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Chemische Waffe

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(Weitergeleitet vonChemische Waffen)
Giftgas ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den gleichnamigen Film aus dem Jahre 1929 sieheGiftgas (Film).
Warnzeichen der US-amerikanischen Streitkräfte für chemische Waffen

Chemische Waffen (auchChemiewaffen) sindtoxisch wirkendefeste,flüssige oder (alsGiftgas)gasförmige Substanzen oderGemische, die – in Verbindung mit der notwendigen Waffentechnik zur Ausbringung (Geschosse, Sprühvorrichtungen) – ursprünglich hergestellt wurden, um Menschen inkriegerischen Auseinandersetzungen sowie beiTerror- undSabotageakten zeitweilig kampf- bzw. handlungsunfähig zu machen oder zu töten.[1] In der 1997 in Kraft getretenenChemiewaffenkonvention wird die Verwendung auf jede Chemikalie in Waffen erweitert, deren toxische Eigenschaften Menschen oder Tieren zeitweiligen oder permanenten Schaden zufügen, und auch die zu ihrer Produktion verwendetenVorgängerstoffe werden, sofern sie nicht für eine andere Form der Weiterverarbeitung vorgesehen sind, zu den chemischen Waffen gezählt.[2] Im erweiterten Sinn werden auch Brand- (Napalm), Nebel- und Rauchstoffe sowieEntlaubungsmittel (Herbizide) undNesselstoffe zu den chemischen Waffen gerechnet.[1] Chemische Waffen gehören zu denMassenvernichtungswaffen sowie zu denCBRN-Waffen.

Geschichte

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Bereits imPeloponnesischen Krieg 431 bis 404 v. Chr. setzten dieSpartaner Brandkörper ein, die hohe Luftkonzentrationen vonSchwefeldioxid verursachten. Bei derEroberung von Dura Europos setzten die Sassaniden 256 n. Chr. gegen die Römer auchNaphtha ein. In derSchlacht bei Liegnitz (1241) wurden die christlichen Ritter von den Mongolen durch „dampfausstoßende Kriegsmaschinen“ in Schrecken versetzt.

Die ersten modernen chemischen Waffen sind imErsten Weltkrieg eingesetzt worden. Es handelte sich um unmittelbar einsatzbereiteunitäre Kampfstoffe,[3] die zunächst auf Substanzen basierten, die bereits in derchemischen Industrie verwendet wurden, also in ausreichend großen Mengen vorhanden waren; das waren Gase wieChlor,Phosgen,Cyanwasserstoff (Blausäure) oderArsin. Diese hatten jedoch zwei große Nachteile: Zum einen waren sie durch wechselnde Windrichtungen unberechenbar (so konnte eine Gaswolke auf die eigene Stellung zurückgeweht werden), und andererseits verflüchtigte sich das Gas relativ schnell. Daher sind die meisten späteren chemischen Kampfstoffe Flüssigkeiten, die alsAerosole versprüht werden. Das hat zur Folge, dass die Substanzen an Boden,Kleidung,Haut undGasmasken klebenbleiben und auch in die Filter eindringen können. Deshalb ist die Verweildauer viel länger als bei Gas.

Das Hauptziel der neueren Kampfstoffe ist nicht allein die Lunge, sondern auch die Haut. Ein solcher Kampfstoffdiffundiert durch die Haut hindurch in die Blutbahn und wird so schnell im ganzen Organismus verteilt. Daher stellen nurGanzkörperschutzanzüge einen ausreichenden Schutz gegen Kampfstoffe dar. Ein bekannter und wichtiger Kampfstoff dieser Gruppe istSchwefellost, auch bekannt unter dem Namen Senfgas.

Dass bereits 21 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg die Entwicklung von Chemiewaffen politisch relevant war, zeigt ein Artikel derTimes von 1893, in dem dasWar Office Explosives Committee die Unmöglichkeit thematisierte, Tests der neuen Waffen geheim zu halten:

„Die Experimente müssen teilweise in den eigenen Labors durchgeführt werden, die an öffentliche Einrichtungen angegliedert sind, an deren Angestellte kein offizieller Anspruch auf Geheimhaltung gestellt werden kann; teilweise im Gebäude desWar Department Chemical Establishments, wo Angestellte verschiedenster Grade arbeiten und wo laufend Beamte aller Art vorbeischauen, sowie Privatpersonen; gleichzeitig muss die Einrichtung ihre praktischen Experimente im Freien auf dem Gelände des Waffenlagers ausführen, wozu die Zeitungsreporter und ihre Agenten freien Zugang haben.“[4]

Erster Weltkrieg

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Hauptartikel:Gaskrieg während des Ersten Weltkrieges
Livens-Gasgranatwerfer werden geladen
Luftaufnahme eines deutschen Blasangriffs (1916)
Durch Giftgas geblendete britische Soldaten warten auf die Behandlung

Im Ersten Weltkrieg kam es zum ersten Einsatz von chemischen Kampfstoffen im August 1914 durchfranzösische Truppen, dieXylylbromid – ein für diePariser Polizei entwickeltesTränengas – gegen deutsche Truppen einsetzten. Erste Versuche beider Seiten mit Stoffen wieBromessigsäureethylester (durch Frankreich im März 1915) und o-Dianisidinchlorsulfonat, einem feinkristallinen Pulver, das Schleimhäute der Augen und Nase reizte (durch Deutschland am 27. Oktober 1914 beiNeuve-Chapelle), verliefen nicht zufriedenstellend, da die Stoffe sich beim Abschuss durch die entstehende Hitze zersetzten.

In großem Umfang setzte zuerst dasdeutsche Heer Kampfgase ein, als Ende Januar 1915 an derOstfront beiBolimów inPolen bei einer Offensive der9. Armee mitXylylbromid gefüllte Geschosse gegenrussische Truppen abgefeuert wurden. 18.000 Gasgranaten waren bereitgestellt worden, deren Wirkung aber durch Kälte und Schnee nahezu aufgehoben wurde.[5] Ungleich bekannter wurde jedoch der erste wirkungsvolle Einsatz von chemischen Waffen an derWestfront vom 22. April 1915 in derZweiten Flandernschlacht beiYpern. Das deutscheXV. Armee-Korps unter General der Infanterievon Deimling ließ 150 TonnenChlorgas nach dem so genanntenHaberschen Blasverfahren aus Flaschen entweichen. Eingeatmetes Chlorgas führt zu einem lebensbedrohlichentoxischen Lungenödem. Da Chlor schwerer alsLuft ist, sank das Gas in die französischen Schützengräben und forderte dort angeblich rund 5000 Tote und 10.000 Verletzte; heute geht man von 1.200 Toten und 3.000 Verwundeten aus.[6][7]

Frankreich setzte als erste der kriegführenden Nationen am 22. Februar 1916Phosgen (COCl2) in Reinform ein, nachdemdeutsche Gastruppen eine Mischung aus Chlorgas mit einem etwa fünfprozentigen Zusatz von Phosgen bereits Ende Mai 1915 an der Ostfront inBolimów an derBzura gegen russische Truppen[8][9] sowie an der Westfront am 31. Mai 1915 beiYpern gegen französische Truppen[10] verwendet hatten. Phosgen wird der größte Anteil an allen Gasverletzten zugeschrieben. Später wurden die Kampfstoffe mittelsGiftgasgranaten verschossen, bei denen durch farbige Kreuze (Blaukreuz,Gelbkreuz,Grünkreuz undWeißkreuz) erkennbar war, welche Art von Kampfstoff sie enthielten.An der Westfront wurde verstärkt „Gelbkreuz“ eingesetzt, das fürHautkampfstoffe stand.

Buntschießen

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Während des Ersten Weltkrieges wurden Kampfstoffe in der Spätphase häufig kombiniert eingesetzt. Stark reizend wirkende Kampfstoffe in Aerosol- oder Pulverform wieBlaukreuz konnten die Filter der Gasmasken durchdringen und zwangen die Träger, die Gasmaske abzunehmen. Gleichzeitig mit diesenMaskenbrechern wurden lungenschädigende Kampfstoffe wieGrünkreuz eingesetzt. Der kombinierte Einsatz verschiedener Kampfstoffe zu diesem Zweck wurde als „Buntschießen“ oder „Buntkreuz“ bezeichnet.

Bei der Offensive deutscher undösterreichisch-ungarischer Verbände im RaumFlitsch-Tolmein (Schlacht von Karfreit oder auchZwölfte Isonzoschlacht) am 24. Oktober 1917 wurde der Angriff durch „Buntschießen“ von Gasbatterien vorbereitet. Die italienischen Soldaten verfügten nur über ungenügende oder gar keine Schutzbekleidung – in diesem Abschnitt starben durch den Gasangriff über 5.000 Italiener. Die angreifenden Verbände hatten es dadurch erheblich leichter, den Durchbruch durch die italienische Front zu erreichen. Auch die psychische Wirkung auf die Italiener war verheerend. Sehr viele Soldaten ergaben sich den Angreifern, dieKampfmoral sank drastisch. Die italienische Front musste bis an denPiave zurückgenommen werden; zur Verstärkung wurden französische und britische Verbände an diese Front verlegt. Die Italiener konnten die Lage nach einer Reorganisation später selbst wieder stabilisieren. Im Juni 1918 versuchte Österreich-Ungarn in einerletzten Offensive, den Piave zu überschreiten. Der Angriff war jedoch nicht erfolgreich, da zum einen die Italiener besser gegen Gasangriffe gerüstet waren und zum anderen ein Teil der chemischen Waffen zu lange gelagert worden war und damit seine Wirksamkeit verloren hatte.

Ein weiterer militärisch erfolgreicher Fall von Buntschießen, wie von OberstGeorg Bruchmüller erfunden, erfolgte bei derDeutschen Frühjahrsoffensive vom 21. März bis 17. Juli 1918 an der Westfront in Nordfrankreich. Dabei lag das Augenmerk nicht auf einer langenArtillerievorbereitung und einem schwerfälligen Angriff auf breiter Front, sondern auf einem kurzen, aber zusätzlich durch gemischten Einsatz vonGasgranaten effektiven Artillerieschlag. Danach sollten die sogenanntenSturmbataillone nachrücken und verbliebene Widerstandsnester ausräumen. Der gemischte Gaseinsatz lähmte dabei die Widerstandskraft des Gegners entscheidend.

Bewertung von chemischen Kampfstoffen als Kriegswaffe

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Chemische Kampfstoffe werden heute allgemein als die schrecklichsten Waffen des Ersten Weltkrieges angesehen. Sie verursachten kurzzeitig große Ausfälle, wobei allerdings im Vergleich zu anderen damaligen Waffen die Todesraten sehr gering waren. Trotz der teilweise qualvollen Verletzungen waren die Heilungschancen besser als im Vergleich zu Verwundungen durch Schussverletzungen oder Artillerie; abgesehen von den Spätfolgen wie zum BeispielHautkrebs im Falle vonS-Lost, die zum Teil erst nach Jahrzehnten eintraten.

Chemische Waffen verursachten im Ersten Weltkrieg auf beiden Seiten insgesamt etwa 90.000 Tote und 1,2 Millionen Verwundete, wobei aufgrund mangelhafter Schutzausrüstung allein auf Russland mehr als die Hälfte dieser Toten entfiel. An der Westfront hatten die Alliierten etwa doppelt so hohe Verluste wie die Deutschen.[11] Deutschland und Österreich-Ungarn rüsteten ihre Soldaten mit wirksameren Gasmasken aus und konnten so höhere Verluste bei Gasangriffen vermeiden.

