Ballen

AlsBallen (Torus) bezeichnet man unbehaarte, erhabene Hautbezirke an den Gliedmaßenspitzen, die von einem Polster aus verdickterUnterhaut oder Muskeln unterlagert sind. Man unterscheidet nach der Lage verschiedene Ballen:

- Die Finger- bzw. Zehenballen (Tori digitales) liegen an der Basis der Finger- bzw. Zehengrundgelenke.
- Der Hand- bzw. Sohlenballen (Torus metacarpeus bzw.metatarseus) liegt im Bereich derMittelhand bzw. desMittelfußes. Beim Menschen wird er an der Hand inThenar undHypothenar gegliedert. BeiPferden nennt man ihn „Sporn“ (Calcar metacarpeum bzw.Calcar metatarseum).
- Der Handwurzel- bzw. Fußwurzelballen (Torus carpeus bzw. tarseus) liegt oberhalb desHand- bzw.Sprunggelenks. Er ist beim Menschen nicht ausgebildet, bei Pferden ist er rudimentär und wird „Kastanie“ genannt.
DieEpidermis der Ballen ist stark verhornt, wobei nur platteHornzellen übereinander geschichtet oder, bei den Zehenballen vonHuf (Torus ungulae) undKlaue, Röhrchenstrukturen ausgebildet sind. In der Unterhaut und derLederhaut der Ballen findet man bei vielen SäugetierenSchweißdrüsen.
DieHyperkeratose der Ballen ist eine erblich bedingte seltene Erkrankung bei einigen Hunderassen. Bei derSplit Paw Pad Disease der Hunde lösen sich die oberen Epidermisschichten ab. Bei Katzen kommt gelegentlich eine Erkrankung mit starker Schwellung der Ballen vor, die alsplasmazelluläre Pododermatitis bezeichnet wird.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- H. Geyer:Äußere Haut, Integumentum commune. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.):Anatomie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2004,ISBN 3-8304-1007-7, S. 633–677.