Laut dem britischen MarktforschungsunternehmenEuromonitor International gehört sie zu den zwanzig am häufigsten von Touristen besuchten Städten Europas.[5] Die Einheitsgemeinde Budapest entstand 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbstständigen StädteBuda (deutschOfen),Óbuda(Alt-Ofen), beide westlich derDonau, undPest östlich der Donau. Der NameBudapest selbst tauchte zuvor nicht auf, üblich imSprachgebrauch warPest-Buda. DasDonauufer, das Burgviertel und die Andrássy-Straße gehören heute zumUNESCO-Welterbe.
Budapest liegt an derDonau, die an dieser Stelle dasungarische Mittelgebirge verlässt und in dasungarische Tiefland fließt. Die höchste Erhebung in Budapest ist der zu denBudaer Bergen zählende 527 Meter hohe János-Berg (ungarisch János-hegy). Weitere Budaer Berge sind derGellértberg (Gellért-hegy), der Burgberg (Várhegy), der Rosenhügel (Rózsadomb), der Sonnenberg (Naphegy), der Adlerberg (Sashegy), der Martinsberg (Mártonhegy), der Schwabenberg (Svábhegy) und der Széchenyiberg (Széchenyi-hegy).Geotektonisch gesehen liegt die Stadt auf einerBruchstelle, deshalb ist besondersBuda so reich anThermalquellen.
Wegen derBinnenlage und derabschirmenden Wirkung der Gebirge hat Budapest ein relativ trockenesKontinentalklima mit kaltem Winter und warmem Sommer. Diemittleren Temperaturen liegen im Januar bei −1,6 °C sowie im Juli bei 21 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlereNiederschlagsmenge beträgt im Jahr rund 500 bis 600 Millimeter.
Budapests Geschichte beginnt um 89 mit der Gründung einesrömischen Militärlagers in ehemals vomkeltischen Stamm derEravisker besiedeltem Gebiet. In der Folge entstand um das Lager die römische SiedlungAquincum, die zwischen 106 und 296Hauptstadt der ProvinzPannonia inferior war. Unter römischer Herrschaft prosperierte die Stadt, es lassen sich ein Statthalterpalast, mehrere Amphitheater und Bäder nachweisen, außerdem wurde die an der gefährdeten römischen Donaugrenze gelegene Stadt mit einer Mauer versehen.
Die späterchristianisierten und sesshaft gewordenen Ungarn wohnten in Dörfern mit Kirchen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Im Zentrum wichtiger Verkehrswege gewann Pest immer mehr an Bedeutung. Bereits zu dieser Zeit entstand über die Donau (etwa bei der heutigenElisabethbrücke) ein reger Fährverkehr zum gegenüberliegenden Buda. Mit der KrönungStephans I. (am Weihnachtstag 1000 oder 1. Januar 1001) zum erstenKönig von Ungarn bauten die Ungarn ihre Vorherrschaft aus. Durch den Einfall derMongolen (Mongolensturm) 1241 kam es nach derSchlacht bei Muhi fast zur völligen Zerstörung. Die königliche Residenz wurde zunächst nachVisegrád verlegt. 1308 wurde die Stadt erneuert und 1361 Hauptstadt des Königreiches. 1514 fand ein Bauernaufstand, angeleitet vonGyörgy Dózsa, statt.
Ab 1446 griffen dieOsmanen immer wieder Ungarn an, was in der Besetzung des größten Teils des Landes gipfelte. So fiel Pest 1526 und das durch die Burg etwas geschützte Buda 15 Jahre später. Die Hauptstadt des noch unbesetzten Ungarns, das fast nur noch ausOberungarn (im Wesentlichen das Gebiet der heutigenSlowakei) bestand, wurde von 1536 bis 1784Preßburg (Bratislava). Während Buda (Ofen) zum Sitz eines türkischen Paschas wurde, fand Pest kaum mehr Beachtung und verlor einen großen Teil seiner Einwohner.
Am 18. Mai 1578 explodierte die Pulverkammer desBurgpalastes nach einem Blitzeinschlag. Etwa 2000 Menschen starben; der Palast wurde zerstört.
Schließlich gelang es denHabsburgern, die seit 1526 Könige von Ungarn waren, die Osmanen zu vertreiben und Ungarn wiederherzustellen (siehe auch:Belagerung von Ofen (1684/1686)). Für die Bevölkerung von Buda und Pest änderte sich allerdings nur wenig; sie wurde weiterhin von Fremden verwaltet und musste sehr hohe Steuern zahlen. Die Einwohner wehrten sich in einem Aufstand, der aber niedergeschlagen wurde.
Pest war seit 1723 der Sitz der administrativen Verwaltung des Königreiches. Es wurde trotz der widrigen Verhältnisse und eines verheerenden Hochwassers im März 1838 mit etwa 150 Todesopfern[6] zu einer der am schnellsten wachsenden Städte des 18. und 19. Jahrhunderts. 1780 führten die Habsburger Deutsch alsAmtssprache ein. Dies geschah auch, um die immer wieder aufflammenden revolutionären Bewegungen besser kontrollieren zu können. Damit wurde man auch den regelmäßig ins Land gerufenen deutschen Siedlern gerecht, die mittlerweile große Teile der Stadt besiedelten. Das Kernland derKroaten, etwa das Gebiet des heutigen Kroatiens, war Budapest unterstellt.
DieKettenbrücke (ungarisch Széchenyi Lánchíd) wurde in der Zeit von 1839 bis 1849 als erste feste Brücke auf Anregung des ungarischen Reformers GrafIstván Széchenyi erbaut. Angeregt wurde er dazu, nachdem er eine Woche lang warten musste, um zum Begräbnis seines Vaters ans andere Ufer zu kommen. Den ungarischen Namen trägt sie ihm zu Ehren. Sie ist die älteste und bekannteste der neun Budapester Brücken über die Donau. Zuvor wurde (neben Fährverbindungen) im Sommer einePontonbrücke verwendet, welche aus aneinander befestigten Booten bestand.
