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César Klein

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César Klein (1927)

César Carl Robert Andreas Klein,[1] auchCaesar Klein oderCesar Klein (*14. September1876 inHamburg; †13. März1954 inPansdorf,Kreis Ostholstein), war ein deutscherMaler,Grafiker,Bühnenbildner undKostümbildner.[2]

Werdegang

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Dame mit Gitarre,Gouache, um 1925, Privatsammlung
Die Maske, Öl auf Leinwand, 1928, Privatsammlung

César Klein war ein Sohn des Tischlers Carl August Heinrich (1850–1928) und dessen Ehefrau Johanna Catharina Margaretha Elsabe, geborene Münster (1852–1931) aus Elmshorn.[1][3] Nach einer Malerlehre besuchte er ab 1894 dieHamburger Kunstgewerbeschule, ab 1897 kurz dieKunstakademie Düsseldorf und anschließend bis 1900 dieUnterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin beiMax Seliger.[4] 1902 folgte Klein diesem nach Leipzig, um ihm, als Direktor derKöniglichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, bei dekorativen Monumentalaufgaben zu helfen, so etwa bei den Mosaiken für dieKaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Zunächst war er vomImpressionismus beeinflusst, wandte sich dann aber demExpressionismus zu. 1903 heiratete er seine erste Ehefrau Martha, geborene Steffen (1879–1929) in Hamburg.[5]

Klein war 1910 Mitbegründer derNeuen Secession in Berlin. Bei der Ausmalung desMarmorhaus-Kinos in Berlin verwendete er 1913 erstmals eine expressionistische Formgebung imKunstgewerbe. Schon früh wurde er Mitglied desDeutschen Werkbundes, stellte auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln aus und lernte dabei auchWalter Gropius kennen.[6] Der berief ihn 1919 an das Bauhaus nach Weimar zur Erweiterung des Architekturbereiches, was Klein jedoch ablehnt, da er zeitgleich einen Lehrauftrag an derUnterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin erhielt.[7] 1919 wurde er in den Vorstand desDeutschen Werkbundes gewählt. In Folge derNovemberrevolution schloss er sich mehreren avantgardistischen Künstlergruppen an, die von den revolutionären Umwälzungen inspiriert waren: 1918 gehörte er zu den Mitbegründern derNovembergruppe. Zudem engagierte er sich in der Leitung desArbeitsrates für Kunst.[8]

In den frühen 1920er Jahren schuf Kleinexpressionistische Filmszenografien für die FilmeGenuine (1920) undDer Puppenmacher von Niang-King (1923) vonRobert Wiene und in Österreich fürSodom und Gomorrha vonMihály Kertész. Gleichzeitig war er auch als Bühnenbildner in Berlin tätig. Sein Hauptberuf war 1919 bis 1924 die Lehrtätigkeit an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und von 1924 bis 1933 an denVereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. 1921 wurde er zum Professor ernannt.[9] Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde Klein von seiner Lehrtätigkeit beurlaubt. Er konnte zwar bis mindestens 1935 noch ausstellen, erhielt dann jedoch Malverbot. 1937 wurden während der NS-Aktion „Entartete Kunst“ sieben Bilder Kleins aus derAnhaltinischen Gemäldegalerie Dessau, demMuseum Folkwang Essen, derKunsthalle Hamburg und der StädtischeKunsthalle Mannheim beschlagnahmt. Die meisten wurden zerstört.[10]

1930 heiratete Klein seine zweite Ehefrau, die Geigerin Paula Bock (* 1889) ausLeer.[11] Seine Schwiegermutter war die MalerinMarie Bock, die später in seinem Haus ihren Lebensabend verbrachte. Von 1935 bis 1954 lebte Klein mit seiner Frau zurückgezogen auf dem Land im ostholsteinischen Pansdorf.[12] Sein BruderBernhard Klein (* 1888 in Hamburg; † 1967 in Berlin) war ebenfalls Künstler. Teile seines graphischen Nachlasses befinden sich heute in derTheaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln.[13]

Werke (Auswahl)

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Seine Werke werden gesammelt in derBerlinischen Galerie, der Architektur-Sammlung (Berlin), demMuseum Folkwang (Essen), demOstholstein-Museum (Eutin),Museumsberg (Flensburg), demAltonaer Museum (Hamburg), derTheaterwissenschaftlichen Sammlung derUniversität zu Köln.Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein (Kiel),Stadtgalerie (Kiel),Stadtmuseum Warleberger Hof (Kiel),Museum Ludwig (Köln),Museum Behnhaus (Lübeck),Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum imSchloss Gottorf (Schleswig).

