

Bei derBraun LE1 (Lautsprechereinheit 1) handelte es sich um den ersten auf dem deutschsprachigen Markt angebotenenLautsprecher mitelektrostatischem Funktionsprinzip.Braun hatte für die Technik eine Lizenz von der britischenAcoustical Manufacturing Co. Ltd./Huntingdon (QUAD), die zuvor denESL57 auf den Markt brachte.
Die äußere Gestaltung erfolgte durch den DesignerDieter Rams.
Etwa 1959 erfolgte die Markteinführung, die Lizenz erlaubte den Vertrieb nur in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Etwa 500 Paare sollen gebaut worden sein. Die Fertigung erfolgte bis 1966. Heute (2013) werden wieder Lautsprecher angeboten, die unter Rams-Lizenz gebaut werden.[1][2]
Das Innenleben entspricht in wesentlichen Punkten dem ESL57, jedoch gibt es einige Unterschiede. Während die Statoren identisch sind, wurden die Transformatoren und dieHochspannungskaskade speziell von Braun entwickelt. Das Lautsprechersystem besteht aus zwei Tief- und einem Mittel-Hochtonsystem mit Übergangsfrequenzen bei 250 und 5000 Hz.
Die LE1 konnten über ein 4-adriges Spezialkabel (Tonsignal und 220 Volt-Versorgung) mit folgenden Braun-Röhrenverstärkern verbunden werden:CV 11 (vom Modularsystem Studio 2, 1961), CSV13 und CSV60.
Ein Vorteil dieser Lautsprecher ist der sehr transparente Klang, Gesangsstimmen und akustische Einzelinstrumente (z. B. Piano oder Violine) werden sehr realitätsnah abgebildet. Nachteilig sind relativ schwache Bässe und die ausgeprägte Richtwirkung.
2019 wurde von Quad unter der Marke Braun[3] derSmart SpeakerLE 01 mit zwei kleineren ModellenLE 02 undLE 03 vorgestellt,[4][5] die dann im November 2020 auf den Markt kamen.[6] Das Design des Aluminium-Gehäuses, das weiß oder schwarz erhältlich ist,[7] erinnert an den LE1 von 1959 und wird alsRetrodesign betrachtet;[5] die Lautsprecher selbst arbeiten nicht mehr wie beim ursprünglichen LE1 elektrostatisch, an deren Stelle werdenDynamische Lautsprecher, im Mittelhochtonbereich alsBiegewellenwandler, und weiter einClass-D-Verstärker eingesetzt.[6]