankreich abgesetzt. Sie erkunden u. a. mögliche Anlandeplätze für die alliierte Invasion. (L. Baissac kann nach dem Krieg dafür hoch dekoriert werden)
30. September (bis 12. August 1944): der deutscheFernsehsender Paris, auf franz. Paris-Télévision, nimmt nach ersten Testsendungen in Paris aus dem umgebauten Tanzpalast „Magic City“ die Ausstrahlung eines laufenden Fernsehprogramms zur Betreuung der deutschen Truppen, insbesondere der Verletzten in Militärlazaretten (Lazarettfernsehen), auf.
1. Oktober: Versenkung des in einem Konvoi nachOdessa fahrenden deutschen TransportersSalzburg (1.742 BRT) durch einen Torpedo dessowjetischen U-BootsM-118 südöstlich desSassyksees. An Bord befanden sich rund 2.200 sowjetische Kriegsgefangene, von denen vermutlich rund 2.000 mit dem Schiff untergingen[19]. Das U-Boot wurde seinerseits kurz nach dem Angriff von den beiden rumänischen SicherungsschiffenSublocotenent Ghiculescu undLocotenent-Comandor Stihi Eugen mit Wasserbomben versenkt.
10. Oktober: Beginn derBattle of Bowmanville, einer zweitägigen Kriegsgefangenen-Revolte gegen die Fesselung von gefangenen deutschen Offizieren imKriegsgefangenenlager Bowmanville (Bowmanville (Clarington) prisoner of war camp 30,Ontario, Kanada; Zusammenhang mit dem Dieppe-Unternehmen am 19. August)
10. Oktober: Ende derSinjawinsker Operation (Erste Ladoga-Schlacht) in einer Patt-Situation (Verluste Wehrm/RA etwa wie 1:2)
13./14. Oktober: im so genanntenMisotscher Ghetto kommt es zu Massenerschießungen/-morden an polnischen Zivilisten (Judenverfolgung)
18. Oktober: Nach dem nach der Haager Landkriegsordnung ungesetzlichenKommandobefehl Hitlers an die Wehrmacht wurden AngehörigealliierterKommandotrupps (engl.Commandos) unverzüglich ermordet oder demSicherheitsdienst der SS (SD) übergeben. Der Befehl wurde streng geheim gehalten und in der Regel befolgt.
der britische ZerstörerPetard bringt das deutsche U-BootU 559 auf und kann das Auffinden der dt. Funkunterlagen verheimlichen. In der Folge (12. Dezember) gelingt erneut dieDechiffrierung des Funkverkehrs (Ultra) mit der verbesserten ChiffriermaschineEnigma-M4.
8. bis 11. November:Operation Torch, britisch-amerikanische Truppen landen beiCasablanca (Marokko) sowieAlgier undOran (Algerien) und leiten somit den Zwei-Fronten-Krieg in Nordafrika ein, die deutsche Seite reagiert mit demUnternehmen Anton (s. u.): die Wehrmacht besetzt Südfrankreich undTunesien. DieTexas gibt dabei effektive Artillerieunterstützung.
9. bis 12. November:Operation Hubertus: deutsche Sturmpioniere sollen im Kampf um die Stalingrader Industriekomplexe die Entscheidung bringen
11. November: Besetzung von Südfrankreich
Unternehmen Anton (seit Mai 1942 bestehende Planung)1. Armee und7. Armee rückten parallel zur spanischen Grenze bzw. Mittelmeerküste vor.
Die Besatzung des U-BootsCasabianca (Denkmal seit 2004 inBastia) der französischen Marine kann vor der deutschen Einnahme vonToulon im November 1942 unter Beschuss aus demHafen ausbrechen und sich nachAlgier, Französisch-Nordafrika, absetzen und denForces françaises libres anschließen. (Zwischen Dezember 1942 und 1944 führte dieCasabianca sieben Geheimmissionen durch, in deren Verlauf sie Waffen, Ausrüstung und Personen nachKorsika und in dieProvence zur Unterstützung desMaquis transportierte, genannt Pearl Harbour.)
13. November:
Tobruk ist wieder in britischer Hand
es kommt zu ersten Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen
19. – 23. November:Operation Uranus: Gegenoffensive der Roten Armee bei Stalingrad, dabei werden die rumänischen Linien im Norden und Süden durchbrochen, wenige Tage später vereinen sich diese beiden Stoßkeile beiKalatsch am Don, damit ist die 6. Armee in Stalingrad eingekesselt, GeneralPaulus fühlt sich an den Haltebefehl Hitlers gebunden und kann sich nicht dazu durchringen, den Befehl zum damals noch möglichen Ausbruch (Rückzug) zu geben
22. November: der HilfskreuzerAtlantis unterKapt. B. Rogge wird durch den britischen Schweren KreuzerDevonshire zwischen Brasilien und Westafrika versenkt. Er konnte vorher 19 Handelsschiffe mit knapp 128.000 BRT versenken und drei Schiffe mit 18.253 BRT als Prisen aufbringen.
Seit November: Vergrabene Leichen im deutschenVernichtungslager Belzec wurden seither massenhaft exhumiert und zur Beseitigung von Spuren derShoah auf großen Rosten aus Eisenbahnschienen verbrannt.
12. bis 23. Dezember:Unternehmen Wintergewitter: Entsatzangriff der 4. Panzerarmee unter General Hoth, der bis zu 60 Kilometer an die eingeschlossenen Truppen in Stalingrad heranführt, scheitert
In der „Aktion Zamość“ (27. November 1942 bis 15. August 1943) wurde von SS-/Polizeikommandos die Bevölkerung zusammengetrieben und in dasSammellager Zamość abtransportiert, 110.000 Polen wurden bis August 1943 aus 300 Dörfern von SS-, Polizei- und Wehrmachteinheiten vertrieben, mit 34 Ortschaften wurde vorgeblich wegen Widerstands- und Partisanentätigkeit ähnlich wie mitLidice verfahren, es folgten die militärischen Antipartisanenaktionen „Aktion Werwolf I/II“, eine Abteilung derpolnischen Heimatarmee und die 3. Kompanie „Grzmot“ derBauernbataillone (Bataliony Chłopskie), zusammen etwa 400 Mann, kämpften gegen die etwa 1900 Mann starken deutschen Sicherungstruppen, bei den deutschen Vergeltungsmaßnahmen für den Widerstand kamen 7000 Menschen ums Leben, am 30. Juni 1943 erklärte Himmler das gesamte „Generalgouvernement“ zumBandenkampfgebiet, Abbruch der Aktion durch O. Globocnik
12. Dezember: der britische Zerstörer HMS Petard bringt am 30. Oktober 1942 im Mittelmeer das deutsche U-BootU 559 auf -> in der Folge gelingt erneut die Dechiffrierung des mit derEnigma-M4 verschlüsselten deutschen Funkverkehrs
24. Dezember: imRaid auf Tazinskaja wird die Luftversorgung Stalingrads unterbrochen
Mitte Januar: JapansBurmafeldzug (Birma als Teil Indiens britische Kolonie; heute Myanmar) begann aus dem 1941 von ihnen besetztenThailand her und endete am 4. Mai 1942 mit dessenBesetzung (1942–1945)
23. Januar:Rabaul an der Nordostspitze aufNew Britain (Neuguinea) wird von japanischen Truppen eingenommen und in den Folgejahren als Festungsstützpunkt ausgebaut. Dies war aus der Sicht der Gegner der Beginn der
Schlacht um Neuguinea (the New Guinea campaign 42-45), das alliierte Vorrücken entlang der Nordküste Neuguineas. Diese strategische Bewegung eröffnete kriegsentscheidende Angriffspositionen gegen Japan. Dauer bis August 1945.
25. Januar:Thailand erklärt auf der Seite Japans den Alliierten den Krieg
Japan. Truppen landen nördlich vonSurabaja aufJava
Bei einem Aufstand in dem neuseeländischenKriegsgefangenenlagerFeatherston werden 48 Japaner und ein Neu-Seeländer von der Wachmannschaft erschossen. Hintergrund war ein Sitzstreik der Gefangenen als Form der Arbeitsverweigerung.
19./20. März: dem US-GeneralMacArthur gelingt der Rückzug nach Australien
MacArthur sagt im BahnhofTerowie, Südaustralien, 220 km nördl. von Adelaide erstmals den auf die Philippinen bezogenen Satz: “I came through and I shall return”, auf dem Weg nachMelbourne (dort am 21. März)
5. April: Die 1. Gruppe der alliierten Verbände zur Verteidigung Ceylons lief aus dem Hafen desAddu-Atolls aus. Die Gruppe 2 folgte am Morgen des folgenden Tages.
In der Folge beginnen die Japaner auf dem chinesischen Festland bei der Suche nach den dort gelandeten Piloten dieSchlacht von Zhejiang-Jiangxi, bei der 250.000 chinesische Zivilisten getötet werden
MacArthur wird vom US-Präsidenten zum Supreme Commander of Allied Forces in the Southwest Pacific Area (SWPA) ernannt, GHQ inMelbourne
19. April: japanische Landung in Niederländisch-Neuguinea
30. April: Japan unterbricht die Verbindung nach China durch die Eroberung vonLashio inBurma
6. Mai: diePhilippinen sind vollständig von Japan erobert
6. bis 8. Mai:Schlacht im Korallenmeer, südlicher Vormarsch der japanischen Invasionsflotte auf Port Moresby gestoppt
dabei am 8.: einFlugzeugträger, dieLexington, wurde mehrfach getroffen, gerät in Brand und wird schließlich selbst versenkt. (2018 wurde der Rumpf des Wracks ca. 3000 m unter Wasser wieder geortet und gefilmt.)
11. Mai: der MinenkreuzerOkinoshima, das Flaggschiff der nachNauru laufenden japanischen Invasionsflotte wird vom U-BootUSSS-42 versenkt, die Flotte dreht ab
16. Mai: die alliierten Truppen (brit., indische u. chinesische Kontingente) ziehen sich aus Birma nachBritisch-Indien Nordostindien zurück
Mai, ab 5. Mai:Madagaskar, von dem mit Deutschland kooperierendem französischen Vichy-Regime kontrolliert, wird zur Sicherung von Rückzugspositionen von britischen Truppen besetzt –Operation Ironclad (bis 8. November)
4. bis 6. Juni:Schlacht um Midway. Japan verliert alle vier eingesetzten Flottenträger (von insgesamt sechs zu diesem Zeitpunkt), die USA einen von drei Trägern
6. Juni: dieSchlacht um die Aleuten (amerikanisches Territorium südwestlich von Alaska) beginnt; sie ist erst am 15. August 1943 mit der Rückeroberung beendet. Japanische Truppen besetzen die westlichen Inseln Attu und Kiska. Dazu auchBau einer Straßenverbindung durch den kanadischen Teil Alaskas.
