Seit 2012 ist Botswana gemäß demDemokratieindex das demokratischste Land auf dem afrikanischen Festland. Zudem hat das Land dort die niedrigste Korruptionsanfälligkeit seit der ersten Erfassung imKorruptionswahrnehmungsindex 1998.[10] In beiden Indizes übertrifft es jährlich auch viele westliche Industriestaaten, bspw.Italien und die meisten ost- und südosteuropäischen Staaten.
Botswana erstreckt sich zwischen 17° 50’ und 26° 50’ südlicherBreite sowie 20° 00’ und 29° 20’ östlicherLänge. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt wie die Ost-West-Ausdehnung ungefähr 900 km. Das Land hat eine Fläche von etwa 582.000 km² und rund zwei Millionen Einwohner. Damit gehört es zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde.
Große Teile des Landes macht die HalbwüsteKalahari im Südwestteil aus. Sie besteht ausDornstrauch- undGrassavannen. Darüber hinaus gibt esSalzpfannen undSalzseen, die während der Regenzeit zu großen, seichten Seen werden. Im Nordwesten liegt dasOkavangodelta, das großeBinnendelta des FlussesOkavango. Das Land ist überwiegendHochland mit wenigen Hügeln. Gebiete wie das Okavangodelta, dieMakgadikgadi-Pfanne und die Region am Limpopo liegen weniger als 1000 Meter über dem Meeresspiegel, höchste Erhebung ist mit 1494 Metern über dem Meeresspiegel derMonalanong Hill südwestlich der HauptstadtGaborone.[11]
BeiKazungula im Nordosten des Landes treffen sich die Grenzen von Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe in der Mitte desSambesi, manchen Ansichten zufolge an einem einzigen Punkt.[12] Für die Annahme eines multilateral anerkanntenVierländerecks fehlt jedoch die vertragliche Grundlage.[13][14]
In Botswana herrschtsemi-arides Savannen- undHalbwüstenklima. Die Temperaturen schwanken zwischen 35 °C im Sommer und etwas über 20 °C im Winter. Im Winter fallen die Temperaturen vor allem nachts stark, im ganzen Land ist zu dieser JahreszeitFrost möglich, Temperaturunterschiede von über 20 °C zwischen Tag und Nacht sind normal. So werden zum Beispiel in Gaborone im Juli tagsüber durchschnittlich 23 °C gemessen, während es nachts nur etwa 3 °C sind. Die Trockenzeit ist im ganzen Land mit sechs bis neun Monaten sehr lang. Im Jahr fällt etwa 250 bis 500 Millimeter Niederschlag, der meiste von Dezember bis März.
Das südliche Afrika liegt in einer überwiegend semi-ariden und ariden Zone, die damit sehr anfällig für Klimaveränderungen ist. Die Folgen durch die Klimakrise sind eine zunehmende Hitze, längere Dürreperioden und geringere Niederschläge. In Botswana ist die Temperatur binnen 100 Jahren um drei Grad angestiegen, was die höchste Zunahme in der gesamten südlichen Hemisphäre darstellt.[15]
Botswana wird als hoch anfällig für die Folgen von Klimaveränderungen eingestuft. DerKlimawandel hat auch auf Grund der hohen Abhängigkeit von der Landwirtschaft und Bioressourcen, einer hohen Armutsquote gerade in ländlichen Gebieten und einer geringen Anpassungsfähigkeit signifikante Auswirkungen. Primäre Herausforderungen stellen die Verfügbarkeit von Wasser, veränderte Niederschlagsaufkommen und steigende Ansprüche der Bevölkerung dar. Das Klima, wenig produktive Anbauflächen und das sozioökonomische Umfeld in semi-ariden Gebieten in Botswana machen dort lebende Gemeinschaften anfällig für eine Gefährdung der Ernährungssicherheit und des Lebensunterhalts sowie nicht nachhaltige landwirtschaftlich-ökonomische Systeme.[16]
Das Land wird von vier Einzugsgebieten geprägt.[17] Die südliche Grenze bildet derMolopo mit seinem NebenflussNossob. Er gehört zum Einzugsgebiet desOranje, auch wenn kein Oberflächenwasser in den Oranje aus ihm mündet. Im Nordosten bildet derChobe die Grenze zu Namibia, und ein winziges Stück des Sambesi verbindet das Land mit Sambia. Außer über denLimpopo, der die Südost-Grenze bildet, fließt allerdings kaum Wasser Richtung Ozean. Das größte Einzugsgebiet des Landes ist das Okavango- oder Makgadikgadi-Becken. Der ausAngola kommende Okavango versickert in diesem Becken im Okavangodelta, und sein Wasser erreicht nur bei hohen Ständen die Makgadikgadi-Salzpfannen.
