DasKönigreich Bhutan ([ˈbʰuːtaːn];bhutanischའབྲུག་ཡུལ་Druk Yul,Wylie’brug yul, deutsch‚Land des Donnerdrachens‘, gesprochen etwa „Dru Ü“) ist einBinnenstaat inSüdasien. Der Großteil des Landes liegt in großer Höhe imHimalaya. DerBuddhismus ist offizielle Staatsreligion und prägend für die Politik Bhutans. Im Vergleich zu anderen Staaten legt die Regierung wenig Wert aufWirtschaftswachstum und Produktivität und achtet stattdessen beispielsweise mehr aufNaturschutz undGlück. Bhutan gehört zu den wenigen Staaten weltweit, die alsklimaneutral gelten.
Bhutan liegt in Südasien und grenzt im Süden an dieindischen BundesstaatenSikkim,Westbengalen,Assam undArunachal Pradesh (von Westen nach Osten) sowie im Norden anTibet (China). Die Oberflächengestalt Bhutans ist vomHimalaya geprägt. Über 80 Prozent des Landes liegen in über 2000 m Höhe. Das Land hat mit 38.394 km² etwa die Größe derSchweiz. Mehr als zwei Drittel des Königreiches Bhutan sind bewaldet.
Das Land gliedert sich in drei Landschaften: Im Süden, an der indischen Grenze, verläuft die Ebene von Duar, eine schmale Niederung, die zu den Ausläufern desGanges-Brahmaputra-Tieflandes gehört. Nördlich davon steigt das Land steil an. Die 2000 bis 3000 m hohen Berge des Vorhimalaya sind das Hauptsiedlungsgebiet. An der Grenze zu Tibet liegt die Hochgebirgsregion Lunana. Höchster Berg des Landes ist der 7570 m hoheGangkhar Puensum, welcher der weltweit höchste Berg ist, der noch nie von einem Menschen bestiegen wurde. Der zweithöchste Berg ist derKula Kangri.
Bhutan liegt am Rand derTropen. DasKlima des gesamten Landes ist alsGebirgsklima einzustufen und aufgrund der unterschiedlichenHöhenstufen sehr unterschiedlich. Nach derKöppen-Geiger-Klassifikation herrscht in den Tälern einmonsunbeeinflusstes Regenklima (Cwa) mit heißen und schwülen Sommern, der wärmste Monat liegt im Mittel über 22 °C. An den Berghängen geht dies inCwb über: Die vier wärmsten Monate liegen über dem 10 °C-Mittel, der wärmste Monat bleibt hingegen unter der 22 °C-Marke. Der kälteste Monat liegt im Mittel über dem Gefrierpunkt. In großen Höhen herrschtTundrenklima (ET) mit strengen Wintern und kühlen Sommern: Der wärmste Monat liegt im Mittel zwischen 0 und 10 °C. Besonders in den südlichen Gebieten des Landes kommt es während derRegenzeit häufig zu Überschwemmungen.
Bhutan ist Stand 2023 der einzige Staat der Erde, der mehrKohlendioxid aus der Atmosphäre aufnimmt, als er in sie ausstößt.[13][14]
In seiner Verfassung hat Bhutan den Umweltschutz festgeschrieben. Bhutan verfügt über einen einmaligen Naturreichtum. Bereits in den Schulen wird bei den Kindern das Umweltbewusstsein gefördert. Wegen der relativ geringen Bevölkerungsdichte und der zerklüftetenBerglandschaft wird im Vergleich zu anderen Ländern der Region nur ein kleiner Teil der Fläche für dieLandwirtschaft genutzt. Etwa zwei Drittel des Landes sind bewaldet. Die Wälder werden ökologisch nachhaltig genutzt, Brandrodung ist verboten und wird bestraft. Als Nationalparks und Tierreservate sind 26 Prozent des Landes geschützt.[15][16] Bhutan hat sich dazu verpflichtet, dauerhaftCO2-neutral zu bleiben. Im Jahr 2013 wies es sogar eineCO2-negative Bilanz auf.[17]Bhutan nutzt 6,5 Prozent seines Wasserkraftpotentials, das auf 24.000 Megawatt geschätzt wird. Der Export vongrünem Strom aus Wasserkraft ist eine wichtige Einnahmequelle für Bhutan.[18]
Bhutan hat ein Umweltproblem mitPlastikmüll. So ist das Abfallvolumen durch veränderte Konsumgewohnheiten erheblich gestiegen.[19] Seit 2019 sind zwar Kunststofftüten verboten, doch ist die landesweite Durchsetzung und Kontrolle noch ein Problem.[20]
Abfallwirtschaft
KöniginJetsun Pema engagiert sich für einen hochwertigen Umweltschutz und eine guteAbfallwirtschaft in Bhutan. DieMülldeponien in Bhutan sind überlastet, und die Abfallwiederverwertung kann nur dürftig durchgeführt werden. Am 23. Januar 2020 wurde deshalb dasZero Waste Bhutan-Programm gestartet. Bis 2030 soll einabfallfreies Bhutan verwirklicht werden. In der Umsetzung plant man eine effektive Trennung von Müll, eine maximale Materialrückgewinnung (Recycling), so dass der absolute Abfallanteil nur noch bei einem Fünftel liegen soll. Dazu bedarf es nicht nur einer besseren Aufklärung und einer Sensibilisierung der Bevölkerung, sondern auch erheblicher Investitionen, die das Land nicht alleine stemmen kann.[21] Am 23. April 2022 stellten die japanische Regierung und das japanische Volk vier Mülldeponien, 28 Müllverdichter, drei Muldenkipper, zwei Baggerlader, einen Bagger und eine Planierraupe sowie 24 Container im Wert von rund 3,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung.[22] Am 25. April 2023 erhielt die königliche Regierung von Bhutan zur Unterstützung drei neue Müllverdichter-LKW von der Regierung derRepublik Korea gespendet.[23]
Zur Unterstützung des Programms wurde am 13. Dezember 2022 dieMobile AppZero Waste Bhutan APP eingeführt. Die App dient als Plattform zur Verbreitung von Informationen zu abfallbezogenen Einrichtungen und Dienstleistungen. Weiterhin dient die App zur Verfolgung von Abfallvergehen. Jeder Einzelne, auch die breite Öffentlichkeit, kann sich registrieren und eine bürgernahe Polizeirolle bei der Bekämpfung der immer größer werdenden Abfallprobleme übernehmen und gleichzeitig 30 % des Bußgeldbetrags als Anreiz für die Meldung authentischer Verstöße erhalten. Zu diesem Zweck verfügt die App über eine Schnittstelle zur Zahlung von Bußgeldern.[24]
Bhutan hatte 2022 782.000 Einwohner.[26] Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,6 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 12,3 pro 1000 Einwohner[27] vs. Sterbeziffer: 6,4 pro 1000 Einwohner[28]) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,4, die der Region Süd-Asien betrug 2,2.[29] DerMedian des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 28,2 Jahren.[30] Im Jahr 2023 waren 21,5 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre,[31] während der Anteil der über 64-Jährigen 6,4 Prozent der Bevölkerung betrug.[32]
Kinder vor dem königlichen Palast von ThimphuTänzer
Die Bevölkerung Bhutans setzt sich aus drei Gruppen zusammen: den im westlichenHochland lebenden, imMittelalter aus Tibet eingewandertenNgalongs, einer Schicht, der auch das Königshaus angehört, und den im östlichenBergland lebenden, ethnisch den Bergstämmen Nord-Ost-Indiens nahestehendenSarchops, wobei beide Gruppen durch ihre Zugehörigkeit zumBuddhismus verbunden sind, sowie als dritte Gruppe den im Tiefland an der indischen Grenze überwiegenden Süd-Bhutanern (nepalische Bhutaner oderLhotshampas). Etwa drei Viertel der Bevölkerung gehören zum tibetischen Völkerkreis.