31. Juli: amerikanischeB-17 starten ein siebentägiges Bombardement auf Tulagi undGuadalcanal
7. August: amerikanische Truppen beginnen dieSchlacht um Guadalcanal auf denSalomonen, die Kämpfe bis zur Aufgabe der Japaner dauern bis zum 8. Februar 1943
13. August: auf Neuguinea erfolgt der japanische Vormarsch entlang desKokoda-Trails über die Berge nachPort Moresby
25. August:Ozeanien und Nauru wird von japanischen Einheiten eingenommen
5. September: In derSchlacht um die Milne-Bucht (seit 25. Aug.) besiegen die Alliierten (australische Soldaten) erstmals japanische Landstreitkräfte (an der Ostspitze von Papua-Neuguinea)
9. September: ein japanisches Kleinflugzeug, gestartet vom U-Boot I-25, wirft Bomben in einen Wald bei Mount Emily inOregon um Waldbrände zu entfachen
17. September: der japanische Vormarsch auf Neuguinea kommt beiIoribaiwa in Sichtweite von Port Moresby zum Stehen
24. September: japanische Verbände beginnen die Invasion derGilbertinseln aufMaiana
29. September: wiederholte Bombardierung eines Waldes inOregon von Bord eines japanischen Kleinflugzeuges der I-25 (U-Boot)
28. Oktober: australische Einheiten können das Kokoda-Flugfeld auf Neuguinea zurückerobern
13. Dezember: Buna auf Neuguinea fällt an die USA
14. Dezember: Gona auf Neuguinea fällt an die USA
1943
Generalfeldmarschall F. Paulus geht in Stalingrad in Kriegsgefangenschaft, 31. Januar 1943
Stichworte für das Kriegsjahr 1943 sind: Sowjetische Armeen erreichen den Sieg in Stalingrad – eine erste bedeutende deutsche Kapitulation. Im März erobern deutsche Truppen das Gebiet bis zum mittleren Donez zurück, aber nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten muss die Wehrmacht an der ganzen Ostfront den Rückzug antreten. Der militärisch unbedeutende Aufstand im Warschauer Ghetto wird ein bleibender moralischer Sieg der jüdischen Häftlinge. Die Atlantikschlacht geht für die deutschen U-Boote verloren. Alliierte Truppen landen in Sizilien. Italien verlässt das Bündnis mit Hitler. Der Ausbau desManhattan-Projekts wird inLos Alamos in New Mexico, USA, vorangetrieben. Die Lufthoheit der Alliierten in Europa wird immer erdrückender. Mit der Rückeroberung der Salomonen beginnt die amerikanische Taktik des Inselspringens im Pazifik.
Kriegsereignisse 1943 in Europa und im Mittelmeerraum
10. Januar: Beginn der sowjetischen Großoffensive „Operation Kolzo“ gegen die eingekesselte deutsche 6. Armee in Stalingrad
12. bis 30. Januar: Beginn derOperation Iskra (2. Ladoga-Schlacht), dabei wird am 18.Schlüsselburg und damit ein schmaler Versorgungskorridor für das belagerteLeningrad zurückerobert
18. Januar: Besatzungstruppen unterF. v. Sammern, mindestens 1000 Mann, versuchen das erstmal die Gefangenen imWarschauer Ghetto inVernichtungslager zudeportieren und stoßen dabei auf organisierte massive und zunächst erfolgreiche Gegenwehr.
23. Januar: britische Einheiten besetzen Tripolis, im März und April werden die Achsenmächte schließlich im Brückenkopf Tunesien eingeschlossen (Tunesien-Feldzug), an derMareth-Linie wird noch Widerstand geleistet, Einsatz von Regimentern derStrafdivision 999
26. Januar: die Alliierten rufen auf derCasablanca-Konferenz als Ziel die Forderung der „Bedingungslosen Kapitulation“ der Achsenmächte aus
29. Januar:Militärgerichtsbarkeit – Für Fälle derWehrkraftzersetzung erhielt durch die Verordnung vom 29. Januar 1943 (RGBl. I S. 76) derVolksgerichtshof grundsätzlich die Zuständigkeit für Fälle „öffentlicher Zersetzung“ sowie auf Antrag auch Fälle „vorsätzlicher Wehrdienstentziehung“ (§ 5 Absatz 1 Nr. 1 und 3 der Kriegssonderstrafrechtsverordnung. Das hob die Zuständigkeit derKriegsgerichte bzw. desReichskriegsgerichts auf).
Februar bis April:Operation Winterzauber, ein Massenmord durch SS-Kräfte im Rahmen der vorgeblichen Partisanenbekämpfung im Norden Weißrusslands und dem Westen Russlands
2. Februar: Letzte isolierte Einheiten kapitulieren. Paulus, noch am 30. zumGeneralfeldmarschall befördert, bleibt angesichts der aussichtslosen Lage nur die Möglichkeit derKapitulation, worauf knapp 100.000 Soldaten in Gefangenschaft geraten. Von ihnen werden nur etwa 6.000 nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Die Todeszahlen sind auf beiden Seiten um ein Vielfaches höher, die Schlacht von Stalingrad markiert auch einen psychologischen Wendepunkt im Krieg.
16. Februar: die StadtCharkow wird von Truppen der Wehrmacht undWaffen-SS gegen den Befehl Hitlers aufgegeben, um einer drohenden Einkesselung zu entgehen
21. Februar: eine deutsche Gegenoffensive beginnt („dritte Schlacht um Charkow“), bis zum 5. März wird das Gebiet bis zum mittlerenDonez zurückerobert; dabei erhebliche Geländegewinne und wieder eine geschlossene Front hergestellt, der im Frühjahr 1943 potentiell bevorstehende Zusammenbruch der Ostfront wird so verhindert, bis zum 14. März wird Charkow durch Truppen der Waffen-SS zurückerobert
22. März: im weißrussischen DorfChatyn werden 152 Personen (darunter 76 Kinder) von derSS-Sondereinheit Dirlewanger ermordet und das Dorf zerstört, in Chatyn steht heute dieGedenkstätte der Republik Belarus stellvertretend für 185 weitere mit ihren Bewohnern niedergebrannte Dörfer dieser damaligen Teilrepublik
27. März: Beim erfolgreichenAnschlag auf das Einwohnermeldeamt Amsterdam wurden Einwohner-Unterlagen zerstört um die Verfolgungsmaßnahmen der Gestapo in der Stadt zu erschweren
1. April: BeiBombenabwürfen der Alliierten auf die Schweiz starben in den Jahren 1939 bis 1945 insgesamt 84 Menschen. Bei der versehentlichen Bombardierung der auf deutschen Druck hinverdunkelten StadtSchaffhausen kamen an diesem Tag davon 40 Menschen ums Leben und 270 wurden zum Teil schwer verletzt. Seit Oktober 1943 nahm die Schweizer Luftwaffe ihre seit Juni 1940 auf deutschen Druck hin eingestellten Abfangmassnahmen wieder auf und versuchte, alliierte Bomber zur Landung in der Schweiz zu zwingen.
19. April:Aufstand im Warschauer Ghetto: die verbliebenen Ghettobewohner sollen in Vernichtungslager, die meisten nachTreblinka, verschleppt werden, die Jüdische Kampforganisation (polnischŻydowska Organizacja Bojowa oder ŻOB beziehungsweise ZOB) wehrt sich im mehrere Wochen dauernden Aufstand im Ghetto. Der Aufstand wird bis zum 16. Mai von der SS unter Jürgen Stroop blutig niedergeschlagen, später gab es noch einKZ in Warschau auf diesem Gelände
13. Mai: Kapitulation der deutschen Truppen inTunesien
11. bzw. 13. Juni: Die Garnisonen der InselnPantelleria undLampedusa kapitulierten nach einer Serie von Bombardierungen (Operation Corkscrew; mit Mussolinis Zustimmung wegen Wassermangels) kampflos gegenüber brit. Truppen.
5. bis 16. Juli: dasUnternehmen Zitadelle soll den sog. Frontbalkon beiKursk ausräumen und große Teile der Roten Armee einkesseln und vernichten. Die Operation gipfelt in der größtenPanzerschlacht der Geschichte; der von der Roten Armee vorausgesehene Angriff bleibt stecken
19. Juli:Rom/Feltre: NachLuftangriffen auf Genua, Turin und Mailand durch die brit. Luftwaffe kam es zum ersten Angriff des Kriegs aufRom, an dem über 500 US-Bomber beteiligt waren. Italiens DiktatorMussolini erfährt davon bei Besprechungen mit Hitler in Feltre (Venetien).
22. Juli: die sizilianische RegionalhauptstadtPalermo wird von den Alliierten besetzt
24./25. Juli: Beginn massiver Luftangriffe auf Hamburg (vor allem von jeweils über 700 RAF-Bombern, auch 2 Angriffe von US-Bombern; Tarnname in der Planungsphase warOperation Gomorrha; Dauer bis zum 3. August; im Schnitt erfolgte jede zweite Nacht ein Großangriff.) Mind. 35.000 Menschen, fast nur Zivilisten, sterben.
10. bis 17. August:Unternehmen Lehrgang, Räumung Siziliens nach der erfolgreichen Landung der Alliierten (Operation Husky) über die Seestraße von Messina aufs Festland. Insgesamt wurden über 100.000 Soldaten, ca. 10.000 Fahrzeuge Material etc. evakuiert.
14. August:Rom wird wiederholt zur offenen Stadt erklärt. (Anfang Juni 1944 erklärte FMKesselring Rom zur „offenen Stadt“ und zog bis auf eine Nachhut alle Truppen ab.)
August/September: Beginn derOperation Barclay, Täuschungsmanöver mit einer fiktiven britischen 12. Armee, die überwiegend inÄgypten stationiert sei durch fingierten Funkverkehr und regelmäßige Übungen. Der deutsche Gegner sollte vom Ziel der nächsten Invasion abgelenkt werden.
8. September: nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten wird von der deutschen Wehrmacht der Plan zumFall Achse umgesetzt, in dem alle italienischen Truppenverbände entwaffnet werden undRom besetzt wird (September 1943 bis Juni 1944, s. u.). In deren Folge kam es u. a. zumMassaker in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom.
