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Preßburg undPozsony sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unterPreßburg (Begriffsklärung) aufgeführt. Zum ungarischen Maler sieheJenő Pozsony.
Als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist BratislavaRegierungssitz der Slowakei sowie Standort mehrererUniversitäten, Museen, Theater und weiterer wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.
Die Geschichte der Stadt wurde von zahlreichen Ethnien und Kulturen mit unterschiedlicher Gewichtung geprägt, wieKelten,Römern,Germanen,Awaren,Deutschen,Magyaren,Juden undSlowaken. Bratislava war im Laufe seiner Geschichte eines der wichtigsten wirtschaftlichen und administrativen Zentren desMährerreiches, desKönigreichs Ungarn (auch im Rahmen derösterreichischen Monarchie beziehungsweiseÖsterreich-Ungarns) und derTschechoslowakei. Die Stadt war von 1536 bis 1783 und 1848 Hauptstadt des Königreichs Ungarn sowie von 1939 bis 1945 Hauptstadt der (ersten)Slowakischen Republik. 1968 wurde Bratislava Hauptstadt des TeilstaatesSlowakische Sozialistische Republik (slowakisch: SSR) in derTschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ČSSR) und kurz (1990–1992) in derTschechischen und Slowakischen Föderativen Republik (ČSFR). Seit 1993 ist sie Hauptstadt der selbständigen Slowakischen Republik.
Das Wahrzeichen der Stadt ist dieBratislavaer Burg. Das Wappen der Stadt zeigt einefiktive dreitürmige Burg in Silber auf rotem Grund.
Bratislava und Umgebung auf einem Satellitenfoto von 2021
Die Stadt liegt im Südwesten des Landes imBezirk Bratislava, beimDreiländereck Slowakei-Österreich-Ungarn. Dieösterreichische Grenze ist vom Zentrum fünf Kilometer nach Westen, dieungarische 20 Kilometer nach Süden entfernt. DieGrenze zuTschechien liegt 62 Kilometer nördlich. Österreichs HauptstadtWien befindet sich 55 Kilometer westlich von Bratislava. Beide Städte werden auch alsTwin City (Zwillingsstadt) bezeichnet und bilden den Mittelpunkt der EuroparegionCentrope. Die tschechische HauptstadtPrag liegt auf derLuftlinie etwa 290 Kilometer nordwestlich und die Hauptstadt Ungarns,Budapest, 165 Kilometer südöstlich.
Burg über der Donau bei Nacht
Bratislava befindet sich beiderseits derDonau (slowakischDunaj), welche das Stadtgebiet von West nach Südost durchfließt und im Stadtgebiet zwischen 200 und 300 Meter breit ist.[4] Im Westen des Stadtgebiets liegt dieThebener Pforte(Devínska brána), dasDurchbruchstal zwischen demBraunsberg am südlichen, dort österreichischen Ufer und demThebener Kogel am nördlichen, slowakischen Ufer. An dieser Stelle mündet der GrenzflussMarch(Morava) von Norden kommend in die Donau; der Mündungsbereich der March umfasst einen kleinen Anteil der LandschaftZáhorie, die geomorphologisch zum TieflandBorská nížina und somit zumWiener Becken zählt. DieBratislavaer Burg (Pressburg,212 m n.m.) in der Mitte der Stadt markiert den Beginn des zumeist nord- oder linksufrigen slowakischenDonautieflands(Podunajská nížina) in derKleinen Ungarischen Tiefebene, auf die sich der östliche und südliche Teil des Stadtgebiets erstreckt. Südlich der Hafenbrücke zweigt dieKleine Donau(Malý Dunaj) ab, ein linker Seitenarm der Donau im Donautiefland, und bildet mit der Donau dieGroße Schüttinsel(Žitný ostrov). Ungefähr drei Viertel des Stadtgebiets zählen zum Tiefland.[5]
Das restliche Viertel ist von bergiger Landschaft geprägt: Der Gebirgszug derKarpaten beginnt im Stadtgebiet von Bratislava mit denThebener Karpaten, dem südwestlichsten Abschnitt derKleinen Karpaten(Malé Karpaty). Im Bereich der Pforte von Lamač(Lamačská brána) beginnen dieBösinger Karpaten, zu denen mit dem BergKamzík (439 m n.m.) eines der Wahrzeichen der Stadt gehört. Im Gebirge entspringen mehrere Bäche, von denen dieVydrica der größte und wasserreichste ist. Im Nordwesten der Stadt sammelt das FlüsschenMláka Bäche im Einzugsgebiet der March und im Nordosten gehört der BachRačiansky potok mit seinen Zuflüssen über denŠúrsky kanál (Šúr-Kanal) zum Einzugsgebiet derČierna voda.[4] Die Stadt bedeckt eine Fläche von 367,66 km², womit sie die flächenmäßig größte Gemeinde der Slowakei ist. Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt auf126 m n.m. an der Donau bei Čunovo, die höchstgelegene Stelle ist der Gipfel des Thebener Kogels (Devínska Kobyla) auf514 m n.m.
Entlang der Donau befinden sich mehrere Arme, die nach der abgeschlossenen Flussregulierung bestehen blieben. Flussabwärts sind diesDevínske rameno,Karloveské rameno,Pečnianske mŕtve rameno,Chorvátske rameno,Biskupické rameno,Jarovské rameno,Rusovské rameno undMošonské rameno.[4] Zwischen demKarloveské rameno und der Donau liegt die für die Wasserversorgung Bratislavas bedeutende InselSihoť.[6] Im Süden der Stadt öffnet sich die Donau zum Staubecken Hrušov, das zum Komplex desWasserkraftwerks Gabčíkovo gehört.[7] Nahe der Staatsgrenze zu Ungarn am Wehr Čunovo zweigt dieMoson-Donau(Mošonský Dunaj) vom Hauptfluss ab.
Auf dem Stadtgebiet befinden sich mehrere Schutzgebiete, davon zweiLandschaftsschutzgebiete(Chránené krajinné oblasti) in den Kleinen Karpaten(Malé Karpaty) westlich und nördlich der Stadt und in den Donauauen(Dunajské luhy) am südlichen Rand der Stadt sowie neun kleinere Schutzgebiete wie der Thebener Kogel.
Bratislava liegt in dergemäßigten Zone und im Bereich desKontinentalklimas mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Die Sommer sind meist warm und trocken, die Winter kalt und feucht. Insgesamt weist Bratislava mit jährlich 574,2 mm nur geringe Niederschlagsmengen auf. Es verzeichnet zudem längere Trockenperioden und liegt in einer der wärmsten und trockensten Gegenden des Landes, die sich sehr gut zum Weinbau eignet.[8] Bedingt durch den vorherrschenden Nordwestwind, der im rechten Winkel die Kleinen Karpaten trifft, sind die dem Wind zugewandten Teile der Stadt im Nordwesten etwas kühler und regenreicher.[9] Die mittlere Lufttemperatur beträgt im Stadtzentrum durchschnittlich 10,7 °C. Die Übergangszeit im Frühling und Herbst ist meist nur kurz.Devín undDevínska Nová Ves sind regelmäßig durch Überschwemmungen von Donau und March gefährdet.
Eine keltische Münze und deren Nachbildung in Form einer modernen 5-Kronen-Münze
Die erste nachgewiesene dauerhafte Besiedlung der Gegend erfolgte in derJungsteinzeit um 5500 v. Chr. durch Angehörige der Kultur derLinearbandkeramiker.[11] Nach vielen weiteren Kulturen besiedelten im 5. Jahrhundert v. Chr. dieKelten das Stadtgebiet. Der keltische Stamm derBoier gründete in der heutigen Stadtmitte um etwa 115 v. Chr. eine befestigte Siedlung (Oppidum), wo es unter anderem eineMünzprägestätte gab.[12] Vom 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. stand die Gegend südlich der Donau unter der Herrschaft derRömer (im Süden), während das eigentliche Stadtgebiet nördlich der Donau zurGermania magna gehörte. DerDonaulimes verlief durch das heutige Stadtgebiet, beiRusovce befand sich dasKastell Gerulata. Von ungefähr der Zeitenwende bis in das 6. Jahrhundert n. Chr. war das Gebietgermanisch geprägt, wobei es häufig dem Reich derQuaden zugerechnet wird.
DieSlawen erreichten das Gebiet um das Jahr 580, gegen Ende derVölkerwanderung, nachdem die Quaden mit denLangobarden nach Italien abgezogen waren. Als Reaktion auf die Vorherrschaft derAwaren rebellierten die sesshaft werdenden slawischen Stämme und gründeten im Jahr 623 dasReich des Samo. Dieses erste historische slawische Staatsgebilde hatte bis 658 Bestand.[13] Vom Ende des 8. Jahrhunderts bis 833 waren die Burgen vonPressburg undTheben wichtige Zentren desFürstentums Nitra und nach 833 desMährerreiches. In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts war die Gegend von Bratislava Teil derkarolingischen Ostmark. Die erste überlieferte urkundliche Erwähnung der Stadt (abgesehen von der neuzeitlichen auf etwa 805 bezogenen Erwähnung durchJohannes Aventinus) erfolgte im Jahr 907 im Zusammenhang mit denSchlachten von Pressburg zwischenBajuwaren und denMagyaren, aus denen Letztere als Sieger hervorgingen.[14]
Die politische Entwicklung im 10. Jahrhundert ist unklar. Die meisten Historiker gehen davon aus, dass die Stadt seit etwa 907 (spätestens seit etwa 925) unter magyarischer (ungarischer) Oberherrschaft stand. DasKomitat Pressburg wurde wahrscheinlich entweder Ende des 10. Jahrhunderts oder im 11. Jahrhundert gegründet. Nach manchen Autoren gelangte die Stadt um 990 wieder zuBayern, kam aber kurz danach als Mitgift vonGisela von Bayern bei ihrer Heirat mit dem ungarischen KönigStephan I. zum ungarischen Staat.[15] Um 1001 wurde die Stadt zusammen mit der gesamten Slowakei kurzzeitig vonPolen erobert, bis sie 1030 endgültig an das Königreich Ungarn fiel.[16]
In der Folge entwickelte sich unterhalb der Burg eine Marktsiedlung, die aufgrund ihrer strategischen Lage an der Westgrenze Ungarns wiederholt Angriffen anderer Mächte ausgesetzt war. Es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Ungarn und bairischen, dann österreichischen, böhmischen und römisch-deutschen Fürsten bzw. Königen, wie bei den Angriffen 1042/1052 des römisch-deutschen KönigsHeinrich III. oder des böhmischen KönigsOttokar II. Přemysl in den 1270er Jahren im Rahmen der ungarisch-böhmischen Kriege.[17] EinMautrecht soll es bereits im 11. Jahrhundert gegeben haben, gegen 1100 fanden hier nachKolomans Gesetzbuch sogenannteGottesgerichte statt, die ansonsten nur für Bistumssitze reserviert waren. Später entstand das Pressburger Kapitel, die älteste erhaltene erlassene Urkunde stammt aus dem Jahr 1236.[18] Nach der Darstellung des arabischen Kartographenal-Idrisi warBūzāna (so die angegebene Bezeichnung) im 12. Jahrhundert eine „florierende mittelgroße Stadt mit vielen Einwohnern und genügend verschiedener Sachen und Lebensmittel zum Überleben“ und dichter Bebauung.[19]
Bodenerinnerungsplatte zur historischen Stadtbefestigung Bratislavas nahe demMichaelertor
Nach dem deutschen Sieg über die Ungarn in derSchlacht auf dem Lechfeld 955 setzte eine deutsche Besiedelung zu beiden Seiten der Donaufurt bei Pressburg ein, die nach der Jahrtausendwende von den ungarischen Königen gefördert wurde. Nach derVerwüstung des Umlands durch dieMongolen („Tataren“) im Jahr 1241 erfolgte die Wiederaufsiedelung des Marktes Pressburg durch Deutsche, die seither bis in die 1920er Jahre die Bevölkerungsmehrheit bildeten (sieheHochmittelalterliche Ostsiedlung). Ein Pressburger Richter(villicus Posoniensis) namens Jakob erscheint schriftlich zum ersten Mal im Jahr 1279.[20] Am 2. Dezember 1291 verlieh der ungarische KönigAndreas III. dasStadtrecht, das zuerst aber nur östlich des Martinsdoms galt, während die Burg mit demzukünftigen Schlossgrund weiterhin in königlichem Besitz verblieb.[14] Im Spätmittelalter war Pressburg eine durch Weingärten, Handwerke, Handel und Fischfang geprägte Stadt.[21] 1405 erklärte KaiserSigismund von Luxemburg Pressburg zurköniglichen Freistadt. 1465 wurde im Auftrage des KönigsMatthias Corvinus dieUniversitas Istropolitana gegründet, 1490 nach seinem Tode aber wieder geschlossen.
Nach derSchlacht bei Mohács im Jahr 1526 mussten weite Teile des Königreichs Ungarn an die Osmanen abgetreten werden. Deshalb wurde Preßburg 1536 zur Hauptstadt des alsKönigliches Ungarn bezeichneten Restterritoriums erklärt, das nunmehr von denHabsburgern regiert wurde. Die Stadt wurde ab diesem Zeitpunkt Sitz aller wichtigen Behörden und Institutionen und ab 1543 Sitz desErzbischofs von Gran.
Zwischen 1563 und 1830 war Preßburg Krönungsstadt desKönigreichs Ungarn. Hier wurden elf Könige und acht Königinnen aus dem Hause Habsburg gekrönt. Gemäß alter Tradition bestanden die Krönungsfeierlichkeiten[22] aus vier Hauptteilen:
Vollzug des Ritterschlages an ungarischen Adeligen durch den neu gekrönten König in derFranziskanerkirche. Damit wurden diese in den Stand der „Ritter vom Goldenen Sporn“ erhoben.
