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Brigade

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unterBrigade (Begriffsklärung) aufgeführt.

Brigade


Militärisches Symbol einer Infanterie-Brigade der NATO
Aktiv
Truppenteile3–5Bataillone oder
2–4Regimenter
Stärke1500–5000
UnterstellungDivision
Führung
DienstgradBrigadegeneral oderOberst

EineBrigade ist in modernen Streitkräften der kleinsteGroßverband desHeeres. Aufgrund seiner Organisation, Personalstärke und Ausrüstung ist er in der Lage,operative Aufgaben (ohne substantielle Verstärkungen) selbständig zu lösen.

Bis in den Zweiten Weltkrieg hinein bestanden Brigaden meist aus zweiRegimentern derselben Waffengattung ohne Kampfunterstützungstruppen oder Ähnlichem.

Herkunft des Begriffs

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Der Begriff ist seit Anfang des 17. Jahrhunderts in der deutschen Militärsprache belegt.[1] Er stammt vom italienischen Wortbrigata („Trupp, Abteilung“), was wiederum vonbriga („Zank, Streit“) hergeleitet wird; Brigade bezeichnet daher ursprünglich einen Streithaufen.[2]

Im zivilen Bereich bürgerte sich der Begriff nach 1945 in derDDR als Bezeichnung für eine Abteilung eines Betriebes ein (Planungs-Brigade, Reinigungs-Brigade und so weiter, siehesozialistische Brigade). Dies ist dem Russischen entlehnt, wo das Wort alsбригада(brigada) in dieser Bedeutung seit den 1920er Jahren nachweisbar ist.[1] Seit derWiedervereinigung ist diese Bedeutung aus dem deutschen Wortschatz wieder verschwunden.

Geschichte

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Als „Erfinder“ der Brigade mag der SchwedenkönigGustav Adolf II. gelten, der 2–3 Regimenter zu einer Brigade zusammenstellte,[3] ohne anfangs eine permanente Einteilung seiner Truppen damit zu bezwecken. Als er in derSchlacht von Demmin (1630) seine neue Brigade-Aufstellung erprobt hatte, hielt er es in administrativer und disziplinarischer Hinsicht für zweckmäßig, auch neben dem Gefecht eine ähnliche Zusammenstellung beizubehalten.

Dieses Beispiel machte bald Schule, ab dem 18. Jahrhundert nannte man „Brigade“ eine Anzahl (meist zwei bis drei) von taktischen Einheiten derselben Waffengattung.[3] So bestand eine Infanterie-Brigade aus zwei bis drei Infanterie-Regimentern, die Kavallerie-Brigade aus zwei bis drei Kavallerie-Regimentern und die Artillerie-Brigade aus mehreren Batterien. In Friedenszeiten existierten diese Brigaden (und andere höhere Formationen wie Divisionen oder Korps) jedoch nicht, die größte Formation in Friedenszeiten blieb dasRegiment; erst in Kriegszeiten wurden gegebenenfalls Brigadestäbe aufgestellt.

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich dies: Brigadestäbe bestanden jetzt schon im Frieden, die Brigade umfasste üblicherweise zwei, selten drei Regimenter derselben Waffengattung. Lediglich in Großbritannien gliederte man die Kriegsformationen in vielen Fällen nicht in Regimenter: So bestand imErsten Weltkrieg die britische Infanterie-Brigade aus vier Infanterie-Bataillonen (meist verschiedener Regimenter), dieFeldartillerie-Brigade aus zwei oder dreiBatterien[4].

Nur sehr selten (und meist nur vorübergehend) gab es sogenannte „gemischte Brigaden“, bei denen üblicherweise zwei Infanterie-Regimentern ein bis zweiSchwadronen Kavallerie vorübergehend zugeteilt wurden. Grundsätzlich vermied man indessen derartige die Kampfkraft desArmeekorps zersplitternden Gliederungen.[3]

Deutschland

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Preußische Armee

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Hauptartikel:Neupreußische Heeresorganisation

