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Benjamin Thompson

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Dieser Artikel bezieht sich auf den Erfinder. Der gleichnamige US-Kongressabgeordnete ist unterBenjamin Thompson (Politiker) zu finden.
Benjamin Thompson (Gemälde vonThomas Gainsborough, 1783)

SirBenjamin Thompson, seit 1792Reichsgraf von Rumford,englischCount Rumford (*26. März1753 inWoburn,Provinz Massachusetts Bay; †21. August1814 inAuteuil beiParis), war ein britischerOffizier,Politiker, Experimentalphysiker, Waffentechniker undErfinder. Er hatte bedeutenden Anteil an der Weiterentwicklung derWärmelehre.

Frühe Jahre in Amerika und England

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Thompsons Geburtshaus in Woburn, heute Museum

Thompson wurde als Sohn eines kleinen Farmers in dem ÖrtchenWoburn, etwa 15 km nordwestlich vonBoston (heute im US-BundesstaatMassachusetts), geboren. Sein Vater starb, als Thompson noch ein Kind war. Er besuchte die örtliche Dorfschule und ging mit 13 Jahren bei einem Kaufmann im nahegelegenenSalem in die Lehre. Er zeigte schon früh eine große Begabung und ein lebhaftes Interesse fürMathematik undNaturwissenschaften. Während eines Genesungsaufenthalts in Woburn 1769 führte er erste Experimente zur Erforschung der Wärme durch.

Thompson arbeitete dann bei einem Kaufmann in Boston und nach einem gescheiterten Versuch, sich zum Arzt ausbilden zu lassen, als Lehrer in Rumford in derProvinz New Hampshire, heute alsConcord Hauptstadt des StaatesNew Hampshire. Gemeinsam mit dem später als Ingenieur bekannt gewordenenLoammi Baldwin (1744–1807) besuchte er physikalische Vorlesungen vonJohn Winthrop (1714–1779), Professor für Mathematik und Naturphilosophie an der nahegelegenenHarvard University.

Sein sozialer Aufstieg begann, als er 1772 in Rumford Sarah Walker Rolfe (* 1739, † 19. Januar 1792) heiratete, eine dreizehn Jahre ältere, reiche Witwe aus angesehener Pfarrersfamilie. Mit ihr zog er nachPortsmouth, wo er zur örtlichen Oberschicht zählte. Das Ehepaar unterhielt enge gesellschaftliche Beziehungen zum Gouverneur der Kolonie,John Wentworth, der Thompson 1773 zum Major in der Miliz der Provinz New Hampshire machte. Durch sein Engagement für die englische Kolonialmacht zog er sich die Feindschaft der im Vorfeld desAmerikanischen Unabhängigkeitskrieges zunehmend revolutionär gesinnten Bevölkerungsmehrheit zu. Nachdem eine Volksmenge versucht hatte, sein Haus zu stürmen, verließ er im November 1774 seine Frau und die knapp zwei Monate alte Tochter und floh zu den britischen Truppen nach Boston. Dort war er für den britischen Oberkommandierenden, GeneralThomas Gage, tätig, den er unter anderem über die Stärke der bewaffneten Rebellen informierte, was ihm den Vorwurf der Spionage eintrug. Als er im Frühjahr 1775 nach Woburn zurückkehrte, wurde er vor Gericht gestellt, blieb jedoch unbestraft. Nach dieser Erfahrung machte er große Teile seines Vermögens zu Geld und verließ im Oktober 1775 endgültig seine Familie.

1776 reiste er an Bord eines britischen Kriegsschiffs von Boston nachEngland und überbrachte dem britischen Kolonialminister,Lord George Germain, Depeschen des nunmehrigen englischen Oberkommandierenden, GeneralWilliam Howe. Germain war so von Thompson beeindruckt, dass er ihm eine Anstellung im Kolonialministerium verschaffte. Thompson führte Versuche zur Sprengkraft vonSchießpulver und zur Geschwindigkeit von Artilleriegeschossen durch, deren Ergebnisse weite Beachtung fanden, als er sie 1781 in denPhilosophical Transactions der LondonerRoyal Society veröffentlichte. Thompson wies nach, dass der verbreitete Glaube, leicht angefeuchtetes Schießpulver entfalte eine höhere Wirkung, unbegründet war. Außerdem entwickelte er ein Kommunikationssystem für Schiffe und verbesserte Schusswaffen.