Aufgrund der verhältnismäßig niedrigen Todesrate (ca. 90.000 Tote; manche Historiker nehmen an, dass insgesamt nur 18.000 Mann an der Westfront durch Gasangriffe starben) und der teilweise unkalkulierbaren Wirkung infolge von nicht vorhersehbaren Faktoren wie bspw. wechselnde Windrichtungen gilt Giftgas im Ersten Weltkrieg als eine wenig effektive Waffe.[12]

Der Giftgaseinsatz gegen die gegnerische Artillerie trug in der zwölften Isonzoschlacht und während der Deutschen Frühjahrsoffensive erheblich zum anfänglichen Erfolg bei. Als der Stellungskrieg nach dem Durchbruch durch die gegnerischen Linien in einen Bewegungskrieg überging wurde der Gaseinsatz allerdings wirkungslos.

Zwischen den Weltkriegen (1918 bis 1939)

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Gasschutzübung 1926 inPotsdam

Im Ersten Weltkrieg hatte die Flugzeugtechnik deutliche Fortschritte gemacht: Reichweite, Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und maximaleZuladung hatten stark zugenommen. Auch hatten alle Seiten die Nützlichkeit vonAufklärungsflugzeugen erkannt.

Ab 1919 wurde das Konzept der kolonialen Herrschaft und Kontrolle aus der Luft vonWinston Churchill erstmals umgesetzt. DieRoyal Air Force sollte dabei die Kontrolle über dieKolonien imNahen Osten übernehmen und ausführen. Neben konventionellen Waffen wurden dabei auch Giftgaseinsätze aus der Luft erwogen und von Churchill ausdrücklich gefordert. Aufgrund von technischen Problemen wurde Giftgas nur mit den bereits im Ersten Weltkrieg erprobten Methoden gegen die arabische Bevölkerung imIrak angewandt. Dabei kam es auch zu Giftgaseinsätzen gegen dieKurden inSulaimaniyya im heutigen Irak.[13]

Ein Verband der sowjetischen Armee, zusammengesetzt vorwiegend aus Einheiten derTscheka, setzte während desBauernaufstands von Tambow 1920/21 chemische Kampfstoffe zur Bekämpfung der aufständischen Bauern ein.[14]

ImRifkrieg inNordmarokko setzteSpanien ab 1924 chemische Waffen gegen die aufständischenRifkabylen, einen Berber-Stamm, ein. Dabei wurde Spanien von Frankreich und in einem Geheimvertrag von der deutschenReichswehr unterstützt.[15]

Siehe auch:Chemiewaffeneinsatz im Rifkrieg

Ein weiteres Mal wurde Giftgas vomfaschistischen Italien imZweiten Italienisch-Libyschen Krieg sowie imAbessinienkrieg verwendet. Italien setzte Giftgasbomben in Äthiopien ein, nachdem die äthiopische Weihnachtsoffensive erfolgreich italienische Truppen zurückgedrängt und Versorgungslinien unterbrochen hatte. Die äthiopischen Truppen waren sehr schlecht ausgerüstet und viele Krieger kämpften noch mit Speeren. Die Krieger trugen traditionelle Kleidung und verfügten über keine Schutzausrüstung, so dass besonders das hautschädigende Senfgas zu hohen Verlusten führte. Laut sowjetischen Schätzungen kamen durch den Einsatz von Giftgas 15.000 bis 50.000 Äthiopier ums Leben.[16]

Siehe auch:Italienische Kriegsverbrechen in Afrika

Der deutschenReichswehr waren die Entwicklung und der Besitz von chemischen Waffen durch denVersailler Vertrag verboten. Um das Verbot zu umgehen, kooperierte Deutschland ab 1923 mit derSowjetunion (siehe:Vertrag von Rapallo) und erprobte auf dem TestgeländeTomka chemische Waffen.[17] Eine Zusammenarbeit fand auch mit Spanien statt.[15]

In den USA wurden Chemiewaffen zwischen den Weltkriegen weiterentwickelt. Zuständig dafür war neben derAmerican Chemical Society (Institut für Chemie an derNorthwestern University) eine Militärbehörde, dieNational Association for Chemical Defense.[18] Deren Leiter H. Edmund Bullis[19] empfahl 1928 sogar den Polizeibehörden den Einsatz dieser „höchst effektiven und zugleich humansten aller Waffen“, eben Chemiewaffen. InCleveland undChicago testeten Polizisten in dem Jahr „erfolgreich“ aus „genialen“ Füllfederhalter-großen oder aus normalen Pistolen abgefeuerte neuartige Gase, die „gezeigt haben, dass man drei oder vier Männer, die zusammen nicht weiter als fünf Meter entfernt stehen, mit einem einzigen Schuss nachhaltig ausschalten kann“. Auch Kneipen, die illegal Alkohol ausschenkten (Speakeasys), könne man mit Chemiewaffen „mindestens einen Monat lang unbewohnbar“ machen.[20] Bullis setzte sich vehement gegen ein weltweites Verbot von chemischen Waffen im Krieg ein, mit der Begründung:

„Wir sollten uns nicht die Hände durch eine internationale Übereinkunft binden lassen, deren Einhaltung man nicht sicherstellen kann.“[21]

Er nannte als Beispiel den Austritt toxischenPhosgengases aus einem Kesselwagen bei derChemischen Fabrik Stoltzenberg inHamburg. Das Deutsche Reich durfte eigentlich solche Giftgase gar nicht herstellen und lagern.

Die englische Öffentlichkeit diskutierte nach dem Ersten Weltkrieg über eine stärkere Zusammenlegung von ziviler und militärischer Forschung, wozu auch die Entwicklung neuer Chemiewaffen gehörte. „Die ganze Zukunft der chemischen Kriegführung hängt von der Farbstoffindustrie ab“, schrieb 1920 der Kriegskorrespondent derLondoner Times.[22]

Genfer Protokoll

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Gesetz über das Genfer Protokoll wegen Verbots des Gaskriegs (1929, Deutschland)

Die Verwendung von vergiftenden Waffen war schon vor dem Ersten Weltkrieg durch dieHaager Landkriegsordnung geächtet, deren Formulierung bot jedoch ausreichend Spielraum zu verschiedenen Auslegungen, so dass der Einsatz von Giftgas nicht eindeutig verboten war. Angesichts der Gräuel im Ersten Weltkrieg wurde 1925 imGenfer Protokoll die Anwendung von Giftgasen undbakteriologischen Mitteln ausdrücklich verboten.

DieRatifizierung erfolgte zögerlich:1926: Frankreich, 1928: Italien, Sowjetunion (Erklärung),1929: Deutschland, 1930: Großbritannien, 1970: Japan, 1975: USA.[23]

Viele der Unterzeichnerstaaten behielten sich bestimmte Handlungen vor, namentlich[23]

  • den C-Waffeneinsatz gegen Nichtvertragsstaaten und
  • Gegenangriffe, falls sie mit solchen Waffen angegriffen werden sollten (⇒ Abschreckung/Vergeltung)

Der Vertrag ist nur ein Verbot desErsteinsatzes von B- und C-Waffen.[23]

Zweiter Weltkrieg

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Kaiserlich Japanische Marineinfanterie mit Gasmasken während derSchlacht um Shanghai

Bereits 1935 erschien das LehrbuchSchulversuche zur Chemie der Kampfstoffe: ein Experimentierbuch zum Gas- und Luftschutz in Berlin. Der Autor Kintoff leitet zu einfachen Versuchen an und erläutert die Funktion der Gasmaske.[24][25]

Während desZweiten Weltkrieges setzte dasKaiserreich Japan als einzige Nation chemische Waffen ein. Diese wurden zusammen mit biologischen Waffen in derRepublik China gegen chinesische Truppen und auch zur gezieltenMassentötung von Zivilisten eingesetzt.[26][27]

Nach Erkenntnissen der Historiker Yoshiaki Yoshimi und Seiya Matsuno erhieltOkamura Yasuji vom KaiserHirohito die Erlaubnis, chemische Waffen während dieser Gefechte einzusetzen.[28] Zum Beispiel ermächtigte der Kaiser den Einsatz von Giftgas während derSchlacht um Wuhan von August bis Oktober 1938 in 375 verschiedenen Einsätzen gegen die 1,1 Millionen chinesischen Soldaten, von denen 400.000 während der Schlacht starben.[29] Artikel 23 der Haager Landkriegsordnung und Artikel 5 desVertrages in Bezug auf die Nutzung von U-Booten und Schadgasen in der Kriegführung vom 6. Februar 1921 verurteilten jedoch bereits den Einsatz von Giftgas.[30] Während derSchlacht um Changsha im Herbst 1939 setzte dieKaiserlich Japanische Armee ebenfalls große Mengen Giftgas gegen chinesische Positionen ein. Ein weiteres Beispiel ist die Schlacht vonYichang im Oktober 1941, in der das 19. Artillerieregiment die 13. Brigade der 11. Armee durch Beschuss der chinesischen Streitkräfte mit 1.000 gelben Gasgranaten und 1.500 roten Gasgranaten unterstützte. Das Gebiet war mit chinesischen Zivilisten, deren Evakuierung durch die japanische Armee untersagt wurde, überfüllt. Von den rund 3.000 chinesischen Soldaten in dem Gebiet waren 1.600 von der Wirkung des Gases erheblich betroffen.[31]

Während der Schlacht umChangde im November und Dezember 1943 versuchten Truppen der Kaiserlich Japanischen Armee, darunter dieEinheit 516, zusammen mit der Versprühung von biologischen Kampfstoffen von Flugzeugen aus, durch den massiven Einsatz von Giftgas, welches hauptsächlich mit Artilleriegranaten sowohl auf chinesische Stellungen im Umland als auch in die Stadt abgeschossen wurde, den Widerstand der Verteidiger zu brechen.[27] Bei dem eingesetzten Gas handelte es sich neben anderen Arten zur Hauptsache höchstwahrscheinlich umSenfgas undLewisit. Im Laufe der Schlacht starben 50.000 chinesische Soldaten und 300.000 Zivilisten. Wie viele davon durch die biologischen und chemischen Waffen gestorben sind, ist ungeklärt. Sowohl die Einsätze von biologischen als auch von chemischen Waffen durch dieKaiserlich Japanische Armee werden zu denjapanischen Kriegsverbrechen gezählt.

Zu den zahllosenMenschenexperimenten der japanischen Armee, darunter derEinheit 731, gehörte auch das Testen von Giftgas an gefangenen chinesischen Zivilisten. Im Jahr 2004 entdeckten Yuki Tanaka und Yoshimi im australischen Nationalarchiv Dokumente, die belegen, dassZyanidgas im November 1944 auf denKai-Inseln (Indonesien) an australischen und niederländischen Kriegsgefangenen getestet wurde.[32]

Das Verbot der Anwendung von vergiftenden, chemischen und biologischen Waffen wurde im Zweiten Weltkrieg zumindest auf dem europäischen Kriegsschauplatz weitgehend beachtet, obwohl nicht alle beteiligten Länder dem Protokoll beigetreten waren. Ein weiterer wichtiger Aspekt war auch die gegenseitige Abschreckung, vergleichbar mit der atomaren Abschreckung imKalten Krieg: Hätte eine der kriegführenden Parteien Giftgas eingesetzt, wurde als Folge eine Bombardierung des eigenen Territoriums mit chemischen Waffen durch Gegner befürchtet. Für den Fall, dass Deutschland an der Ostfront Kampfstoffe einsetzen sollte, hatte der britische Premierminister Churchill bereits im Mai 1942 mit einem Großeinsatz von Kampfstoffen gedroht. Ein amerikanischer Plan vom April 1944 sah für den Fall des Kampfstoffeinsatzes durch Deutschland einen Vergeltungsangriff gegen 30 große deutsche Städte vor. Innerhalb von 14 Tagen sollten in diesem Fall die Städte mit einer Gesamtfläche von 217 km² angegriffen und über ihnen insgesamt 15.345 t Senfgas (Lost) und 21.176 t Phosgen abgeworfen werden. Wegen der extrem hohen Kampfstoffkonzentration in diesem Fall (168 Gramm je Quadratmeter) gingen Schätzungen von 5,6 Millionen unmittelbar durch den Einsatz Getöteten und weiteren 12 Millionen an den Folgen des Angriffs Gestorbenen und Verletzten aus[33].Die Pläne wurden schließlich aufgegeben, weil einerseits der befürchtete vorangehende Giftgas-Einsatz Deutschlands nie stattfand, andererseits aber auch aus der Erkenntnis heraus, dass der großflächige Einsatz von Giftgas zum Ausbruch von Seuchen unter den Überlebenden geführt hätte, was wiederum den vorrückenden alliierten Truppen gefährlich geworden wäre.