Während derungarischen Revolution 1848 war Budapest einer der Hauptplätze der Unruhen, mit denen die Ungarn gegen die reformfeindliche Unterdrückung durch die Habsburger ankämpften. Zwar wurde der Aufstand letztlich mit HilfeRusslands blutig niedergeschlagen, aber die Ereignisse von 1849 führten 1867 indirekt in denAusgleich zwischenÖsterreich und Ungarn. Damit wurde Ungarn weitgehend unabhängig. Symbol des Ausgleichs war der jährliche mehrwöchige Aufenthalt KaiserFranz Josephs in Budapest. Als König von Ungarn residierte er auf der Budaer Burg und nahm in dieser Zeit – in ungarischer Sprache und in eine ungarische Uniform gekleidet – mit den Ministern Ungarns und demköniglich ungarischen Reichstag seine ungarischen Ämter wahr.
Die Zusammenlegung von Buda,Óbuda und Pest war schon 1849 unter der revolutionären Regierung Ungarns verordnet worden. Als die Habsburger ihre Macht wiederherstellten, widerriefen sie diesen Beschluss. Erst 1873, sechs Jahre nach demÖsterreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867, kam es endgültig zur Vereinigung der beiden Stadthälften. Vorausgegangen war bereits 1870 die Gründung einesHauptstädtischen Rates für öffentliche Arbeiten, der die bauliche und infrastrukturelle Entwicklung der Gesamtstadt koordinieren sollte.
Zur Jahrtausendfeier derLandnahme der Ungarn (dem sogenannten Millennium) 1896 wurden im Zusammenhang mit derBudapester Millenniumsausstellung 1896 zahlreiche Großprojekte, etwa derHeldenplatz und mit derFöldalatti die ersteU-Bahn auf dem europäischen Festland, fertiggestellt. Die Einwohnerzahl im gesamten Stadtgebiet versiebenfachte sich zwischen 1840 und 1900 und stieg auf rund 730.000. Anfang des 20. Jahrhunderts stellten dieJuden fast ein Viertel der Einwohner.[7] UnterAntisemiten war Budapest damals als „Judapest“ verschrien.[8]
Nach der dreitägigenAsternrevolution im Oktober 1918 wurde am 21. März 1919 die kommunistischeUngarische Räterepublik unterBéla Kun gegründet. Sie hatte nur vier Monate Bestand und brach zusammen, als rumänische Truppen Anfang August 1919 imUngarisch-Rumänischen Krieg Budapest und weite Teile Ungarns besetzten, worauf Mitglieder der Räteregierung nach Wien flohen. Der SozialistGyula Peidl war kurzzeitig Ministerpräsident, seine Regierung wurde jedoch am 6. August 1919 bei einem bewaffnetenPutsch rechter Kräfte abgesetzt. Nachfolgestaat wurde dasKönigreich Ungarn unterMiklós Horthy.[9] Nach seinem Sieg zog Horthy an der Spitze der konservativen Truppen am 16. November 1919 in Budapest ein und wurdeReichsverweser (Regent; ungarisch: kormányzó) Ungarns, das formell noch immer ein Königreich war.
Verhaftete jüdische Frauen in der Wesselényi-Straße am 20./22. Oktober 1944, Aufnahme aus demBundesarchiv
Ungarn war imZweiten Weltkrieg seit 1941 ein Verbündeter desnationalsozialistischen Deutschen Reiches. Die deutsche Besetzung Ungarns (Unternehmen Margarethe) begann am 19. März 1944 und erfolgte nach dem Versuch Ungarns, sich vom verbündeten Deutschen Reich zu lösen. Rund ein Drittel der etwa sechshunderttausendJuden in Ungarn wurde bis Kriegsende ermordet. Die meisten von ihnen wurden ab 1944 von denNationalsozialisten in dasKZ Auschwitz deportiert.[10] Allerdings rettete der Einsatz mehrerer Diplomaten, darunter des SchwedenRaoul Wallenberg und des SchweizersCarl Lutz, zahlreichenBudapester Juden das Leben und bewahrte sie vor der Deportation. Ab dem 3. April 1944[11] wurden Teile Budapests durchamerikanische undbritische Luftangriffe zerstört. Die stärksten Verwüstungen erfolgten, alssowjetische Streitkräfte von Ende Dezember 1944 bis Anfang Februar 1945 die Stadt während derSchlacht um Budapest bis zur Einnahme belagerten. Die eingeschlossenendeutschen und ungarischen Truppen sprengten bei ihrem Rückzug auf die Budaer Seite des Kesselssämtliche Brücken über die Donau. 38.000 Zivilisten starben noch in dieser Kriegsphase.
1956 war Budapest der Ausgangspunkt des gegen die Sowjetunion gerichtetenVolksaufstandes. Nach dessen blutiger Niederschlagung kam es zu Säuberungswellen im ganzen Land.
Am 23. Oktober 1989 wurde in Budapest die Republik Ungarn ausgerufen. Dies war neben anderem wegbereitend für denZerfall der Sowjetunion sowie des ganzenOstblocks. Im Jahre 2000 fanden ungarnweit Feierlichkeiten zum tausendjährigen Jubiläum der Staatsgründung statt. Aus diesem Anlass wurde auch die Hauptstadt verschönert. Die Parkanlage und das KulturzentrumMillenáris-Park sowie der Millenniumsstadtteil mit dem Nationaltheater wurden errichtet. Die Budaer Donauseite mit dem Campus derTechnischen Universität wurde modernisiert. DerEU-Beitritt Ungarns am 1. Mai 2004 wurde mit vielen Festen im ganzen Land, besonders in der Hauptstadt Budapest, gefeiert.
Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand aufgeführt. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, bis 2001 umVolkszählungsergebnisse und 2006 um eine Schätzung des Ungarischen Zentralamts für Statistik. Die Zahlen vor 1873 beziehen sich auf die drei Städte Buda, Pest und Óbuda. Deren endgültiger Zusammenschluss erfolgte am 17. November 1873, nachdem die erste Zusammenlegung am 24. Juni 1849 kurze Zeit später wieder rückgängig gemacht worden war.
Der starke Anstieg der Bevölkerung zwischen 1949 und 1960 ist auf die Eingemeindung von sieben Städten und 16 Gemeinden in der Umgebung zurückzuführen. So stieg die Einwohnerzahl am 1. Januar 1950 um 582.000 Personen auf 1,64 Millionen, die Fläche von 206 Quadratkilometer auf 525 Quadratkilometer, die Zahl der Stadtbezirke von 14 auf 22.
Im 15. Jahrhundert war die Bevölkerung von Pest mehrheitlich ungarisch.[18] Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft über Ungarn wurde besonders Buda von Deutschen dominiert.[18]
Pest
1715: rund 2.500 Einwohner, davon 55,6 %Deutsche, 19,4 %Magyaren (Ungarn), 2,2 %Slowaken, 22,8 % andere
1737: Einwohnerzahl n. v., davon 57,8 % Deutsche, 22,5 % Ungarn, 5,6 % Slowaken, 14,1 % andere
1750: 62.471 Einwohner, davon 55,2 % Deutsche, 22,2 % Ungarn, 6,5 % Slowaken, 16,1 % andere
Buda + Pest + Óbuda, also Budapest
1851: 178.062 Einwohner, davon 56,4 % Deutsche, 36,6 % Magyaren, 5 % Slowaken, 2 % andere
1881: 370.767 Einwohner, davon 55,1 % Magyaren, 33,3 % Deutsche, 6 % Slowaken, 2,8 % andere
1891: 506.384 Einwohner, davon 326.533 (67,1 %) Magyaren, 115.573 (23,7 %) Deutsche, 27.126 (5,6 %) Slowaken, 5,6 % andere
Die folgende Übersicht zeigt den prozentualen Anteil der Gläubigen verschiedener Konfessionen an der Gesamtbevölkerung 1870 bis 1949.[21][22] und 2011.[20]
Politisch nimmt Budapest als Hauptstadt einen besonderen Status in Ungarn ein, das daneben in 19Komitate eingeteilt ist. Sein politisches System unterscheidet sich von dem eines Komitats oder einerStadt mit Komitatsrecht. An der Spitze der Stadtverwaltung steht der Oberbürgermeister (főpolgármester). Er wird zusammen mit den Bürgermeistern der 23 Stadtbezirke durch eine einfache Mehrheit auf eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt. Der Stadtrat (fővárosi közgyűlés) setzt sich aus dem Oberbürgermeister, den Bürgermeistern der Bezirke und neun durch Listenwahl gewählten Vertretern zusammen.[24]
Das Wappen von Budapest entstand 1873 mit der Zusammenlegung der Stadt aus den Wappen vonBuda undPest. Es zeigt in einem roten Schild geteilt durch einen silbernen Wellenbalken, der die Donau darstellt, im oberen Feld eine goldene Burg mit einem Turm und einem offenen Tor, das den Stadtteil Pest repräsentiert. Im unteren Feld steht eine goldene Burg mit drei Türmen und zwei offenen Toren, welche für den Stadtteil Buda steht. Schildhalter ist heraldisch rechts ein goldener Löwe, links ein goldenerGreif. Auf dem Schild ruht dieStephanskrone.[26]
Als Flagge von Budapest wurde 1873 die rot, gelb, blaue Flagge von Pest gewählt.[27] Im August 2011 beschloss die Stadtversammlung auf Veranlassung von OberbürgermeisterIstván Tarlós die Einführung einer neuen Stadtflagge. Die Farben der bisherigen waren zufällig, wenn auch in anderer Anordnung, ebenfalls die Farben von Rumänien, was angesichts des nicht eben einfachen Verhältnisses zum Nachbarland als anstößig empfunden wurde.[28][29] Die neue Flagge zeigt auf einem weißen Grund das Wappen von Budapest. Im oberen und unteren Ende sind jeweils Dreiecke in den Farben rot und grün angeordnet.[27]
Die Stadt besteht aus drei ehemals selbstständigen Städten, die erst 1873 zur Gemeinde Budapest vereint wurden.[33] Auf der östlichen, flachen Seite derDonau liegt Pest, das zwei Drittel der Stadtfläche einnimmt, auf der westlichen, bergigen Seite Buda (deutschOfen) und Óbuda (deutschAlt-Ofen) das restliche Drittel der Stadt.
Budapest ist verwaltungsrechtlich in 23 Bezirke eingeteilt. Am 1. Januar 1950 wurde die Stadt in 22 Bezirke geteilt, der XXIII. wurde später aus dem XX. ausgegliedert. Ausgehend vom ersten Bezirk um dasBurgviertel (Várnegyed) werden die Bezirke im Uhrzeigersinn mit römischen Zahlen durchnummeriert, wobei mehrmals die Donau übersprungen wird. Bezirke ingrün liegen inPest, Bezirke inrot inBuda, der ingelb auf der InselCsepel. DieMargareteninsel gehörte bis 2013 zum XIII. Bezirk, wird aber seither direkt von der Stadt verwaltet.[34]
Die Donau ist die eigentliche Hauptattraktion Budapests und wird im Stadtgebiet von neun stadtbildprägendenBrücken überspannt. Die bedeutendste, weil älteste und zugleich Wahrzeichen der Stadt, ist dieKettenbrücke.
