Basel gilt als die Kulturhauptstadt der Schweiz[6][7] und wird auch international als «Stadt der Museen» bezeichnet. Denn mit nahezu 40 Museen auf dem gesamten Kantonsgebiet und einem breiten Kulturangebot ist Basel für seine zahlreichen Kunst- und Kulturinstitutionen von Weltrang berühmt, was die Stadt im Verhältnis zu ihrer Grösse und Bevölkerung ebenfalls zu einem der grössten Kulturzentren Europas macht. Das städtischeKunstmuseum stellt hier die gemeinhin als wichtigste erachtete öffentliche Kunstsammlung der Schweiz aus.[8] Die Sammlung gilt mit dem im Jahr 1661 von der Stadt erworbenen «Amerbach-Kabinett» als das älteste öffentlich zugängliche Kunstmuseum der Welt.[9]
Die UnternehmensberatungsfirmaMercer wertete Basel im Jahre 2024 neben Zürich und Genf zu den zehn Städten mit der weltweit höchstenLebensqualität.[12]
Die im äussersten Nordwesten der Schweiz gelegene Stadt befindet sich zu beiden Seiten des Rheins. Neben demKanton Schaffhausen und Teilen desKantons Zürich gehörtKleinbasel mit dem nördlichen Teil des Kantons Basel-Stadt zu den Gebieten der Schweiz rechts desHochrheins.
Der Rhein ändert im Stadtbereich von Basel – beimRheinknie zwischen demSchweizer Jura und den Vorhöhen desSchwarzwalds – seine Fliessrichtung von Ost–West nach Süd–Nord. Hier endet der RheinabschnittHochrhein und beginnt derOberrhein. Kurz vor dieser Stelle mündet am höher gelegenen südlichen Rheinufer dieBirs in den Hochrhein und bildet dort die Grenze zumKanton Basel-Landschaft; auch der von der Birs abgeleitete KanalSt. Alban-Teich leitet von Süden kommend Wasser in den Rhein. Unmittelbar unter der Mittleren Brücke befindet sich die Mündung desBirsigs, der damit der erste Nebenfluss des Oberrheins ist. Am flacheren nördlichen Ufer dehnen sich grosse Industriegebiete aus, aus denen dieWiese in den Oberrhein zufliesst.
Dank seiner Lage wurde Basel schon früh zum Knotenpunkt wichtiger Verkehrswege und damit ein bedeutender Handelsplatz. Die Stadt zählt deshalb zu den am dichtesten besiedelten GebietenEuropas, verfügt aber mit einer grossen Gemarkung über 320 Hektar Grünfläche und 71 Hektar Wald.
Die Stadt Basel und die beiden Gemeinden Riehen und Bettingen weisen einschliesslich ihrer Wasserflächen 3694 ha auf und bilden damit den flächenmässig kleinsten Schweizer Kanton. Dennoch sind innerhalb dieses verhältnismässig kleinen Landstücks beträchtliche Höhenunterschiede vorhanden. Den tiefsten Punkt imKanton Basel-Stadt misst man am Rheinhafen in Kleinhüningen mit245 m ü. M., derMünsterplatz im Zentrum liegt 270 Meter über Meer und die höchste Erhebung liegt oberhalb Bettingen beiSt. Chrischona mit522 m ü. M. – dort befindet sich auch derFernsehturm St. Chrischona, das höchste freistehende Bauwerk der Schweiz.
Die amtliche Ortschaft Basel ragt teilweise über den Gemeindebann hinaus. So befindet sich das Naherholungsgebiet derBrüglinger Ebene (mit den Sport- und Veranstaltungsstätten St. Jakob) innerhalb der amtlichen Ortsbezeichnung Basel, obwohl auf Boden der Nachbargemeinde Münchenstein liegend.
Die an Basel grenzenden Nachbargemeinden sind (imUhrzeigersinn):
Die Stadt Basel hat dank der Lage im Rheintal durch die von derBurgundischen Pforte einströmende mediterrane Luft und auch aufgrund der geschützten Lage wie in einemTalkessel ein äusserst mildes, sonnigesKlima und dank demMöhlin-Jet im Vergleich zumMittelland im Herbst wenig Nebel. DieJahresmitteltemperatur für dieNormalperiode 1991 bis 2020 beträgt 10,9 Grad Celsius, wobei im Januar mit 2,1 Grad Celsius die kältesten und im Juli mit 20,2 Grad Celsius die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 60Frosttage und 10 bis 11Eistage zu erwarten.Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 59, während normalerweise 14Hitzetage zu verzeichnen sind.[13] Die Wetterstation vonMeteoSchweiz liegt auf einer Höhe von316 m ü. M. im VorortBinningen, ca. 2 km vom Stadtzentrum entfernt (Luftlinie).
Mit 12,26 Grad Celsius lag die Jahresmitteltemperatur 2018 um 2,52 Kelvin über dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990 in Höhe von 9,74 Grad Celsius.[14] Es fällt vergleichsweise wenig Regen mit rund 842 mm im Jahr (Periode 1991–2020). Es gedeihen auch deshalb verschiedene exotische Pflanzen- und Palmenarten ausgezeichnet. Die Sommer können sehr heiss ausfallen, während die Winter auch im Vergleich zur übrigen Deutschschweiz meistens mild sind.
Basel und Rheinknie von nordwestlicher Sicht aus der Vogelperspektive
Basel liegt im südlichentektonischenOberrheingraben, der von drei niederen bis mittleren Gebirgszügen umgeben ist, im Westen befinden sich die französischenVogesen, im Osten der deutscheSchwarzwald, im Süden, Südwest und -ost Ausläufer desJuras. Diese Senke hat wie oben erwähnt Auswirkungen aufs Klima der Stadt und Region; sie beginnt etwa 10 Kilometer südlich der Stadtgrenze und bildet das südliche Ende derOberrheinischen Tiefebene.
Die südwestlichen Stadtgebiete (Grossbasel) befinden sich auf abgestuftem, in Richtung Rhein tiefer werdendemNiederterrassenschotter. Die Einfurchung des Birsig bewirkte die Unterteilung in einWestplateau (früher auchNordwestplateau genannt), das sich von den Gemeindegrenzen zu Binningen und Allschwil in Richtung französischer Landesgrenze und darüber hinaus weiter nordwärts erstreckt, sowie in einOstplateau (früher auchSüdostplateau genannt), das sich von der Niederterrasse des linken Birsufers zum Rhein hin ausbreitet und im prägnanten Münsterhügel mit dem Martinskirchsporn alsprominente Anhöhe endet. Entlang des Birsig lag ursprünglich eineFlussaue, die im untersten Abschnitt desBirsigtals nach und nach der entstehenden Talstadt weichen musste und heute ab der Eindolung beim Heuwaage-Viadukt gänzlich verschwunden ist. Im Breite-Quartier ist die Flussaue der Birs (einschliesslich St. Alban-Teich) teilweise erhalten oder renaturiert worden. Das Bruderholz besteht ausLösslehm; Schwemmlehmablagerungen befinden sich an dessen Nordhang sowie entlang des Dorenbach-Kanals am Nordhang der Binninger Höhe.
Nordöstlich des Rheins (Kleinbasel) erstreckt sich eine breite, nur leicht abflachende Ebene, welche ursprünglich dasFlussdelta der Wiese bildete.[16] Dieses Augebiet ist erst nacheiszeitlich durchSedimente entstanden; diese verschoben die Wiesemündung über wenige tausend Jahre immer weiter nach Südwesten, wodurch dasRheinknie gebildet wurde.
Die dreiPlatten des Schwarzwaldes, der Vogesen und des Juragebirges stossen in der Basler Senke aneinander, und ihre fortlaufende Bewegung bewirkt eine potentielleErdbeben-Gefahr. Basel ist eines der meistgefährdeten Erdbebengebiete der Schweiz.[17] Eines der grössten Erdbeben in der Geschichte der Schweiz ereignete sich1356 in Basel und forderte mehrere hundert Tote.
In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurde die Idee geboren, mittelsGeothermie Energie eines eingepressten unterirdischenWasserreservoirs in einer Tiefe von 5000 Metern unter der Stadt nutzbar zu machen. Die Betreiber unterschätzten jedoch die Erdbebengefahr. Nach Probebohrungen in den Jahren 2007 und 2008 musste das ProjektDeep Heat Mining Basel wegen einzelner Erdstösse gestoppt[18] und das Gestein näher untersucht werden.[19][20] Im Januar 2012 kam es zu einem Strafverfahren gegen die Betreiber des Projekts, das in einem Freispruch resultierte.[21]
Die «Letzi Stadtmauer» imSt. Alban-Quartier, im Hintergrund die beiden Roche-Türme
Die Stadt gliedert sich inGrossbasel auf der linken (südwestlichen) Seite desRheins undKleinbasel am rechten Rheinufer. Das Zentrum Basels sind die Altstadt im Bereich Grossbasel rund um den Marktplatz – wo auch dasRathaus (Baubeginn 1504) steht – und der über den Rhein emporragendeMünsterhügel mit derPfalz-Terrasse. DieMittlere Brücke verbindet die Altstadt auf beiden Seiten des Rheins. In der vom Autoverkehr befreiten Innenstadt verkehrt dasTram.[22]
Quartiere Basels
Die Stadt Basel kennt keine politischen Bezirke oder Stadtteile, sondern gliedert sich zu statistischen Zwecken nach Wohnvierteln, den sogenannten Quartieren. Es gibt 19 dieser Quartiere, die sich links und rechts desRheins verteilen. Jedes der Quartiere ist zusätzlich in Wohnbezirke unterteilt. Einige Wohnbezirksnamen stehen in der Umgangssprache synonym für das Quartier, zum Beispiel Wohnbezirk Kannenfeld (Quartier St. Johann), Lehenmatte (Quartier Breite) oder Gellert, Dreispitz und St. Jakob (Quartier St. Alban). Eine inoffizielle, stadtweit bekannte Bezeichnung für Teile der QuartiereBachletten undGotthelf ist dasNeubad.
Die linksrheinische Quartiere gehören zu Grossbasel, die rechtsrheinischen zu Kleinbasel.
Der NameBasilia ist zum ersten Mal im 4. Jahrhundert belegt.Ammianus Marcellinus berichtet für das Jahr 374 von Ereignissen im Umfeld des römischen KaisersValentinian I., die sich ereigneten, «als er gerade eine Festung nahe bei Basilia erbaute, die [oder ‹das›] die Anwohner Robur nennen».[23] Imlateinischen Text ist sprachlich nicht eindeutig, ob der einheimische NameRobur den gleichen Ort wieBasilia meint, also den römischen Vorläufer des späteren Basel auf dem Münsterhügel,[24] oder ob es vielmehr der Name der von Valentinian neu erbauten Festung rechts des Rheins war.[25] Unabhängig davon, obRobur also der Name des späteren Basel war oder nur eine Festung in der Nähe bezeichnete, findet sich der bei Ammianus erstmals belegte NameBasilia für die Siedlung auf dem Münsterhügel in den folgenden Jahrhunderten häufiger in den Quellen. DieNotitia dignitatum aus der Zeit um 400 nennt als eine Stadtgemeinde (Civitas) am Rhein dieCivitas Basiliensium, derGeograph von Ravenna (um 700) führt den Ort alsBazela auf.[26] Aus der Zeit um 600 stammen die frühesten Münzen mit Nennung des Stadtnamens, zwei goldeneTremisses desMünzmeisters Gunso mit der AufschriftBasilia fit («hergestellt in Basel»).[27] Ein möglicherweise etwas früher entstandener goldener Tremissis könnte die AufschriftBasz[il]e[a] cive[tas] fit («hergestellt in der Stadt Basel») tragen und damit ebenfalls einen frühen Beleg für den Stadtnamen darstellen,[28] die Lesung ist jedoch sehr unsicher und daher umstritten.[29]
Wahrscheinlich leitet sich der Name vom gut belegten römischen PersonennamenBasilius ab. Ortsnamen, die auf einensuffixlosen Personennamen zurückgehen, sind in der Westschweiz relativ häufig. Es handelt sich dabei meist umelliptische Wendungen, bei denen das ursprünglichelateinischeGattungswort weggelassen wurde.Basel dürfte also eine elliptische Bildung aus einem ursprünglichen Ortsnamen vom Typusvilla Basilis sein.[30] Es gab auch andere Erklärungsansätze, zum Beispiel die Herleitung vom griechischenBasileus, König (wovon sich auch der lateinischePersonenname ableitet), oder vonBasilika; 1786 schlugPeter Ochs gar zwölf verschiedene Deutungen des Namens vor.[31] Alle diese alternativen Erklärungsversuche werden heute aber verworfen.[30]
Eine Handschrift der Diözese Basel, deren Alter unbekannt ist und die lediglich auf «vor 1461» datiert wird, erwähnt den NamenBasel in einem Bericht über Ereignisse, die in den Jahren 237/238 stattgefunden haben («Basileam applicuerunt»).[32] Daraus kann aber nicht unbedingt geschlossen werden, dass der Name um 237 bereits in Gebrauch war.
Aus dem lateinischenBasilia bildete sich später zunächst die italienische VarianteBasilea heraus, welche heute in fast allen romanischen Sprachen gebräuchlich ist; einzige Ausnahme bildete diealtfranzösische VarianteBasle, die heute noch imenglischsprachigen Raum verbreitet ist und aus der die heutige französische SchreibweiseBâle entstand. Die germanische Variante setzte sich früh durch und ist mit wenigen Ausnahmen auch in den übrigen (ost)europäischen und aussereuropäischen Sprachen gebräuchlich; nur diewestslawischen Sprachen sowie diegriechische Sprache benutzen eine Variation des romanischen Namens. Eine Besonderheit stellt dasisländischeExonymBuslaraborg dar; es stammt aus dem wohl im 12. Jahrhundert entstandenen, dem MönchNikulás Bergþórsson zugeschriebenen ReisehandbuchLeiðarvísir ok borgaskipan und ist bis heute im isländischen Sprachgebrauch verbreitet.
Funde aus derAltsteinzeit sind in der Schweiz äusserst selten, da die Spuren während der letztenEiszeit von den Gletschern zerstört wurden. Lediglich die Region um Basel blieb in der letzten Eiszeit unvergletschert.
Die älteste Spur menschlicher Anwesenheit in der Region ist ein 18 cm langer und gut 1 kg schwererFaustkeil ausSilex, der 1974 beiPratteln gefunden wurde. Ursprünglich wurde er auf ein Alter von 400'000 bis 300'000 Jahren datiert, nach neueren Untersuchungen könnte er aber auch «lediglich» etwa 120'000 Jahre alt sein.[33] So oder so ist dieser Faustkeil das älteste erhaltene Werkzeug der Schweiz. Der Faustkeil wurde also – je nach angenommenem Alter – von einemHeidelbergmenschen oder einemNeandertaler hergestellt.
Der älteste menschliche Fund auf heute basel-städtischem Boden ist einChopper, der 1999 inRiehen beim Aushub für die Wohnüberbauung Gerhalde gefunden wurde. Seine Datierung ist unklar, er könnte älter als 130'000 Jahre, aber auch deutlich jünger sein.[34][35] Der Chopper wurde also von einem Neandertaler hergestellt. Klimatisch dürften in der Region damals Bedingungen wie heute inAlaska geherrscht haben, die Landschaft wurde von Grasland und Baumgruppen bestimmt. Die Neandertaler waren nicht sesshaft, sondern Jäger, die jahreszeitlich ihrer Beute folgten.
Vor etwa 40'000 Jahren wanderte deranatomisch moderne Mensch nach Europa ein, während die Neandertaler aus heute noch ungeklärten Gründen verschwanden. Die ältesten in der Region gefundenen Artefakte, die dem Homo sapiens zugeordnet werden, sind 273 mit roten Streifen bemalte und offenbar bewusst zerbrochene Kieselsteine, die 1910 in einer Höhle in derArlesheimer Ermitage gefunden wurden und deren Alter auf rund 12'000 Jahre geschätzt wird.
Nach der letztenEiszeit setzte um 9600 v. Chr. eine bis heute andauernde Warmphase ein. Die zuvor offene Landschaft verwandelte sich in Wald. Zweifellos lebten auch in derMittelsteinzeit Menschen im heutigen Basel, doch sind aus jener Zeit in der Region keine Spuren erhalten.
Ab dem 7. Jahrtausend v. Chr. änderte sich das Leben der Menschen in Mitteleuropa grundlegend. Die nomadische Lebensweise der Jäger und Sammler wurde durch die sesshafte bäuerliche Lebensweise mit Viehzucht und Ackerbau verdrängt. Die Schweiz war eines der letzten Rückzugsgebiete der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler. Die ältesten gefundenenjungsteinzeitlichen Siedlungen in der Region wurden um 5400 v. Chr. an verschiedenen Orten imBaselbiet errichtet. Deren Bewohner gehörten zur sogenanntenBandkeramik-Kultur.
Auf dem Gebiet von Basel-Stadt gibt es rund 50 jungsteinzeitliche Funde. Besonders in Riehen und Bettingen konnten die Siedlungsplätze recht genau eingegrenzt werden. Eine Siedlung am Rand desSchwarzwaldausläufers auf der heutigen Flur Riehen-Bischoffhöhe wurde auf etwa 3900 v. Chr. datiert. Bis heute (2008) gibt es aber keine detaillierten archäologischen Untersuchungen. Die Fundstellen befinden sich immer auf fruchtbaren Böden in leichter Hang- oder Terrassenlage, die Überschwemmungsgebiete von Rhein,Birs,Birsig undWiese wurden gemieden. Nebst Ackerbau und Viehhaltung wurden auch immer noch die Jagd und das Sammeln von Wildfrüchten betrieben, was besonders bei schlechten Ernten überlebenswichtig war.