Ein britisches Plakat während des Zweiten Weltkrieges warnt vor möglichen Gasangriffen

An den europäischen Fronten sind während des ganzen Zweiten Weltkriegs nur vier Fälle bekannt geworden, in denen Menschen durch Kampfstoffe getötet oder verletzt wurden, dabei handelte es sich um einen gezielten Kampfstoffeinsatz sowie drei Unfälle:

  • Vermutlich aufgrund der Entscheidung eines einzelnen Offiziers verwendetenpolnische Truppen Lostbomben zur Sprengung einer Brücke und zur Verminung einer Straßensperre in der Nähe vonJasło. Dabei wurden am 8. September 1939 zwei deutsche Soldaten getötet und zwölf verwundet.[34]
  • Am 11. September 1939 wurden drei deutsche Soldaten bei Ostrowiec (Polen) durch Gas verletzt, als sie einen auffälligen Behälter öffneten.
  • Am 2. Dezember 1943bombardierte die deutscheLuftwaffe den italienischen Hafen vonBari. Dabei wurde der unter anderem mit 100 tStickstoff-Lost beladene US-FrachterJohn Harvey getroffen und versenkt. Ein Teil der Ladung lief ins Wasser, ein anderer Teil wurde durch die Explosionen und die Brände in der Luft verteilt. Da auf Grund der Geheimhaltung nur wenige Personen in Bari von der Existenz dieser Ladung wussten und diese allesamt durch das Gas getötet wurden, konnten die Verwundeten zunächst nicht richtig behandelt werden. Genaue Zahlen über die Opfer existieren nicht; es wird geschätzt, dass über 600 Soldaten und Angehörige der Handelsmarine verätzt wurden, wovon etwa 100 starben. Die Zahl der getöteten Zivilisten dürfte um die 1.000 betragen. Dieser Vorfall hätte beinahe eine weitere Eskalation des Krieges ausgelöst. Eine im Hafenbecken gefundene Gasbombe wurde aber noch rechtzeitig als amerikanisches Modell identifiziert, so dass Vergeltungsschläge mit Giftgas gegen die deutschen Truppen unterblieben.[35]
  • Am 8. April 1945 griffen amerikanische Jagdbomber den BahnhofLossa (zwischenSömmerda undNaumburg) an. Dabei wurden einige mitTabun gefüllte Bomben beschädigt, die im Rahmen der Verlagerung eines Luftwaffen-Munitionslagers während ihres Transportes dort standen. Genaue Verluste sind nicht bekannt geworden.

Imnationalsozialistischen Deutschen Reich wurde im Dezember 1936 beiI.G. Farben im WerkLeverkusen durch den ChemikerGerhard Schrader derNervenkampfstoff Tabun entdeckt. Im Dezember 1939synthetisierte er den in seiner Wirkung noch stärkeren GiftstoffSarin. Ab Frühjahr 1942 produzierte dieAnorgana GmbH im Auftrag der I.G. Farben in denKZ-Außenlagern Dyhernfurth I und II desKZ Groß-Rosen inNiederschlesien Tabun. 1944 entdeckte derNobelpreisträgerRichard Kuhn mit seinem Mitarbeiter,Konrad Henkel, den KampfstoffSoman in einer vomHeereswaffenamt unterhaltenen Abteilung desKaiser-Wilhelm-Instituts für medizinische Forschung inHeidelberg. Diese Nervengifte wurden aufgrund der Furcht vor einem Gegenschlag nicht eingesetzt. Da sie in gasförmiger Zubereitung – oft alsAerosol – eingesetzt werden sollten, werden diese Stoffe auch alsNervengase bezeichnet.[36]

Deutschland hatte Ende der dreißiger Jahre als erste Nation die großtechnische (industrielle) Produktion von Nervenkampfstoffen entwickelt, war also als einzige Kriegspartei zur Herstellung von Nervenkampfstoffen im Kilogramm- und Tonnenbereich in der Lage. Dieser Umstand, gekoppelt mit der Verfügbarkeit modernster Trägersysteme wie derV-2, hätte die politische Führung in die Lage versetzt, einen strategischen Gaskrieg zu entfesseln, der unter Umständen von der Tragweite her ähnlich gravierend hätte sein können wie dieAtombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Die verantwortliche Führung des deutschen Kampfgasentwicklungsprogramms verheimlichteHitler gegenüber bewusst die tatsächlichen Möglichkeiten, denn eine Eskalation zum Gaskrieg wurde befürchtet, falls Hitler klar werden sollte, welche Wirkung beispielsweise ein mit Tabungefechtsköpfen bestückterV-2-Angriff aufLondon hätte haben können. Für den taktischen Einsatz waren bereits als Träger Werferwaffen (sog.Nebelwerfer) hergestellt und die entsprechenden Truppen (Nebeltruppe) geschult worden. Die oft geäußerte Vermutung, dass die Erfahrungen Hitlers im Ersten Weltkrieg ihn davon abgehalten haben sollen, chemische Kampfstoffe einsetzen zu lassen, entbehrt jeder Grundlage, da er selbst die Produktion dieser befahl und die Vorbereitungen für den Beginn eines Gaskrieges anordnete.[37] Die Gründe dafür, dass die ab 1942 in großem Umfang produzierten Nervenkampfstoffe nicht zum Einsatz kamen, waren größtenteils logistischer (Rohstoffknappheit) und militärstrategischer Art. Ebenfalls von Bedeutung waren sowohl die deutsche Fehleinschätzung, die Alliierten würden ebenfalls über Nervenkampfstoffe verfügen, als auch die alliierte Androhung massiver Gegenschläge im Falle eines deutschen Ersteinsatzes chemischer Kampfstoffe.[38] In einer Besprechung am 15. Mai 1943 imFührerhauptquartier hatte der ChemikerOtto Ambros erklärt, dass Tabun seit 1902 in der Literatur behandelt werde und Sarin sogar patentiert sei, und die Substanzen in den Patentschriften stünden. Daher sei er überzeugt, dass andere Länder diese Gase nicht nur rasch nachmachen können, sondern auch in weitaus größeren Mengen produzieren können.[39]

In denGaskammern der deutschenVernichtungslagerAuschwitz-Birkenau,Belzec,Sobibor,Mauthausen,Treblinka undLublin-Majdanek wurden viele Opfer desHolocaust mit demblausäurehaltigen InsektizidZyklon B und in Gaswagen mit Motorabgasen (Kohlenstoffmonoxid) ermordet.[40]

Nach 1945

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Ausbringen von Entlaubungsmitteln im Zuge derOperation Ranch Hand durch dreiUC-123B während desVietnamkrieges

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden umfangreiche deutsche Bestände – zwischen 30.000 und 40.000 Tonnen chemischer Waffen[41] – in derNord- undOstsee in der von US-amerikanischen Streitkräften geleitetenOperation Davy Jones’ Locker mitsamt ihren Transportschiffen versenkt, so vor dernorwegischen HafenstadtArendal 1946. Die Versenkung der Schiffe erfolgte durch Sprengung oder Beschuss durch Bordwaffen begleitender britischer Kriegsschiffe. 1955/56 wurden Restbestände, die von derRoyal Air Force gebunkert worden waren, in derOperation Sandcastle nordwestlich vonIrland imAtlantik versenkt, so auch dieSS Kotka. Von 1944 bis 1970 wurden von Seiten derUnited States Army in 26 so genannten Versenkungszonen (dump zones) an der Ostküste der USA chemische Kampfstoffe versenkt, von denen aufgrund mangelnder oder unzureichender Dokumentation unklar ist, wo sie sich exakt befinden und welche Chemikalien in welcher Menge dort lagern.

Gesichert ist, dassÄgypten chemische Waffen imJemen eingesetzt hat. Die Technologie dazu stammte aus der Sowjetunion, welche diese auch an andere mit ihr verbündete Staaten des Nahen Ostens – wie demIrak – weitergegeben hatte.

Während anfangs vonFrankreich und denUSA noch konventionelle Brandbomben wieNapalm gegen dieNordvietnamesen und dieFNL verwendet wurden, startete die RegierungKennedy 1961 den systematischen Einsatz von Chemikalien gegen Nordvietnam. Die im Zuge derOperation Ranch Hand alsEntlaubungsmittel eingesetztenHerbizide (vor allemAgent Orange) sollten dem Gegner dieDeckung durch die Vegetation nehmen sowie seine Ernte vernichten. Agent Orange war mit2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin verunreinigt und verursachte dadurch schwere gesundheitliche Schäden unter der Bevölkerung und den Soldaten beider Seiten.

Erste Verhandlungen zu einemChemiewaffenübereinkommen (CWÜ, auchChemiewaffenkonvention genannt) begannen 1968 mit derWorking Group on Chemical Weapons bei derEighteen Nations Conference on Disarmament (ENCD) der UN in Genf, die seit 1962 bestand. 1969 nahm eineConference of the Committee on Disarmament of the UN (CCD) ihre Tätigkeit auf. Der angebliche Einsatz von Sarin gegen eigene Kräfte (Deserteure) in derOperation Tailwind im September 1970 inLaos entpuppte sich als politisch motivierteFalschmeldung. 1975 gab es 30 Teilnehmerstaaten für ein CWÜ; darunter waren auch die Bundesrepublik und dieDDR. 1976 fanden bilaterale Verhandlungen von USA und UdSSR statt. Die Verhandlungen wurden im selben Jahr unterbrochen. Erst 1979 einigten sich die USA und UdSSR weitgehend über die Grundstruktur des Vertrags und weitgehend auch über Verifikationsmaßnahmen; ungelöst blieb aber die Frage von Ad-hoc-Verdachtskontrollen vor Ort. 1979 gab es einCommittee on Disarmament of the United Nations (CD); es hatte 40 Teilnehmerstaaten.[42] 1980 bildete sich einAd Hoc Committee on Chemical Weapons.[42]

1981 beschuldigte der US-amerikanischeAußenministerAlexander Haig dieUdSSR und die von ihr unterstützteVietnamesische Volksarmee, imZweiten Laotischen Bürgerkrieg (1963–73)Mykotoxine eingesetzt zu haben, um Tausende vonHmong zu töten.[43] Diese Vorwürfe konnten nicht bewiesen werden.[44]

Ende der 1980er Jahre erkannte das US-Militär, dass die bisherigen, lange gelagerten Chemiewaffen bis spätestens 1990 zum Großteilzersetzt und damit militärisch unbrauchbar sein würden; daher unterschrieb Präsident Ronald Reagan 1987 ein Gesetz, um die alten chemischen Kampfstoffe zu zerstören und gegen neue,binäre Kampfstoffe zu ersetzen.[45] Bei diesen wird nicht der endgültige und wirksame chemische Kampfstoff bereitgehalten, sondern verschiedene, stabilere und weniger korrosive Komponenten, die beim Einsatz der binären Waffen dann erst zum Wirkstoff reagieren.