Von hier aus führt auf Pester Seite derkleine Ring (Kiskörút) zurFreiheitsbrücke, vorbei an derGroßen Synagoge, demNationalmuseum und derGroßen Markthalle. Die in der Dohány utca gelegene Synagoge markiert den Zugang zum historischen jüdischen Viertel Budapests, gelegen zwischen Kleinem undGroßem Ring (Nagykörút). Der Kleine Ring folgt in etwa dem Verlauf der früheren Pester Stadtmauer, deren letzte Stadttore Ende des 18. Jahrhunderts abgebrochen wurden. Reste der Stadtmauer stehen allerdings noch. Zwischen dem Kleinen Ring und der Donau liegt die eigentliche Innenstadt Budapests. Parallel zum Fluss verläuft mit derVáci utca die älteste Handelsstraße und bekannteste Flaniermeile der Stadt. Sie verbindet dieGroße Markthalle mit demVörösmarty tér. Nördlich der Innenstadt, aber noch im zentralenV. Bezirk gelegen, erhebt sich der höchste Kirchenbau Budapests, dieSt.-Stephans-Basilika.
Der Große Ring wurde zwischen 1872 und 1906 errichtet. Er führt von derPetőfibrücke zurMargaretenbrücke und ist eines der bedeutendsten Architekturensembles seiner Zeit in Europa. Der hier gelegeneWestbahnhof(Nyugati pályaudvar) ist gemeinsam mit demOstbahnhof(Keleti pályaudvar) Zeugnis prächtiger Bahnhofsarchitektur.
Am Großen Ring, dessen Abschnitte die Namen desHeiligen Stefan sowie der angrenzenden Bezirke Teréz-, Erzsébet-, József- und Ferencváros tragen, stehen mehrere Theaterbauten (bis zu seiner Sprengung 1965 stand hier, am Blaha-Lujza-Platz, auch das Nationaltheater) und viele Filmtheater, von denen einige Ende der 1990er Jahre schließen mussten, da am Westbahnhof und anderen Stellen der Stadt die Multiplexkinos mehr Zuschauer anlocken konnten. Der Ring wird beim achteckigenOktogon-Platz von derAndrássy út gekreuzt, die den Stadtkern mit demStadtwäldchen verbindet.
DieAndrássy út ist eines der herausragendsten städtebaulichen Vorhaben der ungarischen Hauptstadt. In nur 14 Jahren, von 1871 bis 1885, wurde eine 2,3 Kilometer lange Allee errichtet, die von üppig ausgestatteten, sechsgeschossigen Miethäusern imHistorismus, derUngarischen Staatsoper, demHaus des Terrors und mehreren Plätzen gesäumt wird. Sie führt auf denHeldenplatz zu, der seinerseits von derKunsthalle und demMuseum der Schönen Künste eingefasst wird. Auf diesem Platz steht das Millenniumsdenkmal, das 1896 anlässlich des Jubiläums derungarischen Landnahme errichtet wurde. Südlich desHeldenplatzes liegt der langgestrecktePlatz der 56-er, auf dem das Mahnmal desAufstandes von 1956 steht. Ein aus verschieden hohen Stahlstelen sich verengender Keil schiebt sich scheinbar vom Stadtwäldchen kommend unter den Belag des Platzes genau an der Stelle, wo 1956 einStandbildStalins gestürzt wurde und über Jahrzehnte die Aufmärsche zum1. Mai stattfanden. 50 Jahre nach dem Aufstand von 1956 wurde das Mahnmal am 23. Oktober 2006 um 19:56 Uhr enthüllt.
Seit 2002 gehört auch die Andrássy út zum Weltkulturerbe. Unter ihr verkehrt die ersteBudapester U-Bahnlinie, sie ist eine der ersten elektrischen U-Bahnen der Welt und nach derLondon Underground eine der ältesten weltweit.
DieGül-Baba-Türbe befindet sich auf demRosenhügel in Buda, Mecset út 14 (Lage47.51594444444419.034944444444). DieTürbe hat eine achteckige Form und wurde um 1545 errichtet.Gül Baba (* Ende des 15. Jahrhunderts in Merzifon, Provinz Amasya; † 1. September 1541) war ein türkischerBektaschi-Derwisch und Dichter des 16. Jahrhunderts.[37]
Außerhalb des Stadtzentrums, am westlichen Donauufer gelegen, sind imAquincum Museum Reste der römischen SiedlungAquincum zu sehen. Aus jüngerer Zeit gibt es hier denMemento Park mit Denkmälern und Statuen aus der Periode desSozialistischen Realismus.
Am Ostufer befindet sich das MahnmalSchuhe am Donauufer, das an diePogrome an Juden im Zweiten Weltkrieg erinnert.
Das bedeutendste Theater ist dasUngarische Nationaltheater (Nemzeti Színház), kurz Nemzeti genannt, das sich seit 2002 im Bajor-Gizi-Park befindet. Die bekannte Bühne des Landes musste oft ihren Sitz wechseln. 1837 bis 1908 stand das erste, schlichte Gebäude in der damaligen Kerepesi út, heute Rákóczi út, gegenüber dem Hotel Astoria. Der ursprüngliche Name war Pesti Magyar Színház (Pester Ungarisches Theater). Seit 1840 heißt das Theater Nemzeti Színház.