Reichswehr

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In den letzten Jahren desErsten Weltkrieges hatte die deutsche Infanterie-Division nur noch drei Regimenter, die in einer Infanterie-Brigade zusammengefasst waren, weitere Brigaden gab es auf Divisionsebene nicht mehr. Die Stärke des Brigadestabes (Kommandeur, üblicherweiseGeneralmajor),Adjutant (Hauptmann oderLeutnant),Ordonnanzoffizier (Leutnant), Schreiber (Unteroffizier) sowie 9 Mannschaftsdienstgrade (meistOffiziersburschen und Fahrer) zeigte bereits, dass diese Kommandostelle allmählich bedeutungslos wurde. Umso mehr scheint es zu überraschen, dass es in derReichswehr wieder entsprechende Kommandostellen gab: Sie hießen allerdings nicht „Brigade“, sondern „Infanterieführer“ und „Artillerieführer“ und hatten neben einem Generalmajor oder Oberst dreiStabsoffiziere, davon mindestens einenGeneralstabsoffizier[5].Dies war durch die Siegermächte ausdrücklich gestattet.[A 1] Tatsächlich verbargen sich hinter den Bezeichnungen Infanterie- und Artillerieführer jedoch verkappte Divisionsstäbe, mit deren Hilfe man im Falle eines gegnerischen Angriffs weitere Divisionen aufstellen wollte, wobei man für das übrige Personal zumindest für die nächsten 10 bis 20 Jahre noch auf zahlreiche im Ersten Weltkrieg gediente Soldaten zurückgreifen konnte.

Wehrmacht

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Mit Schöpfung derWehrmacht 1935 wurden zunächst die 7 Infanterie- und 7 Artillerieführer – wie geplant – aufgelöst und zur Aufstellung von Divisionsstäben verwendet.[6] Jede dieser 14 neu gebildeten Infanterie-Divisionen hatte drei Infanterie-Regimenter und ein Feldartillerie-Regiment, dazu sollte bei weiterer Aufrüstung ein schweres Artillerie-Regiment und eine Beobachtungsabteilung stoßen. Um innerhalb der Divisionen für Infanterie und Artillerie die erforderlichen Waffenvorgesetzten zu schaffen, waren erneut je Division dem Brigadestab vergleichbare Stellen zu schaffen, welche die BezeichnungInfanteriekommandeur undArtilleriekommandeur erhielten. Sie waren bis 1939 noch nicht vollständig für jede Division aufgestellt[7] und wurden bei Mobilmachung 1939 anderer Verwendung zugeführt.

Daneben gliederte sich einePanzerdivision in eine Panzerbrigade (zu zwei Panzerregimentern) und eine Schützenbrigade (zu zwei Schützenregimentern), auch die 1. leichte Division hatte eine Schützenbrigade. Ferner gab es ab 1938 eine selbständige Kavalleriebrigade (zu zwei Reiterregimentern und einer Radfahr-Abteilung).[8] Nach Ende des Frankreichsfeldzuges wurden die Panzerbrigaden aufgelöst, die Panzerdivision hatte ab jetzt nur noch ein Panzerregiment (allerdings zu drei statt bisher zwei Panzerabteilungen).

Auch in der Folgezeit sind in der Wehrmacht immer wieder – üblicherweise nur vorübergehend für kurze Zeit – Brigaden (meist aus zwei Regimentern einer und derselben Waffengattung) errichtet worden, die dann entweder zu Divisionen ausgebaut oder sehr schnell wieder aufgelöst wurden. Nur wenige dieser Aufstellungen waren gemischte Brigaden, die bekannteste hiervon dürfte dieSchnelle Brigade West gewesen sein, aus der dann die21. Panzer-Division wieder errichtet wurde.

Bundeswehr

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Sieht man von einigen wenigen konzeptionell ähnlich aufgestellten Regimentern undKommandos ab, ist die Brigade in der Bundeswehr der kleinste aus mehrerenTruppengattungen organisch zusammengesetzteGroßverband. Vor allem die Mischung aus verschiedenen Truppenteilen derKampftruppe und derKampfunterstützungstruppe ist charakteristisch für die meisten Brigaden. Dadurch sind klassische Brigaden zum selbstständig geführtenGefecht der verbundenen Waffen mit eigenen Truppenteilen befähigt.