Siehe auch:Aktion Lindwurm

Chemiewaffenübereinkommen (1992/1997)

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Hauptartikel:Chemiewaffenkonvention

Nach dem Ende des Kalten Krieges um 1990 änderte sich diegeostrategische Lage deutlich. Es kam zu zahlreichen Abrüstungsverhandlungen zwischen westlichen Staaten und Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Chemische Waffen (oft lagerten sie in inzwischen rostigen Tanks) galten vielen inzwischen als Altlast.

Schon Ende der 1980er Jahre verkündete der sowjetische PräsidentMichail Gorbatschow auf Chemiewaffen künftig zu verzichten und diese vernichten zu wollen und lud 1987 internationale Beobachter in bis dahin geheime Chemiewaffenlabore ein.[46] Schon 1990 kam es zu einem bilateralen Abkommen mit den USA (Chemiewaffenabkommen) über die Vernichtung von Chemiewaffen.

Am 3. September 1992 wurde das CWÜ von den Mitgliedstaaten der Genfer Abrüstungskonferenz (UNCD) verabschiedet.Seit 13. Januar 1993 kann es unterzeichnet werden.[47] Eine Unterzeichnung erfolgte durch etwa 150 Staaten, darunter USA und Russland.[42]

Deutschland hat die Konvention 1994 ratifiziert, Österreich und die Schweiz 1995.

Am 29. April 1997 trat das Chemiewaffenübereinkommen in Kraft. 1997 erfolgte die Ratifizierung auch durch die USA und Russland.[42] Die ratifizierenden Staaten haben sich durch das CWÜ unter anderem dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2012 sämtliche Chemiewaffen unter internationaler Aufsicht zu vernichten.

Stand Juni 2018 sind 193 Staaten der Konvention beigetreten.Als jüngstes Ratifizierungsland istPalästina der Konvention am 16. Juni 2018 beigetreten.[48] Im Januar 1993 unterzeichnet, aber bis heute noch nicht ratifiziert wurde der Vertrag vonIsrael undMyanmar. Vier Staaten haben die Konvention bisher weder unterzeichnet noch ratifiziert:Ägypten,Angola,Nordkorea undSüdsudan.[49] Die Einhaltung des Abkommens wird durch dieOrganisation für das Verbot chemischer Waffen, OVCW (englisch Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons, OPCW) überwacht. Die OVCW ist eine internationale Organisation mit Sitz inDen Haag.[50]

Erster Golfkrieg

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Iranischer Soldat mit Gasmaske

Schon zu Beginn desErsten Golfkriegs setzte die irakische Armee auf WeisungSaddam Husseins chemische Waffen gegen denIran ein. So warf die irakische Luftwaffe bereits 1980 speziell dafür entwickelte Kanister mit chemischen Kampfstoffen über iranischen Stellungen ab.[51] Bekanntheit erlangte der Giftgasangriff auf die Fernverkehrsstraße am 9. August 1983 Rawanduz–Piranschahr.[52]

Insgesamt wurden etwa 100.000 iranische Soldaten Opfer von Gasangriffen. Viele davon wurden durch Senfgas, das von einer mit deutscher Unterstützung gebautenInsektizid-Fabrik inSamarra in größerem Maße ab 1983 hergestellt wurde,[53] verwundet. Etwa 20.000 davon wurden während des Einsatzes sofort hauptsächlich durch die NervenkampfstoffeTabun undVX getötet. Diese Zahlen schließen allerdings keine Zivilisten ein. Da Giftgas während der Kämpfe auch auf Stellungen und Posten abgeworfen wurde, die sich in oder um Dörfer befanden und deren Einwohner keine Möglichkeit hatten, sich gegen die Gase zu schützen, gab es auch unter der Zivilbevölkerung sehr viele Opfer. Außerdem wurden durch den Einsatz verschiedener Gase Gebiete mit gefährlichen chemischen Schadstoffen kontaminiert.[54][55]

Der Irak setzte chemische Waffen auch gezielt ein, um Zivilisten zu töten. Tausende wurden bei Giftgasangriffen auf Dörfer, Städte und Frontkrankenhäuser getötet, so auch beimGiftgasangriff auf Sardasht vom 28. Juni 1987. Bekanntestes Beispiel ist derGiftgasangriff auf Halabdscha am 16. März 1988, bei dem etwa 5.000 irakischeKurden getötet und 7.000 bis 10.000 so schwer verletzt wurden, dass viele von ihnen später starben. Die irakischen Streitkräfte setzten mehrere verschiedene Gase gleichzeitig ein. Dazu gehören Nervenkampfstoffe wieTabun,Sarin und möglicherweiseVX, aber auchSenfgas und ein Cyanidkampfstoff.[56]

Im Rahmen der Vorbereitung auf den Ersten und Zweiten Irakkrieg kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den USA und Deutschland über die Herkunft der irakischen Chemiewaffentechnologie.

Terrorismus

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1995 kam es beim Terror-Anschlag der japanischenAum-Sekte zur Freisetzung des Nervengifts Sarin in derU-Bahn von Tokyo. Es gab 13 Tote und 6.252 Verletzte. Ein früherer Anschlag der Sekte mit 7 Toten und 500 Verletzten wurde erst im Nachhinein bekannt.

Im Oktober 2002 verwendeten russische Sicherheitskräfte inMoskau vermutlich dasOpioidCarfentanyl und dasAnästhetikumHalothan in Form eines Aerosol-Gas-Gemischs, umTerroristen kampfunfähig zu machen, die während derGeiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater 800 Menschen gefangen hielten. Alle Geiselnehmer und über 129 Geiseln kamen ums Leben, die meisten aufgrund des Gases. Viele erlagen im Krankenhaus ihren Vergiftungen, wozu möglicherweise auch die fehlende Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte mit den Ärzten beigetragen hat. Der Einsatz von Carfentanyl wurde offiziell nie bestätigt, möglicherweise im Hinblick auf die vonRussland ratifizierte Chemiewaffenkonvention.

Während desIrakkrieges setzte eine Terrororganisation, bei der es sich Berichten zufolge um dieal-Qaida handelte,[57][58] chemische Waffen hauptsächlich gegen Zivilisten ein, aber auch gegen US-Soldaten und irakische Soldaten und Polizisten. Bei dem eingesetzten Gas handelte es sich umChlorgas. Da die Anschläge alle unter freiem Himmel durchgeführt wurden, war die Zahl der Todesopfer meistens gering, die Zahl der Verletzten betrug jedoch oft mehrere hundert. Zu den am meisten wahrgenommenen Giftgasanschlägen im Irak zählen der Anschlag auf eine Polizeiwache am 6. April 2007 mit 27 Toten[59] und der Anschlag auf einen Dorfmarkt in Abu Sayda am 15. Mai 2007 mit 45 Toten.[60]

Bürgerkrieg Syrien

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Im Umland vonDamaskus sind laut Chemiewaffeninspektoren derUNO in mehreren Dörfern Kampfmittel mit Sarin zum Einsatz gekommen. Der mögliche Einsatz von chemischen Waffen in drei weiteren Orten (Chan al-Asal undScheich Maksud in der ProvinzAleppo sowie Sarakib, einer Kleinstadt nahe der Provinzhauptstadt Idlib,[61]) soll untersucht werden.

Ein Untersuchungsbericht derVereinten Nationen meldete im August 2016, man könnedie Nutzung der weltweit geächteten Massenvernichtungswaffen in drei Fällen eindeutig belegen und zuordnen. In zwei Fällen habe die syrische Armee die Giftbomben abgeworfen, in einem Fall die MilizIslamischer Staat (IS). Diese Fälle waren der Einsatz von Chlorgas und eventuell anderergiftiger Substanzen, die am 21. April 2014 und am 16. März 2015 in zwei Dörfern in der nordwestlichen ProvinzIdlib aus Hubschraubern der syrischen Luftwaffe abgeworfen wurden. Die IS-Miliz verwendete am 21. August 2015 im Ort Marea nahe AleppoSenfgas.[62]

Siehe auch:Giftgasangriffe von Ghuta

Vernichtung

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Nachdem die USA von allen Mitgliedsstaaten derOrganisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) als Letzte ihre Bestände von Chemiewaffen bis zum Jahr 2023 vernichtet hatten, gab die OPCW bekannt, dass damit alle weltweit deklarierten chemischen Waffen irreversibel zerstört wurden. Vier Staaten, nämlichNordkorea,Ägypten,Südsudan undIsrael, machen keine Angaben über ihre Bestände, da sie nicht Teil derKonvention zum Verbot von Chemiewaffen sind.[63]

Russland

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Im Juli 2025 gaben derBundesnachrichtendienst zusammen mit den niederländischen NachrichtendienstenMIVD undAIVD bekannt, dassRussland entgegen dem Chemiewaffenübereinkommen ein aktives Chemiewaffenprogramm betreibt. In dieses investiert Russland massiv, weitet die Forschung an Chemiewaffen aus und wirbt neue Wissenschaftler für das Programm an. Russland hat zudem seit 2022 imUkrainekrieg den LungenkampfstoffChlorpikrin oderTränengas in über 9000 Fällen eingesetzt.[64] Bereits seit der Vergiftung vonSergei Skripal 2018 durch den russischen MilitärgeheimdienstGRU imVereinigten Königreich durch einen Nervenkampfstoff aus derNowitschok-Gruppe war bekannt, dass Russland nicht, wie 2017 behauptet, seine Chemiewaffenbestände vollständig vernichtet hatte.

Chemische Waffen

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Chemische Kampfmittel

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155-mm-Senfgasgranaten der US-Armee

Als chemische Kampfmittel bezeichnet man jede Art von Gegenständen (Munition, Schweltöpfe, aber auch im strengen Sinne z. B. einfache Flaschen), die es ermöglichen, einen chemischen Kampfstoff zu transportieren. Sie lassen sich nach ihrem Angriffsgebiet am menschlichen Körper beziehungsweise ihrer Wirkung einordnen. Eine Grenzziehung zwischen den einzelnen Gruppen ist dabei aber nicht immer eindeutig möglich. Auch ist bei manchen dieser Gruppen bereits die bloße Zuordnung zu den chemischen Kampfstoffen umstritten. Detaillierte Übersichtsarbeiten wurden von V. Pitschmann und von K. Ganesan u. a. vorgelegt.[65][66]

Die chemischen Kampfmittel an sich werden in folgende Kategorien unterteilt:

  • Chemische Kampfstoffe im klassischen Sinn: Lungenkampfstoffe, Blutkampfstoffe, Hautkampfstoffe, Nervenkampfstoffe, Psychokampfstoffe.
  • Reizstoffe: Reizen die Augen oder die Atemwege. Ein Beispiel ist dasCS-Gas, das von der Polizei und zur Selbstverteidigung eingesetzt wird. Reizstoffe unterscheiden sich von anderen Hautkampfstoffen durch ihre weniger starke Wirkung. In sehr hohen Dosen oder bei empfindlichen Personen (z. B.Asthmapatienten) können die so genannten „Tränengase“ ebenfalls zu Hautreizungen,Atemnot oder Augen- und Lungenschäden führen und in ausreichender Konzentration tödlich sein. Ein weiteres Beispiel sind sogenannte Maskenbrecher. Sie führen zu Übelkeit und sollten ihre Opfer dazu bringen, ihre Atemschutzmasken abzunehmen. Meist wurden diese Substanzen mit anderen chemischen Kampfstoffen in Kombination eingesetzt, um deren toxische Wirkung voll zum Einsatz zu bringen.
  • Nebelkampfstoffe: Diese Stoffe erzeugen in der Luft dichte, undurchdringliche Nebelschwaden und sollen somit dem Gegner die Sicht nehmen. In diese Kategorie fallen z. B.Rauchgranaten.