Im 18. Jahrhundert, insbesondere während der Herrschaft der KaiserinMaria Theresia zwischen 1740 und 1780, wurde Preßburg zur größten Stadt und einer der wichtigsten Städte des gesamten Königreichs Ungarn. Die Bevölkerungszahl verdreifachte sich. Dank der Anwesenheit des ungarischen Hochadels entstanden zahlreiche neue Paläste, Klöster und Landgüter, während die Burg Sitz des königlichen Statthalters wurde.[23] Das kulturelle und öffentliche Leben gewann stark an Dynamik, wie im Jahr 1776 mit der Eröffnung des ersten festen Theaters, des Städtischen Theaters, des Vorgängers des heutigen Slowakischen Nationaltheaters. In dieser Zeit kam es ebenfalls zur Entwicklung des Zeitungswesens: als erste erschien die vonMatthias Bel gegründete WochenzeitungNova Posoniensia (1721–1722). 1764 folgte die deutschsprachigePreßburger Zeitung (erschien bis 1929), 1780 die ungarischsprachigeMagyar Hírmondó (bis 1788) und 1783 die slowakischePrešpurské noviny (bis 1787).[24] Unter Maria Theresias SohnJoseph II. setzte jedoch ein Bedeutungsverlust ein, insbesondere nach der Überführung der Kronjuwelen nachWien im Jahr 1783 und der Verlegung der Verwaltung nachOfen (heute ein Teil vonBudapest). Einzig der ungarische Landtag tagte noch bis 1848 in der Stadt, dennoch wurde sie immer provinzieller.[25]
Die erste Eisenbahn im Königreich Ungarn war die im Jahr 1840 eröffnete (anfangs nur Pferde-)Bahn von Preßburg nachSvätý Jur (siehePressburg-Tyrnauer Eisenbahn).[27] Die Bahnverbindungennach Wien undPest kamen 1848 und 1850 hinzu.[28] Die Industrie nach 1848 und insbesondere nach 1880er Jahren entwickelte sich in der Stadt derart stark, dass Preßburg kurz vor dem Ersten Weltkrieg hinter Budapest die am zweitstärkstenindustrialisierte Stadt des Königreichs Ungarn war. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch gute Eisenbahnverbindungen, die Donau als Wasserstraße und Energiequelle und freigewordene Flächen nach der abgeschlossenen Flussregulierung, in denen sich Fabriken ansiedeln konnten. Zweige wie Chemie-, Maschinenbau-, Lebensmittel, Textil- und Elektroindustrie waren am stärksten vertreten.[29] Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt umfassend modernisiert, wobei neue Institutionen entstanden. Zwischen 1891 und 1914 entstand die erste permanenteDonaubrücke, dieFranz-Josephs-Brücke, die ersteStraßenbahnlinie ging in Betrieb und die ungarische Elisabeth-Universität wurde gegründet. Preßburg entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum derslowakischen Nationalbewegung, die jedoch bis in den Ersten Weltkrieg hinein darüber diskutierte, ob Preßburg überhaupt Teil des zu beanspruchenden Landes der Slowaken sei, da es staatsrechtlich zu Ungarn gehörte und seit Menschengedenken eine mehrheitlich von Deutschen bewohnte Stadt war.[30][31]
Zugehörigkeit zur Tschechoslowakei zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg
Brückenwache durch Soldaten der Tschechoslowakischen Legionen (noch in italienischen Uniformen), 1919
Am Ende desErsten Weltkriegs gelangte die Stadt durch Beschluss der Alliierten und gegen den Willen der Bevölkerung zu der 1918 neu gegründetenTschechoslowakei.[32] Um den Verbleib in Ungarn und die Eingliederung von Engerau, das 1919 inPetržalka slowakisiert wurde (sieheBratislavaer Brückenkopf) entwickelten sich 1919 Kämpfe zwischen denTschechoslowakischen Legionen, den Alliierten einerseits und einheimischen Aufständischen und der ungarischen Regierung andererseits, die zu Toten und Verletzten führten.[33] Pressburg, das auf Slowakisch bisherPrešporok hieß, wurde in Bratislava umbenannt und stattMartin oderNitra zur faktischen Hauptstadt des slowakischen Teils der Tschechoslowakei erklärt. Ausschlaggebend waren die wirtschaftliche Bedeutung, Größe und Lage in Bezug aufBöhmen. Viele ungarische Einwohner verließen daraufhin die Stadt. Im Jahr 1919 wurde anstelle der aufgegebenen Königlich-Ungarischen Elisabeth-Universität dieComenius-Universität gegründet.
Die erste Tschechoslowakische Republik führte eine staatlich gelenkte Slowakisierung der Stadt durch, die von der Zurückdrängung des Deutschen (siehePressburger Deutsch) und Ungarischen und vom Zuzug von Slowaken und Tschechen gekennzeichnet war (Näheres dazu sieheBevölkerung).
ZerstörteApollo-Raffinerie nach Luftangriffen der Alliierten, September 1944
Infolge desMünchner Abkommens vom 30. September 1938 annektierte dasDeutsche Reich die damals noch eigenständigen südlich und westlich angrenzenden GemeindenPetržalka undDevín, die beide eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von fast 90 Prozent hatten.
Seit Oktober 1938 war Bratislava Sitz der Regierung derautonomen Slowakei, seit 14. März 1939 Hauptstadt desSlowakischen Staates. 1940 wurde dieWirtschaftsuniversität und 1942 die „Slowakische Akademie der Wissenschaften“ gegründet. Die slowakische Regierung wies die meisten der in Bratislava lebendenJuden in das Deutsche Reich aus. Von Ende November 1944 bis Ende März 1945 bestand inEngerau – wie Petržalka nun wieder hieß – ein Lager für jüdischeZwangsarbeiter. Nachdem die Stadt nach Beginn desZweiten Weltkriegs lange von Luftangriffen verschont geblieben war, wurde sie am16. Juni 1944 zum ersten Mal von amerikanischen Luftstreitkräften bombardiert, mit schweren Schäden an der Apollo-Raffinerie, Winterhafen sowie Wohngebäuden und städtischen Einrichtungen. Bei diesem Angriff starben 187 Menschen,[34] bis Kriegsende folgten noch fünf weitere amerikanische sowie vier sowjetische Luftangriffe.[35] Trotz des späten Versuchs des NS-Regimes, die Stadt als „Festung Pressburg“ im Frühjahr 1945 gegen sowjetische Angriffe zu befestigen, wurde sie am 4. April 1945 von derRoten Armee erobert.[36] Viele Einwohner der deutschen Volksgruppe waren vor Kriegsende von den deutschen Behörden aus der Stadt evakuiert worden, die verbliebenen Deutschen wurden nach Kriegsende aufgrund derBeneš-Dekrete aus ihrer Heimat vertrieben.
1946 vergrößerte sich das inzwischen fast nur noch von Slowaken bewohnte Bratislava nach den Eingemeindungen von 1944 durch weitere Eingemeindungen. Nach demFebruarumsturz 1948 entstanden unter der Diktatur derKommunistischen Partei ausgedehntePlattenbausiedlungen, insbesondere in Petržalka. Nach Kriegsende wurde die Stadt architektonisch sowie wirtschaftlich beträchtlich modernisiert, manchmal auf Kosten der historisch gewachsenen Bausubstanz. Am 1. Januar 1968 wurde Bratislava formell zur Hauptstadt der Slowakei erklärt, die ab 1969 alsSlowakische Sozialistische Republik bezeichnet wurde und einer der beidenTeilstaaten innerhalb des föderativen tschechoslowakischen Staates war. 1972 erfolgten weitere Eingemeindungen auf beiden Seiten der Donau, ebenso wurde dieBrücke des Slowakischen Nationalaufstandes als zweite Donaubrücke eröffnet.
Ende 1989 war Bratislava eines der Zentren derSamtenen Revolution, die zum Sturz der kommunistischen Diktatur führte. Seit dem 1. Januar 1993 ist Bratislava Hauptstadt der unabhängigen Slowakei. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfährt die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, der seit den 1990er Jahren durch ausländische Investitionen gefördert wird. Einerseits kommt es zum Ausbau von Dienstleistungen, andererseits büßte die Bedeutung der Industrie in der Stadtwirtschaft ein.[37]
Im Zuge desHochwassers in Mitteleuropa im Mai/Juni 2013 erreichte die Donau am Nachmittag des 6. Juni ihren Scheitelpunkt (Rekordpegelwert: 10,34 Meter); trotz höheren Pegelwerts als beimDonauhochwasser 2002 hat der zwischenzeitlich ausgebauteHochwasserschutz die Stadt weitgehend geschützt.[38]
Nach der Bildung der ersten Tschechoslowakischen Republik erhielt die Stadt im Jahre 1919 den amtlichen slowakischen Namen Bratislava.[39] Der deutsche Name Pressburg, bzw. nach alter Rechtschreibung Preßburg, existiert parallel dazu. In der deutschen und der österreichischen Diplomatie wird die Stadt amtlich als Pressburg bezeichnet.[40]
Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt als „Brezalauspurc“ erfolgte in denSalzburger Annalen (Annales Juvavenses maximi) im Zusammenhang mit derSchlacht von Pressburg im Jahr 907 zwischen Bayern undMagyaren unweit der heuteBratislava genannten Burg. Gemeint dürfte die Burg eines Brezeslaus sein. Ende des 9. Jahrhunderts errichtete auf dem Schlossberg ein karolingischer Grenzgraf (confinii comes), der Kroate Brazlav aus Sissak, hier an der Grenze des fränkischen Reiches eine Wehranlage, deren Name dann auf den darunterliegenden Markt überging[41][42] – eine These, die von slowakischen Slawisten inzwischen geteilt wird.[43] Gegen Ende des 20. Jahrhunderts tauchten Münzfunde aus der Zeit um 1000 mit der Inschrift „Preslav(v)a Civitas“ auf.[44]
Der deutsche Name entwickelte sich weiter zuPreßburg und davon abgeleitet die slowakische BezeichnungPrešporok/Prešpurek. Bis 1919 verwendeten die meisten englischsprachigen Autoren die BezeichnungPressburg,[45] während im französischen SprachraumPresbourg üblich war. Tschechisch hießen Burg und Stadt Prešpurk.
Für die Herkunft des ungarischen NamensPozsony (in dieser Form erstmals 1773 nachgewiesen) gibt es unterschiedliche Thesen. LautEberhard Kranzmayer stammt der Name von einem Franken oder Baiern namens Boso oder Puoso, der in frühkarolingischer Zeit an der Furt über die Donau unter dem Burgberg ein Wehrdorf gründete. Von diesemBosendorf berichtete später Otto von Freising alscastra Bosani, das in Urkunden latinisiert auch 1146 und 1277 alsBosonium sowie 1271 alsBozonium erscheint.[46] Davon entwickelte sich auch die allerdings im allgemeinen Sprachgebrauch nicht verwendete slowakische FormPožúň und das lateinischePosonium (sowie das dazugehörige Adjektivposoniensis).Johannes Aventinus machte daraus einPisonium und schrieb die Gründung einem legendären römischen Fürsten Piso zu. Die jüngere Burg des karolingischen Grenzgrafen Brazlav auf dem Burgberg und die demnach ältere Zivilsiedlung des fränkischen oder bairischen Boso entstanden zeitlich unabhängig voneinander, was erklärt, warum später von den Deutschen und Ungarn zwar Burg und Ort jeweils gleich, aber in den beiden Sprachen unterschiedlich benannt wurden. Von den Deutschen wurde der Burgname auf den Markt und von den Ungarn der Marktname auf die Burg übertragen.
Ján Stanislav vermutet, den Namen von einem slowakischenBožan ableiten zu können, der im 11. Jahrhundert Burgherr in Preßburg gewesen sein soll, historisch aber nicht greifbar ist (*Božänjь).[47] Da der Personenname im Slowakischen nicht vorkommt, müsste es sich um einen Südslawen gehandelt haben. Besonders in derRenaissance wurden in Gelehrtenkreisen die latinisierte FormPosonium und die gräzisierte FormIstropolis (Donaustadt) gebräuchlich. Die Form Istropolis stammt aus der Christianisierungszeit im 9. Jahrhundert (Byzanz).
Johannes Aventinus schrieb im 16. Jahrhundert, dass die Stadt Anfang des 9. Jahrhunderts vom mährischen FürstenVratislav (Wratislaus) aus einer römischen Festung wieder erbaut worden sei und nach diesem FürstenVratislaburgium/Vratissolaoburgium/Wratisslaburgium genannt wurde. Er nennt auch den lateinischen NamenPisonium. Die Verlässlichkeit dieser Angaben wird heute in Abrede gestellt. Pressburg war nie eine römische Festung und ein mährischer Fürst namens Vratislav ist zu jener Zeit nicht nachweisbar. Der böhmische HerzogVratislav I. gründete zwar zu einem späteren ZeitpunktBreslau inSchlesien (daher der Name), steht aber in keinem Zusammenhang mit Pressburg.
Einige slowakische Autoren verwendeten in den 1830er Jahren in Anlehnung an die Angaben des Aventinus die Form „(Tatranská) Vratislava“ (zum BeispielJán Kollár, 1830).Bratislava, der heutige Stadtname, hat seinen Ursprung wohl im Jahr 1837, als der WissenschaftlerPavel Jozef Šafárik (Slovanské starožitnosti, 1837) in der FormBrecisburg (1042) die slowakische Form *Bracislaw/*Brecislaw sah und irrtümlich annahm, dass die Stadt vom böhmischen KönigBřetislav gegründet worden sei. Danach verwendeten Anhänger derslowakischen Nationalbewegung auf der Suche nach einem „slawischeren“ Namen und zur Ablegung der historischen deutschen und ungarischen Ortsnamen die Formen Břetislav (Jan Kollár, 1838), Břetislava (Jan Kollár,Ľudovít Štúr, 1838), Breťislava (Martin Hamuljak, 1838). Nach der Einführung der neuen Sprachnorm tauchte 1843 die VarianteBraťislava (nad Dunajom) (Ján Francisci-Rimavský) auf,[48] wobei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch wieder die Formen Břetislav und andere Varianten verwendet wurden. Diese Namen blieben jedoch auf kleine Zirkel der slowakischen Nationalbewegung beschränkt. Sie hatten weder amtliche Bedeutung noch fanden sie Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch der Slowaken, die am historischen slowakischen Namen Prešporok und entsprechende Varianten festhielten.