Die Einzugsgebietsflächen werden je nach Quelle sehr unterschiedlich angegeben. Insbesondere die des Molopo und des Okavangobecken variieren teils sehr. In manchen Quellen wird etwa die Hälfte als nicht spezifiziert dargestellt, da von diesen Flächen, auf Grund des Wüstenklimas das dort herrscht, kein realer Abfluss stattfindet.[18]
Zebras undAntilopen sind Teil der einheimischen TierweltPalmen im Okavangodelta
Die Flora wird von den vorherrschendenTrocken- undDornstrauchsavannen geprägt. Das Okavangodelta und das Gebiet am Chobe sindFeuchtsavannen mit einem großen Artenreichtum.
Die Kalahari ist durch Gräser und dornige Sträucher undAkazien charakterisiert. Typische Arten sind auch die Weißstamm-Boscia (Boscia albitrunca), derMongongo-Baum (Schinziophyton rautanenii) und dieAfrikanische Teufelskralle. Im Okavangodelta wurden 1300 Pflanzenarten nachgewiesen.[19] Im Norden des Landes gibt esMopane- undCombretumwälder, in der Chobe-Region auchMiombowälder.[20]
In Botswana kommen zahlreiche Säugetierarten vor. DieElefantenpopulation ist mit rund 130.000 Exemplaren die größte Afrikas,[21][22] nachdem sie in den 1970er und 1980er Jahren nach Angaben derAfrican Elephant and Rhino Specialists Group (AERSG) zeitweise auf nur noch 20.000 abgesunken war.[23] Außerdem gibt es Giraffen, zahlreiche Antilopenarten, Löwen, Leoparden, Nashörner, Geparde und Zebras. Im Okavangodelta leben über 400 Vogelarten, über 120 Säugetierarten, 71 Fischarten, 33 Amphibienarten und 64 Reptilienarten.[19] Jährlich kommt es zu großenMigrationen von Zebra- undGnuherden zwischen Chobe bzw. Okavangodelta und den südlich und südöstlich gelegenen Gebieten, etwa amBoteti.[24]
Botswana hatte 2025 2,45 Millionen Einwohner.[27] Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug 1,3 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 23,0 pro 1000 Einwohner[28] vs. Sterbeziffer: 6,9 pro 1000 Einwohner[29], 2022) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,8, die der Region Ost- und Süd-Afrika betrug 4,3.[30] DerMedian des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2025 bei 27,1 Jahren.[27] Im Jahr 202 waren 28,7 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 6,1 Prozent der Bevölkerung betrug.[27]
Amtssprachen sindEnglisch undSetswana. Die Kommunikation in der Bevölkerung findet in derBantusprache Setswana statt, die vom überwiegenden Teil der Einwohner verstanden wird. Auf Englisch verhandelt das Parlament, und alle größeren Zeitungen erscheinen in englischer Sprache. In der Grundschule ist Setswana die Unterrichtssprache, ab derSekundarstufe wird auf Englisch unterrichtet. Weitere gesprochene Sprachen sindKalanga,Kgalagadi,Thimbukushu, sowie einige weitereBantusprachen undKhoisan-Sprachen; in geringem Maß wird auchAfrikaans gesprochen.
Im Jahr der Unabhängigkeit 1966 gab es in Botswana nur wenige erfolgreiche Schulabgänger, 100 Abiturienten und 22 Absolventen einer Universität.[32] Lediglich 8 % der Jugendlichen besuchten eineSekundarschule.[33] Mit den Einnahmen aus der Diamantenförderung ab den 1970er Jahren wurde das Schulwesen stark ausgebaut.[33] Trotzdem ist Botswana eines der wenigen Länder auf der Welt, in denen trotz einer bereits 1980 von der Regierung gestartetenAlphabetisierungskampagne keineSchulpflicht besteht.[34] Die Rate der Schüler an Primarschulen lag 1996 bei 96 %;[33] auch die Sekundarschulen, wo nach der zehnten Klasse dasJunior Certificate abgelegt werden kann, werden von fast allen Jugendlichen der Jahrgänge besucht.[34] Etwa ein Drittel der Schüler absolviert dann zwei weitere Schuljahre,[34] um dasBotswana General Certificate of Education zu erwerben, das zum Besuch einer Universität oder eines College berechtigt. 2006 wurden nach fast 20 Jahren kostenloser Schulausbildung erneut Schulgebühren eingeführt; diese werden zwar nicht für die Grundschule, aber ab der weiterführenden Schule erhoben.[35] In Botswana stieg die mittlere Schulbesuchsdauer über 25-Jähriger von 5,5 Jahren im Jahr 1990 auf 9,2 Jahre im Jahr 2015 an. Sie ist damit eine der längsten in Afrika.[36]