1779 wurde Thompson Mitglied der Royal Society, 1780 Staatssekretär für die amerikanischen Kolonien. 1781 kehrte er nach Amerika zurück und stellte in New York eine Kavallerieeinheit auf, die „King’s American Dragoons“, als deren Kommandeur er im Frühjahr 1782 zum Oberstleutnant ernannt wurde und das Fort Huntington auf der InselLong Island befehligte.

Wirken in München

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Rumford (rechts), mitFriedrich Ludwig von Sckell und KurfürstKarl Theodor imEnglischen Garten in München
Offener Kamin nach Rumford

Anfang 1783, noch vor demFriedensschluss, kehrte Thompson nach England zurück, wo er zwar zum Obersten befördert wurde, aber nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges keine Chancen mehr für die erhoffte glänzende militärische Laufbahn sah. Daher nahm er 1784 Urlaub und brach nachWien auf, um in die Dienste von KaiserJoseph II. zu treten, da er mit einem neuen Krieg gegen die Türken rechnete (Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792)).

Auf der Reise zog er inStraßburg die AufmerksamkeitMaximilians, eines Verwandten und Erben des bayerischen KurfürstenKarl Theodor, auf sich und kam auf diese Weise nachMünchen, wo ihm der Kurfürst anbot, in seine Dienste zu treten. Nachdem Thompson sich in Wien vergewissert hatte, dass die dortigen Aussichten auf eine militärische Karriere nicht so gut waren wie erhofft, kehrte er nach London zurück, wo er offiziell seinen Abschied nahm und von KönigGeorg III. zumRitter geschlagen wurde.

In München wurde er zumAdjutanten undKammerherrn ernannt und 1788 als Nachfolger vonJohann Ernst Theodor von Belderbusch mit der Reorganisation derBayerischen Armee beauftragt, die sich in einem desolaten Zustand befand. Insbesondere die gewöhnlichen Soldaten waren schlecht bezahlt, schlecht ernährt und schlecht gekleidet. Thompson ließ in jeder Garnison von den Soldaten Gärten anlegen, um ihre Lebensmittelversorgung zu verbessern, so auch in München auf dem Gebiet des heutigenEnglischen Gartens. Er machte seine wissenschaftlichen Interessen für die Armeereform nutzbar, indem er Untersuchungen zurwärmedämmenden Wirkung von Uniformstoffen anstellte und eine wärmespeichernde Unterwäsche erfand.

1789 wurde auf Betreiben von Rumford in München eine höhere Schule für Jungen ins Leben gerufen. Sie war im Kolleggebäude des 1773 aufgehobenen Jesuitenordens in der Neuhauser Straße auf drei Etagen untergebracht. Rumford sorgte dafür, dass auch Nachwuchs aus unteren Schichten („die Talent und Genie verrathen“) die Chance hatte, aufgenommen zu werden. Dem Namen nach war es eine Militärakademie, es wurde aber ein über das Militärische hinausgehender Fächerkanon unterrichtet.[1]

Über die Armut und das Elend der einfachen Soldaten wurde Thompson zum Sozialreformer. Um die Bettler von den Straßen zu entfernen, ließ erArmenhäuser, Schulen für Soldatenkinder,Arbeitshäuser undManufakturen errichten und nutzte auch hier seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse, um die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern: Er erfand denRumford-Herd, einen energiesparenden Küchenherd, der nur halb so viel Brennstoff verbrauchte wie die noch weithin üblichen offenen Herde. Beachtung fand auch seine VeröffentlichungOn Chimney Fireplaces über die Verbesserung desoffenen Kamins. Weiterhin entwarf er einen später alsRumfordofen bekannt gewordenen, verbesserten Kalkbrennofen.

Wappen Thompsons alsReichsgraf von Rumford

FürSuppenküchen zur Speisung der Armen erfand er dieRumfordsuppe, ein billiges, aber nahrhaftes Eintopfgericht, das europaweite Verbreitung in der Armenfürsorge fand. Hauptbestandteil der Rumfordsuppe waren neben Erbsen undGraupen Kartoffeln. Sie wurden bislang von der bayerischen Bevölkerung misstrauisch abgelehnt, von Thompson aber als Volksnahrungsmittel propagiert. In den Suppenküchen kamen von Thompson entwickelte holzsparende Herde zum Einsatz mit ausgeklügelten und steuerbaren Rauchzügen und geschlossenen Backröhren. In seinen Schriften sind ausführliche Überlegungen zu energiesparenden Töpfen und Einfassungsringe für den Herd enthalten. Seine Kochherde sind auch für damalige Privathäuser belegt.

