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British National Party

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British National Party
Britische Nationalpartei
Partei­vorsitzenderAdam Walker
Gründung1982
HauptsitzWelshpool
AusrichtungRechtsextremismus
Völkischer Nationalismus
EU-Skepsis
Neofaschismus[1][2][3]
Farbe(n)Rot,Weiß,Blau
Jugendorganisation Resistance
Zeitung Voice of Freedom
SitzeHouse of Commons
0 / 650 (0,0 %)
Mitglieder­zahl 500(2014)[4]
Websitebnp.org.uk

DieBritish National Party (BNP,deutschBritische Nationalpartei) ist einerechtsextreme Partei imVereinigten Königreich. Einige Beobachter stufen sie auch als – zumindest teilweise –neofaschistisch ein. Seit dem 15. Februar 2010 ist die Parteimitgliedschaft aufgrund eines Gerichtsurteils offiziell nicht mehr nur Weißen vorbehalten.[5]

Die Partei wurde 1982 gegründet. Größter Erfolg der Partei war der Einzug in dasEuropäische Parlament2009. Seitdem verlor die Partei jedoch stark an Bedeutung.

Geschichte

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Gründung und erste Zeit

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Die BNP spaltete sich in den achtziger Jahren von derNational Front ab. Schwerpunkt ihres Parteiprogramms war die Forderung nach Rückführung aller nicht-weißenEinwanderer in ihre Heimatländer. Der Gründer und langjährige Vorsitzende der Partei warJohn Tyndall (1927–2005), der 1976 zugleich den Vorsitz der National Front innehatte. Er wurde mehrmals wegen Aufstachelung zum Rassenhass und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt. Er vertrat die These einer „jüdischen Weltverschwörung“,[6] stellte Kontakte zu zahlreichen rechtsextremistischen Gruppierungen und Parteien außerhalb des Vereinigten Königreiches auf und versuchte, eine Basis für Kooperation herzustellen.

Am 17. September 1993 wurde, im Rahmen einer Nachwahl des Wahlkreises Millwall, inTower Hamlets zum ersten Mal ein BNP‐Politiker in einen Gemeinderat gewählt. Dies führte zu massivem Widerstand militanter antifaschistischer Gruppen. Die von ehemaligenTrotzkisten dominierte „Anti-Fascist Action“ (AFA) agierte auch unter Einsatz von Gewalt gegen die BNP-Anhänger. Bei verschiedenen Veranstaltungen beider Seiten kam es zu regelrechten Straßenschlachten.

Es gibt auch Beweise für Kontakte zwischen Parteimitgliedern der BNP und der GruppierungCombat 18,[7] von der sich die Partei aber distanzierte.

Aufstieg ab 2000

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Nick Griffin

1999 wurde derHolocaustleugnerNick Griffin Parteivorsitzender, indem er durch eine Urabstimmung den bisherigen Parteivorsitzenden John Tyndall ablöste. Von nun an versuchte er, der Partei ein neues moderateres Image zu geben, indem er jeglichen Bezug zum historischenNationalsozialismus vermied und jegliche Nazisymbolik aus den öffentlichen Auftritten verbannte (welche zur Zeit seines Vorgängers noch üblich war). Vorbild dieser Politik waren unter anderem der französischeFront National und die österreichischeFPÖ.[8] Seither wird versucht, offenenRassismus undAntisemitismus zu vermeiden.

Im Dezember 2001 erreichte die BNP bei Kommunalwahlen inBurnley drei Sitze. Im November 2002 sorgten Aussagen und Sprüche Mark Colletts, des Vorsitzenden der Jugendorganisation „Young BNP“, für Aufsehen. Bei einer Fernsehveranstaltung tätigte er radikale Äußerungen, die ihm in Folge seinen Posten innerhalb der Partei kosteten. Er wurde daraufhin durch den 20-jährigen Tony Wentworth, einen Studenten derSalford University, ersetzt.