Als „entartet“ beschlagnahmte Werke (1937)

  • Frau in Landschaft (Holzschnitt, 27,6 × 19,8 cm; um 1912)
  • Massa Maritima (Öl auf Leinwand, 70 × 80 cm; 1916)
  • Stillleben mit drei Blumenvasen (Holzschnitt, 33,8 × 31 cm)
  • Zwei weitere Stilleben (Druckgrafiken, davon ein Holzschnitt)
  • Weiblicher Akt (Holzschnitt, 27,8 × 20, 6 cm; um 1918)
  • Blumenstrauß (Aquarell)

Weitere Werke der Malerei und Zeichenkunst (Auswahl)

  • 1920:Mann mit Pfeife (Öl auf Leinwand, 114 × 88 cm;Berlinische Galerie)
  • 1930:Expressionistischer Vogel (Öl mit Materialcollage auf Holz; 35,5 × 27,0)[14]
  • 1933:Kreuz vor Barbaren (Mischtechnik auf Holz; 105 × 80,5 cm; Berlinische Galerie)
  • 1950:Portrait einer jungen Frau (Tusche auf Malkarton; 41 × 30)[14]

Baubezogene Werke

Filmografie

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  • 1920: „Genuine
  • 1921: „Hannerl und ihre Liebhaber“
  • 1923: „Der Puppenmacher von Kiang-Ning“

Ausstellungen (unvollständig)

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Einzelausstellungen

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Postum

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Gruppenausstellungen

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Postum

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Ehrungen

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DieCésar-Klein-Schule, Gemeinschaftsschule der Gemeinde Ratekau mit gymnasialer Oberstufe inRatekau, trägt Kleins Namen.[18] Ferner wurden Straßen inPansdorf[19] und inHamburg-Steilshoop nach ihm benannt.[20]

Literatur

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  • Herbert Ihering:César Klein. In:Regisseure und Bühnenmaler. Goldschmidt-Gabrielli, Berlin-Wilmersdorf 1921,DNB 574110127,S. 87–89. 
  • Curt Glaser:Die Graphik der Neuzeit vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Cassirer, Berlin 1923,DNB 996433988 (Erstausgabe: 1922). 
  • Klein, César. In:Hans Vollmer (Hrsg.):Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet vonUlrich Thieme undFelix Becker.Band 20:Kaufmann–Knilling. E. A. Seemann, Leipzig 1927,S. 435 (Textarchiv – Internet Archive). 
  • Rudolf Pfefferkorn:César Klein. mit 100 Abbildungen. Rembrandt-Verlag, Berlin 1962,DNB 453756573. 
  • Rolf Badenhausen:Klein, Cesar. In:Neue Deutsche Biographie. (NDB).Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977,ISBN 3-428-00192-3,S. 734 (deutsche-biographie.de). 
  • Helmut Geisert, Elisabeth Moortgat (Red.):Wände aus farbigem Glas. Das Archiv der Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff. Berlinische Galerie, Berlin 1989,ISBN 3-927873-01-2 (Katalog zur Ausstellung vom 8. Dezember 1989–21. Januar 1990 im Martin-Gropius-Bau Berlin;Gegenwart Museum. Nr. 9).
  • Ruth Irmgard Dalinghaus: Lieber Rhythmus.Cesar Klein (1876–1954), Angewandte Kunst. Raumkunst, Wand- und Glasmalerei, Mosaik, Buchillustrationen, Filmausstattungen und Bühnenbild. Werkmonographie auf Basis der Dissertation von 1990/1991. VG Bild-Kunst, Bonn 2021,ISBN 978-3-7557-5505-0.
  • Ruth Irmgard Dalinghaus:Cesar Klein, Angewandte Kunst. In:Jahrbuch des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg. Bd. 17/18/19, 1998–2000, S. 177–198
  • Theodor Däubler:César Klein. Mit einer Selbstbiographie des Künstlers, einem farbigen Titelbild und 32 Abbildungen. Verlag Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1919 (=Junge Kunst 5).
  • Uwe Haupenthal (Hrsg.):Cesar Klein 1876-1954. Metamorphosen. Verlag der Kunst, Husum 2004,ISBN 978-3-86530-063-8.
  • Joachim und Angelika Konietzny:Cesar Klein. Figurinen zu Orpheus und Eurydike, 1943. Eine Dokumentation. Pansdorf 2019,ISBN 978-3-00-062619-7.
  • Hans Knudsen:Der Bühnenmaler César Klein. Caesar Klein, Scenic Artist. In:Gebrauchsgraphik. Jg. 3, 1926, Nr. 11, S. 5–22 (Digitalisat)
  • Wulf Schadendorf:MuseumBehnhaus. Das Haus und seine Räume. Malerei, Skulptur, Kunsthandwerk (=Lübecker Museumskataloge 3). 2. erw. u. veränd. Aufl. Museum für Kunst u. Kulturgeschichte d. Hansestadt, Lübeck 1976, S. 75, 76.
  • Kay Weniger:Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort vonPaul Spiegel. Metropol, Berlin 2008,ISBN 978-3-938690-10-9, S. 206.
  • Sieben auf einen Streich: Die Malerei Cesar Kleins um 1909. Ausst.-KatalogKunstmuseum Ahrenshoop, bearb. von Julia Zietlow. Ahrenshoop 2015,ISBN 978-3-9816136-8-1.
  • Marcel Bois:Kunst und Architektur für eine neue Gesellschaft. Russische Avantgarde, Arbeitsrat für Kunst und Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit. In:Arbeit – Bewegung – Geschichte. Heft III/2017, S. 12–34, hier S. 23.
  • Axel Feuß:Klein, César. In: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy, Wolf Tegethoff (Hrsg.):Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. K. G. Saur, Berlin / New York 2021. 

