Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
![]() | ||||||||||||||||||||||
Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
Freiname | Bendroflumethiazid | |||||||||||||||||||||
Andere Namen | (RS)-3-Benzyl-3,4-dihydro-6-(trifluormethyl)-2H-1,2,4-benzothiadiazin-7-sulfonamid-1,1-dioxid[1] | |||||||||||||||||||||
Summenformel | C15H14F3N3O4S2 | |||||||||||||||||||||
Kurzbeschreibung | weißes, kristallines Pulver mit leicht blumigem Geruch[2] | |||||||||||||||||||||
Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
Molare Masse | 421,42 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
Aggregatzustand | fest[2] | |||||||||||||||||||||
Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||
Toxikologische Daten | ||||||||||||||||||||||
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). |
Bendroflumethiazid ist ein Arzneistoff aus der Gruppe derThiaziddiuretika, der bei der Behandlung vonHypertonie eingesetzt wird.[2]
In einer Studie mit zwei Gruppen von zuvor unbehandelten männlichenHypertonikern wurden die blutdrucksenkende Wirkung und die Nebenwirkungen während einer 12-monatigen Behandlung mit Bendroflumethiazid undPropranolol verglichen. In beiden Gruppen wurde die gleiche Blutdrucksenkung erreicht. Während der Behandlung entwickelte ein Proband unter Bendroflumethiazid einenDiabetes mellitus und einer unter Propranolol einekardiale Dekompensation. Die Glukosetoleranz verbesserte sich während der Behandlung mit beiden Wirkstoffen, während sich die Nüchternblutzucker-, Insulin- und Triglyzeridkonzentrationen nicht veränderten. Mit Hilfe dieser Studie stellte sich heraus, dass Bendroflumethiazid und Propranolol als blutdrucksenkende Mittel gleichermaßen nützlich sind und dass das Risiko einer Beeinträchtigung desGlukosestoffwechsels und des Kaliumhaushalts während der Behandlung mit Bendroflumethiazid bei leichterHypertonie sehr gering zu sein scheint.[5]
In einerLangzeitstudie wurden der Blutdruck und die Stoffwechselvariablen in zwei Gruppen hypertensiver Männer bestimmt, die randomisiert entweder Bendroflumethiazid oder Propranolol täglich erhielten. Zu Beginn der Studie lagen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen vor. Der Blutdruck wurde durch beide Behandlungen gleichermaßen gesenkt. Fünf Männer in der Propranolol-Gruppe und ein Mann in der Bendroflumethiazid-Gruppe entwickelten einen Diabetes. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass bei Männern mittleren Alters mit leichter bis mittelschwererHypertonie ein niedrig dosiertes Thiaziddiuretikum wie Bendroflumethiazid ein ebenso wirksames und sicheres blutdrucksenkendes Mittel ist wie derβ-Blocker Propranolol und dass es keinen Diabetes auslöst. Die Ergebnisse sprechen für die Beibehaltung von Thiaziddiuretika als Mittel der ersten Wahl bei Bluthochdruck.[6]
AlsDiuretika werden bei der Hypertoniebehandlung weltweit dieThiaziddiuretikaHydrochlorothiazid und Bendroflumethiazid und die „thiazidartigen“ DiuretikaChlortalidon undIndapamid eingesetzt. Neuere Befunde zeigen, dass sowohl in Bezug auf Blutdrucksenkung als auch auf prognostische Effekte Bendroflumethiazid und Hydrochlorothiazid dem Indapamid und insbesondere Chlortalidon unterlegen sind. Dies ist insofern klinisch relevant, als dass Hydrochlorothiazid mit großem Abstand der weltweit meistverordnete Vertreter dieser Wirkstoffklasse ist. Die zugrunde liegenden Mechanismen der Überlegenheit von Chlortalidon auf prognostische Parameter sind unklar. Hierbei könnte die Tatsache, dass Chlortalidon eine etwa 5-fach längere Halbwertszeit besitzt als Hydrochlorothiazid, von Bedeutung sein. Es wird empfohlen thiazidartige Diuretika, insbesondere Chlortalidon, bei entsprechender Indikationsstellung bei der Hypertoniebehandlung vor Hydrochlorothiazid und Bendroflumethiazid vorzuziehen.[7]
Die mehrstufige Synthese von Bendroflumethiazid ist in der folgenden Reaktionssequenz beschrieben:[4]
3-Trifluormethylanilin wird zunächst mitChlorsulfonsäure zu 4-Amino-6-trifluormethyl-1,3-benzen-disulfidchlorid umgesetzt. Im nächsten Schritt entsteht durch Zugabe vonAmmoniak 2,4-Diaminsulfonyl-5-trifluormethylanilin. Zuletzt wird durch Umsetzung mitPhenylacetaldehyd das Produkt Bendroflumethiazid erhalten.