Die übergeordnete Führungsebene einer Brigade ist häufig dieDivision. Brigaden können aber auch anderen Großverbänden nachgeordnet sein. Die nachgeordnete Ebene ist dasRegiment oder dasBataillon. Daneben unterstehen vielen Brigaden zur Führungsunterstützung selbstständigeKompanien, die alsBrigadeeinheiten bezeichnet werden. Über die gesamte Geschichte der Bundeswehr betrachtet, bestand eine Brigade je nach Typus aus rund 1500 bis 5000Soldaten. Imdeutschen Heer sind einerPanzergrenadier-,Panzer- oderGebirgsjägerbrigade in der Regel drei bis fünf Bataillone und selbständige Kompanien unterstellt;[9] ähnlich gliedert sich dieDeutsch-Französische Brigade. DieLuftlandebrigade gliedert sich ähnlich inFallschirmjägerregimenter und Brigadeeinheiten.

Führung und Unterstellung

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Kommandeur einer Brigade ist meist einBrigadegeneral. Nicht unüblich ist jedoch, dass einBrigadekommandeur seinen Dienstposten zunächst alsOberst antritt und erst danach zum Brigadegeneralbefördert wird. Vor allem kleinere Brigaden,nicht aktive Brigaden oder Brigaden, die einerDivision nachgeordnet waren, konnten teils dauerhaft durch einen Oberst kommandiert werden. Der Brigadekommandeur wird neben seinemStab meist durch einenOffizier imDienstgrad Oberst oderOberstleutnant alsStellvertreter unterstützt, der gleichzeitig in der Regel Kommandeur derBrigadeeinheiten ist.

Unterstellt sind der Brigade dabei in der RegelBataillone derKampftruppe, derKampfunterstützungstruppen, derHeeresaufklärungstruppe und derHeereslogistiktruppen sowie eineStabs- und Versorgungskompanie und gegebenenfalls weitereBrigadeeinheiten der Kampfunterstützung,Einsatzunterstützung oderFührungsunterstützung. Mehrere Brigaden sind einerDivision unterstellt.

Kampfunterstützungstruppen wiePioniere undHeeresflieger, aber auch Logistikverbände können zur übergeordneten Führung von speziellen Aufgaben dauerhaft ebenfalls zu Brigaden zusammengefasst werden, um je nach Lage stärkere oder geringere Anteile der unterstellten Truppen an die Kampftruppenbrigaden oder Divisionen zu unterstellen.

Geschichte

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Heeresstruktur 2
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Sieht man von zwei in der Heeresstruktur 1 nur kurzzeitig zur Aufstellung späterer Divisionen aufgestellten Brigaden ab (eine Luftlandebrigade, eine Gebirgsbrigade), entstanden die ersten Brigaden der Bundeswehr im Wesentlichen durch Umgliederung und Umbenennung aus den in derHeeresstruktur 1 zunächst aufgestelltenKampfgruppen. Die Neugliederung in Brigaden entsprach demNATO-weiten Gliederungskonzept. Jede der geplanten zwölf Divisionen sollte drei Kampftruppenbrigaden führen, so dass insgesamt 36 Kampftruppenbrigaden aufgestellt wurden. Die tatsächliche Aufstellung zog sich aber bis 1975 (Heeresstruktur 3) hin.

Heeresstruktur 3
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Auffälligste Neuerung in Bezug auf die Brigaden war die Umgliederung einiger Brigaden inJägerbrigaden und die Umgliederung derFallschirmjägerbrigaden inLuftlandebrigaden. Während die Luftlandebrigaden Bestand haben sollten, wurden die Jägerbrigaden nach dieser Heeresstruktur zunächst aufgegeben. Erst in den 1990ern wurde dieJägerbrigade 37 neu aufgestellt, die aber auch nicht lange Bestand haben sollte.

Heeresstruktur 4
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ImTerritorialheer wurden Anfang der 1980er Jahre ähnlich gegliederteHeimatschutzbrigaden aufgestellt, die den Kern der ansonsten vor alleminfanteristisch geprägtenHeimatschutztruppe bilden sollten.