2003 erreichte die BNP bei Wahlen Gemeinderatssitze imBlack Country, inHertfordshire sowieEssex im SüdostenEnglands. Bei den Europawahlen setzte die BNP vor allem auf Anti-EU-Werbekampagnen und trat gegen die rechtspopulistischeUK Independence Party (UKIP) an, die ebenfalls einen Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU anstrebt. Die BNP erreichte 4,9 % der Stimmen, erhielt jedoch keinen Sitz.

Bei den Kommunalwahlen 2006 in England konnte die BNP ihre Sitze auf nun 33 deutlich steigern. Im Londoner StadtteilBarking and Dagenham wurde sie sogar zur zweitstärksten Partei, wo sie sich von vorher zwei Stadträten auf nun zwölf steigern konnte. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass in England, ähnlich wie bei den Unterhauswahlen, ein Sitz nur durch eine Direktwahl im jeweiligen Wahlkreis errungen werden kann. Bei den Kommunalwahlen verlor sie allerdings sämtliche Mandate in diesem Bezirk wieder.

Im November 2008 wurden die persönlichen Daten von 12.801 Mitgliedern und Sympathisanten der Partei aufWikiLeaks im Internet veröffentlicht.

Bei denEuropawahlen im Juni 2009 gelang der BNP wider Erwarten zum ersten Mal der Einzug in dasEuropäische Parlament, wo sie mit zweiAbgeordneten vertreten war. Aufgrund ihres Wahlerfolges wurde Parteichef Griffin am 22. Oktober 2009 erstmals in die angesehene PolitiksendungQuestion Time eingeladen. Diese Entscheidung derBBC war sehr umstritten.[9]

Niedergang und Abspaltungen ab 2010

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BNPBritische Unterhauswahl 2010

Nach den Wahlerfolgen der Jahre 2006 bis 2009 sank die Popularität der BNP durch rassistische und fremdenfeindliche Aussagen, die der Selbstdarstellung als einer gemäßigten rechten Partei widersprachen und die Strategie, Wählerschichten in der Mitte der Gesellschaft anzusprechen, scheitern ließen. Nachdem ein Gericht die BNP gezwungen hatte, nicht-weiße Mitglieder zu akzeptieren, antwortete Griffin auf die Frage, warum die BNP die Rassendiskriminierung in der Partei nicht schon viel früher aufgegeben habe: „Wenn man es mit einer Gruppe von weiblichen Vergewaltigungsopfern zu tun hätte, würde man sie kaum fragen, warum sie keine Männer aufnehmen oder ob sie Männer hassen. Das Gleiche gilt für unsere Partei. Sie ist eine Zufluchtsstätte für Menschen, die vom multirassischen Experiment traumatisiert sind.“[10] 2010 wurde berichtet, dass Kandidaten der BNP für politische Posten darin geschult werden, Fragen nach Stellungnahmen zum ThemaHolocaust in öffentlichen Interviews zu umgehen.[11]

In der Folge entstanden innerparteilich Streitigkeiten über Führung und Ausrichtung der Partei.Andrew Brons, einer der beiden Europaabgeordneten, verließ die Partei Ende 2012 und gründete Anfang 2013 die radikalereBritish Democratic Party. Bei derEuropawahl 2014 erreichte die BNP nur noch 1,1 % der Stimmen und keine Mandate im Straßburger Parlament, womit sie praktisch in der Bedeutungslosigkeit versank, während die UKIP mit den Themen Einwanderung, innere Sicherheit und Ablehnung der EU zur stimmenstärksten Partei wurde. Bei den zeitgleich stattfindenden Kommunalwahlen verlor die Partei alle lokalen Mandate bis auf zwei. Im Juni 2014 verlor Nick Griffin die Wiederwahl zum Parteichef und wurde im Oktober aus der Partei ausgeschlossen. Neuer Parteichef wurdeAdam Walker.

Die Partei verlor stark an Mitgliedern. Waren 2013 noch 4220 Mitglieder, waren es 2015 nur noch 500.[12] Bei denbritischen Unterhauswahlen 2015 trat die BNP nur noch in acht Wahlkreisen an. Anfang 2016 nahm die britische Wahlkommission die BNP aus ihrem Register, nachdem diese ihre jährlich notwendige Registrierung einschließlich einer Zahlung von 25 £ versäumt hatte. Kurz darauf legte die Partei die notwendigen Unterlagen vor und wurde erneut in das Register aufgenommen.

