Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Bienengift

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
BeiHonigbienen bleibt der gesamte Stachelapparat in der elastischen Haut des Menschen stecken und wird deshalb aus dem Hinterleib des Insekts herausgerissen.
Stachelapparat einer Honigbiene

Bienengift, medizinischApitoxin, ist das Gift derHonigbienen, eine Mischung verschiedenerSekrete. Es wird alsInsektenstich mit einemGiftstachel dem Gegner eingespritzt. Eine Honigbiene kann etwa 0,1 mgGift verspritzen. Bienengift ist sauer (pH 4,5–5,5) und hat eine gelblich-opalisierende Farbe. Mithilfe vonDrahtstromfallen wird das Gift auch für medizinische Zwecke gewonnen.

Wirkung auf Menschen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ein Bienenstich ruft eine lokaleEntzündung und eine mehr oder weniger starke Schwellung hervor. Der Schmerz kann durch Kühlen gelindert werden. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht erst nach vielen Stichen; es sollen sogar erst mehrere hundert Stiche lebensgefährlich sein. Dagegen kann schon ein einziger Stich im Hals- und Rachenraum lebensbedrohend werden, denn es droht Erstickungsgefahr durch Zuschwellen der Atemwege. In einem solchen Fall sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. (Stiche in Hals- und Rachenraum werden eher vonWespen verursacht, da diese durch Nahrungsmittel angelockt und versehentlich verzehrt werden können.)

Allergie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Hauptartikel:Bienengiftallergene

Eine besondere Gefährdung besteht für Menschen, die an einerInsektengiftallergie leiden: Für sie kann selbst ein einzelner unbehandelter Stich tödliche Folgen haben. Allergologen schätzen die Häufigkeit der Insektengiftallergiker auf 1 Prozent der Bevölkerung.

In den USA sterben jährlich rund 60 Menschen an Stichen von Hornissen, Wespen oder Bienen; davon ist die Mehrheit männlich[1].

Bestandteile und Wirkung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Bienengift ist eine komplexe Mischung verschiedenerProteine und kleiner Moleküle.[2]

Hauptbestandteil mit etwa 50 Prozent istMelittin, das auch der giftigste Bestandteil des Bienengifts ist.[3]Phospholipase A2 (zu etwa 12 Prozent enthalten) ist das Hauptallergen und ein Enzym, das diehydrolytische Spaltung vonPhospholipidenkatalysiert und soZellmembranen angreift.[3]Apamin (2 Prozent), ein weiterer Bestandteil, ist alsNervengift bekannt.Hyaluronidase (2 Prozent) erweitert die Blutgefäße und ihre Durchlässigkeit und bewirkt somit eine Ausbreitung der Entzündung (engl.spreading factor).[4]

Weitere Proteine sind dasMastzellen-degranulierende Peptid (2 Prozent) undTertiapin, zwei Neuropeptide, sowieSecamin, das keine pathologischen Wirkungen hat. Als Allergene wirken neben dem Melittin (Api m 3) die Phospholipase (Api m 1), die Hyaluronidase (Api m 2) und weitere enthaltene Proteine.[5]

Kleine Moleküle im Bienengift sindHistamin (0,1 bis 1 Prozent),Dopamin undNoradrenalin.Alarmpheromone (4 bis 8 Prozent) signalisieren anderen Bienen, dass eine aus ihrem Volk angegriffen wurde und sie sich für die Abwehr vorbereiten sollten.[4]

Verwendung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Hyposensibilisierung gegen eineInsektengiftallergie
  • Im Rahmen derApitherapie
  • Stimulation für den lokalen Muskelaufbau durch subkutane Injektion (heute hauptsächlich durch synthetische Wirkstoffe ersetzt)
  • In derHomöopathie findet das Bienengift unter dem NamenApisinum Verwendung als Bestandteil in diversen Präparaten.[6] Die zugeschriebene Wirkung, besonders gegen Schwellungen und Ausschläge, ist wissenschaftlich jedoch nicht bestätigt.

Verwendung in der Kosmetik

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Apitoxin wird in jüngster Zeit prominent in derAnti-Aging-Branche als Alternative zuBotox eingesetzt. Apitoxin soll bei dieser Anwendung die Produktion des HauptproteinsKollagen VII unterstützen, welches die Stützfunktion der Haut fördert und somit der Faltenbildung entgegenwirken soll.[7] In Kosmetikprodukten wird es in der Liste der Inhaltsstoffe alsBEE VENOM (INCI)[8] aufgeführt.

Siehe auch

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. CDCMMWR:QuickStats: Number of Deaths from Hornet, Wasp, and Bee Stings, Among Males and Females — National Vital Statistics System, United States, 2000–2017. In:MMWR. Morbidity and Mortality Weekly Report.Band 68, 2019,ISSN 0149-2195,doi:10.15585/mmwr.mm6829a5 (cdc.gov [abgerufen am 3. März 2022]). 
  2. Principles and methods of toxicology. CRC Press, Boca Raton 2008,ISBN 0-8493-3778-X,S. 1027. 
  3. abM. Burzyńska, D. Piasecka-Kwiatkowska:A Review of Honeybee Venom Allergens and Allergenicity. In:International Journal of Molecular Sciences. Band 22, Nummer 16, August 2021, S. ,doi:10.3390/ijms22168371,PMID 34445077,PMC 8395074 (freier Volltext) (Review).
  4. abHabermann E:Bee and wasp venoms. In:Science. 177. Jahrgang,Nr. 46, Juli 1972,S. 314–22,PMID 4113805. 
  5. UniProtP01501,UniProtP01500,UniProtP06730,UniProtQ08169,UniProtP01499,UniProtP56587,UniProtP02852.
  6. Albert von Fellenberg-Ziegler:Homöopathische Arzneimittellehre, 25. verb. Auflage, S. 73, Karl F. Haug Verlag, Hüthig GmbH, Heidelberg, 1998
  7. Apitoxin in der Kosmetik (Memento vom 29. Juli 2012 imInternet Archive)
  8. Eintrag zuBEE VENOM in derCosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 12. Dezember 2021.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Wiktionary: Bienengift – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu denHinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bienengift&oldid=241726486
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2025 Movatter.jp