Zahlreiche Colleges finden sich an verschiedenen Orten, darunter sechs Colleges für technische Berufe und dasBotswana College of Agriculture. Die 1982 gegründeteUniversity of Botswana (UB) inGaborone wurde 2013/2014 von rund 18.700 Studenten besucht. Der Bau derBotswana International University of Science and Technology (BIUST) inPalapye wurde 2009 begonnen, 2012 wurde die Universität aber an einem Ersatzstandort in einem College inOodi, 25 Kilometer nördlich von Gaborone, provisorisch eröffnet. Der Planungsstand von 2007 sah vor, die Universität mit etwa 2500 eingeschriebenen Studenten zu eröffnen; längerfristig wurde eine Zahl von 10.000 Studierenden angepeilt.[37] im Jahr 2015 waren es 1900 Studenten. 2013 wurde das privateBotho College mit Niederlassungen in Gaborone, Francistown und Maun zurBotho University erhoben. Dort kann man vor allem Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft und Erziehung absolvieren.[38] DieBa Isago University an denselben Standorten firmiert ebenfalls als Universität.[39]
Die Alphabetisierungsrate ist eine der höchsten in Afrika. 2015 betrug sie 88,9 Prozent bei Frauen und 88,0 Prozent bei Männern.[40]
Botswana verfolgt seit seiner Gründung eine Politik derNationenbildung, dieTribalismus weitgehend verhindern konnte. So werden Lehrkräfte, aber auch andere Beamte, oft kurzfristig an weit entfernte Orte innerhalb des Landes versetzt.[41]
Botswana hat landesweit eine gut strukturierte Gesundheitsversorgung eingerichtet, die bis zu schweren Problemen Mitte der 2020er Jahre als beispielhaft für Afrika galt.[43] Es gibt zahlreiche Gesundheitsposten in den abgelegenen Außengebieten mit reiner Basisversorgung,Clinics (kleine Krankenstationen, geleitet von examinierten Krankenschwestern) und insgesamt 17Health Centres in größeren Orten. Hinzu treten noch einige hundert mobile Kliniken (Mobile Clinics), so dass eine Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt ist. Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 6,3 % des Bruttoinlandsprodukts.[44] Im Jahr 2018 praktizierten in Botswana 3,5 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.[45] Durch die Fortschritte in der Gesundheitsversorgung konnten im Jahr 2009 99 % aller Geburten medizinisch betreut werden. Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 38,7 pro 1000 Lebendgeburten.[46] Die Müttersterblichkeit lag bei 380 pro 100.000 Geburten. 42 % der Frauen standen moderne Verhütungsmittel zur Verfügung.[47]
Allerdings wird Botswana mit rund 320.000 infizierten Erwachsenen hart von der AIDS-Pandemie getroffen. Dies entspricht einerPrävalenz vonHIV bei Erwachsenen von 18,5 %.[48] 2002 wurde deshalb das flächendeckende staatliche ProgrammMasa (deutsch: „Neue Morgendämmerung“) ins Leben gerufen: Alle HIV-Infizierten, deren Gesundheitszustand kritisch zu werden droht, erhalten kostenlosen Zugang zu medizinischen Beratungsleistungen und antiretroviralen Medikamenten. Das Programm wird unter anderem von derGates Foundation und dem US-amerikanischen PharmakonzernMerck unterstützt und von derHarvard Medical School wissenschaftlich begleitet. Dank der besonnenen botswanischen Regierungspolitik – und mit den Einnahmen aus der Diamantenproduktion – können die Maßnahmen intensiv und relativ effizient umgesetzt werden. Durch diese und andere Maßnahmen konnte die Anzahl der Neuinfektionen zwischen 2001 und 2012 um über 50 % reduziert werden. Die Ansteckungsrate von Mutter zu Kind konnte von 30 % auf 2,1 % gesenkt werden.[48] Für das Jahr 2017 gab dasGemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) die Prävalenz unter den 15- bis 49-Jährigen mit etwa 23 % an; zu den die HIV-Rate begünstigenden Faktoren zählte UNAIDS unzureichenden Zugang zu Informationen bezüglich reproduktiver Gesundheit sowie sexuelle Gewalt. Die Regierung finanziert Initiativen gegen Diskriminierung und für die Förderung des öffentlichen Bewusstseins.[49] Die Zahlen sinken schnell, Stand 2018 sind nur noch 20 Prozent der 15- bis 49-Jährigen mit HIV infiziert. Dies ist aber immer noch die weltweit vierthöchste Prävalenz.[50]
Die Pandemie ist eine existenzielle Bedrohung nicht nur für jeden einzelnen Betroffenen, sondern auch für das gesamte Staatswesen, da bei Fortschreiten der Krankheitsentwicklung mit einem Zusammenbruch der Volkswirtschaft gerechnet werden müsste. Die Lebenserwartung sank von 63 Lebensjahren im Jahre 1986 auf rund 51 Lebensjahre im Jahr 2002.[51] Seither stieg die Lebenserwartung wieder deutlich an. DieLebenserwartung der Einwohner Botswanas ab der Geburt lag 2022 bei 65,9 Jahren[51] (Frauen: 68,4[52], Männer: 63,3[53]).