Die Wehrmacht besetzt die noch nicht von den Alliierten befreiten Teile Italiens einschließlich der HauptstadtRom (nicht desVatikanstaates)
12. September: imUnternehmen Eiche gelingt es deutschen Fallschirmjägern,Mussolini aus der italienischen Gefangenschaft amGran Sasso in den Abruzzen zu befreien. Mussolini wird zunächst nachOstpreußen, dann nachSchloss Hirschberg gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien zu leiten (Republik von Salò) und damit nur noch scheinbar den Kampf Italiens als deutscher Verbündeter fortzusetzen
21./22. September:Massaker auf Kefalonia: nachdem sich die auf der griechischen InselKefalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzen, werden zwischen dem 18. und 23. September etwa 5000 gefangengenommene Italiener von deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen (Kriegsverbrechen)
23. September (bis zum 25. April 1945): Die vom NS-Staat abhängigeItalienische Sozialrepublik (auch italienisch Repubblica Sociale Italiana – RSI, Republik von Salò). Regierungssitz warSalò am Gardasee bzw. ab 1944Mailand mit dem pro forma-Staatschef B. Mussolini.
27. September: Beginn des als dieVier Tage von Neapel bezeichneten Aufstands der Zivilbevölkerung bis zum 30. September, in dem sie sich selbst von der Besatzung deutsche Truppen kurz vor den heranrückenden alliierten Truppen befreite.
29. September: ein zweiter alliierter-italienischerWaffenstillstand von Malta wird an Bord derNelson von den GenerälenDwight D. Eisenhower undPietro Badoglio unterzeichnet, auch ital.Armistizio lungo. Er erweiterte den vom 3. September.
Die Täuschungs-Operation Fortitude (North/South) beginnt (getrennt für Norwegen und die Kanalküste mitGeneral Patton als alliiertemOB) der Schattenarmee ab Herbst 1943 bis hin zur Scheininvasion amPas de Calais am 5. Juni 1944
danach: Rückzug der deutschen Truppen bis auf dieGustavlinie, ungefähr 100 Kilometer südlich von Rom, über die Volturno-, Barbara- und Bernhardt-Line
5. Oktober: ganzKorsika ist befreit (ab 11. November 1942 gab es zunächst eine italienische und später auch deutsche Besatzung), damit war die Befreiung Europas vom Süden her an das Festland Frankreichs herangerückt
13. Oktober: Kriegserklärung Italiens – dieRegierung Badoglio erklärt, als eine damit erfüllte Waffenstillstandsbedingung, dem Deutschen Reichden Krieg, an der Seite der offiziellen italienischen Verbände operiert eine kampfstarkePartisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen etwa zehn Wehrmacht-Divisionen binden
16. Oktober: deutsche Truppen (Beteiligung der Wehrmacht fragl.? Unter dem Kommando vonTheodor Dannecker) nehmen in einer Razzia über 1000 jüdische Bewohner von Rom gefangen und deportieren sie am 18. in dasKonzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Nur 16 dieser 1023 italienischen gefangenen Juden werden das Kriegsende erleben)
26. Oktober: derShetland Bus, statt mit Fischerbooten fahren erstmals die drei umgebauten amerikanischen U-Boot-Jäger Hessa, Hitra und Vigra unter norwegischem Kommando die Route
30. Oktober: die Außenminister der drei führenden Alliierten beschließen dieMoskauer Deklaration über die Grundlagen ihrer weiteren Zusammenarbeit
18. November: britische Luftverbände bombardierenLund in Schweden
Dezember 1943 bis Juli/August 1944: Einrichtung derAbwehrstelle Arras (kurz Abwehr Arras oder Ast Arras, auch 430) der militärischen deutschen Abwehr in Arras, Département Pas-de-Calais, zur Sicherung derV1-Flugbomben-Abschuss-Stellen und zum Begleitschutz der Flugkörperteile dorthin (V1 = Fieseler Fi 103;s.a.:Vergeltungswaffe)
Im Dezember überträgt US-Präsident Roosevelt GeneralEisenhower das Amt desSupreme Allied Commander in Europe (dt. etwa OB Europa),SHAEF. Er bezogThatched House Lodge imRichmond Park als Quartier südwestlich von London für die Zeit bis Mai 1945. Das HQ steht ab März 1944 nahe imCamp Griffiss imBushy Park.
6. Dezember: Genehmigung derOperation Bodyguard, einemAblenkungsmanöver der Alliierten vor der für 1944geplanten Invasion in Frankreich. Mit der Geheimdienstoperation gelang es, das deutsche Oberkommando über Zeit und Ort der Invasion in die Irre führen. Der Plan umfasste mehrere Operationen und gipfelte in der taktischen Überraschung der Deutschen über den Termin derLandung in der Normandie am 6. Juni 1944. Er verzögerte das Hinzuziehen deutscher Verstärkungen in diese Region um mehrere Wochen.
20. bis 28. Dezember:Schlacht um Ortona, auch „Italienisches Stalingrad“ genannt, um den für den Nachschub wichtigenTiefwasserhafen an der Ostküste (deutsches Fallschirmjägerreg. 3 der 1. Division und kanadische 1. Infanteriedivision)
Im Februar besetzen japanische TruppenKwangtschouwan (Guangzhouwan), ein französisches Pachtgebiet. Es unterstand alsTerritoire de Kouang-Tchéou-Wan dem Gouverneur vonFranzösisch-Indochina (Vietnam). Es liegt im Bereich einer Bucht des Chin. Meeres auf dersüdchinesischen HalbinselLeizhou (nördlich der InselHainan).
2. März: die Flugzeuge derRoyal Australian Air Force und der US-Navy gewinnen dieSchlacht in der Bismarcksee, die bis zum 4. März andauert, damit wird eine Nachschublieferung von rund 7000 japanischen Soldaten nach Neuguinea verhindert
18. April: der japanische AdmiralYamamoto Isoroku wird beim Anflug aufBougainville mit seinem Flugzeug abgeschossen (auf den Salomonen, der Planer des Angriffs auf Pearl Harbour)
12. Mai: auf dem chinesischen Festland beginnt dieSchlacht um West-Hubei, sie endet am 3. Juni mit einem Sieg der chinesischen Revolutionsarmee
Mai: US-Truppen erobern die Insel Attu – westliche Insel der Aleuten, südwestlich von Alaska (Teil derSchlacht um die Aleuten seit 6. Juni 1942)
15. August: US-Truppen landen auf der geräumten Insel Kiska – eine der westlichen Inseln derAleuten, südwestlich von Alaska. Ende derSchlacht um die Aleuten seit 6. Juni 1942
September: Die bis dahin neutrale portugiesische KolonieMacau, Stadt und Hafen auf einer Halbinsel Chinas, kommt unter ein japanisches Protektorat. Es kommt mehrfach zur amerik. Bombardierung von Treibstoff-Lagern.
Einnahme der chinesischen StadtChangde, ProvinzHunan (früher Langzhou) durch die Japaner, in der folgendenSchlacht um Changde bis zum 20. Dezember wieder zurückerobert
Das Kriegsjahr 1944 ist vor allem durch wichtige Erfolge der Alliierten gekennzeichnet: Im Januar wird der Belagerungsring um Leningrad aufgebrochen. Im Westen gelingt die Invasion in die Normandie; Paris wird befreit. Im Osten gelingt es der Roten Armee die Heeresgruppen Mitte und Süd entscheidend zurückzuwerfen. Erst in Ostpreußen kommt die Offensive im Oktober vorübergehend zum Stehen. In Italien gelangen die Alliierten bis nördlich einer Linie Rimini-Rom voran. Allein in Asien führt eine japanische Offensive in China zu einer Landverbindung nach Indochina und damit zu einem Teilerfolg der Achsenmächte. Aber im Oktober gelingen dieRückeroberung der Philippinen und die Vernichtung der kaiserlich japanischen Marine.
(Für dieses Jahr wurde eine zusätzliche Unterteilung für die Kriegsschauplätze in Ost- und Westeuropa vorgenommen).
Kriegsereignisse 1944 in Osteuropa
14. Januar: Beginn des erfolgreichen sowjetischen Angriffs auf den deutschenBelagerungsring um Leningrad, dieLeningrad-Nowgoroder Operation, (bis zum 1. März; Unteroperationen: Krasnoseljsk – Ropschaer, Nowgorod – Lugaer, Kingissepp – Gdower und die Staraja Russa – Noworschewer Operation)
die Sowjetunion setzt nach: ihre Frühjahrsoffensive bringt weitere Gebietsgewinne und die Wehrmacht zieht sich bis zumPeipussee zurück
7. – 27. Februar: eine Serie sowjetischer Luftangriffe aufHelsinki mit über 2000 Bombern (6./7., 16./17., 26./27. Febr.). Sie wurden mit Angriffen auf Flugplätzen bei Leningrad beantwortet.
22. Februar: sowjetische Bombardierung vonStockholm (ca. 30 Bomben, Grund blieb unbekannt)
Im März: Beginn der bis Sommer 1944 anhaltendenHeu-Aktion. Dabei wurden 30.000 bis 50.000 zehn- bis fünfzehnjährige Kinder aus Osteuropa nach Deutschland verschleppt, um als Zwangsarbeiter eingesetzt zu werden.
12. bis 19. März: imWehrmacht-Konzentrationslager Osaritschi für 40.000 so genannte arbeitsunfähige Zivilisten (südlich der weißrussischen StadtBobrujsk) werden unter Beteiligung des Sonderkommandos 7a derEinsatzgruppe B durch die9. Armee in nur einer Woche mindestens 9000 Menschen ermordet. Nicht nur auf dem Transport, sondern auch nach erfolgter Internierung schossen dieWachmannschaften der 35. Infanterie-Division oft beim geringsten Anlass oder ganz ohne Grund, auch auf Kinder. Nach weißrussischen Quellen kann es dort insgesamt 20.000 Todesopfer gegeben haben.