In der grundsätzlichen Gliederung derHeeresstruktur 4 waren einer Panzer- oder Panzergrenadierbrigade meist als Kern der Kampftruppe drei Bataillone der namensgebenden Truppengattung unterstellt (in Panzerbrigaden also in der Regel dreiPanzerbataillone; in Panzergrenadierbrigaden entsprechend dreiPanzergrenadierbataillone). Dazu kam jeweils ein Bataillon der jeweils anderen Truppengattung (also ein Panzerbataillon in einer Panzergrenadierbrigade; in Panzerbrigaden ein Panzergrenadierbataillon). Daneben verfügten diese Brigaden über Rohrartillerie in jeweils einemPanzerartilleriebataillon. NebenStab undStabskompanie vervollständigten die Brigadeeinheiten die Fähigkeiten der Brigade. Zu den Brigadeeinheiten zählten in der Heeresstruktur 4 meist konkret einBrigadespähzug, einePanzerpionier-, einePanzerjägerkompanie, eine Instandsetzungs- und eine Nachschubkompanie. Heimatschutzbrigaden waren ähnlich aber mit reduzierterKampfkraft aufgestellt: Sie führten beispielsweise häufig „nur“Jägerbataillone und einFeldartilleriebataillon anstatt Panzerartilleriebataillonen und Panzergrenadierbataillonen, ähnelten aber ansonsten den anderen Brigaden. Die Luftlandebrigaden und Gebirgsjägerbrigaden waren nach ähnlichen Prinzipien gegliedert – jedoch bestand ihre Kampftruppe ausschließlich aus Fallschirmjäger- bzw.Gebirgsjägerbataillonen und auch sie verfügten nicht über Panzerartillerie.

Neben den aufgezählten Brigaden, die im Kern aus Kampftruppen bestanden, gab es bis zum Ende des Kalten Krieges nur noch einen weiteren Brigadetyp:Führungsfernmeldebrigaden.

Siehe auch:Gliederung des Heeres in der Heeresstruktur 4
Entwicklung ab 1990
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Nach 1990 verfügte das Heer kurzzeitig – wenn man die sich in Auflösung befindlichen Heimatschutzbrigaden der ersten Aufstellungswelle nicht mitzählt – über 42 deutsche Kampfbrigaden – zusätzlich die in Aufstellung befindliche Deutsch-französische Brigade. Die meisten der Brigaden wurden bis Ende der 1990er Jahre aber außer Dienst gestellt. Im Zuge der grundlegenden Reorganisation im Rahmen der Heeresstruktur V und V (N) und späterer Heeresstrukturen wurden ab 1990 Brigaden völlig neuen Typs geschaffen:Pionierbrigaden,Artillerie-,Flugabwehr-,Sanitäts-,ABC-Abwehr-,Pionier-,Führungsunterstützungs-,Heeresflieger-,Logistikbrigaden und so weiter. Bei diesen vorrangig ausKampfunterstützungstruppen zusammengesetzten Brigaden war das Ziel nicht die Zusammenführung verschiedener Truppengattungen unter ein gemeinsames Brigadekommando, um selbstständig das Gefecht führen zu können, sondern eine „Unterstützungsfunktion“ für andere Großverbände. Diese Brigaden sollten einzelne Truppenteile bedarfsweise den Kampftruppenbrigaden überstellen, um deren Fähigkeiten zu erweitern und Durchhaltefähigkeit zu stärken oder ähnlich wieKorpstruppen undDivisionstruppen (bzw. entsprechende Unterstützungselemente derTerritorial- undWehrbereichskommandos) Fähigkeiten auf einer übergeordneten Ebene bündeln. Im Gegenzug wurde die Anzahl der Kampfunterstützungsbataillone und Brigadeeinheiten in den Kampfbrigaden reduziert, die nun teils zur eigenen selbstständigen Gefechtsführung nur noch bedingt befähigt waren. Nur bei der neu aufgestelltenLuftmechanisierten Brigade konnte man den Ansatz erkennen, einen zur eigenständigen Gefechtsführung befähigten Großverband aufzustellen. Diese Unterstützungsbrigaden wurden aufgelöst und umgegliedert.

Pläne, die Stäbe jeweils einesVerteidigungsbezirkskommandos und einer Brigade zur Einnahme derHeeresstruktur V (N) analog zurZusammenfassung der Divisions- und Wehrbereichskommandostäbe sowie beimKorps/Territorialkommando Ost zu fusionieren, kamen zwischen 1994 und 1996 nicht über Ansätze hinaus. Fusioniert waren kurzzeitig:

Heutige Situation
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Das Heer verfügt heute noch über neun Brigaden, die recht unterschiedlich gegliedert sind. Neueste Brigade des Heeres ist diePanzerbrigade 45, die 2025 formal in Dienst gestellt wurde, sich aber noch in der Aufstellung befindet. Mit derDeutsch-Französischen Brigade ist auch eine multinationale Brigade präsent, an der Deutschland rund die Hälfte der Soldaten stellt.