Die Entdeckung derBronze löste im späteren 3. Jahrtausend v. Chr. in Mitteleuropa weitreichende Veränderungen aus. Während Kupfer in denAlpen verfügbar war, mussteZinn von weit her, vermutlich hauptsächlich ausEngland, importiert werden. So entwickelte sich ein organisierter Fernhandel. Die Kulturen und Glaubensvorstellungen glichen sich an:Begräbnisstätten und die Form von Gegenständen ähnelten sich in ganz Mitteleuropa. Die Gesellschaft blieb dabei hauptsächlich bäuerlich.
Um Basel gab es in derBronzezeit (2200–800 v. Chr.) etliche Höfe und Dörfer. Sie lagen alle in der Nähe des Rheins, was dessen Bedeutung als Verkehrsweg widerspiegelt. Auch dürfte der Fischfang, vor allem während der Lachszüge, eine Bedeutung für die Ernährung gehabt haben. Heute ist vom Holz der Häuser kaum noch etwas übrig, und man kann diese Orte nur noch anhand von Scherbenfunden identifizieren. Die älteste bekannte bronzezeitliche Siedlung in der Region gehört in die Zeit um 1550 v. Chr. Sie befand sich inKleinhüningen auf einer hochwassergeschützten Terrasse und war etwa 5000 m² gross. Weitere Siedlungen gab es im heutigen Kleinbasel und im «Dalbeloch».
Um 900 v. Chr. entstand auf der Nordspitze des Münsterhügels, dem Martinskirchsporn, die erste befestigte Siedlung Basels. Der auf drei Seiten steil abfallende Sporn des Münsterhügels zwischenRhein undBirsig bot sich als natürliche Festung für eine Besiedlung an. Die Siedlungsfläche betrug etwa 7000 m². Ein 9 Meter breiter und 3 Meter tiefer Absperrgraben konnte nachgewiesen werden, besser erhaltene Fundstellen an anderen Orten legen nahe, dass hinter dem Graben ein holzarmierter Wall stand. Befestigte Siedlungen an topografisch herausragenden und verkehrsgünstigen Lagen waren in der Bronzezeit verbreitet. Besonders in der Spätbronzezeit entstanden vielerorts gut zu verteidigende Höhensiedlungen.
Der Siedlung auf dem Martinskirchsporn vorgelagert war ein 200 Meter breites, durch einen weiteren Graben gesichertes Vorgelände. Funde von Brandschutt mit verziegeltem Lehm lassen darauf schliessen, dass die Siedlung einem Feuer zum Opfer fiel.
Ab 800 v. Chr. wurde in Mitteleuropa Eisen wichtig. Die bisherigen Handelsverbindungen wurden durch solche zu Eisenvorkommen, zum Beispiel im Jura, ersetzt. Die Kontrolle der Eisenvorkommen sowie auch der Salzvorkommen lag in den Händen einer kleinen, sehr reichen Oberschicht. Nach dem Tod wurden sie prunkvoll in riesigen Grabhügeln bestattet, die man im Gelände noch heute erkennt (zum Beispiel Hardhäuslischlag in der Muttenzer Hard südlich des «Waldhauses»). Von den Griechen wurden diese MenschenKelten, von den RömernGallier genannt. Mit beiden standen sie in lebhafter Handelsverbindung.
Die ältere Eisenzeit (Hallstattzeit, 800–450 v. Chr.) zeichnet sich in Basel vor allem durch eine Fundleere aus. Bei Pratteln und Muttenz sind Siedlungen an beherrschender Stelle am Rande des Rheintals bekannt, und auch im weiteren Umland wurden Siedlungsspuren aus dieser Zeit gefunden. Es ist zwar anzunehmen, dass es auch in Basel Gehöfte gab, doch konnten sie bis heute nicht nachgewiesen werden.
Um 450 v. Chr. kam es zu sozialen und kulturellen Umwälzungen in den keltischen Gesellschaften. Die Sitte der grossen Grabhügel wurde aufgegeben, und es entstandenFlachgräberfelder. Die Menschen wohnten in Gehöften und verstreuten Weilern.
Immer wieder brachen Leute auf, um sich anderswo niederzulassen. Besonders die Gegend südlich der Alpen war attraktiv, für den Raum Basel waren dasRhonetal und dieburgundische Pforte ein wichtiger Weg zur mediterranen Welt. Es entstand ein Güter- und Kulturaustausch mit denGriechen,Etruskern und schliesslich Römern. Die neuen Ideen aus dem Mittelmeerraum führten zu gesellschaftlichen Veränderungen.
DieLatènezeit (450–50 v. Chr.) gehört zu den fundreichsten Epochen der Basler Geschichte. Um 150 v. Chr. entstand im Raum des heutigenNovartis Campus eine grosse Siedlung, die bis 80 v. Chr. bewohnt war. Entdeckt wurde sie 1911 auf dem Areal der damaligenGasfabrik, entsprechend wird sie in der archäologischen Literatur «Basel-Gasfabrik» genannt. Die Siedlung war unbefestigt und erstreckte sich über etwa 150'000 m². Die rechtwinklige Anlage der Strassen deutet auf einen planmässigen Siedlungsbau hin. In der Siedlung lebten schätzungsweise über 500 Personen.
Die Lage auf der untersten Terrasse des Prallhangs des Rheins schützte die Siedlung vor Hochwasser, gewährte aber dennoch einen guten Zugang zum Rhein. Bemerkenswert ist, dass die Siedlung genau auf der LinieElsässer Belchen–Kienberg-Burg liegt, die imBelchen-System eine Peillinie für die wichtigen keltischen FesttageSamhain undImbolg ist.[36] Ausserdem liegt sie exakt östlich vomKnöringer «Höllenboden», welcher den Ankerpunkt des regionalenBlauensystems bildet.
Die archäologischen Funde zeugen von Wohlstand und regen Handelsbeziehungen. Weinamphoren aus dem Mittelmeergebiet sowie Keramik aus Böhmen undBernstein aus demBaltikum zeigen, dass die Siedlung eine wichtige Drehscheibe des keltischen Fernhandels war. Die gefundenen Münzen weisen auf ein Geldsystem hin, das sich an mediterranen Vorbildern orientiert. Funde zeugen davon, dass in der Siedlung hoch qualifizierte Handwerker arbeiteten, die die benötigten Rohstoffe teilweise importieren mussten.
Nach 100 v. Chr. führten innerkeltische Konflikte und das Vordringengermanischer Stämme aus Nordosten zu einer Phase der Unsicherheit. Gleichzeitig wurde auch das römische Imperium immer bedrohlicher. Ein verstärkter Schutz scheint am Oberrhein ab 80 v. Chr., also noch vorCaesars Feldzügen, ein grosses Bedürfnis gewesen zu sein. Entlang des Rheins entstanden befestigte Siedlungen, unbefestigte Grosssiedlungen wurden dagegen aufgegeben. Damals entstand eine befestigte Siedlung auf dem Münsterhügel, während Basel-Gasfabrik aufgegeben wurde.
Reste der Steinfront des «Murus Gallicus» bei Ausgrabungen im Jahr 1971 in der Rittergasse 5
Die Siedlung auf dem Münsterhügel war auf der Südseite mit einem mächtigen Wall (Caesar nannte diese WälleMuri Gallici) und einem tiefen Graben gesichert. Der Graben ist in der Topografie noch immer sichtbar (Bäumleingasse). Der Verlauf der keltischen Strasse entsprach der heutigen Ritter- und Augustinergasse. Die Bauweise der Strasse lässt auf Know-how aus dem Mittelmeerraum schliessen. Das Siedlungsgebiet umfasste rund 55'000 m² und war somit auch für die damalige Zeit nicht besonders gross. Die ältere Siedlung Basel-Gasfabrik war rund dreimal so gross gewesen, auch das ist ein Hinweis darauf, dass der Umzug auf den Münsterhügel nicht freiwillig erfolgt sein dürfte.
Früher wurde angenommen, dass dieRauriker die Siedlung in der Rheinebene im Jahr 58 v. Chr. verliessen, um zusammen mit denHelvetiern nachGallien auszuwandern, und dass die Siedlung auf dem Münsterhügel entstand, nachdem sie vonGaius Iulius Caesar in derSchlacht bei Bibracte geschlagen und in ihre Heimat zurückgeschickt worden waren.[37] Diese Ansicht gilt heute als überholt.
Gegossene keltischePotinmünze mit dem in lateinischer Schrift wiedergegebenen keltischen Namen «Cantorix», gefunden unter dem Basler Münster
Mit der Eroberung Galliens durch Caesar um 52 v. Chr. geriet auch die Region Basel unter römische Herrschaft. Die befestigte Siedlung auf dem Münsterhügel war für die Beherrschung derEinfalls-Achsen ideal. Auch nach der Unterwerfung Galliens durch Caesar bestanden die keltischen Strukturen der Siedlung vorerst weiter. Keltische Adlige regierten im Auftrag Roms vom Münsterhügel aus die umliegende Region.
Dank der Konzentration von Handel, Handwerk und Herrschaft funktionierte die gut befestigte Siedlung (von den Römern wurden solche befestigten SiedlungenOppida genannt) als regionales Zentrum. Verschiedene Funde lassen vermuten, dass einzelne römische Militärpersonen oder ein kleines römisches Truppenkontingent stationiert war, um die Herrschaft über die keltischen Alliierten sicherzustellen. Erst zu Beginn der augusteischen Epoche (also ab etwa 30–20 v. Chr.) wurden die spätkeltischen Bauten auf dem Münsterhügel abgerissen. Auch die umfangreiche Befestigungsanlage wurde niedergelegt und es entstand ein sogenannterVicus, eine römische dörfliche Siedlung. Die rund 10 km rheinaufwärts neu gegründete KoloniestadtAugusta Raurica, die am Knotenpunkt von mehreren Handelswegen lag und wo auch eine Brücke über den Rhein stand, war nun das administrative, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region.
Im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. erstreckte sich der Vicus auf dem Münsterhügel über die Ruine des keltischen Befestigungswalls bis zum heutigen St. Alban-Graben. Das Zentrum des Vicus lag im Vorgelände des Münsterhügels an der Gabelung der von Augusta Raurica kommenden Fernstrasse (Rittergasse zum Münsterhügel,Freie Strasse zur Schifflände). Die Anbindung an die Verkehrswege war nun wichtiger als die militärische Sicherung, der überregionale Verkehr wurde zu einer wichtigen Erwerbsgrundlage. Vom 1. bis zum Ende des 3. Jahrhunderts stand Basel aber im Schatten vonAugusta Raurica mit seinen Theatern, Bädern, Tempelanlagen und dem Forum.
In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. verlegten die Römer die Grenze des Imperiums nach Norden. Damit war die Nordwestschweiz keine Grenzregion mehr. Es folgte die relativ friedliche Zeit derPax Romana mit einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Zuwanderer aus dem Mittelmeerraum liessen sich nördlich der Alpen nieder. Die einheimische keltische Bevölkerung übernahm römische Sitten und Ernährungsgewohnheiten.
Ab etwa 250 n. Chr. folgte eine Zeit innen- und aussenpolitischer Krisen. Germanische Völker, so etwa dieAlamannen, drangen in die römischen Provinzen ein. Die Grenze des Imperiums wurde wieder an den Rhein zurückverlegt (sogenannterLimesfall). Um 270/280 n. Chr. wurde der Münsterhügel mit einer Umfassungsmauer befestigt. Die Wohnsitze im Vorgelände wurden aufgegeben, deren Bewohner zogen entweder hinter die Befestigung oder wanderten ab. Dort, wo früher der Murus Gallicus gestanden hatte, wurde eine neue Befestigungsmauer mit Graben errichtet. Diese Anlage wurde, den wenigen erhaltenen Befunden nach zu urteilen, sorgfältig geplant und technisch versiert errichtet. Unter anderem deswegen gilt es als wahrscheinlich, dass Einheiten der römischen Armee am Bau beteiligt waren oder diesen sogar koordinierten. Da in Basel nicht die erforderlichen Steinvorkommen zur Verfügung standen, wurden auch Bauteile von repräsentativen Steinbauwerken vermutlich aus Augusta Raurica herbeigeschafft und alsSpolien im Fundament der Mauer – also an nicht sichtbarer Stelle – verbaut.[38]
Diese Befestigung auf dem Münsterhügel wurde zu einem Teil des ausgeklügelten Grenzsicherungssystems entlang des Rheins, das im 4. Jahrhundert aufgebaut wurde. Im Zusammenhang mit diesem letzten grossen römischen Festungsbauprogramm wird der Name Basel zum ersten Mal genannt: Laut dem römischen HistorikerAmmianus Marcellinus lagerte KaiserValentinian I. im Jahr 374 mit seinen Truppen beiBasilia.[39]
Nach denWestgoteneinfällen in Italien im Winter 401/402 zog Rom einen Grossteil der Truppenkontingente aus den nordalpinen Provinzen ab. Damit begann hier das Ende der römischen Herrschaft. DieRomanen, die Nachfahren der gallo-römischen Bevölkerung, waren nun weitgehend auf sich selbst gestellt. Die Sicherung der Grenzen besorgten teilweise Alamannen undFranken alsFöderierte Roms. Mit dem Tod des römischenHeermeistersAetius endete um 454 die militärisch gestützte Macht der Römer nördlich der Alpen. Ein Teil der romanischen Bevölkerung wanderte ab, viele blieben aber hier und arrangierten sich mit den neuen germanischen Nachbarn.
Basler MünsterEingang des «Olsberger-Hofs» an der Rittergasse 27. Das im Barockstil umgebaute Haus geht auf das Jahr 1389 zurück.
Ende des 5. Jahrhunderts fiel Basel an dieFranken, die sich in und um Basel niederliessen. Eine kontinuierliche Besiedlung Basels ist jedoch erst wieder ab dem 7. Jahrhundert archäologisch gesichert. In diese Zeit fällt die erste inschriftliche Nennung Basels auf einer dort geprägten Goldmünze(Basilia fit). In der ersten Teilung des Frankenreichs fiel Basel in den Herrschaftsbereich vonLothar I. Mit demVertrag von Meerssen fiel Basel 870 an das ReichLudwig des Deutschen, kam aber um 926/935 an das KönigreichHochburgund. 917 wurde die Stadt Basel bei denUngarneinfällen zerstört und geplündert; zu den Todesopfern zählte auch der damalige Bischof. 1006–1032 wurde Basel demRömisch-deutschen Reich angegliedert. Bereits im frühen 7. Jahrhundert ist ein Bischof bezeugt, der wie seine Nachfolger wohl bereits die Herrschaft in der Stadt ausübte. DerBischofssitz war aus dem durch die Alamannen verwüsteten Augusta Raurica nach Basel verlegt worden. Unter Bischof Haito entstand in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts eine ersteKathedrale auf dem Münsterhügel, die dann durch einen 1019 geweihten frühromanischen Bau ersetzt wurde.[40]
1091 wurde der Kornmarkt der Stadt, der heutigeMarktplatz, erstmals erwähnt. Gegen 1100 erhielt die Stadt die ersteStadtmauer; weitere folgten in der Mitte des 13. und gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Unter BischofHeinrich von Thun erfolgte um 1225 der Bau der ersten BaslerRheinbrücke, und in der Folge entstand die StadtKleinbasel zur Brückensicherung.