9. Juni: die Offensive an der finnischen Front auf derKarelischen Landenge, dieWyborg-Petrosawodsker Operation, beginnt (bis 9. August), Ende Juni kommt dieser Angriff auf Höhe der alten Grenze von 1940 zum Halt
22. Juni:Operation Bagration, auch Großoffensive im RaumWitebsk-Orscha – Beginn der Zerschlagung derHeeresgruppe Mitte, wodurch die Rote Armee bis kurz vorWarschau und Ostpreußen gelangt, am 3. Juli wirdMinsk von der sowjetischen Armee zurückerobert, 100.000 deutsche Soldaten geraten in Gefangenschaft
17. Juli: 57.000 deutscheKriegsgefangene werden durch Moskau in die Gefangenschaft geführt.
23. Juli: DasKZ Majdanek (in Vorort vonLublin) wird als erstes der deutschen Vernichtungslager durch alliierte Truppen, hier der Roten Armee, befreit, es folgen international beachtete Presseberichte.
Ein alliierter Luftangriff aufMagdeburg tötet 683 Menschen.
Im Schwarzen Meer versenkt das sowjetische U-BootSC-215 dasMS Mefküre, die über dreihundert jüdische Flüchtlinge an Bord hat. Das Schiff fuhr untertürkischer Registrierung und führte dieneutralen Fahnen derRepublik Türkei sowie desRoten Kreuzes. Es fuhr im Konvoi mit den SchiffenBulbul undMorina, von denen jedes mit über 300 Passagieren unterwegs war. Es gab elf Überlebende.
16. bis 20. August: ImUnternehmen Doppelkopf gelingt es der deutschen 3. Panzerarmee, die Landverbindung zwischen den Heeresgruppen Mitte und Nord zeitweilig wiederherzustellen
18. August: Die Rote Armee erreicht die GrenzeOstpreußens.
23. August:König Michael von Rumänien erklärt einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion (Königlicher Staatsstreich in Rumänien 1944), wenig später tritt Rumänien in den Krieg gegen Deutschland ein, nachdem die Luftwaffe am 23. und 24.Bukarest bombardiert hat, dieser Frontwechsel war bereits mehrere Monate zuvor in Verhandlungen mit den alliierten Mächten geplant worden. Die Sowjetunion besetzt das Land.
2. September:Finnland verlangt von Deutschland die Räumung seines Territoriums, Beginn des so genannteLapplandkriegs am 19. September. Finnland wurde imWaffenstillstand mit Moskau verpflichtet, die bisher verbündeten deutschen Truppen mit militärischen Mitteln innerhalb von 14 Tagen zu vertreiben. Da diese Frist nicht eingehalten werden konnte, entstand ein Scheinkrieg. Durch ein Feuer, ausgelöst durch die Explosion eines Munitionszuges, brannte dabei die StadtRovaniemi restlos nieder. Die Kampfhandlungen zogen sich bis zum Frühling 1945 hin. Die deutschen Truppen zogen sich dabei nach Norden zurück, um nach Norwegen zu entkommen. Der letzte besetzte Ort Finnlands war am 27. April geräumt, das Dorf Kilpisjärvi.
3. September: Die 20. Gebirgsarmee leitet dasUnternehmen Birke, die Absetzbewegung in Finnland, ein
5. September: Die Rote Armee nimmtBulgarien ein; Bulgarien erklärt Deutschland den Krieg, dem folgt am 9. September dort ein kommunistischer Staatsstreich.
14./15. September: Die Wehrmacht versucht imUnternehmen Tanne Ost vergeblich, die finnische InselHogland zu besetzen.
16. September bis 24. November: In derBaltischen Operation der Roten Armee gerät das Baltikum wieder weitgehend unter die Kontrolle der Sowjetunion, die deutsche Heeresgruppe Nord wird imKurland-Kessel abgeschnitten und muss über die Ostsee versorgt werden.
19. September: Finnland muss im Waffenstillstand das Gebiet vonPetsamo an die Sowjetunion abtreten.
1. Oktober: Truppen der Roten Armee betreten zum ersten Mal jugoslawisches Gebiet.
7. Oktober: Im deutschenKZ Auschwitz-Birkenau findet ein Aufstand des jüdischenSonderkommandos (die Häftlinge, die dieGaskammern und Krematorien bedienen mussten) statt, weibliche Gefangene hatten Sprengstoff von ihrer Zwangsarbeit in einer Waffenfabrik her eingeschmuggelt und das Krematorium IV wurde damit teilweise zerstört.
10. Oktober: Die Rote Armee erreicht die deutsche Grenze inOstpreußen.
7. bis 29. Oktober: in derPetsamo-Kirkenes-Operation erobert die Rote Armee die deutschen Stützpunkte in Nordfinnland.
von Deutschland unterstützter Staatsstreich derPfeilkreuzler inUngarn: Reichsverweser/DiktatorMiklós Horthy wird imUnternehmen Panzerfaust von SS-Truppen unter dem Befehl vonSkorzeny im BudapesterBurgpalast verhaftet und zur Abdankung gezwungen, indem ihm die Erschießung seines Sohnes angedroht wurde.
InOstpreußen kommt die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfänglichen Erfolgen zum Stehen.
21. Oktober:Massaker von Nemmersdorf: DieRote Armee erobert für wenige Stunden das Dorf Nemmersdorf und erschießt dort mindestens 23 Zivilpersonen, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, dies gilt als das erste dokumentierteVerbrechen der Roten Armee auf deutschem Boden.
24. November: Das unbewaffnete schwedische PassagierschiffHansa wird in der Ostsee vor der InselGotland ohne Vorwarnung von einem sowjetischen U-Boot versenkt, 84 Zivilisten sterben
25. Dezember:Schlacht um Budapest, es ist vollständig von der Roten Armee eingeschlossen
2. Januar: schwerer Luftangriff der britischen Luftwaffe aufBerlin
21./22. Januar: Beginn desUnternehmens Steinbock derLuftwaffe, das bis zum 29. Mai wieder eine Verschärfung der Luftangriffe auf London und andere englische Städte zur Folge hat (s. u.)
Januar: Der Ausbau vonLajes Field auf der Azoren-Insel Terceira ist abgeschlossen. Wichtiger Flugzeug-Nachschubweg der USA im Atlantik (Nutzung seit 2. Dezember 1943).
30. Januar bis 8. Februar: Bei derKonferenz von Brazzaville trafen sichDe Gaulle und weitere Vertreter desFrance Libre mit 20 Gouverneuren aus den afrikanischenKolonien Frankreichs. In derDeklaration von Brazzaville wurden u. a. die Ziele formuliert: parlamentarische Beteiligung, den öffentlichen Dienst für dieindigene Bevölkerung zu öffnen, Abschaffung der Zwangsarbeit.
8. Februar: Die alliierten Planungen zurOperation Overlord, der Landung in Nordfrankreich, sind abgeschlossen
22. Februar: Bombardement der niederländischen StadtNimwegen durch amerikanische Flugzeuge; etwa 800 Todesopfer, der Angriff hatte die deutsche StadtKleve zum Ziel
24. März: auf Befehl des SS-Polizeichefs vonRom H. Kappler ermorden 80 bis 90 SS-Männer beimMassaker in den Ardeatinischen Höhlen 335 Geiseln (322 der Opfer konnten identifiziert werden, als Täter werden u. a. 1947/48 Generalfeldmarschall Kesselring, SS-Obersturmbannführer Kappler, Generalleutnant Mälzer und Generaloberst Eberhard von Mackensen wegen Geiselerschießungen verurteilt)
1. April: US-Flugzeuge bombardieren unabsichtlich die StadtSchaffhausen in derSchweiz.
2. April: BeimMassaker von Ascq werden durch Angehörige der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ 86 Zivilisten ermordet.
27./28. April: Ca. 1000 alliierte Tote bei einer Landungsübung inDevon,Exercise Tiger, durchfriendly fire und einem deutschen Schnellbootangriff aus Cherbourg darauf. (DasSlapton Sands-Memorial erinnert daran. Die Übung liefert wichtige Informationen zur Vorbereitung der Landung vier Wochen später.)
12. Mai: In Italien beginnt der Vorstoß alliierter Truppen auf Rom.
18. Mai: Das 2. polnische Korps unter Führung von GeneralWładysław Anders nimmt nach massiven alliierten Verlusten den Monte Cassino ein. Direkt danach beginnt der weitere Vormarsch auf dasnoch besetzte Rom (Kesselring).
25. Mai: Die alliierten Kräfte vereinen ihre beiden Fronten in Italien und drängen die deutschen Truppen auf die „Grüne Linie“ zwischenLa Spezia undRimini zurück.
21. Januar bis 29. Mai:Unternehmen Steinbock, die Bombardierung Londons und englischer Häfen (von den Briten im Nachhinein auch alsBaby Blitz bezeichnet), wird nach Verlustquoten bis 10 Prozent eingestellt.
4. Juni: Das besetzteRom wird widerstandslos verlassen/befreit. GeneralfeldmarschallAlbert Kesselring, Oberbefehlshaber der deutschen 10. Armee in Italien, lehnt es ab, in der „ewigen Stadt“ zu kämpfen. Er erklärt es zur offenen Stadt. Zieht bis auf eine Nachhut seine Truppen ab. Truppen der5. US-Armee können kampflos die Stadt einnehmen.
5. Juni: DieLuftlandeoperation Tonga gehört zur Vorbereitung der Invasion in Nordfrankreich, u. a. Einnahme der für Nachschub wichtigenPegasusbrücke (bis 1944 Bénouville-Brücke) und derHorsabrücke südlich vom Strandabschnitt Sword bei Ranville/Caen
6. Juni:D-Day für dieOperation Overlord (Deckname für die alliierte Befreiung Nordfrankreichs), die westlichen Alliierten landen in derNormandie (die Landung selbst verläuft unter dem CodenamenOperation Neptune) und errichten einen schnell ausgeweiteten Brückenkopf, um den in den nächsten Wochen erbittert gekämpft wird, die Operation fußt auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen, die ab 1943 durch den britischen GeneralFrederick E. Morgan in konkreter Form erarbeitet worden waren.
Battle for Caen; einzelne Operationsnamen im Zusammenhang damit (Juni–Aug. 1944) sind: die Operation Perch (9. bis 14. Juni, s. u.); Epsom (25. bis 30. Juni), Windsor (4. bis 5. Juli), Charnwood (7. bis 9. Juli), Jupiter (10. bis 11. Juli), Goodwood (18. bis 20. Juli), Spring (25. bis 27. Juli), Bluecoat (30. Juli bis 7. August), das deutsche Unternehmen Lüttich (Gegenangriff, 6. bis 8. August), Totalize (7. bis 10. August), Tractable (14. bis 15. August) und die Schlusskämpfe in der Falaise Pocket, dem Kessel von Falaise (16. bis 20. August, s. u.).
