| Kiel–Flensburg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckennummer (DB): | 1020 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (DB): | 114 (1958), 114d (1972), 145 (1996), 146 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke: | 102b (1934), 113h (1944, 1946) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 80,7 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm(Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Stromsystem: | Flensburg–Flensburg-Tarup Kiel Hbf–Kiel-Hassee CITTI-Park 15 kV, 16,7 Hz ~ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zugbeeinflussung: | PZB | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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DieBahnstrecke Kiel–Flensburg ist eine eingleisige und nicht elektrifizierte Bahnstrecke inSchleswig-Holstein. Die Strecke verbindet dieOstseehäfenKiel,Eckernförde undFlensburg. Die Fahrtzeit auf der rund 80 Kilometer langen Strecke beträgt rund 75 Minuten.

Die Strecke führt über drei Halbinseln; von Kiel aus verläuft sie über denNord-Ostsee-Kanal durch denDänischen Wohld nahe derEckernförder Bucht nach Eckernförde. Von Eckernförde bis zurSchlei durchquert sieSchwansen. Nördlich der Schlei geht es durch die typische Knicklandschaft vonAngeln, in der der nächste HaltSüderbrarup liegt. Ursprünglich wurde in Flensburg der an der Förde neben dem Kreisbahnhof gelegene Kieler Bahnhof angefahren. Nachdem 1927 der neue Bahnhof in Betrieb ging, wird von Osten her derBahnhof Flensburg erreicht.
Bedeutende Bauwerke an der Strecke sind dieLevensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal und dieLindaunisbrücke über die Schlei, bei der Straße und Gleis auf einer Spur liegen.
Die Strecke beginnt im 2006 komplett erneuertenKieler Hauptbahnhof, einemKopfbahnhof. Im Bahnhof Kiel-Hassee zweigt dieBahnstrecke Kiel-Hassee–Osterrönfeld ab, inSüderbrarup eine ehemalige Teilstrecke derSchleswiger Kreisbahnvon Schleswig Altstadt nach Kappeln, die von derAngelner Dampfeisenbahn bis Kappeln im Museumsbetrieb befahren wird. Der wichtigste Unterwegsbahnhof befindet sich in Eckernförde.


Planungen zur Einrichtung einer Bahnverbindung zwischen Kiel, Eckernförde und Flensburg gab es bereits in der Zeit desdänischen Gesamtstaates im Jahr 1844.[5] So wurde im Jahr 1845 die Strecke Kiel–Gettorf–Eckernförde–Missunde–Schleswig als projektiert erwähnt.[6] 1866 war in Julius Michaelis’Eisenbahn-Karte von Central-Europa ein südlicherer Verlauf zwischen Eckernförde und Schleswig als projektiert eingezeichnet. Verwirklicht wurde eine Kiel, Eckernförde und Flensburg verbindende Bahnstrecke jedoch erst mit der Gründung derKiel-Eckernförde-Flensburger Eisenbahn-Gesellschaft (KEFE) am 13. Juni 1878 in Kiel. An ihr beteiligten sich derpreußische Staat, die anliegenden Kreise und Gemeinden sowie Privatpersonen. Schon am 19. August 1878 erhielt sie die Konzession für eine normalspurige Bahn, die die im Firmennamen genannten Städte an der Ostsee miteinander verbinden sollte. Die Eigner waren vor allem an einerdirekten undwirtschaftlich effizienten Verbindung zwischen Kiel und Flensburg interessiert. Für die Überquerung derSchlei wurden damals mehrere alternative Routen angedacht. Neben der letztlich verwirklichten Linienführung über Lindaunis–Süderbrarup wurden auch die TrassenMissunde–Satrup undBohnert–Satrup in Erwägung gezogen. Die StadtKappeln an der Mündung der Schlei wurde nicht in die Planung einbezogen. Einer These zufolge sollen 1881 Kappelner Schiffer verhindert haben, dass die Bahnstrecke Kiel–Flensburg über Kappeln geführt wird. Carsten Tech beschreibt diese These dagegen als Legende.[5] Kappeln wurde so erst im Jahr 1885 über die schmalspurigeFlensburger Kreisbahn an das Bahnnetz angeschlossen, die Kappeln mit dem nördlichen Angeln und Flensburg verband. Es folgten die Anschlüsse derSchleswiger Kreisbahn nach Schleswig über Süderbrarup, das an der Bahnstrecke Kiel–Flensburg liegt, und die schmalspurigeEckernförder Kreisbahn, die Kappeln mit der Nachbarstadt Eckernförde verband.