Im August 2025 rief Präsident Duma Boko den Gesundheitsnotstand aus. Zuvor war die Gesundheitsversorgung aufgrund fehlender staatlicher Mittel nach Preiseinbrüchen im Diamantenhandel und drastischer Kürzungen von Hilfsgeldern der USA weitgehend zusammengebrochen.[43]
In vorkolonialer Zeit war das Gebiet des heutigen Botswana von mehreren kleinen Königreichen derBatswana beherrscht, die unter dem Druck einwandernderBuren um britische Hilfe baten. DasVereinigte Königreich Großbritannien und Irland schloss mit den Tswana-Herrschern Schutzverträge und bald darauf war das Gebiet von 1885 bis 1966 unter dem NamenBetschuanaland das größtebritischeProtektorat im südlichen Afrika.
1961 gewährte man den Einwohnern eine eingeschränkteAutonomie und es bildeten sich die ersten politischen Parteien. Botswana erlangte schließlich am 30. September 1966 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, wurde Mitglied desCommonwealth und proklamierte auch seinen neuen Namen.
Die Verfassung des Landes stammt aus dem Jahre 1965. Gesetzgebungsorgan ist ein Parlament (65 Sitze), dem neben den 57 Mitgliedern der – alle fünf Jahre gewählten –Nationalversammlung auch der Staatspräsident, der Parlamentssprecher und sechs vom Präsidenten bestimmte Mitglieder angehören. Eine weitere Kammer ist dasHouse of Chiefs, das 33 bis 35 Mitglieder umfasst und aus den führenden Stammesvertretern des Landes gebildet wird. Es hat im Wesentlichen beratende Funktionen.
Die Exekutivgewalt liegt beim Staatspräsidenten, der Staatsoberhaupt und zugleich Regierungschef ist. Er wird vom Parlament gewählt, wobei inzwischen nur noch eine einmalige Wiederwahl zulässig ist. Am 1. November 2024 wurdeDuma Boko zum neuen Präsidenten ernannt.[54]
Das allgemeine aktive und passive Wahlrecht für alle Frauen und Männer wurde in der vor der Unabhängigkeit verfassten Verfassung am 1. März 1965 garantiert,[55] und dies wurde 1966, als Botswana unabhängig wurde, bestätigt.[56]Alle Wahlen seit der Unabhängigkeit gelten als frei und fair, es besteht einMehrparteiensystem. Seit der Unabhängigkeit bis zum Jahr 2024 war die vonSeretse Khama, dem ersten Präsidenten des unabhängigen Botswana, gegründeteBotswana Democratic Party (BDP) alleinige Regierungspartei. DasMehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild benachteiligt die zersplitterte Opposition. Daher schlossen sich vor denParlamentswahlen 2014 die BDP-AbspaltungBotswana Movement for Democracy (BMD) mit derBotswana National Front (BNF) und derBotswana People’s Party (BPP) zumUmbrella for Democratic Change (UDC) zusammen. Außerdem traten dieBotswana Congress Party (BCP) sowieUnabhängige an. Die BDP verteidigte die absolute Mehrheit der Mandate, hatte jedoch mit 37 von 57 Sitzen acht Sitze weniger als vorher. Der UDC erhielt 17 Sitze, die BCP drei Sitze.[57] 2017 trat auch die BCP demUmbrella for Democratic Change bei,[58] das BMD wurde ausgeschlossen. Bei derWahl 2019 steigerte die BDP ihren Anteil zu Lasten des UDC. Die von Ian Khama unterstützteBotswana Patriotic Front errang drei Mandate. Im Jahr 2024 gewann mit dem UDC erstmals eine andere Partei als die BDP die Parlamentswahlen.[59]
Botswana ist ein Rechtsstaat, geprägt von einer demrömischen Recht in Verbindung mit demgemeinen Recht niederländischer Prägung entlehnten Grundstruktur („Roman Dutch Law“), wobei allerdings auch eine Rechtsprechung nach hergebrachtem Stammesrecht existiert.
Diefreie Meinungsäußerung ist weitgehend gewährleistet. Gelegentlich kommen ethnische Spannungen auf und es soll auch – wenn auch selten – zu polizeilichen Übergriffen und Menschenrechtsverletzungen kommen. Laut Amnesty International wurde 2009 die Todesstrafe einmal angewendet und zweimal wurde das Urteil dazu ausgesprochen.[65] Amnesty International bemängelt zudem auch, dass die Todesurteile spontan und ohne öffentliche Bekanntmachung oder Information der Familien und Angehörigen vollstreckt werden.[66] 2018 wurde erneut ein Todesurteil vollstreckt;[67] zwischen April 2019 und März 2020 wurden vier Personen hingerichtet.[68]
Homosexualität war bis 2019 gemäß Section 164 des botswanischen Strafgesetzbuches illegal und konnte mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden.[69][70] Allerdings waren Homosexuelle bereits einige Jahre vor der gerichtlichen Aufhebung des Straftatbestands selten belangt worden,[71] und schon 2016 war, wenngleich nach juristischen Auseinandersetzungen, die OrganisationLesbians, Gays and Bisexuals of Botswana (Legabibo) zugelassen worden.[70] Die botswanische Regierung hat gegen das Urteil zur Aufhebung von Section 164 Berufung eingelegt.[72] (Siehe auch:Homosexualität in Botswana).