Karte der historischen Entwicklung des Gebiets der Basler Kantone
Mehrere schwere Schicksalsschläge musste die Stadt im 14. Jahrhundert verkraften. 1348 starb annähernd die Hälfte der Bevölkerung während einerPestepidemie, in deren Folge die jüdische Bevölkerung auf einer Rheininsel beiBirsfelden verbrannt wurde, was alsBasler Judenpogrom in die Geschichte einging, und nur acht Jahre später (1356) ereignete sich dasBasler Erdbeben. Das bis heute schwerste ErdbebenMitteleuropas forderte zwar nur wenige Opfer, doch der anschliessende Grossbrand legte grosse Teile der Stadt in Schutt und Asche. Dabei wurde auch die Stadtchronik vernichtet, die ab 1357 mit demRoten Buch – dem heute ältesten Buch der Stadt – wieder neu angelegt wurde. Infolge eines Aufruhrs vom 26. Februar 1376, der alsBöse Fasnacht in die Geschichte einging, wurden der Stadt Basel vomhabsburgischenHerzog Leopold III. harte Sanktionen auferlegt.[41][42]
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann die städtische Selbstverwaltung durch einen urkundlich ab 1185/90 belegten Rat aus Rittern und Bürgern, der mitSchultheiss, Bürgermeister (ab 1253) und Stadtschreiber die Geschicke der Gemeinde lenkte. Der Bischof als Stadtherr ernannte zunächst den Rat und einen Vogt. Erste Konflikte um die Kontrolle der Stadt entschied der Bischof Mitte des 13. Jahrhunderts zu seinen Gunsten. Versuche der Habsburger, die Stadt in ihren Herrschaftsbereich einzugliedern, scheiterten im 14. Jahrhundert, spalteten jedoch die Bürgerschaft in zwei Parteien: die prohabsburgischen «Sterner» und die antihabsburgischen «Psitticher».[43]
Die Bürgerschaft von Grossbasel erwarb 1392 von BischofFriedrich von Blankenheim die Stadt Kleinbasel für 29'800Gulden. In dieser Zeit erwarb sich die Stadt vom Bischof auch pfandweise die wichtigstenRegalien (Münz- undZollrecht,Schultheissengericht usw.). Basel wurde damit zwar faktisch unabhängig vom Bischof, konnte aber dessen nominelle Oberherrschaft bis um 1500 nicht ablösen. So bestimmten zwar die Bürger die Inhaber wichtiger Ämter, die feierliche Amtseinsetzung erfolgte jedoch weiter durch den Bischof. Basel galt deshalb nicht alsFreie Reichsstadt.[43] Eine wichtige Rolle im politischen und sozialen Leben Basels spielten die Zünfte, die in zwei Gruppen, die Herrenzünfte und die Handwerkerzünfte, aufgeteilt waren. Im Rat waren seit 1337 neben vier Rittern und acht sog. Achtburgern (lehensfähige Bürgerschaft) 15 Vertreter der Zünfte vertreten. Zu letzteren stiessen 1382 noch die 15 Zunftmeister. Die Zünfte bildeten überdies in der Stadtregierung unter dem Oberstzunftmeister ein eigenes Kollegium, das grosses politisches Gewicht hatte. DasKonzil von Basel, das 1439 den letztenGegenpapst,Felix V., wählte (→ Papstwahl am Basler Münster), tagte von 1431 bis 1449 in der Stadt. Um 1433 begann die Papierfabrikation in Basel. Ein eidgenössisches Kontingent unterlag 1444 in derSchlacht bei St. Jakob einem französischen Söldnerheer. DieUniversität, die erste im Gebiet der heutigen Schweiz, wurde 1460 durchPapst Pius II. gestiftet. 1471 verliehKaiser Friedrich III. der Stadt dasMesseprivileg. Um diese Zeit wurde in Basel auch derBuchdruck eingeführt. In der Folge kam es zu einem kulturellen Aufschwung: Neben demHumanistenErasmus von Rotterdam weilten auchParacelsus,Sebastian Brant undHans Holbein der Jüngere in Basel.
Um 1400 begann die Stadt Basel durch die Erwerbung bischöflicher Herrschaften durch Pfand oder Kauf ein eigenes Territorium aufzubauen, vorerst jedoch nicht sehr erfolgreich. Es gelang zwar, einige Herrschaften im Sisgau zu gewinnen, der Versuch der Expansion ins Laufental und über den Hauenstein (Olten) scheiterte jedoch. Gegenüber der Eidgenossenschaft verhielt sich Basel ambivalent. Während es in denBurgunderkriegen auf Seiten der Eidgenossen kämpfte, blieb es imSchwabenkrieg neutral. Zwischen Solothurn und Basel entstanden zeitweise heftige Konflikte um die Herrschaftsrechte im Sisgau, vor allem aufgrund des Dornecks. Den eigentlichen Abschluss der Bildung des Territoriums der Stadt Basel bildete der Erwerb vonPratteln 1525, wodurch die Herrschaftsgebiete verbunden wurden. Bis zum Ende des Stadtstaates 1798 konnten nur noch kleinere Erwerbungen gemacht werden.[44]
Nach demSchwaben- bzw. Schweizerkrieg 1499 wandte sich Basel derEidgenossenschaft zu, der es am 13. Juli 1501 als elfter Ort beitrat. Die Schwächung des adeligen und die Stärkung der bürgerlichen Elemente spielten als Voraussetzung dabei eine wichtige Rolle.[45] Eine Änderung in der Ratsverfassung, die den Zünften die Vormachtstellung sicherte, wurde 1521 vorgenommen. Gleichzeitig erfolgte die einseitige völlige Emanzipation von der Herrschaft des Bischofs, indem nun die Besetzung der Ämter auch formell durch den Rat vorgenommen wurde. Der in Basel wohnhafte HumanistErasmus von Rotterdam liess hier 1516 und 1519 das griechischeNeue Testament mit seiner lateinischen Übersetzung drucken. Sowohl der deutsche ReformatorMartin Luther als auch der englische GeistlicheWilliam Tyndale nutzten die zweite Ausgabe als Grundlage für ihre Bibelübersetzungen.Johannes Oekolampad arbeitete 1515 bis 1516 bei Erasmus und kehrte dann 1522 als Pfarrer und Professor nach Basel zurück, wo er der wichtigste Reformator der Stadt wurde. 1525 feierte er mit seiner Gemeinde das erste evangelischeAbendmahl, 1526 erschien seine Gottesdienstordnung, und 1528 heiratete erWibrandis Rosenblatt. Nach einem Bildersturm undZunftaufstand trat Basel 1529 zurReformation über. Am 12. Mai 1529 siedelten dieDomherren undKapläne, welche nicht zur Reformation wechselten oder auf ihreNebenpfründen zogen, nachFreiburg im Breisgau um. Am 28. August 1529 schloss dasDomkapitel mit der Stadt Freiburg einen Vertrag über die rechtlichen und steuerlichen Belange, den Erwerb von Häusern, Kapitel- und Amtshaus sowie über die Benützung des Münsters. Damit war Basel nicht mehr der Sitz des Bischofs und auch nicht mehr des Domkapitels und wurde es auch nie wieder. Verwaltungssitz des Domkapitels war ab 1587 dasStürtzelsche Haus, heuteBasler Hof genannt. 1585 erwarb die Stadt im Vertrag von Baden auch formal alle bischöflichen Herrschaftsrechte in der Stadt und über ihr Herrschaftsgebiet und wurde damit endgültig unabhängig.
1535 kam der verfolgteJohannes Calvin aus Frankreich und fand Aufnahme in Basel. Er schrieb hier seineInstitutio Christianae religionis (deutsch:Unterricht in der christlichen Religion), eine der wirkungsvollsten evangelischen Schriften der Reformationszeit, gedruckt 1536 in Basel.[46] Basel war (ähnlich wie Genf) 1530 bis 1700 für italienische und französische evangelische Glaubensflüchtlinge wichtiger Zufluchtsort und neue Heimat geworden. Die zugewanderten Familien waren aber nicht nur eine Last für die Stadt, sondern auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereicherung durch ihre Bildung und Kenntnisse in Seidenproduktion und -handel und in der Textilfärberei, die sie mitbrachten und in der Stadt ansiedelten.[47] DasGymnasium wurde 1589 in der Nachfolge der Lateinschule des Domstifts gegründet (heuteGymnasium am Münsterplatz).
Während eines Zeitraums von 50 Jahren wurde Basel von fünf schweren Pestepidemien heimgesucht: Von 1563 bis 1564 starben in der «Grossen Sterbendt» 4000 Einwohner – ein Drittel der damaligen Stadtbevölkerung. Die Pest kehrte in den Jahren 1576–1578 (etwa 800 Tote), 1582–1583 (etwa 1200 Tote), 1593–1594 (etwa 900 Tote) und ein letztes, aber vernichtendes Mal 1609–1611 (etwa 3600 Tote) zurück.
Gliederung des Stadtstaates Basel im 18. Jahrhundert
1648 vertrat der Basler BürgermeisterJohann Rudolf Wettstein die Eidgenossenschaft amFriedenskongress in Münster und erreichte die Anerkennung der Eidgenossenschaft durch die damaligen Grossmächte. Frankreich bedrohte Basel jedoch ab 1681 durch dieFestung Hüningen direkt an der Stadtgrenze.
Die Stadt Basel verwaltete ihr Herrschaftsgebiet durch vom Rat eingesetzte Landvögte. Es bestanden die ÄmterFarnsburg,Homburg,Kleinhüningen,Liestal,Münchenstein,Riehen undWaldenburg. Konflikte zwischen der städtischen Herrschaft und der Landbevölkerung eskalierten in den Bauernkriegen 1525 und 1653 sowie imRappenkrieg 1591–1594, die Stadt schlug diese Aufstände jedoch blutig nieder.
Der Ankauf desAmerbachschenKunstkabinetts, des Grundstocks aller städtischen Sammlungen, insbesondere des Kunstmuseums, erfolgte 1662.
Die durch Misswirtschaft undNepotismus von Familien wie den Burckhardt und den Socin ausgelöste Staatskrise von 1691 führte unter anderem 1718 zu einer Losordnung ähnlich der Regelung inBern von 1710, die bis zur Helvetik Bestand hatte.[48]
Am 20. Dezember 1790 hob der Grosse Rat von Basel als Reaktion auf dieFranzösische Revolution im städtischen Herrschaftsgebiet dieLeibeigenschaft auf. Nach der DurchreiseNapoleons am 24. November 1797 kam es trotzdem im Januar in der Landschaft zu Aufständen und zum Sturm auf die Landvogteischlösser Waldenburg, Farnsburg und Homburg. Darauf übernahmen die reformerisch und revolutionär gesinnten «Patrioten» um den OberstzunftmeisterPeter Ochs die Macht und erklärten die Gleichberechtigung aller Kantonsbürger. Die Basler Nationalversammlung, eines der ersten Parlamente der Schweiz, setzte sich zu gleichen Teilen aus je 20 Vertretern der Stadt und der Landschaft zusammen und leitete weitreichende Reformen ein.[49] Mit dem Inkrafttreten derHelvetischen Verfassung am 12. April 1798 löste sich dieses Parlament auf, und der alte Stadtstaat Basel hörte formell auf zu existieren. Basel war nun theoretisch eine normale Gemeinde des Kantons Basel derHelvetischen Republik, bildete jedoch einen eigenen Distrikt. Als Folge der Einführung des einheitlichen Bürgerrechts in der Helvetischen Republik wurde auch in Basel die Einwohnergemeinde («Munizipalität») von der Bürgergemeinde getrennt. Der Anteil der Bewohner der Stadt, die Mitglied der Bürgergemeinde waren, sank deshalb bis 1815 auf noch 37 %, während 1779 noch 51 % der Einwohner das Bürgerrecht innegehalten hatten.[50]
Als 1815 derWiener Kongress die ewige bewaffneteNeutralität der Schweiz anerkannte, wurde das ehemaligeFürstbistum Basel zwischen Bern und Basel aufgeteilt: DerJura und dasLaufental gingen an Bern, während Basel die ehemaligen bischöflichen VogteienBirseck undPfeffingen zugesprochen wurde. Im August 1815 feierte BaselErzherzog Johann von Österreich, der dieFestung Hüningen, von der aus Basel immer wieder beschossen und erpresst worden war, zur Kapitulation gezwungen hatte und auf Bitte der Basler Bürger auch gleichschleifte.[51]
Am 4. August 1819 fand die letzte Hinrichtung statt (Basel-Landschaft: 1851). Drei Mitglieder einer Räuberbande wurden am Erdbeergraben vor demSteinentor enthauptet. Der Hinrichtung wohnten 20'000 Schaulustige bei, mehr als Basel damals Einwohner hatte.
1814 wurde die politische Vorherrschaft der Stadt über die Landschaft wiederhergestellt, indem die Stadt ein unverhältnismässiges Übergewicht an Sitzen im Grossen Rat erhielt.[52] Im Jahr 1833 wehrten sich die Landgemeinden (Baselbiet) nach längerem Widerstand erfolgreich gegen die Dominanz der Stadt. Nach der Schlacht an derHülftenschanz, welche die Stadt verlor, konstituierten sich die Landgemeinden als eigenerHalbkantonBasel-Landschaft, nur die rechtsrheinischen GemeindenRiehen,Bettingen und das 1907 in die Stadt eingemeindeteKleinhüningen verblieben bei Basel und bildeten fortan den HalbkantonBasel-Stadt (→Basler Kantonstrennung).
Der erste Zug der Schweiz fuhr 1844 vonSaint-Louis her in Basel ein. 1849 erfolgte der Bau derMuseen an der Augustinergasse, und nach 1859 wurden die Stadtmauern geschleift; nur einige der grösseren Tore wie dasSpalentor blieben erhalten. DieBerufsfeuerwehr Basel wurde 1882 gegründet.
Vom 26. bis zum 29. August 1897 fand der vonTheodor Herzl undDavid Farbstein organisierte ersteZionistenkongress in Basel statt, noch heute ist eine wichtige Strasse inTel Aviv-Jaffa, dieBaselstrasse, zu Ehren der Stadt als «Gründungsorts» Israels benannt. Auf dem Kongress wurde die «Schaffung einer öffentlich und gesetzlich gesicherten Heimat für dasjüdische Volk inPalästina» beschlossen. Zu diesem Zweck wurden ein Fonds und eine «jüdische Bank» (späterBank Leumi) gegründet. Insgesamt fand der Zionistische Weltkongress zehnmal in Basel statt, mehr als in irgendeiner anderen Stadt weltweit.
Basel wurde während derIndustrialisierung zu einer der bedeutendsten Industriestädte der Schweiz. Um 1900 wurde Basel vom Kantonsstatistiker im internationalen Vergleich als «eindeutige Fabrikstadt» bezeichnet. Die Stadt zählte noch bis um 1980 überdurchschnittlich viele Arbeiter.[54]
Zu den bedeutendsten Ereignissen der Basler Geschichte zählt der in Vorahnung der kommenden Ereignisse ausserordentlich anberaumteInternationale Friedenskongress der Sozialisten im November 1912. Während des Ersten Weltkriegs war die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln in der Grenzregion immer sichergestellt, aber schwieriger als in der inneren Schweiz. Der Streikparole desLandesstreiks von 1918 folgte in Basel fast die ganze Arbeiterschaft.[55] Am Nationalfeiertag, dem 1. August 1919, kam es nach Streiks der Färber zu Unruhen, bei denen das Militär auf Demonstranten schoss. Es waren fünf Tote zu beklagen.[56]
Die Basler Grenzregion war dernationalsozialistischen Diktatur in den Jahren von 1933 bis 1945 und dem nahenKriegsgeschehen ab 1939, wie auch andere Grenzgebiete der Schweiz, stark ausgesetzt. Die Auswirkungen davon betrafen sowohl die Bevölkerung als auch die lokalen Unternehmen und die Schweizer Behörden, deren Verhältnis zu Deutschland in dieser Zeit von schwerwiegenden kulturellen, politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Entscheidungen geprägt war. So erwarb dasKunstmuseum Basel 1939 aus deutschen Museen 21 als«entartet» aussortierte Kunstwerke. Die Diskussion über die ambivalenten Aspekte des Ankaufs hält bis heute an.[58][59]
Einerseits stand der Kanton Basel-Stadt mit seiner sozialdemokratischen und sozialistischen Regierungsmehrheit («Rotes Basel») und den weithin wahrgenommenen, bürgerlichenBasler NachrichtenAlbert Oeris in einer breit abgestützten Gegnerschaft zu Nazi-Deutschland, und Flucht-, Propaganda und Schmuggelnetzwerke waren auch noch in der Kriegsphase aktiv (insbesondere via die «Eiserne Hand»). Anderseits gab es wie in anderen Schweizer Städten auch in Basel mehrere Tausend deutscheNSDAP-Mitglieder und schweizerische Anhängerfrontistischer Organisationen. Der exterritorialeBadische Bahnhof und das «Deutsche Heim» in der St. Alban-Vorstadt waren dabei die zentralen Ausgangspunkte für die nationalsozialistischen Aktivitäten in Basel. Diese wurden 1946 erstmals in einem Staatsschutzbericht des damaligen Basler PolizeidirektorsCarl Ludwig dokumentiert.[60]
In militärischer Hinsicht war die Stadt Basel nach dem Rückzug der Schweizer Armee insRéduit von Mitte 1940 bis Herbst 1944 eine «offene Stadt» (gleich wie andere Schweizer Grossstädte) und wäre gegen einen deutschen Angriff nicht verteidigt worden. Irrtümlich bombardiert wurden die Stadt und die Umgebung (wie auch andere Orte in der Schweiz) von den Alliierten 1940 und 1945 (Güterbahnhof Wolf), wobei es Tote und Sachschaden gab.[61]
Seine zweitausendjährige Stadtgeschichte feierte Basel im Jahr 1957. DieRegio Basiliensis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurde 1963 gegründet. Im Jahr 1966 erhielten die Frauen das kantonaleStimmrecht, so dass der Kanton Basel-Stadt als erster deutschsprachiger Kanton dasFrauenstimmrecht in der Schweiz einführte.[62] Im Jahr 1969 scheiterte die Wiedervereinigung von Basel-Stadt undBasel-Landschaft am Nein der Stimmberechtigten in Basel-Landschaft.
Am 1. November 1986 ereignete sich im nahenSchweizerhalle einschwerer Chemieunfall, der für die Bevölkerung glimpflich ausging. Der Rhein wurde jedoch vom Löschwasser verseucht. 1989 wurde dasBasler Übereinkommen zur Kontrolle der grenzüberschreitendenAbfallwirtschaft in Basel zur Unterschriftsreife gebracht. In den 1990er-Jahren erfolgte die Fusion vonSandoz undCiba-Geigy zuNovartis sowie des Schweizerischen Bankvereins und der Schweizerischen Bankgesellschaft zurUBS.