Am 1. Juli 1881 konnte die südliche Teilstrecke vom Staatsbahnhof in Kiel durch die LandschaftDänischer Wohld bis Eckernförde eröffnet werden; am 21. Dezember 1881 folgte der nördliche Abschnitt in den LandschaftenSchwansen undAngeln, der amKieler Bahnhof in Flensburg in der Nähe des damaligen Staatsbahnhofs beim Hafen endete. Damit war die Strecke, die durch überwiegend landwirtschaftlich geprägte Umgebung führt, 79 Kilometer lang.
Bis 1894 verlief die Strecke zwischen den BahnhöfenKronshagen undNeuwittenbek nahezu geradlinig und niveaugleich über eine Drehbrücke über denEider-Kanal. Als dieser zumNord-Ostsee-Kanal ausgebaut wurde, wurde die Bahn über die erste derLevensauer Hochbrücken geführt; um die 42 Meter Höhenunterschied zu erreichen, wurde die Bahnlinie nach Nordosten verschwenkt und dadurch um zwei Kilometer verlängert.[7]
Das Betriebswerk mit Lokleitung,Lokschuppen, Wasserturm,Drehscheibe und Bekohlungseinrichtungen wurde auf ungefähr halber Strecke im Bereich desEckernförder Bahnhofes erbaut. Lokomotiven und Züge wurden von Eckernförde aus eingesetzt. Nachdem die Eisenbahnstrecke von der Preußischen Staatseisenbahnen übernommen worden war, verloren diese Einrichtungen an Bedeutung. Danach wurden die Fahrzeuge von Kiel und Flensburg aus eingesetzt.[8]
Der Verkehr entwickelte sich zufriedenstellend, so dass sich diePreußischen Staatseisenbahnen für das Unternehmen interessierten und die Bahn zum 1. Juli 1903 übernahmen; es folgte am 1. April 1920 die Übernahme durch dieDeutsche Reichsbahn.
In Flensburg wurde 1927 die Bahnstrecke in einen neuen Bahnhof mit neuen Betriebsanlagen eingefädelt und der bisherige „Kieler Bahnhof“ in einen Park umgewandelt. An den altenEnglischen Bahnhof erinnert nur noch der NameAlter Bahnhof für den Übergabepunkt zurFlensburger Hafenbahn.

