| Bezirk Affoltern | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Kanton Zürich |
| Hauptort: | Affoltern am Albis |
| BFS-Nr.: | 0101 |
| Fläche: | 113,03 km² |
| Höhenbereich: | 381–915m ü. M. |
| Einwohner: | 58'190[1](31. Dezember 2024) |
| Bevölkerungsdichte: | 515 Einw. pro km² |
| Website: | https://knonauer-amt.ch/ |
| Karte | |
DerBezirk Affoltern ist einBezirk im Südwesten desSchweizerKantons Zürich. Er liegt zwischen derAlbiskette und derReuss und grenzt im Westen und Nordwesten an denKanton Aargau, im Süden an denKanton Zug.
Der Bezirk ist identisch mit derRegion Knonaueramt (auchKnonauer Amt) und wird im Volksmund oftSäuliamt genannt. Der in früheren Jahrhunderten ebenfalls gebräuchliche NameZürcher Freiamt ist heute so gut wie unbekannt.
Mit 58'190 Einwohnern (31. Dezember 2024) gehört der Bezirk Affolternbevölkerungsmässig zu den grossen der Schweiz (Rang 54 von 148).Flächenmässig ist er klein (Rang 104). DieBevölkerungsdichte pro Quadratkilometer ist hoch.
Der Bezirk Affoltern umfasst 14 Gemeinden. Die meisten Gemeinden gehören derAgglomeration Zürich an. Trotzdem gilt das Knonaueramt – besonders der südliche Teil – immer noch als eine weitgehend ländlich geprägte Region im Kanton Zürich.
| Wappen | Name der Gemeinde | PLZ | Einwohner (31. Dezember 2024) | Fläche in km²[2] | Einw. pro km² |
|---|---|---|---|---|---|
| Aeugst am Albis | 8914 | 1995 | 7,91 | 252 | |
| Affoltern am Albis | 8910 | 12'882 | 10,59 | 1216 | |
| Bonstetten | 8906 | 5712 | 7,43 | 769 | |
| Hausen am Albis | 8915 | 3951 | 13,60 | 291 | |
| Hedingen | 8908 | 4002 | 6,53 | 613 | |
| Kappel am Albis | 8926 | 1382 | 7,92 | 174 | |
| Knonau | 8934 | 2466 | 6,47 | 381 | |
| Maschwanden | 8933 | 677 | 4,69 | 144 | |
| Mettmenstetten | 8932 | 5763 | 13,03 | 442 | |
| Obfelden | 8912 | 5961 | 7,54 | 791 | |
| Ottenbach | 8913 | 2973 | 5,02 | 592 | |
| Rifferswil | 8911 | 1180 | 6,51 | 181 | |
| Stallikon | 8143 | 3909 | 12,02 | 325 | |
| Wettswil am Albis | 8907 | 5337 | 3,77 | 1416 | |
| Total (14) | 58'190 | 113,03 | 515 | ||
| Blasonierung: «In Gold ein schwarzes Mauerankerkreuz.» | |
| Wappenbegründung: Als einziger Bezirk des Kantons Zürich führt der Bezirk Affoltern ein Wappen, das er von der früheren Landvogtei Knonau übernommen hat. Es geht auf das Wappen der Freiherren vonEschenbach zurück. |
Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirkes Affoltern errichtete zu ihrem Jubiläum im Jahr 2000 den 46 km langenÄmtlerweg durch dasSäuliamt. Der Weg führt durch schöne Landschaften und Naturschutzgebiete, zu Kulturdenkmälern sowie zu wirtschaftlich und geschichtlich bedeutenden Orten. 22 Informationstafeln entlang des Weges informieren über dasSäuliamt und seine Geschichte.


