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Ogasawara-guntō

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(Weitergeleitet vonBonin-Inseln)
Ogasawara-guntō
Satellitenbild der Inselgruppe
Satellitenbild der Inselgruppe
GewässerPazifischer Ozean
Geographische Lage27° 10′ N,142° 12′ O27.166666666667142.2Koordinaten:27° 10′ N,142° 12′ O
Ogasawara-guntō (Japan)
Ogasawara-guntō (Japan)
Anzahl der Inseln41
HauptinselChichi-jima undHaha-jima
Gesamte Landfläche73 km²
Einwohner2440(2015)

Ogasawara-guntō (japanisch小笠原群島‚Ogasawara-Inselgruppe‘), auchBonininseln, ist einejapanischeInselgruppe, die etwa 1000 Kilometer südöstlich der japanischen HauptinselHonshū liegt und sich südlich an dieIzu-Inseln anschließt.

Der NameBonininseln ist eine Ableitung französischer Kartographen aus dem japanischenmunin (deutsch: „ohne Menschen“) = „Niemandsinseln“. Die Inselkette gehört zur GemeindeOgasawara, der einzigen Gemeinde dergleichnamigen Unterpräfektur innerhalb derPräfektur Tokio. Die Gesamtheit der zu dieser Gemeinde gehörigen Inseln sind auch unter der SammelbezeichnungOgasawara-Inseln (jap.Ogasawara-shotō) bekannt.

Geschichte

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Entdeckt wurden die Bonininseln (genauer die südliche Hahajima-Inselkette) vermutlich am 2. Oktober 1543 von dem spanischen SeefahrerBernardo de la Torre, der sieForfana nannte. Der erste japanische Kontakt mit den Inseln datiert von 1670, während die vermeintliche Entdeckung von 1543 sich nicht nachweisen lässt.

Die holländischen Seefahrer Quast undTasman sichteten die Bonininseln 1639 und nannten sieGracht. Die Inselgruppe besteht aus drei Gruppen, die durch tiefe Kanäle getrennt sind und sich über insgesamt etwa 73 km² erstrecken. Die Inseln als solche sind allesamt klein und eignen sich trotz der vielen steilen Berge für die landwirtschaftliche Nutzung in den grünen Tälern.

Anfangs unbewohnt, entstand um 1830 eine kleine Siedlung von Seeleuten und Hawaiianern auf derPeelsinsel (Chichi-jima). Diese Siedlung diente hauptsächlich zur Versorgung derWalfänger mit Lebensmitteln. Im Januar 1862 kolonisierte das japanischeTokugawa Schogunat die Bonininseln und nannte sie „Ogasawara-Inseln“ nach dem legendären Entdecker aus dem späten 16. Jahrhundert. Die Kolonisierung war ein Versuch des Schogunates, sich international zu behaupten und sich durch den Austausch mit den ansässigen Walfängern moderne Walfangtechnologien anzueignen.[1] Ab 1876 wurde die Inselgruppe Teil des japanischen Staatsgebietes. Nach derKapitulation Japans im August 1945 wurden die Bonininseln bis zu ihrer Rückgabe an Japan im Juni 1968 von denVereinigten Staaten verwaltet.

Kannibalismus

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Hauptartikel:Chichi-jima-Vorfall

Neun amerikanische Soldaten wurden überChichi-jima im September 1944 abgeschossen und acht davon gefangen genommen. Nachdem diese inKriegsgefangenschaft gerieten, gefoltert und hingericht worden waren, aß man Körperteile von vier von ihnen. Nur der zukünftigeUS-PräsidentGeorge H. W. Bush überlebte, indem er von einem amerikanischen U-Boot aufgenommen wurde.[2]

Geographie

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Ogasawara-guntō besteht aus folgenden Inselketten und Inseln mit einer gesamten Landfläche von 73 km², jeweils geordnet von Nord nach Süd und West nach Ost (Felsen (iwa) sind bis auf Ausnahmen nicht aufgeführt):[3]

Karte mit allen Koordinaten des AbschnittsGeographie:OSM

Chichi-jima und Haha-jima sind die einzigen bewohnten Inseln, mit einer Bevölkerung von rund 2000 bzw. 440. Bis zumZweiten Weltkrieg war auch Muko-jima bewohnt, 1939 mit einer Bevölkerung von 46.[5] Auf den Inseln werdenZuckerrohr,Ananas,Bananen und versuchsweise in den 1980er-Jahren, Kaffee angebaut. Des Weiteren gibt es Edelhölzer; insbesondere Zedern-, Buchen-, Buchsbaum-, Rosen- und Sandelholz werden exportiert.