Nach Ende desErsten Weltkriegs kam für kurze Zeit die BezeichnungWilsonovo mesto oderWilsonovo (Wilson-Stadt) auf, nach dem amerikanischen PräsidentenWoodrow Wilson (nach manchen Quellen verwendeten diesen Namen jedoch ausschließlich tschechoslowakische Legionen in Italien Anfang 1919 auf militärischen Karten). Hintergrund war die Durchsetzung nationalslowakischer Ansprüche auf Pressburg auf der Friedenskonferenz in Paris mit Hilfe eines slawischklingenden Ortsnamens, da man durch den deutschen und ungarischen Ortsnamen die Glaubwürdigkeit slowakischer Forderungen gefährdet sah. Mit Prešporok hatten sich die Slowaken nämlich eine Stadt zur Kapitale ihres Landesteils erwählt, in der sie selbst deutlich in der Minderheit waren und in der der tonangebende Teil der mehrheitlich deutsch- und ungarischsprachigen Bevölkerung die Existenz der neugegründeten Tschechoslowakei ablehnte. Am 22. Februar 1919 legte die tschechoslowakische Regierung den KunstnamenBratislav amtlich fest, änderte dies jedoch am 16. März 1919 inBratislava, da die Endung-avtschechisch sei.[49] Die Verlautbarung, mit der „Bratislava“ als Name rechtswirksam wurde, erfolgte am 27. März 1919 in einem Amtsblatt, das selbst noch den Namen „Prešporok“ als Ortsangabe auf der Titelseite hatte.[50] Gleichzeitig wurde der neue Name für „unübersetzbar“ erklärt und der Gebrauch der historischen Namen unter Strafe gestellt.[31][39]
Die Bezeichnung der Stadt in anderen Sprachen ist in der Slowakei heute kein großes Thema mehr. Allerdings wird der 1919 eingeführte (Kunst-)NameBratislava von slowakischen Stellen auch in fremdsprachigen Publikationen ausschließlich verwendet und nicht die in verschiedenen Sprachen vorhandenen historischen Exonyme. In der österreichischen Presse gerät die BezeichnungPressburg zunehmend und in den deutschen Medien mittlerweile fast völlig in den Hintergrund. Beide Botschaften in der Stadt firmieren aber weiterhin unter dem deutschen NamenPressburg.[40][51] Im Gegensatz dazu verwenden die ungarische Presse und der Staat Ungarn auch in offiziellen Dokumenten weiterhin konsequent den ungarischen NamenPozsony, während auf Schildern auf Ungarns Straßen die DoppelbezeichnungPozsony-Bratislava zu lesen ist.[52]
In der Stadt selbst sind die historischen Namen durchaus präsent, sowohl Firmen, vor allem im Gastronomie- und Tourismusbereich, wie kulturelle Institutionen oder Ensembles nutzen sie gern als lokalhistorisches Kolorit. Besonders häufig sind Benennungen mit Bezug aufPrešporok undPressburg, die BezeichnungPozsony dagegen findet sich kaum, ist jedoch noch vereinzelt auf Kanaldeckeln aus der Vorkriegszeit zu lesen. Das gräzisierendeIstropolis ist zum Beispiel im Namen des ehemaligenGewerkschaftshauses Istropolis und des KammerorchestersCappella Istropolitana zu finden. Auch der NameWilsonovo/Wilsonstadt wurde gelegentlich referenziert, so bspw. in einer Erzählung des SchriftstellersMichal Hvorecký und der Benennung des von ihm mitgegründeten Wilsonic-Festivals.[53]
Ein gebräuchlicher umgangssprachlicher Name für die Stadt istBlava, eine Verkürzung von Bratislava, zugleich aber auch der Name eineswestslowakischen Flusses und dementsprechende mehr abwertende Bezeichnung für die EinwohnerBlaváci, anstelle des schriftsprachlichenDemonymsBratislavčania.[54]
Aussicht auf die Stadt vom Aussichtspunkt der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes: Das 360-Grad-Panorama beginnt im Westen mit der BrückeMost Lanfranconi, zeigt die Burg Bratislava und die Altstadt. Weiter rechts, hinter den beiden Brücken Stary Most und Most Apollo, der Stadtteil Ružinov (deutsch Rosenheim). Auf der rechten Donauseite (Standort) blickt man auf die Neubauten von Petržalka (deutsch Engerau), dahinter die Staatsgrenze zu Österreich.
Das aus drei Gebäuden gebildeteAlte Rathaus(Stará radnica) aus dem 14./15. Jahrhundert ist eines der ältesten erhaltenen Häuser der Stadt. Ursprünglich als Wohnsitz des Richters im 14. Jahrhundert angelegt, erstreckt sich der ganze Komplex heute über ehemals nebenstehende Häuser und Palais.
Altstadtpassage mit Michaelertor
Das barockeMichaelertor(Michalská brána) ist das einzig noch erhaltene von einst vier Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die im 18. Jahrhundert per Verordnung Maria Theresias größtenteils abgerissen wurde. Ein Abschnitt ist nördlich des Martinsdoms noch zu sehen. Unmittelbar neben dem Michaelertor steht eines der schmalsten Häuser Europas (vgl.Kirchstraße 29 (Bregenz)) mit einer Breite von 1,30 Meter.[55]In dem 1756 erbautenPalais der Ungarischen Königlichen Kammer war von 1802 bis 1848 der Landtag desKönigreichs Ungarn untergebracht. Seit 1953 ist das Haus Sitz der Universitätsbibliothek.
Palais Grassalkovich, Residenz des Präsidenten
Charakteristisch für das Stadtzentrum sind die zahlreichen Palais imbarocken Stil, ein Kulturerbe des 18. Jahrhunderts. Das um 1760 erbautePalais Grassalkovich(Grasalkovičov palác) ist die Residenz des Präsidenten der Slowakei und diente in der Vergangenheit dem GrafenAntal Grassalkovich I. für verschiedene Bälle. In der sozialistischen Zeit war es der Pionierpalast.
Das benachbarte, wenige Jahre später entstandeneErzbischöfliche Sommerpalais(Letný arcibiskupský palác), das als Sommerresidenz der im 17. und 18. Jahrhundert in Pressburg ansässigen Erzbischöfe von Gran diente, ist seit 1991 der offizielle Sitz der slowakischen Regierung.Im 1781 erbautenPrimatialpalais(Primaciálny palác), dem heutigen Sitz des Bürgermeisters, wurde 1805 der vierteFrieden von Pressburg unterzeichnet. In der dortigen Galerie sind unter anderem sechs englischeGobelins aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt, die die Geschichte vonHero und Leander aus der griechischen Mythologie erzählen.[56]Im 1747 erbautenPalais Pálffy(Pálfiho palác) gab der damals noch sechsjährigeWolfgang Amadeus Mozart ein Konzert. Von 1995 bis 2012 beherbergte das Gebäude die österreichische Botschaft.
Zu den bekanntesten Sakralbauten gehört derMartinsdom(Katedrála svätého Martina) aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, in dem von 1563 bis 1830 die Könige des Königreichs Ungarn aus dem HauseHabsburg gekrönt wurden. Ihr heutiges gotisches Aussehen erhielt die Kathedrale 1869–1877. In den Katakomben sind zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten wie Mitglieder des GeschlechtsPálffy oder Gespane des Komitats Pressburg bestattet sowie der Autor des ersten slowakischen RomansJozef Ignác Bajza. Auf der Spitze des 85 Meter hohen Turms, der einmal Teil der Stadtbefestigung war, steht eine Kopie derStephanskrone. DieSankt-Elisabeth-Kirche(Kostol svätej Alžbety), aufgrund der Farbgebung der Außenfassade auch als „Blaue Kirche“ bekannt, wurde 1907/1908 gänzlich imJugendstil erbaut und ist derElisabeth von Thüringen geweiht. In derFranziskanerkirche(Františkánsky kostol) aus dem späten 13. Jahrhundert wurden im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten ausgewählte Personen zum Ritter geschlagen. Weitere Sakralbauten im Zentrum sind die gotischeKlarissenkirche(Kostol klarisiek) aus dem 14. Jahrhundert mit einem fünfseitigen Turm (heute Konzert- und Theatersaal), die barockeTrinitarierkirche(Kostol trinitárov) aus dem 18. Jahrhundert mit derRokoko-Innendekoration und eineSynagoge imModerne-Stil aus den Jahren 1923–1926, die als einzige von ehemals drei Synagogen noch erhalten ist.
Hauptplatz mit Maximiliansbrunnen in BratislavaFranziskaner-Platz mit Mariensäule
Im inneren Stadtzentrum gibt es zwei prominente Plätze: den zentral gelegenenHauptplatz(Hlavné námestie), der von zahlreichen Palais’ und Bürgerhäusern sowie dem Alten Rathaus umgeben wird. Bekannt sind dasPalais Kutscherfeld(Kutscherfeldov palác) sowie das Statthalterpalais(Miestodržiteľský palác). In der Mitte des Platzes steht der Maximiliansbrunnen, der nach einem großen Brand während der Krönung vonMaximilian II. (HRR) im Jahr 1563 entstand. Der Platz ist inzwischen Standort verschiedener Märkte, wie zu Ostern oder vor Weihnachten, sowie Austragungsort der Silvesterfeier, die als „Partyslava“ propagiert wird. DerHviezdoslav-Platz(Hviezdoslavovo námestie) liegt weiter nach Süden und wird meist einfachPromenade genannt. Nennenswerte Bauwerke sind das Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters, dieReduta, Sitz der Slowakischen Philharmonie sowie dasklassizistisch aussehende Gebäude des ehemaligen Hotel Savoy, heute Hotel Carlton. Des Weiteren haben die Botschaften der USA und Deutschlands hier ihren Sitz. Der Platz wird von der Statue des Namensgebers, des slowakischen DichtersPavol Országh Hviezdoslav dominiert. Neben anderen kleinen Bronzestatuen findet sich auch jene vonHans Christian Andersen.
Čumil
Zu den meistfotografierten Attraktionen Bratislavas gehören einige Skulpturen, die im letzten Jahrzehnt des 20. Jh. geschaffen wurden: in der StraßeRybárska brána, an der Ecke mit der StraßeHlavné námestie, von Karol Krcmar die StatueIgnác Lamárs (1997), dem alsSchöner Náci bekanntenStadtoriginal von Bratislava, an der KreuzungRybárska brána/Laurinská vonViktor Hulík der ebenfalls 1997 geschaffeneČumil (auf Deutsch: Gucker), ein aus einem Kanaldeckel „guckender“ Arbeiter unterhalb einer Warnungstafel „Man at work“, und die SkulpturPaparazzi (2001) von Radko Mačuha an der EckeLaurinská/Radničná, die sich seit 2018 im Turmrestaurant UFO befindet.[57]
Ein Kuriosum ist der restaurierte Teil des unterirdischen, ursprünglich ebenerdigen jüdischen Friedhofs. Dieser befindet sich am Fuße des Burghügels nahe dem Portal des Straßenbahntunnels.[58] Heute beherbergt er das Mausoleum vonMoses Sofer, ein Wallfahrtsort für Juden aus der ganzen Welt. Einziger Militärfriedhof ist der westlich der Altstadt auf einem Hügel gelegeneSlavín. Er wurde 1960 zu Ehren der Soldaten derRoten Armee eingeweiht und verfügt über einen 39,5 Meter hohen Obelisken. Dieser Friedhof ist auch ein guter Aussichtspunkt.[59]
Im westlichen Teil des Stadtteils Staré Mesto liegt ein großes Villenviertel und bedeckt einen großen Teil der Anhöhen oberhalb der Straße Palisády, rund um den Horský park und Slavín bis zum Viertel Patrónka.[60]
In der Stadt kann man Architektur derfunktionalistische Richtungen, die in der ersten tschechoslowakischen Republik vorherrschend waren, finden. Als eines der ersten Gebäude in diesem Stil kann das Gebäude vonUmelecká beseda slovenská aus dem Jahr 1925 an der Straße Dostojevského rad genannt werden sowie das Studentenheim Lafranconi am Donauufer. Vermehrt konnte sich moderne Architektur aber erst ab 1930 durchsetzen. Der Schwerpunkt auf Wohnen spiegelte sich in Projekten wieUnitas an der Straße Šancová undNová doba an der Straße Vajnorská wider.[61] Entlang desPlatzes des Slowakischen Nationalaufstandes befinden sich gute Beispiele modernistischer Architektur, wie dieDružstevné domy, ehemaliges Kaufhaus Dunaj sowie das Baťa-Kaufhaus (auch Veľký Baťa, heute als Alizé bekannt). Unweit davon liegt das erste Hochhaus Bratislavas, das nach dem Bauherr, Rudolf Manderla, umgangssprachlich alsManderlák bekannt ist und zur zeitgenössischen Dominante wurde.[62] Als Beispielsakraler Architektur aus dieser Zeit ist die Kreuzerhöhungskirche am Daliborovo námestie im damals selbstständigen Ort Petržalka zu nennen. Prominente Architekten warenMilan Michal Harminc,Emil Belluš, Friedrich Weinwurm und Ignác Vécsei.
Slowakisches Nationalarchiv
Aus der unmittelbaren Nachkriegszeit stammt dasNeue Rathaus am PlatzPrimaciálne námestie gegenüber dem historischen Primatialpalais. Ein gutes Beispiel desSozialistischen Realismus ist das Studentenheim Mladá garda an der Straße Račianska.[63] In der Stadtmitte steht das in den 1960er und 1970er Jahren gebaute Kaufhaus Prior mit dem Hotel Kyjev am PlatzKamenné námestie. DasKrematorium mit Urnenhain zwischen Lamač und Záhorská Bystrica wird als eines der besten Beispiele slowakischer Nachkriegsarchitektur gewertet.[64]
Die 430,8 Meter langeBrücke des Slowakischen Nationalaufstandes(Most SNP), eine von fünf Donaubrücken der Stadt, wurde 1972 eröffnet. Ihr südlicherPylon trägt auf 85 Metern Höhe ein scheibenförmiges Aussichtsrestaurant.