Eingegliedert sind in die Kommandostruktur des Heeres daneben dreiniederländische Brigaden:

Als ein „Brigadeäquivalent“ hinsichtlich Größe und Führungsebene gilt dasKommando Spezialkräfte inCalw.

Militärisches Symbol

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Dasmilitärische Symbol (genauer das „Erweiterungsfeld B“ zur Kennzeichnung der Führungsebene) ist ein Kreuz (×), das über dem Symbol für den Brigadetyp angeordnet wird.

Bezeichnungssystematik

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Bis etwa Mitte der 1990er Jahre folgte die Bezeichnung der meisten Brigaden imFeldheer einer weitgehend stringenten Logik. Planmäßig sollten die zwölf Divisionen im Feldheer jeweils drei Brigaden führen, die fortlaufend nummeriert waren. Die1. Division führte die Brigaden1,2 und3, die2. Division die Brigaden4,5 und6 und so weiter. Die1. Gebirgsdivision galt in dieser Bezeichnungssystematik als „8. Division“ des Heeres mit den Brigaden22 bisPanzerbrigade 24; die1. Luftlandedivision galt als „9. Division“ mit den Brigaden25 bis27. Damit ergaben sich im Feldheer die Brigadenummern 1 bis 36. Die Brigade mit der niedrigsten Ordnungsnummer war die jeweils „erste Brigade“, die mit der zweithöchsten Nummer die „zweite Brigade“, die mit der höchsten Nummer die „dritte Brigade“ einer Division. Brigaden wurden entsprechend der Truppengattung der Mehrheit der ihr unterstellten Bataillone alsPanzer-,Panzergrenadier-,Gebirgsjäger- oder alsFallschirmjägerbrigade (nach Fähigkeitswerweiterung umbenannt inLuftlandebrigade) bezeichnet. Als nach 1990 die Bundeswehr aufOstdeutschland undWest-Berlin ausgedehnt wurde, wurde dieses System für die bereits als spätere Panzer- und Panzergrenadierbrigaden konzipierten Heimatschutzbrigaden37 bis42 zunächst fortgeführt. ImTerritorialheer wurden die zwölfHeimatschutzbrigaden der ersten Aufstellungswelle entsprechend ihremPräsenzgrad und ihremWehrbereich mit zweistelligen Nummern versehen: Die letzte Ziffer gab jeweils ihren Wehrbereich an, teilaktive Brigaden erhielten eine „5“ als erste Ziffer,nicht aktive Brigaden erhielten eine „6“.

Ab etwa 1992 (spätestens nach Aufstellung derLuftlandebrigade 31) wurde dieses stringente System nicht konsequent beibehalten. Bei Unterstellungswechseln wurden die alte Bezeichnung aus Traditionsgründen meist nicht der neuenUnterstellung angepasst. Brigaden, die aus anderen Truppenteilen neu aufgestellt wurden, führten teils deren Nummer fort (beispielsweise dieHeeresfliegerbrigade 3 oder dieFernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94). Meist folgte die Bezeichnung neu aufgestellter Brigade aber keinem stringenten Bezeichnungsschema. Nur noch in Teilbereichen ließen sich gewisse Systematiken erkennen: die achtPionierbrigaden wurden entsprechend ihrem Wehrbereich von10 bis80 durchnummeriert. DieFührungsunterstützungs-, dieSanitäts- undLogistikbrigaden der ersten Aufstellungswelle erhielten die Nummern 1–4 entsprechend der Bezeichnung des ihnen jeweils übergeordnetenKorps. Die Brigaden desHeerestruppenkommandos erhielten einheitlich die Nummern 100 (falls belegt, „200“ wie im Fall der„zweiten“ Logistikbrigade im Heerestruppenkommando) – der ihrer Truppengattung nach gewählte Name (beispielsweiseArtillerie-,Flugabwehrbrigade und so weiter) ließ aber eine Unterscheidung zu. Wie bei der Bezeichnung für Bataillone deuten höhere Nummern (vor allem ab „700-er Nummern“) wie im Fall derFührungsfernmeldebrigaden darauf hin, dass sie unmittelbar demMinisterium oder einerhöheren Kommandobehörde nachgeordnet waren.