9. Juni: Résistance-Kämpfer riegeln ein Gebiet beiGrenoble östlich derRhone ab, das ab 3. Juli als erstebefreite Zone innerhalb Frankreichs gilt – (Partisanen-)République du Vercors. Von der Wehrmacht ab 21. Juli zurückerobert (Aktion Bettina, siehe dort).
10. Juni:
Massaker von Oradour inOradour-sur-Glane bei Limoges, die 3. Kompanie des SS-Panzergrenadier-Regiments 4 „Der Führer“ ermordet fast alle Einwohner (642 Personen) des Dorfes, angeblich als Repressalie, und zerstört die ganze Ortschaft
Massaker von Distomo (218 Opfer der 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division) bei Delphi, Griechenland
12. Juni: Die deutsche Luftwaffe beschießt erstmals London mitV-1-Raketen (Fi 103).
Beginn derSchlacht um Cherbourg durch Luftangriffe und Beschießung der Stadt und der Festung. Am 21. beginnt dieTexas mit der Artillerieunterstützung.
Das seit 10. Mai 1940 von britischen bzw. seit 1941 von U.S.-amerikanischen Truppen besetzte dänische GebietIsland erklärt sich zur selbständigen Demokratischen Republik (isländischLýðveldið Ísland). Dänemark steht zu diesem Zeitpunkt noch unterdeutscher Besatzung.
25. Juni: Opération Zebra, zur Unterstützung derRésistance intérieure française mit Waffen fliegen die Alliierten von Italien aus tagsüber mit ca. 200 Bombern Fallschirm-Container mit Waffen zu vier Stützpunkten des Maquis. Ähnlich wieder am 14. Juli.
26. Juni: Einnahme desHafens Cherbourg nach einer deutschen Teilkapitulation
19. Juli:Caen wird vollständig von den Alliierten eingenommen – siehe oben ab 8. JuniSchlacht um Caen
200 Personen aus demKreis der Verschwörer werden in den nächsten Tagen und Wochen deshalb hingerichtet (darunter 20 Generäle, 26 Oberste, Diplomaten, ein Minister, der Chef des Reichskriminalpolizeiamts; Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten)
25. Juli:Operation Cobra: In der Normandie unternehmen die US-Amerikaner im RaumSaint-Lô einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopf-Sektor, der in den Folgetagen im Westen zur Abschnürung derCotentin-Halbinsel bis nachAvranches führt.
12. bis 21. August: Ein großer Teil der deutschen Truppen in der Normandie wird imKessel von Falaise aufgerieben.
12. August: Vier Kompanien der Waffen-SS erschießen nach Partisanenangriffen fast alle Bewohner des italienischen DorfsSant’Anna di Stazzema; 560 Opfer, darunter überwiegend Frauen und 116 Kinder.
12. August: Mit derOperation PLUTO (Pipe-Lines Under The Ocean) gelingt es den Verbündeten, eine 130 Kilometer lange unterseeisch verlaufende Kraftstoff-Pipeline zwischen derIsle of Wight undCherbourg zu verlegen. Im Oktober 1944 folgte eine Pipeline vonDungeness nach Cherbourg und noch später eine durch dieStraße von Dover.
15. August: mitOperation Dragoon beginnt einezweite Invasion in Südfrankreich an derCôte d’Azur zwischenToulon undCannes, die Franzosen und US-Amerikaner können ohne entscheidenden Widerstand zügig in das Landesinnere vorstoßen
17. August: Nach heftigen BombardierungenSaint-Malos kapituliert der StadtkommandantOberst Aulock.
22. August:
Grenoble wird von den deutschen Truppen geräumt und gemeinsam vomMaquis de l'Oisans und amerikanischen Truppen befreit.
Die VerhaftungswelleAktion Gitter wird im gesamten Reich von der Gestapo gestartet; dabei werden viele ehemalige politische Gegner verhaftet und interniert.
Der deutsche Stadtkommandant GeneralDietrich von Choltitz verweigert Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergibt sich mit seinen Truppen kampflos.
Die Alliierten überdehnen bei ihrem schnellen Vorstoß zum deutschenWestwall ihre Versorgungslinien, der Aufbau neuer Nachschubwege gelingt durch denRed Ball Express. Vom 25. August bis 16. November der Codename für die Versorgungsfahrten für den militär.Nachschub (Munition, Treibstoff, Nahrung – Im Durchschnitt wurden weit mehr als 3 Millionen Liter Benzin pro Tag verbraucht!) mit ca. 6.000 Lkw über eine dafür abgesperrte Route vonCherbourg bis hinter die sich jeden Tag weiter entfernende Front jenseits von Paris. Diese Organisation und ihre Bedeutung zeigt auch den historischen Wandel zum ersten großen motorisierten Krieg – zugleich eine Weiterentwicklung der Overlord-Planung – abgelöst durch die Nutzungsmögl. desHafens von Antwerpen. Die Streckenführung wurde u. a. durch Werkstätten und Ruhezonen für die Fahrer ergänzt.
bis zum 1. September deutscher Luftangriff auf Paris und mitRaketen (V1,V2) auf Nordfrankreich und London
28. August: InMarseille kapitulieren nach einwöchigem Kampf die Einheiten der Wehrmacht gegenüber französischen Truppen.
29. August: Französische und amerikanische Truppen halten in Paris eine Siegesparade ab.
September 1944: Vorstoß der alliierten Armeen zur deutschen und niederländischen Grenze nach dem Fall von Paris
Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den vorrückenden Alliierten befreit; der Norden des Landes erst am Kriegsende
1. / 2. September: In der Nacht werden 107 gefangengehaltene Mitglieder des französischen Spionagenetzes (Réseau, S.R.)Alliance durch SS-Angehörige imKZ Natzweiler-Struthof ermordet.
1. September: Die kanadische 2. Infanteriedivision (zwei Jahre früher am Dieppe-Raid beteiligt) marschiert kampflos in das aufgegebene Dieppe ein. Im Hafen vonDieppe landeten ab 7. September die alliierten Versorgungsschiffe.
12. September:Roetgen wird als erste Gemeinde auf deutschem Boden durch alliierte Streitkräfte besetzt.
12./13. September: insgesamt gab es 53 Nächte mit Luftangriffen aufStuttgart, bei diesem durch die britische RAF auf die Altstadt werden 75 schwereLuftminen, 4.300 Sprengbomben und 180.000 Brandbomben abgeworfen. Dem anschließenden Feuersturm fallen mehr als 1000 Menschen zum Opfer
14. September: Maastricht (NL) wird von US-Truppen befreit
16. September:Generalmajor Elster ergibt sich mit 19.600 Mann auf derLoire-Brücke vonBeaugency amerikanischen Truppen, Elster befehligte dieNachhut beim Rückzug deutscher Truppen aus Frankreich, sie waren größtenteils zu Fuß und kaum noch kampffähig, seine beispielloseKapitulation führt zu einer Verurteilung durch ein deutschesMilitärgericht.
17. bis 27. September: bei derLuftlandeoperation Market Garden kämpft u. a. das II. SS-Panzerkorps gegen britische und amerikanische Einheiten umArnheim. Das Überqueren desRheins gelingt nicht.
20. September: Von der britischen Regierung wurde in einem Kommuniqué die Bildung derJüdischen Brigade (Jewish Brigade) innerhalb der 8. britisch Armee aus Freiwilligen des Mandatsgebiets in Palästina bekannt gegeben
25. September: Hitler ordnet die Aufstellung des paramilitärischen „Volkssturms“ aus Älteren, Jugendlichen unduk-Gestellten von 16 bis 60 Jahren an.
29. September: Die1. Polnische Panzerdivision befreit die niederländische StadtBreda nach zwei Tagen harter Kämpfe ohne Verluste unter den Zivilisten. Alle Soldaten der Division wurden dafür zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt.
Auf Anordnung vonPrinz Bernhard und der niederländischen Exilregierung in London bestreikten im September 1944 viele niederländischen Eisenbahner den Bahnbetrieb und tauchten in den Untergrund ab, um den deutschen Nachschub lahmzulegen.
September bis April 1945:Hongerwinter (deutsch Hungerwinter) gegen Ende derdeutschen Besetzung der Niederlande, insbesondere während der Monate Oktober 1944 bis April 1945. Hauptsächlich betroffen war das dicht besiedelte GebietHolland der Niederlande. Eine deutsche Blockade verhinderte ab September 1944, dass diese Region mit Nahrung und Brennstoffen aus den ländlicheren Regionen versorgt wurde (Kriegsverbrechen). Von derHungersnot, die im Oktober 1944 einsetzte, waren 4,5 Millionen Menschen betroffen, deren Lebensmittelversorgung bereits in den vorherigen Kriegsjahren einer Rationierung unterlegen war. Indirekt wird der vorgenannte Bahnstreik als Auslöser angesehen. Die Zahl der Menschen, die auf Grund dieser Hungersnot starben, wird heute auf 18.000 bis 22.000 geschätzt.
3. Februar: US-amerikanischen Truppen siegen im Pazifik in derSchlacht um Kwajalein, mit dem Atoll derMarshallinseln wird erstmals in diesem Krieg eine japanisch verteidigte Insel innerhalb deren Hoheitsgebietes eingenommen
8. März – 3. Juli: Die Japaner starten ihreOperation U-gō in Nordburma und Nordostindien, um dort beiImphal (Manipur) den Durchbruch nach Britisch-Indien zu erzwingen.[21.1] Die Operation endet für Japan in einer schmerzhaften Niederlage.[21.2]
19. April: Beginn der japanischen OffensiveOperation Ichi-gō in Richtung Südostchina zur Öffnung einer Landverbindung nach Indochina und Einnahme der alliierten Luftwaffenstützpunkte (bis Dezember 1944)
15. Juni bis 10. August: amerikanische Streitkräfte erobern in derSchlacht um die Marianen-Inseln die seit dem Ersten Weltkrieg japanisch besetzten InselnSaipan undTinian; das US-TerritoriumGuam (war am 8. Dezember 1941 erobert worden). Auf Tinian entsteht danach die größte überseeische US-Militärflugbasis. (Von der Insel starteten auch dieB-29-BomberEnola Gay undBockscar mit denAtombomben nach Hiroshima und Nagasaki – 6. u. 9. August 1945)
15. Juni: von chinesischen Stützpunkten aus fliegen amerikanische B-29 Bomber Angriffe auf die japanischen Hauptinseln
August: mit der viertenSchlacht um Changsha wird die chinesische Stadt eingenommen
5. August: im Internierungslager beim australischenCowra versuchen japanischeKriegsgefangene den vermutlich historisch größten Gefangenenausbruch, 231 Japaner und vier Wachleuten sterben dabei; 108 Japaner werden verwundet, alle Geflohenen sind neun Tage später wieder in militärischem Gewahrsam
16. August: in derSchlacht um Guilin-Liuzhou (Henan-Hunan-Guangxi) gelingt den Japanern bis zum 24. November gegen Truppen von Chiang Kai-shek die Einnahme von Flugfeldern in Südostchina, auf denen Bomber und Kampfflugzeuge derUS Air Force stationiert sind
22. August: die Japaner ziehen sich wieder ausIndien zurück
23. September: Soldaten der 81. Infanterie-Division nehmen dasUlithi-Atoll ein (heute zu Yap derFöderierten Staaten von Mikronesien). Es bot Ankerplätze für 700 Schiffe und wurde schnell zur Marinebasis ausgebaut. Für sieben Monate bis Anfang 1945 war die Lagune der größte US-Ankerplatz auf der Welt.
