Bourbon-Demokrat
Bourbon-Demokrat war ein in denVereinigten Staaten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts verwendeter Ausdruck für Politiker aus derDemokratischen Partei, die Anhänger desKonservatismus oder desklassischen Liberalismus waren. Der Name wurde hergeleitet vomBourbon Whiskey ausKentucky beziehungsweise derBourbonen-Dynastie, die ehemals mit derKolonie Louisiana weite Teile der späterenSüdstaaten beherrscht hatten. Die so bezeichneten Politiker unterschieden sich von denRepublikanern, indem sie fürFreihandel eintraten, während die RepublikanerProtektionismus befürworteten. Auch lehnten sieImperialismus ab und forderten eine verstärkte Bekämpfung von Korruption.[1]
Zu diesem bedeutenden Flügel der Demokraten gehörten sowohlreaktionäre Südstaatler als auch wirtschaftsfreundliche Nordstaatler. Diese unterstützten die Interessen der Wohlhabenden und waren gegen staatliche Armenhilfe. Wenn der Nominierte kein Bourbon-Demokrat war, erhielt er regelmäßig nur ein Drittel an finanziellen Mitteln für den Wahlkampf.[1] Die Bourbon-Demokraten führten jahrzehntelang eineEinparteienherrschaft in den Südstaaten an, mit garantierten Wahlerfolgen infolgeRassentrennung und Wahlrechts für dieAfroamerikaner.[2]
Bekannte Vertreter
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Samuel J. Tilden (1814–1886),Gouverneur des BundesstaatesNew York undPräsidentschaftskandidat von 1876, verlor gegenRutherford B. Hayes.
- Grover Cleveland (1837–1908),22. und 24. Präsident der USA, ließ im Jahre 1894 durch das Militär den größten Streik der US-Geschichte, der alsPullman-Streik bekannt wurde, beenden.
- Alton B. Parker (1852–1926),Präsidentschaftskandidat von 1904, verlor gegenTheodore Roosevelt.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑abPaul Krugman:Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008,ISBN 9783593385655, S. 29ff.
- ↑Willi Paul Adams:Die USA im 20. Jahrhundert. Verlag Oldenbourg, München 2007,ISBN 9783486584660, S. 29.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Horace Samuel Merrill:Bourbon Leader. Grover Cleveland and the Democratic Party. Little Brown, Boston 1957.
- Horace Samuel Merrill:Bourbon democracy of the Middle West, 1865–1896. Louisiana State University Press, 1953.