Siehe auch:Zur abwechselnden Bezeichnung Panzer-/Panzergrenadierbrigade

Verbandsabzeichen

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Die meisten Brigaden führenVerbandsabzeichen. Bis etwa Mitte der 1990er Jahre herrschte zumindest imFeldheer ein aus derpreußischen Farbfolge abgeleitetes stringentes Design aufbauend auf der zumeist sehr regelhaften Gliederung vor: Die Verbandsabzeichen der Division und der ihr unterstellten Brigaden waren weitestgehend identisch. Es zeigte meist ein Motiv, das auf den Stationierungsraum der Division hindeutete. Das Verbandsabzeichen der Division wies eine silberne Kordel mit eingeflochtenem schwarzen Faden alsBord auf. Die Farben derBorde der Verbandsabzeichen Brigaden folgten der Reihenfolge der preußischen Farbfolge. Der Bord des Verbandsabzeichens der „ersten Brigade“ war weiß, der der „zweiten Brigade“ rot, bei der „dritten Brigade“ gelb. DieteilaktivenHeimatschutzbrigaden führten daneben Verbandsabzeichen mit grünen Borden. Nach 1990 wurde diese Systematik aufgeweicht. Neu aufgestellte Brigaden erhielten häufig keine eigenen Verbandsabzeichen mehr, teils wiesen ihre Verbandsabzeichen gekordelte Borde wie die Verbandsabzeichen der Divisionen auf oder waren in derWaffenfarbe der Haupttruppengattung, aus der die Brigade maßgeblich zusammengesetzt war, bordiert. Die einem größeren Truppenteil unterstellten Brigaden führten auch nicht mehr zwangsläufig Verbandsabzeichen mit weitgehend identischer Motivwahl. Jedoch führten – auch vor 1990 – nicht alle Brigaden eigene Verbandsabzeichen. In diesen Fällen trugen die Soldaten das Verbandsabzeichen ihres übergeordneten Truppenteils. Als Ersatz für das entweder nicht vorhandene oder mit Schwesterbrigaden weitgehend identische Verbandsabzeichen, wurde ersatzweise bei öffentlichkeitswirksamen Vorhabenpars pro toto häufig dasinterne Verbandsabzeichen desStabes oder derStabskompanie genutzt, um die Brigade insgesamt zu repräsentieren.

Siehe auch:Liste der Verbandsabzeichen der Brigaden und Divisionen der Bundeswehr

Liste der Brigaden der Bundeswehr

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Folgende Tabelle enthält alle in der Bundeswehr jemals aufgestellte Brigaden. Die meisten der aufgezählten Brigaden sind aufgelöst. Einige Brigaden sind mehrfach gelistet, wenn sich ihre Bezeichnung geändert hat.

TypTruppenteile
Panzerbrigaden2,3,6 (alt),6 (neu),8,(PzLehrBrig) 9,12,14 (alt),14 (neu),15,18,20,21,24,28,29,30,33,34 (alt),34 (neu),36,39,42,45 (in Aufstellung)
Panzergrenadierbrigaden1,2,4,5,7,10,11,13,16,17,19,20 (nur kurzzeitig),22,24,28,29,30,31,32,35,37,38,40,41
Heimatschutzbrigaden37,38,39,40,41,42,51,52,53,54,55,56,61,62,63,64,65,66
Luftlandebrigaden1,25,26,27,31,106.
Fallschirmjägerbrigaden25,26,27
Jägerbrigaden4,10,11,37
Gebirgsjägerbrigaden22,23
Pionierbrigaden10,20,30,40,50,(PiLehrBrig) 60,70,80,100
Führungsfernmeldebrigaden700,900
Führungsunterstützungsbrigaden1/DEU-NLD Korps,2,4,900
Sanitätsbrigaden1,2,4/Ost
Logistikbrigaden1 (neu), 1 (alt),2,4/Ost,100,200
weitereHeerestruppenbrigade,Deutsch-französische Brigade,Luftbewegliche Brigade 1,Luftmechanisierte Brigade 1,Heeresfliegerbrigade 3,Fernmelde- und Elektronische Aufklärungsbrigade 94,Artilleriebrigade 100,ABC-Abwehrbrigade 100,Flugabwehrbrigade 100,Gebirgsbrigade 104

Schweiz

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Seit derArmeereform XXI gliedert sich dieSchweizer Armee in Brigaden und Bataillone. Nach Abschaffung der Armeekorps und der Divisionen bildet die Brigade nun die größte Verbandseinheit. Eine Brigade besteht aus bis zu 10.000 Angehörigen der Armee. Geführt wird sie von einemBrigadier.