Das Arbeitsrecht verbietet Diskriminierung wegen ethnischer, geographischer oder gesellschaftlicher Herkunft, Geschlecht, sexueller Neigung oder Identität, HIV-Infektion, Ehestatus, Glauben oder sozialen Status. Die diesbezüglichen Bestimmungen werden normalerweise durchgesetzt.[49]
Von Diskriminierung betroffen ist die teilweise noch alsJäger und Sammler lebende, indigeneKhoisan-Bevölkerung. Ihnen werden unter anderem Jagdrechte und Zugang zu natürlichen Wasserressourcen verweigert.[73] DasCentral Kalahari Game Reserve in Botswana beheimatet insgesamt 5000 Khoisan (Gana, Gwi und Tsila). In diesem Gebiet wurden in den 1980er Jahren Diamanten gefunden. In der Folge mussten die dort lebenden Menschen das Reservat verlassen und in so genannte Umsiedlungslager ziehen. Die dort herrschenden Bedingungen waren nicht menschenwürdig, sodass viele der Khoisan dem Alkoholismus verfielen oder Depressionen bekamen. Obwohl die Khoisan 2006 das Recht zugesprochen bekamen, auf ihr Land zurückzukehren, tut die Regierung in Botswana alles Mögliche, um den Menschen die Rückkehr zu erschweren. So durften sie beispielsweise wieder auf dem Land leben, den dort stehenden Brunnen jedoch nicht benutzen, sodass die Wasserversorgung in dem Reservat nicht mehr gewährleistet war. Nach einem langen Prozess wurde im Januar 2011 den Khoisan das Recht an der Nutzung des Brunnens wieder zugesprochen. Das oberste Berufungsgericht Botswanas entschied, dass die Khoisan das Recht auf Zugang zu Wasser auf ihrem Land haben.[74]
Gaborone in Botswana ist der Sitz derSüdafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC), einer Organisation, zu der sich 16 afrikanische Staaten zur wirtschaftlichen und politischen Integration im südlichen Afrika zusammengeschlossen haben.
Im September 2022 wurde bekanntgegeben, dass die Bürger Botswanas und Namibias für die Reise in das jeweilige Nachbarland keineReisepässe mehr benötigen und die Grenzquerung nur mit dem Personalausweis (Identity Card) erfolgen kann.[75]
DieBotswana Defence Force (BDF) sind die Streitkräfte Botswanas. Sie beteiligten sich an zahlreichenFriedensmissionen in Afrika. Botswana gab 2020 knapp 3,6 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 571 Millionen US-Dollar für seine Streitkräfte aus.[76]
Geschichte der BDF
Zum Zeitpunkt seiner Unabhängigkeit im Jahre 1966 besaß Botswana kein Militär, sondern richtete lediglich dieparamilitärischePolice Mobile Unit (PMU) ein. Die Entstehung derBotswana Defence Force im Jahr 1977 ist eng mit einem Grenzkonflikt zum damaligen östlichen NachbarstaatRhodesien verbunden. Dabei kam es mehrfach zu Übergriffen derRhodesian Security Forces auf botswanisches Territorium, die die PMU nicht unterbinden konnte.
Im April 1977 schuf die Regierung dieBotswana Defence Force. Die Grenzverletzungen setzten sich dennoch fort. Unter anderem wurden 15 Soldaten der BDF imLesoma Ambush von rhodesischen Soldaten getötet. Auch im Rahmen desNamibischen Unabhängigkeitskrieges kam es zu Kampfhandlungen an der West- und Nordwestgrenze Botswanas.[77] Ab den 1990er Jahren nahmen botswanische Einheiten an zahlreichen internationalen Friedensmissionen teil.
Struktur
Die heutigen Streitkräfte Botswanas haben eine Stärke von rund 9000 Mann (Stand 2020). EineWehrpflicht besteht nicht. Truppenteile sind dasHeer, dieHeeresflieger und die Logistikabteilung. Oberkommandierender ist der jeweils amtierende Präsident.[76][78]
DasBruttoinlandsprodukt (BIP) Botswanas betrug im Jahr 2023 19,4 Milliarden US-Dollar, dasBruttoinlandsprodukt pro Kopf knapp 7.250 US-Dollar.[4] Das Land gehört somit zu den wirtschaftlich stabileren und erfolgreicheren Staaten in Afrika, obwohl es zu Beginn der Unabhängigkeit noch zu den ärmsten gezählt hatte. Es steht dennoch vor den typischen Herausforderungen eines Entwicklungslandes: Hohe Abhängigkeit von einem Rohstoff (Diamanten), begrenzte öffentliche Infrastruktur (Straßen, Telekommunikation, Wasser- und Stromversorgung) sowie hohe Arbeitslosigkeit (ca. 18 %) und verbreitete Armut in weiten Teilen der Bevölkerung.[81] Zwar ist das BIP für afrikanische Verhältnisse relativ hoch, doch zeigt sich in Botswana eine der größten sozialen Ungleichheiten weltweit. DerGini-Koeffizient lag 2015 laut Weltbank bei 53,3.[82]
Das volkswirtschaftliche Einkommen Botswanas beruht auf dem Erschließen von Bodenschätzen im Bergbau, auf der Fleischproduktion und auf Einnahmen aus dem Tourismus.