DieNepalis hatten sich bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts im Süden Bhutans angesiedelt und zwar zunächst mit Einwilligung der Regierung, die auf zusätzliche Arbeitskräfte angewiesen war. Im Jahre 1958 wurden die Grenzen geschlossen. EinStaatsbürgerschaftsgesetz aus demselben Jahr eröffnete den in Südbhutan ständig lebenden ethnischen Nepalis die Möglichkeit, die Staatsangehörigkeit Bhutans zu erwerben. Auch nach 1958 sind gleichwohl weitere Nepalis in den Süden Bhutans eingewandert. Der Bevölkerungszufluss, insbesondere aus dem dichtbesiedelten Nepal, aber auch ausIndien, war nicht zu kontrollieren.
EineVolkszählung im Jahr 1980 ergab ein Anwachsen des nepalischen Bevölkerungsanteils auf über 50 Prozent. Dies löste in der herrschenden Schicht Bhutans die Befürchtung aus, dass die traditionelle tibeto-buddhistische Kultur des Landes überfremdet und dieMonarchie durch eine von der nepalischen Bevölkerungsgruppe getrageneDemokratie gefährdet werde.
Im Jahre 1985 wurde ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz erlassen, das die Anerkennung als bhutanische Staatsangehörige vom erneuten Nachweis des ständigen Wohnsitzes vor dem 31. Dezember 1958 abhängig machte. Auch materiell-rechtlich nahm das Gesetz von 1985 einen rückwirkenden, belastenden Eingriff in die Staatsbürgerstellung vor. Dadurch wurde eine große Anzahl der nepalischen Volkszugehörigen in plötzliche Beweisnot gebracht; für sie bestand die Gefahr, zu Ausländern und illegalen Einwanderern erklärt zu werden.
Seit 1988 betreibt die Regierung eine Politik der kulturellenAssimilierung. Diese auch als „Bhutanisierung“ bezeichnete Politik bestand in einer verstärkten Betonung des Staatsgrundsatzes vontsa wa sum (Einheit der drei Elemente:König,Regierung undKönigreich oderLand) und der Auferlegung kultureller Assimilationspflicht an die Ngalong-Traditionen in Gestalt eines Gebots, den herkömmlichen Verhaltenskodex der herrschenden Gruppe zu befolgen, die nationale Kleidung der ethnischen Bhutaner zu tragen und die Sprache der Ngalongs als alleinigeAmtssprache zu benutzen.
In der folgenden Zeit kam es zu erheblichen Unruhen in Südbhutan, denen die Regierung mit einem verstärkten Einsatz von Armee und Polizei begegnete. Seit Mitte 1991 begann eine Kampagne der Einschüchterung und Vertreibung, entweder aufgrund fehlender oder nicht nachweisbarer Staatsangehörigkeit oder unter Abnötigung „freiwilliger“ Auswanderungserklärungen. Eine große Anzahl der nepalischen Volkszugehörigen – insgesamt etwa 100.000 – flüchteten nachNepal, wo sie inFlüchtlingslagern leben.
Die imExil lebenden Bhutaner nepalischer Volkszugehörigkeit gründeten 1990 dieBhutan Peoples Party (B.P.P.), die die Interessen der Südbhutaner vertritt. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung in Südbhutan in den Jahren 1990 bis 1992 wurde Mitgliedern und Sympathisanten der B.P.P. ein sogenanntes „NOC“ (No Objection Certificate), das für den Zugang zu Schulen, höherer Bildung und Berufen des öffentlichen Dienstes erforderlich ist, verweigert. Im Februar 1992 wurde diese Praxis wieder aufgegeben. Mitglieder und Anhänger der B.P.P. wurden inhaftiert und auch misshandelt. In einigen hundert Fällen konfiszierten Regierungstruppen den Grundbesitz von Personen, die als Staatsfeinde eingestuft wurden, brannten ihre Häuser nieder oder verwüsteten sie.
KlosterTaktsang, auch bekannt als „Nest des Tigers“
DieStaatsreligion, der etwa 72 % der Bevölkerung anhängen, ist die tantrische Form desMahayana-Buddhismus, verteilt auf dieDrugpa-Kagyü und dieNyingma. Bhutan ist das einzige Land, das den Mahayana-Buddhismus als Staatsreligion praktiziert. Es handelt sich um eine Form, die auch dem tibetischen (Vajrayana) nahesteht. Daneben hat sich, vor allem durch indische und nepalischeImmigranten, auch derHinduismus (27 %) in Bhutan etabliert. Es gibt ferner auch Minderheiten vonMuslimen (1 %) undChristen in Bhutan (mit den zehn Gemeinden, die zur Diözese Osthimalaya derChurch of North India gehören, als der größten Gemeinschaft,[35] sowie derRömisch-katholischen Kirche in Bhutan).
Die Staatsgründung Bhutans im 17. Jahrhundert durchShabdrung Ngawang Namgyel (zhab-drung ngag-dbang rnam-rgyal 1616–1651), den Abt eines Drukpa-Kagyü-Klosterordens in Tibet, ist eng mit dem Buddhismus verbunden. Der Bau der Klosterburgen (Dzongs) in Bhutan diente der militärischen Verteidigung gegen den rivalisierendenGelugpa-Klosterorden, der wiederholt versuchte, seinen machtpolitischen Einfluss auf Bhutan auszudehnen. Unter KönigJigme Dorje Wangchuck verloren die Drukpa-Klöster ihren Grundbesitz, den die Regierung an landlose Bauern verteilte. Finanzielle Zuwendungen aus dem Staatshaushalt stellen die Existenz der Klöster sicher. In derNationalversammlung sind ferner 15 Sitze für Vertreter des Klerus reserviert, die von einem buddhistischen Gremium bestimmt werden. Das spirituelle Oberhaupt des Drukpa-Klosterordens ist derJe Khenpo; er genießt neben dem König eine hohe Stellung im politischen System Bhutans. Neben den Drukpa sind auch die Nyingma-Tradition nachPema Lingpa und dieDrigung-Kagyü-Schule in Bhutan vertreten. Die Königsfamilie von Bhutan stammt von Pema Lingpa ab.
Bis zur großen Bildungsreform in den 1960er Jahren waren die buddhistischen Tempel die maßgeblichen Bildungseinrichtungen. Erste höhere staatliche Bildungseinrichtung war das 1968 gegründeteTeacher Training Institute zur Ausbildung von Lehrkräften, dem heutigenSamtse College of Education.[36]In den folgenden Jahren folgten noch acht weitere Institute, die 2003 in der dezentral organisiertenRoyal University of Bhutan zusammengefasst wurden.[37]
Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 3,85 % des Bruttoinlandsprodukts.[38] Im Jahr 2022 praktizierten in Bhutan 5,5 Ärzte je 10.000 Einwohner.[39] Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2021 24 pro 1000 Lebendgeburten.[40] DieLebenserwartung der Einwohner Bhutans ab der Geburt lag 2022 bei 72,2 Jahren[41] (Frauen: 74,2[42], Männer: 70,6[43]).