Positionen

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Die Partei versteht sich als Anwalt der Interessen der einheimischen britischen Bevölkerung, die von den anderen Parteien nicht mehr berücksichtigt würden. Hauptsächlich werden Kritik amMultikulturalismus, die angeblich drohende „Islamisierung“ Großbritanniens und die angebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit durch diePolitical Correctness thematisiert. Die Partei vertritt Positionen, die sich alsethnopluralistisch beschreiben lassen: Das Recht von Einwanderern nicht-europäischer Herkunft, in Großbritannien zu leben, wird akzeptiert, wenn sie „pro-britisch“ und „assimiliert“ sind, diese werden alsbritische Staatsbürger („British in a civic sense“), nicht als „einheimisch britisch“ („indigeniously British“) anerkannt. Prinzipiell hält die Partei also an einemvölkischen Nationalismus fest. Die Zahl der nicht-weißen Einwohner soll drastisch gesenkt werden, wofür die Partei „klare, aber freiwillige Anreize für Einwanderer und deren Nachkommen, nach Hause zu gehen“, einrichten möchte. Weitere Einwanderung soll unverzüglich gestoppt werden. Die Partei spricht sich außerdem offen gegen „Mischehen“ aus. Einige Mitglieder, die nicht-europäischer Herkunft waren, verließen die Partei wieder. Die Partei spricht sich für „traditionelle Familienwerte“ aus, lehntAbtreibung und öffentliche Darstellung vonHomosexualität wie auch jede Form von homosexuellen Partnerschaften ab. Im Gegensatz zu früheren Aussagen bezieht sich die Partei heute positiv auf die Leistungen britischer Soldaten imZweiten Weltkrieg und verwendete etwa Ausschnitte aus Reden vonWinston Churchill, was von dessen Enkel Nicholas Soames heftig kritisiert wurde. Die Mitgliedschaft in der EU wird abgelehnt. Die BNP versteht sich heute als pro-israelisch, was sie vor allem mit den Gefahren desIslamismus begründet, in der Vergangenheit wurden von Mitgliedern allerdings auchantiisraelische und antisemitische Aussagen getätigt.

International

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Auf europäischer Ebene ist die BNP Mitglied derAllianz der europäischen nationalen Bewegungen, einer Vereinigung nationalistischer rechtsextremer Parteien. Die beiden BNP-Abgeordneten im Europaparlament warenfraktionslos.

Gliederungen

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Jugendorganisation der BNP ist dieYoung BNP.

Vorstand

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  • Vorsitzender: Adam Walker

Wahlergebnisse

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JahrWahlStimmenStimmenanteilSitze
1983Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 198314.6210,0 %
1987Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 19875630,0 %
1992Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 19927.6310,1 %
1997Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 199735.8320,1 %
1999EuropaEuropawahl 1999102.6471,0 %
2000EnglandEnglandWahl zur London-Versammlung 200047.6702,9 %
2001Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 200147.1290,2 %
2003SchottlandParlamentswahl in Schottland 20032,3440,1 %
2003WalesWahl zur Nationalversammlung für Wales 20033.2100,4 %
2004EnglandEnglandWahl zur London-Versammlung 200490.3654,8 %
2004EuropaEuropawahl 2004808.2014,8 %
2005Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 2005192,7460,7 %
2007SchottlandParlamentswahl in Schottland 200724.5981,2 %
2007WalesWahl zur Nationalversammlung für Wales 200742.1974,3 %
2008EnglandEnglandWahl zur London-Versammlung 2008130.7145,4 %
2009EuropaEuropawahl 2009943.5986,0 %
2010Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 2010563,7431,9 %
2011SchottlandParlamentswahl in Schottland 201115.5800,8 %
2011WalesWahl zur Nationalversammlung für Wales 201122.6102,4 %
2011NordirlandWahl zur Nordirland-Versammlung 20111.2520,2 %
2012EnglandEnglandWahl zur London-Versammlung 201247.0242,1 %
2014EuropaEuropawahl 2014179.6941,1 %
2015Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 20151.6670,0 %
2016EnglandEnglandWahl zur London-Versammlung 201615.8330,6 %
2017Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 20174.6420,0 %
2019Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichUnterhauswahl 20195100,0 %