Die Stadt Zürich erlangte ab dem Beginn des 15. Jahrhunderts bis zur Reformation nach und nach die Herrschaft über die Gebiete zwischen Albis und Reuss. Schon 1406 verkauften die Erben Johanns von Hallwyl die ausLangnau,Kappel,Rifferswil,Maschwanden,Ottenbach und Teilen des heutigenObfeldens bestehende, ehemalseschenbachische Vogtei Maschwanden an die Limmatstadt. Im Zuge der eidgenössischenEroberung des Aargaus 1415 annektierte Zürich dann dasFreiamt Affoltern samt der Hohen Gerichtsbarkeit überSteinhausen, über das Maschwanderamt, dasKelleramt, überAesch (Niedergericht 1462 an ZH),Birmensdorf-Oberurdorf (Niedergericht 1485/1511 an ZH),Hedingen (Niedergericht 1503 an ZH), die HerrschaftKnonau (mit Obermettmenstetten undAeugst, Niedergericht 1512 an ZH),Wettswil-Stallikon (Niedergericht 1532/33 an ZH) undBonstetten (Niedergericht 1538 an ZH). ImAlten Zürichkrieg war die ganze Region stark von Kriegshandlungen betroffen und wurde zwischen 1443 und 1450 durch Schwyz, Glarus, Luzern und Zug verwaltet.[3][4]
Zu den traditionellen Autonomierechten des Freiamts gehörte die eigeneGerichtsbarkeit. Die aushabsburgischer Zeit von 1173 bis 1415 überlieferten Gerichtsorte waren Rifferswil, Affoltern am Albis undBerikon. Die Freiamtsgemeinde tagte in der KircheMettmenstetten. Ein letztes Mal trat sie am 26. März 1795 zusammen, musste allerdings aufs Rüteli in der Nähe der heutigen Bahnstation verlegt werden, weil die Kirche für die zahlreichen Besucher zu klein war.[5]
Von 1507 bis 1512 fasste die Zürcher Regierung die oben genannten Gebiete (ohneAesch,Birmensdorf-Oberurdorf undWettswil-Stallikon-Bonstetten, die jeweils eigene Obervogteien bildeten) zurLandvogtei Knonau zusammen und vereinheitlichte die Rechtsordnung.[3] Verschiedentlich provozierten die Zentralisierungsbestrebungen des Stadtzürcher Zunftregimes den Widerstand der Ämtler Bevölkerung, so im Waldmannhandel 1489,[6] im Wädenswiler Aufstand 1646 (eine Steuerrevolte in Wädenswil und im Knonaueramt, welche von Zürich mit Militäraktionen, Hinrichtungen und schweren Bussen gebodigt wurde),[7] im Ämtlerhandel 1794/95[8] und imBockenkrieg 1804.[9] Dieser letzte Aufstand endete für das Knonaueramt mit der Entwaffnung und militärischen Besetzung der Dörfer, Freiheits- und Geldstrafen sowie der kriegsrechtlichen Hinrichtung zweier Revolutionäre, Jakob Schneebeli ausAffoltern am Albis und Heinrich Häberling ausKnonau, deren Namen (zusammen mit denen der ebenfalls hingerichtetenHans Jakob Willi ausHorgen und Jakob Kleinert aus Schönenberg) auf einem Gedenkstein beim BahnhofAffoltern verewigt sind.
1798 schufen die Behörden derHelvetischen Republik den Distrikt Mettmenstetten, der das Kerngebiet derLandvogtei Knonau sowieAesch,Birmensdorf, Oberurdorf,Wettswil,Stallikon undBonstetten umfasste.Langnau wurde bei dieser Gelegenheit demDistrikt Horgen zugeteilt.Steinhausen und dasKelleramt, über die Zürich nie das Niedergericht besessen hatte, kamen an denKanton Zug bzw. an denKanton Baden, der seinerseits 1803 Teil des neuenAargaus wurde. In seinen heutigen Grenzen entstand der Bezirk nach dem Ende derMediationsverfassung im Jahre 1814 alsOberamt Knonau. Der Bezirkshauptort wurde 1837 vom früheren Landvogtsitz Knonau in das zentraler gelegene Affoltern am Albis verlegt. Damit erhielt der Bezirk auch seinen heutigen Namen.