24. November: schwereLuftangriffe alliierter Bomber auf Tokio von Tinian aus. Von 111B-29 erreichen nur 59 Flugzeuge das Zielgebiet, die Musashino-Flugzeugwerke. Die Bomben wurden aus einer Höhe von rund 10.000 Metern mit Radarzielsuche als Flächenbombardement abgeworfen. Von den 399 Tonnen Sprengbomben trafen 16 die Flugzeugwerke.
Das letzte Kriegsjahr wurde zunächst von einer Konferenz der absehbaren Sieger gekennzeichnet: der Konferenz von Jalta. Die Befreiung der Konzentrationslager war in den folgenden Wochen für die alliierten Soldaten mit fürchterlichen Beobachtungen verbunden. Im Pazifikraum werden die Philippinen, Indochina, Burma und China befreit. Der Sieg in der Schlacht um die Seelower Höhen öffnet den Weg nach Berlin. Im März wird der Rhein überschritten. Am 30. April hisst die Rote Armee eine Fahne auf dem Reichstag. Europa ist nach der Kapitulation am 7. Mai vom NS-Regime befreit. Am 6. August wird die erste Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. Nach der Kapitulation des Kaisers wurde der japanischen Armee am 16. August die Einstellung aller Kampfhandlungen befohlen und am 2. September beendet die Unterschriftszeremonie auf dem Schlachtschiff USS Missouri in der Bucht von Tokio den Zweiten Weltkrieg.
13. Januar bis 25. April 1945:Ostpreußische Operation der Roten Armee. Sie stößt nach Norden vor und schneidet damitOstpreußen vom Rest des Reiches ab; die deutsche Bevölkerung flieht (die Erlaubnis der eigenen Regierung dazu kommt sehr spät), zum Teil über die gefrorene Ostsee oderper Schiff.
Der nicht als Lazarettschiff markierte TruppentransporterWilhelm Gustloff wird von einem U-Boot vor der Küste Pommerns versenkt (mehrere Tausend Tote durch Ertrinken).
Beginn derKonferenz von Malta zwischen den Combined Chiefs of Staff (Stabschefs der USA und Großbritanniens) und den Außenministern beider Staaten zur Vorbereitung der Konferenz von Jalta mitStalin (siehe 4.2.). Das Treffen endete am 2. Februar an Bord des KreuzersQuincy im Hafen Maltas. Erst am letzten Tag der Konferenz trafen sich dort auch PräsidentRoosevelt und PremierministerChurchill.
Nach der erfolgreichen sowjetischen Winteroffensive steht die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der FlüsseOder undNeiße vonStettin bisGörlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin.
BeimKampf um Küstrin erfolgte der Übergang sowjetischer Truppen nördlich und südlich der auf einer Oderinsel gelegenen Altstadt und der Festung Küstrin. Die beiden Brückenköpfe waren in der zweiten Märzhälfte 1945 heftig umkämpft. Es gelang der Wehrmacht jedoch weder die Beseitigung der Brückenköpfe noch das Halten der Festung. Von hier aus begann am 16. April 1945 der Vormarsch auf Berlin.
7. Februar: US-Operation Veritable im Raum Kleve, auf Deutsch alsSchlacht im Reichswald bekannt, bis 22. Februar
9. Februar: Der Schweizer Bundesrat verbietet den weiteren Kohletransit von Deutschland nach Norditalien
9. Februar: Die ersten Flüchtlinge kommen mit einem Flüchtlingsschiff imbesetztenKopenhagen an. Hunderttausende Menschen vor allem ausHinterpommern,Danzig sowieWest- undOstpreußen werden über dieOstsee vor den heranrückenden sowjetischen Truppen evakuiert. Es werden von deutschen Behörden Schulen, Hotels und Sportanlagen für ihre Aufnahme requiriert. Bis zum Kriegsende kommen im Land etwa 6.580 Flüchtlinge ums Leben. Nach dem Abzug der Wehrmachttruppen aus Dänemark im Mai 1945 werden etwa 250.000 Flüchtlinge in Dänemark in zuvor von der Wehrmacht benutzten Kasernen und Lagern untergebracht/gefangen gesetzt. Die letzten Flüchtlinge werden von dort erst im Februar 1949 nach Deutschland gebracht.
die letzten VerteidigerBudapests, seit dem 25. Dezember 1944 belagert, kapitulieren.
bis 14. Februar: DieOperation Columba der britischen Armee, mittelsBrieftauben kriegswichtige Informationen aus den besetzten Ländern Westeuropas zu transportieren, wird eingestellt. In dreieinhalb Jahren waren 17.000 Vögel dort in Käfigen abgeworfen worden. Zehn Prozent schafften es zurück und überbrachten etwa 1000 Nachrichten.
23. Februar 1945: US-Truppen (9. US-Armee) überqueren zu Beginn derOperation Grenade dieRur bei Linnich, Jülich und Düren. Ihr Ziel ist es, zwischenNeuss undRheinberg bis zum Rhein vorzustoßen und eine intakte Rheinbrücke zu erobern. (bis 11. März)
22./23. Februar:Operation Clarion: 3500Bomber und rund 3000Kampfflugzeuge derUSA-AF und derRAF greifen in Tagangriffen zahlreiche Bahnknoten und Bahnhöfe in kleineren Städten sowie Rangierbahnhöfe, Züge, Flusstransportschiffe, Häfen, Brücken und andere Verkehrsanlagen an.
6.März: Das linksrheinische Köln wird eingenommen (der letzte Bombenangriff fand am 2. März 1945 statt). Der Dom istscheinbar fast unversehrt.
7. März: DieBrücke von Remagen wird von US-Truppen überraschend eingenommen; die StadtRemagen wird danach von deutscher Seite mitV1-Geschossen bombardiert.
16. März: Von 21:15 bis 21:42 Uhr erfolgt der die Kernstadt zu 80 Prozent zerstörendeBombenangriff auf Würzburg.
Amerikanische Truppen gehen beiOppenheim über den Rhein.
23. bis 27. März: angloamerikanischeOperation Plunder (Rhein-Übergang zwischen Emmerich undWesel, FrontbesuchChurchills). Der Hauptangriff erfolgte im britischen Abschnitt bei Wesel und Rees. Zum Angriff gehörten dieOperationen Varsity undFlashpoint. 29 Divisionen sind beteiligt.
25. März:
Der von der US-amerikanischen Militärregierung eingesetzte neue BürgermeisterAachensFranz Oppenhoff (1902–1945), ein konservativer Jurist, wird nach knapp fünfmonatiger Amtszeit in seinem Haus ermordet. Zunächst wurde eine Gruppe derNS-Organisation Werwolf dafür verantwortlich gemacht. Heute nimmt man an, dass Oppenhoff auf Befehl vonHeinrich Himmler ermordet wurde.
1. bis 21.April:Ruhrkessel, Verluste auf deutscher Seite ca. 10.000 Tote und 325.000 Gefangene; bei der 1. und 9. US-Armee ca. 1.500 Tote
1. April: Proklamation eines „Senders Werwolf“ über den Widerstand der Bevölkerung gegen die Besetzung. Die Sendungen werden bis Ende April ausgestrahlt.
4. April: Ungarn ist nach dem Scheitern derPlattenseeoffensive vollständig von der Roten Armee erobert
Als „Georgischer Aufstand“ aufTexel (NL) wird die Revolte von SS-Angehörigen des Georgischen Infanteriebataillons 822 „Königin Tamara“ gegen ihren weiteren Kriegseinsatz bezeichnet (bis zum 20. Mai)
6. bis 9. April:Königsberg wird von sowjetischen Truppen erobert.
Auch auf dem Gelände desJüdischen Friedhof in Weißensee hielten sich deutsche Juden versteckt, unter ihnen RabbinerMartin Riesenburger. Er berichtet vom ersten sowjetischen Soldaten, den die dort Versteckten begrüßen.[22]
DasKZ Flossenbürg wird von amerikanischen Truppen befreit.
26. April: Britische Truppenbesetzen Bremen; später marschieren sie weiter nach Nordosten und nehmenLübeck (2. Mai) undHamburg (3. Mai) ein, während die US-Armee inWismar einmarschiert.
Operationen Manna und Chowhound beginnen; humanitäre militärische Operationen der alliierten Luftwaffen unter Duldung der deutschen Besatzungsmacht zur Rettung der hungernden niederländischen Bevölkerung, die Royal Air Force unterstützt von australischen, kanadischen, neuseeländischen und polnischen Kräften hat vom 29. April bis 7. Mai Lebensmitteln aus schweren Bombern über den Teilen der Niederlande abgeworfen, die unter demHongerwinter litten. Die United States Army Air Forces flog vom 1. Mai bis zum 8. Mai ähnliche Einsätze, dieOperation Chowhound. Da die Versorgungsflüge allein nicht ausreichen würden, wurde zwischen den Alliierten und der deutschen Seite zusätzlich die Lebensmittelversorgung mit Lastwagen im Raum Rhenen (Operation Faust) und auf dem Wasserweg nach Rotterdam im Rahmen eines Waffenstillstandes vereinbart.
Adolf Hitlertötet sich selbst im Bunker unter derReichskanzlei; es finden dort weitere Selbsttötungen statt, an den Tagen davor und danach versuchen viele NS-Angehörige aus deren Bunkersystem zu fliehen.
München (amerikanisch) undStuttgart (französisch) werden besetzt.