Der Umstand, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Britischen Militärgouverneure von Schleswig-Holstein (Regional Commissioners (Hugh de Crespigny, danachWilliam Asbury)) imAltenhofer Herrenhaus residierten, aber im KielerSomerset House ihren Dienstsitz hatten, führten zu einer vergleichsweise schnellen Instandsetzung der Strecke und Wiederaufnahme des planmäßigen Eisenbahnverkehrs nach Kriegsende zwischen Kiel und Eckernförde mit einer Morgen- und einer Abendverbindung und einem einzigen Zwischenhalt imAltenhofer Bahnhof. Die Züge verfügten nur über einen einzigen Personenwagen für die Bevölkerung und über einen Salonwagen für den britischen Militärgouverneur.[9] Der Eckernförder Bahnhof war nach Kriegsende auch Ziel von Flüchtlingstransportzügen.[10][11] Neben dem Eckernförder Bahnhof waren zumindest auch die Stationen Neuwittenbek, Gettorf, Altenhof und RiesebyAusladebahnhöfe für Flüchtlinge[12] und ebenso Süderbrarup.[13] In entgegengesetzter Richtung fuhren Zwangsarbeiterheimreisetransportzüge ab Ende 1945 vom Eckernförder Bahnhof ab, so am 30. November 1945 die ersten 1500 Polen aus mehreren Lagern desAltkreises Eckernförde.[14]

1986 wurde die Strecke erstmals im Stundentakt befahren und der Nahverkehr im Folgejahr mit der Einführung der erstenRegionalSchnellBahn aufgegeben. EinFest der Bahnen und Busse zur Einführung der Regionalschnellbahn lockte am 26. April 1987 20.000 Besucher nach Süderbrarup (unter anderem Taufe der Triebwagen, diverse Museumszüge). Die Stationen Kiel-Hassee,Kronshagen, (Kiel-)Suchsdorf,Neuwittenbek,Altenhof,Lindaunis,Mohrkirch,Winderatt,Husby undMaasbüll wurden stillgelegt. Dadurch wurde der Verkehr wesentlich beschleunigt, denn die Züge hielten seitdem nur noch in wichtigen Mittel- und Unterzentren wie Eckernförde und Süderbrarup. Statt zuvor vor allem eingesetzterVT 085-Triebwagen und lokbespannter Züge[15] wurden ab 1987 meist Triebwagen derDB-Baureihe 628 eingesetzt. Bis 2000 befuhren ein bis dreiIntercity-Zugpaare (mit den Namen „Kranich“, „Seeadler“, „Seestern“, „Seemöwe“ und „Wittekind“) freitags und sonntags die Strecke zwischen Kiel und Eckernförde, teilweise weiter bis Süderbrarup oder Flensburg, um die in den dortigen Kasernen stationierten Soldaten zu befördern. Über ein Güterumgehungsgleis durch den Rangierbahnhof Meimersdorf verkehrten diese IC-Züge vereinzelt ohne Halt in Kiel von Eckernförde nach Neumünster.
Die Bahnhöfe Husby und etwas später Kiel-Suchsdorf werden wieder im Personenverkehr bedient. 2007 wurde in Kiel-Hassee erneut ein Bahnhof errichtet, der am 9. Dezember in Betrieb ging. Er befindet sich etwa 250 Meter nördlich des 1987 aufgegebenen Bahnhofes im Bereich eines neugebauten Einkaufszentrums, dessen Betreiber alsÖffentlich-private Partnerschaft einen Teil der Baukosten trug und das deshalb im Stationsnamen vonKiel–Hassee CITTI-Park genannt wird. Bis zum Jahresbeginn 2015 hielten nur die Züge der Relation Kiel–Eckernförde und einige Tagesrandleistungen von und nach Flensburg in Kiel-Hassee, seither bedienen ihn zusätzlich stündlich die Züge der RB 75 Kiel–Rendsburg.

Die Strecke wird seit 2009 von derRegionalbahn Schleswig-Holstein befahren. Während die Züge der Relation Kiel–Flensburg im Stundentakt fahren, verkehren weitere Züge zwischen Kiel und Eckernförde halbstündlich versetzt. Vom 4. April 2009 bis Dezember 2011 wurden die Züge, die nur zwischen Kiel und Eckernförde verkehrten, von derNord-Ostsee-Bahn übernommen. Im Gegenzug fuhr DB Regio auf der RelationKiel–Neumünster. Zweck war ein rationellerer Fahrzeugumlauf.
DieZugkreuzungen der durchgehenden Züge auf der Gesamtstrecke Kiel–Flensburg finden planmäßig exakt zur üblichenSymmetrieminute in Gettorf und in Süderbrarup statt, in den Randstunden teilweise in Sörup und Eckernförde.