Am Hevesi-Sándor-Tér befindet sich das Magyar Színház (Ungarisches Theater). Für ein junges Publikum sind die Vorstellungen des Katona József Theaters in der Petőfi Sándor-utca (hier arbeitet oft der ungarische Bühnenregisseur Tamás Ascher) und die des Új-Theaters (Neues Theater) gedacht. Eine alternative Bühne für ungewöhnliche Theaterprojekte ist das Krétakör Theater des ungarischen RegisseursÁrpád Schilling.
Musical- und Operettenfreunde besuchen gern das Operettszínház amungarischen Broadway in der Nagymező utca. Eine traditionsreiche Bühne ist dasVígszínház (Lustspieltheater) am Körút auf der Pester Seite. Opernfreunde schätzen die eher traditionell inszenierten Vorstellungen der Ungarischen StaatsoperMagyar Állami Operaház, deren Haus in der Andrássy-út viele Ähnlichkeiten mit der Wiener Staatsoper aufweist.
Für Kinder sind die Vorstellungen des PuppentheatersBábszínház, ebenfalls in der Andrássy-út, interessant. Das bekannteste Konzerthaus ist derJugendstil-Festsaal derMusikakademie am Liszt-Ferenc-Platz. Den modernsten akustischen Forderungen entspricht die moderne Bartók-Béla-Konzerthalle, die sich in der Nähe des Nationaltheaters befindet. Auch in den Räumen desKongresszentrums Budapest finden Konzerte statt.
Museen in Budapest (per Mauszeiger werden die Namen der Museen angezeigt)
Die größte Kunstsammlung, dasMuseum der Bildenden Künste Budapests, befindet sich am Heldenplatz. Sie umfasst eineAntikensammlung, eine Galerie Alter Meister, eine ägyptische Sammlung, eine Sammlung aus dem 19.–20. Jahrhundert, eine Barockskulpturensammlung, eine Sammlung deutscher, österreichischer, niederländischer und flämischer Malerei. Außer den permanenten Ausstellungen werden regelmäßig temporäre Ausstellungen von internationaler Bedeutung durchgeführt, wie die Ausstellung zuVincent van Goghs Werken Ende 2006, die einen gewaltigen Besucheransturm zu verzeichnen hatte.
Gegenüber dem Museum steht dieKunsthalle Budapest für moderne Kunstprojekte. Die ungarische Malerei wird in der Nationalgalerie imBurgpalast ausgestellt. Das BudapesterLudwig-Museum ist seit 2005 imPalast der Künste in der Nähe des neuen Nationaltheaters beheimatet.
Neben mehr als 30 Museen verfügt das kulturelle Zentrum Ungarns über viele kleineGalerien, von denen die meisten in der Innenstadt oder im Burgviertel zu finden sind, sowie dasPolizeimuseum.
Alljährlich finden in Budapest zwei große Kulturfestivals statt, in deren Rahmen vor allem Programme für die Liebhaber klassischer Musik angeboten werden: das Budapester Frühlingsfestival und das Budapester Herbstfestival. Für Filmfreunde gibt es im Februar die Ungarische Filmschau und im April das Internationale Filmfestival Titanic, außerdem ein internationales Theaterfestival. Im August findet dasInselfestival Sziget mit vielen Konzerten für vor allem jugendliche Besucher statt.
Ein neues Kulturzentrum auf der Budaer Seite ist der Millenáris-Park, der im Jahre 2000 anlässlich der Millenniumsfeierlichkeiten zur Staatsgründung auf einem alten Fabrikgelände errichtet wurde. Hier finden im Sommer Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Ereignisse statt. Der Kinderspielplatz hat handgeschnitzte, einem Volksmärchen entnommene Figuren. Seit Oktober 2005 hat auch das ungarischeKindermuseumPalast der Wunder hier ein neues Zuhause.
Die bergige Umgebung Budapests bietet viele Ausflugsmöglichkeiten wie die malerische KleinstadtSzentendre nördlich von Budapest und dasSchloss in Gödöllő, der Lieblingsort von Königin und KaiserinSisi. DasDonauknie erstreckt sich bisEsztergom. Südlich der Stadt, auf der Csepel-Insel bei Halásztelek erhebt sich der SendemastLakihegy.
In den Budaer Bergen, deren höchste Erhebung mit 527 Metern der Jánosberg ist, verkehrt dieKindereisenbahn. An der Endhaltestelle der Kindereisenbahn endet derInternationale Bergwanderweg Eisenach-Budapest. In der mit Parks unterversorgten Stadt nimmt dieMargareteninsel als Erholungsgebiet eine zentrale Rolle ein.
In Budapest gibt es zahlreiche Fußballvereine. Der bekannteste Verein aus Budapest istFerencváros Budapest. Daneben spielen nochÚjpest Budapest,Honvéd Budapest undVasas Budapest in der höchsten ungarischen Liga (Nemzeti Bajnokság). Der national zweiterfolgreichste VereinMTK Budapest musste in der Saison 2010/11 absteigen, konnte jedoch den direkten Wiederaufstieg fixieren und ist derzeit wieder in der höchsten Spielklasse anzutreffen.
Budapest hat einen traditionell hohen Stellenwert imBoxsport. Von 1923 bis 2003 wurden die Ungarischen Meisterschaften fast ausschließlich in Budapest ausgetragen, seit 2003 vermehrt auch in anderen Städten. Zudem war die Stadt Austragungsort der9. Weltmeisterschaften von 1997, der 11. Junioren-Weltmeisterschaften 2000 sowie der Europameisterschaften der Jahre 1930, 1934 und 1985. Sie ist nebenBerlin die einzige Stadt Europas, die bereits dreimal Europameisterschaften veranstaltete. Der aus Budapest stammendeLászló Papp gilt zudem als einer der international erfolgreichsten Amateurboxer aller Zeiten und war der erste Boxer, der bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen Goldmedaillen gewann.