DerDiamanten-Export macht über 70 % des Gesamtexportwertes aus. Vier von fünf der Diamantenminen des Landes werden vonDebswana betrieben, einer Gesellschaft, die je zur Hälfte dem botswanischen Staat und dem DiamantenkonzernDe Beers gehört. Seit 2014 verkauft De Beers sein gesamtes Angebot an Rohdiamanten aus aller Welt von der botswanischen Hauptstadt Gaborone statt wie bisher vonLondon aus.[85] 2015 exportierte Botswana Diamanten im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar, deutlich weniger als im Vorjahr.[86] 2019 wurde der mit 1758Karat zweitschwerste je gefundene Diamant entdeckt.[87]
Der zuletzt 2011 für 10 (weitere) Jahre geschlossene Kooperationsvertrag wurde im Zuge der COVID-19-Pandemie bis Ende Juni 2023 verlängert.
In diesen Jahren hat Botswana zunehmend mehr Diamanten nicht via De Beers verkauft (2011: 10 %, 2020: 25 %). Am 12. Februar 2023 kritisierte PräsidentMokgweetsi Masisi den Vertrag als „nicht vorteilhaft“ für Botswana. Man verstehe nun den Diamantenhandel, möchte mehr vom Erlös und mehr selbständig verkaufen. Wenn es nicht durch Vertragsänderung zu einer Win-Win-Situation kommt, soll dasJoint Venture aufgekündigt werden.[88]
Der Rückgang der Diamantendpreise zwischen 2022 und 2025 um ca. 50 % hat die Wirtschaft schwer getroffen. Das Land will einen größeren Anteil an der Veredelung der Edelsteine erreichen.[89]
DerTourismus stellt einen weiteren wichtigen Wirtschaftszweig dar. So besuchten 2015 knapp 1,5 Millionen Reisende das Land, wovon knapp 248.000 Touristen waren.[90] Hiervon kamen knapp 40.000 aus den Vereinigten Staaten, 25.500 aus Deutschland und 24.400 aus dem Vereinigten Königreich.[91] 2017 besuchten etwa 276.000 Touristen das Land.[92]
Die Währung Botswanas ist derPula, er gehört zu den stabilsten Währungen Afrikas. Botswanas einzigeWertpapierbörse ist dieBotswana Stock Exchange in Gaborone. Außerdem investiert das Land über seinenStaatsfonds, der alsPula Fund bekannt ist, um die Wirtschaft des Landes weniger abhängig vom Export von Diamanten zu machen.
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf
Botswana hatte im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten ein sehr hohes Wirtschaftswachstum, das sich auf durchschnittlich jährlich 9 % belief. So hat sich das Land von einem der ärmsten Länder der Erde zu einem Land mit mittlerem Einkommen entwickelt und verfügt über das höchste Kredit-Rating in Afrika. Die Wachstumsrate ging aber zwischen 2003 und 2007 auf unter 5 % zurück. Botswana war besonders stark von derFinanzkrise betroffen: 2009 wurde eineRezession von 12 % festgestellt.[1]
Wegen seiner politischen Stabilität, wirtschaftlichen Entwicklung und der stetigen Verbesserung der Lebensumstände wird Botswana oft als ein „Musterland“ Afrikas bezeichnet. Dies ist einerseits dem Umstand zu verdanken, dass erst kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit reichhaltige Diamantenminen entdeckt wurden (sieheGeschichte Botswanas), aber andererseits auch dem Umstand, dass die so gewonnenen Mittel auch tatsächlich überwiegend in die Entwicklung des Landes investiert wurden.
Durch die hohe AIDS-Rate und die damit verbundene hohe Sterblichkeit ist aber die weitere wirtschaftliche Entwicklung Botswanas gefährdet. In den 2010er Jahren konnten jedoch Fortschritte bei der AIDS-Bekämpfung erzielt werden.
DerStaatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,306 MilliardenUS-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 4,690 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,1 % desBruttoinlandsprodukts (BIP).[1]
Die Staatsverschuldung betrug 2016 13,9 % des BIP.[93]
In Botswana herrschtLinksverkehr[94] wie in den umliegenden Ländern. Die Überlandstraßen des Landes sind durchweg asphaltiert. Straßen zweiten Grades sind meist Staub- oder Schotterstraßen von unterschiedlicher Qualität. Straßen in den Nationalparks sind meist Pisten mit vielen Schlaglöchern. Während und nach der Regenzeit sind viele Straßen und Pisten nicht befahrbar.