Im Jahr 2021 wurde in Lindaunis am ehemaligen Bahnhof ein Bahnsteig errichtet, der den touristischen Saisonverkehr zwischen Eckernförde und Kappeln vom 17. Juli bis zum 10. Oktober 2021 bediente.[16] Auf dieser Relation verkehrten an Samstagen drei und an Sonntagen zwei Zugpaare. Eingesetzt wurden Dieseltriebwagen derDB-Baureihe 628 oder derDB-Baureihe VT 98.[17]
Durch den Neubau derBrücke in Lindaunis entfiel der nächtlicheIC Hamburg–Kopenhagen und es wurde von November 2021 bis Mai 2022Schienenersatzverkehr für den Abschnitt zwischen Eckernförde und Süderbrarup durchgeführt. Ab dem 15. September 2022 wurde mit den neu eingerichteten Endhaltepunkten Boren-Lindaunis Schleibrücke Nord und Rieseby Schleibrücke Süd auf den Schienenersatzverkehr verzichtet. Die Züge endeten an den Haltepunkten, der Weg über die Brücke musste zu Fuß zurückgelegt werden.
Der Zugbetrieb wurde am 3. März 2023 komplett eingestellt, da bei weiteren Untersuchungen neue Schäden unter anderem an den Trägern der Lindaunisbrücke festgestellt wurden, die nicht mehr beseitigt werden. Bis 20. Dezember fuhren Ersatzbusse mit der Bezeichnung RE 72 und RB 72, die die entsprechenden Bahnhöfe und Haltestellen bedienten. Zudem gab es eine Schnellbuslinie Kiel Hbf.–Eckernförde–Flensburg ohne weitere Zwischenhalte.[18] Ab 27. März 2023 wurde der Zugverkehr in den Abschnitten Kiel Hbf.–Eckernförde und Süderbrarup–Flensburg wieder aufgenommen. Wegen Elektrifizierungsarbeiten im Bahnhof Kiel-Hassee CITTI-PARK und Verzögerungen beim Bau der provisorischen Fußgänger-/Radfahrerbrücke über die Schlei gab es von Mai bis Dezember 2023 mehrere Streckensperrungen.
Im November 2023 wurde während der wegen der Elektrifizierungsarbeiten gesperrten Strecke der Abschnitt Eckernförde–Riesby sowie weitere zwei Kilometer Richtung Stubbe/Schleibrücke durch die FirmaWiebe komplett erneuert.[19]
Am 9. Dezember 2023 wurde eine provisorische Brücke für Fußgänger und Radfahrer an der Brückenbaustelle (Lindaunisbrücke) in Betrieb genommen. Seit 21. Dezember 2023 besteht wieder der Bahnbetrieb bis zur Brücke von beiden Seiten aus.[20]
2012 sollte ein als Pilotprojekt durch die FirmaFunkwerk neu entwickelteselektronisches Stellwerk auf Basis vonSPS-Technik mit Zentrale in Eckernförde in Betrieb gehen.[21] Aufgrund von Zulassungsproblemen wurde die Inbetriebsetzung des 2006 gestarteten Projekts[22] mehrmals verschoben und schließlich abgebrochen. Im Juli 2014 wurden stattdessen nach Übernahme durchScheidt & Bachmann[23] die Bahnhöfe Eckernförde, Süderbrarup und Sörup einschließlich Blockstelle Schleibrücke mit Bedienplatz in Lindaunis[24] in der StellwerkstechnikZSB 2000 (ESTW-R)[25] in Betrieb genommen und diese 2018 auf die Bahnhöfe Suchsdorf, Neuwittenbek und Gettorf erweitert.[26]
Damit verbunden wurden jeweils die mechanischen Stellwerkseinrichtungen zurückgebaut und die bisherigen Bahnübergangssicherungen durch Halbschrankenanlagen mit Lichtzeichen ersetzt. Die Umstellung erfolgte Anfang Juni 2018, wobei die handbedienten Vollschranken in Gettorf Mitte erst 2020 automatisiert wurden.