Über die Geschichte der ursprünglichen Bewohner des Landes, dieThepu, liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Belegt ist, dass im 8. Jahrhundert n. Chr. indischeMissionare den Buddhismus in das damals hinduistische Feudalfürstentum brachten, das im folgenden Jahrhundert unter tibetische Herrschaft geriet. Die indisch-hinduistischen Einflüsse wurden gewaltsam beseitigt und der Buddhismus in Gestalt des tibetischenLamaismus im 12. Jahrhundert zur Staatsreligion erklärt. Damals entstanden vieleKlöster, die zu Stützen derfeudalen Gesellschaft wurden. Aus der Mischung von Thepu undTibetern entwickelte sich das Volk derBhotija.
Dzong (Festung) von Trongsa
Shabdrung Ngawang Namgyel, der nach Bhutan flüchten musste, da seine Anerkennung als Wiedergeburt desPema Karpo (pad-ma dkar-po) von demTsangDesi abgelehnt wurde, gelang während seiner Herrschaft ab 1616 die Einigung der bis dahin unabhängigen Fürstentümer des Landes zu einemtheokratischen Reich. Der in Tibet geborene religiöse Würdenträger wird als der Gründer des Staates und als Stifter bhutanischer Identität angesehen. Mit seinen kulturellen Errungenschaften – er gliederte alle Regionen des Landes in ein schriftlich verwaltetes Reich – legte er den Grundstein zur heutigen bhutanischen Gesellschaft. Der Staat erhielt den bis heute gültigen NamenDruk Yul (Land der Drachen). 1627 kamen die PortugiesenJoão Cabral undEstêvão Cacella als erste Europäer nach Bhutan und waren vermutlich die ersten Ausländer, mit denen Shabdrung Ngawang Namgyel zusammentraf. Ihre Berichte sind die einzigen westlichen Dokumente über ihn.[44] Nach seinem Tod 1651 geriet das Land in Anarchie, wehrte sich jedoch erfolgreich 1710 und 1730 gegen Angriffe durch die verbundenen tibetisch-mongolischen Truppen. Die Staatsgewalt wurde formell zwischen einem geistlichen Oberhaupt (rgyal-tshab; von britisch-indischen Autoren alsDharma Raja bezeichnet) und einem weltlichen Oberhaupt (sde srid phyag-mdzod, von britisch-indischen Autoren alsDeb Raja bezeichnet) geteilt, praktisch lag sie aber in den Händen der Priester (Lamas). Diese stellten dieStatthalter (Pönlop), die die Steuern und Abgaben von den Bauern eintrieben und die Gerichtsbarkeit ausübten. Zwischen den feudalen Machtgruppen kam es immer wieder zu Kämpfen, in die sich von Tibet aus sowohl derDalai Lama als auch derPenchen Lama einmischten.
1772 begann der fast hundertjährige Grenzkonflikt mit derbritischenOstindien-Kompanie. Nach der EroberungAssams im Jahre 1826 erstrebte die britische Kolonialmacht die direkte Kontrolle der Grenzpässe und okkupierte 1864 und 1865 (Vertrag von Sinchula) den BezirkDewangiri und andere Gebiete Bhutans. Mit britischer Unterstützung riss 1895 der StatthalterUgyen Wangchuk die Herrschaft an sich. 1907 wurde er inPunakha zum König gewählt und führte die erblicheMaharadschawürde ein (Wangchuk-Dynastie). Im Vertrag von 1910 erkannte Großbritannien formell die Unabhängigkeit Bhutans an, behielt sich aber die Kontrolle der Außenpolitik vor.
Am 8. August 1949 schloss Bhutan mit Indien einen Freundschaftsvertrag, demzufolge Indien die außenpolitischen Beziehungen Bhutans wahrnimmt und Wirtschaftshilfe (Bau von Straßen und Kraftwerken) leistet. Ein indischer politischer Resident hatte seinen Sitz inGangtok (Sikkim). Gegen die gemäßigten Reformen des KönigsJigme Dorje Wangchuck (Regierungszeit 1952–1972) und dessen Anlehnung an Indien richtete sich eine von Offizieren und Beamten geführte Verschwörung (5. April 1964 Ermordung des MinisterpräsidentenJigme Dorji; 1. August 1965 fehlgeschlagenes Attentat auf den König).
Im November 1964 übernahm der König die gesamte Staatsgewalt. Das 1953 geschaffene Parlament (Tsongdu) erhielt 1968, als Bhutankonstitutionelle Monarchie wurde, gewisse Gesetzgebungsrechte. Der königliche Rat und der Ministerrat bilden dieExekutive. Politische Parteien blieben bis 2007 verboten. Unter König Jigme Dorje Wangchuk wurden die Privilegien der Lamas eingeschränkt und Maßnahmen zum Abbau der feudalen Verhältnisse eingeleitet (Abschaffung derLeibeigenschaft, Vorbereitung einerLandreform zur Beschränkung des Großgrundbesitzes auf 120 Hektar, Beginn staatlicherFünfjahrespläne, Entwicklung des Bildungswesens, Verleihung des Bürgerrechts an den nepalesischen Bevölkerungsteil). Am 21. September 1971 erlangte Bhutan dievölkerrechtliche Anerkennung (Aufnahme in dieVereinten Nationen) derde facto schon zuvor bestehenden Eigenstaatlichkeit.[45]
Nach dem Tode Jigme Dorje Wangchuks 1972 wurde KronprinzJigme Singye Wangchuck zum neuen König ausgerufen, seine offizielle Krönung erfolgte erst am 2. Juni 1974.
1981 erfolgte die Ausweisung tibetischer Flüchtlinge, die eine Annahme der bhutanischen Staatsbürgerschaft ablehnten.
Politischer Widerstand gegen ein im Jahre 1985 eingeführtes Staatsbürgerschaftsgesetz war 1990 der Grund für die Unruhen und die Vertreibung von mehr als 100.000 nepalesischen Bhutanern (Lhotshampas) aus Südbhutan nach Nepal. Im August 1998 beschränkte König Jigme Singye Wangchuck gegen den Willen des Parlaments seine eigene Macht und unterstellte sich der Autorität des Parlaments.
Für 2008 verkündete der König die Einführung einer Verfassung, mit dem Ziel, Bhutan zu einer demokratisch-konstitutionellen Monarchie zu machen. Seitdem sollten sich im Land politische Parteien konstituieren dürfen und das Land von gewählten Volksvertretern regiert werden. Der König selbst hatte angekündigt, mit Einführung der Verfassung zurückzutreten.Überraschend dankte König Jigme Singye Wangchuk, der das Land seit der Unabhängigkeit autokratisch regiert hatte, jedoch schon am 14. Dezember 2006 im Alter von 51 Jahren zugunsten seines SohnesJigme Khesar Namgyel Wangchuck ab. Gründe für den ursprünglich erst für 2008 vorgesehenen Wechsel wurden nicht bekannt. In seiner ersten Ansprache erklärte der 26-jährige König, die demokratische Entwicklung des Landes voranbringen zu wollen. Die erste Auslandsreise des neuen Königs führte im Februar 2007 nach Indien, wo ein revidierter Freundschaftsvertrag abgeschlossen wurde, wodurch Bhutan nun außenpolitisch und rüstungswirtschaftlich voll souverän wurde. Am 6. November 2008 wurde Jigme Khesar Namgyel Wangchuk zum 5. Drachenkönig gekrönt.[46] Zukünftig sollen alle Könige an ihrem 65. Geburtstag die Krone an den Thronfolger abgeben.
