| Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus — StMUK — | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | Freistaat Bayern |
| Stellung | Oberste Landesbehörde |
| Hauptsitz | München |
| Staatsministerin | Anna Stolz |
| Bedienstete | 393(2025)[1] |
| Haushaltsvolumen | 16,971 Mrd. EUR(2025)[1] |
| Netzauftritt | www.km.bayern.de |


DasBayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK), umgangssprachlichBayerisches Kultusministerium (KM), ist einMinisterium des FreistaatesBayern mit Sitz am Salvatorstraße 2 sowie weiteren Dienstgebäuden in der Jungfernturmstraße 1 und auf der Praterinsel 2 inMünchen. Das Ministerium trug, bevor es im März 2018 Kompetenzen an das neu gegründeteBayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst abgab, den NamenBayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Im Geschäftsbereich sind etwa 121.000 Mitarbeiter tätig, davon rund 390 am Ministerium.[1]
Staatsministerin ist seit dem 8. November 2023Anna Stolz (Freie Wähler), die zuvor bereits ab 2018 alsStaatssekretärin in diesem Ministerium tätig war. Amtschef ist seit 2024MinisterialdirektorMartin Wunsch.[2]


Nachdem Maximilian IV. Joseph, der spätere KönigMaximilian I. Joseph von Bayern, bereits 1799 die Verlegung desDepartements der Auswärtigen Angelegenheiten in das MünchenerTheatinerkloster angeordnet hatte, verfügte er am 26. Oktober 1801 die Räumung des weiträumigen Klosterbaus noch vor der allgemeinenSäkularisation (vgl.Geschichte der Theatinerkirche) und siedelte dort nach 1801 auch noch die drei anderenMinisterien fürFinanzen,Justiz undGeistliche Sachen an. Hinzu kamen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts etliche weitere Behörden. Nach der Gründung im Jahr 1846 bekam auch dasKultusministerium seine Diensträume imGeheimen Ministerialgebäude zugewiesen, wie das Theatinergebäude vielfach im amtlichen Sprachgebrauch genannt wurde. Eine Entlastung hinsichtlich des entstandenen Raumproblems brachten der Wegzug des Finanzministeriums (1865) und die Auflösung des Handelsministeriums (1871). Das Kultusministerium konnte somit den Westflügel der ehemaligen Klosteranlage belegen und musste sich von 1880 bis 1945 das Gebäude nur noch mit dem Innenministerium teilen. Ab dem 1973 abgeschlossenen Wiederaufbau nach demZweiten Weltkrieg verfügte das Kultusministerium über die gesamte Gebäudeanlage bis auf die Ladengeschäfte an den Straßenfronten und im Theatinerhof. Von 1986 bis 1989 und von 1998 bis 2013, als es in ein jeweils eigenständiges Kultus- und Wissenschaftsressort aufgeteilt war, waren beide Ministerien in dem Gebäude untergebracht.
Zu den Vorläufern des Kultusministeriums zählen derGeistliche Rat zur Überwachung der Kirchen- und Schulangelegenheiten im früherenHerzogtum Bayern und der 1764 aus derGeheimen Ratskonferenz (später:Geheimes Staats- und Konferenz-Ministerium) von 1726 unter anderem hervorgegangeneDepartement der Geistlichen Sachen. Letzteres wurde 1806 aufgehoben und der Aufgabenbereich der kirchlichen und schulischen Angelegenheiten demDepartement des Innern zugewiesen.König Ludwig I. von Bayern, der seinen InnenministerKarl von Abel zwar als Staatsmann sehr schätzte, dessen kirchenpolitische Haltung aber nicht billigte, löste den Aufgabenbereich der kirchlichen Angelegenheiten mit der Verordnung vom 15. Dezember 1846 wieder aus dem Zuständigkeitsbereich desDepartements des Innern heraus und übergab diesen zum 1. Januar 1847 der separat aufgestellten Abteilung mit dem NamenMinisterium des Innern für kirchliche Angelegenheiten. Mit der Umbenennung in „Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten“ erweiterte Ludwig I. ab dem 27. Februar 1847 dessen Aufgabenbereich auf „alle Gegenstände der Erziehung, des Unterrichts, der sittlichen, geistigen und künstlerischen Bildung und die dafür bestehenden Anstalten“. Großen persönlichen Einfluss auf die kulturpolitische Arbeit des Ministeriums nahm KönigMaximilian II. von Bayern, der sich die Förderung der Wissenschaften zur Hauptaufgabe gemacht hatte. Er reformierte dasVolksschulwesen und diegymnasialen Ausbildung. Seine MinisterFriedrich von Ringelmann und danachTheodor von Zwehl leiteten die Vorarbeiten zurSchulordnung für die Höheren Lehranstalten von 1854.