Erstmals seit 1950 gibt es in Basel wieder eine linke Regierungsmehrheit, als es 2004 durch die Stadtwahlen rot-grün wurde. 2006 erhielt Basel-Stadt eine neueKantonsverfassung,[63] mit der unter anderem derGrosse Rat von 130 auf 100 Mitglieder reduziert und das Amt eines Regierungspräsidenten eingeführt wurde.
Durch den Sieg vonNemo beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö hat die Schweiz das Recht erworben, denEurovision Song Contest 2025 auszurichten. Bei der Bewerbung um die Ausrichtung konnte sich Basel gegen Zürich, Genf und Bern durchsetzen.[68] Die beiden Halbfinale und das Finale fanden im Mai 2025 in derSt. Jakobshalle statt.[69]
Die Stadt Basel (Einwohnergemeinde) zählt ohne die beiden Landgemeinden 177'571 Einwohner (31. Dezember 2024) und belegt damit hinterZürich undGenf den dritten Rang in der Schweiz.[5] DerKanton Basel-Stadt zählt insgesamt 201'384 Einwohner.[5] Laut dem Global Human Settlement Layer (GHSL) ist Basel ein zusammenhängendes, dicht bebautes urbanes Siedlungsgebiet mit 428'721 Einwohnern (Stand 2018).[70] Die «trinationale» Agglomeration Basel zählt insgesamt 830'000 Einwohner in derSchweiz,Deutschland undFrankreich.
Tabelle zur Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Basel (Zahlen ab 1900 inkl. Kleinhüningen):[71]
Einwohnerentwicklung Basels
Jahr
Einwohner der Gemeinde Basel
Jahr
Einwohner der Gemeinde Basel
1774
15'040
1910
132'276
1815
16'674
1920
135'976
1835
21'219
1930
148'063
1847
25'787
1941
162'105
1850
27'170
1950
183'543
1860
37'915
1960
206'746
1870
44'122
1970
212'857
1880
60'550
1980
182'143
1888
69'809
1990
178'428
1900
109'161
2000
166'558
Tabelle zur Bevölkerungsentwicklung der «trinationalen» Agglomeration Basel:[72]
Jahr
Agglomeration Basel Einwohner
in der Schweiz
in Deutschland
in Frankreich
2000
731'167
479'308
188'553
63'306
2014
830'758
532'185
206'267
92'306
Das durch dieIndustrialisierung typische und kontinuierliche Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert fand auch in Basel statt. Durch diesen raschen Anstieg wuchs die Stadt hinterZürich zur zweitgrössten in der Schweiz an. Durch die engen Kantons- und Landesgrenzen konnte die Stadt Basel mit der Ausnahme von Kleinhüningen nicht durch Eingemeindungen wachsen, wie das bei den anderen grossen Schweizer Städten der Fall war. Mit der Industrialisierung entstand eine Oberschicht der alteingesessenen Bürger (Daig), die bis ins 20. Jahrhundert ihre Abgeschlossenheit bewahrte und die «ursprüngliche» Form desBaseldeutsch sprach.
Während die Einwohnerzahl der «trinationalen» Agglomeration kontinuierlich steigt, nahm seit 1970 die Bevölkerung der Kernstadt infolge derSuburbanisierung merklich ab. Im Zeitraum von 1970 bis 2005 verliessen über 51'000 Schweizer Bürger Basel und zogen in das angrenzendeUmland, vornehmlich in den Kanton Basel-Landschaft. Im gleichen Zeitraum zogen zwar rund 12'000 Ausländer in die Stadt, die Nettoabnahme von 39'000 Einwohnern führte trotzdem dazu, dass die StadtGenf Mitte der 1990er-Jahre Basel in Bezug auf die Einwohnerzahl überholte. Die Abwanderung steuerlich potenterer Bevölkerungsgruppen war zeitweise in Verbindung mit demSteuerwettbewerb unter den Kantonen für den Stadtkanton ein besonderes Problem.[73]
Konfessionsbild des Kantons Basel-Stadt (Stand 2018)Johannes Oekolampad
Im Jahr 1529 setzte sich in Basel unter der Mitwirkung vonJohannes Oekolampad dieReformation durch, die schnell wichtige Persönlichkeiten wie denStadtschreiberCaspar Schaller für sich gewinnen konnte. Unter dem Druck desrevolutionären Frankreich, welches die Schweiz von 1798 bis 1815 kontrollierte, wurde 1798 offiziell die Glaubensfreiheit gewährt. Im Jahre 1910 wurde die Trennung von Kirche und Staat vollzogen sowie dieChristkatholische Kirche neben derEvangelisch-reformierten Kirche als öffentlich-rechtliche Körperschaft anerkannt. 1972 erfolgte dies auch für dieRömisch-katholische Kirche sowie dieIsraelitische Kultusgemeinde, 2021 schliesslich auch für die Evangelisch-Lutherische Kirche Basel und Nordwestschweiz. Heute zählt Basel über 300 christliche und nichtchristliche Religionen, Kirchen,Freikirchen und andere religiöse Gemeinschaften. Zu den nichtchristlichen Religionen, welche in Basel vertreten sind, gehören diejüdische Gemeinde, derIslam, dieAleviten, dieHindus, dieSikhs, dieBuddhisten und neuere religiöse Bewegungen. Basel hat sich damit von einer mehrheitlich reformierten zu einer multireligiösen Stadt entwickelt.[74] Etwa die Hälfte der Basler Gesamtbevölkerung istkonfessionslos.[75] (→Statistik zur Religionszugehörigkeit)
Obwohl durch die zunehmenden Kirchenaustritte auch die dominierende Stellung der Evangelisch-reformierten Kirche zurückgeht, nimmt sie am sozialen und kulturellen Leben der Stadt nach wie vor grossen Anteil. Ein soziales Netzwerk mit Einrichtungen für dieSeelsorgestellen, Drogenberatung oder denGassenküchen wird durch die Kirche aufrechterhalten. Zu den sichtbaren Zeichen der Evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Basel-Stadt gehören 85 Kirchen, Gemeinde-, Pfarrhäuser undSigristenwohnungen. Zahlreiche Baudenkmäler prägen das Gesicht der Stadt, wie dasBasler Münster als Wahrzeichen von Basel und die InnenstadtkirchenSt. Leonhard,St. Martin,St. Peter und dieTheodorskirche.[77]
Heutzutage ist in Basel die Gruppe der Katholiken die grössteKonfession mit fast 15 Prozent im Jahr 2020. DieRömisch-katholische Kirche Basels zählt insgesamt siebenPfarreien, fünf davon sind deutsch-, eine französisch- (Paroisse catholique du Sacré-Cœur de Bâle) und eine weitere italienischsprachig (Parrocchia cattolica di lingua italiana S. Pio X di Basilea). Die Pfarreien zusammen mit den kantonalen Diensten bilden dasDekanat, das einen Teil desBistums Basel darstellt. Das Bistum Basel hat seinen Sitz trotz dem Namen nicht in Basel, sondern in der KantonshauptstadtSolothurn. DerReligionsunterricht wird gemeinsam mit der Evangelisch-reformierten Kirche organisiert und finanziert. Neben der grösseren Römisch-katholischen Kirche Basels gibt es seit 1873 die kleinereChristkatholische Kirche. Beide katholischen Kantonalkirchen sind seit dem Jahr 1973 durch die Kantonsverfassung als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannt.
Die ersten Menschen jüdischen Glaubens siedelten sich in Basel bereits urkundlich gesichert im 12. Jahrhundert an. Die ersteSynagoge stand am Rindermarkt. Ausgrabungen in Augusta Raurica zufolge könnte die Ansiedlung von Juden sogar auf das 2. Jahrhundert zurückdatiert werden.[79] Die Gründung der heutigenIsraelitischen Gemeinde Basel (IGB) mit damals etwa 70 Mitgliedern geht auf das Jahr 1805 zurück. Zuvor hatten sich als Folge desBasler Judenpogroms über vierhundert Jahre lang keine Juden in Basel niedergelassen.[80] 1895 gründete ihr damaliger GemeinderabbinerArthur Cohn dieSchomre Thora, eine Schule zur Vermittlung jüdischen Wissens. Heute umfasst die IGB in der Stadt und der Umgebung rund 1000 Mitglieder[81] und ist damit die zweitgrösste der Schweiz.[82] Sie erhielt 1972 durch eine kantonaleVolksabstimmung als erste nichtchristliche Glaubensgemeinschaft in einem Kanton der Schweiz die Anerkennung als öffentlich-rechtliche Körperschaft und ist nunmehr den drei Landeskirchen gleichgestellt.[83][84] Sie führt heute neben derSynagoge, auch bekannt alsGrosse Synagoge, diverse Schulen und die öffentliche Karger-Bibliothek.[85]
Neben der Israelitischen Gemeinde Basel gibt es seit 1927 eine sogenannte Austrittsgemeinde, die streng orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft Basel (IRG) mit einer eigenen Synagoge an der Ahornstrasse.[86] Daneben gibt es Migwan, dieLiberale Jüdische Gemeinde der Stadt Basel, welche im Jahr 2004 gegründet wurde.[87] Im Jahr 2014 wurde die neue Synagoge am Herrengrabenweg 50 in Basel eingeweiht. Nun ist Migwan die dritte Mitgliedsgemeinde der «Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS».[88] Zudem steht in Basel dasJüdische Museum der Schweiz, welches eine kostbare Sammlung jüdischer Kulturgüter zeigt.[89] Das Museum feierte im Jahr 2016 sein 50-jähriges Bestehen und war das erste jüdische Museum innerhalb des deutschsprachigen Raums, das nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet wurde.[90] Seit einigen Jahren befindet sich in Basel ausserdem eine Sektion derChabad-Lubawitsch-Organisation. Im Jahr 2012 wurde das Haus «Feldinger Chabad Center» mit der Synagoge eingeweiht.[91]
Seit den 1960er-Jahren gibt es durchEinwanderung aus muslimischen Ländern, vor allem derTürkei, demMaghreb und demKosovo, einen wachsendenmuslimischen Bevölkerungsanteil, der heute schätzungsweise knapp 10 % der Stadtbevölkerung umfasst, in den Kleinbasler Quartieren deutlich mehr (siehe untenstehende Tabelle). Im Jahr 2022 bestanden in Basel 10 Moscheen und Gebetsräume, welche jeweils auch nach Sprachzugehörigkeit organisiert sind.[92][93] Im Jahr 1997 wurde die «Basler Muslim Kommission» gegründet, welche sich als Dachorganisation der sunnitischen Vereine beider Basel versteht. Im Jahr 2004 setzte sich die Vereinigung öffentlich dafür ein, dassHalāl-Schlachtungen in der Schweiz jeweils gesetzeskonform vonstattengehen könnten. Seit Mai des Jahres 2016 hat Sohail Mirza das Präsidentenamt inne. Neben jenen muslimischen Bürgern, die aus islamisch-geprägten Ländern stammen, gibt es auch Schweizer mit nichtmuslimischem Hintergrund, die jeweils zum Islam übertreten und einen wichtigen Bestandteil der islamischen Gemeinden der Stadt darstellen. Beispielshalber ist hier historisch der ÜbertrittJohann Ludwig Burckhardts (alias Scheich Ibrahim), welcher von 1784 bis 1817 lebte und als erster Muslim Basels gilt, zu nennen. Als erster Bürger Mitteleuropas machte er zusätzlich auch die Hadsch nachMekka.[94]
Konfessionszugehörigkeit in Prozent nach Quartier im Jahr 2013 (Quelle:Statistischer Atlas Basel-Stadt):[96]
Quartier
Evangelisch-reformiert
Römisch-katholisch
Christkatholisch
Ostkirchliche
Jüdisch
Islamisch
Andere Religionen
Konfessionslos
Altstadt Grossbasel
21,8
14,4
0,8
0,8
0,7
0,8
3,5
56,8
Vorstädte
18,0
15,8
1,0
1,8
1,4
2,3
3,9
54,8
Am Ring
17,9
15,4
0,8
2,1
2,9
3,1
3,9
52,9
Breite
15,8
15,2
0,6
2,3
0,1
10,3
4,3
50,4
St. Alban
21,4
15,7
0,5
1,9
0,8
5,1
3,3
50,3
Gundeldingen
13,3
14,4
0,5
3,6
0,1
13,9
5,2
47,3
Bruderholz
25,2
17,8
0,4
1,4
0,5
2,5
2,5
49,2
Bachletten
23,8
17,3
0,5
1,2
1,5
3,1
2,2
49,9
Gotthelf
18,7
16,5
0,5
1,7
1,9
3,5
3,6
53,0
Iselin
14,2
16,3
0,5
3,1
0,7
10,7
5,5
48,7
St. Johann
13,1
14,0
0,7
2,7
0,2
13,5
5,2
49,1
Altstadt Kleinbasel
15,0
15,0
1,0
1,9
0,3
5,0
3,1
57,8
Clara
10,4
11,7
0,8
4,7
0,0
12,1
8,0
48,9
Wettstein
19,3
16,0
0,5
1,1
0,2
4,5
3,4
54,2
Hirzbrunnen
19,9
18,6
0,3
1,1
0,1
7,8
2,7
51,2
Rosental
8,7
15,8
0,4
2,2
0,2
20,5
8,3
42,6
Matthäus
10,3
12,1
0,6
4,3
0,1
15,0
6,7
48,8
Klybeck
9,5
11,5
0,4
3,2
0,0
21,4
5,7
45,8
Kleinhüningen
10,2
12,2
0,4
4,4
0,0
20,5
6,6
44,1
Riehen
26,1
16,8
0,3
0,9
0,1
2,9
2,9
49,8
Bettingen
33,1
14,5
0,1
1,2
0,3
0,5
4,4
45,8
Der Grund für die scheinbare Inkonsistenz der quartierweise ausgewiesenen Zahlen mit denen für den Gesamtkanton ist eine unterschiedliche Erhebungsmethode.
Im Zuge der Trennung vonKirche und Staat wurden die damals vier öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften mit der Befugnis ausgestattet, selbständig bei ihren MitgliedernKirchensteuern einzuziehen. Nachdem die zuletzt hierfür verwendete Softwarelösung vom Hersteller nicht mehr unterstützt worden war und für eine neue Lösung sehr hohe Kosten angefallen wären, ersuchten die EinwohnergemeindeBettingen und die vier Religionsgemeinschaften denKanton Basel-Stadt darum, dass künftig wie in den meisten anderen Kantonen der Schweiz sowie in Deutschland die staatliche Steuerverwaltung für die Religionsgemeinschaften die Steuern einzieht (gegen Abgeltung). DerGrosse Rat des Kantons Basel-Stadt trat auf das Ersuchen ein und beschloss im November 2018 eine entsprechende Änderung des Steuergesetzes, wogegen allerdings dasReferendum ergriffen wurde. In derkantonalen Abstimmung vom 19. Mai 2019 hiess eine Mehrheit der Stimmenden jedoch die Gesetzesänderung gut.
Regierung und Verwaltung der Stadtgemeinde Basel werden durch denKanton Basel-Stadt wahrgenommen. DieEinwohnergemeinde Basel verfügt somit weder über eine eigeneExekutive noch eine eigeneLegislative. Stattdessen werden diese Funktionen vomRegierungsrat (Exekutive) respektive demGrossen Rat (Legislative) des Kantons ausgeübt. Diese für Basel etablierte Lösung der Zusammenlegung der Gemeindebehörden mit den Kantonsbehörden ist in der Schweiz einzigartig. Einbürgerungen, die in der Schweiz Aufgabe der Gemeinde sind, werden von derBürgergemeinde vorgenommen.
Wappen und Fahne der Stadt Basel sowie des Kantons Basel-Stadt sind ein nach links (heraldisch rechts) gerichteterschwarzerKrummstab aufweissem Feld,Baselstab genannt. Drei Querbalken unterbrechen diesen Stab, der nach unten breiter wird und in drei Zacken ausläuft. Der Bischofsstab erscheint bereits um 1100 auf einem in Basel geprägten Dünnpfennig.[98] Die heraldische, unten in drei Zacken auslaufende Form erscheint erstmals in dieser Form auf demStäbler, einer seit 1373 im eigenen Münzrecht geprägten Silbermünze im Wert eines halben Pfennigs. In dieser Form wurde der Stab in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts auf das Basler Banner übernommen, und schliesslich auch ins Stadtwappen (um 1500).
Basel kommt aufgrund seiner zentralen Lage in West- respektive Mitteleuropa eine besonders wichtige und bevorzugte handelsgeografische Bedeutung zu. DieMetropolregion Basel umfasst rund 1,3 Millionen Einwohner und 650'000 Erwerbstätige. Basel ist nach der Stadt Zürich der zweitgrösste Wirtschaftsstandort der Schweiz, und der Stadtkanton zählt vor den KantonenZug undGenf das höchsteBIP pro Kopf des Landes.[100][101][102]
Basel ist eines der weltweit wichtigsten Zentren pharmazeutischer Betriebe, wie derNovartis AG,Roche Holding,Syngenta AG und derLonza Group. Wertmässig fallen über 94 % der basel-städtischen Warenexporte auf den Chemie- und Pharmabereich.[103] Zusammen mit den Fabrikationsstätten im benachbartenSchweizerhalle stellt Basel 20 % des SchweizerExports und erwirtschaftet ein Drittel desSozialproduktes. Neben der Chemie sind die IndustriezweigeMaschinenbau,Metallveredelung,Textilverarbeitung sowie dieNahrungs- undGenussmittelproduktion angesiedelt. Die jahrhundertelange Tradition in derPapierherstellung und imBuchdruck hat dazu geführt, dass mehrereVerlage in Basel beheimatet sind. Seit 1917 hat sich aus derSchweizer Mustermesse, einer nationalen Leistungsschau, ein europaweit bedeutender Messestandort entwickelt. DasMessezentrum Basel trägt jedes Jahr zahlreiche weltbekannte Fachmessen und Kongresse aus, unter anderem dieArt Basel, die weltweit grösste Messe für zeitgenössische Kunst, und früher dieBaselworld, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse.