Mit Inbetriebnahme der neuen fernbedienbaren Brücke in Lindaunis soll der Bedienplatz nach Kiel verlagert werden.[27]
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 wurde inKronshagen an der Stelle des früheren Bahnhofes ein Haltepunkt eröffnet.[28]
Im Rahmen des ProjektsStadtRegionalBahn Kiel wurde der Streckenabschnitt zwischen Kiel-Suchsdorf und Eckernförde in die Planungen einbezogen. Von Eckernförde kommend sollte die Stadtbahn kurz vor dem Bahnhof Suchsdorf die Bahnstrecke verlassen und über Universität und Holtenauer Straße zum Hauptbahnhof geführt werden. Die bestehenden Bahnhöfe zwischen Eckernförde und Suchsdorf sollten modernisiert und umgebaut werden,[29] zusätzlich sollten die Stationen Eckernförde Süd und Gettorf Süd entstehen sowie Neuwittenbek wiedereröffnet werden.[30] Nach einer ablehnenden Entscheidung des KreistagesRendsburg-Eckernförde im Dezember 2014 liegen die Pläne nunmehr auf Eis.[31]
Für den Zeitraum von Dezember 2023 bis Dezember 2035 wurde das Los Nord des Akkunetzes und damit unter anderem der Personenverkehr auf der Strecke Kiel–Flensburg an dieNBE nordbahn Eisenbahngesellschaft vergeben.[32] Dabei sollen Akkutriebwagen vom TypStadler Flirt Akku zum Einsatz kommen.[33] Da die Wendezeiten in den Endbahnhöfen sehr kurz sind, muss für die Aufladung der Batterien die notwendige Ladezeit verlängert werden. Dies geschieht durch Oberleitungsbetrieb auf den Abschnitten Flensburg–Flensburg-Tarup und Kiel Hbf.–Kiel-Hassee CITTI-Park. Der Bau rief Proteste hervor, da dafür der Schutzstreifen neben dem Gleis verbreitert werden muss, dem zahlreiche Bäume zum Opfer fallen werden.[34] Im Juni 2023 war die Oberleitung im Bahnhof Kiel-Hassee CITTI-Park fertiggestellt.
Bereits Anfang November 2023, einen Monat vor der Betriebsübernahme, gab die NBE bekannt, dass sie den Fahrplan wegen Personalmangel nicht erfüllen kann. So werden die Züge der RE73 Kiel–Eckernförde nur in den Morgenstunden und am Spätnachmittag verkehren und in der restlichen Zeit wie bisher durch Busse ersetzt.[35] Die Nordbahn hat Kurse für Triebwagenführer eingerichtet, die Erfolgsquote bei den Prüfungen beträgt 63 %. Von der Nordbahn werden die Prüfungen als zu schwer beschrieben.[36]
Am 20. November informierte die Nordbahn NBE über weitere einschneidende Angebotskürzungen nach dem Fahrplanwechsel. So soll ab dem 10. Dezember 2023 die Schiebebrücke über die Schlei einsatzbereit sein, so dass die Züge wieder bis an das Schleiufer fahren und die Fahrgäste zu Fuß über die Schlei gehen müssen – soweit dem in dieser Zeit keine bauliche Maßnahmen an der neuen Lindaunisbrücke entgegenstehen. Durch die Anschlusszeit von 15 Minuten für den Fußweg über die Schlei sowie die 14 Minuten Standzeit in Süderbrarup bis zum Erreichen des regelmäßigen Taktes beträgt die gesamte Fahrzeit für die 50 km lange Bahnstrecke von Eckernförde bis Flensburg 1 Stunde und 14 Minuten. Zum gleichen Zeitpunkt entfallen die von der Deutschen Bahn als Schienenersatzverkehr bisher stündlich verkehrenden Direktbusse zwischen Eckernförde und Flensburg über die A7.[36]
Für die außerhalb der Morgen- und Nachmittagsstunden entfallenden Züge zwischen Kiel und Eckernförde korrigierte die Nordbahn die Meldung von Anfang November. Für die Züge der RE73, die auf der Strecke ganztags einen Halbstundentakt angeboten haben und die von der Deutschen Bahn ebenfalls im Schienenersatzverkehr bedient wurden, entfallen diese Busse ersatzlos, so dass nur noch ein Stundentakt besteht. Diese dann stündlich verkehrenden Züge sollen möglicherweise als Doppeltraktion angeboten werden, wobei die benötigten Akkuzüge nicht in ausreichender Menge vorhanden sind und weiter Dieselzüge der Deutschen Bahn angemietet werden müssen.[36]
Aufgrund des starken Frostes Anfang Dezember 2023 konnteWiebe die Bauarbeiten an der Strecke nicht rechtzeitig beenden, so dass die NBE das Fahrtenangebot der DB zum Fahrplanwechsel übernahm. Die NBE verbesserte das Angebot und führte für den Direktbus zwischen Kiel und Flensburg in Flensburg ZOB einen zusätzlichen innerstädtischen Halt ein. Die Umstellung soll nun zum 21. Dezember erfolgen.