Im Profiboxen fand in Budapest am 11. September 2004 der Weltmeisterschaftskampf derWBO im Halbschwergewicht zwischenZsolt Erdei und Alejandro Lakatos statt. Einen weiteren WBO-WM-Kampf in Budapest bestritt Erdei am 16. Juni 2007 gegen George Blades. Ein weiteres WM-Ereignis gab es am 22. August 2009, alsKároly Balzsay seinen WBO-Titel gegenRobert Stieglitz verteidigte.
DieVáci utca (Waiznergasse), Budapests Haupteinkaufsstraße mit Weihnachtsbeleuchtung
Die wichtigsten Einkaufsstraßen von Budapest befinden sich im V. Bezirk (Innenstadt). Die bekannteste von ihnen ist dieVáci utca, in der fast alle großen Modelabels der Welt vertreten sind. AmVörösmarty-Platz wird jedes Jahr einWeihnachtsmarkt veranstaltet, der dem amWiener Rathausplatz ähnlich ist (hier fungieren die Fenster des Gerbeaud-Kaffeehauses als Adventskalender).
Seit das WarenhausLuxus am Vörösmarty-Platz 2005 in Konkurs ging, gibt es kaum noch traditionelle Warenhäuser. Bekannt war auch die Warenhauskette Skála, die in den 1970er Jahren als verhältnismäßig gut sortiert bezeichnet werden konnte. An der Stelle des ersten Skála-Kaufhauses imXI. Bezirk wurde 2006 ein modernes Einkaufszentrum errichtet.
Inner- und außerhalb der Stadt werden großeEinkaufszentren nach amerikanischem Muster (Plazas) errichtet, die den Konsumenten außer langen Öffnungszeiten eine Auswahl an Dienstleistungen aller Art und Gastronomie bieten. Weiterhin sind große Hypermärkte inner- und außerhalb der Stadt sehr beliebt. Südlich von Budapest (inBudaörs) gibt es seit einigen Jahren nach dem Vorbild derShopping City Süd beiVösendorf (Österreich) eine ArtShopping City. 2007 wurde dieArena Plaza gegenüber demBahnhof Budapest-Keleti fertiggestellt. Gegen die starke Amerikanisierung gibt es Bürgerbewegungen, die den Kauf ungarischer Produkte propagieren und die Verbreitung der übergroßen Einkaufszentren ablehnen.
In den Budapester Innenbezirken und in den Einkaufszentren ist an Wochen- und Samstagen bis maximal 21 Uhr und an Sonntagen bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt auch eine Reihe von Supermärkten, die 24 Stunden täglich geöffnet und nur an den großen gesetzlichen Feiertagen geschlossen sind.
Die Geschichte derBudapester Bäder kann auf eine Vergangenheit von 2000 Jahren zurückblicken. Bereits die Römer nutzten die Quellen der Stadt. Aus dem Jahr 1178 gibt es Hinweise auf eine Siedlung Felhéviz auf dem Gebiet vom heutigen Óbuda – der Name bedeutet Heilquelle. Am Gellértberg wird die Elisabeth-Quelle erwähnt (die heilige Elisabeth war die Tochter von König Andreas). Die Herrschaft der Osmanen brachte unter anderem eine andere Badekultur in die Stadt, die Baudenkmäler dieser Zeit sind in Gebrauch. Im 18. Jahrhundert, nach einem Erlass vonMaria Theresia, begann man sich mit der Analyse der Heilquellen der Stadt auseinanderzusetzen. Im Jahr 1812 begann man auf Vorschlag vonPál Kitaibel damit, die Quellen zu systematisieren, er schrieb auch eineHydrographie der Stadt. Im Jahr 1930 wurde Budapest als Stadt mit den meisten heilenden Quellen der TitelBadestadt verliehen.
Die wichtigsten Heil- und Freibäder sind: Csepeli (Freibad), Csillaghegyi (Freibad), Dagály (Heil- und Freibad), Dandár (Heilbad),Gellért (Heil-, Frei- und Erlebnisbad), Király (Heilbad, türkisches Bad), Lukács (Heilbad, Schwimmbad, türkisches Bad), Palatinus (Heil- und Freibad, Jugendstilbau auf der Margaretheninsel), Paskál (Freibad), Pesterzsébeti (Freibad), Pünkösdfürdői (Freibad), Római (Frei- und Erlebnisbad), Rudas (Heilbad, türkisches Bad),Széchenyi (Heilbad, Schwimmbad), Újpesti (Freibad), Veli Bej (Heilbad, türkisches Bad). Einige der Bäder haben eine Subkultur: Kundige Besucher spielen im Széchenyi-Bad im warmen Wasser stundenlang Schach, das Lukács-Bad ist traditionell ein Treffpunkt von Schauspielern und Künstlern. Das Palatinus, Pala genannt, ist ein traditionelles Bad für Jugendliche.
Es gibt auch viele Schwimmbäder in Budapest, am bekanntesten ist das Császár in Buda und das Sportschwimmbad auf der Margaretheninsel, das nach OlympiasiegerAlfréd Hajós benannt ist.
2008 hat einer der größten überdachten Wasserthemenparks Europas eröffnet, das Ramada Resort.
Ähnlich wie inWien blühte im 19. Jahrhundert und um die Jahrhundertwende in Budapest eine regeKaffeehauskultur. Eines der literarischen Zentren war das mehr als einhundert Jahre altekávéházCafé New York, das im Sommer 2006 nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet wurde; in der Zeit des Kommunismus existierte es unter dem Namen Hungária Kávéház.
