


Diebritische Besatzungszone (oderNordwestzone) war eine der vierBesatzungszonen, in dieDeutschland westlich derOder-Neiße-Linie nach derKapitulation im Mai 1945 von denalliierten Siegermächten auf der Grundlage desBesatzungsrechts aufgeteilt wurde. Sie unterstand derbritischen Militärregierung und endete mit Erlass desBesatzungsstatuts im September 1949. Die mit dem Besatzungsstatut verbundenenalliierten Vorbehaltsrechte verloren jedoch erst 1990 mit derdeutschen Wiedervereinigung und dem Inkrafttreten desZwei-plus-Vier-Vertrages am 15. März 1991 auch völkerrechtlich ihre Wirkung, als Deutschland die volle Souveränität wiedererlangte.
Die britische Besatzungszone umfasste bei Übernahme der Besatzungshoheit diepreußischen ProvinzenHannover,Schleswig-Holstein undWestfalen, den Norden derRheinprovinz („Nordrhein“) sowie die LänderBraunschweig,Hamburg,Lippe (siehe hierzu:Lippische Punktationen),Oldenburg undSchaumburg-Lippe desDeutschen Reichs. DieFreie Hansestadt Bremen, bestehend aus den Städten Bremen und Bremerhaven, gehörte anfangs ebenfalls zur britischen Zone, wurde aber 1947 alsExklave deramerikanischen Besatzungszone zugeschlagen.Fehmarn sollte nach einem sowjetischen Wunsch bei den Verhandlungen im Winter 1944/45 zurSBZ, kam jedoch nach Intervention vonBaron Strang doch zur britischen Zone.[1]
Britisch besetzt war außerdem aufgrund desViermächte-Status ein TeilWest-Berlins.
Innerhalb der britischen Besatzungszone waren auch Armee-Einheiten aus anderen Nationen stationiert, z. B.polnische Einheiten im Emsland (bis 1948), dienorwegische Deutschland-Brigade westlich desHarzes und später in Schleswig-Holstein (1947 bis 1953) sowiebelgische Streitkräfte in Nordrhein-Westfalen (bis 2002). Eine weitere Besonderheit war dieEnklave Bonn. Sie wurde im Juli 1949 als besatzungsfreies Gebiet geschaffen und unterstand derAlliierten Hohen Kommission.
Sitz der Militärregierung (Control Commission for Germany/British Element) war zunächstBad Oeynhausen mit weiteren Stützpunkten inMünster,Düsseldorf,Kiel undHannover. Der Plan eines Umzugs nachHamburg – wo zu diesem Zweck ab 1946 dieGrindelhochhäuser errichtet wurden – wurde später wieder fallengelassen. In Bad Oeynhausen war auch dasHauptquartier derbritischen Rheinarmee, inBad Eilsen das der britischen Luftstreitkräfte in Deutschland (RAF Germany) bis zurZusammenlegung beider Hauptquartiere 1954 inRheindahlen.

Die Militärregierung war in fachliche Abteilungen gegliedert, denen jeweils eigene deutsche Verwaltungen nachgeordnet waren.
Eine Koordinierungsfunktion mit der britischen Regierung in London hatte bis April 1947John Hynd,[2] nach ihmFrank Pakenham.
Zur Konsultation mit den deutschen Behörden in den Provinzen und Ländern wurde 1946 einZonenbeirat gebildet, der bis zurGründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 bestand.
Der jeweiligeKreis Resident Officer (übersetzt: Ortsansässiger Kreisoffizier), üblicherweise alsKRO abgekürzt, war mit der Aufsicht über die Verwaltung derLandkreise und derkreisfreien Städte betraut.[3]

Nachdem die Militärregierung am 23. August 1946 staatsrechtlich die LänderSchleswig-Holstein,Hannover und „Nordrhein/Westfalen“ aus den preußischen Provinzen schuf, wurde Hannover zum 1. November 1946 mit den LändernBraunschweig,Oldenburg undSchaumburg-Lippe zum LandNiedersachsen fusioniert.[4][5]
Das LandNordrhein-Westfalen wurde zunächst aus zwei preußischen Provinzen, und zwar dem Nordteil der Rheinprovinz („Nordrhein“) und Westfalen, gebildet. Im Januar 1947 trat das bis dahin unabhängigeLand Lippe dem Land Nordrhein-Westfalen bei.[6] Damit war die Bildung der Länder in der britischen Zone abgeschlossen. Diese Länder wurden am 1. Januar 1947 Bestandteil derBizone, dann derTrizone und schließlich am 23. Mai 1949 derBundesrepublik Deutschland.
Zum 31. Dezember 1946 wurde der StadtkreisWesermünde, der bis dahin zu Niedersachsen gehört hatte, dem neuenLand Bremen zugeordnet.[7]
Als alleiniger Rundfunksender wurde derNWDR in Hamburg eingerichtet.