In demEntwurf Landesweiter Nahverkehrsplan 2022 bis 2027 desNahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (NAH.SH) von Mitte 2021 liege umfangreiche Planungen für die Strecke vor.
Innerhalb eines Zeitraums bis nach 2030 ist die Einrichtung einer zusätzlichen halbstündlich verkehrendenS-Bahn-Linie zwischen Kiel Hbf und Eckernförde Nord mit weiteren Stationen vorgesehen. Bis dahin ist an eine RB-Taktverdichtung gedacht. Ein zweigleisiger Ausbau auf einzelnen Abschnitten der Strecke Kiel–Eckernförde ist ebenso beabsichtigt. Ein durchgängiger zweigleisiger Ausbau, wie in einemOdeS-Gutachten vorgeschlagen, erscheint der NAH.SH nicht finanzierbar zu sein.[37.1]
Angedacht ist auch eine regelmäßige durchgängige Bahnverbindung von Kiel nachKappeln im Zwei-Stunden-Takt. 2021 und 2022 wurde der Teilabschnitt Eckernförde–Süderbrarup–Kappeln von derAngelner Dampfeisenbahn als gemeinsames Angebot mit der NAH.SH saisonal an Sonnabenden und Sonntagen betrieben.[37.2]
Unklar bleibt die Situation im Raum Flensburg. Definitiv soll eine weitere Station im Flensburger StadtteilTarup entstehen, wo die neugebaute Oberleitung endet. Die Reaktivierung derFlensburger Hafenbahn, über die die Züge von Kiel weiter bis zum Innenstadtbahnhof Flensburg ZOB fahren werden könnten, wird von der Stadt Flensburg abgelehnt.[37.3] Die Weichenverbindung ist ausgebaut, zudem ist die Strecke nur über einen Fahrtrichtungswechsel zu erreichen.
Von den teilweise seit 2018 geplanten neuen Stationen sollen nach derzeitigem Planungsstand die Stationen Eckernförde Süd und Neuwittenbek (Wiederinbetriebnahme als Personenbahnhof) 2026 hergerichtet werden; die überwiegende Anzahl der übrigen neuen Haltepunkte 2027. Nach Presseberichten wird sich die Inbetriebnahme der neuen Stationen weiter verzögern.[38]
Dies sind insgesamt (von Süd nach Nord)[37.4]:
Hinzu kommen eventuell Kappeln abseits der Strecke sowie bis zu fünf weitere Stationen in Flensburg. Der bestehende BahnhofFlensburg würde im Falle einer Realisierung des NAH.SH-Projektes für Flensburg hingegen nicht mehr von Zügen dieser Strecke angelaufen werden.
Auf der Strecke Kiel–Flensburg besteht einStundentakt. Bis 2015 fuhren teilweise Triebwagen derDB-Baureihe 628 inDoppeltraktion. Zwischen Kiel und Eckernförde gibt es überwiegend einen Halbstundentakt, der mit derDB-Baureihe 648 gefahren wird.
Während derKieler Woche fahren auch lokbespannte Züge, die eine höhere Kapazität haben.
Ab 21. Oktober 2024 wurde offiziell der Betrieb mit Triebwagen der BaureiheStadler Flirt Akku aufgenommen.