| Bergwerk Prosper-Haniel | |||
|---|---|---|---|
| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Abbautechnik | Untertagebau | ||
| Förderung/Jahr | 2,5 Mio t | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betreibende Gesellschaft | RAG Deutsche Steinkohle AG | ||
| Beschäftigte | 2600 | ||
| Betriebsbeginn | 1863 | ||
| Betriebsende | 2018 | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Steinkohle | ||
| Steinkohle | |||
| Größte Teufe | 1253 m | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 51° 31′ 8″ N,6° 57′ 35″ O51.5188888888896.9597222222222 | ||
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| Standort | Bottrop | ||
| Gemeinde | Bottrop | ||
| Kreisfreie Stadt (NUTS3) | Bottrop | ||
| Land | Land Nordrhein-Westfalen | ||
| Staat | Deutschland | ||
| Revier | Ruhrrevier | ||
DasBergwerk Prosper-Haniel inBottrop war – ab der Schließung derZeche Auguste Victoria am 18. Dezember 2015 – das letzte aktiveSteinkohlen-Bergwerk imRuhrgebiet.[1] Das Bergwerk wurde am 21. Dezember 2018 in einem offiziellen Festakt geschlossen, nachdem dort am 14. September die letzte Kohle im Regelbetrieb gewonnen worden war.[2][3] Damit wurde die Steinkohlenförderung in Deutschland eingestellt.[4]
Am 7. Oktober 2021 wurde mit der Verfüllung des Bergwerks begonnen.[5]
Im Jahre 1974 fasste dieRuhrkohle AG die ZechenProsper,Jacobi undFranz Haniel zumVerbundbergwerk Prosper-Haniel zusammen. Es gingen ein die Schachtanlagen Prosper I (1/4/5)⊙51.5008196.937383, Prosper II (2/3/8)⊙51.5188888888896.9597222222222, Prosper III (6/7)⊙51.5316956.93298, Prosper IV (Schacht 9)⊙51.5670176.905953,Arenberg Fortsetzung 1/2⊙51.5330555555566.9641666666667, Jacobi 1/2⊙51.5227777777786.8905555555556 , Franz Haniel 1/2⊙51.5444444444446.8802777777778,Möller 5⊙51.5581926.953793, sowie dieKokerei Prosper⊙51.5194444444446.9733333333333. DieKokerei Jacobi wurde unabhängig davon bis zur Stilllegung 1984 als eigene Werksdirektion betrieben.
DasAbteufen des Schachtes 1 begann im August 1856 und 1860 wurde in 175,9 mTeufe das Steinkohlengebirge erreicht. Die Förderung begann 1863 mit 315 Arbeitskräften. DerSchacht war mit einem durchgängigenWetterscheider versehen; die eine Seite diente der Zuführung frischerWetter und auf der anderen Seite wurden dieAbwetter abgezogen. Nach einemSeilriss mit 14 Toten wurde 1867 eineFahrkunst in den Schacht eingebaut. 1863 wurde auf dem Gelände von Prosper I auch die ersteKokerei errichtet.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zu Beginn der 1870er Jahre wurde auf dem Gelände Prosper II mit dem Abteufen des Schachtes 2 begonnen, der den noch erhaltenenMalakowturm alsFörderturm erhielt. DieFörderung aus diesem Schacht begann 1875 und 1877 folgte derDurchschlag nach Prosper I. (Die römischen Zahlen geben die Nummerierung des Standortes und die arabische Ziffer die Nummer desSchachtes wieder.) Bereits 1890 wurde eine Förderung von 1 Million Tonnen Kohle erzielt. Es folgte das Abteufen von Schacht 3 auf Prosper II, Schacht 4 auf Prosper II (1893) und Schacht 5 auf Prosper I. Die Zechen hatten einen erheblichen Arbeitskräftebedarf; die Einwohnerzahl vonBottrop erhöhte sich rasant, viele polnische Bergarbeiter siedelten sich an und arbeiteten auf den Prosper-Zechen. Zwischen 1900 und 1910 verdoppelte sich die Einwohnerzahl nahezu (von 24.768 auf 47.131). 1906 wurde eineJahresförderung von 1,6 Millionen Tonnen Kohle erreicht. Es folgte die Errichtung der Schachtanlage Prosper III mit den Schächten 6 (1908) und 7 (1911).