Chemie- und Pharmakonzerne sind ebenfalls in Basel beheimatet, unter anderemNovartis, eineFusion, welche 1996 aus derSandoz und Ciba-Geigy hervorging,Roche,Basilea Pharmaceutica,Acino International undSyngenta, ein im Jahre 2000 entstandenerSpin-out derAgrarsparten von Novartis. Auch dieCiba AG, einSpin-out der Ciba-Geigy, war in Basel ansässig, bevor sie 2008 von dem deutschen ChemiekonzernBASF übernommen wurde und Basel zu einer Zweigstelle von BASF wurde.
In Basel ist der Sektor Transport und Logistik durchPanalpina undSBB Cargo vertreten. Die grösste schweizerische FluggesellschaftSwiss sowieJet Aviation haben ebenfalls ihren Sitz in Basel (früher auch die 2002 aufgelösteCrossair und die 2012 in Konkurs gegangeneHello).
Bedeutende Gross- und Einzelhandelsunternehmen wie die KaufhausketteManor, der Hersteller von RaucherbedarfsartikelnOettinger Davidoff AG, der grösste Fleischproduzent der SchweizBell, der FeinkostherstellerThomy (der 1989 anNestlé ging) sowie das EinzelhandelsunternehmenCoop sind in Basel beheimatet.
Basel hat eine Vielzahl geschichtsträchtiger Gastbetriebe und Hotels.Als Messestandort verfügt die Stadt über zahlreiche Hotels, überdurchschnittlich viele davon imVier- und Fünf-Sterne-Bereich.
DasHotelLes Trois Rois (mit dem RestaurantCheval Blanc), inGrossbasel neben derMittleren Brücke direkt am Rhein, ist eines der ältesten verbrieften Hotels Europas (erste Erwähnung 1681 als Gasthof Drei Könige). Zahlreiche Persönlichkeiten der Geschichte sind imLes Trois Rois abgestiegen (Theodor Herzl, Johann Wolfgang Goethe, Voltaire, Pablo Picasso, Thomas Mann, Marc Chagall, Richard Wagner, The Rolling Stones.Giacomo Casanova schrieb in seinenMemoiren («Histoire de ma vie»): «Wir kehrten bei dem berüchtigten Imhoff ein, der uns die Haut über die Ohren zog; aber die ‹Drei Könige› waren das beste Gasthaus der Stadt.»). Das Luxushotel gehört zu den führenden Hotels in Europa. Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1844 (Architekt:Amadeus Merian) wurde 2004–2006 umfassend renoviert, rekonstruiert und erweitert.
Das älteste Wirtshaus von Basel ist derGasthof zum Goldenen Sternen, der urkundlich 1346 das erste Mal erwähnt wurde und seit 1412 als eine der 13Herrenwirtschaften den Gästen Speis und Trank anbot. Im Jahr 1501 wurden die Gesandten derzehn Orte der damaligen Eidgenossenschaft hier zum Willkommenstrunk empfangen. Nach einer Strassenverbreiterung der Aeschenvorstadt wurde diese Wirtschaft im Jahr 1963 abgebrochen, aber zehn Jahre später auf Initiative des früheren Sternen-Wirtes Jost Müller im St.-Alban-Tal wieder aufgebaut.
Spitzengastronomie wird unter anderem in den RestaurantsCheval Blanc (KochPeter Knogl) undStucki (KöchinTanja Grandits) geboten. Zu den bekanntesten Cafés der Stadt gehört dasGrand Café Huguenin amBarfüsserplatz. Weitere historische Basler Restaurants sind das RestaurantAtlantis am Klosterberg, dieHasenburg und dasGifthüttli in der Grossbasler Altstadt.
Die Gründung der Universität Basel im Jahr 1460 brachte der Stadt und auch dem Druckgewerbe und Verlagswesen grossen Aufschwung. Zu den Papiermachern kamen über 50 Drucker, darunter so berühmte wiePetri,Amerbach undFroben. 1468 erschien eine lateinische Bibel, welche mit beweglichen Lettern vonBerthold Ruppel gesetzt wurde. DerSchwabe Verlag geht auf das Jahr 1488 zurück und ist damit das älteste bestehende Verlagshaus der Welt. In jenem Jahr gründete der BuchdruckerJohannes Petri seineOffizin in Basel. Mit dem berühmtesten aller Basler Drucker,Johann Froben, wurde nach 1500 Basel zu einem der führenden Verlags- und Druckorte Europas, nebenVenedig undParis.
In Basel und der näheren Umgebung erscheinen diverse Zeitungen: Die von derBasler Zeitung Medien herausgegebeneBasler Zeitung(BaZ) ist die grösste Tageszeitung derNordwestschweiz, die aus dem Zusammenschluss vonBasler Nachrichten undNational-Zeitung im Jahr 1977 hervorging. Daneben gibt es diebz Basel, die sich an die gesamte Region Basel richtet, sowie dieRiehener Zeitung als unabhängige Wochenzeitung für die beiden basel-städtischen Gemeinden Riehen und Bettingen. Von 2010 (umstrittener Besitzerwechsel bei derBaZ) bis 2018 erschien zudem wöchentlich dieTagesWoche. Regionale Nachrichten erscheinen auch in der Gratiszeitung20 Minuten. Ein breites Informationsangebot bietet auch die WebzeitungOnlineReports.
Radio SRF betreibt in Basel ein Radiostudio, aus dem der Sendebetrieb vonRadio SRF 2 Kultur abgewickelt wird. Ausserdem bedient der FernsehsenderTelebasel die Stadt und die Nordwestschweiz mit eigenen Programmen.
Seit demMittelalter ist Basel ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen demMittelmeer und derNordsee. Die Fahrt auf demRhein zwischen Basel undRotterdam beträgt 832 km und dauert für heutige Motorschiffe flussab zwischen drei und vier Tagen, flussauf etwa eine Woche. Die Fahrt zwischen Basel undStrassburg wird durch den in den Jahren 1928 bis 1962 (mit kriegsbedingten Unterbrüchen) erbautenRheinseitenkanal erleichtert. Durch diesen Kanal umgehen die Schiffe die gefährlichenStromschnellen von Istein.
DieMannheimer Akte aus dem Jahr 1868 gewährleistet der Schweiz die vollen Verkehrsrechte. Der Rhein gilt bis zur Mittleren Brücke in Basel als internationales Gewässer. Rund 12 % des gesamten schweizerischenImports werden in den Rheinhäfen umgeschlagen, im Jahr 2010 waren dies 5,5 Millionen Tonnen.
In und um Basel gibt es vierHäfen, davon liegt nur der RheinhafenKleinhüningen auf dem Stadtgebiet, die zwei linksrheinischen Hafenteile in Birsfelden und Muttenz-Au liegen auf anstossendem basel-landschaftlichem Boden. Die drei Hafenteile sind als die Schweizerischen Rheinhäfen organisiert, beide Kantone – Basel-Stadt und Basel-Landschaft – sind an dieser Anstalt öffentlichen Rechts beteiligt. Der älteste SchweizerRheinhafen St. Johann ist seit dem 1. Januar 2010 nicht mehr in Betrieb. Ein weiterer Rheinhafen liegt wenige Kilometer nördlich von Basel im deutschenWeil am Rhein. Die Konkurrenz der schnelleren Eisenbahn führte 1843 zur Einstellung des Personenverkehrs auf dem Rhein nach Mainz.
Basel istRegister- undHeimathafen aller in der Schweiz immatrikulierten Hochseeschiffe und -yachten.
Bahnhof Basel SBBPerronhalle mit TGV und SBB EW IV
Auf dem Stadtgebiet befinden sich drei Fernbahnhöfe. DerBahnhof Basel SBB (Centralbahnhof) ist mit etwa 135'000 (Stand 2016) Reisenden pro Tag der grösste Bahnhof in Basel und der sechstgrösste der gesamten Schweiz.[106] Er befindet sich südlich der Innenstadt. Von dort fahren die nationalen Linien nachZürich,Bern,Luzern undBiel/Bienne, unterschiedliche S-Bahn-Linien sowie internationale Linien nach Deutschland, Frankreich, Italien und in die Niederlande. Vom französischen BahnhofBasel SNCF (Elsässerbahnhof), der zum selben Gebäudekomplex gehört, verkehren einige Linien von Basel nach Frankreich und Belgien. Der im Nordosten der Stadt gelegeneBadische Bahnhof (Basel Bad Bf) wird von derDeutschen Bahn betrieben. Hier halten sämtliche Züge von und nach Deutschland und den Niederlanden, hier beginnen auch dieHochrheinstrecke in RichtungSingen, dieOberrheinbahn nachKarlsruhe Hauptbahnhof und die durch dieS-Bahn Basel bediente S-Bahn-Linie (Wiesentalbahn) nachZell im Wiesental.
Daneben existieren die S-Bahn-HaltestellenBasel-St. Johann (an der Bahnlinie Basel SNCF Richtung St. Louis) und Basel-St. Jakob (an der Linie Basel SBB RichtungMuttenz, wobei diese Station normalerweise nur von Extrazügen während Veranstaltungen im StadionSt. Jakob-Park bedient wird) und seit 2006 Basel-Dreispitz (an der Linie Basel SBB Richtung Delémont).
In Basel befindet sich zudem seit 1955 der Sitz derEurofima, der grössten Organisation europäischer Eisenbahnen.
Derzeit wird über den Bau einer unterirdischen Tunnelstrecke durch die Basler Innenstadt diskutiert («Herzstück»). Dabei soll der Bahnhof SBB mit dem Badischen Bahnhof verbunden werden, um ein für die gesamte Region attraktiveres S-Bahn-Netz zu schaffen. Geplant sind mehrere Tiefbahnhöfe in der Innenstadt sowie ein weiterer Ast in Richtung Basel-St. Johann und Flughafen (siehe öffentlicher Nahverkehr).
Der erste Flughafen von Basel wurde 1920 auf dem Sternenfeld-Areal auf dem Gemeindegebiet vonBirsfelden gebaut (Flugplatz Basel-Sternenfeld). In den 1930er-Jahren wurde klar, dass der Flugplatz an diesem Standort nicht im erforderlichen Mass wachsen konnte, um den zukünftigen Anforderungen der Luftfahrt zu genügen. Es entstand die Idee eines binationalen Flughafens auf französischem Gebiet. Die französische Regierung stimmte zu, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unterbrach die Verhandlungen. Nach dem Krieg wurde die Idee zügig wiederaufgenommen, und bereits am 8. Mai 1946, nach nur zweimonatiger Bauzeit und noch vor der Ausarbeitung eines Staatsvertrags, wurde auf dem Gebiet der französischen GemeindeBlotzheim der Flughafen Basel-Mulhouse eröffnet. Natürlich konnten in dieser kurzen Zeit nur die elementarsten Einrichtungen erstellt werden, der weitere Ausbau bis zum «fertigen» Flughafen erstreckte sich dann über viele Jahre. 1987 führte der Flughafen das MarkenzeichenEuroAirport Basel Mulhouse Freiburg ein. Im Jahr 2016 betrug das Passagieraufkommen 7,31 Millionen. Das Streckennetz umfasste im Linienverkehr 62 Destinationen in 30 verschiedenen Ländern, die von 25 Fluggesellschaften bedient wurden. Der EuroAirport Basel ist damit, nach Zürich und Genf, der drittgrösste Schweizer Flughafen.
Die Stadt Basel ist Knotenpunkt wichtiger Strassenverbindungen nach Deutschland und Frankreich. Durch Basel verlaufen die beiden hochrangigenEuropastrassen25 und35 (A2 und A3 bzw. A5 und A35 in Deutschland/Frankreich) in Nord-Süd-Richtung. Gleichgerichtete Europastrassen der Kategorie A verlaufen sonst in der Regel in grösserem Abstand zueinander.
AusLuzern bzw.Zürich verbindet dieA2 bzw. dieA3 (E 25 und E 35) über die Ost- und dieNordtangente die deutscheA 5 (E 35) RichtungKarlsruhe und die französischeA 35 (E 25) RichtungMülhausen und Strassburg. Des Weiteren existieren die Stadt-Autobahnen A18 und A22, welche die Vororte im Kanton Basel-Landschaft mit Basel verbinden. DieA98 bzw. dieA861, die komplett auf deutschem Gebiet verlaufen, dienen als Umfahrung für die massiv überlastete Osttangente. EinAusbau der Osttangente in Form eines Rheintunnels im Rahmen desAusbauschrittes 2023 für die Nationalstrassen wurde in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 24. November 2024 sowohl auf nationaler Ebene als auch im Kanton Basel-Stadt abgelehnt.[107]
Insbesondere inGrossbasel durchziehen drei Strassenzüge in konzentrischer Ringform das Stadtgebiet. Viele Strassen in den Quartieren sind rechtwinklig angeordnet. Der Stadtkern ist weitestgehend alsFussgängerzone vom Autoverkehr befreit.
DerFussverkehr in Basel hatte 2015 einen Anteil von 33 % amModalsplit, gemessen als Anteil der Wege als Hauptverkehrsmittel, er stellt so gemessen die wichtigste Verkehrsform der Stadtbevölkerung dar. 24 % aller Wege, die in der Stadt begannen oder endeten, wurden hauptsächlich zu Fuss zurückgelegt.[114]
In den Jahren 2005 bis 2007 fand eine Kontroverse über die Zukunft derTrolleybusse statt; die Absicht der BVB, diese abzuschaffen und sie durch Erdgasbusse zu ersetzen, wurde in einer Volksabstimmung am 17. Juni 2007 relativ knapp gutgeheissen.
DieS-Bahn Basel verbindet die Agglomeration mit der Kernstadt und damit auch die dreier Staaten miteinander. Derzeit wird über den Bau einer unterirdischen Bahnstrecke diskutiert, die den Badischen Bahnhof mit dem Bahnhof SBB über mehrere Tiefbahnhöfe verbinden soll. Aufgrund schlechter Verbindungen und vieler sogenannter Sackgassen im S-Bahn-Netz ist dieses derzeit den Passagiermengen nicht gewachsen. Das sogenannte «Herzstück Basel» soll diesem Problem Abhilfe schaffen. Geplant ist ausserdem ein weiterer Ast in Richtung Bahnhof Basel-St. Johann sowie ein Bahnanschluss des Flughafens.
Für die Überquerung des Rheins stehen fünf Brücken für den Individualverkehr, eine Eisenbahn- und eine Fussgängerbrücke zur Verfügung (Liste von Brückenbauten in Basel). Ausserdem lässt sich der Rhein mit vierFussgängerfähren überqueren.
In Basel findet jährlich eine der weltweit bedeutendsten Kunstmessen, dieArt Basel statt. Einige weitere bekannte Sehenswürdigkeiten sind derZoo Basel (grösster Zoo der Schweiz), das Basler Münster sowie die Altstadt und die zahlreichen Museen in Basel und den Vororten.
Musikwissenschaftliches Seminar der Universität Basel, Petersplatz
Weit über die Schweiz hinaus bekannt sind die traditionellen Basler Pfeifer und Tambouren derBasler Fasnacht. In Sachen Militär- und Marschmusik findet mit demBasel Tattoo die zweitgrösste Tattoo-Veranstaltung der Welt jährlich in Basel statt.
Die Basler Musikszene brachte bereits mehrere national und international bekannte Bands hervor, zum Beispiel dieLovebugs,Myron undDankner. Ausserdem kommen bzw. kamen der Sänger und SchauspielerMartin Schenkel und die SängerinNubya aus Basel.Black Tiger war der erste in der Schweiz, der auf Mundart rappte. Die Hip-Hop-BandBrandhärd kommt aus der näheren Umgebung von Basel.
DasFLOSS Festival findet jährlich von Ende Juli bis Mitte August am Rheinufer statt.
Als grösstesMehrspartentheater der Schweiz verfügt dasTheater Basel über ein festes Opern-, Schauspiel- und Tanzensemble sowie einen Opernchor. Bei Opern- und Tanzproduktionen versehen sowohl dasBasler Sinfonieorchester als auch andere Klangkörper aus der Region (La Cetra Barockorchester Basel,Kammerorchester Basel,Basel Sinfonietta,Ensemble Phoenix Basel) die Orchesterdienste. Das Theater Basel verfügt über zwei Bühnen im 1975 eröffneten Hauptbau an der Kreuzung Theaterstrasse/Klosterberg sowie über eine weitere Bühne im 2002 eröffneten Schauspielhaus an der Steinentorstrasse 7.
DieKaserne Basel ist wichtigster Auftrittsort für Gruppen der Freien Tanz- und Theaterszene auf dem Gebiet desKantons Basel-Stadt und zeigt regelmässig Gastspiele von Gruppen aus dem In- und Ausland. Das inBirsfelden (Kanton Basel-Landschaft) gelegeneTheater ROXY sowie der inDornach (Kanton Solothurn) domizilierte Theaterbetriebneuestheater.ch sind für die Basler Freie Tanz- und Theaterszene als Produktions- und Auftrittsorte ebenfalls von grosser Bedeutung.