Seit der Unterzeichnung der Verfassung durch den König am 18. Juli 2008 ist Bhutan auch formal einekonstitutionelle Monarchie.[47] Das politische System Bhutans entspricht seit den Wahlen zum Oberhaus 2007 und Unterhaus 2008 erstmals westlichen Vorstellungen einerDemokratie. Bhutan orientierte sich stark amWestminster-System und am Beispiel des Parlamentsmodells des Vereinigten Königreichs. Daher gibt es in Bhutan ebenfalls ein Zwei-Kammer-System, mit dem Nationalrat als Oberhaus und der Nationalversammlung als Unterhaus.[48]
Die Geschichte der Legislative beginnt mit derNationalversammlung (Tshogdu), welche erstmals 1953 auf Initiative von KönigJigme Dorje Wangchuck geschaffen wurde. Sie bestand aus 150 Mitgliedern, die jedoch nicht direkt von der Bevölkerung gewählt wurden, sondern 105 Mitglieder wurden von Dorfvorstehern gewählt (die Kandidaten werden von einflussreichen Familien der Dörfer vorgeschlagen), 35 wurden vom König ernannt sowie 10 vom buddhistischenKlerus entsandt. Die Abgeordneten (Chimis) wurden für drei Jahre gewählt. Die Nationalversammlung erfüllte weitgehend eineAkklamationsfunktion. EineOpposition existierte nicht.
1953 erhielten Frauen ein eingeschränktes aktivesWahlrecht auf nationaler Ebene: Es gab nur eine Stimme pro Haushalt. Erst neue gesetzliche Regelungen (Royal Decree vom 30. Juni 2007,Election Act of the Kingdom of Bhutan 2008,Public Election Fund Act of the Kingdom of Bhutan 2008, eine neue Verfassung, die vom Parlament am 21. Juli 2008 angenommen wurde) garantierten ein allgemeines Wahlrecht.[49][50] Auf lokaler Ebene ist nur eine Stimme pro Familie erlaubt (Stand 2007), was zur Folge hat, dass Frauen in der Praxis oft von der Wahl ausgeschlossen sind.[51]
Am 24. Dezember 2008 wurde eine neue Nationalversammlung gewählt, die die Rolle der Legislative übernommen hat und sich anders zusammensetzte als in den Jahren zuvor: Sie bestand nunmehr aus 47 gewählten Volksvertretern, die keiner Kontrolle durch ein anderes Verfassungsorgan unterworfen und kaum durch verfassungsrechtliche Regelungen eingeschränkt waren. In der Nationalversammlung saßen Abgeordnete aus zwei Parteien. Die Parlamentsabgeordneten werden in einem Wahlgang unter verschiedenen Parteien ermittelt. Die Legislaturperiode beträgt 5 Jahre, die Abgeordneten werden nach Mehrheitswahlrecht in Wahlkreisen gewählt.[52][53]
Die andere Kammer des Parlaments, der Nationalrat bzw.Gyelyong Tshogde, hat 25 Mitglieder, davon 5 durch den König ernannt. Die Mitglieder im Nationalrat dürfen jedoch keiner Partei angehören. Der Nationalrat besitzt in der Gesetzgebung lediglich ein aufschiebendes Veto; er ist jedoch am Gesetzgebungsprozess beteiligt. Zur Erarbeitung von politischen Konzepten und Gesetzgebungsprozessen sind daher in beiden Kammern Ausschüsse und Arbeitsgruppen vorhanden.
Bisherige Ergebnisse der Parlamentswahlen in Sitzen
Die Regierung Bhutans setzte sich 2003 bis 2008 aus zehn Ministern zusammen, die von der Nationalversammlung gewählt werden. DerPremierminister wurde gemäß einem Rotationsverfahren unter den Ministern ernannt. Die Amtszeit der Regierung betrug fünf Jahre.
Nach der Wahl im Jahre 2013 lösteTshering Tobgay (PDP) Jigme Thinley (DPT) als Ministerpräsident ab.[55] 2018 wurdeLotay Tshering (DNT) Ministerpräsident.
DieNationalversammlung kann dem König mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit das Misstrauen aussprechen und diesen zum Rücktritt (zugunsten seines Thronfolgers) zwingen.
Parteien waren bis zum Jahr 2007 in Bhutan verboten. Oppositionsgruppen hatten sich inNepal und Indien gebildet. Die Forderungen der Exil-Opposition konzentrieren sich auf die Gleichberechtigung aller ethnischen Gruppen, die Einführung eines demokratischen Mehrparteiensystems und eine Revidierung des Staatsbürgergesetzes von 1985.
2003 wurde ein neues Wahlgesetz verabschiedet, das allen bhutanischen Staatsbürgern ab 21 Jahren das Wahlrecht zugestand. Der im März 2005 vorgelegte Verfassungsentwurf sah eine Zulassung politischer Parteien vor, eine Änderung des kontroversen Staatsbürgergesetzes sollte hingegen nicht erfolgen. 2007 wurden erstmals Wahlen für das Oberhaus, den Nationalrat, abgehalten und im März 2008 wurde erstmals das Unterhaus, die Nationalversammlung, gewählt. Dabei erhielt die Bhutanische Partei für Frieden und Wohlstand (Druk Phuensum Tshogpa, DPT) 45 der 47 vergebenen Parlamentssitze. Mit der Wahl war die vom neuen KönigJigme Khesar Namgyel Wangchuck fortgesetzte Demokratisierung abgeschlossen und Bhutan zu einer konstitutionellen Monarchie geworden.[57]
Der von KönigJigme Dorje Wangchuck (Regierungszeit: 1952–1972) eingeleitete innenpolitische Reformprozess (Einberufung einer Nationalversammlung, Aufhebung derLeibeigenschaft, Aufnahme Bhutans in dieVereinten Nationen) war eine Reaktion auf politische Ereignisse und Veränderungen im regionalen Umfeld Bhutans. Mit der politischen Unabhängigkeit Indiens (1947), der Gründung derVolksrepublik China (1949), der Besetzung von Tibet (1951), der Flucht desDalai Lama (1959) und demindisch-chinesischen Grenzkrieg (1962) wurde deutlich, dass die Phase der jahrhundertelangen (selbstgewählten) Isolation Bhutans beendet werden musste.
Der Sturz des Fürsten vonSikkim (1973), politische Unruhen/Forderungen von Nepalis im benachbarten indischen BundesstaatWestbengalen nach Schaffung eines autonomenGurkhalandes (1988) sowie der Zusammenbruch der absoluten Monarchie inNepal (1990/91) verlangten auch in Bhutan weitere (innen-)politische Veränderungen. Der von KönigJigme Singye Wangchuck (Regierungszeit: 1972–2006) forciert betriebene Öffnungsprozess hat dabei in den letzten Jahrzehnten zur Herausbildung neuer gesellschaftlicher Interessengruppen geführt. Ihre Einbindung in das politische System Bhutans ist der Hintergrund für den im März 2005 vorgelegtenVerfassungsentwurf.