Aufgrund der großen Entfernungen und der teilweise schlechten Straßen gibt es viele kleine Flughäfen und Landepisten, die durch verschiedene Linien- und Charterflüge miteinander verbunden werden. Vom südafrikanischenJohannesburg werden die FlughäfenGaborone,Maun,Kasane undFrancistown direkt angeflogen. Insbesondere inMaun werden zahlreiche touristische Lokalflüge derAllgemeinen Luftfahrt mit Kleinflugzeugen abgewickelt.
WichtigsterEnergieträger für den in Botswana erzeugtenStrom ist dieSteinkohle aus demBergwerk in Morupule. Diese wird in denKohlekraftwerken von Morupule beiPalapye (bis 2013: 132MW, seither 720 MW) undSelebi-Phikwe (60 MW) verstromt. Damit wird ein Großteil des Bedarfs Botswanas an elektrischer Energie gedeckt. Das Defizit an Elektrizität wird durch Stromimporte aus dem Nachbarland Südafrika ausgeglichen. Hierzu wurde 1995 die Vereinbarung zur Förderung des Zugangs und der Verteilung von Energie im südlichen Afrika,Southern African Power Pool (SAPP), unterzeichnet. Auf diesem Wege kauft Botswana einen Teil seines Stroms bei der südafrikanischenEskom ein, etwa bei technischen Problemen des Kraftwerks Morupule.[96] Im Jahr 2008 wurden in Botswana insgesamt 2,85 TWh Strom verbraucht.[97] Dies entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 1350 kWh. Demgegenüber stand eine Eigenerzeugung von etwa einer TWh. 2013 wurde mit dem Ausbau des Morupule-Kraftwerkes die Eigenversorgung verbessert.[98]
Die geringe Bevölkerungsdichte des Landes erschwert eine flächendeckendeElektrifizierung. So leben zehn Prozent der Bevölkerung in Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern. Viele kleine Gemeinden sind noch nicht an das nationale Netz angeschlossen. Ein Plan zur Elektrifizierung der ländlichen Gebiete, der den Verbrauchern die Finanzierung der Erschließung erleichtern soll, liegt bereits vor. Dabei werden zehn Prozent der Anschlusskosten bei Einrichtung gezahlt und jeweils zehn Prozent in jedem der neun folgenden Jahre. Während im Jahr 2004 nur 22 % der Bevölkerung Zugang zu elektrischer Energie hatten, wurde für 2009 ein Anteil von 70 % erwartet. Die Vollversorgung wurde etwa für 2016 prognostiziert.
Botswana zählt mit 3200Sonnenstunden im Jahr zu den sonnenreichsten Ländern der Erde. Im Jahr 1997 wurde ein Plan zur Nutzung derPhotovoltaik in den ländlichen Bereichen entwickelt. De facto werdenerneuerbare Energien in Botswana jedoch kaum genutzt: der Anteil derSolarthermie an derWarmwasserbereitung ist gleich null, für dieWindenergienutzung besteht kaum Potenzial, und die Nutzung der großenBiomassenpotenziale (teils enormer lokaler Viehbestand) befindet sich noch in der Projektierungsphase.
Der gesamte Verbrauch anErdöl (rund 13.000Barrel pro Tag) wird importiert und stammt von Lieferanten in Südafrika.
Bei der Versorgung mit Trink- und Brauchwasser in Botswana haben sich in Bezug auf das Nutzungsverhalten zwei unterschiedliche Abnehmergruppen herausgebildet. Das ist einerseits die Bevölkerung der ländlichen Gebiete mit einem hohen Anteil ihrer Erwerbsgrundlage in derViehzucht und andererseits die Bevölkerung der größeren Städte sowie die Bergbauzentren, letztere mit einem wachsenden Wasserverbrauch.[99]
Die Trinkwasserversorgung der meisten ländlichen Gebiete ist weitgehend dezentral geregelt, also aus eigenen Bohrungen in vorhandenenGrundwasserleitern und die Förderung des Wassers über eine Pumpe in einen regionalen Hochbehälter, von dem die Abgabe über öffentliche Zapfstellen erfolgt. Der Trinkwasserverbrauch über individuelle Hausanschlüsse ist dagegen kostenpflichtig.[100]
Die Trinkwasserversorgung ist häufig nicht stabil und ist von der ebenfalls instabilen Stromversorgung abhängig.