Österreich

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DasÖsterreichische Bundesheer besitzt folgende vier Brigaden:

Diese Brigaden bestehen entweder aus fünf (4. Panzergrenadierbrigade, 6. Gebirgsbrigade) oder sechs (3. Jägerbrigade, 7. Jägerbrigade) Bataillonen unterschiedlicher Waffengattungen. Der Brigadekommandant hat üblicherweise den DienstgradBrigadier.

1956 wurden im Bundesheer 3 Gruppen mit 8 Brigaden und 32 Bataillonen gebildet.[11] Ehemals besaß das Bundesheer weitere Brigaden:

Frankreich

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InFrankreich wird darüber hinaus eine Unterabteilung der Kompanie als Brigade bezeichnet, jedoch nur in den berittenen Regimentern (Kavallerie,Panzer) und in derGendarmerie nationale. Diese Brigade umfasst fünf bis zehn Soldaten und wird von einemBrigadier geführt.

Jugoslawien

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Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Partisanenbewegung (später:Volksbefreiungsarmee) ab 1942 aufBrigaden umgestellt,[12] die später in Dreiergruppen zu Divisionen zusammengefasst wurden.[13] Dieses System wurde zunächst im serbokroatischen Hauptkampfraum des jugoslawischen Kriegsschauplatzes eingeführt, aber später auch auf periphere Regionen wie Slowenien ausgeweitet.[14] Die Brigaden der Volksbefreiungsarmee umfassten üblicherweise etwa 1000 Kämpfer.[13][14]

USA

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Army

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Im Rahmen derTransformation derUnited States Army wurde das Heer in zwei verschiedene Brigadetypen gegliedert. Als Kampftruppenbrigaden dieBrigade Combat Teams für gepanzerte Truppen (englischArmored Brigade Combat Team), mobile Truppen mit Radpanzer (englischStryker Brigade Combat Team) und leichte Infanteriebrigaden (englischInfantry Brigade Combat Team). Zudem gibt es reine Truppengattungbrigaden wie dieCombat Aviation Brigade und weiterer Truppengattung. Beispiele sind die16th Military Police Brigade,20th Engineer Brigade und66th Military Intelligence Brigade.

Marine Corps

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NATO Symbol

Die Grundgliederung der Bodentruppen desUnited States Marine Corps kennt keine Brigaden. DieDivisionen sind in Regimenter und Bataillone gegliedert. Erst in der kombinierten Einsatzorganisation der Boden- und Luftstreitkräfte des Marine Corps (englischMarine Air-Ground Task Force) gibt es dieMarine Expeditionary Brigade (MEB). Sie stellt die Kampfkomponente mittlerer Größe zwischen demMarine Expeditionary Unit (MEU) undMarine Expeditionary Force (MEF) dar. Diese werden je nach Bedarf für den Einsatz zusammengestellt, bestehen aber grundsätzlich aus:[15]

  • Stabskomponente (englischCommand Element), die im Regelfall von einem Brigadegeneral oder Generalmajor geführt wird.
  • Bodenkampfkomponente (englischGround Combat Element) geführt von einemRegimental Combat Team eines Marineinfanterieregiments verstärkt durch Artillerie, Pioniere, Aufklärer undSchwimmpanzer.
  • Luftkampfkomponente (englischAviation Combat Element) mit einer gemischten Fliegergruppe (englischMarine Aircraft Group) für Luftkampf, Bodenunterstützung und Transport.
  • Versorgungskomponente (englischLogistics Combat Element) bestehend aus einem Logistikregiment (englischLogistic Combat Regiment) für die logistische Unterstützung.

Das Marine Corps hat drei dieser Brigaden, denen die Truppen für aus der Grundgliederung für Einsatz zugeordnet werden. Grundsätzlich soll die Brigade selbständig für 30 Tage operieren können.[16]

Anmerkungen

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  1. Bei denEntentemächten waren die Stäbe viel größer und personalreicher als in Deutschland, wo man sich bemühte, Stäbe klein zu halten, um so Befehlsketten zu minimieren. Auf Seiten der Siegermächte konnte man sich nicht vorstellen, wie ein Stab ohne mindestens drei weitere Stabsoffiziere zum Führen einer Brigade überhaupt in der Lage sein könne, vergleiche hierzu Martin van Creveld:Kampfkraft – Militärische Operation und Leistung 1939–1945. 2. Auflage. Ares, Graz 2006,ISBN 3-902475-17-X,S. 64 ff. 