Der Bereich des Kinder- und Jugendtheaters wird durch das junge theater Basel, dasVorstadttheater Basel, das Basler Kindertheater sowie durch die Arbeit freier Gruppen geprägt. Ungewöhnlich vielfältig ist das Angebot an Privat- und Kleintheatern. An Betrieben mit festen Spielstätten sind hier auf dem Territorium der Stadt Basel die Baseldytschi Bihni, das Häbse Theater, dasTheater Fauteuil (mit Tabourettli), der Bau 3 (ehemals TheaterFalle Basel), das Theater Arlecchino, das Theater imTeufelhof, die Theatergarage sowie auf dem Territorium der GemeindeRiehen das Kellertheater Riehen (ehemals Atelier-Theater) zu nennen. Auch das Musical Theater Basel bietet immer wieder Theater- und Tanzgastspiele.
Neben der kontinuierlichen Arbeit der oben genannten Betriebe setzen einige Festivals zusätzliche Akzente, zu nennen sind das Theaterfestival Basel (früher «Welt in Basel»), die Treibstoff Theatertage und das Basler Figurentheaterfestival (alle imbiennalen Rhythmus) sowie das jährlich stattfindende Tanzfest Basel. Hinzu kommen die pluridisziplinären Festivals wildwuchs undCulturescapes, welche einen signifikanten Anteil von Theater- und Tanzproduktionen am Gesamtprogramm aufweisen. Auch dasJugendkulturfestival Basel weist einen steigenden Anteil von Beiträgen aus den performativen Künsten auf.
Museum TinguelyEingang zum Museum der Kulturen, Münsterplatz
DasKunstmuseum Basel (grösste Kunstsammlung der Schweiz) ragt als die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt heraus. Schwerpunkte des Museums liegen bei Künstlern derRenaissance sowie des 19. und 20. Jahrhunderts. Werke ab etwa 1960 werden imMuseum für Gegenwartskunst ausgestellt. 1967 kam es in Basel zu einem Bilderkauf auf Seiten der Bürgergemeinde von zwei bedeutenden Werken vonPablo Picasso aus der Staechelin-Stiftung. Die Stadtbevölkerung, welche über den Erwerb zu entscheiden hatte, nahm das Anliegen in einer berüchtigten Abstimmung an und finanzierte somit den Plan. Picasso entschloss sich darauf, der Stadt weitere vier Werke seiner Sammlung zu vermachen.[120] In der Folge wurde zu Ehren Picassos ein Platz unweit des Kunstmuseums nach diesem benannt. Weitere bedeutende Kunstsammlungen sind unter anderem dasMuseum Tinguely und die privateFondation Beyeler, die in einem vonRenzo Piano entworfenen Haus inRiehen Bilder undPlastiken vor allem derklassischen Moderne zeigt. DasSchaulager wurde 2003 eröffnet und ist vom Konzept her eine Mischung zwischen öffentlichem Museum,Konservatorium und Kunstforschungsinstitut.
Die Archäologische Bodenforschung ist eine kantonale Fachstelle, die sich um dasarchäologische Erbe des Kantons bemüht.[123] Sie gibt regelmässig Jahresberichte und Fachzeitschriften wie die sogenannten Materialhefte heraus.[124]
An verschiedenen Orten der Stadt hat die Fachstelle sogenannte Infostellen eingerichtet, um kompetent über die archäologischen Ausgrabungen Basels zu informieren. Der grösste Teil dieser Stellen befindet sich direkt bei den Grabungsstätten und ist öffentlich zugänglich.[125]
Öffentlich zugängliche Ausgrabungen befinden sich beispielsweise bei der Aussenkrypta des Basler Münsters, wo 1947 Überrestekeltischer undrömischer Herkunft sowie solche aus dem Mittelalter gefunden wurden; die Krypta selbst stammt aus der Zeit von BischofHaito und wird auf 805 bis 823 datiert. Weiter befindet sich eine Infostelle beim ehemaligen Verwaltungsgebäude am Münsterplatz, bei einer Ausgrabung fand man Reste derspätgotischen St. Johanneskapelle von 1386, jedoch auch Überreste einerromanischen Kirche von 1100 und sogar solche einer römischen Strasse. Ein drittes Beispiel ist der wiederentdeckteHafner-Ofen von 1830, dessen Ausgrabungsstelle am Klosterberg zu besichtigen ist. Am Gerbergässlein schliesslich fand man Zeugnisse einerGerberei aus dem Mittelalter.[126]
Basel selbst wurde dem bekannten ArchäologenKarl Schefold zur Heimat, der sich hier 1936 in klassischer Archäologie habilitierte. Er hat bei diversen Ausgrabungen mitgewirkt und einige nennenswerte Werke zur Archäologie verfasst.
Das 68 Meter hoheLonza-Haus von Hans Rudolf und Otto Suter aus dem Jahr 1962 ist ein markantes Hochhaus in Basel und wird oft mit dem MailänderPirelli-Bau verglichen. Zum Bezugszeitpunkt war das Hochhaus das höchste Basels. Die nüchterne, feingliedrige Fassade des Hauses brachte ihm den SpitznamenRasierapparat ein.
Der 105 Meter hoheMesseturm mit 31 Etagen war bis 2010 das zweithöchste Nutzgebäude der Schweiz. Er wurde von der Architektengemeinschaft Morger & Degelo konzipiert und zwischen Juli 2001 und Oktober 2003 erbaut. Der Mitte 2015 fertiggestellteRoche-Turm (Bau 1) überragte Anfang 2014 bereits den Messeturm und ist mit 179 Metern Höhe im Umland weithin sichtbar. Der im Herbst 2022 fertiggestellteRoche-Turm (Bau 2) übertraf die Höhe des Baus 1 im Herbst 2020 und hat mittlerweile seine Endhöhe von 205 Metern erreicht. Er ist nunmehr das höchste Hochhaus der Schweiz. Das höchste freistehende Gebäude der Schweiz ist der 250 Meter hoheFernsehturm auf St. Chrischona bei Basel.
Der 73 Meter hoheBiozentrum-Turm befindet sich im CampusSchällemätteli und wurde aufgrund seiner Bedeutung für die Universität Basel als öffentliches Gebäude im Stadtraum konzipiert. Er wurde im September 2021 eröffnet.
Aus einem Studentenfilmclub (1930) war der Grundstock der Filmsammlung Bächlin-Schmidt-Schmalenbach in das Schweizerische Filmarchiv übergegangen. Die in Basel 1939, 1943 und 1945 durchgeführten Filmwochen können als eines der erstenFilmfestivals der Welt bezeichnet werden – nur dasFestival von Venedig startete früher.[130] Mit Regierungsratsbeschluss vom 1. August 1945 ging das Filmarchiv in den Besitz des Kantons Basel-Stadt über; dort hatte man es der Schulmaterialzentrale angegliedert. Nach einem interkantonalen Aufruf zur Rettung und Finanzierung, der erfolglos blieb, fand sich imStadtrat vonLausanne ein Fürsprecher für die Übernahme des Archivs. Die Filme waren in den Kellerräumen derBasler Kantonalbank am Blumenrain eingelagert. Heute werden sie imSchweizer Filmarchiv in Lausanne aufbewahrt.
Der Verein Le Bon Film fand nach Jahrzehnten endlich eine feste eigene Spielstätte, das Stadtkino. Es befindet sich im ehemaligen Gipsskulpturensaal der Kunsthalle. Die Gipsskulpturen sind in einem Fabrikgebäude in Neu-Allschwil abgestellt. Mit finanzieller Hilfe derChristoph Merian Stiftung wurde das schwarz ausgeschlagene 100-Plätze-Stadtkino möglich.
Nachdem verschiedene pharmazeutische und chemische Unternehmen in Basel ihre eigenen Filmproduktionseinheiten aufgegeben hatten, zerfiel die lokale Produktion. Der mit dreiOscars dekorierteArthur Cohn stammt aus Basel, lokal gibt es eine minimale Filmherstellung im Rahmen von Kursen an der Hochschule für Gestaltung.
Die 1980 gegründeten Krienser Filmtage, heute VIPER (Video Performance) genannt, sind seit einigen Jahren in Basel beheimatet. Die Basler Kinotheater bieten auf 30 Bildwänden eine Vielfalt von Filmen an.
Basel hat viele kleinere und grössereKinos im gesamten Stadtgebiet verteilt. Die grösste Ansammlung an Kinos findet sich entlang der Steinenvorstadt. Viele der Filme werden im Originalton mit Untertitel gezeigt. Im Herbst 2006 wurde dasMultiplex-Kino «Pathé Küchlin» mit 8 Sälen und 2300 Plätzen im Herzen der Stadt eröffnet.
Zusätzlich bietet Basel seit 2007 in den ersten drei Wochen im August Open-Air-Vorstellungen auf dem Münsterplatz mit 2000 Plätzen pro Vorstellung. Das nach dem Hauptsponsor benannte Programm wurde 2013/14 vom Swisslos-Fonds gefördert.[131]
Seit dem Jahr 2009 findet in der Stadt zusätzlich dasLGBTI-FilmfestivalLuststreifen statt, welches nunmehr mit mehreren Tausend Besuchern nach demQueersicht-Festival in Bern zu den grösseren Filmfestspielen seiner Art in der Schweiz gehört.[132]
Im Jahre 2000 wurde dasLiteraturhaus Basel eröffnet, das erste Haus dieser Art in der Schweiz. Seit 2003 findet jährlich im November die «BuchBasel», ein Buch- undLiteraturfestival, statt.
Die Basler Fasnacht ist die grössteFasnacht der Schweiz und gleichzeitig die einzigeprotestantische Fasnacht der Welt.[133] Ihr Auftakt bildet derMorgestraich, der am Montag nachAschermittwoch morgens um vier Uhr beginnt. Die Fasnacht zieht jedes Jahr zehntausende Besucher an und geniesst weltweit grosse Bekanntheit. Nach drei Tagen und Nächten endet sie am Donnerstagmorgen um vier Uhr mit dem sogenannten Endstreich. Während dieser 72 Stunden kann man auf den Strassen der Basler InnenstadtCliquen,Guggenmusiker,Waggiswagen undChaisen bestaunen. Am Montag- und Mittwochnachmittag findet jeweils der Cortège, ein Umzug aller Aktiven, statt. Am Dienstagnachmittag ist die Kinder- und Familienfasnacht und abends dann das grosse Guggen-Konzert. Zur Fasnacht gehören auch dieSchnitzelbänke (Büttenreden), die in Versform und gesungen im Basler Dialekt in Restaurants und Bars der Stadt vorgetragen werden. Traditionelle Speisen zur Fasnacht sind dieMehlsuppe, dieZiibelewaie sowie dieKäswaie.
Wandgemälde mit Leu, Wild Maa und Vogel Gryff
Abwechselnd im Turnus von drei Jahren, am 13., 20. oder 27. Januar, erlebt Basel alljährlich das Fest derDrei Ehrengesellschaften Kleinbasels (→Vogel Gryff). An diesem Tag treten die drei personifizierten Schildhalter Vogel Gryff, ein Greif in schwerem Schuppenpanzer, derWild Maa, ein tännchenschwingender Wilder Mann, und der Leu, ein Löwe, auf. Sie ziehen durchKleinbasel und führen dabei allerorts ihre traditionellen Tänze vor.
In Basel gibt es zahlreiche Sportclubs, vor allem im Fussball. DerFC Basel (FCB) ist der Fussballclub einer ganzen Region und gleichzeitig der international erfolgreichste Fussballclub der Schweiz. DerEHC Basel spielte bis 2008 in der höchstenEishockey-Liga der Schweiz. DieFechtgesellschaft Basel ist eine der ältesten der Schweiz und brachte unter anderem OlympiasiegerMarcel Fischer hervor. Auch im Tennis gibt es Erfolge zu nennen,Roger Federer undPatty Schnyder stammen aus Basel bzw. dem Baselbiet. Basel ist auch Schauplatz derSwiss Indoors, eines internationalen Tennisturniers der ATP-Tour. DerSt. Jakob-Park ist das grösste Stadion der Schweiz und regelmässig Schauplatz im internationalen Fussballgeschehen, so an derFussball-Weltmeisterschaft 1954, derFussball-Europameisterschaft 2008, bei Auftritten des FC Basel in internationalen Wettbewerben, den wichtigsten Länderspielen der Schweizer Nationalmannschaft und 2004 als Spielort im Benefizspiel zwischen den «Zidane & Friends» und «Ronaldo & Friends». Des Weiteren werden der St. Jakob-Park und dieSt. Jakobshalle für Konzerte genutzt. DasBaseball-Team derFlyers aus dem nahegelegenenTherwil ist Schweizer Rekordmeister mit 13 gewonnenen Meisterschaften.
1954 war Basel einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954. 1969 fand hier auch die 5.Gymnaestrada statt.
Am 27. Juni 1971 war Basel bei derTour de France 1971 gleichzeitig Etappenziel und Startort. An diesem Tag wurden drei Etappen ausgetragen. Die erste führte flach vonMülhausen nach Basel, die zweite von Basel über den Schwarzwald nachFreiburg im Breisgau.[134]
Weiter war die St. Jakobshalle 1986 einer der Austragungsorte derHandball-Weltmeisterschaft der Männer, 1998 von Spielen derEishockey-Weltmeisterschaft (Weltmeister Schweden, Schweiz 4. Schlussrang) und war 2006 einer von fünf Austragungsorten der Handball-Europameisterschaft. Basel wurde als einer der Spielorte derFussball-EM 2008 ausgewählt, weil das Stadion St. Jakob-Park bereits über die für einen solchen Grossanlass notwendige Infrastruktur verfügte. Im St. Jakob-Park fanden die drei Spiele der Schweiz (darunter das Eröffnungsspiel), zwei Viertel- und ein Halbfinal statt. Das Stadion verfügt über eine Kapazität von etwa 40'000 Zuschauern und ist damit das grösste Stadion der Schweiz.
ImTennis ist Basel jeweils Schauplatz der Swiss Indoors. Seit 1991 ist die St. Jakobshalle der Austragungsort für dieSwiss Open im Badminton.
Basel ist Austragungsort der seit 2000 stattfindenden European Skateboard Championships, welche die Europameisterschaft im Skateboardfahren darstellen. Sie werden jährlich auf der Kunsteisbahn St. Margarethen ausgetragen.
Seit 2010 findet jeweils im November mit demBasel Head ein Achter-Verfolgungsrennen auf dem Rhein statt.
ImFussball ist die Stadt mit demFC Basel in der höchsten Schweizer Spielklasse, derSuper League, vertreten. Der FC Basel ist 20-maligerSchweizer Meister und zwölfmaligerCupsieger. Daneben qualifizierte sich der FCB fünfmal für dieUEFA Champions League, in der er sich als erster Schweizer Verein für die Achtelfinals qualifizierte.
Ein weiterer Verein mit Teilnahmen im Schweizer Profifussball war derFC Concordia Basel, welcher bis zum Lizenzentzug 2009 in derChallenge League, der zweithöchsten Liga, vertreten war und aktuell viertklassig spielt. DerBSC Old Boys Basel, der für den heutigen Schweizer ErstligistenBSC Young Boys Namens- und Farbgeber war, spielte früher ebenfalls in der höchsten Spielklasse und stand in mehreren Endspielen um die Schweizer Meisterschaft, von denen jedoch keines gewonnen wurde. Momentan (Saison 2022/23) ist «OB» in der fünftklassigen Schweizer Liga, der2. Liga interregional, vertreten. Ebenfalls erstklassig und in mehreren Finals um die Meisterschaft vertreten war derFC Nordstern Basel. Zudem erreichte Nordstern zweimal den Cupfinal, ging jedoch in beiden Fällen gegen denFC Lausanne-Sport als Verlierer vom Platz. Dabei kassierte Nordstern 1935 mit 0:10 die höchste Finalniederlage imSchweizer Cup. Der FC Nordstern spielt heute (Saison 2022/23) in der siebtklassigen3. Liga. Der fünfte ehemals erstklassige Teilnehmer, derFC Black Stars Basel, stellt nach demFC Basel und dem BSC Old Boys Basel die Nummer drei in der Stadt dar und spielt in der viertklassigen Liga, der1. Liga Classic.
Der Ski-Club Basel wurde 1904 gegründet und ist damit einer der ältesten Skiclubs der Schweiz. ImEishockey sind derEHC Basel und der EHC Basel-Kleinhüningen in der 1. Liga vertreten. Die Handballer desRTV 1879 Basel konnten im Jahr 1984 ihren bisher einzigen Schweizer Meistertitel feiern und vertreten die Stadt nach dem zwischenzeitlichen Abstieg seit 2003 wieder in der höchsten Spielklasse (Swiss Handball League). ImBasketball sind dieStarwings Basket Regio Basel der momentan einzige erstklassige Vertreter der Deutschschweiz.