DasGrubenfeld Prosper wurde 1901 geteilt und im nördlichen Bereich entstand dieZeche Arenberg-Fortsetzung; die Förderung begann dort 1912. Beide Zechen zusammen erreichten 1913 eine Jahresförderung von 2,78 Millionen Tonnen. Im Jahre 1914 wurde der Prosper-Hafen am Rhein-Herne-Kanal angelegt und eine Ringbahn zwischen den Zechenstandorten gebaut, so dass ein günstiger Transport der geförderten Kohlen gewährleistet war. 1917 folgte das Abteufen des Schachtes 8 auf Prosper II, der ab 1921 als Förderschacht genutzt wurde. Der höchste Belegschaftsstand wurde 1922 mit 15.000 Arbeitern und Angestellten erreicht.
Im östlichen Grubenfeld begannen 1921 die Abteufarbeiten im Feld Franz Haniel. Wegen starker Wassereinbrüche wurden die Schächte Franz Haniel 1 und 2 mit demGefrierverfahren angelegt. Die Endteufen wurden 1923 erreicht (Schacht 1 bei 458 m, Schacht 2 bei 556 m). Am 25. September 1925 ereignete sich nach dem Ziehen der Gefrierrohre aus Schacht 2 in einer Teufe von 75 m ein plötzlicher Wasser- und Schwemmsandeinbruch, der den Schacht bis zur 1.Sohle ausfüllte. Auch die vorheraufgefahrene Verbindungsstrecke zurZeche Jacobi soff teilweise ab. Im weiteren Verlauf brach das Schachtgerüst zusammen und verschwand im Schacht. Die Wiederaufwältigung des Schachtes wurde erst 1936 in Angriff genommen; 1941 wurde die vorgesehene Teufe bei 600 m erreicht.
In den folgenden Jahren wurde ein sehr umfassender Zusammenfassungsprozess durchgeführt, welcher die Nordwanderung des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr besonders veranschaulicht.
1975 wurde die Schachtanlage Prosper I, die nur noch zu Wetter- und Wasserhaltungszwecken diente, abgeworfen und verfüllt. Gleichzeitig wurde der mit einer kleinen Haspeleinrichtung versehene SchachtArenberg 1 mit einem neuen Fördergerüst ausgestattet, um als Seilfahrtschacht für das Ostfeld zu dienen. Gleichzeitig wurde Schacht Arenberg 2verfüllt undabgeworfen.
Die ehemaligen Förderschächte Jacobi 1/2 wurden bis 1976 noch als Seilfahrtanlage betrieben, um dann bis Ende 1977 noch zur Bewetterung zu dienen. Danach wurden auch diese Schächte verfüllt. 1979 wurden die beiden Fördergerüste mit Baggern umgezogen, da sie wegen der weiterproduzierenden Kokerei in unmittelbarer Nachbarschaft nicht gesprengt werden durften.
1976 wurde in derKirchheller Heide der Aufschluss des neuen Nordfeldes im GrubenfeldbesitzNordlicht begonnen. Bis 1981 wurde hier der Schacht Prosper 10 (Prosper V)⊙51.6015796.887348, niedergebracht, welcher als neue Seilfahrt- und Materialschachtanlage in Betrieb ging. Nach dessen Fertigstellung wurden die nicht mehr benötigten Schächte Prosper 3 (Prosper II), Möller 5 und Arenberg 1 abgeworfen und verfüllt.
1982 wurde beschlossen, die Kokerei zu erneuern, dies wurde bis 1987 durchgeführt. Die Kokerei verfügt danach über 146 Großraumöfen und erzeugt jährlich 2 Mio. tKoks. Im Juni 2011 übernahm der StahlkonzernArcelorMittal die Kokerei von der Deutschen Steinkohle.
Mit zunehmender Nordwanderung der Abbaufelder wurde dieSchachtförderung über die beiden Förderschächte Prosper 6 (Prosper III) und 8 (Prosper II) immer unrentabler. Daher wurde ab 1985 derFörderberg Prosper aufgefahren. Es handelt sich hierbei um einen 3200 m langen Schrägschacht mit Bandförderung, welcher auf der Schachtanlage Prosper II zutage tritt.
Nach dessen Indienststellung 1987 wurden die Schächte Prosper 2, 6 und 8 abgeworfen und verfüllt. Prosper III wurde komplett abgeräumt, auf Prosper II blieb die Förderanlage Schacht 2 alsIndustriedenkmal erhalten, die Fördermaschine kam auf dem Schacht Voerde desBergwerks Walsum zum Einsatz. Außerdem verblieb die Aufbereitung auf Prosper II.
1987 war die Schachtanlage Franz Haniel 1/2 ein Ziel der zweiten Deutschlandreise vonPapstJohannes Paul II., wo er die im Bergbau drohendeArbeitslosigkeit und die gerechte Verteilung derArbeit zur Sprache brachte.
1990 erfolgte die Stilllegung des Kraftwerkes Franz Haniel 1/2, damit entfiel die Dampfversorgung der Fördermaschinen, die daher auf elektrischen Betrieb umgestellt wurden.
Das Bergwerk Prosper-Haniel ging 1998 in den Besitz derDeutsche Steinkohle AG (DSK) über. 2002 wurde über Schacht Franz Haniel 1 das Schachtgerüst abgebrochen und durch eineBefahrungseinrichtung ersetzt. Der Schacht ist noch offen und dient vorwiegend der Wetterführung.
Am 27. Mai 2011 wurde durch den Oberbürgermeister der StadtBottrop,Bernd Tischler, die 7. Sohle in einer Teufe von 1159 Metern feierlich eröffnet. Die Planung für das über 100 Millionen Euro teure Projekt begann 1995. Hier lagerten noch über 100 Millionen Tonnen Kohlereserven, die erstmals im Jahre 2014 gefördert wurden.[6]
DasBergwerk Prosper-Haniel umfasste zum Schluss noch die Schächte Prosper 9, Prosper 10, Franz Haniel 1, Franz Haniel 2, den Schacht Hünxe⊙51.6282456.78248 derZeche Lohberg als Wetterschacht, den Förderberg sowie die Aufbereitung auf Prosper II.
Die Jahresförderung 2016 lag bei 2,5 Mio. t. Es wurden rund 2.600 Mitarbeiter beschäftigt.
Aus denWaschbergen des Bergwerks entstanden die folgendenBergehalden in Terrassenform:
| Name | Beginn der Schüttung | Ende der Schüttung | Status | Ort Koordinate | Höhe überNHN (in m) | Volumen (in Mio. m³) | Grundfläche (in ha) | Bemerkungen | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Beckstraße | 1963 | 1980 | Nachnutzung: (Haldenereignis Emscherblick) | Bottrop-Batenbrock 51° 31′ 37,2″ N,6° 57′ 36″ O51.5276.96 | 110 | 11,8 | |||
| Prosperstraße | 1983 | 1991 | Nachnutzung: (Alpincenter Bottrop) | Bottrop-Welheim 51° 31′ 27,3″ N,6° 57′ 58″ O51.5242416666676.9661111111111 | 94 | 31,5 | |||
| Haniel | tlw. Nachnutzung (Kreuzweg, Amphitheater) | Bottrop-Fuhlenbrock undOberhausen-Königshardt 51° 33′ 1,5″ N,6° 52′ 32,8″ O51.5504056.87577 | 184,9 | 109 | |||||
| Schöttelheide | 2001 | Schüttung im Abschluss | Bottrop-Grafenwald 51° 33′ 39″ N,6° 53′ 21″ O51.5608333333336.8891666666667 | urspr. 15,8 geplant | 66,7 | ||||
| Mottbruch | unter Bergaufsicht | Gladbeck-Brauck 51° 32′ 44″ N,6° 59′ 36″ O51.5455555555566.9933333333333 | 54 | nicht nur aus Berge von Prosper-Haniel geschüttet |
Die RAG prüfte um 2016 die Infrastruktur des Bergwerks für ein unterirdischesPumpspeicherkraftwerk mit 200 MW Spitzenleistung zu nutzen,[7][8] diese Pläne wurden schon 2020 mangels Rentabilität nicht weiter verfolgt.[9]
Zwei Tage vor der letzten Schicht lud der FußballvereinFC Schalke 04 2000 Bergleute der Zeche zumBundesliga-Heimspiel gegenBayer 04 Leverkusen am 19. Dezember 2018 ein,[10] das Schalke jedoch verlor.[11]