Frontenverlauf in Deutschland am 1. Mai 1945
1.Mai: Nach dem Tod Hitlers wird der AdmiralDönitz gemäß der testamentarischen Verfügung Hitlers faktisch „Reichspräsident“ ohne eine dafür vorgesehene Wahl, er ruft im Radio dazu auf, den Krieg im Osten weiterzuführen.
um 8:00 Uhr trifft eine Delegation unter Leitung des an Stelle von Dönitz neu ernannten Oberbefehlshabers derKriegsmarine Generaladmiralsvon Friedeburg imbritischen Hauptquartier ein und verliest einen BriefKeitels, in dem die Kapitulation der im Gebiet zwischen Berlin und Rostock operierenden Wehrmachtteile angeboten wurde.
4. Mai:
DerReichssender Hamburg beginnt mit der Ansage „This is Radio Hamburg, a station of the allied military Government“ unter britischer Leitung
Von Friedeburg unterzeichnet im Auftrag Dönitz’ die Teilkapitulation der Truppen des Oberbefehlshabers Nordwest gegenüber dem britischen Feldmarschall Montgomery, diese tritt am Morgen des 5. Mai im Nordwesten Deutschlands, in denNiederlanden undDänemark in Kraft
Gemäß dem lange bestehenden, allerdings von Dönitz noch am Abend des 4. Mai 1945 aufgehobenenRegenbogen-Befehls werden viele in den Häfen liegenden U-Booteselbstversenkt; die U-Boote, die noch im Einsatz waren, laufen nach dem 8. Mai britische oder amerikanische Häfen an.
AmBrennerpass treffen nach Süden vorstoßende US-Truppen mit Einheiten der5. US-Armee zusammen, die von Süden her Oberitalien inklusive des sichItalienische Sozialrepublik nennenden faschistischen Reststaates besetzt hatten.
Salzburg wird kampflos von US-Truppen eingenommen.
ImBergungsort Salzbergwerk Altaussee der NS-Raubkunst gelang es Bergmännern und der Salinenleitung, die eingebrachten Sprengmittel aus dem Bergwerk zu entfernen und Stolleneingänge durch Sprengung vorläufig zu verschließen. Die dort untergebrachten Kunstschätze wurden dadurch vor einer Zerstörung bewahrt und konnten wenige Wochen später durch die US-Amerikaner geborgen und zum großen Teil restituiert werden.
Berlin wird insgesamt von der Roten Armee eingenommen.
Eine deutsche Delegation (Jodl, von Friedeburg,Oxenius) trifft im Hauptquartier desSHAEF inReims ein, sie lässt sich dort von Dönitz schließlich telefonisch zur Unterzeichnung einerbedingungslosen Kapitulation bevollmächtigen
Fortsetzung des Treffens von Generaloberst Jodl in Reims mit dem alliierten Oberkommandierenden, GeneralEisenhower
Um 2:41 Uhr unterzeichnet Generaloberst Jodl inReims diebedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und aller Teilstreitkräfte, diese sollte am 8. Mai 23:01 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in Kraft treten, dies entspricht 0:01 Uhr deutscherSommerzeit
8. Mai:VE-Day (für EnglischVictory in Europe Day, Tag des Siegs in Europa, oft mit Tag derBefreiung übersetzt. Gemeint ist damit der Sieg über Nazi-Deutschland bzw. die Befreiung vom Nationalsozialismus), auf Fotos feiernder Menschen wird von diesen oft dasV-Zeichen aus Zeige- und Mittelfinger gezeigt
Der AdmiralKarl Dönitz verkündet als Nachfolger Hitlers zwischen 12:30 und 12:40 Uhr über denFlensburger Radiosender die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht.
Im Westen befinden sich am 8. Mai noch dieKanalinseln und die StädteLorient,Saint-Nazaire undLa Rochelle, nach Süden der Alpenraum sowie Inseln derÄgäis und im Norden Schleswig-Holstein sowie Norwegen noch unter Kontrolle deutscher Truppen.
8. und 9. Mai: Fast zwei Millionen deutsche Soldaten fliehen aus dem sowjetischen Machtbereich in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete, insbesondere gelingt das aus dem anfangs nicht besetzten Böhmen (Tschechoslowakei).
sieben deutsche U-Boote im Atlantik-Einsatz,U 190,U 234,U 805,U 858,U 873,U 889 undU 1228 nehmen Kurs auf die amerikanische Küste und ergeben sich dort bis 19. Mai 1945. Die BooteU 530 undU 977 flüchten nach Argentinien und treffen dort Monate später ein
Für die meisten Menschen in Europa war das Kriegsende ein Freudentag – in Deutschland war es „Befreiung“ zunächst für viele Gefangene, Untergetauchte, Zwangsarbeiter und Regimegegner der besiegten Regime; ein großer Teil der Bevölkerung erlebte den Tag jedoch mit zwiespältigen Gefühlen: einerseits eine erwartete militärische Niederlage und ein moralischer „Zusammenbruch“ (der Selbsttötungen „überzeugter“ oder prominenter nationalsozialistischer Aktivisten und -Funktionäre auslöste), andererseits die aufkeimende Hoffnung auf einen Neuanfang
9. Mai:
Wiederholung der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation in Berlin-Karlshorst gegenüber der Sowjetunion, auf deutscher Seite unterschreibt GeneralfeldmarschallWilhelm Keitel
Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht tritt an allen Fronten in Europa in Kraft.
Sowjetische Truppen rücken kampflos inGraz (Steiermark) ein.
Im Zuge derAnnexion Indochinas durch japanische Truppen wurde der franz. AdmiralJean Decoux gefangen genommen. Damit endet formal die franz. Kolonialherrschaft, die bereits seit 1940 de facto eine japanische war
15. August:TennōHirohito (Kaiser) verliest in der RadioanspracheGyokuon-hōsō, dt. etwa die „Übertragung der kaiserlichen (wörtl.: diamantenen) Stimme“ denkaiserlichen Erlass zur Beendigung des Kriegs nachmittags 16 Uhr, japanischer Zeit. Mit diesem Erlass weist er die japanische Regierung an, diePotsdamer Erklärung zu akzeptieren, der eigentliche Erlass wird bereits am 13. oder 14. August unterschrieben und die Rede auf Schallplatte aufgezeichnet, am 14. August kommt es noch zu einem Putschversuch im Palastbezirk, um ihre Ausstrahlung und die Kapitulation zu verhindern. Obwohl der dort kommandierende GeneralMori Takeshi dabei erschossen wird, gelingt es den Putsch niederzuschlagen. Am 16. August wird der Armee die Einstellung aller Kampfhandlungen befohlen
28. August: Air-Force-Techniker landen als erste amerikanische Einheit auf dem Atsugi–Flugfeld beiTokio in Japan
30. August:
die ersten regulären US-Besatzungstruppen treffen in der Bucht von Tokio ein und gehen an Land
Britische Truppen marschieren wieder inHongkong ein
2. September 1945: Diejapanische Kapitulation wird auf dem SchlachtschiffMissouri in der Bucht von Tokio unterzeichnet, der Zweite Weltkrieg wird damit formell beendet
12. September: Es folgten noch japanische Teilkapitulationen in China (9. September inNanjing) und inSingapur (12. September)
Nachkriegs-Ereignisse
Gründung derVereinten Nationen (UN; die Charta wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco unterzeichnet)
Europa 1945
nach der BesetzungUngarns am 4. April durch sowjetische Truppen beginnt dort einestalinistische Phase des politischen Systems
25. April: letztes Rückzugsgefecht der dt. Truppen in Finnland (Lapplandkrieg)
Mai und Folgezeit: die Situation der etwa 250.000 deutschen Flüchtlinge in Dänemark: sie kamen nach dem Abzug der Wehrmachttruppen aus Dänemark in zuvor von der Wehrmacht benutzten Kasernen und Lagern unter. Die letzten Flüchtlinge wurden von dort erst im Februar 1949 nach Deutschland gebracht.
ab Kriegsende versuchen die Alliierten die so genanntenDisplaced Persons (DPs; z. B. ehemalige Zwangsarbeiter, Flüchtlinge, KZ-Häftlinge; zwischen 6,5 und 7 Millionen DPs) aus Deutschland, Österreich und Italien in ihre Heimatländer zurückzuführen, dies kann nicht innerhalb weniger Tage geschehen, zur zwischenzeitlichen Unterbringung wird aus ehemaligen Kasernen und anderen MassenunterkünftenDP-Lager (engl.:DP Camps),Kriegsgefangene fallen nicht unter diesen Begriff, bis Ende des Jahres 1946 können knapp sechs Millionen DPs „repatriiert“ werden, für ungefähr eine Million Menschen kommt jedoch eine Rückkehr in ihreHeimat aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage
Während derOperation Deadlight erfolgt die Versenkung von 115 übergebener deutscher U-Boote nach 27. November 1945 bis 12. Februar 1946 durch die brit. Marine
United Nations War Crimes Commission (UNWCC) zur Beweismittelsicherung und strafrechtlichen Ahndung von Kriegsverbrechen der Achsenmächte (Oktober 1943 in London gegründet, bis März 1948 tätig)
30. Juli bis 1. August 1946: der Geheimprozess gegen Ex-GeneralAndrei Wlassow wegenVerrats endete mit dem Todesurteil, das am 1. August im MoskauerTaganka-Gefängnis vollzogen wurde
1947
11. bis 29. März 1947: Höß-Prozess inWarschau, Polen; gegen den ehemaligen KZ-KommandantenHöß (Auschwitz)
2. Januar 1947 Beginn eines vierwöchigen Kriegsverbrecherprozesses gegen den ProfessorSolms Wilhelm Wittig (Generaldirektor der DASAG) und andere vor dem Britischen Militärgericht inBraunschweig wegen ihrer Beteiligung amMineralölsicherungsplan, auchGeilenberg-Programm genannt, zu dessen Umsetzung 350.000 Menschen, darunter 100.000 KZ-Häftlinge, arbeiten und Tausende sterben mussten
1948
Februar bis Oktober 1948: DerProzess Oberkommando der Wehrmacht, auchGeneralsprozess genannt, ist der letzte und einer der längsten der zwölfNürnberger Nachfolgeprozesse gegen NS-Verantwortliche. Die Anklageschrift gegen Generäle des OKW wird am 17. November 1947 eingereicht, die Verhandlungen dauern von Februar bis Oktober 1948 (169 Tage); das Urteil wird am 14. April 1949 verkündet.