Weitere Vereine sind unter anderem derJudo Club Basel, 1935 gegründet und somit einer der ältesten Judo Clubs in der Schweiz, der Basler Ruder-Club (gegründet 1884), der Rhein Club Basel (gegründet 1883), in dem man das FlachbootWeidling fahren lernt, das europäischeUltimate-Frisbee-TopteamFreespeed Basel, derSchachclub Birsfelden beider Basel (Schweizer Gruppenmeister 2006), dieJugger Basilisken Basel (einziges Schweizer Team)[135] sowie derBeachsoccer-Verein BSC Scorpions Basel, welcher nebst der Schweizer Meisterschaft und dem Schweizer Cup auch die Champions League mehrmals gewinnen konnte. Die Scorpions sind somit einer der erfolgreichsten Beachsoccer-Vereine Europas.
Als Stadtgründer giltLucius Munatius Plancus (87 v. Chr.–15 v. Chr.), der nach dem in Gaeta aufgefundenen Grabstein im Jahre 44 v. Chr. die Kolonie Augusta Raurica (heute:Augst) gegründet hat. Die archäologischen Zeugnisse setzen allerdings bereits im Jahr 6 v. Chr. ein, weshalb die Gründung heute nicht mehr klar nachweisbar ist.
Jakob Meyer zum Hasen wurde 1482 in Basel geboren und verbrachte sein ganzes Leben bis 1531 dort, dazu war er von 1516 bis 1521 Bürgermeister der Stadt. Bekannt wurde er, weil er der erste Bürgermeister aus den Reihen einerZunft war und dieDarmstädter Madonna beiHans Holbein dem Jüngeren in Auftrag gab.
Christoph Merian (1773–1834) war ein Basler Grossgrundbesitzer, Rentier und Gründer derChristoph Merian Stiftung. Letztere spielt heute in der Stadt bis heute in vielen Bereichen prägende Rolle.
Die KunstsammlerinMaja Sacher (1896–1989) gründete nach dem Tod ihres Mannes dieEmanuel Hoffmann-Stiftung, die sich seither der Förderung und Verbreitung von Kunst in der Region Basel widmet. Dank ihrem Engagement konnte 1980 dasMuseum für Gegenwartskunst Basel eröffnet werden.
Die Anwältin und FrauenrechtlerinIris von Roten (1917–1990) wurde in Basel geboren und prägte die Emanzipationsbewegung der Frauen im 20. Jahrhundert der Schweiz mit ihrem WerkFrauen im Laufgitter massgeblich. Als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit studierte sie an den UniversitätenBern,Genf undZürich und wurde in denRechtswissenschaften promoviert. Von 1943 bis 1945 arbeitete sie als Redaktorin für die ZeitschriftSchweizer Frauenblatt. Nach dem Erscheinen vonSimone de Beauvoirs WerkDas andere Geschlecht fing sie an, ein eigenes Buch zu schreiben, das 1958 erschien.
Hans-Peter Tschudi (1913–2002) war Jurist, Politiker (SP) und von 1959 bis 1973Bundesrat. Er bekleidete das Amt des Innenministers, war zweimal Bundespräsident und gilt als «Vater derAHV».
Der vom Basler Grafiker und VerlegerMatthäus Merian (1593–1650) begründeteZweig der Familie führte im 17. Jahrhundert hier und in Frankfurt am Main einen der damals grössten europäischen Verlage. Bekannt wurde dieser durch seine umfassenden Geographietitel.
Der gebürtigeElsässerSerge Lang (1920–1999) wirkte in Basel zunächst als Film-, später als Sportjournalist, der sich vor allem mit demalpinen Skisport und demRadsport befasste. Nachhaltige Bekanntheit erlangte er als Erfinder und einer der Gründerväter desalpinen Skiweltcups.[136]
Marcel Ospel (1950–2020) war Bankmanager und Verwaltungsratspräsident derUBS. Er wurde in Basel geboren. 1998 war er der Architekt der Fusion des Schweizerischen Bankvereins (SBV) mit der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) zur UBS.
Basel hat eine Reihe von Sportgrössen hervorgebracht. Aus der Stadt sind dies folgende Athleten: die FussballerGottfried Dienst, ehem. Fussballschiedsrichter, undKarl Odermatt, ehem. Fussballer;Emil Handschin, ehem. Eishockeyspieler, oder die FechterinGianna Hablützel-Bürki, Europameisterin und Doppel-Silbermedaillengewinnerin an den Olympischen Spielen in Sydney (2000).
Andere Sportgrössen wie der FechterMarcel Fischer (Biel), Olympiasieger 2004, die FussballnationalspielerAlexander Frei,Marco Streller und die Yakın-BrüderMurat undHakan (Münchenstein) sowie die TennisspielerinPatty Schnyder (Bottmingen) werden mit Basel in Verbindung gebracht, obschon sie eigentlich aus demKanton Basel-Landschaft stammen oder, wie Marcel Fischer oder der TennisspielerRoger Federer, dort lange lebten.
Wissenschaft, Humanismus, Philosophie und Religion
Der niederländischePhilologe, Philosoph undHumanistErasmus von Rotterdam (1466 bzw. 1469–1536) verbrachte den Herbst seines Lebens in Basel. Er gilt durch seine kritischen theologischen Schriften als Vorreiter der Reformation.
Theophrastus Bombast von Hohenheim, bekannt unter dem NamenParacelsus (1493–1541), war ein Arzt, Alchemist, Mystiker, Laientheologe und Philosoph. Er war durch seine Heilungserfolge legendär, hatte aber auch beissende Kritik zu verkraften. In Basel hatte er studiert und war ein Jahr als Stadtarzt tätig.
Johannes Heussgen oder bekannter unterJohannes Oekolampad (1482–1531) warReformator in Basel und starb ebenda. Er genoss hohes Ansehen, aber hatte nie eine solch einflussreiche Stellung wieHuldrych Zwingli in Zürich, da Basel Bischofssitz war. Durch Oekolampads Bemühungen wurde aber immerhin 1528 die Glaubensfreiheit fürReformierte in Basel genehmigt.
Als weiterer Reformator und Begründer desCalvinismus istJohannes Calvin (1509–1564) zu erwähnen, der mehrere Jahre in Basel lebte und hier sein HauptwerkInstitutio Christianae Religionis erstmals veröffentlichte. Später wurde er Reformator vonGenf. Calvins Ruf hat durch seine Befürwortung vonHexenverbrennungen arg gelitten. Sein anfänglicher Mitstreiter und späterer GegnerSebastian Castellio lebte seit 1544 in Basel. Ebenfalls 1544 zog der in den Niederlanden verfolgte TäuferDavid Joris nach Basel, wo er bis zu seinem Tod 1556 unter dem Namen Johann von Bruck unerkannt lebte.
Andreas Vesalius (1514–1564) veröffentlichte 1543 in Basel das erste komplette Lehrbuch der menschlichenAnatomie,De Humani Corporis Fabrica‚Über den Bau des menschlichen Körpers‘, das in der Offizin vonJohannes Oporinus gedruckt wurde.[137]
DieFamilie Bernoulli hat über mehrere Generationen hinweg bedeutende Persönlichkeiten in Mathematik und Physik und anderen naturwissenschaftlichen Zweigen hervorgebracht. Acht Mitglieder der Familie waren Professoren, andere Familienmitglieder wandten sich mit Erfolg gesellschaftswissenschaftlichen oder künstlerischen Disziplinen zu. Der mathematische Lehrstuhl war 105 Jahre lang von einem Bernoulli besetzt.[138]Jakob I Bernoulli (1655–1705) war Mathematiker und Physiker. Er war zeitlebens in Basel beheimatet. Jakob Bernoulli hat wesentlich an der Entwicklung der Wahrscheinlichkeitstheorie sowie zur Variationsrechnung und zur Untersuchung von Potenzreihen mitgearbeitet.Daniel Bernoulli (1700–1782) war Mathematiker und Physiker und Neffe von Jakob. Mit Arbeiten zurRiccatischen Differentialgleichung wurde er europaweit bekannt. Der nach Daniel Bernoulli benannteBernoulli-Effekt ist von grosser Bedeutung in der Aerodynamik.
Als einer der bedeutendsten Mathematiker überhaupt giltLeonhard Euler (1707–1783). Euler wurde in Basel geboren und studierte dort. Seine Leistungen im Bereich der Mathematik sind immens und unbestritten, so wird er zum Beispiel als Erfinder der heute in der Mathematik gängigen Symbolik angesehen. Mit über 800 Publikationen gilt er zudem als der produktivste Mathematiker überhaupt. 2007 wurde der 300. Geburtstag von Euler mit einem öffentlichen Festakt, Ausstellungen, Symposien und Publikationen gefeiert.[139]
Der Kulturhistoriker und HumanistJacob Burckhardt (1818–1897) war zeitlebens in Basel ansässig. Seinen Schwerpunkt legte er auf Europas Kunstgeschichte, er erlangte hohe Anerkennung durch seine Werke, vor allem durchDie Zeit Constantins des Grossen von 1857.
Der Mediziner, Anatom sowie Zoologe, Geologe und PaläontologeLudwig Rütimeyer (1825–1895) erforschte die vorweltliche Fauna der Schweiz, wirkte von 1855 bis 1894 an der Universität Basel und wurde 1867 Ehrenbürger von Basel. An ihn erinnern die Rütimeyerstrasse und der Rütimeyerplatz.
Einer der bekanntesten deutschsprachigen Philosophen und Moralkritiker,Friedrich Nietzsche (1844–1900), lebte und wirkte von 1869 bis 1879 in Basel, als Professor für klassische Philologie.[140] Zwar schrieb er die meisten seiner bekannten Werke erst, als er seinen Beruf krankheitsbedingt niedergelegt und Basel wieder verlassen hatte. Verbunden blieb er mit Basel aber durch seinen FreundFranz Overbeck, der dort weiterhin als Professor für Kirchengeschichte wirkte.
Der schweizerische Psychoanalytiker und PsychiaterCarl Gustav Jung (1875–1961) verbrachte in Basel-Kleinhüningen seine Jugendjahre und absolvierte anschliessend ab 1895 an derUniversität Basel sein Medizinstudium.
Der evangelisch-reformierte TheologeKarl Barth (1886–1968) lebte und wirkte in Basel. Er gilt im Bereich der europäischen evangelischen Kirchen aufgrund seiner theologischen Gesamtleistung als «Kirchenvater des 20. Jahrhunderts».
Die WissenschafterTadeus Reichstein (Chemie) sowieWerner Arber (Biologie) waren Professoren an der Universität Basel, als sie mit dem Nobelpreis geehrt wurden.
Albert Hofmann (1906–2008), Schweizer Chemiker und Professor, Entdecker der halluzinogenen Wirkung desLSD, lebte und wirkte in Basel.
Francesco Petrarca (1304–1374), Humanist, mit seinen Studien übte er stärksten Einfluss auf die Humanisten späterer Generationen aus, in der Schweiz etwa aufGlarean; 1356 hielt er sich in Basel auf und kommentierte das Erdbeben als Beispiel für die Unbeständigkeit der Fortuna.
Urs Graf der Ältere (etwa 1485 bis 1529) war einGlasmaler,Kupferstecher und Goldschmied der Renaissance, dessen Werke eine hohe Qualität besitzen und ausser den Glaswerken bis heute erhalten sind. Er verbrachte den zweiten Teil seines Lebens in Basel.
Ein bedeutender Maler derRenaissance war auchHans Holbein der Jüngere (1497 oder 1498–1543), der von 1515 bis 1526 und von 1528 bis 1532 in Basel lebte und seit 1520 das Basler Bürgerrecht besass.
Der Basler Maler, Zeichner und KunstkennerJohann Rudolf Huber wurde in Basel, Bern, Venedig und Rom ausgebildet. Er war in Basel, Stuttgart, Durlach, Bern, Neuenburg und Solothurn tätig und gilt als der bedeutendste Schweizer Maler des Hochbarock.
Der Schriftsteller, Dichter und PrälatJohann Peter Hebel wurde 1760 in Basel geboren, wo seine Eltern in Diensten der BaslerPatrizierfamilie Iselin standen. Er verlebte seine Kindheit zur Hälfte inHausen im Wiesental, zur Hälfte in Basel und besuchte dort zeitweise das Gymnasium am Münsterplatz. Hebel verfasste später unter anderem das GedichtErinnerung an Basel,[141] dessen Text die Grundlage für dasBaslerlied bildet. DieBasler Hebelstiftung pflegt heute das Andenken Hebels in Basel.
Arnold Böcklin (1827–1901) war Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer in Basel. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa. Das WerkDie Toteninsel stammt von ihm, auch ein spätes Selbstbildnis gehört zu seinen Hauptwerken. Sein wichtigster Schüler, derFin-de-Siècle-KünstlerHans Sandreuter (1850–1901), schuf hier zahlreiche Werke, unter anderem die Fassade der «Bärenzunft» und die Wandarbeiten der «Schmiedezunft» in Altbasel.
Hermann Hesse (1877–1962) war ein deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Maler. Seine bekanntesten Werke sindDer Steppenwolf,Siddhartha undDas Glasperlenspiel. 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er lebte von 1881 bis 1886 und dann wieder von 1899 bis 1904 in Basel und erhielt später, im Jahre 1924, auch das Schweizer Bürgerrecht.
Der MalerAlfred Heinrich Pellegrini (1881–1958) war auch Wandmaler. Er wurde in Basel geboren als Sohn von Isidor. 1896 trat er in die kunstgewerbliche Abteilung der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel ein. InMünchen war er als Lehrer an der Kunstgewerbeschule tätig und Mitglied derNeuen Secession.[142]
Der ArchitektHannes Meyer (1889–1954) wurde in Basel geboren, lehrte amBauhaus und hatte ein bewegtes Leben mit Stationen in der Schweiz, Deutschland,Russland undMexiko. Ihm sind vor allem Werke im Bereich des Siedlungsbaus zu verdanken.
Für den Literaturkritiker und ÜbersetzerWalter Widmer (1903–1965) war Basel der Lebensmittelpunkt, und 1938 wurde hier sein Sohn, der SchriftstellerUrs Widmer, geboren.
Die in Basel geborene Schweizer KünstlerinIrène Zurkinden (1909–1987) prägte das künstlerische Milieu der Stadt über Jahrzehnte hinweg entscheidend mit. Ab 1942 nahm Zurkinden an den Ausstellungen derGruppe 33 teil. In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre und in den frühen 1940er-Jahren entstanden surrealistisch inspirierte Arbeiten. Das Kunstmuseum Basel ehrte sie 1985 mit einer umfassenden Retrospektive ihres Werkes. Nach demZweiten Weltkrieg lebte Zurkinden wieder abwechselnd in Basel undParis und unternahm längere Reisen nachMarokko (1948),Spanien (1950/51) undItalien (1952/53). Sie entwarf in diesen Jahren Kostüme und Bühnenbilder für dasTheater Basel und erhielt vermehrt Illustrationsaufträge für Bücher.
Für die in Berlin geborene KünstlerinMeret Oppenheim (1913–1985) wurde Basel mit der Emigration aus Deutschland im frühen Kindheitsalter zeitlebens zu einem wichtigen Bezugs- und Schaffensort. Sie war unter anderem zusammen mitAndré Breton,Luis Buñuel undMax Ernst eine der wichtigsten Vertreterinnen desmagischen Surrealismus. Neben dem Anfertigen von zahlreichen Figuren, Statuen und Kunstinstallationen anderer Art ist sie auch für die FotografienMan Rays, die im Jahr 1933 in ihrem BildzyklusÉrotique voilée erschienen und ihr den Ruf der «Muse der Surrealisten» einbrachten, berühmt. Auch sie gehörte der antifaschistischen KünstlervereinigungGruppe 33 an.[143]
Der BildhauerPaul Suter (1926–2009) hatte in Basel ein Atelier. Er gilt als einer der grossen Schweizer Stahlplastiker nach dem Zweiten Weltkrieg. Etliche seiner grossen Stahlskulpturen sind in Basel an öffentlichen Strassen und Plätzen zu finden.
Der Maler, Grafiker und PlastikerRené Bernasconi kam 1946 nach Basel und blieb dort bis zu seinem Tod 1994. Im Nachruf schrieb dieBasler Zeitung, dass Bernasconi «mit seinen noblen Abstraktionen zu den Habitués des städtischen Ausstellungsbetriebs» gehört habe.[144] Frei zugänglich sind seine vier grossen Betonreliefs an der ab 1959 gebauten Schule in der Engelgasse im Basler Stadtteil St. Alban.
Die SchauspielerinMarthe Keller (* 1945) wurde in Basel geboren. Sie zählt gemeinhin zu den erfolgreichsten Schweizer Schauspielerinnen auf der internationalen Bühne. Zu Beginn des Jahres 2012 wurde sie von der französischen Regierung in den Rang einesRitters der französischen Ehrenlegion erhoben.[145]
Jacques Herzog (* 1950) und Pierre de Meuron (* 1950) bilden zusammen das bekannte ArchitekturbüroHerzog & de Meuron mit Sitz in Basel. Ihre Bauwerke erreichen weltweit Bekanntheit und Anerkennung, so beispielsweise derSt. Jakob-Park in Basel, dieAllianz Arena inMünchen oder das als «Vogelnest» bezeichneteNationalstadion Peking.
Jeanne Waltz (* 1962 in Basel) ging 1989 nach Portugal und arbeitet seither hauptsächlich fürportugiesische Filmproduktionen als Bühnenbildnerin und Drehbuchautorin, ist aber auch Regisseurin.
Alfred Berchtold:Bâle et l’Europe. Une histoire culturelle. Payot, Lausanne 1990.
