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Bloatware

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AlsBloatware (englischto bloat, „aufblähen“), selten alsBlähware oderFatware,[1] wirdSoftware bezeichnet, die mitFunktionen überladen ist beziehungsweise dieAnwendungen sehr unterschiedlicher Arbeitsfelder ohne gemeinsamen Nutzen bündelt. Für den Anwender wird dasProgramm unübersichtlich, fürSoftwareentwickler schlechtwartbar. Deshalb neigt Bloatware dazu, vergleichsweisefehlerträchtig zu arbeiten und vergleichsweise komplex und im Detail unausgereift zu sein. Für dieEntwicklung,Ausführung undBereitstellung von Bloatware sind in der Regel erheblicheRessourcen erforderlich.[2]

Verwendung des Begriffs

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Der Begriff findet auch bei der Bezeichnung von unnötiger vorinstallierter Software auf Rechnern oderSmartphones Anwendung, die zusammen mit einem Betriebssystem gekauft wurden. In diesem Fall kannBloatware abgespeckte Versionen oder Demoversionen kommerzieller Programmpakete umfassen oder Links zu Reklameseiten oder -foren. Oft gehen derlei Vorinstallationen mit einer Vielzahl beim Systemstart zu ladender Zusatzprogramme einher, die den Start und das Arbeitsverhalten des Computers verlangsamen.[3] Es gibt jedoch keine klare Trennlinie zwischenBloatware undCrapware.

Weiterhin wird Software alsBloatware bezeichnet, die, verglichen mit Programmen ähnlicher Funktionalität, wesentlich mehr Systemressourcen beansprucht.[4]

Neben der Beanspruchung von Systemressourcen kann Bloatware den Computer erheblichen Sicherheitsrisiken aussetzen. So installierteLenovo im vierten Quartal 2014 auf zahlreichen Laptops dieAdware Superfish, das zur zweiten der oben genannten Kategorien zählt und Werbung auf Internetseiten einblendet. Da die Veränderung einerSSL-verschlüsselten Website vom Browser erkannt worden wäre, wurde auf den betroffenen Rechnern ein Zertifikat von Superfish installiert, mit dem die veränderte Website neu signiert wurde. Der Schlüssel zur Signierung war stets gleich und in Superfish integriert. Er konnte somit einfach ausgelesen und für einen unbemerktenMan-in-the-Middle-Angriff auf betreffende Notebooks genutzt werden.[5]

Gründe für das Entstehen von Bloatware

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Bloatware entsteht in der Regel aus Marketinggründen oder – auch angeblichen – Anwenderwünschen. Die Softwareentwicklung ist oft durch einen Prozess gekennzeichnet, der im Englischen alscreeping featurism (als Anglizismus auch(creeping) Featuritis, sinngemäß „schleichende Funktionenzunahmekrankheit“ aus engl.feature ‚Funktion‘ und der Endung-itis vieler Krankheitsnamen) bezeichnet wird: Nach und nach werden immer neue Zusatzfunktionen angeboten, um den Grad der Beliebtheit bzw. Verbreitung zu halten oder zu steigern. Als Nebeneffekt erhöhen sich die Anforderungen an dieHardware, die Bedienung wird komplizierter und die Wahrscheinlichkeit, dassFehler auftreten, wächst. Dennoch ist nicht jedes (kommerzielle) Programm, das viele Funktionen hat oder nach und nach erhält, vonFeaturitis betroffen.

Besonders anfällig für eine solche Entwicklung ist kommerzielle Software, bei der es einerseits immer wieder werbewirksame Gründe zum Kauf einer neuen Version geben muss und andererseits bezüglich des Auslieferungsdatums häufig Termindruck besteht, so dass nicht jede neue Funktion hinreichend getestet wird.

Vermeidungsstrategien

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Eine Möglichkeit, um das schleichende Aufblähen eines Programms zu verhindern, ist die Bereitstellung einerPlug-in-Schnittstelle. Diese erlaubt es, Funktionalität in Plug-ins auszulagern, die nur von den Nutzern eingebunden werden, die die Funktionen tatsächlich nutzen. Dadurch wird das eigentliche Programm schlank gehalten.

Siehe auch

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Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Niklaus Wirth (Wirthsches Gesetz):A Plea for Lean Software (englisch; PDF, ≈ 516 kB), E. Perratore, T. Thompson, J. Udell and R. Malloy: „Fighting fatware“ (im genannten PDF auf Seite 68, im dortigen Abschnitt unter‚References‘),Byte, Vol. 18, No. 4, April 1993, S. 98–108; siehe auchByte-Ausgabe1993-04, ab Seite 113 im Textarchiv – Internet Archive
  2. Bitkom e.V: Wie Software ressourcenschonend entwickelt werden kann | Presseinformation | Bitkom e. V. 14. April 2021, abgerufen am 3. September 2024. 
  3. Stefan Krempl: Bloatware: Google soll gegen vorinstallierte Apps vorgehen. In:Heise online. 8. Januar 2020. Abgerufen am 14. Juni 2020.; Zitat: „Eine Studie zeige aber, dass 91 Prozent der mitgelieferten Bloat- und Crapware gar nicht in Googles App-Store Play auftauchten…“.
  4. Detlef Borchers: Vor 30 Jahren: Die erste Killeranwendung. In:Heise online. 28. Januar 2013. Abgerufen am 14. Juni 2020.; Zitat: „Hatte das erste 1-2-3 noch weniger als 20.000 Codezeilen, so kam Version 3 mit 400.000 Zeilen. Was Anwender als „Bloatware“ abkanzelten, war strategisch gemeint: Das neue 1-2-3 war bereits für OS/2 vorbereitet und sollte unter dem neuen Betriebssystem von Microsoft und IBM seine Stärken ausspielen.“.
  5. Dennis Schirrmacher: Gefahr für Lenovo-Laptops durch vorinstallierte Adware. In:Heise online. 19. Februar 2015. Abgerufen am 14. Juni 2020.
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