Der König verkündete am 17. Dezember 2005, dass er 2008 zurücktreten werde. Sein Sohn, der KronprinzJigme Khesar Namgyel Wangchuck werde 2008 als fünfter König des Landes inthronisiert. Überraschend übernahm der Prinz jedoch bereits am 14. Dezember 2006 die Amtsgeschäfte.
Die bhutanische Rechtsprechung basiert auf dem indischen und dem britischenCommon Law.
Bis zur Aufhebung des Verbots im Februar 1999 durch die Nationalversammlung war in Bhutan das Fernsehen verboten gewesen, laut offiziellen Aussagen, um damit die Verwässerung der eigenen Kultur zu verhindern.
Bhutan ist bislang das einzige Land, in welchem ein Anspruch auf dasBruttonationalglück erhoben wird. Im Jahr 2008 wurde erstmals mittels Fragebogen das sogenannteGross National Happiness (GNH) von staatlicher Seite ermittelt. Dieses wird in unregelmäßigen Abständen alle paar Jahre wiederholt.[63] Siehe dazu auchBruttonationalglückerhebung.
Da Bhutan seit dem 17. Dezember 2004 einnikotinfreies Land werden soll, wurde der Handel mitTabak ab diesem Datum mit hohen Geldstrafen (umgerechnet 175Euro) belegt und dasRauchen auf öffentlichen Plätzen verboten. Begründet wurde die Maßnahme mitreligiösen,gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen. Das Rauchen von Tabak ist zwar im privaten Umfeld (im eigenen Haus, im Hotelzimmer) noch immer erlaubt, aber es gibt für das eine Prozent Raucher in Bhutan nur noch wenige Möglichkeiten, legal an Tabak zu gelangen. Für den Eigenverbrauch dürfen Tabakwaren in kleinen Mengen aus dem Ausland mitgebracht werden, auf die man allerdings einenZollzuschlag von 100 Prozent zahlen muss. Während derCOVID-19-Pandemie erlaubt Bhutan 2020 vorübergehend wieder den Verkauf von Zigaretten inDuty-free-Shops, damit kein Schmuggel aus dem stark vomCoronavirus betroffenen Indien stattfindet.[64]
Seine geographische Lage alsPufferstaat zwischen der Volksrepublik China im Norden und Indien im Süden setzen dem außenpolitischen Handlungsspielraum Bhutans enge Grenzen.
Die Beziehungen zuIndien waren in der Vergangenheit nicht ohne Spannungen. Der Bau strategischer Straßen im Lande in den 1960er Jahren erfolgte auf Drängen Indiens. Militärisch besteht eine enge Zusammenarbeit (u. a. Waffenlieferungen, Ausbildungshilfe). Wirtschaftlich sind beide Länder eng miteinander verflochten: die Währungen Indiens und Bhutans sind im Verhältnis 1:1 aneinander gekoppelt. Der Beitritt Bhutans zu internationalen Organisationen (UNO,Bewegung der Blockfreien Staaten,IMF,Weltbank,FAO) erfolgte auch vor dem Hintergrund des Versuches, sich vom Einfluss Indiens außenpolitisch zu emanzipieren. Die Beziehungen zu Indien verbesserten sich im Zuge des Grenzdisputes auf dem Doklam-Plateau 2017 mit China.[65]
Die Beziehungen zur Volksrepublik China waren trotz einer ungeregelten Grenzziehung zwischen beiden Ländern relativ unbelastet. Die Grenze zu China wurde 1959 von Bhutan geschlossen. China baute jedoch Straßen auf Territorium, das von Bhutan beansprucht wird, was schon des Öfteren zu kleinen Spannungen geführt hat. Von China angeboteneEntwicklungshilfe wurde von Bhutan bislang aus Rücksicht auf Indien abgelehnt. Bhutan und China haben keine formellen diplomatischen Beziehungen, was sie aber nicht an einem regen diplomatischen Austausch hindert. Bhutan ist das einzige Mitgliedsland der Vereinten Nationen, das weder zur Volksrepublik noch zurRepublik China (Taiwan) diplomatische Beziehungen unterhält. Bei UNO-Abstimmungen unterstützte Bhutan regelmäßig die Volksrepublik China (u. a. Wiederherstellung des Sitzes Chinas in der UNO 1971, Chinas Aufnahme in den Menschenrechtsausschuss). Im Sommer 2017 kam es zu Spannungen, nachdem China mit dem Bau einer Straße in das Gebiet Bhutans auf dem Doklam-Plateau begonnen hatte. Zudem besiedelt China die Grenze gezielt mit neuen Dörfern.[66] Auf Bitte Bhutans wurden indische Soldaten entsandt. Diese wurden von China aufgefordert, chinesisches Gebiet zu verlassen, obwohl sie sich nach Einschätzung Bhutans und Indiens in Bhutan befanden. China und Indien hatten schließlich zusammen rund 3000 Soldaten zusammengezogen, die, da unbewaffnet, lautstarke Auseinandersetzungen und Schubsereien austrugen.[67]
Die Beziehungen zuNepal sind seit der Ausweisung und Flucht (1990) von mehr als 100.000Südbhutanern nepalischer Abstammung erheblich belastet. Die im Südosten Nepals lebenden Flüchtlinge werden durchUNHCR-Hilfslieferungen versorgt. Bilaterale Gespräche zwischenThimphu undKathmandu über eine zumindest teilweise Rückführung der Flüchtlinge verliefen bislang ohne Ergebnis.
Das Königreich Bhutan unterhält diplomatische Beziehungen zu 52 Staaten.[68] Am 25. November 2020 wurden die diplomatischen Beziehungen zu der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen.[69]
Die Zusammenarbeit mitÖsterreich und derSchweiz ist unter allen Ländern Europas, die Entwicklungshilfe an Bhutan leisten, besonders hervorzuheben. Beide Länder stehen für eine beispielhafte Entwicklungskooperation, da sie vor dem Hintergrund ähnlicher topographischer Verhältnisse prädestiniert sind, optimale Lösungen für Bhutans Probleme zu entwickeln. Am 26. April 1989 wurden die diplomatischen Beziehungen zur Republik Österreich aufgenommen.
Die Entwicklungszusammenarbeit ÖsterreichsOEZA engagiert sich in folgenden Sektoren:
Nach dem EinmarschChinas inTibet 1950 entschloss sich das Land, eigene Streitkräfte aufzubauen. Bhutan ist allerdings aufgrund der geringen Personalstärke auf die militärische UnterstützungIndiens angewiesen.
Bhutan gliedert sich in 20Distrikte(Dzongkhag), deren Gruppierung nach vier Zonen(Dzongdey) nicht mehr offiziell ist. Die Distrikte sind in der Mehrzahl nach ihren Hauptstädten benannt worden. Einige großedzongkhags werden zudem weiter in Bezirken oder Kreisen ähnlichen Verwaltungseinheiten(Dungkhag) gegliedert. Auf der untersten Ebene werden die Distrikte in Gruppen von Dörfern, sogenannteGewogs eingeteilt.
