| Besen-Beifuß | ||||||||||||
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Besen-Beifuß (Artemisia scoparia) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Artemisia scoparia | ||||||||||||
| Waldst. &Kit. |
DerBesen-Beifuß (Artemisia scoparia) ist einePflanzenart aus der GattungArtemisia innerhalb derFamilie derKorbblütler (Asteraceae). Er kommt von Mitteleuropa bis nach Ostasien vor.

Der Besen-Beifuß wächst als ein- bis zweijährige oder ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 40 bis 90 (bis 130) Zentimetern erreichen kann. Von einemRhizom gehen ein oder mehrere, am Grund holzige Stängel ab. Die meist unbehaarten Stängel sind purpur-braun gefärbt und vom Grund an reich verzweigt. Die im unteren Stängelbereich stehenden, zwei- oder dreifach fiederteiligenLaubblätter besitzen einen 1,5 bis 4 Zentimeter langen Blattstiel und eine 1,5 bis 7 Zentimeter lange und 1 bis 5 Zentimeter breite, länglich-eiförmige, kreisförmig-eiförmige bis elliptische Blattspreite. Die ein- oder zweifach fiederteiligen, kurz gestielten bis ungestielten Blätter im mittleren und oberen Stängelbereich sind 1 bis 2 Zentimeter lang und 0,5 bis 1,5 Zentimeter breit, länglich bis länglich-eiförmig oder fadenförmig und am Grund geöhrt. Alle Blätter sind grau bis gelblich behaart, verkahlen jedoch mit zunehmendem Alter. Sie verströmen einen starken Geruch.[1][2]
Die Blütezeit des Besen-Beifuß erstreckt sich in China von Juli bis Oktober, in Mitteleuropa von August bis Oktober.[3] Die Früchte reifen zur selben Zeit. Der 20 bis 50 Zentimeter lange und 10 bis 35 Zentimeter breite,rispenförmige Gesamtblütenstand besteht aus vielen kleinen, kurz gestielten oder ungestielten, länglich-kugeligen gelbenKörben. DieHülle ist fast kugelig bis selten eiförmig mit einem Durchmesser von 1 bis 2 Millimetern. Jeder Korb hat außen fünf bis sieben weibliche und in der Mitte vier bis zehn männlicheRöhrenblüten. Die braunenAchänen sind rund 0,8 Millimeter lang und verkehrt-eiförmig bis länglich.[1][2]
DieChromosomenzahl beträgt 16, 18 oder 36.[1]


Das natürliche Verbreitungsgebiet des Besen-Beifuß erstreckt sich von Mitteleuropa über Süd- und Südosteuropa bis nach Thailand, China, dieKoreanische Halbinsel undHonshū. Weitere Vorkommen gibt es in Ägypten.[4][1]
In Österreich tritt die Art besonders impannonischen Gebiet selten bis sehr selten auf Trockenrasen, trockenen Rainen, Brachen und Ruderalstellen der collinenHöhenstufe auf. Die Vorkommen erstrecken sich auf die BundesländerWien,Niederösterreich, dasBurgenland undOberösterreich, unbeständige Vorkommen sind aus derSteiermark,Kärnten undSalzburg bekannt. Die Art gilt in Österreich als stark gefährdet.[5] In Deutschland hat die Art ursprüngliche Vorkommen nur im Donautal zwischenPassau und demJochenstein vor.[3]
Der Besen-Beifuß gedeiht zumindest in China bis in Höhenlagen von 3200 Metern. Er wächst hauptsächlich in Steppen, auf Hängen, an Wald- und Wüstenrändern, entlang von Wegen sowie in ausgetrockneten Flussbetten.[1] In Mitteleuropa kommt er in Trockenrasen und an Ruderalstellen vor.[3]
Die Erstbeschreibung alsArtemisia scoparia erfolgte 1801 durchFranz Adam von Waldstein undPál Kitaibel inDescriptiones et Icones Plantarum Rariorum Hungariae Band 1, S. 66, tab. 65.[6]Synonyme fürArtemisia scopariaWaldst. & Kit. sindArtemisia capillaris var.scoparia(Waldst. & Kit.) Pamp.,Oligosporus scoparius(Waldst. & Kit.) Less. undOligosporus scoparius(Waldst. & Kit.) Poljakov.[7]
Der essbare Besen-Beifuß findet Anwendung in der traditionellen chinesischen Medizin.[8] Er hat eine harntreibende und entgiftende Wirkung und soll gegen Ohrenschmerzen helfen. Der Rauch der verbrannten Zweige soll die Heilung von Verbrennungen beschleunigen. Weiterhin soll die Art ein gutes Futter für Ziegen sein und sie wird gelegentlich als Zierpflanze angebaut.[4][2][1]