Weitere bedeutende Bauwerke des 20. Jahrhunderts sind der einerDoppelpyramide ähnelnde Hauptsitz desslowakischen Rundfunks, der 200 Meter hoheKamzík-Fernsehturm mit Aussichtsplattform, die Neue Markthalle am PlatzTrnavské mýto und das 1975 errichtete Hochhaus des Slowakischen Fernsehens, das seinerzeit das höchste Gebäude der Tschechoslowakei war.[65]
Wohnbauten wurden in den 1930er bis 1950er Jahren vornehmlich in den Stadtteilen Staré Mesto, Nové Mesto und Ružinov gebaut. Von den 1960er bis zu den 1980er Jahren wurde in Bratislava eine große Anzahl vonWohnplattenbauten errichtet: In den 1960er Jahren waren dies die Stadtteile Ružinov, Rača, Karlova Ves und Nové Mesto, in den 1970er Jahren Dúbravka, Rača, Lamač, Podunajské Biskupice und Petržalka und in den 1980er Jahren Rača, Ružinov, Karlova Ves (im Viertel Dlhé diely), Vrakuňa, Devínska Nová Ves und Petržalka. Seither wurden vor allem kleinere Wohnhausprojekte und Dachausbauten in den bestehenden Siedlungen durchgeführt. Familienhäuser befinden sich vor allem in den weiter vom Stadtzentrum gelegenen Stadtteilen wie Vajnory, Záhorská Bystrica, Jarovce, Rusovce, Čunovo, Devín sowie teilweise Podunajské Biskupice, Vrakuňa und Devínska Nová Ves.[67]
Modernes Einkaufszentrum Eurovea
Seit der Samtenen Revolution haben Bauwerke wie dieApollo-Brücke und das neue Gebäude desSlowakischen Nationaltheaters das Stadtbild verändert. Seit der Unabhängigkeit ist es zu reger Bautätigkeit gekommen, die das Stadtbild verändert. Als eines der ersten Projekte wurde 1997 der neue Sitz der slowakischen BankVÚB fertiggestellt, gefolgt 2002 vom neuen Gebäude derNationalbank der Slowakei, die mit 111 Metern bis 2019 das höchste Gebäude Bratislavas war. Als bemerkenswertes Beispiel der modernen Entwicklung im weiteren Zentrum gilt die Umwandlung des alten Industrieviertels (Brownfield) entlang der StraßeMlynské nivy und im StadtviertelNivy östlich des Stadtzentrums in ein von Hochhäusern geprägtes Stadtviertel mit Projekten wieEurovea, Twin City, Panorama City, Sky Park und Tower 115. Dort steht mit 125 Metern seit 2019 das höchste Gebäude Bratislavas, der Nivy Tower.[68] Unweit von Nivy Tower am Donauufer läuft bis 2023 der Bau des ersten „echten“Wolkenkratzers der Slowakei, Eurovea Tower, der eine Höhe von 168 Metern aufweisen soll.[69]
Ebenfalls am Donauufer entstand das MehrzweckprojektRiver Park auf dem Areal des ehemaligenPark kultúry a oddychu (PKO, deutsch etwaKultur- und Erholungspark). Das zwischen den 1940er und 1970er Jahren abgerissene Stadtviertel Vydrica (deutschWeidritz) soll bis 2024 in einem modern gestalteten Projekt wieder aufgebaut werden,[70] nachdem das westlich anschließendeZuckermandel ebenfalls in einer modernen Reinkarnation im Jahr 2018 fertiggestellt wurde.[71] Andere neue Stadtviertel entstehen„auf der grünen Wiese“, wieJužné mesto undSlnečnice am Südrand Petržalkas oderBory am Rand von Dúbravka und Lamač.[72] Allerdings wird die rege Bautätigkeit von einem Teil der Einwohner und von Architekten als „unkoordiniert oder aggressiv“ wahrgenommen.[73][74] Dies betraf im Besonderen Industriebauten, die nach dem Rückgang von Industrie in innerstädtischen Teilen in den 2000er und teilweise in den 2010er Jahren bis auf wenige Ausnahmen den Neubauten weichen mussten. Als Gründe für die Entwicklung werden ökonomische Interessen und schwach ausgeprägtes Bewusstsein zum Schutz derIndustriearchitektur genannt.[75] Inzwischen gibt es aber auch Beispiele, die Industriebauten verwenden, wie das Spinnereigebäude der alten Zwirnfabrik,[76] oder das ehemalige Heizkraftwerk des ArchitektenDušan Jurkovič.[77]
Ein Wahrzeichen der Stadt ist dieBratislavaer Burg(Bratislavský hrad) westlich der Altstadt auf einem Felsen 85 Meter über der Donau. Der Burghügel war bereits während derKupfersteinzeit von Angehörigen derBadener Kultur besiedelt. Später diente er als Standort einesOppidum der keltischenBoier und anschließend als Teil des römischenDonaulimes. Er war Kern einer befestigten Siedlung derSlawen sowie später ein bedeutendes Zentrum desMährerreiches. Eine erste steinerne Burg gab es hier bereits im 10. Jahrhundert. KaiserSigismund von Luxemburg ließ die Burg um 1430 zu einer Festung imgotischen Stil ausbauen. KaiserFerdinand I. ordnete den Umbau imRenaissance-Stil an. Um 1650 erhielt die Burg ihr heutigesbarockes Aussehen. KaiserinMaria Theresia erhob die Burg 1740 zu ihrer ungarischen Residenz. Im Mai 1811 brannte die Burg bis auf die Grundmauern nieder. In den folgenden mehr als 140 Jahren standen die Ruinen über der Stadt. Von 1953 bis 1968 wurde die Burg originalgetreu wiederaufgebaut. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts dient sie als Museum und für repräsentative Zwecke.
Die Ruine derBurg Devín(Devínsky hrad) befindet sich im StadtteilDevín auf einem Felsen oberhalb der Mündung derMarch in die Donau an der slowakisch-österreichischen Grenze. Aufgrund ihrer strategischen Lage war Devín eine bedeutende Grenzbefestigung desMährerreiches und des frühen ungarischen Staates. Die Burg wurde 1809 durchnapoleonische Truppen gesprengt, entwickelte sich in der Folge jedoch zu einem bedeutenden Symbol des slowakischen Nationalbewusstseins. Heute ist sie eine der bedeutendsten archäologischen Stätten des Landes und Bestandteil einesFreilichtmuseums.
DasSchloss Karlburg(Rusovský kaštieľ) mit seinemenglischen Landschaftspark befindet sich im südlich des Zentrums gelegenen StadtteilRusovce. Das Gebäude war im 16. Jahrhundert entstanden und wurde 1841–1844 zu einemneugotischen Landsitz im englischen Stil umgebaut. Rusovce ist außerdem Standort der Ruinen des römischenKastells Gerulata, das vom 1. bis 4. Jahrhundert besetzt war und einen Teil des Donaulimes bildete.
Janko-Kráľ-Park in Petržalka, eine der ältesten öffentlichen Parkanlagen EuropasParkanlage im Zentrum der Stadt
Aufgrund der Lage am Fuße derKleinen Karpaten und der Nähe zur Auenlandschaft an der Donau besitzt Bratislava Wälder, die fast bis ins Stadtzentrum reichen. Größter Stadtpark ist derHorský park (deutsch:Gebirgspark) in der Altstadt. DerBratislavský lesný park (deutsch:Pressburger Waldpark) ist ein beliebtes Ausflugsziel in den Kleinen Karpaten. Er bedeckt eine Fläche von 27,3 km² (davon 96 Prozent bewaldet) und besitzt viel ursprüngliche Fauna und Flora wieDachse,Rotfüchse undEuropäische Mufflons. Am rechten Ufer der Donau, inPetržalka, befindet sich der 1774–1776 angelegteJanko-Kráľ-Park(Sad Janka Kráľa), einer der ältesten öffentlich zugänglichen Parks in Europa. Ein neuer Stadtpark ist in Petržalka zwischen den Seen Malý Draždiak und Veľký Draždiak geplant.[78]
DerZoologische Garten(Bratislavská zoologická záhrada) befindet sich in Mlynská dolina (Mühltal), in der Nähe des Hauptsitzes desSlowakischen Fernsehens. Der 1960 gegründete Zoo zeigt mehr als 150 Tierarten. Der von derComenius-Universität betriebeneBotanische Garten an der Mündung der Vydrica in die Donau besitzt fast 4000 Pflanzenarten.[79]
Im Stadtgebiet liegen zahlreiche natürliche und künstlich angelegte Seen, von denen die meisten öffentlich zugängliche Naherholungsgebiete sind. Beispiele sind derŠtrkovecké jazero (Stierau) inRužinov, derKuchajda (Kuhheide) inNové Mesto,Zlaté piesky (wörtlich Goldene Sande) und dieVajnorské jazerá (wörtlichVajnory-Seen) im Nordosten sowie mehrere Seen inRusovce im Süden.
Ein Kuriosum ist derSandberg inDevínska Nová Ves, der von Gesteinsresten desTertiärmeers gebildet wird und eine Fundstelle verschiedener Versteinerungen von Meereslebewesen ist.
Es gibt ungefähr 35 Friedhöfe in der Stadt, neben den schon oben erwähnten Friedhöfen Slavín und dem Mausoleum Chatam Sofer gehören dazu unter anderem derAndreas-Friedhof,Gaistor-Friedhof,Friedhof Slávičie údolie sowie das Krematorium und der Urnenhain zwischen Lamač und Záhorská Bystrica.[80] ImFriedhof Vrakuňa befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof, auf dem etwa 980 deutsche Soldaten bestattet sind.[81]
Laut der Volkszählung 2011 hatte die Stadt 411.228 Einwohner (Volkszählung 2001: 428.672 Einwohner). Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte betrug 1.118,5 Einw./km². Der bevölkerungsreichste der fünf Bezirke istBratislava V mit 111.135 Einwohnern (2001: 121.259), gefolgt vonBratislava II mit 108.362 (2001: 108.139),Bratislava IV mit 92.030 (2001: 93.058),Bratislava III mit 61.046 (2001: 61.418) undBratislava I mit 38.655 (2001: 44.798).[86]
Laut der Volkszählung 2011 waren 214.341 Einwohner (52,12 Prozent, 2001: 243.048)römisch-katholisch, 21.744 (5,29 Prozent, 2001: 24.810)Lutheraner, 3.736 (0,91 Prozent, 2001: 3.163)griechisch-katholisch, 1.863Orthodoxe (2001: 1.616), 1.828Calvinisten (2001: 1.918), 1.413Zeugen Jehovas (2001: 1.827), 597Juden (2001: 748), 1.046Methodisten (2001: 737) und 572Baptisten (2001: 613); 5.054 Einwohner waren anderer, nicht in Statistiken geführten Konfession (2001: 1.488). 126.799 Einwohner (30,83 Prozent, 2001: 125.712) bezeichneten sich alsAtheisten und bei 28.891 Einwohnern (7,03 Prozent) liegen keine Angaben vor (2001: 20.174).[89][90]
DieEvangelische Kirche A. B. ist die am zweithäufigsten vertretene Kirche in der Stadt. Sieben Kirchen sind für die fast 22.000 Gläubigen bestimmt.[91]
Die symbolische Darstellung der abgerissenen Neologen Synagoge von Peter Zalman und Lucia Zalmanova, 1996, auf dem Fischplatz (Rybné námestie) in Bratislava
DasJudentum war im 18. und 19. Jahrhundert in Bratislava und Umgebung weit verbreitet, wovon beispielsweise dieJeschiwa von Pressburg zeugte. Seit ca. 1940 ist das Judentum stark zurückgegangen, insbesondere durch dieVerfolgung unter dem Nationalsozialismus. Von den fast 15.000 Angehörigen im Jahr 1938 sind heute nur ungefähr 750 verblieben.[92] Die einzige erhaltene Synagoge ist eine im Moderne-Stil (1926) an der Straße Heydukova. Die orthodoxen undneologen Synagogen wurden 1961 bzw. 1969 abgerissen.[93][94] Heute befindet sich ein Holocaust-Denkmal von Peter Zalman und Lucia Zalmanova (1996) an der Stelle der nach dem Krieg abgerissenen Neologen Synagoge (slowakisch Neologická synagóga) nahe dem Martinsdom, auf dem Fischplatz (Rybné námestie). Die Gedenkstätte besteht aus einer Skulptur und einer symbolischen Abbildung der Synagoge auf einer spiegelnden Marmorwand.
Im Gegensatz zu den westeuropäischen Hauptstädten ist derIslam wenig erkennbar verbreitet. Wie im übrigen Staatsgebiet der Slowakei gibt es auch in Bratislava keine Moschee,[95] lediglich inoffizielle Beträume, wie dasIslamische Zentrum Córdoba an der Straße Obchodná.[96]
Im Frühmittelalter war an der Stelle des heutigen Bratislava ein von Slawen besiedeltes Dorf. Ab dem 10. Jahrhundert kamen magyarische Bewohner und vor allem eine magyarische adelige Oberschicht hinzu und der Ort entwickelte sich zu einer Stadt. Nach der Zerstörung durch den Mongolensturm musste die Stadt neu besiedelt werden. Dazu wurden aus Österreich, Böhmen und Süddeutschland deutschsprachige Kolonisten angesiedelt, wodurch die Deutschen in der Stadt die dominierende ethnische Gruppe wurden und in der gesamten Neuzeit, bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, blieben.[97] Nach derSchlacht von Mohács im Jahr 1526 kamen weitere magyarische Bewohner hinzu, die vor den Türken in den sicheren Nordwesten Ungarns flüchteten. Gleichzeitig wurde den Juden der Aufenthalt in der Stadt verboten, weshalb sich diese in umliegenden Dörfern niederließen oder weiter in den Osten zogen.
Gesicherte Daten über die ethnische Zusammensetzung der Stadtbürger stammen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert, als weniger der soziale Stand oder die Konfession, sondern nationale Gefühle wichtig wurden. Gemäß der Volkszählung von 1850/51 hatte Bratislava 42.238 Einwohner. Davon waren 31.509 (74,59 Prozent) Deutsche, 7.586 (17,9 Prozent) Slowaken und 3.154 (7,4 Prozent) Magyaren. Nach demÖsterreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 setzte eine intensive, von der ungarischen Regierung geförderteMagyarisierung ein. 1890 wurden 52.441 Einwohner gezählt, davon 31.404 (59,9 Prozent) Deutsche, 10.433 (19,9 Prozent) Magyaren und 8.709 (16,6 Prozent) Slowaken. Unmittelbar nach der Gründung derTschechoslowakei wurden im August 1919 36 Prozent Deutsche, 33 Prozent Slowaken, 29 Prozent Magyaren und 1,7 Prozentandere gezählt. Im Jahr 1930 waren 25 Prozent Deutsche, 33 Prozent Slowaken, 23 Prozent Tschechen, 16 Prozent Magyaren und 3,833 Prozent Juden in der Stadt ansässig. Die Bevölkerungsstruktur hatte sich vor allem durch Zuzug von Tschechen verändert; außerdem wurden nun Juden separat erfasst, die sich zuvor aufgrund ihrer Sprache entweder als Deutsche oder als Magyaren deklariert hatten. Nach der Gründung desslowakischen Vasallenstaates im Jahr 1939 wurden viele Tschechen ausgewiesen. Dieslowakischen Juden wurden zwischen 1942 und 1944 deportiert und ermordet. Vor Kriegsende wurden die meisten deutschen Einwohner von den deutschen Behörden evakuiert. Die wenigen verbliebenen deutschen Einwohner, teilweise auch ungarische, wurden später auf Grundlage derBeneš-Dekrete vertrieben. Dadurch verlor die Stadt ihren vielsprachigen und -kulturellen Charakter. Seit den 1950er Jahren bilden die Slowaken die dominierende ethnische Gruppe mit einem Anteil von über 90 Prozent.[97] Nach derSamtenen Revolution 1989/90 und dem Fall desEisernen Vorhangs gewann die deutsche Sprache aufgrund der Lage der Stadt an der Sprachgrenze, aber auch aus wirtschaftlichen und touristischen Gründen wieder an Bedeutung.