Landwirtschaft in BhutanEntwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf seit 1990
Alle wirtschaftlichen Interessen des Landes werden demUmwelt- undNaturschutz untergeordnet, weswegen das Land über eine Naturbelassenheit verfügt, die heutzutage, relativ auf die Landesgröße gesehen, nahezu unvergleichlich auf der Welt ist. So sind z. B. immer noch zwei Drittel Bhutans bewaldet. Schon in der Schule wird den Kindern intensiv beigebracht, wie wichtig der Umwelt- und Naturschutz ist, und es wird viel praktisch, direkt draußen in derNatur, gelehrt.
Dagegen ist dieArbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Städten relativ hoch und derLebensstandard relativ niedrig.
Die volkswirtschaftliche Basis von Bhutan ist schmal. Über 60 % der Einwohner leben von der Landwirtschaft.[71] Die Landwirtschaft ist nicht produktiv und wird weitgehend durchSubsistenzniveau bestimmt. Reisüberschüsse werden nicht produziert, vielmehr ist die Regierung gezwungen, Reis zur Versorgung der Bevölkerung zu importieren. Mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum wird sich Bhutan vermutlich künftig mit Problemen der Nahrungsmittelversorgung konfrontiert sehen. In den letzten Jahren wuchs die Wirtschaftsleistung jedoch deutlich und der Lebensstandard verbesserte sich. Obwohl das wirtschaftliche Modell des Landes nicht wachstumsorientiert ist, wuchs das Bruttoinlandsprodukt gerechnet in US-Dollar (Kaufkraftparität) von 807 Mio. im Jahr 1990 auf 7721 Mio. im Jahr 2017.[72] Dank dieses Wachstums gehört Bhutan inzwischen zu den Ländern mittleren Einkommens. 2017 lag das Wirtschaftswachstum bei 6,8 %, womit das Land zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften gehörte.[73]
Bhutan weist ein deutliches regionales Entwicklungsgefälle auf. Während der Westen wirtschaftlich von Wasserkraftprojekten und mit Thimphu als Zentrum politischer Entscheidungen von der Verteilung der Entwicklungshilfegelder profitiert, sind Zentral- und Ostbhutan hingegen wirtschaftlich deutlich zurückgeblieben.
Statistisch betrachtet gilt Bhutan als eines der ärmeren Länder der Erde. Dennoch liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen seiner Bevölkerung deutlich höher als im Nachbarland Indien. Der frühere KönigJigme Singye Wangchuck prägte in diesem Zusammenhang das Schlagwort vom „Bruttonationalglück“ seiner Bevölkerung, das er als wichtiges Ziel der Wirtschaftspolitik Bhutans formulierte. Bhutan hat zu diesem Zweck mit derKommission für das Bruttonationalglück sogar eine eigene Staatskommission eingesetzt.[76] In diesem Zusammenhang plant und führt Bhutan seit 1961 Fünfjahrespläne durch, um die Entwicklung des Landes zu steuern. Die Ziele dieser Entwicklungspläne bisher waren z. B. Aufbau der Verkehrsinfrastruktur, Ausbau der Wasserkraft, Förderung der Industrie und Landwirtschaft, Reduktion der Armut. Neben diversen UN-Organisationen leistete Indien bisher regelmäßig finanzielle Beiträge zur Umsetzung der Entwicklungspläne.[77] Bhutan ist nebenEcuador eines der wenigen Länder, die in der Verfassung eine Orientierung am „Bruttonationalglück“ statt anWirtschaftswachstum verankert haben. Darauf wird von Vertretern derWachstumskritik und derwachstumskritischen Bewegung als Entwicklungsoption für industrialisierte Länder verwiesen.[78][79]
Am 31. Dezember 2022 wurde derArmutsanalysebericht 2022 veröffentlicht. Demnach lebten bis zu diesem Zeitpunkt 12,4 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die offiziell mit einem Monatseinkommen von 6204 Ngultrum (etwa 68 Euro) angesetzt wird.[80] Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt 2023 bei rund 310 Euro. Die niedrigsten Einkommen sind immer noch in der Landwirtschaft und bei ungelernten Arbeitskräften zu finden.[81]
Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion ist der Süden Bhutans. Die Flucht/Vertreibung von mehr als 100.000 Südbhutanern (1990–1991) führte dort zu Einbrüchen in der Reisproduktion. Mit der Neuansiedlung vonNgalongs aus Westbhutan soll dieses Problem behoben werden. Weiterverarbeitende Betriebe (Holzverarbeitung,Konserven) konzentrieren sich überwiegend in Südbhutan. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Landwirtschaft auf 100 %ökologische Anbauweise umzustellen.[82]
Der Fremdenverkehr ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes und bietet vor allem der jungen Bevölkerung Ausbildungs- und Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie.[83] Gleichwohl ist es das Ziel von Regierung und König, einen Massen- oder Billigtourismus zu verhindern. Visapflicht sowie ökonomische und regulatorische Faktoren begrenzen die Anzahl der Touristen. So wird Reisen in Bhutan mit gebuchten Touren und in Begleitung eines lizenzierten Führers bevorzugt.[84] Für jedes Arrangement ist ein Mindestpreis („Minimum Daily Package“) von derzeit 100 US-Dollar pro Nacht und Person vorgeschrieben.[85] Zusätzlich wird eine „Einreisegebühr“ von 40 US-Dollar erhoben.[85] Gleichwohl steigt die Zahl der Touristen jährlich. Laut Zahlen des „Department for Tourism“ besuchten 2005 rund 13.600, 2006, als das erste private Hotel in Bhutan, das „Zhiwa Ling“, eröffnet wurde,[86] rund 17.400, 2007 rund 21.100 und bis Oktober 2008 etwa 21.700 Touristen das Land.[87] 2010 stieg die Zahl der Touristen auf 40.873, inklusive 12.410 Reisenden aus den Nachbarländern.[88] Stand April 2017 besuchen pro Jahr etwa 150.000 Menschen das Land. Dies macht den Tourismus zur zweitwichtigsten Deviseneinnahmequelle.[89]
DerStaatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 703 Mio.US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 640 Mio. US-Dollar gegenüber. Fast ein Viertel der Ausgaben werden vomindischen Staat bestritten.[90] Die Staatsverschuldung betrug 2016 30,5 % des BIP.[91]
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:[92]
In Bhutan wurde das moderne Postwesen 1962 eingeführt. Bis dahin gab es ein rudimentäres Nachrichtensystem, bei dem Nachrichten und Pakete von Boten in die einzelnen Landesteile gebracht wurden.