Nach den Wirren und Krisen des Jahrhundertanfangs setzte um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine starke Industrialisierung ein, die mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Zürich–Zug 1864 auch verkehrstechnisch ihren Ausdruck fand. Die Eröffnung der Nationalstrasse 4 im Jahre 2009 setzte eine weitere wichtige Zäsur, da nun Affoltern am Albis sowohl von Zürich wie von Zug aus in weniger als 15 Minuten erreichbar war. In den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts hatte eine regionale Protestbewegung den Autobahnbau mit wachstumskritischen und ökologischen Argumenten mehr als zwanzig Jahre hinauszögern, aber im Endeffekt dieSuburbanisierung weiter Teile des Bezirks nicht aufhalten können.
2012 lebten knapp 50'000 Menschen im Bezirk Affoltern, es gab 16'000 Arbeitsplätze. In den letzten zehn Jahren verzeichnete der Bezirk ein Bevölkerungswachstum von 16,1 % (gegenüber 14 % im kantonalen Mittel).[10]
Die messbarenEigenschaften über alle Regionen der Schweiz sind im Folgenden in fünfQuantile eingeteilt, welche ähnliche Grössenordnungen zusammenfassen. Für die statistischen Jahre von 2014 bis 2016 befinden sich je 20 % der Bezirke in einer Gruppe, welche die vergleichbaren Eigenschaften sehr klein / klein / mittel / gross oder sehr gross haben.
DieAltersstruktur der ständigen Wohnbevölkerung (31. Dezember 2016) zeigt den grossen Anteil der etwas älteren Bevölkerung gegenüber den jungen Generationen.[11]DieAusbildung der Einwohner wird grob an der höchsten abgeschlossenen Stufe gemessen, beginnend bei der obligatorischen Schule. Im Bezirk Affoltern hat die ständige Wohnbevölkerung ab 25 Jahren einen mittleren Anteil Sekundarstufe II (48–51 %) und einen sehr grossen Anteil Hochschule (> 33 %).[12]
DieSprache der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten ist Deutsch. Eine zweite Hauptsprache mit über 10 % Anteil ist nicht vorhanden, wobei die Befragten bis zu drei Sprachen mehrfach nennen konnten. Fliessend Deutsch sprechen 90 %, Französisch 2 %, Italienisch 4 %, Rätoromanisch 0 %, Englisch 5 %. Andere Sprachen sind mit 14 % vertreten; das ist im Vergleich zur Schweiz mit 19,5 % ein kleiner Anteil.[13]
In der nationalen StatistikWohnverhältnisse nach Bewohnertyp sind die genutzten Wohnungen unterteilt in bezahlte Mietverhältnisse (inkl. Genossenschaften) und Eigentum (inkl. sonstige wie Pächter oder kostenlose Dienstwohnungen durch Arbeitgeber). Der Bezirk Affoltern ist mit 46 % Mietwohnungen im Rang 86 von 148, hat also Mietwohnungen und Eigentum gemischt. Über alle Bezirke mit fünf Quartilen liegen die Schwellen bei 40 % / 45 % / 51 % / 58 %, das Maximum ist rund 90 %, das Minimum etwa 23 %.[14]
Diestandardisierte Erwerbsquote ist definiert als Anzahl Erwerbspersonen gemessen an der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten. Die Schweiz hat eine Erwerbsquote von 66 %, in den Bezirken liegt sie zwischen 53 % und 73 %, die fünf Quantile haben Schwellwerte von 63,0 % / 65,4 % / 67,6 % / 68,6 %. Der Bezirk Affoltern hat mit 69,4 % eine sehr hohe Erwerbsquote (> 68,6 %).[15]
Die täglichenPendler sind (bei bekanntem Arbeitsort und in der Schweiz wohnhaften Personen) mit 57 % relativ zahlreich (> 55 %). Die Schweiz hat zwischen 38 % und 60 % Arbeitspendler, gezählt als Wegpendler aus der Region inklusive Binnenpendler. Bezüglich Richtung sind die Ströme mehrheitlich Wegpendler.[16]
47.27658.4676Koordinaten:47° 16′ 35,4″ N,8° 28′ 3,4″ O; CH1903: 677855 / 236688