| Chris Hadfield | |
|---|---|
| Land | Kanada |
| Organisation | Canadian Space Agency |
| ausgewählt | 31. März 1992 (14. NASA-Gruppe) 9. Juni 1992 (CSA) |
| Einsätze | 3 Raumflüge |
| Start des ersten Raumflugs | 12. November 1995 |
| Landung des letzten Raumflugs | 14. Mai 2013 |
| Zeit im Weltraum | 165d 16h 21min |
| EVA-Einsätze | 2 |
| EVA-Gesamtdauer | 14h 50min |
| ausgeschieden | 3. Juli 2013 |
| Raumflüge | |
| |
Chris Austin Hadfield (*29. August1959 inSarnia,Provinz Ontario) ist ein ehemaligerkanadischerAstronaut.
1978 trat Hadfield denkanadischen Streitkräften bei und absolvierte nach demBachelor-Abschluss 1982 in Maschinenbau amRoyal Military College inKingston (Ontario) den Pilotenlehrgang bei der kanadischen Luftwaffe. Dort wurde er ab 1985 drei Jahre lang zumNORAD abgestellt und flog dasCF-18-Kampfflugzeug. Außerdem absolvierte Hadfield eine Ausbildung zum Testpiloten auf derEdwards Air Force Base. 1992 erhielt er einenMaster in Luftfahrttechnik von derUniversity of Tennessee. 2003 ging er alsColonel derRCAF in den Ruhestand.
1992 bewarb sich Hadfield erfolgreich gegen 5330 Mitbewerber für das kanadische Raumfahrtprogramm und wechselte anschließend zur Ausbildung an dasJohnson Space Center der NASA. Während 25 Shuttle-Missionen wurde Hadfield als leitender Verbindungssprecher (Capcom) eingesetzt. Von 1996 bis 2000 war er Leiter derCSA-Astronauten.
Am 12. November 1995 startete Hadfield mit der RaumfähreAtlantis zu seiner ersten Mission (STS-74) ins All. Bei dieser Mission wurde das in Russland entwickelte und gebaute KopplungsmodulSDM zurRaumstation Mir gebracht. Daneben wurde die Raumstation mit Versorgungsgütern beliefert.
Zu seinem zweiten Raumflug startete Hadfield am 19. April 2001 mit der RaumfähreEndeavour zur MissionSTS-100. Bei diesem Flug zurInternationalen Raumstation (ISS) wurde der kanadische RoboterarmCanadarm2 und zum ersten Mal dasLogistikmodul Raffaello mitgeführt. Bei zweiAußenbordeinsätzen montierte Hadfield zusammen mitScott Parazynski den Roboterarm an der ISS.
Anschließend war Hadfield von 2001 bis 2003 der Director of Operations der NASA amJuri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum im russischenSternenstädtchen.
2003 schied Hadfield aus der kanadischen Luftwaffe nach 25 Jahren Militärdienst aus und war danach ziviler Astronaut der CSA. Von 2003 bis 2006 war er Leiter der Robotikabteilung und bis 2008 Leiter der ISS-Operations am Johnson Space Center inHouston. In der Zeit vom Mai 2007 bis Mai 2009 trainierte er als Backup vonRobert Thirsk für dieISS-Expedition 21.[1] Im Mai 2010 diente Hadfield als Kommandant derNEEMO-14-Mission im UnterwasserlaborAquarius.[2]
Im Dezember 2012 startete Hadfield mitSojus TMA-07M zur ISS, um als Bordingenieur derISS-Expedition 34 zu arbeiten. Am 15. März 2013 übernahm er als erster Kanadier das Kommando über die ISS im Rahmen derISS-Expedition 35.[3] Die Besatzung kehrte am 14. Mai 2013 zur Erde zurück.
Zum 3. Juli 2013 verließ Hadfield die CSA, um sich neuen Aufgaben zu widmen.[4][5]
Im Jahr 2013 erschien Hadfields Erlebnisbericht „An astronaut's guide to life on earth“, der ein Jahr später als „Anleitung zur Schwerelosigkeit. Was wir im All fürs Leben lernen können“ ins Deutsche übersetzt wurde. Hadfield verfasste zudem den Kriminalroman „Die Apollo-Morde“ (2022, Original engl. „The Apollo Murders“) und den Thriller „The Defector“ (2023).[6]
| Nr. | Mission | Funktion | Flugdatum | Flugdauer |
|---|---|---|---|---|
| 01 | STS-74 | Missionsspezialist | 1995 | 008d 04h 31m |
| 02 | STS-100 | Missionsspezialist | 2001 | 011d 21h 31m |
| 03 | Sojus TMA-07M | Bordingenieur / ISS-Kommandant | 2012/13 | 145d 14h 19m |
Nach seiner Kommandoübernahme auf der ISS wuchs das Medieninteresse an Hadfield und seiner Arbeit stetig an.Königin Elisabeth sandte ihm eine persönliche Nachricht,[7]William Shatner trat über eine Live-Schaltung mit Hadfield alsCaptain Kirk in Kontakt[8] und in den sozialen Netzwerken war die Resonanz auf Hadfields Nachrichten von der Raumstation ausgesprochen groß. Allein auf dem Mikroblogging-PortalTwitter folgen ihm rund 2,3 Millionen Menschen (Stand: April 2020).[9] Anlässlich seines Rückflugs zur Erde von ISS-Expedition 34/35 wurden im Internet eine von Hadfield eingesungeneCoverversion vonDavid BowiesSpace Oddity und ein auf der Raumstation gedrehtes Musikvideo veröffentlicht. Innerhalb von vier Tagen wurde dieser Clip über 12 Millionen Mal angesehen.[10] Ein Jahr später, nachdem das Video etwa 22 Millionen Mal aufgerufen wurde, lief die Lizenzvereinbarung mit den Rechteinhabern des Songs aus und das Video musste entfernt werden. Seit November 2014 ist das Video wieder online.
Im Oktober 2015 erschien ein Album mit dem TitelSpace Sessions: Songs from a Tin Can, das es in denkanadischen Charts bis auf Platz 10 brachte.[11] Hadfield war außerdem für einige Zeit Bassgitarrist der AstronautenbandMax Q.
Hadfield trat auch nach dem Ende seiner Astronautentätigkeit weiter in den Medien auf. Seine Popularität vermarktet er als gewerblicher Redner.[12]
Der Asteroid(14143) Hadfield erhielt 2003 seinen Namen.
Hadfield wuchs auf einer Maisfarm im Süden Ontarios auf und entwickelte schon in frühen Jahren ein Interesse am Fliegen – im Alter von neun Jahren kam er auf die Idee, Astronaut zu werden, als er dieApollo-Mondlandung im Fernsehen sah.[13] Chris Hadfield ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hadfield, Chris |
| ALTERNATIVNAMEN | Hadfield, Chris Austin |
| KURZBESCHREIBUNG | kanadischer Astronaut |
| GEBURTSDATUM | 29. August 1959 |
| GEBURTSORT | Sarnia,Ontario |