Große Bedeutung als Devisenbringer hat die Stromproduktion durchWasserkraftwerke. Strom wird überwiegend nach Indien undBangladesch exportiert. Das 1986 in Betrieb genommeneChukha-Kraftwerk (Leistung 336MW)[93] trägt zu einem erheblichen Teil (2005: 40 Prozent) zur Finanzierung des Staatshaushaltes bei. Ein weiteres vollendetes Projekt im DistriktChukha ist das etwa 10 km Luftlinie in südöstlicher Richtung entfernt gelegeneKraftwerk Tala (Leistung 1.020 MW), mit dessen Bau im Oktober 1997 begonnen wurde. Die sechs Generatoren mit einer Leistung von jeweils 170 MW wurden zwischen Juli 2006 und März 2007 in Betrieb genommen. BeideLaufwasserkraftwerke liegen amRaidak (auch Wang Chhu oder Wong Chhu in Bhutan), einem rechten Nebenfluss desBrahmaputra. Nach Angaben derWeltbank hat Bhutan ein Wasserkraft-Potential von 30 Gigawatt, wovon für 16 Gigawatt konkrete Projekte bestehen.[94]
In den nächsten zwei Jahren plant Bhutan, 300 Megawatt Solarenergie zu nutzen. Die Regierung plant landesweit an sieben Standorten die Errichtung von Solarparks. Den Hauptteil der Finanzierung übernimmt dieAsiatische Entwicklungsbank (ADB).[95]
Es gibt nur wenige Straßen, und die sind nur für sehr wenig Verkehr ausgelegt. Das gesamte Straßennetz umfasste 2013 etwa 10.578 km, wovon 2.975 km asphaltiert sind, Schnellstraßen oder gar Autobahnen gibt es nicht.[71] Durch diegebirgige Landschaft gibt es auf vielen Straßen kaum gerade Strecken, deshalb dauert es sehr lange, aus den entlegenen Dörfern des Landes in die Hauptstadt zu gelangen, aus manchen mehrere Tage. Die Verbindungen zwischen den Dörfern werden im Rahmen des vonHelvetas Swiss Intercooperation gefördertenSuspension Bridge Programme (SBP) durch den Bau von Drahtseil-Hängebrücken verbessert. Zwischen 1978 und 2008 entstanden so insgesamt 452 Hängebrücken nach dem in Nepal verwendeten und für Bhutan weiterentwickelten Standarddesign.[96]
Im ganzen Land giltLinksverkehr. Oft wird Thimphu als die einzige Hauptstadt der Welt ohne eine einzige Ampel bezeichnet, was allerdings auch aufNgerulmud (aufPalau) zutrifft. An den Enden der Hauptstraße (Norzin Lam) durch Thimphu befinden sich zweiKreisverkehre, an denen tagsüber Polizisten den Verkehr regeln. Fahrradfahren ist innerhalb vonParo und Thimphu nicht gestattet.
Der Buddhismus als Religion prägt wie nichts anderes die Kultur Bhutans. Die wichtigsten FesteTsechu sind religiöse Feste mit ihren farbenprächtigen Tempeltänzen. Die traditionelle Architektur als besonders sichtbarer Ausdruck der Kultur Bhutans ist bestimmt von der Religion: alle Bauelemente, Proportionen, Farben etc. haben religiöse Bedeutung. Sie haben dafür zu sorgen, dass die guten Geister leichten Zutritt in die Gebäude haben, während die bösen Dämonen ferngehalten werden.[99]
Bhutan grenzt im Süden zwar an Indien, durch die praktisch völlige Isolation bis ins 20. Jahrhundert gelangten Einflüsse aus derindischen Musik höchstens indirekt über die einzigen Reisewege von Tibet ins Land. Wie die von Tibet übernommenen Schulen des Buddhismus ist die traditionelle Musik stark von dertibetischen Musik beeinflusst. Generell werden Musikformen der weltlichen traditionellen Volksmusik von der religiösen Musik und von der modernen nicht-traditionellen Popularmusik unterschieden. Jeder traditionellen Musik wird ein Einfluss auf die göttliche Sphäre zugeschrieben.
Die Volkslieder lassen sich in zwei hauptsächliche traditionelle Genres einteilen. DieBoedra (boeda oderbod-sgra, „Lied aus Tibet“) stammen dem Namen nach aus Tibet, werden aber als eigene Tradition betrachtet. Sie bestehen aus kurzen melodischen Phrasen, die zu einem regelmäßigen Rhythmus wiederholt werden. Überwiegend werden sie in der Amtssprache Dzongkha, seltener in einer Chöki genannten alten Form des Tibetischen gesungen.
Das seit dem 17. Jahrhundert bekannte GenreShungda (zhungdra, etwa „Hauptmelodie“) zeichnet sich durch eine längere Melodielinie und einen unregelmäßigen Rhythmus aus.Shungda entstanden in denDzongs, die bis heute nicht nur Klöster, sondern auch zivile Verwaltungszentren sind, und breiteten sich in den Dörfern aus.
Daneben gibt es etliche weitere traditionelle Liedtypen, die rein vokal sind oder die mit Instrumentalbegleitung zu Tänzen gesungen werden. Inhaltlich und nach ihrer Verwendung werden acht Liedtypen unterschieden: 1) Lieder zur Huldigung derLamas (lama choetoed ki lu), 2) religiöse Lieder (choe dang choed drel lu), 3) Lieder zur Huldigung des Königs (Gylapoi toed lu), 4) Lieder zur Huldigung des Landes (gyalkhab ki toed lu), 5) glückliche Lieder (ga lu), 6) Liebeslieder (dza lu), 7) sorgenvolle Lieder (thrul lu) und 8) Lieder der guten Wünsche (tashi moen lu).
Die Gruppe der nicht-traditionellen populären Lieder ohne religiösen Bezug bilden die Ende der 1960er Jahre aufgekommenenRigsar. Sie werden nicht der bhutanesischen Kultur zugerechnet und sind stark von englischen Popsongs undHindi-Filmmusik beeinflusst. Die Rigsar entstanden in den Städten als Teil der Jugendkultur. Anders als bei den Volksliedern sind die Komponisten derRigsar, die zu den Studenten und Lehrern der Colleges gehören, namentlich bekannt. Die meistenRigsar sind Liebeslieder, die ein Liebender monologisch an sein Gegenüber richtet. Sprachlich und musikalisch sind sie weniger sorgfältig gestaltet als die Lieder der traditionellen Genres. Während die Gäste bei herkömmlichen Musikaufführungen zu festlichen Anlässen sich an den Gruppentänzen beteiligen, spielen dieRigsar-Ensembles im Rahmen eines Konzerts vor sitzenden Zuhörern. Im Studio aufgenommeneRigsar-Lieder werden durch Tonträger kommerziell verbreitet. Das erste moderne bhutanesische Lied,Zhendi Migo, ist die Kopie des indischen TitelsSayonara aus dem Hindi-FilmLove in Tokyo von 1966.[100]
Bei den Volksliedern erzeugen die bundlose siebensaitige Halslautedramnyen und eine Gesangsstimme eineheterophone Musizierform. Ein typisches Ensemble besteht aus bis zu vier Melodieinstrumenten: neben einerdramnyen eine zweisaitige Röhrenspießgeigechiwang, eineKernspaltflötelingm (lim odergling-bu) aus Bambus mit sechs Grifflöchern und einHackbrettyangchen (yang-chin), das erst in den 1960er Jahren vom chinesischenyangqin abgeleitet wurde. Die Instrumente folgen meistunisono oder in der Oktave und mit melodischen Verzierungen der Gesangsstimme. Diese Ensembles bevorzugen wegen des leichteren Zusammenspiels das rhythmisch einfachere GenreBoedra.[101]