Weblinks

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Commons: César Klein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abCäsar Carl Robert Andreas Klein lautet der vollständige Geburtsname. Siehe hierzu:
    Standesamt Hamburg 02, Geburtseintrag, Nr. 4324/1876 vom 16. Sept. 1876;
    Standesamt Hamburg 01, Eheregister, Nr. 390/1902 vom 17. Mai 1902;
    Standesamt Berlin-Zehlendorf, Eheregister, Nr. 197/1930 vom 30. Aug. 1930;
    Standesamt Hamburg 11, Sterberegister, Nr. 190/1928 und Nr. 65/1931 (Angaben zu den Eltern).
  2. abcdefghijklmnopqrstAxel Feuß:Klein, César. In: edited by Andreas Beyer, Bénédicte Savoy, Wolf Tegethoff (Hrsg.):Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. K. G. Saur, Berlin / New York 2021. 
  3. Deutsche Biographie: Klein, Cesar – Deutsche Biographie. Abgerufen am 10. Juli 2023. 
  4. Ruth Irmgard Dalinghaus:Lieber Rhythmus. 2021,S. 16. 
  5. Biographie: Cesar Klein 1876-1954. Freundeskreis Cesar Klein e. V., abgerufen am 28. Juni 2023. 
  6. abRuth Dalinghaus:Lieber Rhythmus.S. 30–35. 
  7. Ruth Dalinghaus:Lieber Rhythmus.S. 78–84. 
  8. Marcel Bois:Kunst und Architektur für eine neue Gesellschaft. Russische Avantgarde, Arbeitsrat für Kunst und Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit. In:Arbeit – Bewegung – Geschichte. Heft III/2017, S. 12–34, hier S. 23.
  9. Antje Kalcher, Dietmar Schenk:Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024,S. 61, 67/68 (kobv.de [PDF]). 
  10. Datenbank zum Beschlagnahmeinventar der Aktion „Entartete Kunst“. Forschungsstelle „Entartete Kunst“, FU Berlin.
  11. Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke:Hamburgische Biografie-Personenlexikon. Bd. 2. Wallstein Verlag, Göttingen 2001,ISBN 3-7672-1366-4, S. 219
  12. Siemensstadt-Bio@1@2Vorlage:Toter Link/w3.siemens.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018.Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Klein, César. TU Köln, abgerufen am 10. Juli 2023. 
  14. abCesar Klein. In: GalerieDer Panther – fine art. 6. März 2018, abgerufen am 10. Juli 2023. 
  15. Das Herz der Siemensstadt: Ein historischer Blick. Abgerufen am 10. Juli 2023. 
  16. Einer, der die Zeit aufnahm. In:die tageszeitung, Ausgabe Nord vom 8./9. März 2014, S. 46
  17. Ostholstein-Museum: César Klein (1876-1954) und seine expressionistischen Bühnenwelten. Abgerufen am 26. Januar 2025. 
  18. Cesar Klein Schule – Cesar Klein Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Ratekau. 30. Juni 2023, abgerufen am 10. Juli 2023. 
  19. Cesar-Klein-Straße in 23689 Ratekau Pansdorf. In: onlinestreet.de. Abgerufen am 22. März 2025. 
  20. César-Klein-Ring, Wandsbek (Steilshoop). In: strassen.openalpha.de. Abgerufen am 22. März 2025. 
Personendaten
NAMEKlein, César
ALTERNATIVNAMENKlein, Cesar; Klein, Cäsar Carl Robert Andreas (vollständiger Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Maler, Grafiker und Bühnenbildner
GEBURTSDATUM14. September 1876
GEBURTSORTHamburg
STERBEDATUM13. März 1954
STERBEORTPansdorf
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