1789 begannen die Arbeiten zur Anlage desEnglischen Gartens – einer der ersten und bis heute größten städtischen Parks imenglischen Stil. Er wurde im Mai 1792 der Öffentlichkeit übergeben. Rumford plante, in den Park eine Musterlandwirtschaft als sogenannte Schweizerei und eine veterinärmedizinische Schule mit Tierklinik zu integrieren. Die dafür nötigen Neubauten wurden allerdings 1816 vonKlenze gestoppt.

Aufgrund seiner Erfolge stieg Thompson über die Ränge Generalmajor, Generalleutnant und Oberkommandierender der Armee 1788 zum Kriegsminister und Polizeichef auf. 1785 war er bereits zum Ehrenmitglied derKurbayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt worden, 1789 wurde er in dieAmerican Academy of Arts and Sciences gewählt.

1791 sicherte sich Thompson vom Kurfürsten die Vollmacht für einen städtebaulichen Eingriff, der bei den Münchnern zunächst auf wenig Gegenliebe stieß: die Entfestigung im Bereich desNeuhauser Tores. Dort entstanden nach Plänen von Franz Thurn nach umfangreichen Abrissarbeiten die heutigen Umrisse desKarlsplatzes anstelle der Stadtmauer. Der Name Karlsplatz wurde von den Einheimischen nicht akzeptiert, dafür bürgerte sich der Begriff „Stachus“ ein.

Als der bayerische Kurfürst von März bis Juli 1792 während desInterregnums zwischenLeopold II. undFranz II.Reichsvikar desHeiligen Römischen Reiches war, erhob er Thompson am 9. Mai 1792 mit dem Titel „Graf von Rumford“ in denReichsgrafenstand.[2] 1795/96 hielt sich Rumford in London auf, wohin er auch seine Tochter aus Amerika einlud, und stiftete mit je 5.000 Dollar dieRumford-Medaille der Royal Society, deren erster Träger er 1800 selbst wurde, und denRumford-Preis der American Academy of Arts and Sciences. Nach seiner Rückkehr nach München gelang es Rumford 1796 als Vorsitzender des Staatsrats (in Vertretung des geflohenen Kurfürsten), durch diplomatisches Geschick in Verhandlungen mit den Österreichern und den Franzosen die Stadt München vor Kriegszerstörung zu bewahren.

Wissenschaftliche Leistungen

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Bronzestandbild von Thompson (1866 vonCaspar von Zumbusch) an derMaximilianstraße in München
Kopie des Münchner Bronzestandbilds vor der Bibliothek in Woburn, Massachusetts

1792 erhielt Thompson dieCopley-Medaille der Royal Society. Während seiner Zeit in München führte er seine wissenschaftlichen Versuche weiter. So nahm er die Experimente zur Messung der Explosionskraft von Schießpulver wieder auf und veröffentlichte die Ergebnisse am 4. Mai 1797 in einer Arbeit für die Royal Society. Insbesondere verfolgte er seine Forschungen zur Natur der Wärme weiter. Er entwickelte eine Methode zur Messung derspezifischen Wärme von Stoffen, für die aberJohannes Wicke Priorität beanspruchte, und untersuchte die wärmedämmenden Eigenschaften von Materialien wie Pelz, Wolle und Federn. Ihre Isolationsfähigkeit führte er zu Recht darauf zurück, dass sie die Luft einschließen und dadurch dieKonvektion verhindern. Thompson kam aber auch zu der ebenso gewagten wie falschen Annahme, dass Gase keine Wärme leiten können, die er später auf Flüssigkeiten ausdehnte. Obwohl diese These damals messtechnisch nicht widerlegt werden konnte, stieß sie auf lebhaften Widerspruch, vor allem durchJohn Dalton undJohn Leslie.

