| Cham-Further Senke | |||
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| Fläche | 266 km²[1][2] | ||
| Systematik nach | Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands | ||
| Haupteinheitengruppe | 40 → Oberpfälzisch-Bayerischer Wald | ||
| Region 4. Ordnung (Haupteinheit) | 402 → Cham-Further Senke | ||
| Naturraumcharakteristik | |||
| Landschaftstyp | Niederung,Hügelland | ||
| Höchster Gipfel | Dieberg (638 m) | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 49° 15′ 4″ N,12° 45′ 23″ O49.2512212.75633Koordinaten:49° 15′ 4″ N,12° 45′ 23″ O | ||
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| Bundesland | Bayern | ||


DieCham-Further Senke (tschechischVšerubská vrchovina) ist eineNiederung imOberpfälzisch-Bayerischen Wald, die denOberpfälzer Wald vomBayerischen Wald trennt. Zugleich verbindet sie dieOberpfalz mitBöhmen.
Der deutsche Anteil hat nach demHandbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands eine Fläche von 322,5 km²,[3] nach den Steckbriefen desBfN 281 km²*[4] und nach dem bayerischenLandesamt für Umwelt (LfU) eine von 263,74 ² ohne die 2,26 km² desDiebergs, den das LfU bereits als halbinselartigen Ausläufer desHinteren Oberpfälzer Waldes einstuft.[1] Sie nimmt in der Niederung von Cham bis zur Staatsgrenze einer Länge von 20 km in Nordostrichtung ein, die längste Ausdehnung von der Regenaue nördlichRodings im äußersten Westsüdwesten zur Staatsgrenze nach Ostnordosten beträgt rund 40 km.[1] Der tschechische Anteil umfasst 206 km².[5]
Nach derFeingliederung 1:200.000 aufBlatt 165 Cham gliedert sich die Senke wie folgt:[6]
Eine in den 2000er Jahren vorgenommene Gliederung der Haupteinheit durch dasBayerische Landesamt für Umwelt (LfU) teilt demgegenüber nur in zwei Teillandschaften auf, wobei der Dieberg (402.7) und der Buchberg (in 402.3) dort zumHinteren Oberpfälzer Wald (400) gerechnet werden, die Einheit 402.5 zurRegensenke (404) und dieGabbro-Berge aus 402.8 zusammen mit demHohen Bogen und demKünischen Gebirge eine Einheit desHinteren Bayerischen Waldes (403) bilden:[1]
Andere Autoren unterteilen die Niederung in dasChamer Becken im Westen in einer Höhenlage von 360 bis 400 Metern, das vonRoding bis ungefährArnschwang reicht, und die kleinereFurther Senke im Osten, die in einer Höhenlage von 400 bis 500 Metern nach Böhmen hinüberreicht. Die Further Senke wird dieser Interpretation nach im Osten durch dieEuropäische Hauptwasserscheide begrenzt, die in ihrem im Oberpfälzisch-Bayerischen Wald gelegenen Abschnitt nur hier auf eine Höhe von 500 Metern hinabsteigt. Höchste Erhebung ist der Kameňák (Steinwald, 751 m) bei Svatá Kateřina (St. Katharina).
Die geologisch alte Senke ist mitpleistozänen undalluvialenSedimenten gefüllt und wird von den FlüssenChamb undRegen sowie deren Nebenbächen entwässert. Diesemäandrieren in dem gefällearmen, hügeligen Gebiet.
Im Chamer Becken herrschenGneise undGranite vor, in der Further Senke dagegen diemelanokraten Gesteine derGabbro-Amphibolit-Masse. Das Klima ist wärmer und trockener als das der Bergumrahmung, der Winter jedoch verhältnismäßig kalt und häufig vomBöhmwind geprägt.
Die Hügelkuppen der typischenAgrarlandschaft sind mit Waldinseln aus Fichte und Kiefer bewachsen. Während das Chamer Becken schon seit derSteinzeit nahezu ununterbrochen besiedelt ist, wurde die Further Senke erst imHochmittelalter voll erschlossen. Es dominiert derAckerbau, gefolgt vonGrünlandnutzung.
Die Cham-Further Senke hatte immer große Bedeutung als Verkehrsweg zwischen Bayern und Böhmen. Mit der um 976 errichteten Burg Cham wurde dort die östliche Reichsgrenze gesichert. Die Senke war aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung in der Frühen Neuzeit zwischen denböhmischen Königtum und demHerzogtum Bayern umstritten, was in den Jahren 1564, 1580 und schließlich 1764 zu verschiedenen Grenzabkommen führte. Das Gebiet ist heute Teil desNaturparks Oberer Bayerischer Wald.
Während desKalten Krieges hatte die direkt amEisernen Vorhang (der Grenze zurTschechoslowakei) gelegene Cham-Further Senkestrategische Bedeutung, da sie von Seiten derNATO als Einfallstor bei einerInvasion durch Truppen desWarschauer Pakts angesehen wurde.[7]