Heute zählen die Inseln zu den isoliertesten Teilen Japans, denn sie sind nur mit einer 24-stündigen Schifffahrt erreichbar. Die Linienschiffe legen zweimal in der Woche in Tokio ab. Von der japanischen Bauindustrie und von Politikern wird seit längerem der Bau eines Flughafens gefordert, dem die einheimische Bevölkerung aber skeptisch gegenübersteht.

Gelegentlich wird die 130 km westlich von Chichi-jima relativ isoliert gelegene kleine InselNishinoshima (27° 15′ N,140° 52′ O27.246944444444140.87444444444), auchRosario Island genannt, zu den Bonininseln gerechnet. Dies ist geographisch nicht korrekt, da diese Insel durch den mehr als 4000 Meter tiefen Ogasawara-Trog von den Bonininseln getrennt ist und auf der gleichen untermeerischen Schwelle wie die weiter südlich gelegene InselketteKazan-rettō liegt.

Geologie

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Nach den Inseln ist das GesteinBoninit benannt, ein durchSubduktionsprozesse entstandenesVulkangestein.

Galerie

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  • Chichijima und Hahajima
    Chichijima und Hahajima
  • Mukō-jima
    Mukō-jima
  • Nakadōri-jima
    Nakadōri-jima
  • Yome-jima
    Yome-jima
  • Minami-jima
    Minami-jima
  • Ane-jima
    Ane-jima
  • Imōto-jima
    Imōto-jima
  • Futami-kō (früher Port Lloyd), das natürliche Hafenbecken auf Chichi-jima
    Futami-kō (früher Port Lloyd), das natürliche Hafenbecken auf Chichi-jima

Weblinks

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Commons: Ogasawara guntō – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

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  • Jan Keith:Die Insel der Hafu. In:Mare, 12/2024, S. 12–28.
  • Jonas Rüegg:Mapping the Forgotten Colony: The Ogasawara Islands and the Tokugawa Pivot to the Pacific. In:Cross-Currents, 2017, vol. 6 (2), S. 440–490.
  • Richard Goldschmidt:Die Nachkommen der alten Siedler auf den Bonininseln. In:MOAG, Band XXII (1928+1931), Teil B, S. B1–B9;oag.jp (PDF; 1,0 MB).
  • Hyman Kublin:The Bonin Islands, 1543–1875. PhD thesis. Harvard University, Cambridge 1947.
  • Nobuo Muroga:Geographical exploration by the Japanese. In: Herman R. Friis (Hrsg.):The Pacific Basin. A history of its geographical exploration. New York 1967.
  • Ogasawara Islands. In: S. Noma (Hrsg.):Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993,ISBN 4-06-205938-X, S. 1128.

Anmerkungen

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  1. Jonas Rüegg:Mapping the Forgotten Colony: The Ogasawara Islands and the Tokugawa Pivot to the Pacific. In:Cross-Currents, 2017, vol. 6 (2);cross-currents.berkeley.edu
  2. Charles Laurence: George Bush’s comrades eaten by their Japanese PoW guards. In: telegraph.co.uk. 6. Oktober 2003, abgerufen am 24. Dezember 2023 (englisch). 
  3. 7 章 エリア別計画. (PDF) Dorf Ogasawara, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2006; abgerufen am 4. August 2016 (japanisch, ergänzt mit Yahoo Maps). 
  4. 世界遺産一覧表記載推薦書(素案) 小笠原諸島. (PDF) Japanisches Umweltministerium, Verwaltungsamt für Wälder und Felder und Amt für Kunst und Kultur, Mai 2009, S. 7, abgerufen am 21. Juli 2016 (japanisch). 
  5. Neal M. Bowers:The Mariana, Volcano, and Bonin Islands. In: Otis W. Freeman:Geography of the Pacific. 1951, S. 233
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