Literatur

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  • Nigel Copsey: Contemporary British Fascism: The British National Party and its Quest for Legitimacy: Houndmills/New York: Palgrave Macmillan: 2004:ISBN 1-4039-0214-3.
  • Thomas Grumke, Andreas Klärner: Rechtsextremismus, die soziale Frage und Globalisierungskritik – Eine vergleichende Studie zu Deutschland und Großbritannien seit 1990, Berlin 2006PDF-Datei.
  • Andrew Sykes: The Radical Right in Britain: From Social Imperialism to the British National Party: Houndsmills: New York: Palgrave Macmillan: 2005:ISBN 0-333-59924-1.

Weblinks

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Commons: British National Party – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/00313220500045170
  2. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1348/014466607X264103/abstract
  3. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00313220601118777
  4. Green Party membership on course to overtake Ukip's. In: newstatesman.com. 14. Januar 2015, abgerufen am 28. Januar 2015. 
  5. Der Standard:Rechtsextreme National Party muss sich für nicht-weiße Mitglieder öffnen
  6. Torsten Wenzler:Jugendlicher Rechtsextremismus in politischer und pädagogischer Übersicht – ein Überblick. LIT-Verlag, Reihe „Erziehungswissenschaft“, Bd. 43, 2001, S. 99.
  7. Thomas Greven:Globalisierter Rechtsextremismus? Die extremistische Rechte in der Ära der Globalisierung. VS Verlag, 2006.ISBN 3-531-14514-2, S. 174f. (Online in der Google Buchsuche).
  8. Griffin: I am not a Nazi (englisch)
  9. BBC:Griffin attacks Islam on BBC show
  10. Rechts und rechts: Der französische Front National macht auf Demokratie, die britischen Nationalisten bleiben sich treu
  11. The British National Party and the Holocaust. newstatesman.com, 14. April, 2010
  12. Nigel Morris: Green parties membership 'will overtake Ukip within a week', new research predicts. In: independent.co.uk. 14. Januar 2015, abgerufen am 11. Februar 2024 (englisch). 
Parteien imVereinigten Königreich
House of Commons:

Labour Party (inkl.Labour and Co-operative Party*) •Conservative PartyLiberal DemocratsScottish National PartySinn Féin† •Democratic Unionist PartyReform UKGreen Party of England and WalesPlaid CymruSocial Democratic and Labour PartyAlliance Party of Northern IrelandTraditional Unionist VoiceUlster Unionist PartyYour Party

House of Lords:

Conservative PartyLabour PartyLiberal DemocratsDemocratic Unionist PartyUlster Unionist PartyGreen Party of England and WalesPlaid CymruReform UK

Schottisches Parlament:

Scottish National PartyScottish Conservative PartyScottish Labour PartyScottish Green PartyScottish Liberal DemocratsReform UK

Walisisches Parlament:

Welsh Labour PartyWelsh Conservative PartyPlaid CymruWelsh Liberal DemocratsReform UK

Northern Ireland Assembly:

Sinn FéinDemocratic Unionist PartyAlliance Party of Northern IrelandUlster Unionist PartySocial Democratic and Labour PartyTraditional Unionist VoicePeople Before Profit

London Assembly:

London Labour PartyLondon ConservativesLondon Green PartyLondon Liberal DemocratsReform UK

*Mitglieder derLabour and Co-operative Party treten gemeinsam mit derLabour Party bei Wahlen an
†Die Abgeordneten von Sinn Féin nehmen ihre Plätze in Westminster nicht ein
Normdaten (Körperschaft):GND:5196384-X (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |VIAF:142096595
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