DieBurjaten sind dieTitularethnie der Republik Burjatien. Bei der Volkszählung 2025 wurden 971.100 Einwohner ermittelt. Davon stellten die Burjaten 30 % und dieRussen 66 %. Weitere größere Volksgruppen sind dieUkrainer und dieTataren. Von den„indigenen kleinen Völkern des russischen Nordens“ leben vorwiegend im Norden der Republik dieEwenken mit 2974 Einwohnern. ImOstsajan am Oberlauf derOka im äußersten Südwesten der Republik liegt das Siedlungsgebiet des kleinenturksprachigen Volkes derSojoten, von denen 3579 in diesem Landesteil leben.
1 1939–1989 einschließlich der Sojoten 2 1939–1989 zu den Burjaten gezählt 3 1926 war Burjatien größer. Zum Gebiet zählten Regionen, die heute zur Region Transbaikalien und zur Oblast Irkutsk gehören.
4 17.019 Personen konnten keiner Volksgruppe zugeteilt werden. Diese Leute verteilen sich vermutlich anteilmäßig gleich wie die ethnisch zugeschiedenen Einwohner.[4]
Die Burjaten bekennen sich hauptsächlich zumBuddhismus (Vajrayana bzw.Lamaismus). Burjatien ist nebenKalmückien undTuwa eines der Zentren des tibetisch geprägten Vajrayana-Buddhismus inRussland; es gibt einige Klöster.
In den 1920er Jahren umfasste die Burjatische ASSR noch das (eigentlich mehrheitlich von Russen bewohnte) Nordwestufer des Baikalsees und besaß damals eine Landverbindung zum KreisUst-Orda.
Die Burjaten gehörten zum MongolenreichDschingis Khans, das auch nach dessen Tod dort weiter Bestand hatte. Aus dem Bau einer Kosaken-Festung im Jahre 1666 zwischen den beiden FlüssenUda undSelenga ging die ursprünglich russische Stadt Werchne-Udinsk hervor, die später inUlan-Ude umbenannt wurde. Mit dem Bau derTranssibirischen Eisenbahn begann das wirtschaftliche Wachstum der Region. 1923 wurde dieBurjatische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR) gegründet. Vorher gab es eine starke Bewegung in Burjatien, das Gebiet mit der Mongolei zu vereinigen.[5] Mit dem Ende der Sowjetunion erklärte sich Burjatien als souverän und wurde 1992 autonome Republik innerhalb Russlands. Präsident der Republik ist Alexei Zydenow.
Als das Parlament „zur Kosteneinsparung“ das Oberste Gericht auflöste, meldete sich eine Partei zu Wort, die von einer russischen Okkupation sprach und eine Unabhängigkeit Burjatiens anstrebte. Zugleich wurde 2018 die Vertretung Burjatiens in der Mongolei aufgehoben.[6]
Am 3. November 2018 wechselte die Republik Burjatien zusammen mit derRegion Transbaikalien vom Föderationskreis Sibirien zum Föderationskreis Ferner Osten.[7]
Beimrussischen Überfall auf die Ukraine ab dem 24. Februar 2022 sollen angeblich besonders viele Soldaten aus Burjatien eingezogen worden sein (sowohl Russen als auch Burjaten). Ihre Todesrate sei zudem im ersten Monat des Krieges fünfmal so hoch gewesen wie im Durchschnitt der bis zum 25. März 2022 Gefallenen derrussischen Armee, deren Herkunftsregion sich ermitteln ließ.[8] Obwohl die Burjaten eine absolute Minderheit von wenigen Prozenten unter den Angehörigen der Streitkräfte ausmachten, seien diese doppelt missbraucht worden: Exilrussischen Autoren zufolge werde einerseits auspropagandistischen Zwecken versucht, die Minderheitenvölker zu instrumentalisieren, um einen Kampf des «multinationalen russischen Volks» gegen die Ukraine zu belegen, andererseits seien in Russland aber gerade diese Minderheitenvölker der begangenen Gräueltaten der Streitkräfte bezichtigt worden.[9]
Durch Burjatien verläuft dieTranssibirische Eisenbahn. Der größte Flughafen ist derFlughafen Baikal bei Ulan-Ude. Die Region zählt zu den gut erschlossenen innerhalb Sibiriens und ist reich an Bodenschätzen. Bergbau, Holzindustrie, aber auch die Landwirtschaft zählen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen.
↑Administrativno-territorialʹnoe delenie po subʺektam Rossijskoj Federacii na 1 janvarja 2010 goda (Administrativ-territoriale Einteilung nach Subjekten der Russischen Föderation zum 1. Januar 2010). (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
↑abItogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen5, S. 12–209;11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
↑Nacional'nyj sostav naselenija po sub"ektam Rossijskoj Federacii. (XLS) In: Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, abgerufen am 30. Juni 2016 (russisch, Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung nach Föderationssubjekten, Ergebnisse der Volkszählung 2010).