Nach Angaben der Statistischen Amts der Slowakischen Republik wohnten zum 31. Dezember 2024 479.389 Einwohner in der Stadt. Allerdings bezieht sich diese Zahl auf angemeldeten Dauerwohnsitz, der vom tatsächlichen Wohnsitz abweichen kann.
Nach einer Analyse der Gesellschaft Market Locator in der Zusammenarbeit mit der naturwissenschaftlichen Fakultät der Comenius-Universität aus dem Jahr 2018 waren ungefähr 754.000 SIM-Karten tagsüber im Stadtgebiet, verglichen mit fast 537.000 SIM-Karten in der Nacht. Die Ergebnisse müssen jedoch mit Vorsicht genossen werden, da nicht alle Einwohner (zum Beispiel Kinder, Senioren) ein Mobiltelefon besitzen müssen, umgekehrt können einige Einwohner mehr als eine SIM-Karte besitzen.[99]
Im Jahr 2019 gab das Statistische Amt der Slowakischen Republik die Einwohnerzahl mit ungefähr 432.000 an, andere Datenquellen zeigen ein abweichendes Bild. Das Register natürlicher Personen im selben Jahr gab die Zahl mit 491.000 Einwohnern an, das Institut der Finanzpolitik des slowakischen Finanzministeriums errechnete 557.000 Einwohner nach gewöhnlichem Wohnsitz. Nach Angaben der städtischen Gesellschaft OLO für Nutzer der Müllabfuhrdienste gab es 653.000 Einwohner, eine andere Analyse von SIM-Karten kam zur Zahl von 633.000 Einwohnern.[100]
Seit dem 16. September 2021 befindet sich in Bratislava der Sitz derEuropäischen Arbeitsbehörde und ist somit die erste Agentur der Europäischen Union mit dem Sitz in der Slowakei.[101]
Die gegenwärtige Struktur der Stadtverwaltung existiert seit 1990. Sie besteht aus demBürgermeister(primátor), dem Stadtrat(Mestská rada), der Stadtvertretung(Mestské zastupiteľstvo), den Kommissionen der Stadtvertretung(Komisie mestského zastupiteľstva) und demMagistraten(Magistrát).
Der Bürgermeister ist das oberste Organ derExekutive, residiert imPrimatialpalais und wird für eine vierjährige Amtszeit gewählt. Amtierender Bürgermeister istMatúš Vallo, der im Oktober 2022 als Kandidat der Koalition Team Bratislava, Progresívne Slovensko, SaS die Wahl zum zweiten Mal in Folge gewann und sich gegenRudolf Kusý durchsetzte.[102]
Die Stadtvertretung ist dieLegislative der Stadt. Sie tritt üblicherweise einmal im Monat zusammen und besteht aus 45 Abgeordneten, die für vier Jahre gewählt werden. Zahlreiche Aufgaben der Legislative werden in ihrem Auftrag von den Kommissionen der Stadtvertretung wahrgenommen. Der 28-köpfige Stadtrat besteht aus dem Bürgermeister und seinen Stellvertretern, den Vorstehern der einzelnen Bezirke und bis zu zehn Mitgliedern der Stadtvertretung. Der Stadtrat ist einerseits Aufsichtsorgan der Stadtvertretung, andererseits Beratungsorgan des Bürgermeisters.
DasPrimatialpalais, Sitz des OberbürgermeistersGebäude des Magistrats (Neues Rathaus)
Bei der Kommunalwahl am 29. Oktober 2022 waren 45 Sitze zu vergeben, am erfolgreichsten war dabei die liberale Koalition der Parteien Progresívne Slovensko, Sloboda a Solidarita und der Stadtpartei Team Bratislava mit 29 Sitzen.
Administrativ wird Bratislava in fünf Bezirke(okresy) unterteilt:Bratislava I im Stadtzentrum,Bratislava II im Osten,Bratislava III im Nordosten,Bratislava IV im Westen und Norden sowie das von Plattenbauten dominierteBratislava V im Süden auf der rechten Seite der Donau. Die Selbstverwaltung ist in 17 Stadtteile(mestské časti) unterteilt, die alle über einen eigenen Bürgermeister und eine eigene Lokalvertretung(miestne zastupiteľstvo) verfügen. Die Größe der Lokalvertretung hängt jeweils von der Größe und der Bevölkerungszahl des Stadtteils ab. Jeder der Stadtteile entspricht einer der 20Katastralgemeinden(katastrálne územie), es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Nové Mesto ist weiter unterteilt in die Katastralgemeinden Nové Mesto und Vinohrady, während Ružinov weiter in Ružinov, Nivy und Trnávka unterteilt ist.
Nachfolgend eine Aufstellung der fünf Bezirke und 17 Stadtteile (Deutsche Bezeichnung in Klammern, soweit vorhanden bzw. bekannt):
Die Symbole Bratislavas sind dasWappen, dieFlagge und dasSiegel. Das Wappen ist seit 1436 in Gebrauch, als KaiserSigismund von Luxemburg der Stadt das Recht gewährte, ein eigenes Wappen zu führen.
„Imroten Schild einesilberneBurg mit drei rotbedachten Türmen mit je zwei oben spitz zulaufendengoldenen Knäufen, das Tor mit halb geöffnetem goldenem Fallgitter.“
Bedeutung
Das Wappen zeigt entgegen einer weitverbreiteten Meinung weder dieBratislavaer Burg noch eines der ehemals vier mittelalterlichen Stadttore. Vielmehr ist es einfach eine symbolische Abbildung einer mittelalterlichen Stadt.[107]
Flaggenbeschreibung
Die Flagge ist einDoppelstander, dessen Einschnitt bis zu einem Drittel der Länge greift, bestehend aus zwei gleich breiten, waagerechten Streifen, oben weiß, unten rot. Das Verhältnis der Höhe zur Länge ist 2:3.
Siegelbeschreibung
Das Siegel zeigt das Stadtwappen und die Umschrift „pečať mesta Bratislavy“ (Siegel der Stadt Bratislava) auf Slowakisch und Lateinisch.[107]
Logo
Neben dem Stadtwappen wird für Marketingzwecke auch das 2004 eingeführte Logo benutzt, dasstilisiert die Burg Bratislava und die Donau darstellt.
Bratislava unterzeichnete am 18. Juli 1962 mit Perugia, der Hauptstadt der italienischen Provinz Umbrien, ein erstes internationales bilaterales Partnerschaftsabkommen.[108]
Im Jahr 2015 listete die Stadtverwaltung auf ihrer Website 31 Partnerstädte auf.[109] Weitere Kooperationen werden in einer 2009 veröffentlichten Broschüre beschrieben.[110]
DerBratislavský kraj ist die wohlhabendste und wirtschaftlich prosperierendste Region der Slowakei. Obschon sie die kleinste aller acht Regionen ist und am zweitwenigsten Einwohner hat, erwirtschaftete sie im Jahr 2018 mehr als 28 Prozent des slowakischenBruttoinlandsprodukts (BIP).[111] Das BIP pro Kopf (Kaufkraftparität) lag 2018 bei 52300 € und betrug damit 173 Prozent desEU-27-Durchschnitts.[112]
Im Dezember 2019 betrug die erfasste Arbeitslosenquote in Bratislava und Umgebung 2,83 Prozent,[113] und der durchschnittlicheBruttolohn lag 2018 bei 1445 € (slowakischer Durchschnitt: 1092 €).[114] Viele Regierungsinstitutionen und Privatunternehmen haben ihren Hauptsitz in Bratislava.Mehr als 85 Prozent der Erwerbstätigen sind imDienstleistungssektor (inklusive Bauwesen) beschäftigt, der sich hauptsächlich aus Handel, Banken,Informationstechnik,Telekommunikation und Tourismus zusammensetzt. Auch die nationaleWertpapierbörse – dieBörse Bratislava – hat hier ihren Sitz. DerSekundärsektor bildet rund 14 Prozent. Die wichtigsten Zweige sind dieAutomobil- und Chemieindustrie, gefolgt von der Maschinenbau-, Lebensmittel- und elektrotechnischen Industrie. DerPrimärsektor hatte mit Stand von 2018 nur einen Anteil von 0,5 Prozent.[115]
Volkswagen Slovakia, eine Tochtergesellschaft des AutomobilherstellersVolkswagen, betreibt seit 1991 in Bratislava dasVolkswagenwerk Bratislava. Das Gelände liegt nordöstlich von Devínska Nová Ves unweit der Autobahn Richtung Prag. Die Produktion konzentriert sich auf die Herstellung vonSport Utility Vehicles und Getrieben. In Bratislava werden derVW Touareg, derAudi Q7 und derAudi Q8 hergestellt, teilweise auch derPorsche Cayenne (Karosserie). Daneben werden auch derVW Up, derVW e-Up, derŠkoda Citigo und derSeat Mii in der Fabrik gefertigt. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1991 wurden mehr als 5,5 Millionen Fahrzeuge gefertigt, im Jahr 2019 wurden 377.750 Fahrzeuge hergestellt.[116]
Erdölraffinerie Slovnaft
Das UnternehmenSlovnaft, eine Tochtergesellschaft des ungarischen KonzernsMOL, betreibt im Stadtteil Ružinov im Stadtviertel Vlčie hrdlo eine große Erdölraffinerie und produziert dazu Kunststoffe und seit 2018 auch Dünger.[117] Die Raffinerie verarbeitet nach Unternehmensangaben jährlich rund 5,5 bis 6 Millionen Tonnen Erdöl,[118] das perDruschba-Pipeline aus Russland undAdria-Pipeline aus Kroatien geliefert wird.[119] Im Areal der einst bedeutenden ChemiefabrikIstrochem (vorher Dynamit-Nobel oderDynamitka, späterDimitrovka) im Stadtviertel Trnávka wurde mit Stand 2016 nur noch Sulfenax, einVulkanisationsbeschleuniger, hergestellt. Vorher stellte die Fabrik Explosionsstoffe, Kunstfaser, Kunstdünger, Munition und Chemikalien für die Gummiindustrie her.[120] Die Süßwarenfabrik Figaro an der Straße Račianska entstand 1895 als Filiale des deutschen HerstellersStollwerck und ist seit 2012 Teil des KonzernsMondelez International.[121] Andere Industriezweige, wie die Textilindustrie (Zwirnfabrik,Baumwollefabrik Danubius)[122] oder individuelle Fabriken wie die Kabelfabrik Kablo[123], die Brauerei Stein, die elektrotechnische Fabrik BEZ[123] oder die Gummifabrik Matador[123] stellten ihre Arbeit in den 1990er und 2000er Jahren ein.
In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Bratislava im Jahre 2019 den 80. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.[124] Allerdings steigen die Lebenshaltungskosten, insbesondere Mieten, so dass viele Beschäftigte ins Umland zum Wohnen ausweichen müssen.[125] Die von derSuburbanisierung am meisten betroffenen Gebiete sind unter anderem angrenzende Gemeinden in Österreich und Ungarn, Stadt Stupava nördlich sowie der Raum zwischenChorvátsky Grob undDunajská Lužná östlich der Stadtgrenze. Aber auch in Städten wiePezinok undSenec entstand eine größere Anzahl Wohneinheiten für Pendler.[126]
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Im Jahr 2017 verfügte Bratislava über 153 kommerzielle Übernachtungsmöglichkeiten mit einer Kapazität von 16.737 Betten.[127] 2019 wurden ca. 2,85 Mio. Nächtigungen verzeichnet und die Stadt wurde im selben Jahr von fast 1,4 Mio. Besuchern besucht. Weitere ca. 435.000 Nächtigungen kamen über Plattformen wieAirbnb.[128] Ein bedeutender, nicht näher bezifferbarer Anteil der Besucher sind Tagestouristen, meist im Zusammenhang mit einer Bus- oder Schiffsreise entlang der Donau. Den größten Anteil ausländischer Besucher stellten im Jahr 2018 nacheinanderTschechien,Deutschland,Österreich,Vereinigtes Königreich,Volksrepublik China,Polen,Italien, dieUSA,Frankreich, dieUkraine undRussland.[129]
Neben anderen Faktoren trägt die Ansiedlung vonBilligfluggesellschaften (allen voranRyanair) in Bratislava dazu bei, dass Besucher aus Großbritannien hier immer öfterStag Partys abhalten. Diese machen einen spürbaren Anteil der Tourismusbranche aus, doch stoßen kulturelle Differenzen und im Alkoholrausch verübterVandalismus bisweilen auf wenig Verständnis.[130]
DerMedizintourismus spielt in Bratislava eine bedeutende Rolle. Über 3000 Patienten pro Jahr kommen allein nur für Augenoperationen. Bratislava ist besonders durch seine Nähe zu Wien für Patienten ausÖsterreich ein attraktives Ziel. Aber auch aus anderen Ländern ist Bratislava über denFlughafen Wien-Schwechat gut zu erreichen und daher zum Zweck des Medizintourismus gut besucht.[131]
Bratislava entstand an jener Stelle, an der sich einst dieBernsteinstraße und dieDonau, zwei der wichtigsten Verkehrswege Mitteleuropas, kreuzten, sowie in einem Gebiet, das einen Durchgang zwischen den höheren Bereichen derAlpen und derKarpaten ermöglicht. Heute ist die Stadt ein bedeutender Knotenpunkt für den Straßen-, Eisenbahn- und Luftverkehr sowie für die Schifffahrt.