Dänemark, Kopenhagen: AlsGroßer Kriegsverbrecherprozess wird das Gerichtsverfahren vor dem Kopenhagener Amtsgericht gegen die vier deutschen AngeklagtenWerner Best,Hermann von Hanneken,Günther Pancke undOtto Bovensiepen bezeichnet. Sie wurden für in Dänemark begangene Verbrechen während der deutschen Besetzung Dänemarks verurteilt. Hanneken wurde von der Berufungsinstanz freigesprochen.
1955
die letzten deutschen Soldaten und SS-Angehörigen kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück
1963 und später
alsFrankfurterAuschwitzprozesse werden sechs deutsche Strafprozesse gegen Mitglieder der SS-Wachmannschaft des Konzentrationslagers vor demSchwurgericht in Frankfurt am Main in den Jahren 1963/1966 und in den 1970er-Jahren bezeichnet, sie sind Auslöser derVerjährungsdebatte
10. Juni 1945: MarschallSchukow ordnet in seinem Befehl Nr. 2 in dersowjetischen Besatzungszone an, „die Bildung und Tätigkeit antifaschistischer Parteien zu erlauben“
23. November: in der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland werden Parteien auf Länderebene zugelassen
4. September 1945: die japanischen Einheiten aufWake kapitulieren
5. September: Britische Truppen kehren nach Singapur zurück
6. September: die USA starten dieOperation Magic Carpet, um so viele Soldaten wie möglich aus dem pazifischen Raum bis Weihnachten nach Hause zu bringen
9. September: die japanischen Truppen inNanjing,China und inKorea kapitulieren
13. September: die japanischen Truppen auf Burma kapitulieren
Kriegsverbrecherprozesse:
Tokioter Prozesse (1946–1948), (Tōkyō Saiban oder 東京裁判; eigentlich:Internationaler Militärgerichtshof für den Fernen Osten)
Ende 1948: Todesurteil und Hinrichtung vonTōjō Hideki, General der Kaiserlich Japanischen Armee, 40. Premierminister (vom 17. Oktober 1941 bis zum 22. Juli 1944 zugleich Premier- und Kriegsminister; hatte sich bei seiner Festnahme selbst schwer verletzt)
Nachkriegs-Epoche 1945 bis 1949 Folgen und Auswirkungen
An den Kriegsschauplätzen und in den Hauptstädten wurden bald Gedenksteine undGräber des Unbekannten Soldaten errichtet. Sie wurden Ort jährlicher Dank- und Gedenkfeiern. Mit etwas zeitlichem Abstand folgten Friedensmahnmale undMuseen über den Zweiten Weltkrieg.
die Sowjetunion setzt im von ihr besetzen Teil Europaskommunistische Regierungen ein
der Regierungswechsel in den USA 1945 führte auch zu einem Politikwechsel,Harry S. Truman schlug einen strikt antikommunistischen und antisowjetischen Kurs ein und stützte sich dabei auf die wirtschaftliche Überlegenheit und später auf das Atomwaffenmonopol
diese Konflikte führen in der Folge zur Epoche des so genanntenKalten Kriegs zwischen den USA und der Sowjetunion
im August wird mit 63 ehemaligen Mitarbeitern des Marinenachrichtendienstes, u. auchMax Kupfer und Heinrich Böx, vonS. Delmer mit einem Stab von Redakteuren und Archivkräften aus London derGerman News Service, die erste neue Nachrichtenagentur in Deutschland durch die West-Alliierten in Hamburg aufgebaut. Als dessen Nachfolger wird am 1. Januar 1947 der Deutsche Pressedienst gegründet, der 1949 in dieDeutsche Presse-Agentur übergeht.
Erst 1990 kommt es zumZwei-plus-Vier-Vertrag (vollständig: Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland), einem Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik sowie Frankreich, der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zurFriedensregelung der Alliierten mit Deutschland. Er trat am 15. März 1991 in Kraft. Deutschland ist endgültig von besatzungsrechtlichen Beschränkungen gelöst.
6. September 1946: der amerikanische Außenminister verkündet, dass er die Wirtschaft derBesatzungszonen in Deutschland vereinen will, nur Großbritannien erklärt sich noch dazu bereit
Massenhafter Aufbau vonNissenhütten (Nissen-Huts bzw. Quonset huts) zur Unterbringung von ausgebombter Bevölkerung undFlüchtlingen in Schleswig-Holstein und Hamburg im folgenden Winter
DieOperation Black Tulip, die Vertreibung von ca. 3.700 Deutschstämmigen aus den Niederlanden, begann im Jahre 1946 und wurde Ende 1948 eingestellt (Legalisierung der damit verbundenen Enteignungen 1967)
Im Juni 1948 beginnt die Sowjetunion die Versorgung derWestsektoren Berlins zu blockieren – dies wird als die erste Schlacht desKalten Krieges bezeichnet und endete mit einer Niederlage von Stalins Politik
1. Juli 1948:Frankfurter Dokumente formulieren Entwicklungslinien hin zur angestrebten Unabhängigkeit
GG der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949, am 7. Oktober 1949 tritt der bereits zuvor in der SBZ durch den DrittenVolkskongress gewählte Zweite Deutsche Volksrat alsProvisorische Volkskammer zusammen und erklärte die „Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik“ zu dort geltendem Recht)
15. Mai 1955: DerÖsterreichische Staatsvertrag (sein Langtitel: Staatsvertrag betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich, gegeben zu Wien am 15. Mai 1955; juristisch kurz: Staatsvertrag von Wien, StV) wurde von Vertretern der alliierten Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sowie der österreichischen Bundesregierung in Wien unterzeichnet.
1990:Zwei-plus-Vier-Vertrag (vollständig: Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland), ein Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik sowie Frankreich, der Sowjetunion, Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Friedensregelung der Alliierten mit Deutschland. Er trat am 15. März 1991 in Kraft. Deutschland ist endgültig von besatzungsrechtlichen Beschränkungen gelöst.
Amerika
Nach dem Zweiten Weltkrieg befürchten liberale amerikanische Wirtschaftskreise wegen des wirtschaftlichen Niederganges Europas dort den Verlust wichtiger Absatzmärkte bzw. Handelspartner. Das wirtschaftliche Erstarken Europas nütze auch dem amerikanischen Export.
Ab 1947 verfolgen die USA eine so genannteEindämmungspolitik, alsTruman-Doktrin gegenüber der UdSSR formuliert. Dabei sollen Regierungen und Volkswirtschaften der europäischen Länder inklusive derTürkei auch an die USA gebunden werden. Sie bilden eine Schutzzone vor einer sowjetischen Westexpansion.
Bei den sie unterzeichnenden 50 Ländern fehlten die Republik China(Taiwan), die Volksrepublik China, die Sowjetunion und Indien. Mit den auf die Insel Taiwan geflüchteten Vertretern der Republik China wurde im Jahr 1952 ein separater Friedensvertrag (Vertrag von Taipeh) geschlossen. Mit der Volksrepublik China kam es im Jahr 1978 zum Abschluss eines Friedensvertrags. Friedensverhandlungen mit der Sowjetunion (und ab 1992 mit der Russischen Föderation) sind immer wieder gescheitert.
LeutnantOnoda Hirō (1922–2014) war ein japanischer Offizier, der nach dem Ende des Weltkriegs noch bis 1974 auf der im Februar 1945 von amerikanischen Truppen eroberten philippinischen InselLubang in einer kleinen Gruppe vonHoldouts auf Befehle zum Kampf wartete und erst viele Jahre später von seinem ehemaligen Vorgesetzten vom Kriegsende überzeugt werden konnte. Er hatte ungefähr 30 Menschen getötet und ca. 100 weitere verwundet und wurde vom philippinischen PräsidentenMarcos begnadigt. Vergleiche dazuNakamura Teruo (entdeckt Dezember 1974 inIndonesien; 1919–1979).
1978: Abschluss des Friedensvertrags zwischen der Volksrepublik China und Japan
1940:Dreimächtepakt zwischen Deutschem Reich, Italien und dem japanischen Kaiserreich (27. September)
1941/42:
Geheime britisch-amerikanische Atlantikkonferenz (9. bis 12. August); Ort: Placentia-Bay auf Neufundland. Dort wird von Franklin D. Roosevelt und Winston S. Churchill, dieAtlantik-Charta am 14. beschlossen, der andere Länder im September beitraten.
AlliierteArcadia-Konferenz in Washington, D.C. (22. Dezember 1941 bis 14. Januar 1942, auch UN-Deklaration)
Uranprojekt – die Gesamtheit der Arbeiten im Deutschen Reich um die 1938 entdeckteKernspaltung technisch und evtl. militärisch nutzbar zu machen. Es gibt keine Beweise dafür, dass gegen Kriegsende auf deutscher Seite kleinere Atomwaffentests unternommen wurden. Acht am Uranprojekt beteiligte Wissenschaftler wurden von der US-Alsos-Mission am 24. April 1944 gefasst und zunächst inFarm Hall (England) interniert.
↑Jutta Sywottek:Mobilmachung für den totalen Krieg. Die propagandistische Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf den Zweiten Weltkrieg. Opladen 1976
↑Text des Abkommens gedruckt bei:Walther Hofer:Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. Eine Studie über die internationalen Beziehungen im Sommer 1939. Frankfurt a. M. 1960
↑Alexander Kranz (Militärgeschichtliches Forschungsamt, Hrsg.):Reichsstatthalter Arthur Grieser und die »Zivilverwaltung« im Wartheland 1939/40. Die Bevölkerungspolitik in der ersten Phase der deutschen Besatzungsherrschaft in Polen.ISBN 3-941571-05-2,S. 19.
↑Der für ihn genau festgelegte Aushändigungstermin, nicht vor 7. Dezember 1941 13.00 Uhr Eastern Standard Time, des letzten Teils einer bereits für die Botschaft vorbereiteten Note an die USA als Telegramm war am 6. Dezember 1941 von US-Geheimdiensten entschlüsselt worden —Joint Committee on the Investigation of the Pearl Harbor Attack (Final report issued : Jun 20, 1946)
↑Zitat nachGötz Aly: Er berichtete: „Man schrieb Montag, den 23. April 1945. Als es 15 Uhr war, durchschritt das Tor unseres Friedhofs der erste sowjetische Soldat! Aufrecht und gerade war sein Gang. Ich hatte das Gefühl, dass er mit jedem Schritt bei seinem Kommen zu uns ein Stück des verruchten Hakenkreuzes zertrat. Wir umarmten diesen Boten der Freiheit, wir küssten ihn – und wir weinten!“