Ein Schauplatz derRevolution im Jahre 1848 war das Pilvax-Kaffeehaus, in dem sich die Anhänger vonSándor Petőfi versammelten. Die Kaffeehäuser dienten auch als Arbeitsplatz für Schriftsteller, Dichter, Journalisten –Ferenc Molnár war beispielsweise ein häufiger Besucher dieser Kaffeehäuser. Diese wurden in derZeit des Kommunismus verstaatlicht und umfunktioniert, viele verschwanden oder wurden vernachlässigt. Zu diesen Zeiten waren die verrauchten kleinen Presszó-s (Espressos) die einzigen Lokale, in denen man einen Fekete, einen kleinen schwarzen, stark gekochten ungarischen Kaffee genießen konnte.
Das Café Centrál amFerenciek tere wurde im Jahr 2000 wieder eröffnet[38] und glänzt in alter Pracht. Im Café Museum amMúzeum körút ist ein Nobelrestaurant.[39] Als vornehmstes und schönstes Kaffeehaus gilt dasCafé Gerbeaud amVörösmarty tér. Die zwei ältesten Konditoreien in Buda sind dieKonditorei Ruszwurm im Burgviertel und die Konditorei August neben dem Budaer Fény-utca-Markt. Erwähnenswert ist auch dasCafé New York, welches auch als das schönste der Welt bezeichnet wird.[40]
Eine Besonderheit in Budapest ist die große Anzahl der sogenannten Ruinen-Kneipen. Eine der ersten war dasSzimpla kert im ehemaligen Jüdischen Viertel, demVII. Bezirk von Budapest.[41]
Obwohl der Anteil desIndividualverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen der Stadt eher gering ist, kommt es täglich zu Staus in und um die ungarische Hauptstadt. Mehr als 600.000 zugelassenePKW nutzen das Budapester Straßennetz mit einer Länge von über 4.000 Kilometern. Die Innenstadtbezirke und Teile von Buda sind Kurzparkzonen. Es gibt einen eklatanten Mangel an Parkhäusern.
Das historische Straßennetz Budapests ist durch Ring- und Radialstraßen gekennzeichnet. Zwischen diesen breiten Straßen liegen eher schmale, heute nur noch für den Einbahnstraßenverkehr geeignete Straßen.
Die meisten Autostraßen Ungarns führen über Budapest. Das Straßennetz muss somit neben dem Stadt- auch denDurchgangsverkehr aufnehmen. DieDonaubrücken sind dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. Zudem verfügt die Stadt über nur wenige und zu schmale Zubringerstraßen. Der wesentliche Teil des Autobahnringes (M0) um die Stadt herum ist fertig. DieMegyeri híd (Autobahnbrücke über die Donau) im Norden von Budapest wurde im Herbst 2008 in Betrieb genommen. Die vollständige Schließung des Ringes im Nord-Westen der Stadt wird durch schwierigere geographische Bedingungen (Buda-Berge) erschwert.
Der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr ist in Budapest mit etwa ein bis zwei Prozent relativ gering. Im gesamten Stadtgebiet gibt es weniger als 200 Kilometer an Radwegen (weniger als ein Fünftel dessen, was im etwa gleich großenWien besteht), wovon zwei Drittel nur aus einer auf den Gehsteig gepinselten Linie bestehen. Zweimal im Jahr demonstrieren in Budapest Radfahrer im Rahmen einerCritical Mass für bessere Bedingungen für Radfahrer. Mit bis zu 80.000 Teilnehmern ist sie weltweit die größte Veranstaltung dieser Art.
Budapest ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Schienenverkehr und liegt am südlichen Endpunkt derMagistrale für Europa. Hierbei handelt es sich um ein wichtiges transeuropäisches Projekt, mit dem zwischen demBahnhof Paris-Est und Budapest eine Eisenbahn-Schnellfahrstrecke realisiert werden soll.
Anstatt eines zentralenHauptbahnhofs besitzt Budapest dreiKopfbahnhöfe, die durch dieMetró miteinander verbunden sind. Die Bezeichnungen dieser Bahnhöfe spiegeln dabei die jeweiligen Hauptfahrtrichtungen zur Zeit der Eröffnungen wider und entsprechen nicht mehr den heutigen Gegebenheiten. Daneben gibt es weitere, kleinere Personen- und Güterbahnhöfe.
Wichtigster Bahnhof ist der östlich der Innenstadt im Stadtteil Pest gelegeneBahnhof Budapest-Keleti (Ostbahnhof). Von hier verkehren die meisten internationalen Fernzüge. Daneben bestehen von hier aus viele nationale Verbindungen. Zudem ist dieser Bahnhof über Verbindungs- und Ringstrecken von allen Budapest erreichenden Bahnlinien direkt erreichbar.
Auf der Budaer Seite befindet sich derBahnhof Budapest-Déli (Südbahnhof), von dem aus Züge in den Südwesten des Landes, beispielsweise zum Plattensee, verkehren.
3,8 MillionenFahrgäste bewegen sich täglich auf dem insgesamt über 2.000 Kilometer langen Streckennetz des Öffentlichen Nahverkehrs in Budapest. Das Budapester Verkehrsunternehmen (BKV) unterhältMetró- (U-Bahn-),Straßenbahn-,Bus-,Oberleitungsbus- undHÉV-Linien (S-Bahn-ähnliches Angebot). Im Budapester ÖPNV gilt der Verbundtarif des BKK (Budapesti Közlekedési Központ, Zentrum für Budapester Verkehr). Der ÖPNV in Budapest kann von Personen ab 65 Jahren kostenlos benutzt werden.[42] Kinder unter 14 Jahren können den ÖPNV seit September 2021 ebenfalls gratis benutzen.[43]
Neben der 1896 fertiggestellten U-BahnFöldalatti vasút (älteste U-Bahn auf dem europäischen Kontinent), die als Linie 1, Millenniums-U-Bahn oder gelbe Metrólinie bezeichnet wird und zwischen Vörösmarty tér und Mexikói út Fahrgäste befördert, verkehren drei weitere Metrolinien, die roteLinie M2 zwischen Déli pályaudvar und Örs vezér tere sowie die blaueLinie M3 zwischen Újpest und Kőbánya Kispest. Die grüneLinie M4 zwischenKelenföld vasútállomás undKeleti pályaudvar ist seit 28. März 2014 in Betrieb, eine fünfte ist geplant.