Chemische Kampfstoffe

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Die chemischen Kampfstoffe im klassischen Sinn können erneut in verschiedeneKampfstoffklassen unterteilt werden, je nach Art und Ort ihrer Wirkung:

  • Lungenkampfstoffe: Greifen direkt die Lunge an. Dadurch wird die Sauerstoffzufuhr des Körpers unterbrochen, was zum Tode führt. Darunter fallen zum Beispiel Chlor, Phosgen,Diphosgen (Perstoff) undChlorpikrin.
  • Blutkampfstoffe: Auch hier wird die Sauerstoffzufuhr des Körpers blockiert. Allerdings wird bei diesen Kampfstoffen die Zellatmung oder das Blut angegriffen, das den Sauerstoff zu den einzelnen Organen transportiert. Darunter fallen unter anderem Cyanwasserstoff,Arsenwasserstoff undChlorcyan.
Kanadischer Soldat mit Senfgas-Verbrennung während des Ersten Weltkrieges

Viele chemische Kampfstoffe werden bevorzugt alsBinärkampfstoffe eingesetzt, etwa die Nervenkampfstoffe Sarin, Soman und VX. Dabei werden zwei oder mehr im Vergleich zum Endstoff relativ ungefährliche Substanzen voneinander getrennt in einem Geschoss gelagert. Der eigentliche Kampfstoff entsteht erst nach dem Abschuss meist durch einfaches Vermischen der Komponenten, teilweise unter Zuhilfenahme eines geeigneten Reaktionsbeschleunigers. Vorteile sind die relativ gefahrlose Lagerung und Handhabung, da die verwendeten Chemikalien meist weniger giftig sowie besser lagerfähig als die Kampfstoffe selbst sind, das heißt, es tritt keine oder nur geringeZersetzung der Chemikalien oderKorrosion der Geschosse auf.[68]

Modernes Einsatzkonzept

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Der Einsatz von chemischen Waffen erfolgt in der Regel massiv und überraschend um möglichen Schutzmaßnahmen zuvorzukommen.[69] Ein Einsatz ist lohnend, wenn mit minimalem Aufwand große Verluste erzielt werden können, wenn der Einsatzmilitärische Operationen erleichtert oder beschleunigt und wenn mangelnde Ausbildung und Schutzausrüstung einen Einsatz wirkungsvoll machen.[70] So ist auch ein Einsatz alsTerrorwaffe gegen zivileInfrastruktur denkbar. Der Einsatz von chemischen Waffen soll im Zielgebiet Verluste von mindestens 30–50 % verursachen, kritische Funktionen verlangsamen oder verunmöglichen und/oder die Nutzung vonGelände und Einrichtungen wie Flughäfen oder Seehäfen als verkehrstechnische Einrichtungen längerfristig unmöglich machen, ohne diese wie bei atomaren Einsatzmitteln zu zerstören. Eine Entgiftung ist aufwendig und zeitintensiv.[70]

Im Gegensatz zu den frühen Kampfstoffen, die gasförmig waren, werden heute überwiegend flüssige Kampfstoffe (selten auch Feststoffe) verwendet. Diese werden alsAerosol eingesetzt. Man unterscheidet hierbei nach der Tropfengröße zwischen den zwei Einsatzarten flüchtig und sesshaft, je nach gewünschter Dauer der Sperrung von Gelände oder Einrichtungen.[71]

Einsatz flüchtig

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Beim flüchtigen Einsatz werden sehr kleineTropfen verwendet, die größtenteils augenblicklich verdampfen, so dass sehr schnell eine hohe Konzentration des Kampfstoffes wirksam werden kann (50 % als Dampf und 50 % als Feinaerosol).[71] Dabei besteht die Gefahr der Kampfstoffausbreitung in derWindrichtung. Generell wird der flüchtige Einsatz zur Unterstützung von militärischen Operationen eingesetzt, was aber einen Einsatz gegen die Zivilbevölkerung nicht ausschließt. Die Belegungsdichte wird so gewählt, dass einAtemzug in den meisten Fällen tödliche Mengen des Kampfstoffes enthält. Durch die rascheVerdampfung sollte das Gebiet nach maximal vier Stunden wieder ohne Schutzausrüstung passierbar sein. Ziel des Angriffes ist es, den Gegner im angegriffenen Gebiet stark zu schwächen, um das Durchbrechenfeindlicher Linien zu erleichtern, jedoch ohne die eigenen Truppen durch Schutzanzüge zu behindern. Am besten für einen flüchtigen Einsatz geeignet sind die Kampfstoffe Sarin, Soman und Tabun (zusammengefasst unter dem BegriffG-Stoffe oder Trilone) sowieBlausäure.[71] Letztere stellt eine Ausnahme dar, da sie äußerst leichtflüchtig und schon nach wenigen Minuten nicht mehr nachzuweisen ist (maximal 15 Minuten); man spricht hierbei von einemsuperflüchtigen Kampfstoff. Allerdings erfordert Blausäure einen sehr großenMunitionsaufwand, um die nötige Kampfstoffkonzentration im Zielgebiet zu erreichen. Wahrscheinlichste Einsatzmittel für den flüchtigen Einsatz sind Mehrfachraketenwerfer, Fliegerbomben und Streubomben, da diese eine sehr hohe Belegungsdichte ermöglichen.

Einsatz sesshaft

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Beim sesshaften Einsatz werden vergleichsweise große Tropfen (0,1 mm bis 1 mm Durchmesser) eingesetzt.[71] Aufgrund der Größe fallen die Tropfen schneller, die Dampfkonzentration ist wesentlich geringer (20 % Dampf, 80 % Tropfen), und ein Großteil des Kampfstoffes erreicht den Boden, wo er je nach Art des Kampfstoffes und der Witterung bis zu mehreren Wochen verbleiben kann.[71] Ziel des Angriffes ist nicht die unmittelbare Vernichtung des Feindes, sondern die Einschränkung seiner Handlungsfreiheit. Schutz- und Dekontaminationsmaßnahmen kosten Zeit, kontaminiertes Gebiet ist nur mühsam zu durchqueren, und die Moral der Truppe leidet erheblich. Des Weiteren müssen kontaminierte Truppenteile evakuiert und ersetzt werden, bevor die Schutzanzüge gesättigt sind (normalerweise nach spätestens 12 Stunden). Die wahrscheinlichsten Ziele sind gegnerische Flankenstellungen (um deren Gegenangriff zu erschweren oder zu verhindern), Artilleriestellungen (Ausschalten der Feuerunterstützung), Kommandostände, taktische Reserven und Nachschubwege. Am besten für diese Einsatzart geeignet sindLoste (Senfgas/Yperit) und V-Stoffe (namentlich VX).[71] Die möglichen Einsatzmittel sind vielfältig, da nicht auf die Belegungsdichte geachtet werden muss (Artillerie, Bomben, Kampfflugzeuge, Raketen,Marschflugkörper etc.). Eine Sonderform des sesshaften Einsatzes ist der Einsatz verdickter Kampfstoffe: Dem Kampfstoff werden hierbei Verdickungsmittel beigemischt, um dessenViskosität und damit die Tropfengröße weiter zu erhöhen. Die Kampfstoffe erhalten dadurch eine honig- bis gummiartigeKonsistenz.[72] Dies führt wiederum zu einer geringeren Verdunstungsrate und damit größerer Sesshaftigkeit. Solche Kampfstoffe haben eine große Haftwirkung und können nur langsam inporöse Materialien eindringen.[72] An geeigneten Stellen können verdickte Kampfstoffe wochenlang wirksam bleiben. Des Weiteren wird die Dekontamination stark erschwert.[72] Hauptziele sind z. B. Flugplätze, um deren Benutzung langfristig zu unterbinden.

Einsatzmittel

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Obwohl die Vereinigten Staaten sowieRussland ihre Bestände an chemischen Waffen vernichtet haben sollen, sind die Technologien zum Ausbringen von Kampfstoffen weltweit bekannt und zum Teil auch verfügbar.[73][70] Für chemische Kampfstoffe sind keine besondere Einsatzmittel nötig; es können Artilleriegeschütze, Raketenwerfer, ballistische Raketen, Lenkwaffen und Flugzeuge verwendet werden.[74] Das Abblasen von chemischen Kampfstoffen aus Druckflaschen wie im Ersten Weltkrieg gilt heute als obsolet.

Artilleriegeschütze

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Seit dem Ersten Weltkrieg werdenMörser undArtilleriegeschütze als Einsatzmittel für chemische Kampfstoffe verwendet.[69] Moderne Artilleriegeschütze erreichen bei einerKadenz von 3–6 Schuss/Minute Schussdistanzen von 30–40 km. Mit Artilleriegeschützen kann zudem ein rascher Zielwechsel mit einer hohen Treffergenauigkeit erfolgen.[69] Weiter können mit der Artillerie sowohl Einzel- wie auch Flächenziele bekämpft werden. In Abhängigkeit zum verwendetenKaliber fasst ein Artilleriegeschoss 2–5 kg Kampfstoff. So war z. B. das 155 mmNATO-GeschossM122 mit 2,9 kg Sarin befüllt.

Mehrfachraketenwerfer

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Mehrfachraketenwerfer eignen sich besonders gut als Einsatzmittel für chemische Kampfstoffe. Mit ihnen wird im Zielgebiet innerhalb kurzer Zeit eine sehr hohe Belegungsdichte mit einer hohen Kampfstoffkonzentration erzielt.[74] Moderne Mehrfachraketenwerfer erreichen bei einer Kadenz von 30–50 Schuss/Minute Schussdistanzen von 20–70 km. In Abhängigkeit zum verwendeten Kaliber fasst eine Artillerierakete 2–25 kg Kampfstoff. So war z. B. der9N519-Sprengkopf der 220 mm Rakete9M27 für den sowjetischen Mehrfachraketenwerfer9P140 Uragan mit 20 kg Soman befüllt.[75] Eine Batterie mit vier Uragan-Werfern deckt mit insgesamt 64 Raketen eine Zielfläche von 650 × 650 m ein. Auf dieser Fläche werden so innerhalb von rund 20 Sekunden 1280 kg Nervenkampfstoff freigesetzt.

Ballistische Raketen

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Ballistische Raketen eignen sich zur Bekämpfung von Zielen weit hinter derFrontlinie wie z. B.Flugplätze,Nachschubdepots,Flugabwehrstellungen sowie militärische und zivile Infrastruktur.[69] Solche Ziele werden mit Kurz- undMittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 50–1000 km bekämpft. Vorzugsweise erfolgt der Einsatz mit sesshaften Kampfstoffen, um die Zielgebiete für längere Zeit (Tage bis Wochen) zu verseuchen.[69] Um den chemischen Kampfstoff effektiv im Zielgebiet zu verteilen, erfolgt die Detonation des Raketengefechtskopfes in der Regel durchLuftzündung einige 100 m über Zielgebiet.[69] So werden aus dem flüssigen Kampfstoff Tropfen und Aerosole gebildet, welche sich in Abhängigkeit vonWindgeschwindigkeit und -richtung über dem Zielgebiet verteilten. Die sowjetische Kurzstreckenrakete9K72 Elbrus (NATO-Codename: SS-1c Scud-B) konnte einen Gefechtskopf mit 555 kg verdicktem VX über eine Distanz von 300 km ins Ziel bringen; durch Luftzündung verteilte sich der flüssige Kampfstoff über ein Gebiet von 0,6 × 4,0 km.[76]

Weiter eignen sich ballistische Raketen auch zur Beladung mitStreumunition.[69] Zum Beispiel konnte die US-amerikanische KurzstreckenraketeMGM-52 Lance mit demE27-Gefechtskopf für chemische Streumunition bestückt werden. Dieser Gefechtskopf fasste 1137M139-Bomblets mit je 0,58 kg Sarin. Die Bomblets wurden in einer vorselektierten Höhe über dem Ziel ausgestoßen und gingen daraufhin in einem kreisförmigen Gebiet mit einem Radius von 200–250 m nieder.

