Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Brigitte Ederer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Brigitte Ederer (2015)

Brigitte Ederer (*27. Februar1956 inWien) ist eineösterreichischeIndustriemanagerin und ehemaligePolitikerin (SPÖ). Sie war Mitglied des Vorstands derSiemens AG und zuvorEU-Staatssekretärin im österreichischenBundeskanzleramt zu der Zeit, als sich Österreich auf den EU-Beitritt vorbereitete.

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Brigitte Ederer ist Tochter einer alleinerziehenden Mutter, die mit ihr und ihrem Bruder Anton aus dem Waldviertel nach Wien zog. Sie besuchte ein Bundesrealgymnasium im 21. Wiener Gemeindebezirk,Floridsdorf, und studierte anschließend an derUniversität Wien Volkswirtschaft. 1980 schloss sie ihr Studium mit dem akademischen Grad Magister ab.

Von 1977 bis 1992 arbeitete sie für die wirtschaftswissenschaftliche Abteilung der WienerArbeiterkammer. Zuvor bei denRoten Falken, bei derSozialistischen Jugend und beimVSStÖ aktiv gewesen, beteiligte sie sich ab 1980 an der Parteiarbeit der SPÖLeopoldstadt (2. Wiener Gemeindebezirk), wo sie bald auch wohnte.

Nach derNationalratswahl 1983, bei der Ederer auf der Wiener SPÖ-Kandidatenliste an nicht wählbarer Stelle aufschien, trat der langjährige BundeskanzlerBruno Kreisky zurück. Im Zuge der folgenden Revirements wechselte die Wiener AbgeordneteFranziska Fast in dieVolksanwaltschaft. Als Nachrückerin wurde Ederer am 5. Juli 1983 alserste Abgeordnete der SPÖ unter der magischen Altersgrenze von 30 Jahren[1] imNationalrat angelobt, den damals eine SPÖ-FPÖ-Koalition (Bundesregierung Sinowatz) dominierte. Sie blieb vorerst bis 1992 fast neun Jahre lang Abgeordnete und gehörte dem Nationalrat 1994–1997 noch zweimal für kurze Zeit an.

In ihrer Funktion als Europa-Staatssekretärin bei BundeskanzlerFranz Vranitzky ab dem 3. April 1992 warb sie für denEU-Beitritt Österreichs und propagierte denEderer-Tausender. Sie verhandelte als Vertreterin Vranitzkys gemeinsam mit AußenministerAlois Mock in Brüssel. Am 1. März 1994 konnten die Beitrittsverhandlungen nach einem nächtlichen Finish abgeschlossen werden; ein Foto, auf dem Mock aus Freude darüber Ederer einBusserl gibt, ging durch die Medien.[2][3]

Bei derVolksabstimmung am 12. Juni 1994 entschieden 66,6 % der abstimmenden Österreicherinnen und Österreicher für den Beitritt zur damaligenEG, der mit 1. Jänner 1995 vollzogen wurde.

Nach dem Ausscheiden als Staatssekretärin am 27. Oktober 1995 wurde sie Bundesgeschäftsführerin der SPÖ (bis 1997) und danach Finanz- und Wirtschaftsstadträtin inWien (sieheLandesregierung und Stadtsenat Häupl II). In dieser Zeit war sie auch Präsidentin desWiener Tourismusverbandes.

Nach dem Ausscheiden aus der Politik Mitte Dezember 2000 wechselte Ederer in denVorstand derSiemens AG Österreich. Mit Ablauf der Aufsichtsratssitzung vom 13. Dezember 2005 trat Brigitte Ederer die Nachfolge von Albert Hochleitner als Generaldirektorin und Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich an. Im Mai 2010 wechselte Ederer in den Vorstand der Siemens AG inMünchen. Sie leitete den Bereich Corporate Human Resources und betreute die Wirtschaftsregion Europa einschließlich Deutschland. Im September 2013 wurde sie vorzeitig abberufen und erhielt deswegen eine Ausgleichszahlung von 5.600.000 Euro.[4]

Seit Mai 2010 war Brigitte Ederer Obfrau desFachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) in derWirtschaftskammer Österreich.[5] 2019 übergab sie das Amt an ihren NachfolgerWolfgang Hesoun[6].