Thompsons wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung für die Entwicklung derWärmelehre beruht aber hauptsächlich auf seinen berühmten Versuchen zum Kanonenbohren von 1798.[3] In der kurfürstlichenGeschützgießerei wurde dieSeele der gegossenenBronzegeschütze mit stählernen Bohrern ausgebohrt. Die damit verbundene erhebliche Wärmeentwicklung erregte Thompsons wissenschaftliche Neugier und weckte bei ihm Zweifel an der damals allgemein anerkanntenStofftheorie der Wärme. Diese vonLavoisier 1787 formulierte Theorie postulierte die Existenz eines „Wärmeelements“ namens „Caloricum“, eines unsichtbaren, gewichtslosen, in den Körpern gebundenen flüssigkeitsartigen Stoffes.

Thompson maß die beim Bohren entstehende Wärme und stellte fest, dass die über einen längeren Zeitraum abgegebene Wärmemenge ausgereicht hätte, um in kurzer Zeit das Kanonenrohr zum Schmelzen zu bringen. Daraus schloss er, dass eine so große Menge an Wärme nicht im ursprünglichen Kanonenrohr gebunden sein konnte. Zudem blieb die beim Bohren erzeugte Wärme über einen beliebig langen Zeitraum und bei wiederholten Bohrvorgängen am selben Rohr gleich groß. Wurde lange genug gebohrt, konnte beliebig viel Wärme erzeugt werden.[4] Die daraus abgeleitete Schlussfolgerung, dass mechanische Reibung eine unerschöpfliche Wärmequelle darstellt, widerlegte die Wärmestofftheorie, nach der die im Kanonenrohr gebundene und beim Bohren freigesetzte Wärme irgendwann hätte zur Neige gehen müssen. Thompson schloss aus seinen Versuchsergebnissen, dass Wärme kein Stoff sein könne, sondern eine Form von Bewegung sein müsse, und schuf damit die Grundlage für die moderne Theorie der Wärme als Energie und denErsten Hauptsatz der Thermodynamik.

Thompson entwickelte verschiedene Geräte zur Erwärmung von Nahrungsmitteln und entdeckte zufällig mit seinen Küchengehilfinnen dasNiedertemperaturgaren, da eine Hammelschulter, welche über Nacht in einem erloschenen Trockenkasten für Kartoffeln liegen blieb, einen perfekten Gargrad erreicht hatte.[5]

Thompson spielte eine wegweisende Rolle bei der frühen Entwicklung derStechuhr (auch Kontrolluhr genannt). Als bayerischer Kriegsminister führte er 1797/98 in München eine einfache Kontrolluhr ein, um die Arbeitszeiten von Polizeibeamten und Soldaten zu überwachen und Bummeleien zu verhindern.[6][7]

Letzte Lebensjahre

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Benjamin Thompson

1799 sollte Rumford als bayerischer Gesandter an den britischen Hof gehen. Alsbritischer Untertan konnte er in dieser Funktion nicht akkreditiert werden, blieb aber als privater Agent der bayerischen Regierung in London. Aufgrund seiner Initiative wurde Anfang März 1799 dieRoyal Institution of Great Britain als Forschungs- und Ausbildungseinrichtung für angewandte Naturwissenschaften gegründet. Im April 1799 wurde ein Haus in der Albemarle Street,Mayfair, im Zentrum Londons gekauft. Rumford wurde der Sekretär der Institution,Thomas Garnett (1766–1802) war der erste Dozent undGeorge Finch ihr erster Präsident. Als ihren ersten Direktor schlug ThompsonHumphry Davy vor, mit dem es aber in der Folge zu erheblichen Reibungen kam.

Das Angebot des US-PräsidentenJohn Adams, in den Vereinigten Staaten eine Militärakademie aufzubauen und zu leiten (die spätere Akademie vonWest Point), verbunden mit der Ernennung zum Generalinspekteur der Artillerie, lehnte Rumford ab. DiePreußische Akademie der Wissenschaften nahm ihn 1787 als auswärtiges Mitglied auf.[8] 1801 wurde er zum Mitglied derRoyal Society of Edinburgh[9] und 1802 zum auswärtigen Mitglied der GöttingerAkademie der Wissenschaften gewählt.[10] Im selben Jahr ging er nach Paris, wo er sich 1804 endgültig niederließ, Mitglied derAcadémie des sciences wurde und 1805Marie Lavoisier heiratete, die wohlhabende Witwe des 1794 guillotinierten ChemikersAntoine Laurent de Lavoisier und selbst Chemikerin. Die Ehe verlief wenig glücklich; die Eheleute trennten sich schon 1807, und im Jahre 1810 wurde die Ehe geschieden. Rumford ließ sich inAuteuil bei Paris nieder, wo er sich weiter seinen Forschungen und Erfindungen widmete (unter anderem einerKaffeemaschine nach dem Perkolator-Prinzip) und 1814 im Alter von 61 Jahren nach einem plötzlichen Fieberanfall starb. Er vermachte derHarvard University 50.000 Dollar, die damit 1816 den Rumford-Lehrstuhl für angewandte Physik und Mathematik einrichtete[11].

