Aus Interesse an elektronischer Musik baute er ab 1977 eigene Musikinstrumente ausCMOS-Elektronikbausteinen. 1979 fing er schließlich an, einen digitalenSynthesizer auf Basis des MikroprozessorsZilog Z80 zu entwickeln.[1] Das dadurch erlangte Wissen inDigitaltechnik undAssemblersprache legte den Grundstein für sein BuchCode: The Hidden Language of Computer Hardware and Software.
Nachdem er 1984 einenIBM Personal Computer für 5.000 $ gekauft hatte[1], beschloss er – zur Kompensation des hohen Anschaffungspreises des Computers – Artikel für die Fachzeitschrift PC Magazine zu schreiben. Der erste Artikel handelte vomKommandointerpreter des BetriebssystemsMS-DOS und wurde mit 800 $ vergütet.
DasPC Magazine bat wenig später seine New Yorker Autoren, an einer Rundschau über die 1984 am Markt erhältlichenDrucker mitzuwirken. Petzold zeigte der Redaktion ein paar kleine Programme, die er zu dem Thema geschrieben hatte. Die Resonanz auf seine Mitarbeit war so gut, dass er das Schreiben von Fachartikeln und Entwickeln von Hilfsprogrammen bald hauptberuflich ausüben konnte.[1]
Ab Dezember 1986 schrieb er auch für das neu gegründeteMicrosoft Systems Journal eine Anleitung zum Erstellen eines Windows-Programms[2], die als erster Fachartikel über Windows-Programmierung überhaupt gilt.[1] Petzold erwähnte in Anwesenheit von Microsoft-Mitarbeitern mehrfach, dass ihm das Thema viel Freude bereitet habe. Im Januar 1987 erhielt er daraufhin vom VerlagMicrosoft Press seinen Vertrag für das BuchProgramming Windows, in der deutschen ÜbersetzungWindows-Programmierung. Es erschien 1988 und gilt seitdem als Standardwerk zur Windows-Programmierschnittstelle, in Fachkreisen wird es schlicht als derPetzold referenziert.[1]
Petzold trägt das Microsoft-Windows-Logo alsTätowierung auf dem rechten Oberarm.
Er wurde von Microsoft alsMost Valuable Professional und als einer von sieben „Windows-Pionieren“ ausgezeichnet.
Bei einemProgrammierwettbewerb unter dem Motto „Storm the Gates“ während einer Presseveranstaltung zur Einführung vonQuickBASIC 2.0 im Jahre1986 belegte Petzold den zweiten Platz hinterBill Gates. Aufgabenstellung war eineMultitasking-Simulation unterMS-DOS. Gates setzte QuickBASIC 2.0 ein, während die übrigen Teilnehmer ihre Programmiersprache frei wählen konnten. Gates gewann, weil QuickBASIC eine Grafikbibliothek enthielt und damit für die Aufgabenstellung dem von Petzold verwendeten MicrosoftC überlegen war.
↑Charles Petzold:A Step-by-Step Guide to Building Your First Windows Application. In:Microsoft Systems Journal.Band1,Nr.2. Microsoft Press, Dezember 1986.