Literatur

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Weblinks

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Wiktionary: Brigade – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. abWolfgang Pfeifer et al.:Brigade. In:Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version imDigitalen Wörterbuch der deutschen Sprache. 1993 (Artikel zum StichwortBrigade). 
  2. Walter Transfeldt:Wort und Brauch in Heer und Flotte. Hrsg.: Hans-Peter Stein. 9. überarbeitete und erweiterte Auflage. W.Spemann, Stuttgart 1986,ISBN 3-440-81060-7,S. 141. 
  3. abcBernhard von Poten:Brigade. In:Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften. 1. Auflage.Band 2. Velhagen & Klasing, Bielefeld/Leipzig 1877,DNB 1369206801 (Gesamtausgabe 1877–1880). 
  4. Archibald Frank Becke, Ray Westlake:Ordre of Battle of Divisions. In:History of the Great War based on official documents by direction of the Historical Section of the Committee of Imperial Defence. Reprint Auflage. Naval & Military Press Ltd., Uckfield, East Sussex, England 2007,ISBN 978-1-84734-738-1 (5 Bände,passim). 
  5. Ranglisten des Reichsheeres 1923 bis 1932:
    • Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Mittler-Verlag, Berlin 1925.
    • Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926. Mittler & Sohn, Berlin 1926.
  6. Georg Tessin:Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939. Biblio-Verlag, Osnabrück 1994,ISBN 3-7648-1000-9,S. 216 f. 
  7. VergleicheFriedrich Stahl:Heereseinteilung 1939. Podzun-Pallas, Bad Nauheim 1954,DNB 454821344,S. 6. 
  8. Burkhart Müller-Hillebrand:Das Heer 1933–1945. 1. Auflage.Band I. Mittler & Sohn, Darmstadt,DNB 457651911,S. 163–166 (Gesamtausgabe 3 Bände, 1954–1969). 
  9. Die Brigaden der Stabilisierungskräfte und Kräfte zur Lageaufklärung
  10. Jürgen Dreifke: Heer im Wandel 1955–2017. Juli 2016, abgerufen am 10. Dezember 2018. 
  11. Das Österreichische Bundesheer – Geschichte ab 1955
  12. Marie-Janine Calic:A History of Yugoslavia. Purdue University Press, West Lafayette 2019,ISBN 978-1-61249-563-7, Kapitel: „Occupation, Collaboration, and Resistance“,S. 125–141 (englisch, deutsch:Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert. München 2014.). 
  13. abKlaus Schmider:Partisanenkrieg in Jugoslawien 1941–1944. Verlag E. S. Mittler & Sohn GmbH, Hamburg 2002,ISBN 3-8132-0794-3, Kapitel 5.1: „Die Lage zu Jahresbeginn [1943]“,S. 193–205. 
  14. abJozo Tomasevich:War and Revolution in Yugoslavia, 1941–1945: Occupation and Collaboration. Stanford University Press, Stanford 2001,ISBN 0-8047-3615-4, Kapitel 3.2: „Italian Annexation of the Ljubljana Province“,S. 94–121 (englisch). 
  15. Marine Air-Ground Task Force. U.S. Marine Corps, 2021, abgerufen am 28. November 2021 (englisch). 
  16. U.S. Marine Corps (Hrsg.):Marine Expeditionary Brigade – Informational Overview. Expeditionary Force 21. (englisch,Archivkopie [Memento vom 1. August 2016 imInternet Archive; PDF, 13,9 MB]). 
Truppenteile desMilitärs
Teileinheiten:

Trupp (●)  Gruppe/Rotte (●●)  Zug/Kette/Schwarm (●●●)  Staffel (●●●●)

Einheiten undVerbände:

Kompanie/Staffel/Batterie (|)  Bataillon/Gruppe/Geschwader (||)  Regiment/Geschwader (|||)

Großverbände:

Brigade (x)  Division/Wehrbereichskommando/Militärkommando (xx)  Korps (xxx)  Armee (xxxx)  Heeresgruppe (xxxxx)  Oberkommando (xxxxxx)

Normdaten (Sachbegriff):GND:4146616-0 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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