Rumfords Tochter Sarah (* 18. Oktober 1774, † 2. Dezember 1852), aus erster Ehe mit Sarah Walker Rolfe, war vermutlich die erste Amerikanerin, die den Titel einer Gräfin erbte. Thompson wurde 1814 auf dem Friedhof von Auteuil(Cimetière d’Auteuil) in Paris beigesetzt.

Thompsons Grab auf dem Cimetière d’Auteuil (Paris)

Thompson war ohne Zweifel eine schillernde, widersprüchliche Persönlichkeit: einerseits ein Frauenheld und Karrierist, der, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, auf sein eigenes Fortkommen bedacht war, andererseits durch sein Wirken in München ein Wohltäter der Menschheit, dazu ein Mann von aufrichtigem wissenschaftlichen Interesse, der trotz begrenzter theoretischer Kenntnisse durch seine praktische Genialität wichtige Impulse für die Fortentwicklung und die Nutzbarmachung der Physik gegeben hat.

Ehrungen

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Nach Rumford sind dieRumfordstraße im MünchenerGärtnerplatzviertel und dasRumfordhaus imEnglischen Garten benannt, heute eine städtische Jugendfreizeiteinrichtung. Ebenfalls im Englischen Garten, am Südende, gibt es einen Gedenkstein, der an den Menschenfreund als Erschaffer des Gartens erinnert. In derMaximilianstraße steht sein vonCaspar von Zumbusch geschaffenes Standbild.[12] SeineBüste fand Aufstellung in derRuhmeshalle. 1970 wurde der MondkraterRumford nach ihm benannt.[13]

Schriften (Auswahl)

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  • Recherches sur la chaleur. Paris 1804–1813.
  • Recherches sur les bois et le charbon. Paris 1813.
  • Essays political, economical and philosophical. 4 Bände, London 1796–1803; (deutsch: Weimar 1800–1805)
  • Complete Works. Hrsg. von George E. Ellis, 5 Bände. London/Boston 1876.
  • Thompson, Benjamin:Experiments on the Production of Dephlogisticated Air from Water with Various Substances. In a Letter from Sir Benjamin Thompson, Knt. F. R. S. to Sir Joseph Banks, Bart. P. R. S. Phil. Trans. R. Soc. Lond. January 1, 1787 77:84-124;doi:10.1098/rstl.1787.0015(PDF; 6,4 MB)
  • Thompson, Benjamin;Blagden, Charles:Experiments Made to Determine the Positive and Relative Quantities of Moisture Absorbed from the Atmosphere by Various Substances, under Similar Circumstances. By Sir Benjamin Thompson, Knt. F. R. S.; Communicated by Charles Blagden, M. D. Sec. R. S. Phil. Trans. R. Soc. Lond. January 1, 1787 77:240-245;doi:10.1098/rstl.1787.0022(PDF; 717 kB)