Die Autobahn D1 in PetržalkaStraße Šancová in der Innenstadt
Die Stadt ist Ausgangspunkt mehrerer Autobahnen. DieD1 (E 58,E 75) führt ostwärts nachTrnava undŽilina (Verlängerung nachKošice teilweise fertiggestellt), während dieD2 (E 65) Bratislava mitPrag,Brno undBudapest verbindet. Beide sind amAutobahndreieck Pečňa südwestlich des Stadtzentrums und nahe der österreichischen Grenze miteinander verknüpft. Zusammen bilden die Teilstrecken Bratislava-Lamač bis Bratislava-Petržalka der D2 und Bratislava-Petržalka bis Bratislava-Vajnory der D1 die ungefähr 24 km lange innere Ortsumgehung. AmAutobahnknoten Nivy mit der D1 beginnt ein 32 km langes Teilstück der SchnellstraßeR7 (E 575) RichtungHolice beiDunajská Streda. Sie ist imAutobahnkreuz Bratislava-juh mit der RingautobahnD4 verbunden, die bisher eine Länge von 32 km aufweist und aus Teilstrecken Grenzübergang Jarovce–Rača sowie Záhorská Bystrica–Devínska Nová Ves (letzte nur zweispurig) besteht. Die D4 hat zwei Autobahnkreuze mit der D2,Bratislava-Jarovce undStupava, die Verknüfnung mit der D1 amAutobahnknoten Bratislava-východ ist seit Juni 2025 für den Transitverkehr in beiden Richtungen befahrbar. Die Schließung der Ringautobahn durch den fast 12 km langenKarpaty-Tunnel durch die Kleinen Karpaten sowie die Weiterführung RichtungMarchfeld über die anschließende österreichischeS8 sind noch in der Planungsphase. In ferner Zukunft ist ein Neubau derR1 RichtungNitra vorgesehen. Autobahnverbindungen jenseits der Staatsgrenze sind die österreichischeA6 in RichtungWien, die am 19. November 2007 eröffnet wurde,[132] und die ungarischeM15, die schon 1998 als einbahnige Schnellstraße freigegeben und Ende 2019 zur Autobahn ausgebaut wurde.[133]
Die Benutzung der Ringautobahn D4 sowie von Teilstücken der D1, D2 und R7 innerhalb der D4 ist von der slowakischen Vignettenmaut befreit. Die Autobahnanschlüsse Richtung Österreich (auf der D4) und Ungarn (auf der D2) sind jedoch mautpflichtig.[134]
Das Straßensystem Bratislavas besteht aus dem inneren und mittleren Verkehrsring, einem äußeren Halbring im Osten der Stadt und sechs Radialen. Diese sind, beginnend im Norden und im Uhrzeigersinn:Straße 1. Ordnung 2 RichtungMalacky,Straße 2. Ordnung 502 RichtungPezinok,Straße 1. Ordnung 61 RichtungSenec,Straße 1. Ordnung 63 RichtungŠamorín, Straße 1. Ordnung 2 RichtungMosonmagyaróvár/Ungarn und Straße 1. Ordnung 61 RichtungWien/Österreich.[135] In der Stadt befinden sich 55 km Autobahnen, 65 km Straßen 1. Ordnung, 33 km Straßen 2. Ordnung, 15 km Straßen 3. Ordnung sowie fast 700 km Lokalstraßen (Stand 2015).[136] DerMotorisierungsgrad hatte im Jahr 2018 den Wert von 695 Pkw je 1000 Einwohner, was den slowakischen Durchschnitt von 414 um etwa 68 Prozent übersteigt, auch im Umland (Okresy Malacky, Pezinok und Senec) ist Motorisierungsgrad (zwischen 450 und 500) überdurchschnittlich.[137] Der Anteil des Automobilverkehrs beträgt bei Pendlern mehr als 50 Prozent, somit kämpft die Stadt mit dem Umland mit überlasteten Straßenzügen und einem Parkplatzmangel. Die verkehrsreichste Straße ist die Hafenbrücke mit mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Tag, zudem sind andere Donaubrücken, Autobahnen im Stadtgebiet sowie Innerortstraßen im Zentrum und in östlichen Stadtteilen stark belastet.[136] Eine einheitliche Parkplatzpolitik wurde im Jahr 2019 vom Stadtparlament gutgeheißen und ihre schrittweise Einführung begann am 1. Januar 2022.[138][139][140]
Der Hauptbusbahnhof(Stanica Nivy) befindet sich östlich der Altstadt an der StraßeMlynské nivy und wurde am 30. September 2021 nach fast vierjähriger Bauzeit eröffnet, nachdem der ursprüngliche Termin im Jahr 2020 wegen der Auswirkungen derCOVID-19-Pandemie fallengelassen wurde.[141] Der Busbahnhof bietet Regional-, Fern- und internationale Busverbindungen an. Das Areal vonStanica Nivy umfasst auch ein großes Einkaufszentrum und eine Markthalle.[142] Der neue Busbahnhof ersetzte den 1983 eröffneten BusbahnhofMlynské nivy an der gleichen Stelle.[143]
Sechs Brücken überqueren die Donau im Stadtgebiet, drei davon sind Autobahnbrücken. Diese sind (in Fließrichtung gesehen) dieLafranconi-Brücke(Most Lafranconi), dieBrücke des Slowakischen Nationalaufstandes(Most SNP),Alte Brücke(Starý most), dieApollo-Brücke(Most Apollo), dieHafenbrücke(Prístavný most) und dieAuenbrücke(Lužný most). Die Alte Brücke dient ausschließlich dem Straßenbahn- und Fußverkehr, während die Hafenbrücke als kombinierte Autobahn- und Eisenbahnbrücke ausgeführt ist. Alle Brücken verfügen über Wege für Fußgänger und Radfahrer.
Der seit 1895 existierendeöffentliche Personennahverkehr wird durch die städtische VerkehrsgesellschaftDopravný podnik Bratislava (DPB) betrieben. Das Liniennetz besteht aus 78 Autobuslinien, 13 Oberleitungsbuslinien und 9 Straßenbahnlinien (Spurweite 1000 Millimeter, Netzlänge 42,7 Kilometer), das die ganze Stadt, die GemeindeChorvátsky Grob, das ungarischeRajka (derzeit außer Betrieb) sowie die österreichischen GemeindenWolfsthal undHainburg an der Donau abdeckt. Den Nachtverkehr übernehmen 17 Buslinien und 3 Straßenbahnlinien (Stand 2017).[127] Die Straßenbahnlinien verbinden das Stadtzentrum radial mit Stadtteilen Karlova Ves, Dúbravka, Nové Mesto, Rača, Ružinov und Petržalka. Die O-Bus-Linien sind vor allem in östlichen Stadtteilen sowie in hügeligen Teilen der Stadt vertreten, mit einem Inselbetrieb im Stadtteil Karlova Ves. Seit 1983 ist ein 792 Meter langerStraßenbahntunnel (ehemaliger Straßentunnel) unter dem Burghügel in Betrieb. 1988 wurde mit dem Bau einerU-Bahn-Linie begonnen, die vom Hauptbahnhof nachPetržalka südlich der Donau hätte führen sollen. Nach der„Wende“ 1989 wurde das Projekt jedoch aus finanziellen Gründen aufgegeben, allerdings soll demnächst größtenteils auf der gleichen Strecke das Straßenbahnnetz vom linken Donauufer nach Petržalka in Form einer „Schnellstraßenbahn“ verlängert werden. Das erste Teilstück wurde im Jahr 2016 freigegeben, eine Verlängerung bis zum Südrand Petržalkas war seit Spätjahr 2021 im Bau und nach mehreren Verzögerungen im Juli 2025 in Betrieb genommen.[144]
Seit 2013 wird das Tarifsystem der städtischen Verkehrsgesellschaft DPB an das desVerkehrsverbundssystems namensIntegrovaný dopravný systém v Bratislavskom kraji (kurz IDS BK, wörtlich Integriertes Verkehrssystem im Bratislavský kraj) angepasst. Dieser umfasst neben dem städtischen ÖPNV auch regionale Buslinien des BetreibersArriva sowie Nahverkehrs- undREX-Züge der BahngesellschaftŽelezničná spoločnosť Slovensko (ZSSK). Der Verkehrsverbund bedeckt vollständig das Gebiet von Bratislavský kraj sowie Teilgebiete vonTrnavský kraj (Teile von OkresySenica,Trnava,Galanta undDunajská Streda), bis in die Gegenden vonKúty, Trnava,Galanta undŠamorín hinein (Stand ab dem 1. Juli 2021).[145]
Bratislava ist Knotenpunkt von mehreren Eisenbahnhauptlinien. In die Stadt führen von Norden beginnend die Linien vonKúty und Tschechien,Žilina,Budapest,Komárno,Hegyeshalom,Wien (via Kittsee) undWien (via Marchegg). Führte noch bis in die 1980er Jahre die Bahn von Petržalka her durch die Alte Brücke entlang der Altstadtgrenze, so macht sie seither eine große Schleife östlich des dichtbebauten Gebiets und kreuzt den Fluss erst flussabwärts beim Hafengelände. Vom Hauptbahnhof (Bratislava hlavná stanica) nördlich der Altstadt aus verkehren Züge in Richtung Košice, Prag, Budapest und Wien. Auch vomBahnhof Bratislava-Petržalka südlich der Donau besteht eine Verbindung nach Wien sowie eine Regionalverbindung nach Ungarn. Die HaltestelleBratislava-Vinohrady,Bratislava-Železná studienka und der BahnhofBratislava-Nové Mesto werden auch von einigen innerstaatlichen Verbindungen bedient. Die direkte Bahnverbindung in die österreichische Hauptstadt, diePressburger Bahn, ist seit 1945 ab dem österreichischen OrtWolfsthal unterbrochen. Eine Busverkehrslinie aus Bratislava reicht heute bis dorthin.
Seit 2013 sind Bahnstrecken im Bratislavský kraj in dasS-Bahn-artige System IDS BK integriert. Neben den oben angegebenen Bahnhöfen bedienen Nahverkehrs- und Regional-Expresszüge auch die Bahnhöfe Devínska Nová Ves, Bratislava-Lamač, Bratislava predmestie, Bratislava-Rača, Bratislava východ, Bratislava-Vajnory, Bratislava-Podunajské Biskupice und Rusovce sowie die Haltestellen Devínske jazero, Železná studienka und Vrakuňa. Der Bahnhof Bratislava-ÚNS (kurz fürústredná nákladná stanica, deutsch Zentraler Güterbahnhof) wird nicht von Personenzügen bedient.
DerFlughafen Bratislava M. R. Štefánik, der größte Flughafen der Slowakei, befindet sich neun Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Er ist ein wichtiger Drehpunkt im Netz der DiskontfluglinieRyanair. Diese Bedeutung wird durch regelmäßige Busverbindungen nach Wien unterstrichen. Im Jahr 2018 wurden 2.292.712 Passagiere abgefertigt.[146] Für Langstreckenflüge oder bei fehlenden Zielen wird der 50 Kilometer westlich liegendeFlughafen Wien-Schwechat benutzt. Der in seinen letzten Jahren derAllgemeinen Luftfahrt dienendeFlugplatz Vajnory ist seit 2007 geschlossen.
Bratislava ist an einige offizielle nationale und internationale Fernradwege angeschlossen, zum Beispiel an denIron Curtain Trail, der entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Norwegen bis zum Schwarzen Meer verläuft,[147] sowie an denDonauradweg, der die Donau vor ihrer Quelle bis zur Mündung in das Schwarze Meer begleitet. Im Berufsverkehr spielt der Fahrradverkehr eine untergeordnete Rolle (1,6 % im Jahr 2013). Die Stadt verfügt über ungefähr 110 Kilometer offiziell markierter Fahrradwege von unterschiedlicher Qualität. Entlang der Dämme an der March und der Donau sind gut ausgebaute und vom Automobilverkehr getrennte Fahrradwege vorhanden, während sie im bebauten Gebiet oft lückenhaft sind. Auch bei der Ausführung von neuen Bauprojekten wurde auf Fahrradverkehr wenig Rücksicht genommen.[148] 2012 wurde die grenzüberschreitendeFahrradbrücke der Freiheit zwischen Devínska Nová Ves undSchloss Hof eröffnet. Um den Anteil des Fahrradverkehrs zu erhöhen, schuf die Stadt in Partnerschaft mit dem Unternehmen Slovnaft 2018 ein offiziellesBikesharing namensSlovnaftBAjk, das in auserwählten Stadtteilen verfügbar ist.
Durch die Stadt verläuft dereuropäische Fernwanderweg E8 von Irland bis zur polnisch-ukrainischen Grenze. Der längste slowakische Fernwanderweg, derCesta hrdinov SNP, beginnt unterhalb der Burg Devín und endet nach 769 Kilometern amDuklapass an der polnisch-slowakischen Grenze. Überwiegend in den Kleinen Karpaten sind auch andere Wanderwege beschildert.
Im Bratislavaer Waldpark im Stadtteil Nové Mesto gibt es eine knapp einen Kilometer langeSesselbahn. Sie wurde 1972 eröffnet, 1989 stillgelegt und 2005 nach einem Umbau wieder in Betrieb genommen.
Für das energetische Verteilnetz ist das UnternehmenZápadoslovenská energetika, a. s. (ZSE) zuständig. Das erste städtische Elektrizitätswerk wurde 1901 versuchsweise und 1902 in Dauerbetrieb genommen.[149]
Bratislava war im Kaisertum Österreich eine der ersten Städte (nach Wien und Prag, aber vor Budapest) mit einem Gasnetz, als 1856 das ersteStadtgaswerk in Betrieb genommen wurde. Dieses stand nahe derFürstenallee (heuteNámestie slobody) und das produzierte Gasvolumen erreichte anfangs 350.000 m³ jährlich und kurz vor dem Ersten Weltkrieg 4,3 Mio. m³. 1936 wurde als Ersatz ein neues Gaswerk im Stadtviertel Mlynské nivy mit jährlicher Kapazität von 11 Mio. m³ gebaut, wo sich seit 1996 das Slowakische Gaswerksmuseum befindet.[150][151] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gaswerk nationalisiert und Stadtgas zunehmend durchErdgas ersetzt, zuerst durch Lieferungen aus der Landschaft Záhorie, ab den 1970er Jahren durch den Bau derTransgas-Pipeline durch jenen aus sibirischen Gasfeldern. Die letzten Stadtgasverbraucher wurden 1978 vom Netz genommen.[152] Heute gewährleistet das StaatsunternehmenSlovenský plynárenský priemysel die Gasdistribution.