Im September 2014 wurde Ederer zurAufsichtsratsvorsitzenden derÖBB gewählt.[7] Ebenfalls im September 2014 legte sie ihrenÖIAG-Aufsichtsratsposten nieder.[8] Am 9. Februar 2018 beschloss eine außerordentliche Hauptversammlung der ÖBB auf Initiative der neuen Eigentümervertreter derBundesregierung Kurz I die Abberufung von Ederer wie des Großteils der Aufsichtsratsmitglieder.[9] Als Aufsichtsratspräsident derÖBB-Holding AG folgte ihr Ende Februar 2018Arnold Schiefer nach.[10]Am 27. Mai 2020 berichtete derORF, dass Ederer auf Wunsch von MobilitätsministerinLeonore Gewessler (Bundesregierung Kurz II) in den ÖBB-Aufsichtsrat zurückkehren soll. Dies wurde am 28. Mai 2020 effektuiert.

Ederer ist Aufsichtsrätin beiams OSRAM AG,Boehringer Ingelheim,Marinomed Biotech AG,ÖBB Holding AG,ÖBB Personenverkehr AG,Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment,TTTech Computertechnik AG undWEB Windenergie AG sowie Sprecherin des Vereins Forum Versorgungssicherheit derösterreichischen Energie- und Wasserversorgung[11]

Politische Laufbahn

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Abgeordnete zumNationalrat, Nachrückerin im Wahlkreis Wien, 1. Juli 1983–3. April 1992; XVI.–XVIII. Gesetzgebungsperiode (GP)
  • Klubobmann-Stellvertreterin des Klubs der SPÖ-Abgeordneten (1990–1992)
  • EU-Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, 3. April 1992 – 27. Oktober 1995;Bundesregierung Vranitzky III undVranitzky IV
  • Abgeordnete zum Nationalrat, 7. November–14. Dezember 1994, XIX. GP, sowie 6. November 1995–31. Jänner 1997; XIX. und XX. GP
  • Amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke, 31. Jänner 1997–14. Dezember 2000,Landesregierung und Stadtsenat Häupl II

Sonstiges

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Brigitte Ederer ist mitHannes Swoboda, bis 2014 SPÖ-Mitglied des Europäischen Parlaments, verheiratet. Die beiden wohnen in Wien im 2. Bezirk,Leopoldstadt, wo Ederer seit Beginn der 1980er Jahre politisch aktiv war. In ihrer Funktion als ehemalige Topmanagerin wird sie in der NDR-DokumentationEinsame Spitze – Top Manager am Limit (2016) vonTina Soliman und Torsten Lapp porträtiert.[12]

Auszeichnungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Brigitte Ederer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Als Nachfolgerin von Franziska Fast: Die jüngste SP-Abgeordnete kommt aus der Leopoldstadt. In:Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 5. Juli 1983,S. 2. 
  2. TageszeitungWirtschaftsblatt, Wien, Website vom 4. Mai 2010 (Memento vom 26. April 2014 imInternet Archive)
  3. Gerald John und Nina Weissensteiner:„Gründen wir eine Partei“, Interview mit Ederer und Mock (Memento vom 26. April 2014 imInternet Archive), in: WochenzeitungFalter, Wien, Nr. 29 / 2005
  4. ORF-Online:Ex-Siemens-Chef Löscher bekommt 17 Mio. Euro Abfindung; abgerufen am 27. Nov. 2013
  5. FEEI: Ederer ist neue Obfrau des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (Memento vom 19. Juni 2014 imInternet Archive) Pressemeldung der FEEI vom 27. Mai 2010, abgerufen am 23. August 2012.
  6. Wolfgang Hesoun neuer Präsident des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). Abgerufen am 19. November 2019. 
  7. derStandard.at – Brigitte Ederer wird ÖBB-Aufsichtsratschefin. Artikel vom 10. September 2014, abgerufen am 11. September 2014.
  8. Ederer tritt als ÖIAG-Aufsichtsrätin zurück
  9. Meldung auf der Website der TageszeitungDer Standard, Wien, vom 11. Februar 2018
  10. ÖBB: Arnold Schiefer wird neuer Aufsichtsratspräsident. OTS-Meldung vom 28. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018.
  11. forum versorgungsicherheit Leitbild & Vorstand. Abgerufen am 12. Mai 2023. 
  12. programm.ARD.de – ARD Play-Out-Center Potsdam, Potsdam, Germany: Die Story im Ersten: Einsame Spitze. In: programm.ARD.de. Abgerufen am 28. November 2016. 
  13. derStandard.at – Auszeichnung für Brigitte Ederer. Artikel vom 6. November 2006, abgerufen am 17. Juni 2015.
Regierung Vranitzky IV (1994–1995/96)
Personendaten
NAMEEderer, Brigitte
KURZBESCHREIBUNGösterreichische Managerin und Politikerin (SPÖ), Abgeordnete zum Nationalrat
GEBURTSDATUM27. Februar 1956
GEBURTSORTWien
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Brigitte_Ederer&oldid=258399754
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp