Bienengift, medizinischApitoxin, ist das Gift derHonigbienen, eine Mischung verschiedenerSekrete. Es wird alsInsektenstich mit einemGiftstachel dem Gegner eingespritzt. Eine Honigbiene kann etwa 0,1 mgGift verspritzen. Bienengift ist sauer (pH 4,5–5,5) und hat eine gelblich-opalisierende Farbe. Mithilfe vonDrahtstromfallen wird das Gift auch für medizinische Zwecke gewonnen.
Ein Bienenstich ruft eine lokaleEntzündung und eine mehr oder weniger starke Schwellung hervor. Der Schmerz kann durch Kühlen gelindert werden. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht erst nach vielen Stichen; es sollen sogar erst mehrere hundert Stiche lebensgefährlich sein. Dagegen kann schon ein einziger Stich im Hals- und Rachenraum lebensbedrohend werden, denn es droht Erstickungsgefahr durch Zuschwellen der Atemwege. In einem solchen Fall sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. (Stiche in Hals- und Rachenraum werden eher vonWespen verursacht, da diese durch Nahrungsmittel angelockt und versehentlich verzehrt werden können.)
Eine besondere Gefährdung besteht für Menschen, die an einerInsektengiftallergie leiden: Für sie kann selbst ein einzelner unbehandelter Stich tödliche Folgen haben. Allergologen schätzen die Häufigkeit der Insektengiftallergiker auf 1 Prozent der Bevölkerung.
In den USA sterben jährlich rund 60 Menschen an Stichen von Hornissen, Wespen oder Bienen; davon ist die Mehrheit männlich[1].
Bienengift ist eine komplexe Mischung verschiedenerProteine und kleiner Moleküle.[2]
Hauptbestandteil mit etwa 50 Prozent istMelittin, das auch der giftigste Bestandteil des Bienengifts ist.[3]Phospholipase A2 (zu etwa 12 Prozent enthalten) ist das Hauptallergen und ein Enzym, das diehydrolytische Spaltung vonPhospholipidenkatalysiert und soZellmembranen angreift.[3]Apamin (2 Prozent), ein weiterer Bestandteil, ist alsNervengift bekannt.Hyaluronidase (2 Prozent) erweitert die Blutgefäße und ihre Durchlässigkeit und bewirkt somit eine Ausbreitung der Entzündung (engl.spreading factor).[4]
Weitere Proteine sind dasMastzellen-degranulierende Peptid (2 Prozent) undTertiapin, zwei Neuropeptide, sowieSecamin, das keine pathologischen Wirkungen hat. Als Allergene wirken neben dem Melittin (Api m 3) die Phospholipase (Api m 1), die Hyaluronidase (Api m 2) und weitere enthaltene Proteine.[5]
Kleine Moleküle im Bienengift sindHistamin (0,1 bis 1 Prozent),Dopamin undNoradrenalin.Alarmpheromone (4 bis 8 Prozent) signalisieren anderen Bienen, dass eine aus ihrem Volk angegriffen wurde und sie sich für die Abwehr vorbereiten sollten.[4]
Apitoxin wird in jüngster Zeit prominent in derAnti-Aging-Branche als Alternative zuBotox eingesetzt. Apitoxin soll bei dieser Anwendung die Produktion des HauptproteinsKollagen VII unterstützen, welches die Stützfunktion der Haut fördert und somit der Faltenbildung entgegenwirken soll.[7] In Kosmetikprodukten wird es in der Liste der Inhaltsstoffe alsBEE VENOM (INCI)[8] aufgeführt.