Kampfflugzeuge

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Kampfflugzeuge eignen sich besonders für massive und überraschende Angriffe mit chemischen Kampfstoffen.[69] Kampfflugzeuge können diese in einem Radius von mehreren 100 km, mit hoher Geschwindigkeit in verschiedenen Flughöhen zum Einsatz bringen. Die mitgeführte Kampfstoffmenge steht in Abhängigkeit zur Beladung des Kampfflugzeuges. Die Kampfstoffe können mit Fliegerbomben, Streubomben, Raketen oder durch versprühen ins Ziel gebracht werden.

Fliegerbomben mit chemischen Kampfstoffen sind sehr flexibel einsetzbar;[69] sie können sowohl aus großer Höhe wie auch aus dem Tiefflug abgeworfen werden. Chemische Kampfstoffe können ebenso inSplitterbomben gefüllt werden, was zu einer kombinierten Wirkungsweise führt.[69] Ein solches Beispiel stellt die sowjetische FliegerbombeChAB-500 (9A1-483) dar: Bei einem Gesamtgewicht von rund 300 kg enthielt diese Bombe 175 kg der KampfstoffmischungHL (russische BezeichnungRK-7), welche aus Schwefellost und Lewisit bestand. Bei der Detonation erzeugte sie neben dem Kampfstoffaerosol auch eine große Anzahl Stahlsplitter, welche mit hoher Energie freisetzt wurden.[76]Kampfstofftanks, z. B. Abwurfbehälter, wie sie auch fürNapalm verwendet werden, können ebenso mit chemischen Kampfstoffen befüllt werden.[69] Diese Tanks zerplatzen beim Aufschlag auf der Erdoberfläche und der Kampfstoff wird verspritzt. Gegenüber Fliegerbomben mit einer Spreng- oder Zerlegladung wird in diesem Fall der Kampfstoff nur wenig verteilt (kein Aerosol, wenige Tropfen), und die Wirkung beschränkt sich auf ein sehr kleines Gebiet. Solche Kampfstofftanks setzte der Irak während des Ersten Golfkriegs ein.

Streubomben und Streumunitionsbehälter eignen sich zum Ausbringen von chemischen Kampfstoffen aus mittlerer Flughöhe wie aus dem Tiefflug.[69] Mit Streumunition wird in einem großen Zielgebiet innerhalb kurzer Zeit eine sehr hohe Belegungsdichte mit einer hohen Kampfstoffkonzentration erzielt.[69] DieUnited States Air Force hatte in den 1970er-Jahren den StreumunitionsbehälterCBU-15 im Bestand. Bei einem Gesamtgewicht von rund 340 kg war dieser mit 40BLU-19-Bomblets beladen, die je 1,8 kg Sarin enthielten. Die Bomblets konnten sowohl im Reihenwurf oder auch alle zeitgleich abgeworfen werden. DieF-4 Phantom II konnte z. B. vier CBU-15-Behälter transportieren.

Sprühtanks für chemische Kampfstoffe eignen sich zum Ausbringen von chemischen Kampfstoffen aus mittlerer Flughöhe wie aus dem Tiefflug.[69] Der flüssige Kampfstoff wird so primär als Aerosol über ein großes Gebiet verteilt. Die Sowjetunion hatte unter anderem den SprühtankWAP-1000 (BATT) im Bestand, welcher 700 kg Cyanwasserstoff fasste.[76] Dagegen besaßen die USA den SprühtankTMU-28, welcher mit 595 kg VX befüllt war. Beide Sprühtanks konnten im Tiefflug und bei hoher Geschwindigkeit eingesetzt werden. Sprüheinsätze von Kampfstoffen in Form vonAgrarflugzeugen sowie das Abregnen aus großer Flughöhe gelten heute als überholt.

Marschflugkörper

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Während des Kalten Krieges wurden Gefechtsköpfe fürMarschflugkörper zum Ausbringen von Kampfstoffen entwickelt. Die Sowjetunion hatte z. B. für den MarschflugkörperP-5 Pjatjorka denTuman-1-Gefechtskopf entwickelt. Dieser war mitSoman (russische BezeichnungR-55) und späterVX (russische BezeichnungR-33) beladen. Der Gefechtskopf wurden über dem Zielgebiet durch eine Zerlegladung aktiviert. Durch dieDetonation und den Luftstrom wurde aus dem flüssigen Kampfstoff ein Aerosol gebildet, das sich über eine Fläche von bis zu 300 Hektar verteilte und diese mit einer Konzentration von rund 30 mg/m² vergiften sollte.[69][77]

Antipersonenminen

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Antipersonenminen mit chemischen Kampfstoffen werden zum anhaltenden Sperren von Geländeabschnitten, auf demRückzug sowie beiVerzögerungsgefechten eingesetzt.[69] Während des Kalten Krieges hatten sowohl die Sowjetunion wie auch die Vereinigten Staaten Antipersonenminen mit chemischen Kampfstoffen in ihrenArsenalen. Die Sowjetunion hatte unter anderem die KampfstoffmineChF-2 mit der KampfstoffmischungHL (Schwefellost und Lewisit) im Bestand. In den Vereinigten Staaten war dies die MineM23. Diese wog 10,3 kg und hatte eine 0,37 kg wiegendeSprengstoffladung. Als Kampfstoff wurden 4,8 kg VX verwendet.

Einfluss von Landform, Wetter und Vegetation

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Die Landform, das Wetter sowie die Vegetation haben einen entscheidenden Einfluss auf Ausbreitung, Wirksamkeit und Wirkungsdauer von chemischen Kampfstoffen.[72]

Landform und Vegetation

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Berg- und Talwind-Zirkulationen sowie dasLand-See-Windsystem können die Ausbreitung von Kampfstoffwolken beeinflussen.[72] InSenken undTälern können sich Kampstoffwolken ansammeln und ihre Wirksamkeit länger beibehalten. Weiters beeinflusst auch dieVegetation die Wirkungsweise und -dauer von chemischen Kampfstoffen:[72] Gelände mit niedriger Vegetation (Weide,Gras) kann nach einem Einsatz flüchtig, in der Regel nach 12–24 Stunden ohne große Gefahr wieder betreten werden; bei hoher und üppiger Vegetation (Felder, Hecken,Unterholz) bleiben chemische Kampfstoffe wesentlich länger wirksam. Auch inWäldern und in überbauten Gebieten (Dörfer,Städte) behalten chemische Kampfstoffe wesentlich länger ihre Wirksamkeit bei.[72]

Wetter

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Temperatur,Wind undSonnenstrahlung haben entscheidenden Einfluss auf Ausbreitung, Wirksamkeit und Wirkungsdauer von chemischen Kampfstoffen.[78] Bei hohen Temperaturen verdampft insbesondere der sesshaft eingesetzte Kampfstoff rascher. So tendierten die während des Ersten Golfkriegs eingesetzten Lost-Kampfstoffe bei den dortigen hohen Temperaturen zum raschen Verdampfen. Diese vermehrten Dämpfe führten entsprechend bei den Opfern zu einer überaus starken Schädigung der Hautoberflächen sowie der Atemwege. Dagegen können sehr tiefe Temperaturen zu einem Verfestigen des flüssigen Kampfstoffes führen. HoheWindgeschwindigkeiten verdünnen die Kampfstoffwolke schneller, niedrige Windgeschwindigkeiten verteilen den Kampfstoff hingegen zu wenig und zu langsam. Ideal ist eine Windgeschwindigkeit von 5–20 km/h.[78] Durch Sonneneinstrahlung könnenAufwinde entstehen, die eine Kampfstoffwolke zu rasch verdünnen. Dagegen können bei geringer oder fehlender Sonneneinstrahlung nur schwache Aufwinde entstehen, was die Wirksamkeit einer Kampfstoffwolke verbessert. Regen kann flüssigen Kampfstoff in den Boden schwemmen, wobei der Kampfstoff weiterhin wirksam bleibt. Die idealen Verhältnisse für den Einsatz von chemischen Kampfstoffen inMitteleuropa herrschen während klaren Nächten, kurz vorSonnenuntergang oder kurz vorSonnenaufgang.[78]

Internationale Ächtung

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Seit 1997 sind chemische Waffen durch dieChemiewaffenkonvention international offiziell geächtet; auch die Entwicklung, Herstellung und Lagerung sind verboten.

Hauptartikel:Liste von völkerrechtlichen Übereinkommen über Chemiewaffen

Vernichtung

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Albanien

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Ein sowjetischer Chemiewaffenkanister aus albanischen Beständen, 2006

Mitte Juli 2007 wurde mitgeteilt, dassAlbanien als weltweit erster Staat seine sämtlichen Bestände an chemischen Waffen nachweislich vernichtet hat. Die Finanzierung des Projektes erfolgte mit insgesamt 48 Millionen US-Dollar. Die Vernichtung der Kampfstoffe Schwefellost, Lewisit, Adamsit und Chloracetophenon dauerte von Februar bis Juli 2007.[79]

Deutschland

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In Deutschland wurden chemische Kampfstoffe im Zweiten Weltkrieg unter anderem bei der FirmaORGACID inAmmendorf und in beiden Weltkriegen inMunster hergestellt.[80] Nach Ende des Krieges verblieben beträchtliche Mengen an Waffen in den Produktionsstätten. Sie wurden von den Alliierten beschlagnahmt und während derOperation Davy Jones’ Locker auf diverse Schiffe geladen, die dann imSkagerrak versenkt wurden. Aus heutiger Sicht wäre dies eineUmweltstraftat, war aber damals erlaubt.Danach war an den ehemaligen Produktionsstandorten nur noch verseuchter Boden übrig, der in zwei Entsorgungsanlagen derGesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) kontrolliert vernichtet wird.[81] In den Anlagen der bundeseigenen Gesellschaft wird kontaminierter Boden zuerst „gewaschen“, um die hochkontaminierten Bereiche abzutrennen. Diese werden mit Kalk vermischt und in einerPlasmaanlage bei 1350 bis 1550 °C imLichtbogen geschmolzen. Es entsteht dabei nach dem Abkühlen glasartigeSchlacke, in der nichtbrennbare Stoffe gebunden sind sowie Verbrennungsgase. Mit Chemikalien befüllte Munition wird vorher in einem so genanntenSprengofen gesprengt. In beiden Fällen werden die Gase ausgewaschen und anschließend die Salzeausgefällt.[82] Heute besitzt Deutschland nur noch Kampfstoffmunition, die nach dem Krieg in diverse Müllkippen, wie zum Beispiel demDethlinger Teich, entsorgt wurden.

Russland

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Russland übernahm von der ehemaligen Sowjetunion rund 40.000 Tonnen Chemiewaffen. Die erste C-Waffen-Vernichtungsanlage wurde im Dezember 2002 in der KleinstadtGorny im GebietSaratow am Mittellauf derWolga gebaut. Außerhalb vonPotschep, im GebietBrjansk, lagern abgefüllt in über 67.000 Fliegerbomben rund 7.500 t der Nervenkampfstoffe VX, Sarin und Soman. Im April 2006 wurde die zweite russische Anlage zur Vernichtung von Chemiewaffen inKambarka, RepublikUdmurtien in Betrieb genommen. In der Anlage, die mit deutscher Hilfe finanziert wurde, wurden 6350 t arsenhaltiger Hautkampfstoff beseitigt, deren Vernichtungskosten über 270 Millionen Euro betrugen. Deutschland trug davon 90 Millionen Euro. In einem ersten Schritt wurden die Kampfstoffe von russischer Seite waffenuntauglich gemacht und ab 2009 eine Anlage mit Hochturbulenzreaktoren zur thermischen Entsorgung der Kampfstoffe in Betrieb genommen.

