DieBundesstraße 62 (Abkürzung:B 62) ist eine der längeren Bundesstraßen quer durch das Zentrum Deutschlands. Sie führt von West nach Ost durch die BundesländerRheinland-Pfalz,Nordrhein-Westfalen,Hessen undThüringen.
Bei der Festlegung der Fernverkehrsstraßen 1932 wurde als Vorläufer der B62 die F62 zwischenErnsdorf und Cölbe (in der Continental Autokarte von 1934 steht in der Liste Marburg als östliches Ende) als Verbindung zwischen der F54 und F3 eingerichtet. Der westliche Teil dieser Trasse ist heute dieB 508.
Bau der einzelnen Abschnitte:
Von Alsfeld an verlief dieAltstraße „durch die kurzen Hessen“ parallel auf den Anhöhen über der heutigen Bundesstraße.

Die B 62 beginnt an derB 256 beiRoth im Norden vonRheinland-Pfalz, etwa 50 km östlich vonBonn.
Die Straße führt kurvenreich amOberlauf derSieg entlang. Nach 38 km überschreitet die B 62 die Landesgrenze nachNordrhein-Westfalen und erreichtSiegen (42 km). Hier ist sie ab der Verzweigung von/nach Siegen-Niederschelden als vierspurigeStadtautobahn undHochstraße ausgebaut (siehe auch:Hüttentalstraße). Weiterhin geht es durch dasRothaargebirge.
Nach 93 km wird die Landesgrenze nachHessen beiWallau (Lahn) überschritten, und die Straße erreichtBiedenkopf (99 km). Auf der nun leicht südöstlich verlaufenden Strecke quer durchOberhessen bis in die StadtAlsfeld führt die B 62 den Namen zweier bedeutenderFerienstraßen: auf der Strecke entlang dem Oberlauf derLahn, zwischenBad Laasphe undMarburg, ist sie Teil derLahn-Ferien-Straße, auf den hinterKirchhain (134 km) folgenden dreißig Kilometern ist sie Stück derDeutschen Märchenstraße.
Von Alsfeld (164 km) bis ins osthessischeBad Hersfeld (203 km) führt die Straße leicht nordöstlich. ZwischenPhilippsthal undVacha überquert die Straße bei Kilometer 224 die Landesgrenze von Hessen nachThüringen. Weiter folgt die Trasse dem Verlauf derWerra bisBad Salzungen (241 km). Nach weiteren sechs Kilometern erreicht die B 62 beiBarchfeld dieB 19. Hier beginnt auch derNaturparkThüringer Wald. Seit der Abstufung beziehungsweise Umbenennung derBundesstraße 280 hat die B 62 inSüdthüringen ein weiteres Teilstück vonBenshausen durchZella-Mehlis bis zurBundesautobahn 71.
Die Gesamtstreckenlänge der B 62 beträgt 301 km.
Im Zuge der Fertigstellung derHüttentalstraße wurde die B 62 als Kraftfahrstraße zwischen Mudersbach-Niederschelderhütte und Siegen-Rinsenau neu gebaut. DerPlanfeststellungsbeschluss war seit 4. März 2010 bestandskräftig. Mit dem ersten Spatenstich am 29. April 2010 wurden die Bauarbeiten offiziell begonnen. Die Hauptstrecke wurde im Dezember 2016 für den Verkehr freigegeben, der Anschluss Eiserfeld im Mai 2017. Die alte Streckenführung ging von Niederschelderhütte kommend durch die stark belasteten Ortschaften Siegen-Niederschelden und Siegen-Eiserfeld bis zur HTS-Anschlussstelle Rinsenau. Außerdem befand sich auf der bisherigen Strecke in Niederschelden ein häufig geschlossener Bahnübergang derSiegstrecke. Mit Fertigstellung der Neubaustrecke wurde die alte Strecke in NRW zum 1. Januar 2017 zur Landesstraße L 531 bzw. L 907 und Kreisstraße K 9 herabgestuft. In Rheinland-Pfalz ist die Abstufung zur L 283 und K 97 geplant, aber noch nicht vollzogen.
Seit langem geplant ist eine Ortsumgehung für das Zentrum von Bad Laasphe. Da sich Politik und Bevölkerung seit Jahrzehnten nicht über den Streckenverlauf dieser Straße einigen können, ist ein Baubeginn auch weiterhin nicht absehbar.