Literatur

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  • Åkerman, Juliane von:Benjamin Thompson, Graf von Rumford. In: Wurst, Jürgen und Langheiter, Alexander (Hrsg.): Monachia. München: Städtische Galerie im Lenbachhaus, 2005. S. 159.ISBN 3-88645-156-9
  • Karl Maximilian von BauernfeindRumford, Benjamin Thompson Graf von. In:Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 643–655.
  • Duane Bradley.Count Rumford: Strange American. Van Nostrand, Princeton 1967.
  • George I. Brown:Graf Rumford. Das abenteuerliche Leben des Benjamin Thompson. dtv, München 2002,ISBN 3-423-24342-2 (englische Originalausgabe: George I. Brown:Count Rumford: The Extraordinary Life of a Scientific Genius – Scientist, Soldier, Statesman, Spy. Sutton Publishing, Gloucester 2001,ISBN 0-262-02138-2).
  • S. C. Brown:Benjamin Thompson, Count Rumford. MIT Press, Cambridge USA 1981,ISBN 0-262-02138-2.
  • D. S. L. Cardwell:From Watt to Clausius: The Rise of Thermodynamics in the Early Industrial Age. Heinemann, London 1971,ISBN 0-435-54150-1, S. 95–107.
  • Ludwig Hammermayer:Rumford, Benjamin Thompson Graf von. In:Neue Deutsche Biographie. (NDB).Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005,ISBN 3-428-11203-2,S. 244–246 (deutsche-biographie.de). 
  • E. Larsen:An American in Europe: The life of Benjamin Thompson, Count Rumford. Rider, London und New York 1953.
  • Hans-Erhard Lessing:Mannheimer Pioniere. Wellhöfer-Verlag, Mannheim 2007.
  • V. Orton:The Forgotten Art of Building a Good Fireplace: The Story of Sir Benjamin Thompson, Count Rumford, an American Genius & His Principles of Fireplace Design Which Have Remained Unchanged for 174 Years. Alan C. Hood and Company Inc, York 2000,ISBN 0-911469-17-6.
  • W. J. Sparrow:Knight of the White Eagle: A biography of Sir Benjamin Thompson, Count Rumford, 1753–1814. Hutchinson, New York 1964.
  • Thomas Weidner:Rumford - Rezepte für ein besseres Bayern. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Münchener Stadtmuseum 2014. Hirmer, München 2014. 

Film

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Sir Benjamin Thompson, Ein Amerikaner wird bayerischer Minister, Ein BR-Dokumentarfilm vonBernhard Graf, 2014.

Weblinks

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Commons: Benjamin Thompson – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Benjamin Thompson – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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  1. Thomas Weidner:Rumford – Rezepte für ein besseres Bayern. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung des Münchener Stadtmuseums 2014. Hirmer, München 2014,ISBN 978-3-7774-2292-3. 
  2. Maximilian Gritzner:Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte Deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. I. Band: Anhalt bis Bayern. C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 201a
  3. Count Rumford“:„Inquiry concerning the Source of the Heat“. In:Essays, political, economical, and philosophical. „Volume the second“ (Online –Internet Archive). 
  4. Hund, Friedrich:Geschichte der physikalischen Begriffe. Bd. 1, Mannheim (1978), S. 209–210
  5. Benjamin Thompson:The complete works of Count Rumford (1870), Essays, political, economical, and philosophical, Volume 3, S. 188.PDF (englisch), Suchbegriffdrying potatoes. Abgerufen am 19. November 2012.
  6. Monika Zwettler: Die Entwicklung der Stechuhr. In: Konstruktionspraxis.de. 26. Januar 2024, abgerufen am 18. Januar 2026. 
  7. Cornelia Fiedler: Von der Fabrikglocke über die Stechuhr bis zur App – die Arbeitszeiterfassung wird immer moderner · Leipziger Zeitung. In: Leipziger Zeitung. 15. April 2021, abgerufen am 18. Januar 2026. 
  8. Mitglieder – historisch: Benjamin Thompson. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 28. Dezember 2025. 
  9. Fellows Directory. Biographical Index: Former RSE Fellows 1783–200, Part Two. (PDF) Royal Society of Edinburgh, abgerufen am 15. April 2020. 
  10. Holger Krahnke:Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (=Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 =Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001,ISBN 3-525-82516-1, S. 207.
  11. Christa Jungnickel, Russell McCormmach: Cavendish. The Experimental Life. Bucknell, Pennsylvania 1999, S. 479–484
  12. Standbild Benjamin Thompson
  13. Benjamin Thompson imGazetteer of Planetary Nomenclature derIAU (WGPSN) /USGS
Chefs desGeneralstabes derBayerischen Armee
Personendaten
NAMEThompson, Benjamin
ALTERNATIVNAMENCount Rumford
KURZBESCHREIBUNGbritischer Offizier, Politiker, Experimentalphysiker und Erfinder
GEBURTSDATUM26. März 1753
GEBURTSORTWoburn,Provinz Massachusetts Bay
STERBEDATUM21. August 1814
STERBEORTAuteuil beiParis
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