Die etwa 400 km östlich vonMoskau gelegene StadtDserschinsk wurde 2006, 2007 und 2013 vom amerikanischenBlacksmith Institute zu einem der zehn am stärksten verseuchten Orte der Welt „nominiert“. Wasser und Böden sind hier hochgradig mit Chemikalien aus der Zeit der Chemiewaffenproduktion im Kalten Krieg verseucht, da neben Leckagen und anderen Unfällen in den Jahren 1930 bis 1998 etwa 300.000 Tonnen chemischer Abfälle unsachgemäß entsorgt wurden. Über laufende Sanierungsmaßnahmen ist bislang nichts bekannt.[83]

Im September 2017 behauptete Russland, den letzten chemischen Sprengkopf in der Entsorgungsanlage Kisner inUdmurtien vernichtet zu haben. DieOrganisation für das Verbot chemischer Waffen bestätigte damals die Vernichtung aller russischen Chemiewaffen und gratulierte Russland, das somit chemiewaffenfrei sei. Der russische PräsidentWladimir Putin beobachtete den Vorgang per Videozuschaltung und forderte nun auch die USA auf, das Abkommen zu achten und die amerikanischen Chemiewaffen ebenfalls rasch zu vernichten.[84]

Vereinigte Staaten

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Vernichtung einer mit Sarin, einem Nervenkampfstoff, gefüllten Rakete im Johnston Atoll Chemical Agent Disposal System (kurz JACADS)

Die USA nutzten ab Ende der 1980er Jahre bis Ende der 1990er Jahre eine Anlage für die Vernichtung von chemischen Kampfstoffen auf demJohnston-Atoll im Pazifik.Die Vernichtung von 90 % der C-Waffen der USA (31.000 Tonnen waren insgesamt deklariert worden) in den letzten zwei Jahrzehnten durch Verbrennung hat 35 Milliarden US-Dollar gekostet, nach anderen Angaben 28 Milliarden Dollar.[85][86]Die Reste des US-Chemiewaffenarsenals befanden sich in zwei Armeelagern in den BundesstaatenColorado undKentucky. Die vollständige Vernichtung aller chemischen Kampfstoffe in den USA wurde 2023 abgeschlossen.[63]

Syrien

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Russland schlug im September 2013 vor, Syrien möge seine Chemiewaffen unter westlicher Aufsicht zerstören. Die USA, die zuerst mit einem militärischen Schlag gedroht hatten, setzten dann auf eine diplomatische Lösung.[85] Syrien hat nunmehr am 14. September 2013 den Beitritt zur OPCW ratifiziert, welcher 30 Tage später vertragsgemäß in Kraft trat. Alle Anlagen zur Produktion der Waffen und zum Abfüllen von Munition sollen nach Angaben der OPCW unmittelbar danach zerstört worden sein.[87] 600 Tonnen Chemikalien wurden dabei auf dem US-SpezialschiffMV Cape Ray (T-AKR-9679) auf demMittelmeer neutralisiert. Die neutralisierten Chemikalien wurden in Deutschland und Finnland entsorgt.[88] In Deutschland erfolgte die Verbrennung 340 t Hydrolysats und 30 t sonstiger kontaminierter Abfälle ab September 2014 bei der GEKA.[89]

Chemikalien-Lieferungen für Waffenproduktion?

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Die britische Boulevard-ZeitungDaily Mail behauptete am 7. September 2013, dass von 2004 bis 2010 die britische Regierung fünfmal zwei britischen Firmen die Lieferung der ChemikalieNatriumfluorid bewilligt habe, die zur Synthese von fluorhaltigem Sarin verwendet werden kann.[90]

Auf Anfrage der FraktionDie Linke gab die deutsche Regierung am 18. September 2013 bekannt, dass zwischen 2002 und 2006 insgesamt 137 TonnenFluorwasserstoff,Ammoniumhydrogendifluorid, Natriumfluorid sowie Zubereitungen mitKalium- undNatriumcyanid nach Syrien exportiert worden sind. Syrien hat eine geplante Verwendung dieserDual-Use-Güter für zivile Zwecke plausibel dargestellt. Die Ausfuhrgenehmigung sei erst nach „sorgfältiger Prüfung aller eventueller Risiken, einschließlich von Missbrauchs- und Umleitungsgefahren im Hinblick auf mögliche Verwendungen in Zusammenhang mit Chemiewaffen“ erteilt worden, so das Wirtschaftsministerium.[91]

Stellungnahme der Gesellschaft Deutscher Chemiker 2022

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DieGesellschaft Deutscher Chemiker veröffentlichte 2022 eine umfangreiche Stellungnahme zum ThemaChemische Kampfstoffe.[92]

Siehe auch

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Literatur

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  • Joachim Badelt:Chemische Kriegführung – Chemische Abrüstung. Die Bundesrepublik Deutschland und das Pariser Chemiewaffenübereinkommen. (=Militärpolitik und Rüstungsbegrenzung. 5). Berlin-Verlag Spitz, Berlin 1994,ISBN 3-87061-269-X.
  • Christoph Bundscherer:Deutschland und das Chemiewaffenübereinkommen. Wirtschaftsverwaltungsrecht als Instrument der Rüstungskontrolle. (=Europäische Hochschulschriften Reihe 2;Rechtswissenschaft. 2213). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1997,ISBN 3-631-32353-0. (Zugleich: Greifswald, Univ., Diss., 1997)
  • Walter Böttger:Kultur im alten China. Urania-Verlag, Leipzig u. a. 1977,DNB780342844.
  • Jochen Gartz:Chemische Kampfstoffe. Der Tod kam aus Deutschland. (=Der Grüne Zweig. Band 243). Pieper und The Grüne Kraft, Löhrbach 2003,ISBN 3-922708-28-5.
  • Günther W. Gellermann:Der Krieg, der nicht stattfand. Möglichkeiten, Überlegungen und Entscheidungen der deutschen obersten Führung zur Verwendung chemischer Kampfstoffe im Zweiten Weltkrieg. Bernard & Graefe, Bonn 1986,ISBN 3-7637-5804-6.
  • Olaf Groehler:Der lautlose Tod. Rowohlt TB, Reinbek 1990,ISBN 3-499-18738-8.
  • Gerhard Grümmer:Giftküchen des Teufels. 3. Auflage. Brandenburger Verlagshaus, Berlin 1990,ISBN 3-327-00647-4.
  • Ludwig F. Haber:The Poisonous Cloud. Chemical Warfare in the First World War. Oxford University Press, Oxford u. a. 1986,ISBN 0-19-858142-4.
  • L. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. DTIG – Defense Threat Informations Group, 1995.
  • Robert Harris, Jeremy Paxman:Eine höhere Form des Tötens. Die geheime Geschichte der B- und C-Waffen. Econ, Düsseldorf u. a. 1986,ISBN 3-430-14052-8.
  • Reinhard Klimmek, Ladislaus Szinicz, Nikolaus Weger:Chemische Gifte und Kampfstoffe – Wirkung und Therapie. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1983,ISBN 3-7773-0608-8.
  • Dan Kaszeta:Toxic. A History of Nerve Agents, From Nazi Germany to Putin’s Russia. Hurst & Company, London 2020,ISBN 978-1-78738-306-7.
  • Thilo Marauhn:Der deutsche Chemiewaffenverzicht. Rechtsentwicklungen seit 1945. (=Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht. 116). Springer, Berlin u. a. 1994,ISBN 3-540-58352-1. (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1993–1994).
  • Dieter Martinetz:Der Gaskrieg 1914–1918. Entwicklung, Herstellung und Einsatz chemischer Kampfstoffe. Das Zusammenwirken von militärischer Führung, Wissenschaft und Industrie. Bernard & Graefe, Bonn 1996,ISBN 3-7637-5952-2.
  • Gerhard Peters (LS-Oberführer):Kampfstoff– und Luftschutz–Chemie – Eigenschaften Gefahren und Abwehr der chemischen Kampfstoffe, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1939.DNB-Link
  • Florian Schmaltz:Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Instituten, Militär und Industrie. (=Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. 11). Wallstein, Göttingen 2005,ISBN 3-89244-880-9.
  • Jonathan B. Tucker:War of nerves. Chemical warfare from World War I to al-Qaeda. Pantheon Books, New York NY 2006,ISBN 0-375-42229-3.
  • Gertrud Woker:Der kommende Gift- und Brandkrieg und seine Auswirkungen gegenüber der Zivilbevölkerung. Ernst Oldenburg Verlag, Leipzig 1932,DNB578415798.

