| Offenbach-Bieber–Dietzenbach | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Empfangsgebäude des Bahnhofs Dietzenbach | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (DB): | 3662 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (DB): | 645.2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke: | 317k(1946) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 9,6 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm(Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenklasse: | D4 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stromsystem: | 15 kV 16,7 Hz ~ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| MaximaleNeigung: | <15 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| MinimalerRadius: | 300 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zugbeeinflussung: | PZB | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zweigleisigkeit: | Offenbach-Bieber–Dietzenbach Mitte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bundesland (D): | Hessen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
DieBahnstrecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach ist eine weitgehend zweigleisigeHauptbahn. Sie zweigt imBahnhof Offenbach-Bieber von derRodgaubahn ab und führt überHeusenstamm bis nachDietzenbach. Die Strecke wird von der Linie S 2 derS-Bahn Rhein-Main befahren.
Die Strecke Offenbach-Bieber–Dietzenbach schließt an die 1896 eröffneteRodgaubahn an und wurde am 1. Dezember 1898 eröffnet.[1] Sie ist Ergebnis eines seit etwa 1870 anhaltenden, lange andauernden Bemühens der lokalen Ebene, das Gebiet südlich von Offenbach durch eineEisenbahn zu erschließen, die aber durch dasGroßherzogtum Hessen nur sehr zögerlich aufgegriffen wurde. So dauerte es bis 1888 bis schließlich die Zustimmung der Regierung vorlag und weitere zehn Jahre, bis der erste Zug fuhr.
Die Züge verkehrten zunächst im Dampfbetrieb, nach demZweiten Weltkrieg zunehmend mitDiesellokomotiven. Die Bedeutung der Verbindung lag im wachsenden Pendlerverkehr aus demLandkreis Offenbach zu den Arbeitsplätzen in derLederwarenindustrie der Kreisstadt.
Zum 18. Juni 1982 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt und abgesehen von den zumHessentag 2001 eingesetzten Zügen erst im Dezember 2003 wieder aufgenommen, nachdem die Strecke zwischenzeitlich nur gering durchSchienengüterverkehr genutzt worden war (vom sogenannten „Bananenexpress“).
Bereits Ende der 1950er-Jahre wurde die Einrichtung einesS-Bahn-Betriebes auf der Strecke ins Gespräch gebracht. Es sollte aber noch bis zum 23. März 2001 dauern, bis ein Umbau der Verbindung nach Dietzenbach zu einer zweigleisigen,elektrifizierten Strecke im Rahmen desFrankfurter S-Bahn-Netzes begonnen wurde. Eine Verlängerung zum zentralenBahnhof Rödermark-Ober Roden über Rödermark-Urberach scheiterte an fehlender Wirtschaftlichkeit.
Der letzte Kilometer zwischen dem BahnhofDietzenbach Mitte und dem HaltepunktDietzenbach Bahnhof wurde nur eingleisig ausgeführt. Die Endhaltestelle liegt in unmittelbarer Nähe zum Spessartviertel (ehemals: „Starkenburgring“), einem überregional bekanntensozialen Brennpunkt. Nach einschlägigen Vorfällen wurden dort dieKeramikisolatoren an denOberleitungsmasten der Bahn mit schusssicheren Metallplatten zu der Hochhaussiedlung hin versehen.
Zum Fahrplanwechsel 2003/2004 am 14. Dezember 2003 wurde der S-Bahn-Betrieb aufgenommen, die Strecke Teil der S-Bahn-LinieS 2 (Niedernhausen–Dietzenbach) und so in das von derDB Regio AG betriebene Netz der S-Bahn Rhein-Main integriert.
Nach dem Umbau zur S-Bahn verblieb nur ein einzigerGleisanschluss in Dietzenbach-Steinberg. Dieser wurde bis Herbst 2008 zuletzt nur noch von einem Früchte-Großhandel zwecks Belieferung einer Halle zur Reifung von Bananen genutzt, der aber nun auch aufStraßengüterverkehr umgestellt hat.[2][3]
Seit Betriebsaufnahme gab es Pläne, die Strecke über Dietzenbach hinaus zu verlängern. Dietzenbach sollte also nicht Endpunkt der Strecke bleiben. 1906 und erneut 1913 war eine Fortführung nach Messel im Gespräch, derErste Weltkrieg machte jedoch sämtliche Planungen zunichte.
Nach der Betriebsaufnahme der S-Bahn 2003 war im Gespräch, die Bahnstrecke weiterzubauen und die S-Bahn-Linie über den Bahnhof Rödermark-Urberach und weiter über dieBahnstrecke Dreieich-Buchschlag–Rödermark-Ober Roden (Dreieichbahn) nachRödermark-Ober Roden zu verlängern. Dieses Vorhaben scheiterte zu diesem Zeitpunkt jedoch an fehlender Wirtschaftlichkeit.
2020 führte derRhein-Main-Verkehrsverbund eine Vorstudie durch, um die Planungen für eine Streckenverlängerung wieder aufzunehmen. Vorgesehen ist eine 3,1 km lange Neubaustrecke vonDietzenbach Bahnhof nach Rödermark-Urberach. Von dort sollen die S-Bahn-Züge über Rödermark-Ober Roden nachDieburg und gegebenenfalls auch nachDarmstadt Hbf weiterfahren.[4]