Die Wasserversorgung wird durch das UnternehmenBratislavská vodárenská spoločnosť, a. s. (BVS) bereitgestellt. Im Jahr 2017 gab es 1184 km von Wasserleitungen, mit ungefähr 36.700 Hausanschlüssen beträgt die Gesamtlänge des Verteilsystems 1441 km.[127] Nahezu alle Haushalte (mehr als 99 %) haben Anschluss an das öffentliche Wasserdistributionsnetz.[153] Das Trinkwasser wird aus sechs verschiedenen Quellen gezogen, die auf den Inseln Sihoť und Sedláčkov ostrov, im Wald Pečniansky les, in Rusovce-Ostrovné lúčky-Mokraď sowie in Rusovce und Čunovo liegen.[154]
Für die Abwasserbehandlung waren im Jahr 2017 960 km Kanalisation (1173 km inklusive ca. 28.800 Hausanschlüsse) angelegt.[127] Relativ gemessen haben mehr als 90 % der Haushalte Anschluss an die öffentliche Kanalisation.[153] Es gibt drei große Kläranlagen: Vrakuňa für das Zentrum und die nördlichen und östlichen, Petržalka für die südlichen und Devínska Nová Ves für die nordwestlichen Stadtteile.[155]
Für die Abfallentsorgung ist das städtische UnternehmenOdvoz a likvidácia odpadov (OLO) zuständig. Die Verbrennungsanlage der Stadt befindet sich im ViertelVlčie hrdlo und ist seit 1978 in Betrieb. Die Kapazität der Verbrennungsanlage beträgt ungefähr 130.000 Tonnen Müll pro Jahr und liefert jährlich im Durchschnitt 33.000 MWh Elektrizität ins Netz.[156] Im Jahr 2017 wurden 183.298 Tonnen Müll wiederverwertet, 43.109 Tonnen verbrannt und 286 Tonnen gelagert.[127]
In Bratislava gibt es 18Polizeidienststellen derstaatlichen Polizei, die organisatorisch in fünf Bezirksdirektionen zusammengeführt sind, die wiederum der Regionaldirektion Bratislava gehören.[157] Daneben hat die Stadt eine eigeneStadtpolizei(mestská polícia Bratislava), die hauptsächlich für Verkehrsüberwachung (Ordnungswidrigkeiten), Umsetzung von Gemeindeverordnungen und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig ist.
Die erste Universität Bratislavas und die erste auf dem Gebiet der heutigen Slowakei war die 1465 von PapstPaul II. auf Anfrage des ungarischen KönigsMatthias Corvinus gegründeteUniversitas Istropolitana. Sie wurde etwa 1490 nach Corvinus’ Tod wieder geschlossen.
Von 1928 bis zur politisch motivierten Schließung 1939 hatte die Stadt eine bedeutende Kunstgewerbeschule (Škola umeleckých remesiel), die erste öffentlichen Kunstschule der Slowakei.[159]
Nach Angaben des Statistischen Amts der Slowakischen Republik gab es im Jahr 2017 insgesamt 23 Gesundheitseinrichtungen jeglicher Art (Krankenhäuser/Kliniken, sowohl öffentlich als auch privat) mit Gesamtkapazität von 4224 Betten und 183 Apotheken im Stadtgebiet von Bratislava,[127] dazu zahlreiche niedergelassene Ärzte inAmbulanzen. DasUniversitätskrankenhaus Bratislava(Univerzitná nemocnica Bratislava) betreibt fünf Standorte. Diese heißenNemocnica Ružinov in Ružinov (zugleich Hauptsitz),Nemocnica akademika Ladislava Dérera oder umgangssprachlichNemocnica Kramáre im StadtviertelKramáre,Nemocnica Staré Mesto in Staré Mesto,Nemocnica svätého Cyrila a Metoda oderNemocnica Antolská in Petržalka undŠpecializovaná geriatrická nemocnica Podunajské Biskupice (geriatrisches Krankenhaus) in Podunajské Biskupice.[160]
Der Bau des Krankenhauses Rázsochy in Lamač wurde schon in den 1980er Jahren begonnen, aber nie fertiggestellt. im Frühjahr 2020 wurde der Rohbau abgerissen, stattdessen soll dort bis 2024 ein neues Krankenhausprojekt verwirklicht werden.[161]
Bratislava ist das Zentrum der slowakischen Medienlandschaft. Bedeutende Fernsehstationen mit Sitz in der Stadt sind die öffentlich-rechtlicheSlovenská televízia sowie die PrivatsenderTV Markíza,TV JOJ undTA3. Die öffentlich-rechtliche RundfunkgesellschaftSlovenský rozhlas hat ihren Sitz ebenfalls in Bratislava, ebenso wie kommerzielle Rundfunkgesellschaften wieRádio Express,Fun rádio,Rádio Vlna oder dasRádio Európa 2. Daneben existieren auch Lokalhörfunkanstalten. Der wichtigsteRundfunksender ist am Fernsehturm Bratislava untergebracht.[162] Wegen der Grenznähe zu Österreich und Ungarn ist auch terrestrischer Empfang von österreichischen (Sender Kahlenberg) und ungarischen Radioanstalten möglich.[163]
Historisches Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters am Hviezdoslav-Platz
Die Theatertradition der Stadt lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückführen, als die Stadt Hauptstadt des Königreichs Ungarn war und Aufführungen im Besonderen Krönungen, Tagungen sowie königliche Besuche begleiteten. Das erste ständige Theater wurde 1776 alsStädtisches Theater eröffnet.[165]
Heute ist Bratislava Sitz desSlowakischen Nationaltheaters(Slovenské národné divadlo), das auf zwei Gebäude verteilt ist. Das erste entstand 1885/1886 imNeorenaissance-Stil amHviezdoslav-Platz in der Altstadt. Das neue Gebäude am Donauufer wurde 2007 nach 21-jähriger Bauzeit eröffnet.[166] Das Nationaltheater ist ein Dreispartentheater fürSchauspiel,Oper undBallett. In Verwaltung der Stadt Bratislava befindet sich das Pavol-Országh-Hviezdoslav-Theater(divadlo Pavla Országha Hviezdoslava) an der Straße Laurinská.
Kleinere und alternative Theater sind unter anderem das Bratislavaer Puppentheater(Bratislavské bábkové divadlo), das Astorka Korzo '90, dasArena-Theater(Divadlo Aréna), das GUnaGU-Theater, das L+S Studio, das Ludus-Theater, das Naive Theater Radošina(Radošinské naivné divadlo) und die Neue Szene(Nová scéna).[167]
Die erste Filmvorstellung in Bratislava fand am 25. Dezember 1896 statt, nur ein Jahr nach der ersten Vorführung durch die französischenBrüder Lumière.[168] 1905 begannen Vorstellungen im ersten ständigenKino, dem „Electro Bioscop“, das seit 1913 auf demHviezdoslav-Platz ansässig ist. Das Kino besteht bis heute und ist gegenwärtig als „Kino Mladosť“ bekannt.[169] Die ersten Kurzfilme wurden schon während der Habsburgermonarchie produziert.
Heute ist Bratislava das Zentrum der slowakischen Filmindustrie, Sitz desFilmstudios Koliba und des Slowakischen Filminstituts. In der Stadt befinden sich vierMultiplex-Kinos, alle in Einkaufszentren (Eurovea, Aupark, VIVO! und Bory Mall) und 14 traditionelle Kinos undFilmklubs, dazu sieben Sommerkinos.[170]
Ähnlich wie in Wien hat sich in Bratislava eine regeKaffeehauskultur entwickelt. Die ersten Betriebe wurden im 18. Jahrhundert eröffnet. Als einer der traditionellen Betriebe gilt das 1873 gegründeteCafé Mayer am Hauptplatz. Die alte Kaffeehauskultur erreichte ihren Höhepunkt in der ersten tschechoslowakischen Republik. In der Zeit der sozialistischen Tschechoslowakei kam es zu einem Untergang, aber seit den 2000er Jahren ist ein erneuter Aufschwung zu beobachten.[171]
Durch die multikulturelle Geschichte der Stadt spiegelt die örtliche Küche Einflüsse mehrerer ethnischer Küchen, wie dieösterreichische,slowakische,ungarische,jüdische und andere. DerWeinbau hat in der Stadt eine lange Tradition, mitWeingärten amHang der Kleinen Karpaten. Nach Angaben des Statistischen Amts der Slowakischen Republik gab es im Jahr 2017 ca. 600 ha Weingärten in Bratislava, davon 500 ha im Okres Bratislava III und 100 ha im Okres Bratislava IV.[127] 67 % der Weingärten befinden sich im StadtteilRača.[172] Spezifische Weinsorten sindBlaufränkisch(frankovka modrá),Grüner Veltliner(veltlínske zelené),Rheinriesling(rízling rýnsky),Müller-Thurgau,St. Laurent(svätovavrinecké) sowie weitere.[173] Eine Spezialität der Stadt sind die Pressburger Kipferln oder Beugel (slowakischbratislavské rožky,ungarischpozsonyi kifli) mit Mohn- oder Nussfüllung, dieHufeisen- beziehungsweise C-förmig sind. Das Gebäck soll bereits 1590 in Pressburger Gaststätten angeboten worden sein, ist aber wahrscheinlich älteren Ursprungs. Heute genießen die Pressburger Kipferln den Status einergarantiert traditionellen Spezialität.[174]
Jedes Jahr werden in Bratislava Veranstaltungen in verschiedenen Kulturbereichen durchgeführt. Zu den Musikfestivals gehören das Bratislavaer Musikfestival (Bratislavské hudobné slávnosti; klassische Musik), die Bratislavaer Jazz-Tage (Bratislavské jazzové dni; Jazz), das Viva Musica! im Sommer und dasWilsonic-Festival (Hiphop, Indie-Rock, Alternativmusik und Popmusik).
Mehrere Filmfestivals finden in der Stadt statt, darunter das 1999 erstmals abgehalteneInternational Film Festival[175] oder spezialisierte Festivals wie Ekotopfilm (Ökologie) und Febiofest (Alternative).
Neben den oben genannten Festivals finden jährlich auch weitere Veranstaltungen statt: Ende Januar, Anfang Februar wird der BratislavaerBall seit 2001 durchgeführt; im April findet seit 2004 ein „Wochenende der offenen Tür“ namensBratislava pre všetkých (Bratislava für Alle) statt. Einmal im Jahr wird dieLange Nacht der Museen veranstaltet. Im Sommer organisiert die Stadt das Kultursommer und Burgfest(kultúrne leto a hradné slávnosti). Des Weiteren wird seit 2003 zur Erinnerung dergekrönten Monarchen im Zeitraum 1563–1830 in Pressburg die Krönungsfeier(Korunovačné slávnosti) veranstaltet. Zum Monatswechsel August/September organisiert die staatliche OrganisationZentrum des Volkskunstwerks (ÚĽUV) das auf Volkshandwerke spezialisierte FestivalDni majstrov ÚĽUV. Im September finden in Rusovce sogenannte Römische Spiele statt. Seit 2015 wird im Frühherbst das dem Vorbild des Pariser Nuit Blanche nachgeahmte KulturfestivalBiela noc (Weiße Nacht) veranstaltet. Alle zwei Jahre im Herbst seit 1967 wird dieBiennale der Illustrationen Bratislava (slowakischBienále ilustrácií Bratislava, Abk. BIB) für Illustrationen in derKinder- und Jugendliteratur unter der Schirmherrschaft vonUNESCO undIBBY abgehalten.[176] Zum Ende des Jahres finden auch der Weihnachtsmarkt (seit 1993) und die Silvesterfeier (seit 1999) statt.
Das 1961 gegründeteSlowakische Nationalmuseum(Slovenské národné múzeum) befindet sich in der Altstadt am Ufer der Donau. Das Nationalmuseum ist die bedeutendste kulturelle Institution des Landes. Es betreibt 16 weitere spezialisierte Museen in der gesamten Slowakei; in Bratislava sind dies neben sechs weiteren Museen zum Beispiel das Naturhistorische Museum(Prírodovedné múzeum) und das Archäologische Museum(Archeologické múzeum). DasStädtische Museum(Múzeum mesta Bratislavy) befasst sich mit der Geschichte der Stadt. Es wurde 1868 gegründet und ist das älteste existierende Museum des Landes. Neben der Hauptausstellung im Alten Rathaus umfasst das Museum sieben Außenstandorte, darunter das Waffenmuseum im Turm des Michaelertors und das Uhrenmuseum imHaus zum Guten Hirten(Dom U dobrého pastiera).
Slowakische Nationalgalerie mit Altgebäude und Neubau danebenGaléria Nedbalka
Die 1948 gegründeteSlowakische Nationalgalerie(Slovenská národná galéria) ist ein Verbund verschiedener Kunstmuseen in der Slowakei. In der Bratislavaer Altstadt befinden sich zwei Ausstellungen, imPalais Esterházy(Esterháziho palác) und in der angrenzenden Wasserkaserne(Vodné kasárne) am Ufer der Donau. DieStädtische Galerie(Galéria mesta Bratislava), gegründet 1961, ist der zweitgrößte Museenverbund, mit Ausstellungen imPálffypalais(Pálfiho palác) und imMirbachpalais(Mirbachov palác). Auf moderne Kunst spezialisiert ist dasDanubiana Meulensteen Art Museum im südlich der Donau gelegenen StadtteilČunovo. Slowakische Künstler des 20. Jahrhunderts werden in derGaléria Nedbalka in einem sanierten Stadtpalais präsentiert.[177]
Weitere Museen sind das Verkehrsmuseum, welches sich mit den Wagen und Zügen in der Slowakei bis zu den 1970er Jahren befasst, das pharmazeutische Museum, das Museum der jüdischen Kultur im Landadelpalais Zsigray, eine Exposition des Schiffsmuseums und andere.
Den Ballsportlern in Bratislava stehen rund 60 Fußballstadien oder Fußballplätze, 74 Basketballplätze, 128 Volleyballplätze und 61 Tennisplätze zur Verfügung.[178]
In der höchsten slowakischenFußball-Liga, der1. liga, ist 2021/22 ein Verein aus Bratislava vertreten: Der 1919 gegründeteŠK Slovan Bratislava spielt imŠtadión Pasienky und ist der erfolgreichste slowakische Verein überhaupt; größter Erfolg war der Gewinn desEuropapokals der Pokalsieger im Jahr 1969. Vorher spielte der Verein imŠtadión Tehelné pole, das einmal 30.000 Zuschauer fassen konnte. Das ist 2009 wegen Baumängeln aufgegeben worden und wurde 2013 abgerissen. An dessen Stelle entstand von 2014 bis 2019 dasNárodný futbalový štadión (deutschNationales Fußballstadion) mit der Kapazität von 22.500 Plätzen. DerFC Petržalka 1898 (gegründet 1898) ist der älteste Verein der Stadt und trägt seine Heimspiele ebenfalls im Štadión Pasienky (bis 2008Štadión Petržalka, heute abgerissen) aus und spielte jahrelang in der slowakischen 1. Liga; sein größter Erfolg war die Teilnahme an der Hauptrunde desUEFA Champions League 2005/06. Ein weiterer bekannter Verein ist derFK Inter Bratislava, der 1940 gegründet wurde und ebenfalls im Pasienky-Stadion spielte.