Weblinks

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Commons: Chemische Waffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Giftgas – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Kampfstoff – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. abEintrag zuchemische Waffen. In:Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 9. September 2013.
  2. Article II. Definitions and Criteria.Chemical Weapons Convention, abgerufen am10. September2013.
  3. Hermann Lampalzer: Das aktuelle ABC-Bedrohungsbild. In: Bundesheer. 2003, abgerufen am 9. Juli 2018. 
  4. The Times vom 24. August 1893, S. 9:The Explosives Committee.
  5. Der Weltkrieg von 1914 bis 1918. Band 7:Die Operationen des Jahres 1915. Die Ereignisse im Winter und Frühjahr. Mittler & Sohn, Berlin 1931, S. 166.
  6. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz:Enzyklopädie Erster Weltkrieg. 2. Auflage. Paderborn 2004,ISBN 978-3-506-73913-1, S. 520.
  7. Vgl. auch Volker Hartmann:Medizin im Gaskrieg. Vor 100 Jahren: Einsatz von Chlorgas bei Ypern. In:Wehrmedizinische Monatsschrift. Band 59, 2015, S. 159–163.
  8. Hans Günter Brauch:Der chemische Alptraum, oder, gibt es einen C-Waffen-Krieg in Europa? Dietz Verlag, 1982,ISBN 978-3-8012-0079-4.
  9. Carl Duisberg, Kordula Kühlem (Hrsg.):Carl Duisberg (1861–1935): Briefe eines Industriellen. Oldenbourg Verlag, 2012,ISBN 978-3-486-71283-4.
  10. Georg Feulner:Naturwissenschaften: Daten, Fakten, Ereignisse und Personen. Compact Verlag, 2008,ISBN 978-3-8174-6605-4.
  11. Analyse des Giftgases im Ersten Weltkrieg.
  12. Höllisch Wolke
  13. Noam Chomsky:Deterring Democracy. Hill and Wang, New York 1992,ISBN 978-0-374-52349-7, S. 181–182.
  14. Orlando Figes:Die Tragödie eines Volkes. Berlin 1998, S. 811 ff;Richard Pipes:Russia under the Bolshevik regime. New York 1993, S. 387–401. Siehe auchNicolas Werth:Ein Staat gegen sein Volk. Gewalt, Unterdrückung und Terror in der Sowjetunion. In:Stéphane Courtois u. a.:Das Schwarzbuch des Kommunismus. Unterdrückung, Verbrechen und Terror. Aus dem Französischen von Irmela Arnsperger, Bertold Galli, Enrico Heinemann, Ursel Schäfer, Karin Schulte-Bersch, Thomas Woltermann. Piper, München/Zürich 1998,ISBN 3-492-04053-5, S. 165–178.
  15. abSebastian Balfour:Deadly embrace: Morocco and the road to the Spanish Civil War. Oxford University Press, Oxford 2002,ISBN 0-19-925296-3, 5The secret history of chemical warfare against Moroccans.. 
  16. The use of chemical weapons in the 1935–36 Italo-Ethiopian War. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 11. Januar 2015. 
  17. Henning Sietz:Es riecht nach Senf! In:Die Zeit. 22. Juni 2006 (abgerufen 1. September 2010).
  18. siehe dazu William Baxter:The Chemical Warfare Service of the United States Army During the Inter-War Period. Technische Universität Texas, 2004,tdl.org (PDF; 6,0 MB)
  19. Harold Edmund Bullis, * 1888. Der Offizier gründete später dasBullis Project, eines von mehreren Vorhaben, in Grundschulen Standards für „geistige Hygiene“ festzulegen. Siehe dasHealth Instruction Yearbook 1951, Stanford University Presse, S. 203.
  20. zitiert nach:War Gas Advocated to Replace Dry Padlock. In:New York Times. 30. Juli 1928.
  21. Warnos of War Gas Treaty. In:New York Times. 15. Juli 1928.
  22. The Future of the Army. Science as Substitute for Numbers. In:The Times. 21. Januar 1920, S. 7.
  23. abcWolfgang Kirstein:Chemiewaffen und Chemiewaffenübereinkommen. (Memento vom 10. April 2014 imInternet Archive) (PDF; 10,4 MB), undatiert (offenbar 2007), S. 30.
  24. Schulversuche zur Chemie der Kampfstoffe books.google.at, Carl Heymanns Verlag, 2. Auflage 1939, abrufbar.
  25. H. L.:Schulversuche zur Chemie der Kampfstoffe 1935, 175 S. – Besprechung mit Sachkritik, nach Oktober 1935.
  26. PBS: Perilous Flight.
  27. abVet refuses to take Unit 731 to his grave. (Memento vom 29. April 2012 imInternet Archive) In:Japan Times. 17. September 2004.
  28. Yoshiaki Yoshimi, Seiya Matsuno:Dokugasusen Kankei Shiryō II. (Material on Toxic Gas Warfare). Kaisetsu, 1997, S. 25–29.
  29. The Tragedy of Wuhan. 1938.
  30. Maria Hsia Chang, Robert P. Barker:Victor’s Justice and Japan’s Amnesia. In: Peter Li:Japanese War Crimes: The Search for Justice. Transaction Publishers, 2003,ISBN 0-7658-0890-0, S. 44.Washington Treaty in Relation to the Use of Submarines and Noxious Gases in Warfare. Abgerufen am 14. Juni 2010.
  31. Yuki Tanaka:Poison Gas, the Story Japan Would Like to Forget. In:Bulletin of the Atomic Scientists. Oktober 1988, S. 17.
  32. Japan tested chemical weapon on Aussie POW: new evidence. In:The Japan Times Online. 27. Juli 2004, abgerufen am 14. Juni 2010.
  33. https://www.spiegel.de/politik/vom-himmel-hoch-a-cac15f3c-0002-0001-0000-000013531696
  34. Günther W. Gellermann:Der Krieg, der nicht stattfand. Bernard & Graefe, Koblenz 1986,ISBN 3-7637-5804-6, S. 135–137 sowie Anhang S. 227–232.
  35. Günther W. Gellermann:Der Krieg, der nicht stattfand. Bernard & Graefe, Koblenz 1986,ISBN 3-7637-5804-6, S. 160–165.Robert Harris, Jeremy Paxman:Der lautlose Tod – Die Geschichte der biologischen und chemischen Waffen. Heyne, 2002, S. 191–197.
  36. Eintrag zuNervenkampfstoffe. In:Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  37. Hubatsch (Hrsg.):Kriegstagebuch des OKW (Bd. III.I). 1963, S. 112.
  38. Florian Schmaltz:Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus: zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Instituten, Militär und Industrie. Wallstein, Göttingen 2005, S. 30 f.
  39. Trials of War Criminals. The I.G. Farben Case. Band 7, S. 1044. Zit. n.Olaf Groehler:Der lautlose Tod. Berlin 1984, S. 254.
  40. Prozesse : Gaswagen : Der Nerven wegen spiegel.de, Der Spiegel, 21/1966, 16. Mai 1966, S. 60, Text und PDF.
  41. Alexander V. Kaffka undNorth Atlantic Treaty Organization, Scientific Affairs Division:Sea Dumped Chemical Weapons: Aspects, Problems, and Solutions. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche),Springer, 1996,ISBN 0-7923-4090-6, S. 31–38.
  42. abcdWolfgang Kirstein:Chemiewaffen und Chemiewaffenübereinkommen. (Memento vom 10. April 2014 imInternet Archive) (PDF, 10,4 MB), undatiert (offenbar 2007), S. 32.
  43. Gelber Regen. In:Der Spiegel.Nr. 2, 1982 (online). 
  44. Philip M. Boffey:Declassified Cables Add to Doubts About U.S. Disclosures on 'Yellow Rain'. In:New York Times. 31. August 1987 (nytimes.com [abgerufen am 26. November 2014]). 
  45. Wolfgang Bartels:Altes und neues Giftgas in der Bundesrepublik. (Memento vom 19. Juli 2013 imInternet Archive) In:Wissenschaft und Frieden. 1989-4: Die 90er Jahre: Neue Horizonte.
  46. Georg Mascolo, Holger Stark, Moskauer Chemiewaffen: Lügen, Gift und Überläufer, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2018.
  47. www.ausfuhrkontrolle.info (BAFA) (Memento vom 30. August 2013 imInternet Archive)
  48. Liste der Mitglieds-Staaten der OPCW, abgerufen am 25. September 2018.
  49. Liste der Nicht-Mitglieds-Staaten der OPCW.
  50. opcw.org – eine internationale Organisation.
  51. Botschaft d. Islamischen Republik Iran, Presse- u. Kulturabteilung (Hrsg.):Iran und die Islamische Republik: Zum Irakisch-Iranischen Krieg. Bonn 1981, S. 41.
  52. Henner Fürtig:Der irakisch-iranische Krieg. Akademie Verlag, 1992,ISBN 3-05-001905-0, S. 81.
  53. Christopher de Bellaigue:Im Rosengarten der Märtyrer. Ein Porträt des Iran. Aus dem Englischen von Sigrid Langhaeuser. Verlag C.H. Beck, München 2006 (englisch Originalausgabe: London 2004), S. 219 f.
  54. Farnaz Fassihi: In Iran, grim reminders of Saddam’s arsenal. In: New Jersey Star Ledger. 27. Oktober 2002, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2007; abgerufen am 17. Dezember 2010. 
  55. Elaine Sciolino:Iraq Chemical Arms Condemned, but West Once Looked the Other Way. (Memento vom 14. April 2003 imInternet Archive) In:New York Times. 13. Februar 2003.
  56. Death Clouds: Saddam Hussein’s Chemical War Against the Kurds.
  57. Chlorine Tanks Destroyed, Terrorists Killed in Raids. Multi-National Force Iraq, Combined Press Information Center, 20. April 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. August 2009; abgerufen am 17. Dezember 2010 (Press Release A070420a). 
  58. Suicide Vehicle Detonates outside Police Checkpoint. Multi-National Force Iraq, Combined Press Information Center, 6. April 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. September 2009; abgerufen am 17. Dezember 2010 (Press Release 20070406-34). 
  59. Suicide Chlorine Bombing Kills 27. ABC News.
  60. Ian Black: Chlorine bomb blamed for up to 45 deaths in Iraqi Shia town. In: The Guardian London. 17. Mai 2007, abgerufen am 23. Januar 2008. 
  61. Syrische Rebellen sagen sich von Nationaler Koalition los, ORF.at vom 25. September 2013.
  62. Angriffe von Assad-Regime und IS. UN-Bericht bestätigt Giftgaseinsätze in Syrien. Meldung bei n-tv.de vom 25. August 2016.
  63. abUSA haben letzte Chemiewaffen zerstört. In: tagesschau.de. 8. Juli 2023, abgerufen am 8. Juli 2023. 
  64. Joint Disclosure – Russland verstärkt seinen Einsatz von chemischen Waffen in der Ukraine. In: bnd.bund.de. 4. Juli 2025, abgerufen am 4. Juli 2025. 
  65. Pitschmann V.:Overall view of chemical and biochemical weapons. Toxins (Basel). 2014 Jun 4;6(6):1761-84, Review,PMC 4073128 (freier Volltext),PMID 24902078
  66. K. Ganesan, S. K. Raza, R. Vijayaraghavan:Chemical warfare agents, J Pharm Bioallied Sci. 2010 Jul-Sep; 2(3): 166–178,PMC 3148621 (freier Volltext)
  67. Ward JC,Rodent control with 1080, ANTU, and other war-developed toxic agents. In:Am J Public Health Nations Health, 36/1946, S. 1427–1431,PMC 1624511 (freier Volltext).
  68. Eintrag zubinäre Kampfstoffe. In:Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 9. September 2013.
  69. abcdefghijklmnopL. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. 1995. S. 18.
  70. abcL. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. 1995. S. 16.
  71. abcdefL. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. 1995. S. 20.
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  73. US Completes Chemical Weapons Stockpile Destruction Operations. Abgerufen am 8. Juli 2023 (amerikanisches Englisch). 
  74. abL. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. 1995. S. 17.
  75. 220-мм реактивный снаряд с химической головной частью 9Н519. soviet-ammo.ucoz.ru, abgerufen am 5. Dezember 2016 (russisch). 
  76. abcHans de Vreij: Confernece of Disarmament – Information on the Presentation at the Shikhany Military Facility of Standard Chemical Munitions of the of the Union of Soviet Socialist Republics. In: hansdevreij.com. Hans de Vreij's blog, 9. Oktober 2016, abgerufen am 13. November 2018 (englisch). 
  77. Сайт Федорова Льва Александровича: Химическое разоружение по-русски (russisch)
  78. abcL. Huber, J. Bailey, A. Ochsenbein:ABC-Waffen: Einsatz und Schutz auf einem europäischen Gefechtsfeld. 1995. S. 22.
  79. „Albanien vernichtet alle Chemiewaffen“, Deutsche Welle, 13. Juli 2007 (Memento vom 14. November 2007 imInternet Archive).
  80. Kampfstoff in Munster-Nord – Heeresversuchsstelle Raubkammer. geschichtsspuren.de
  81. www.geka-munster.de. Abgerufen am 11. Januar 2015. 
  82. Eine Übersicht der Entsorgungsaktivitäten gab ein Fernsehbeitrag derARD im August 2020: Frido Essen:Chemiewaffen in Deutschland: Giftiges Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg. Beitrag bei Tagesschau.de vom 17. August 2020.
  83. The Worlds Worst 2013: The Top Ten Toxic Threats. (PDF) Abgerufen am 11. Januar 2015. 
  84. Russland vernichtet letzte Chemiewaffen
  85. abGigantische Herausforderung. ORF.at vom 11. September 2013.
  86. Fact Sheet: Chemical Weapons and Their Destruction, The Center for Arms Control and Non-Proliferation, 4. Februar 2014.
  87. OPCW-Bericht: Syriens Produktionsstätten für Chemiewaffen stillgelegt. In: Spiegel Online. 31. Oktober 2013, abgerufen am 9. Januar 2014. 
  88. Entsorgung auf dem Mittelmeer: Syriens gefährlichste Chemiewaffen sind vernichtet. In:Der Spiegel. 19. August 2014spiegel.de.
  89. Carolin George:Munster verbrennt Syriens Senfgas. In:Die Welt, 24. Oktober 2014.
  90. Mark Nicol: Britain sent poison gas chemicals to Assad: Proof that the UK delivered Sarin agent to Syrian regime for SIX years. In: Daily Mail. 7. September 2013, abgerufen am 9. Januar 2014 (englisch). 
  91. Deutschland lieferte Chemikalien nach Syrien. ORF.at, 18. September 2013.
  92. GDCh-Stellungnahme, abgerufen am 10. Dezember 2022
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