Während der Regierungszeit KönigLudwigs II. von Bayern prägten kirchen- und kulturpolitische Auseinandersetzungen der Regierung die Arbeit des Ministeriums, deren Höhepunkte unterJohann von Lutz die Verweigerung der Genehmigung zur Verkündigung der Beschlüsse desErsten Vatikanischen Konzils von 1869/70, die Durchsetzung desKanzelparagraphen imdeutschen Reichstag im Jahre 1871 und die Schulsprengelverordnung vom 29. August 1873, die die Bildung von konfessionell gemischten Schulen begünstigte, bildeten. Erst mit der Überarbeitung vom 26. August 1883 zugunsten der Bekenntnisschule und der Weisung des seit 1886 regierendenPrinzregenten Luitpolds zur Bereinigung der kirchenpolitischen Konflikte verbesserte sich das politische Klima wieder.
Nach der Auflösung des Handelsministeriums 1871 verwaltete das Kultusministerium auch das technische und landwirtschaftliche Unterrichtswesen. UnterLudwig August von Müller wurde durch Erlass der Schulordnung vom 23. Juli 1891 die Lehrpläne für die Höheren Lehranstalten überarbeitet.Robert von Landmann sorgte für eine Verbesserung des gewerblichen Fachschulwesens und mit demSchulbedarfsgesetz vom 28. Juli 1902 für die materielle Besserstellung des Lehrerstandes. UnterAnton von Wehner entstanden 1905 die Landesschulkommission als oberstes Kollegium für Volksschulfragen und 1909 die Ministerialabteilung für das Höhere Schulwesen.
Am 14. Juni 1907 wurde die dem Gymnasium gleichgestellte Oberrealschule ins Leben gerufen und am 8. April 1911 dieSchulordnung für die Höheren Mädchenschulen in Bayern erlassen. Mit Verordnung vom 20. November 1910 wurden dieLyzeen in Philosophisch-theologische Hochschulen transformiert. Ebenso ließ von Wehner die Kirchengemeindeordnung zur Neuregelung der Verwaltung des Kirchenvermögens erarbeiten. UnterEugen Ritter von Knilling wurde am 30. Mai 1914 die neueSchulordnung für die Höheren Lehranstalten herausgegeben. Nach demErsten Weltkrieg wurde das bayerische Schulwesen während der Amtszeiten vonFranz Matt undFranz Goldenberger neu geordnet und dasVerhältnis zwischen Staat und Kirche neu geregelt.
Im Zuge derGleichschaltung der Länder 1933/1934 wurde das Kultusministerium während derZeit des Nationalsozialismus eine Reichsmittelbehörde.
Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs bestand die Hauptaufgabe des Bayerischen Kultusministeriums für viele Jahre in der Neuorganisation auf dem Gebiet der Kulturpflege. UnterHans Maier wurden die Volksschulen neu organisiert, 200 neue weiterführende Schulen und die UniversitätenRegensburg undAugsburg realisiert. Nach der organisatorischen Trennung in einStaatsministerium für Unterricht und Kultus und einStaatsministerium für Wissenschaft und Kunst (Minister:Wolfgang Wild) zwischen 1986 und 1990 wurde das Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst im Oktober 1998 erneut geteilt.Hans Zehetmair wurdeMinister für Wissenschaft, Forschung und Kunst,Monika Hohlmeier Ministerin für Unterricht und Kultus, der 2005Siegfried Schneider und 2008Ludwig Spaenle folgte. 2013 wurden beide Ressorts wieder zusammengelegt zum Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Im März 2018 (damals formierte sich dasKabinett Söder I) kam es erneut zur Teilung: ein Teil der Aufgaben wurden an das neu gegründeteBayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst abgegeben; das Kultusministerium erhielt den NamenBayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus.
Folgende Institutionen liegen in der Verantwortung des Kultusministeriums:[3]
Zudem verantwortet das Ministerium folgende Stiftungen und Kulturfonds:[4]
Größere mediale Aufmerksamkeit erlangte das Ministerium im Jahr 2010, als es vomCornelsen Verlag die nachträgliche Entfernung eines religionskritischen Textes der amerikanischen JournalistinSusan Jacoby aus dem Englisch-LehrbuchContext 21 verlangte, welcher sich mitreligiösem Fundamentalismus in den USA befasste. Es wird vermutet, dass dieEvangelische Nachrichtenagentur Idea an der Entfernung des Textes mitwirkte.[5][6]
48.14127777777811.576361111111Koordinaten:48° 8′ 28,6″ N,11° 34′ 34,9″ O