Die religiöse Ritualmusik folgt dem Regelwerk der tibetischen Ritualpraxis und verwendet ein eigenes Instrumentarium ohne Saiteninstrumente. Auch diedramnyen wird nicht in der religiösen Musik gespielt, repräsentiert aber durch ihre Anwesenheit oder ihre Darstellung in Bildwerken in Klöstern die eine Verbindung zum Göttlichen schaffende Musik. Mönche spielen die Musikinstrumente in den Klöstern allgemein paarweise. Zu den rituellen Musikinstrumenten gehören die metallene Langtrompetedungchen (dung-chen), die Kegeloboebjelling (rgya-gling), die Paarbeckenrol-mo und die zweifelligeStieltrommelrnga. Musik gehört zu den täglichen Gebetsritualen und zum religiösen JahresfestTsechu (she-bcu), das zu Ehren desGuru Rinpoche abgehalten wird, der im 8. Jahrhundert den tibetischen Mahayana-Buddhismus in Bhutan einführte. Bei diesem mehrtägigen Fest werdenCham-Mysterien mit Musik und Maskentänzen aufgeführt.[102]
Weitere Musikinstrumente sind die Bambusmaultrommelkunghta, das Büffelhornaungli (dem nepalesischenneku entsprechend), dieGefäßrasselyangkali (Hülsenfrucht desAfrikanischen Traumkrauts,Entada rheedei) und die ebenfalls perkussiv verwendete zweisaitige Bambusröhrenzithertsai-ding dramnyen (der nepalesischenyalambar entsprechend).[103]
Eine völlig andere traditionelle Musik pflegt die Minderheit der Nepali sprechendenLhotshampa im Süden Bhutans. Ihre Musik und Tänze sind von hinduistischen Traditionen beeinflusst. Religiöse Lieder (Kirtan) begleiten die Lhotshampa auf dem aus Indien eingeführtenHarmonium.[104]
Bhutan hat erst 1999 das Fernsehen eingeführt[48] und ist damit das letzte Land der Erde, in das dieses Medium Einzug gehalten hat. Das Fernsehen ist inhaltlich hauptsächlich der königlichen Familie sowie gesundheitlichen Themen gewidmet.Seit 2004 sind Mobiltelefone erlaubt. Ein 2007 installierter 10-kW-Kurzwellensender des Bhutan Broadcasting Service (BBS) steht in etwa 2660 m Höhe in Sangayang und sendet auf der Frequenz 6035 kHz im 49-m-Band. Über das Internet ist BBS mit einemLive-Stream-Audio-Angebot vertreten.[105]
Im Jahr 2022 nutzten 86,8 Prozent der Einwohner Bhutans das Internet.[106]
NebenGerste,Mais undKartoffeln ist bhutanischer roter Reis eines derGrundnahrungsmittel. Nur diese Reissorte wächst auch in großen Höhen. Dazu gibt es eine große Auswahl an Gemüse und Obst.Schweinefleisch,Yakfleisch und manchmal auchHühnerfleisch gehören zur bhutanischen Küche. Nationalgericht ist Ema Datshi (Käsechili, auch Ema Datsi), ein Eintopf, der in erster Linie aus milden grünen Chilischoten und Yak-Käse bereitet wird. Dazu serviert man roten Reis, der ursprünglich nur in dieser Region angebaut wurde.[107] In der HauptstadtThimphu gibt es Restaurants, wo chinesische, indische, nepalesische und tibetische Gerichte angeboten werden.
Die Nationaltracht der Frauen –Kira – als auch der traditionelleGho der Männer ist im Alltag präsent. So gilt der Gho als offizielle Amtstracht der Beamten.[108]
Der bhutanische Basketballverband (Bhutan Basketball Federation) trat 1983 derFIBA Asia bei, eine Zone des Weltbasketballverbandes FIBA, zu der 44 asiatische Staaten gehören. Die Basketballnationalmannschaft von Bhutan hatte bereits an vielen Turnieren teilgenommen und bestritt 2021 ihr erstes internationales Spiel beim 26. FIBA-Qualifikationsturnier für die Asienzone in Neu-Delhi. In der FIBA-World-Ranking-Liste 2023 steht Bhutan auf Platz 144.[109]
Drei Bogenschützen beim Bogenschießen inTrongsa. Zwei haltenKompositbögen und einer einen Bambusbogen. An beiden Enden der 145 Meter langen Bahn ist eine Zielscheibe installiert.
Der Nationalsport Bhutans ist dasBogenschießen. Meist werden die Wettkämpfe zwischen den Auswahlen zweier Dörfer ausgetragen. Das Ziel ist dabei 145 m entfernt. Das Ziel besteht aus einer rechteckigen Holzplatte, etwa 35 × 110 cm groß. Geschossen wird in der traditionellen Technik mit Bögen ausBambus. Inzwischen wechseln aber viele vor allem jüngere Schützen zumCompoundbogen.
Dabei handelt es sich traditionell um eine Männerdomäne; dennoch vertraten inzwischen mehrere Frauen Bhutan im Bogenschießen mit dem Olympischen Bogen bei denOlympischen Spielen.[110] Abgesehen vomSportschießen ist das Bogenschießen die bislang einzige Disziplin, in der Bhutan während seinerolympischen Geschichte an den Spielen teilnahm. Es konnte noch nie eine Medaille gewonnen werden. Der bhutanische BogenschützeLam Dorji ausSamdrupjongkhar nimmt an denOlympischen Sommerspielen 2024 in Paris teil.[111]
In Bhutan gibt es nur eine Handvoll bespielbare Fußballplätze, darunter ein Stadion, das NationalstadionChanglimithang mit 15.000 Plätzen.
DieBhutan Football Federation ist Mitglied derFIFA; dieNationalmannschaft findet sich im unteren Bereich derFIFA-Weltrangliste wieder. Der FilmThe Other Final wirft anhand des Aufeinandertreffens der Nationalmannschaften von Bhutan undMontserrat parallel zum Weltmeisterschaftsfinale 2002 einen Blick auf die Kultur und denFußball von Bhutan. Das Spiel zwischen beiden Mannschaften endete 4:0 für Bhutan.
Die nationale Fußballliga ist dieBhutan Premier League. Der Meister darf an den Qualifikationsspielen zumAFC Cup teilnehmen. Allerdings erreichte Stand 2022 dort noch nie ein Verein die Gruppenphase. Bhutan konnte sich für die AFC Asian Cup-Qualifikation 2027 qualifizieren.[112]
2007 wurde die Bhutan Judo Association gegründet, die auch Mitglied in der Judo Union of Asia ist. Am 9. Oktober 2021 wurde Bhutans erstes Dojo in der Pelkhil-Schule in Thimphu eröffnet.[113]
↑Länderinformation Bhutan. In: Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2009; abgerufen am 2. Mai 2016.
↑F Rennie, R Mason:The Development of Distributed Learning Techniques in Bhutan and Nepal. In:International Review of Research in Open and Distance Learning.Band8,Nr.1, März 2007,ISSN1492-3831 (englisch,irrodl.org [PDF; abgerufen am 19. November 2019]).
↑Pamela Paxton, Melanie M. Hughes, Jennifer Green:The International Women|s Movement and Women’s Political Representation, 1893–2003. In: American Sociological Review, Band 71, 2006, S. 898–920, zitiert nach Pamela Paxton, Melanie M. Hughes:Women, Politics and Power. A Global Perspective. Pine Forge Press Los Angeles, London 2007, S. 62.
↑Sekretariat der Nationalversammlung Bhutans (Hrsg.):Informationsbroschüre der Nationalversammlung. (gov.bt [PDF]).
↑At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings. In:Global Competitiveness Index 2017–2018. (weforum.org [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
↑Länderinformation Bhutan. In: Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Mai 2016; abgerufen am 2. Mai 2016.
↑Katrin Rosenberg: Good Governance in Bridge Building. (PDF; 3,8 MB) In: Helvetas. August 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juni 2015; abgerufen am 2. Mai 2016.