DieBewässerungsfeldwirtschaft ging seit 1975 zurück, da die Treibstoffkosten für Wasserpumpen zur Unwirtschaftlichkeit führten. Inzwischen gibt es eine Förderung von Kleinprojekten mit kleinen Stauanlagen.[99]
Für die städtischen Zentren kann der Wasserbedarf nur aus Oberflächenwasser gedeckt werden, wozu in Botswana 8 Staudämme existieren. Die Einzugsgebiete der für diese Stauanlagen maßgeblichen Wasserläufe erstrecken sich zudem auf den Territorien derNachbarländer. Aufgrund der weitgehend ebenen Landesoberfläche in Botswana gibt es nur eine sehr niedrige Staukapazität auf dem Staatsgebiet, eine der niedrigsten in der Region dessüdlichen Afrikas.[100] PräsidentMokgweetsi Masisi teilte im November 2019 während einer Parlamentssitzung mit, dass der gegenwärtige landesweite Jahreswasserverbrauch bei 245 Mio. Kubikmeter lag und bis zum Jahr 2035 auf 340 Mio. Kubikmeter ansteigen könne.[101]
Nach Angaben der zentralen Statistikbehörde (Stand 2009) liegt derProkopfverbrauch in den Städten bei 200 Liter und in den ländlichen Gebieten bei 83,5 Liter. Zahlreiche öffentliche Einrichtungen besitzen Anlagen zur Aufbereitung vonGrauwasser in ihrem eigenen Kreislauf, beispielsweise für deren Grünanlagen. Dazu zählen auch Schulen und Militäreinrichtungen. Institutioneller Vorreiter ist die kommunale Wasseraufbereitung in der HauptstadtGaborone, deren Technologie und Arbeitsweise auf andere Städte übertragen werden soll.[100]
Die Kultur derBatswana wird wie die SpracheSetswana genannt. Sie ist durch traditionelle, aber auch moderne Einflüsse geprägt.
Die San sindHalbnomaden, während die meisten anderen Bewohner des Landes traditionell sesshaft waren und in Dörfern lebten, die bis heute von einemkgosi geleitet werden. Zu seinen Aufgaben gehört das Abhalten von Gerichtsverfahren in derkgotla.[102] Die Lebensweise in den Städten ist teilweise von modernen westlichen Normen geprägt.
Unity Dow (2011)seswaa mit dickem Maisbrei und Beilagen
Traditionelle Musik ist fest verwurzelt. In Kirchenchören und Schulen wird auf hohem Niveau gesungen. Die traditionelle Musik des Landes wird meist ohne Trommel, jedoch mit dominantem Gesang, Händeklatschen, der mit dem Bogen gestrichenen einsaitigen Trogzithersegankuru (auchsegaba, serankure), demLamellophonsetinkane und demMundbogensegorogoro gespielt.[103] Heute überwiegen allgemein Gitarren. Häufig werden Lieder imCall-and-Response-Stil gesungen. Zunehmend werdenRock- undHip-Hop-Bands gegründet. Zu den bekanntestenHeavy-Metal-Bands des Landes zählenWrust undSkinflint. Auch die aus Südafrika bekannteKwaito-Musik ist populär.[103]
Zu den bekannten Schriftstellern Botswanas zählen die gebürtige SüdafrikanerinBessie Head (1937–1986), die Schriftstellerin, ehemalige Richterin am High Court und MinisterinUnity Dow (* 1959) und der DichterBarolong Seboni (* 1957). Bekannt wurden auch die Kriminalromane um die botswanische Detektivin Mma Ramotswe, die der britische AutorAlexander McCall Smith (* 1948) verfasste. Als Literaturpreis werden dieBessie Head Literature Awards vergeben.
Im Nordwesten des Landes gibt es eine hochentwickelte Kunst desKorbflechtens, wozu Blätter derMokola-Palme (Hyphane petersiana) verwendet werden, die mit pflanzlichen Farbstoffen aus der Umgebung behandelt werden.[104] Es gibt einigeTöpfereien undHandwebereien im Land. Die ältesten Gemälde des Landes sindFelszeichnungen derSan.
Das Nationalgericht istseswaa, Rindfleisch mitpap (auchpaletshe genannt), einem dicken Maisbrei. Dazu wird häufigmorogo gegessen, eine Art Spinat. Beliebt sind auch Ziegen- und Hühnerfleisch sowie westlich orientierte Grill-Gerichte. Örtlich werden auchmopane-Würmer gegessen, die Raupen des SchmetterlingsGonimbrasia belina.[105]
In Botswana gibt es mehrere Printmedien. Das sindBotswana Daily News, Botswana Gazette, Botswana Guardian, Midweek Sun Mmegi, Ngami Times, Sunday Standard undVoice.
Die botswanischenHörfunksender ermöglichen differenzierte Informationsangebote. Betrieben werdenRadio Botswana 1, Radio Botswana 2, Duma FM, Gabz FM undYarona FM. Ergänzend dazu gibt es mehrereFernsehanbieter. Dazu gehören das staatlicheBotswana Television – BTV sowie die privaten AnbieterGaborone Broadcasting Corporation Television undMultichoice DSTV (Multikanal-Service aus Südafrika).[106] Seit 2013 gibt es für den terrestrischen Empfang eine Ausstrahlung vonDigitalfernsehen. Es wird dafür der aus Japan stammendeISDB-T-Standard genutzt, erstmals auf dem Territorium eines afrikanischen Staates.[107]
Die NichtregierungsorganisationReporter ohne Grenzen sieht in Botswana erkennbare Probleme für die Pressefreiheit.[108]
Im Jahr 2022 nutzten 77,3 Prozent der Einwohner Botswanas das Internet.[109]
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