Paul Burckhardt:Geschichte der Stadt Basel. Von der Zeit der Reformation bis zur Gegenwart. Helbling & Lichtenhahn, Basel 1942 (2. Auflage: Helbling und Lichtenhahn, Basel 1957).
Fritz Meier:Basler Heimatgeschichte. Heimatgeschichtliches Lesebuch von Basel. 5. Auflage. Lehrmittelverlag des Kantons Basel-Stadt, Basel 1974,DNB201615657.
René Teuteberg:Basler Geschichte. 2. Auflage. Hrsg. von der Christoph-Merian-Stiftung aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens. Merian, Basel 1988,ISBN 3-85616-034-5.
Hans Bertschi:Basler Stadtführer. F. Reinhardt, Basel 2000,ISBN 3-7245-1131-0.
Anne Nagel, Brigitte Meles, Martin Möhle:Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt. Basel-Stadt. Band VII:Die Altstadt von Grossbasel. Teil I:Profanbauten (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 109). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 2006,ISBN 3-906131-84-X.
Christian Wurstisen:Baßler Chronick / Dariñ alles was sich […] nicht nur in der Statt und Bistumbe Basel von ihrem Ursprung her […] biß in das gegenwirtige MDLXXX Jar gedenckwirdiges zůgetragen […] (= Bibliotheca Palatina. H2037/H2043). Sebastian Henricpetri, Basel 1580,OCLC312373054 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Johann Groß:Kurtze Baßler Chronick: Oder: Summarischer Begriff aller denckwürdigen Sachen und Händeln, so sich von vierzehen hundert Jahren bis auf das MDCXXIV. Jahr […] zugetragen […]. Johann Jacob Genath, Basel 1624 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Evangelisch-reformierte Landeskirchen und andere evangelische Religionsgemeinschaften.
↑Innerhalb der Gruppe «übrige Christen» gab es eine Verschiebung: Die Anzahl Christkatholiken nahm stark ab, während die Anzahl ostkirchlicher etwa gleich stark zunahm.
↑Für die Abnahme derer ohne Zugehörigkeit zwischen 1990 und 2000 gibt es zwei Erklärungen:
Unter den Ausländern nahm der Anteil derer ohne Zugehörigkeit stark ab.
Man kann vermuten, dass jene ohne Zugehörigkeit die Auskunft überdurchschnittlich oft verweigerten. Aufgrund der hohen Zahl der Auskunftsverweigerungen in der Volkszählung 2000 hätte das eine merkbare Verfälschung der Statistik zur Folge.
↑Mitchell Geoffrey Bard, Moshe Schwartz:1001 Facts Everyone Should Know about Israel. Rowman & Littlefield, Lanham, MD 2005,ISBN 0-7425-4358-7,S.7,«37. Seventeenth Zionist Congress» (Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 7. Januar 2018]).
↑Amt für Mobilität Kanton Basel-Stadt:Verkehrskonzept Innenstadt. In:mobilitaet.bs.ch, abgerufen am 21. Juli 2016.
↑Ammianus Marcellinus,Römische Geschichte 30,3:Valentiniano post uastatos aliquos Alamanniae pagos munimentum aedificanti prope Basiliam, quod appellant accolae Robur.
↑So etwaEckhard Deschler-Erb, Andrea Hagendorn, Guido Helmig:Römische Zeit, 52 v. Chr.–476 n. Chr. In: Marion Benz (Red.):Unter uns. Archäologie in Basel. Hrsg. von Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt, Historisches Museum Basel. Christoph-Merian-Verlag, Basel 2008,ISBN 978-3-85616-384-6, S. 177–203, hier S. 199.
↑So etwa Nikolas Hächler,Beat Näf,Peter-Andrew Schwarz:Mauern gegen Migration? Spätrömische Strategie, der Hochrhein-Limes und die Fortifikationen der Provinz Maxima Sequanorum. Eine Auswertung der Quellenzeugnisse. Schnell & Steiner, Regensburg 2020,ISBN 978-3-7954-3511-0, S. 263 (zora.uzh.ch).
↑Notitia dignitatum, 267; Geograph von Ravenna 4,26.
↑Guido Helmig:Basilia, Totentanz und Römergräber. In:Mille fiori. Festschrift für Ludwig Berger (=Forschungen in Äugst. Band 25). Römermuseum, Augst 1998, S. 123–130, hier S. 130; Guido Helmig:Basilia fit. Zwei Wörter, die Geschichte machen. In:Basler Stadtbuch. 2008, S. 211–213.
↑Jean Lafaurie:Tremissis mérovingien inédit émis à Bâle (Un monnayage de Gontran en Burgondie). In:Revue Numismatique. VI. Serie, Band 36, 1994, S. 182–198 (Digitalisat). ZustimmendMichael Matzke in:Historisches Museum Basel. Jahresbericht 2009.ISSN1013-6959, S. 101 (PDF des gesamten Jahresberichts; 17,6 MB; mit farbiger Abbildung der Münze).
↑abAndres Kristol et al.:Dictionnaire toponymique des communes suisses –Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri. Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005,ISBN 3-7193-1308-5, und Éditions Payot, Lausanne 2005,ISBN 2-601-03336-3.
↑Michael Blatter/Kanton Basel-Landschaft, Staatsarchiv:Was bedeutet der Name «Basel»? In: baselland.ch. Archiviert vom Original am 5. November 2012; abgerufen am 27. Juni 2009. Peter Ochs:Geschichte der Stadt und Landschaft Basel. Band 1, Berlin/Leipzig 1786,OCLC563591465, S. 106 (Scan in der Google-Buchsuche).
↑Joseph Trouillat:Monuments de l’histoire de l’ancien évêché de Bâle, de l’origine à 1500. Vol. 1. Victor Michel, Porrentruy 1852, Kap. 7, S. 13 (lateinisch;Textarchiv – Internet Archive).
↑Jürg Tauber:Der Faustkeil von Pratteln. In: Jürg Ewald, Jürg Tauber (Hrsg.):Tatort Vergangenheit. Ergebnisse aus der Archäologie heute. Wiese-Verlag, Basel 1998,ISBN 3-909164-62-5, S. 94 f.
↑Der Chopper von Riehen. In: Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt. Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 28. Mai 2022.
↑Luzia Knobel:Archäologie. In: Gemeinde Lexikon Riehen.
↑Rolf d’Aujourd’hui:Zum Genius Loci von Basel – Ein zentraler Ort im Belchen-System. In:Basler Stadtbuch 1997. Basel 1998, S. 125–138.
↑René Teuteberg:Basler Geschichte. 2. Auflage. Hrsg. von der Christoph-Merian-Stiftung aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens. Merian, Basel 1988,ISBN 3-85616-034-5, S. 52.
↑Markus Asal:Basilia – das spätantike Basel. Untersuchungen zur spätrömischen und frühmittelalterlichen Siedlungsgeschichte. Die Grabung Martinsgasse 6+8 (2004/1) und weitere Grabungen im Nordteil des Münsterhügels (=Materialhefte zur Archäologie in Basel. Heft 24). 2 Bände, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt, Basel 2017,ISBN 978-3-905098-63-1 (Digitalisate: Textband A,doi:10.12685/mh.24A.2017.1-336; Katalogband B,doi:10.12685/mh.24B.2017.1-219), vor allem die Synthese auf S. 289–312.
↑Ammianus Marcellinus,Römische Geschichte 30,3; dazu Nikolas Hächler, Beat Näf, Peter-Andrew Schwarz:Mauern gegen Migration? Spätrömische Strategie, der Hochrhein-Limes und die Fortifikationen der Provinz Maxima Sequanorum. Eine Auswertung der Quellenzeugnisse. Schnell & Steiner, Regensburg 2020,ISBN 978-3-7954-3511-0, besonders S. 263 f. (zora.uzh.ch).
↑Andreas Heusler:Geschichte der Stadt Basel. 6. Auflage. Frobenius, Basel 1969,DNB573978492, S. 36–38.
↑René Teuteberg:Basler Geschichte. 2. Auflage. Hrsg. von der Christoph-Merian-Stiftung aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens. Merian, Basel 1988,ISBN 3-85616-034-5, S. 133–135.
↑Anton Schlossar:Erzherzog Johann von Österreich und sein Einfluß auf das Culturleben der Steiermark. Originalbriefe des Erzherzogs aus den Jahren 1810–1825. Beitrag zur Culturgeschichte Österreichs, mit einer Einleitung, Erläuterungen, Anmerkungen und einem Anhange urkundlicher Beilagen zur Zeitgeschichte. Wilhelm Braumüller, Wien 1878,OCLC163231967, S. 307 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Eugen A. Meier:Basler Almanach. Ein authentischer Geschichtskalender der Stadt und Landschaft Basel durch die Jahre 237–1914. Band II vom 1. Juli bis 31. Dezember, S. 48. Buchverlag der Basler Zeitung, Basel 1989,ISBN 3-85815-198-X
↑René Teuteberg:Basler Geschichte. 2. Auflage. Hrsg. von der Christoph-Merian-Stiftung aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens. Merian, Basel 1988,ISBN 3-85616-034-5, S. 362–364.
↑Sylvia Schenker, Jonas Peter Weber: Fünf Tote, viele Verletzte, aber keine der Forderungen erfüllt. Zum Basler Generalstreik von 1919, der vor 80 Jahren die Rheinstadt für einige August-Tage lahmlegte. In: prokasernenareal.ch. 2. August 2017, abgerufen am 26. August 2019 (aus dem Online-Archiv derBasler Zeitung vom 9. August 1999).
↑Die Darstellung der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit spezifischem Bezug zu Basel beginnt 1957 mit: Fritz Grieder:Basel im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. In:Basler Neujahrsblatt. 1957,ZDB-ID 721017-6. Die Forschungstätigkeit hat seit 1989 deutlich zugenommen:Ausstellung Reduit Basel, mit Katalog: Nadia Guth, Bettina Hunger (Hrsg.):Réduit Basel 39–45. Katalog zur Ausstellung des Historischen Museums Basel in der Stückfärberei, Kleinhüningen, 4. November 1989 bis 28. Januar 1990. Friedrich Reinhardt Verlag, Basel 1989,ISBN 3-7245-0692-9. Heiko Haumann, Erik Petry, Julia Richers (Hrsg.):Orte der Erinnerung. Menschen und Schauplätze in der Grenzregion Basel 1933–1945. Christoph Merian Verlag, April 2008,ISBN 978-3-85616-364-8. Lukrezia Seiler, Jean-Claude Wacker:„Fast täglich kamen Flüchtlinge“. Riehen und Bettingen – zwei Grenzdörfer 1933–1948. 4., überarb. und erw. Auflage. Christoph Merian Verlag, Basel 2013,ISBN 978-3-85616-580-2. Grenzfälle. Basel 1933–1945. Herausgegeben von Alexandra Heini und Patrick Moser für dasHistorische Museum Basel. Christoph Merian Verlag, Basel 2020,ISBN 978-3-85616-916-9.
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↑Bald jeder zweite Basler ohne Religionszugehörigkeit – ref.ch. In:ref.ch. 23. Oktober 2013 (ref.ch [abgerufen am 6. September 2017]).
↑Simon Hehli:Tour de Suisse der Reformation. In:Neue Zürcher Zeitung. 4. November 2016, S. 15.
↑Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt:Kirchenbauten der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Mit einem Vorwort von Lukas Kundert. Hrsg. von Evangelisch-Reformierte Kirche Basel-Stadt, Basel [2010],OCLC841877849 (Fotos).
↑Gunnar Mikosch:Anna Carolina Hirzel-Strasky, «Menschliche Werkzeuge göttlicher Erziehung»: Die Evangelische Predigerschule in Basel (1876–1915) und ihre Schüler, Zürich 2000. In:Zwingliana. 2002,ISSN2296-469X,S.160–162,doi:10.69871/a3r50590 (zwingliana.ch [abgerufen am 13. Mai 2025]).
↑Heiko Haumann (Hrsg.):Acht Jahrhunderte Juden in Basel. 200 Jahre Israelitische Gemeinde Basel. Schwabe, Basel 2005,ISBN 3-7965-2131-2, S. 8 (Snippet-Ansicht in der Google-Buchsuche): Am Ende des «18. Jahrhunderts, als Folge der Französischen Revolution (die für dieelsässischen Juden zunächst fatale Konsequenzen hatte), gelangten wieder Juden nach Basel, konnten sich hier niederlassen und schliesslich im Jahr 1805 (das genaue Datum ist nicht bekannt!) eine Gemeinde, unsere heute noch bestehende Gemeinde, gründen.»
↑Auskunft der Gemeindeverwaltung der IGB am 27. Oktober 2016. – Vgl.Religionszugehörigkeit. (XLSX) T01.7.02 – Bevölkerung nach Religionszugehörigkeit und Heimat. In:statistik.bs.ch, abgerufen am 9. Oktober 2022 (Jüdische Religionsgemeinschaften, Mitglieder ab 15 Jahren: 906).
↑Rechtliche Strukturen und Organisationsformen. Rechtliche Organisation von Gemeinschaften. Öffentlich-rechtliche Körperschaften. In: inforel.ch. INFOREL, Information Religion, 3. Februar 2011, abgerufen am 21. Juli 2016.
↑Judentum in Basel. Hrsg. von Christoph Peter Baumann/INFOREL, Information Religion. Manava, Basel 2010,ISBN 978-3-906981-34-5.
↑Jubiläum! Das Jüdische Museum der Schweiz wird 50. In:juedisches-museum.ch, Jüdisches Museum der Schweiz, abgerufen am 5. Dezember 2016: «Zum fünfzigsten Jubiläum 2016 präsentiert es sich mit neuen Schwerpunkten und in neuem Design.»
↑abBasel-Stadt, Mobilität; Stadt Bern, Verkehrsplanung; Stadt Luzern, Tiefbauamt; Stadt St. Gallen, Tiefbauamt; Stadt Winterthur, Tiefbauamt und Stadt Zürich, Tiefbauamt (Hrsg.):Städtevergleich Mobilität. Vergleichende Betrachtung der Städte Basel, Bern, Luzern, St.Gallen, Winterthur und Zürich im Jahr 2015. Oktober 2017,S.11 (winterthur.ch [PDF;360kB]).
↑Hans Amstutz, Reto Caluori:Jahresbericht 2017. Universität Basel. Hrsg.: Universität Basel. Basel 20. April 2018,S.3 (unibas.ch [PDF;2,9MB; abgerufen am 25. August 2018]).
↑Urs Buess, Kurt Wyss:Picasso-Legende. Picasso ist zurück. Wenn das Kunstmuseum im März dieses Jahres die grosse Picasso-Ausstellung eröffnet, lebt auch die Legende vom Basler Bilderkauf 1967 wieder auf. In:TagesWoche. 17. Januar 2013, abgerufen am 22. Juli 2016 (Website-Label: «Warum Pablo Picasso der Stadt Basel vier Bilder geschenkt hat»).
↑A Roland for an Oliver 2015. In: arolandforanoliver.ch. Archiviert vom Original am 6. März 2016; abgerufen am 7. März 2016 («Plattform der unabhängigen, nichtkommerziellen Projekträume und Projekte in Basel»).
↑Martin Möhle:Der Spiesshof in Basel (=Schweizerische Kunstführer. Nr. 881, Serie 89). Hrsg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). GSK, Bern 2010,ISBN 978-3-85782-881-2.
↑Felix Ackermann, Niklaus Röthlin:Das Stadthaus in Basel (=Schweizerische Kunstführer. Nr. 688, Serie 69). Hrsg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). GSK, Bern 2001,ISBN 3-85782-688-6.
↑Charles Stirnimann, Rolf Thalmann, Monika Schib Stirnimann:Weltformat. Basler Zeitgeschichte im Plakat. Christoph Merian Verlag, Basel 2001,ISBN 3-85616-141-4.
↑Stefan Oswalt: Der Grösste schwieg. Heute vor 50 Jahren fand das erste Weltcup-Rennen statt. Erinnerungen an grosse Namen, Entwicklungen und Erfolge. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Januar 2017, abgerufen am 4. Dezember 2018.
↑Hans Wußing, Wolfgang Arnold:Biographien bedeutender Mathematiker. Eine Sammlung von Biographien. Hrsg. von Hans Wußing, Wolfgang Arnold. 3., überarb., für den Aulis-Verlag veranst. Auflage. Aulius Verlag & Deubner, Köln 1989,ISBN 3-7614-1191-X, S. 222 (Lizenzausgabe des Verlages Volk und Wissen, Berlin).
↑Andreas Urs Sommer:Nietzsche als Basler Philosoph Friedrich Nietzsche als Basler Philosoph. In:Emil Angehrn, Wolfgang Rother (Hrsg.):Philosophie in Basel. Prominente Denker des 19. und 20. Jahrhunderts. Schwabe, Basel 2011,ISBN 978-3-7965-2602-2, S. 32–60 (stellt bisher unbekannte Dokumente aus Nietzsches Basler Zeit vor, etwa die von ihm als Abteilungsdekan an der Universität verfassten Fakultätsprotokolle;academia.edu [mit Anmeldung]).
↑Die WebsiteStadt.Geschichte.Basel bietet auch „einen öffentlichen Zugang zu Forschungsdaten, präsentiert als Data Stories. Plattform und Vermittlungsangebote sprechen ein breites Publikum an. Ergänzend dazu bietet sie Blog-Seiten“ zu Teilaspekten. (Aus der Einleitung auf der Website. Stand: Mai 2025).