Im Jahr 2012 hat derLandesbetrieb Straßenbau NRW angekündigt, die B 62 in der OrtslageSaßmannshausen neu zu trassieren, damit der Verkehr die beiden Bahnübergänge der Bundesstraße an derOberen Lahntalbahn umgehen kann. Im Juni 2013 kam es dort zu einem schweren Eisenbahnunglück mit 30 Verletzten und einem Todesopfer. Die Arbeiten wurden im Herbst 2013 begonnen und 2015 vollständig abgeschlossen. Nun ist nur noch ein Bahnübergang mit moderner Ampelsteuerung und Halbschranken für das Gewerbegebiet vorhanden, statt vorher zwei auf der Bundesstraße. Diese beiden waren nur mit einerLichtzeichenanlage gesichert.[3][4]
LautBundesverkehrswegeplan (BVWP 2003) war der komplette Ausbau der B 62 zwischen Bad Laasphe/Landesgrenze zu NRW und der A 5 bei Alsfeld geplant. Als erstes wurde die OrtsumfahrungBiedenkopf für den Verkehr freigegeben. Die Ortsumfahrung für den Lahntaler OrtsteilGöttingen wurde zusammen mit den Ortsumfahrungen derBundesstraße 252 fürMünchhausen,Wetter undLahntal gebaut und Ende Oktober 2025 freigegeben.[5] Die OrtsumfahrungEckelshausen ist seit Juni 2024 im Bau. Für die Ortsumfahrung Buchenau wurde die Planung noch nicht aufgenommen. Die mittlerweile fertiggestellteBundesautobahn 49 kreuzt die B 62 östlich von Niederklein, so dass der Abschnitt mit Lehrbach, Kirdorf, Angenrod, Leusel und Alsfeld nun über die Bundesautobahn 49 und die Bundesautobahn 5 umfahren werden kann.[6]
| Ortsumfahrung | Einstufung im BVWP | Länge | Sachstand | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Biedenkopf | VB | – | fertiggestellt | – |
| Eckelshausen | vordringlicher Bedarf | 2,7 km | seit Juni 2024 im Bau, Fertigstellung geplant für Ende 2027 | |
| Buchenau | vordringlicher Bedarf | 2,5 km | noch keine Planungen | – |
| Sterzhausen | 2016 entfallen | 3,1 km | keine Planungen | – |
| Goßfelden | 2016 entfallen | 1,5 km | keine Planungen | – |
| Göttingen | laufend | 3,7 km | fertiggestellt | zusammen mit |
| Lehrbach | nicht enthalten | 2,0 km | keine Planungen | – |
| Kirtorf | nicht enthalten | 4,0 km | keine Planungen | – |
| Angenrod undLeusel | nicht enthalten | 5,0 km | keine Planungen | – |
| Alsfeld | nicht enthalten | 2,7 km | keine Planungen | – |
Die vierstreifige Ausbau der 1,7 Kilometer langen Strecke zwischen der Auffahrt der ehemaligen B 62 östlich von Göttingen und der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 3 ist im vordringlichen Bedarf eingeplant.[7]
Im Ende 2016 geänderten Fernstraßenausbaugesetz sind zwei Ortsumfahrungen in der MarktgemeindePhilippsthal (Werra) vorgesehen, jedoch nicht für den Hauptort. Die OrtsumfahrungRöhrigshof ist im vordringlichen Bedarf, die OrtsumfahrungHeimboldshausen im weiteren Bedarf eingeordnet.
Die angemeldeten und von Thüringen dringend geforderten Ortsumfahrungen umDorndorf undMerkers in derKrayenberggemeinde wurden nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen.[8]
AbHämbach wurde die B 62 westlich und südlich von Bad Salzungen in vier Bauabschnitten neu trassiert. Mit den 1997, 1998, 2007 und 2020 freigegebenen Bauabschnitten entstanden Ortsumfahrungen fürKaiseroda,Leimbach und Bad Salzungen.[9]
Als fünfter und letzter Bauabschnitt in Planung befindet sich die Neutrassierung der Bundesstraße zwischen Bad Salzungen und Barchfeld mit Schaffung einer Überquerung derWerra östlich von Bad Salzungen. Aufgrund von erheblichen Eingriffen in einem schützenswerten Naturumfeld wurde seit Anfang der 1990er Jahre um die bestmögliche Lösung zwischen Kosten und Naturschutz gerungen. Dabei bevorzugten die Planer und Geldgeber des Projekts auf Grund der Kosten einen Damm, die Naturschutzverbände auf Grund der Betroffenheit eines Naturschutzgebietes, seltener Biotope und Lebensräume bedrohter Arten sowie auf Grund des besseren Hochwasserschutzes eine Brücke.[10][11] Letztlich wurde zu Gunsten der Brückenlösung entschieden, die dann die längste Brücke Thüringens sein wird.[2] Im Februar 2015 wurde das Planfeststellungsverfahren gestartet. DasThüringer Landesverwaltungsamt erließ am 29. Januar 2020 den Planfeststellungsbeschluss. DasThüringer Landesamt für Bau und Verkehr gibt den Baubeginn mit voraussichtlich 2025 und die Fertigstellung voraussichtlich 2029 an.[9]
Angedacht war, die B 62 ab Barchfeld bis südlich vonNiederschmalkalden gemeinsam mit der B 19 verlaufen zu lassen und überSchmalkalden bis nachZella-Mehlis zurBundesautobahn 71 zu verlängern. Hierfür sollte der als Verlegung der Landesstraße 1026 neu gebaute Zubringer nach Schmalkalden genutzt werden.[12][13] Ab Schmalkalden weiterführend sollte die heutige Landesstraße 1118 mit zahlreichen Ortsumgehungen bis nachBenshausen zur Bundesstraße ausgebaut werden. Unter Hinweis auf die neue L 1026 und die Umstufungspläne, auch auf die im Gegenzug angedachte Abstufung derBundesstraße 84 zwischen Dorndorf undEisenach, bat Thüringen um Aufnahme des Vorhabens alsvordringlicher Bedarf oder wenigstensweiterer Bedarf mit Planungsrecht in den Bundesverkehrswegeplan und implizit in das Fernstraßenausbaugesetz.[8] Im Bedarfsplan des Ende 2016 geänderten Fernstraßenausbaugesetzes ist die Ortsumgehung Zella-Mehlis alsweiterer Bedarf enthalten, der Lückenschluss zwischen Niederschmalkalden und Benshausen jedoch nicht.[7]
Zwischen Benshausen und der Autobahnauffahrt zur A 71Suhl/Zella-Mehlis wurde die frühereBundesstraße 280 im Vorgriff auf diese Planungen bereits in B 62 umbenannt.