Zurzeit werden 22 Prozent aller Wege mit der Metró zurückgelegt. 41 Prozent aller Fahrtwege sind Busfahrten, weitere 26 Prozent Straßenbahn-(villamos) und fast 5 Prozent O-Bus-Fahrten. Demnach werden fast drei Viertel aller Wege mit straßengebundenen Verkehrsmitteln bewältigt. Auf die fünf Linien derHÉV, einer Art S-Bahn in die Budapester Vororte, entfallen 6 Prozent.
Die Straßenbahnlinien 4 und 6, die mit Ausnahme des einen Streckenendes im Süden von Buda dieselbe Strecke ringförmig um die Altstadt von Pest herum befahren, gehören zu den meistbenutzten Straßenbahnlinien. Sie wurden im Frühjahr 2006 erneuert und seitdem mit den zeitweise längsten Straßenbahnwagen der Welt (denNiederflurwagenCombino Plus vonSiemens) bedient. Die seit 2016 auf der Linie 1 eingesetzten neunteiligenCAF Urbos 3 sind mit 56 Metern Länge neuer Rekordhalter.
Der internationale FlughafenBudapest Liszt Ferenc (bis März 2011 Ferihegy) liegt etwa 15 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums. Mit dem Einstieg mehrererBilligfluggesellschaften in den ungarischen Markt steigen die Passagierzahlen seit 2004 stark an. Der Flughafen ist mit einem Zubringerbus(reptér-busz) oder über eine Schnellstraße erreichbar. Seit 2007 existiert auch eine Zugverbindung von FerihegyTerminal 1 zumBahnhof Budapest-Nyugati. Allerdings ist Terminal 1 stillgelegt, so dass man mit dem Bus zu den anderen Terminals fahren muss. Eine Schnellbahn- oderMetróverbindung von den Terminals 2A und 2B und vom geplanten 2C ins Zentrum ist vorgesehen.
Der Schiffsverkehr hat zunehmende Bedeutung. Neben von einheimischen Reedereien veranstalteten Ausflugsfahrten gibt es Linienfahrten mit Tragflügelbooten nachBratislava undWien. Außerdem betreibt dieBKV Zrt. zwei Fähren und eine Schiffslinie, die alle ein bis zwei Stunden verkehren. Flusskreuzfahrtschiffe, flussabwärts etwa ausPassau sowie flussaufwärts vomSchwarzen Meer bringen jährlich hunderttausende Touristen an die Anlegestellen. So wurden in der Sommersaison 2010 täglich insgesamt bis zu 100 verschiedene Fahrgast-Schiffe an den Ufern der Stadt gezählt.
DerFreihafen für den Güterumschlag umfasst drei Hafenbecken sowie Containerterminals und Lagerhallen, wo auchRoRo-Schiffe beladen werden können. Er bedeckt eine Fläche von über 150ha.[44]
Die erste ungarische Universität wurde 1635 von KardinalPéter Pázmány, alsJesuitenkolleg[45] inTyrnau (damals zumKönigreich Ungarn gehörig) gegründet. Anfänglich gab es lediglich eine geisteswissenschaftliche und eine theologische Fakultät. Einen grundlegenden Schritt in der Entwicklung der Universität stellte die Gründung der Fakultät der Rechtswissenschaften 1667 dar. Nach der Gründung der Medizinischen Fakultät 1769 glich die Struktur der Universität derjenigen anderer europäischer Hochschulen.
Am 1. Februar 1777 unterzeichnete KöniginMaria Theresia die Erlaubnis, die Universität nachBuda zu verlegen. Innerhalb der Geisteswissenschaftlichen Fakultät wurde 1782 das Institut für Ingenieurwesen gegründet, das aber 1857 von der Polytechnischen Universität übernommen und schließlich 1871 Teil der Technischen Universität wurde.
Janos Hauszmann:Kleine Geschichte Budapests. Pustet, Regensburg 2012,ISBN 978-3-7917-2454-6.
Arne Hübner, Johannes Schuler u. a.:Architekturführer Budapest. Verlag DOM publishers, 2012,ISBN 978-3-86922-157-1.
András Székely, FotografienHarald A. Jahn:Jugendstil in Budapest: die Sezession in Ungarns Metropole um die Jahrhundertwende. Harenberg, Frankfurt am Main 1995,ISBN 3-88379-698-0.
↑1xxy, wobei xx je die Nummer eines Bezirks darstellt (1011 bis 1239)
↑Anna Ananieva, Rolf Haaser:Elegante Unterhaltung: Die Leipziger Zeitung für die elegante Welt und ihre deutschsprachigen Nachfolger in Prag und Ofen-Pest. Juli 2016,doi:10.15496/publikation-24004 (uni-tuebingen.de [abgerufen am 7. Dezember 2025]).
↑Alexander Haneke:Insel der Sicherheit. Für viele Juden ist Ungarn einer der letzten Orte in Europa, an denen sie sich frei von Angst in der Öffentlichkeit bewegen. Das zeigt sich auch am boomenden Tourismus aus Israel. In:Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Dezember 2025, S. 3.
↑Julia Richers:Jüdisches Budapest. Kulturelle Topographien einer Stadtgemeinde im 19. Jahrhundert. Böhlau, Köln 2009,ISBN 978-3-412-20471-6, S. 148.