
DasBenediktinerkloster Schweinfurt namensStella Petri war einKloster derBenediktiner am östlichen Rand vonSchweinfurt. Es wurde um 1004 zunächst alsNonnenkloster gegründet und wurde um 1055Benediktinerkloster. 1283 wurde es vomDeutschen Orden übernommen und befestigt, da es für diesen vor allem militärische Bedeutung hatte. Dies führte zu einem Konflikt mit derReichsstadt Schweinfurt, die 1437 die Klosterburg kaufte und sprengte. Auf dem Burgberg wurde 1874 eine Burganlage im Stil desHistorismus errichtet, die sogenanntenSattlerscher Bauten.

Die Klosterburg lag oberhalb vomMain, auf derPeterstirn, einem südwestlichen Ausläufer desHainbergs, im Gebiet des heutigenNordöstlichen Stadtteils. Am Fuß des Klosterbergs verläuft die historischeMainleitenstraße von Schweinfurt nachMainberg, die nachBamberg führt (heute Staatsstraße 2447) und die 1852 eröffneteBahnstrecke Bamberg–Schweinfurt.
NachDirk Rosenstock lag das Kloster am Ort der heutigen Sattlerschen Bauten in einerVorburg. Diese lag demnach vor einer größeren Befestigungsanlage, in der sich dieMarkgrafenburg und später dieReichsburg befand.[1] Ein entsprechender Plan wurde von Raimund Röthlein erstellt.[2]
NachErich Schneider ging das Kloster aus einer Umwandlung der Markgrafenburg hervor, während die Reichsburg weiter oben lag.[3]
Heute befindet sich dort dasWeingut Dahms. Das Areal liegt etwa 25 Meter oberhalb des Mains auf230 m ü. NN.
Siehe auch:Markgrafenburg Schweinfurt, Eine Burg oder zwei Burgen?
Nach der Niederlage vonHeinrich von Schweinfurt gegen KönigHeinrich II. in derSchweinfurter Fehde von 1003 stiftete die Witwe vonBerthold von Schweinfurt Eilica (auchEila genannt) um 1004 ein Nonnenkloster. Nach einigen Besitzwechseln wurde es um 1055 zum BenediktinerklosterStella Petri (Stern des Petrus oderPetrusstern), wovon der NamePeterstirn abgeleitet wurde. Die lokalen markgräflichen Güter, einschließlich des Hausklosters, gelangten auf dem Erbwege 1112 in den Besitz desHochstifts Eichstätt. Zwischen 1120 und 1177 lassen sich fünf Mönche aus demKloster Michelsberg in Bamberg auf der Peterstirn nachweisen. Erster Benediktinerabt war Burkard, der im Jahr 1155 starb. BischofOtto von Eichstätt weihte auf der Peterstirn zwischen 1183 und 1195 eine Allerheiligen-Kapelle sowie einen Silvester- und einen Felicitas-Altar. Aus dem Jahr 1199 ist der Name desPropstes Friedrich belegbar.
Zwischen 1263 und 1265 war nur noch ein Priester mit Diener im bereits heruntergekommenen Kloster. Auf Betreiben des Würzburger BischofsIring von Reinstein-Homburg genehmigtePapstUrban IV. die Zuweisung des Klosters an denDeutschen Orden. Dennoch dauerte es bis 1283, als das Kloster bereits vom Einsturz bedroht war, bis der Fürstbischof von EichstättReinboto von Meilenhart das Klostergut dem Deutschen Orden auftrug. DerKomtur des OrdensPoppo von Henneberg stiftete 1360 den Unterhalt für einen dritten Priester. Das Kloster war für den Deutschen Orden vor allem von militärischer Bedeutung und wurde mit Türmen und Wehrbauten befestigt. Dies führte zu einem längeren Konflikt mit der Reichsstadt Schweinfurt, die 1427 beim LuxemburgerSigismund Klage erhob und 1437 den Konflikt durch den Kauf der Klosterburg löste. Sie wurde gegen den Widerstand desBistums Würzburg von den Schweinfurtern untergraben und gesprengt. Im 16. Jahrhundert sollen noch einige Ruinen des Klosters zu sehen gewesen sein.[4]
Im 11. Jahrhundert ist für die Klosterkirche (Peterskirche) einGlockenturm durch den ChronistenCosmas von Prag bezeugt, einChor ist anzunehmen.[4] Das Kloster besaß einenKreuzgang, einen Friedhof, einen Brunnen und nach Süden und Westen Befestigungsanlagen.[2] Erhalten blieben Reste der Deutschordensbefestigung am Sattlerschen Anwesen.[1] In diesem Bereich wurden später Weinbergsmauern und Stützmauern für den Sattlerschen Bau errichtet (siehe auch Bild am Artikelanfang).
Bei der Planung derLudwigs-Westbahn vonBamberg nach Schweinfurt wurde erwogen, den Burgberg für eine Nordumfahrung der Stadt zu untertunneln, wovon man jedoch abkam. Stattdessen erlaubte 1852/1853 die Stadt der Eisenbahngesellschaft, den Berg teilweise abzutragen, um Material für den Eisenbahndamm der Südvariante entlang des Mains zu gewinnen. Man stieß dabei auf die vormaligeKrypta. Von ihr hat sich einSarkophag ausBuntsandstein mit einer mit einemVortragekreuz gezierten Deckplatte erhalten, bei dem es sich um dieGrablege eines frühen Schweinfurter Benediktinerabtes handeln könnte.
DasBayerische Landesamt für Denkmalpflege führt die gesamte Peterstirn als gemeinsamesBodendenkmal („Burgstall und Klosterwüstung“).
50.0516510.25368Koordinaten:50° 3′ 5,9″ N,10° 15′ 13,2″ O