Das nationale Tenniszentrum mit derNTC aréna ist Austragungsort zahlreicher kultureller und sportlicher Veranstaltungen, unter anderem fand dort 2005 das Finale desDavis Cup statt.
Wassersport, Leichtathletik und weitere Sportarten
Wassersportzentrum Čunovo
Čunovo in der Nähe desKraftwerks Gabčíkovo ist ein bedeutendes Zentrum fürWassersportarten wieRafting undKanuslalom. Im dortigen Wassersportzentrum werden jedes Jahr zahlreiche nationale und internationaleKanu- undKajak-Wettbewerbe ausgetragen. Die Stadt weist etwa acht Bootshäuser auf.[178]
Deutlich näher an Bratislava in der GemeindeŠamorín liegt die sogenannteX-Bionic Sphere, die als olympisches Trainingszentrum der Slowakei Anlagen für rund 30 Disziplinen aufweist und beispielsweise für internationale Wettkämpfe im Reiten, Schwimmen und Triathlon genutzt wird.
Der seit 1921 jährlich stattfindende Nationallauf Devín–Bratislava(Národný beh Devín-Bratislava) über 11,6 km ist die ältesteLeichtathletik-Veranstaltung der Slowakei.[179] Der Bratislava-Marathon fand erstmals im Jahr 2006 statt.[180]
Verbreitet sind in der Stadt über die oben genannten Sportarten hinausTurnen,Schwimmen undReiten. Für diese Zwecke gab es im Jahr 1988 bereits 109 Turnhallen, 26 Schwimmbecken und 7 Reitbahnen.[178] Petržalka ist Standort einer Rennstrecke fürPferde- undWindhundrennen.
Bratislava ist Geburtsort zahlreicher Persönlichkeiten. Aufgrund der ethnischen Vielfalt der Stadt insbesondere vor Ende des 19. Jahrhunderts sind in derListe von Persönlichkeiten der Stadt Bratislava neben Slowaken auch zahlreiche Personen deutscher, österreichischer und ungarischer Nationalität vertreten.
Iris Engemann:Die Slowakisierung Bratislavas. Universität, Theater und Kultusgemeinden 1918–1948 (=Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Ostmitteleuropas. Band 22). Harrassowitz, Wiesbaden 2012,ISBN 978-3-447-06640-2 (zugleichDissertation,Europa-Universität Viadrina).
Irene Hanappi:Bratislava. Gehen, sehen und genießen. 5 Routen durch die Hauptstadt der Slowakei. Geschichte, Kultur, Sightseeing, Essen und Trinken. 6., überarbeitete Auflage, Falter, Wien 2018,ISBN 978-3-85439-621-5 (Stadtführer).
V. Horváth, D. Lehotská, J. Pleva et al.:Dejiny Bratislavy. Obzor, Bratislava 1979 (slowakisch).
Martin Hutter:Bratislava – Boomtown ante portas? In: Harald Hitz,Helmut Wohlschlägl (Hrsg.):Das östliche Österreich und benachbarte Regionen. Ein geographischer Exkursionsführer zum Dt. Geographentag in Wien. Böhlau, Wien 2009,ISBN 978-3-205-78447-0, S. 408–420.
Marcell Jankovics:Zwanzig Jahre in Preßburg (1919–1939). Aus dem Ungarischen übertragen und mit Erläuterungen versehen von Anton Klipp (=Veröffentlichungen des Karpatendeutschen Kulturwerks. Band 4). Vivit-Verlag, Kežmarok 2017,ISBN 978-80-8175-029-8.
Igor Janota:Bratislavské rarity. Vydavateľstvo PT, Bratislava 2006,ISBN 80-89218-19-9 (slowakisch).
Anton Klipp:Preßburg. Neue Ansichten zu einer alten Stadt. Karpatendeutsches Kulturwerk, Karlsruhe 2010,ISBN 978-3-927020-15-3.
Johann Mathias Korabinsky:Beschreibung der königl. Ungarischen Haupt-, Frey- und Krönungsstadt Pressburg. Pressburg 1784.
Dušan Kováč:Bratislava 1939–1945 – Mier a vojna v meste. Vydavateľstvo PT, Bratislava 2006,ISBN 80-89218-29-6 (slowakisch).
Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X (slowakisch).
Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Slovensko v dvadsiatom storočí.Band2. Fortuna Print, Bratislava 1999,ISBN 80-88980-08-9 (slowakisch).
Theodor Ortvay:Pozsony város utcái és terei. Pozsony 1905 (ungarisch).
Theodor Ortvay:Geschichte der Stadt Pressburg. 7 Bände, Pressburg 1892–1912.
Emil Portisch:Geschichte der Stadt Pressburg-Bratislava. 2 Bände, Pressburg-Bratislava 1932/1933.
László Szarka:Etnické zmeny v Bratislave (Ethnische Veränderungen in Preßburg und die städtische Administrative zwischen den Weltkriegen). In: Gábor Czoch (Hrsg.):Kapitoly z dejín Bratislavy. Bratislava 2006 (slowakisch).
Anton Špiesz:Bratislava v stredoveku. Perfekt, Bratislava 2001,ISBN 80-8046-145-7 (slowakisch).
Gunnar Strunz:Bratislava. Mit Donautiefland, kleinen Karpaten und Záhorie. Hrsg.: Detlev von Oppeln, Bernd Schwenkros. 2., aktualisierte Auflage. Trescher, Berlin 2011,ISBN 978-3-89794-180-9 (Reiseführer).
Tatiana Hrnčiarová et al.:Krajinnoekologické podmienky rozvoja Bratislavy. VEDA, Bratislava 2006,ISBN 80-224-0910-3 (slowakisch).
Viera Feráková, Ivan Jarolímek:Plants and Habitats of European Cities. Hrsg.: John G. Kelcey, Norbert Müller. Springer, 2011,ISBN 978-0-387-89683-0, Bratislava,S.79–130 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Ernst Hochberger:Das große Buch der Slowakei. 3000 Stichworte zur Kultur, Kunst, Landschaft, Natur, Geschichte, Wirtschaft. 5. ergänzte und erweiterte Auflage. Sinn, 2017,ISBN 978-3-921888-15-5.
Pavel Dvořák:Prvá kniha o Bratislave. Rak Budmerice, 2006,ISBN 80-85501-32-5 (slowakisch).
J. C. v. Thiele:Das Königreich Ungarn. Band 6, Kaschau 1833, S. 92–132 (Google Buch).
Pressburg und seine Umgebung. Mit einer geologischen Karte und mehreren Abbildungen. Wigand, Pressburg 1865 (Digitalisat).
↑abcTatiana Hrnčiarová et al.:Krajinnoekologické podmienky rozvoja Bratislavy. VEDA, 2006,ISBN 80-224-0910-3,S.35 (slowakisch).
↑Tatiana Hrnčiarová et al.:Krajinnoekologické podmienky rozvoja Bratislavy. VEDA, 2006,ISBN 80-224-0910-3,S.27 (slowakisch).
↑Tatiana Hrnčiarová et al.:Krajinnoekologické podmienky rozvoja Bratislavy. VEDA, 2006,ISBN 80-224-0910-3,S.117 (slowakisch).
↑Viera Feráková, Ivan Jarolímek:Plants and Habitats of European Cities. Hrsg.: John G. Kelcey, Norbert Müller. Springer, 2011,ISBN 978-0-387-89683-0,S.112 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Ján Lacika:Visiting Slovakia – Bratislava. Dajama-Verlag, Bratislava 2000,ISBN 978-80-88975-16-8,S.10 (englisch).
↑Viera Feráková, Ivan Jarolímek:Plants and Habitats of European Cities. Hrsg.: John G. Kelcey, Norbert Müller. Springer, 2011,ISBN 978-0-387-89683-0,S.83 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Bratislava. In: worldweather.wmo.int. Weltorganisation für Meteorologie, abgerufen am 12. August 2023 (Klimadaten bereitgestellt vom „Slovak Hydrometeorological Institute“ (SHMU)).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.66 (slowakisch).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.94 (slowakisch).
↑abAnton Špiesz:Bratislava v stredoveku. Perfekt, 2001,ISBN 80-8046-145-7,S.48–49 (slowakisch).
↑Siehe zum Beispiel Ernst Hochberger:Das große Buch der Slowakei. 5. ergänzte und erweiterte Auflage. Sinn, 2017,ISBN 978-3-921888-15-5,S.444.
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.113 (slowakisch).
↑Anton Špiesz:Bratislava v stredoveku. Perfekt, 2001,ISBN 80-8046-145-7,S.27–31, 38–39 (slowakisch).
↑Pavel Dvořák:Prvá kniha o Bratislave. Rak Budmerice, 2006,ISBN 80-85501-32-5,S.208, 214 (slowakisch).
↑Pavel Dvořák:Prvá kniha o Bratislave. Rak Budmerice, 2006,ISBN 80-85501-32-5,S.207 (slowakisch).
↑Pavel Dvořák:Prvá kniha o Bratislave. Rak Budmerice, 2006,ISBN 80-85501-32-5,S.251 (slowakisch).
↑Anton Špiesz:Bratislava v stredoveku. Perfekt, 2001,ISBN 80-8046-145-7,S.157–158 (slowakisch).
↑Beschreibung bei Anton Klipp:Preßburg. Neue Ansichten zu einer alten Stadt. Karpatendeutsches Kulturwerk, Karlsruhe 2010,ISBN 978-3-927020-15-3, S. 59.
↑História. In: bratislava.sk. Archiviert vom Original am 11. Mai 2020; abgerufen am 29. April 2020 (slowakisch).
↑Ernst Hochberger:Das große Buch der Slowakei. 5. ergänzte und erweiterte Auflage. Sinn, 2017,ISBN 978-3-921888-15-5,S.304 (NB: der Autor gibt das Gründungsjahr der Preßburger Zeitung irrtümlicherweise mit 1776 an).
↑Ernst Hochberger:Das große Buch der Slowakei. 5. ergänzte und erweiterte Auflage. Sinn, 2017,ISBN 978-3-921888-15-5,S.288.
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.447 (slowakisch).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.426–427 (slowakisch).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Od najstarších čias do konca 19. storočia.Band1. Fortuna Print, Bratislava 1998,ISBN 80-7153-174-X,S.451 (slowakisch).
↑Viera Obuchová:Priemyselná Bratislava. PT, Bratislava 2009,ISBN 978-80-89218-99-8,S.61–66 (slowakisch).
↑abIris Engemann:Die Slowakisierung Bratislavas. Universität, Theater und Kultusgemeinden 1918–1948. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2012,ISBN 978-3-447-06640-2.
↑Pieter C. van Duin:Central European Crossroads – Social Democracy and National Revolution in Bratislava (Pressburg), 1867–1921. Berghahn, 2009,ISBN 978-1-84545-395-4,S.176 (englisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Slovensko v dvadsiatom storočí.Band2. Fortuna Print, Bratislava 1999,ISBN 80-88980-08-9,S.100 (slowakisch).
↑Dušan Kováč et al.:Kronika Slovenska. Slovensko v dvadsiatom storočí.Band2. Fortuna Print, Bratislava 1999,ISBN 80-88980-08-9,S.283 (slowakisch).
↑Peter Kaššák, Pavol Kršák, Ľuboš Tupý:Bomby nad Bratislavou 1944–1945. Hrsg.: Ottovo nakladatelství. 1. Auflage. Prag 2016,ISBN 978-80-7451-397-8.
↑abMinisterialerlass Nr. Z.1236/adm vom 14. März 1919 (Zit.: Anton Klipp:Preßburg... S. 35).
↑abImpressum. In: Website der Deutschen Botschaft Pressburg. Abgerufen am 2. Juli 2025.
↑Karl Bosl:Das „jüngere“ bayerische Stammesherzogtum der Luitpoldinger. In:Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte. München 1955,S.158.
↑Peter F. Kramml:Stadt, Land und Kirche: Salzburg im Mittelalter und in der Neuzeit. Tagung zur Emeritierung von Heinz Dopsch in Salzburg vom 23. bis 24. September 2011. Hrsg.: Verein Freunde der Salzburger Geschichte (= Salzburg-Studien: Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur.Nr.13). Salzburg, 2012,S.17 (zu Ehren vonHeinz Dopsch).
↑Siehe zum Beispiel: Ján Stanislav:Slovenský juh v stredoveku, 2. Auflage 1999; Pavol Žigo in:Österreichische Namenforschung, 29 (2001), S. 219–223. Hierbei ist zu beachten, dass ‚B‘ und ‚P‘ imBairischen denselben Laut bezeichnen.
↑Eberhard Krankzmayer, Karl Bürger:Burgenländisches Siedlungsnamenbuch. Hrsg.: Amt d. Burgenländischen Landesregierung (= Burgenländische Forschungen.Nr.37). Eisenstadt 1957,S.185.
↑Ján Stanislav:Slovenský juh v stredoveku. 2. Auflage. 1999.
↑Ján Stanislav:Slovenský juh v stredoveku. 2. Auflage. 1999, Nachwort.
↑Vladimir Horváth, Elemir Rákoš, Josef Watzka (Hrsg.):Bratislava, hlavné mesto Slovenska. Pripojenie Bratislavy k Československej republike roku 1918–1919. Dokumenty. 1977 (doc.151, 166)
↑Gunnar Strunz:Bratislava entdecken – Streifzüge durch die slowakische Hauptstadt. Trescher-Verlag, 2007,ISBN 978-3-89794-121-2,S.75, 76 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 17. September 2020]).
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↑Hesperus. Encyclopädische Zeitschrift für gebildete Leser. Band 29, nr. 4, April 1821,S. 27.
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↑abGernot Beck:Die „österreichischen“ Minderheiten im Ausland – eine kulturgeographische Analyse ihrer heutigen Verbindungen mit dem „Mutterland“. Diplomarbeit. Universität Wien, 2014,S.63,doi:10.25365/thesis.35257.
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↑Ján Lacika:Visiting Slovakia – Bratislava. Dajama-Verlag, Bratislava 2000,S.43 (englisch).
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↑Martin Šveda, Pavel Šuška (Hrsg.):Suburbanizácia – Ako sa mení zázemie Bratislavy? Geografický ústav SAV, 2019,ISBN 978-80-89548-08-8,S.260 (slowakisch,sav.sk [PDF;35,5MB; abgerufen am 21. Februar 2022]).
↑Tarifné Zóny – Fare Zones. (PDF; 404 kB) Karte von Tarifzonen und Linien im IDS BK. In: imhd.sk. Juli 2021, abgerufen am 13. September 2025 (slowakisch, englisch).