DerBahnkörper ist der grundlegende bauliche Teil derBahnanlagen fürEisen- undStraßenbahnen und besteht aus demOberbau und dem ihn tragendenUnterbau.[1]

Im Wesentlichen besteht der Bahnkörper aus dem Oberbau und dem Unterbau. Abhängig von deren Ausführung kann sich der Aufbau im Detail unterscheiden. Zum Oberbau gehören dieGleise (bestehend ausSchwellen, den darauf befestigtenSchienen und Befestigungsmitteln) und die Bettung – meist ausSchotter oder alsfeste Fahrbahn. Die Standsicherheit des Oberbaus wird durch den Unterbau gewährleistet. Dieser besteht aus Erd-, Stütz- und Ingenieurbauwerken.
| Schichten | Stoffe | Bezeichnung der Unterkante der Schicht | Oberbegriff | |
|---|---|---|---|---|
| Schotteroberbau | Feste Fahrbahn | |||
| Gleis- und Weichenkonstruktion | Schienen, Schwellen, Kleineisen | Schienen, Befestigungspunkte, systemspezifischeTragschicht | Schwellenunterkante | Oberbau |
| Bettung | Gleisschotter | Planum | ||
| Untere gebundene Tragschicht | Hydraulisch gebundene Tragschicht | |||
| Schutzschichten wiePlanumsschutzschicht undFrostschutzschicht | Mineralstoffgemisch, zum Teil in Kombination mit Dichtungsbahnen,Geotextilien, Schaumstoffplatten | Erdplanum 1) | 1) | |
| Verbesserte Dammschüttung/verbesserter Untergrund | Verbesserte Böden, Korngemische, Baustoffgemische | Untergrundplanum | Unterbau | |
| Dammschüttung | Geschüttete Böden | |||
| Untergrund | Anstehender Boden | Untergrund | ||
§ 16BOStrab unterscheidet für Deutschland drei verschiedene Bauarten von Bahnkörpern. Nach demGemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz können Neubaustrecken nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens besondere Bahnkörper erhalten.
Abhängig von gewählten Bauart werden unterschiedliche Trassierungsparameter (z. B. Bogenradius) angesetzt.

Unabhängige Bahnkörper sind solche Strecken, die aufgrund ihrer Lage und Bauart völlig getrennt vom übrigen Verkehr sind. Bahnübergänge sind möglich.U-Bahnen sind nach gängiger Definition komplett kreuzungsfrei und daher ausschließlich mit unabhängigen Bahnkörpern ausgestattet.
Besondere Bahnkörper liegen im Verkehrsraum öffentlicher Straßen, sind jedoch durch bauliche Maßnahmen (z. B.Bordsteine, Hecken oder Baumreihen) vom übrigen Verkehr getrennt. Bahnübergänge und Kreuzungen sind möglich.Stadtbahnen fahren in der Regel zumindest auf besonderen Bahnkörpern oder aufTrennstreifen.
Solche besonderen Bahnkörper können – oft alsÜberlandstraßenbahn – ein klassisches geschottertes Gleisbett haben. Alternative ist einGrüngleis mit niedriger Pflanzendecke. Hier dient die Trasse als Grünfläche. Oder sie können gepflastert sein. Das ermöglicht zum einen, sie bei begrenztem Straßenraum auch zwischen einstreifigen Richtungsfahrbahnen einzurichten, wenn Rettungsfahrzeuge über einen 45°-Bord von der Fahrbahn auf den Gleiskörper ausweichen können.
Zum anderen können sie für die Mitbenutzung durch Linienbusse (sieheBusspur) ausgelegt werden, so dass auch diese am motorisiertenIndividualverkehr (MIV) vorbeigeführt werden können. Zu dem Vorteilen besonderer Bahnkörper zählen unter anderem die Möglichkeit hohe Beförderungsgeschwindigkeiten zu erreichen, die Steigerung der Kapazität der Strecke für Straßenbahn und MIV, sowie geringe Lärmbelastung bei Einsatz des Rasengleises[3][4]. Gleichzeitig wird aufgrund der räumlichen Trennung beider Verkehrsarten mehr Breite im Querschnitt benötigt.[3]
Es werden drei Arten in Abhängigkeit von der Lage unterschieden:
Besondere Bahnkörper in Mittellage: Der Bahnkörper ist in der Mitte des Querschnittes angeordnet – Regelfall für die Anwendung in Stadtstraßen[5]. Besonders vorteilhaft sind besondere Bahnkörper in Mittellage in breiten Promenadenstraßen mit Alleencharakter[6]. Nachteil ist, dass aufgrund der Lage der Bahnkörper häufig fälschlicherweise als Querungshilfe genutzt wird, weswegen genügend gesicherte Querungsmöglichkeiten geschaffen werden sollten.[4]
Besondere Bahnkörper in Seitenlage: Der Bahnkörper liegt für beide Fahrtrichtungen auf einer Seite der Straße. Dies ist hinsichtlich des Unfallgeschehens auf der freien Strecke die sicherste Variante.[5] Insbesondere am Rand von Grünanlagen ist diese Führungsform vorteilhaft, da der Bahnkörper optisch in diese eingegliedert wird.[6] Als problematisch kann sich das Erreichen von Grundstücken erweisen, weswegen der Bahnkörper im Idealfall auf der Seite mit den wenigsten Grundstückszufahrten liegen sollte.
Besondere Bahnkörper in Randlage: Die Gleise werden für jede Fahrtrichtung getrennt und liegen beidseitig am Rand der Fahrbahn. Diese Führungsform ist in Deutschland eher unüblich, wird im Ausland hingegen häufiger eingesetzt (bspw. auf dem Universitätsring in Wien). Problem dieser Lage ist, dass zum Erreichen anliegender Grundstücke zwangsläufig der Bahnkörper gequert werden muss.

Straßenbündige Bahnkörper nutzen den Verkehrsraum anderer Verkehrsteilnehmer (Straße, Fußgängerzone). Sie sind typisches Merkmal von Straßenbahnen. Für die Bahnen gilt hier die Höchstgeschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer, die Fahrzeuge dürfen eine Länge von 75 m nicht überschreiten. Gleise straßenbündiger Bahnkörper sollen in der Mitte des Straßenquerschnittes liegen.[7]
Allgemein ist der straßenbündige Bahnkörper gemäß BOStrab als Ausnahme zu verstehen, da Straßenbahnen unabhängige oder besondere Bahnkörper haben sollen[8]. Hinzukommen betriebliche Nachteile, wie geringere Beförderungsgeschwindigkeit und Kapazität.[3] Vorteil solcher Bahnkörper ist der geringere Flächenverbrauch.[3]
DieEntwässerung des Bahnkörpers ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, um eine Durchfeuchtung des Bahnkörpers zu verhindern, was zu einer Verringerung der Tragfähigkeit und Stabilität des Bahnkörpers führen würde.[9] Um Schäden am Bahnkörper durch extreme Wetterereignisse, wie beispielsweiseStarkregen, vorzubeugen, muss für eine geeignete und ausreichende Entwässerung gesorgt werden.
Man unterscheidet zwischenoffenen Entwässerungsanlagen undTiefenentwässerung.[9]
Das Planum und das Erdplanum werden mit einem Gefälle (in der Regel 5 %) ausgeführt, so dass der überwiegende Teil desOberflächenwassers seitlich in offene Entwässerungsanlagen abgeleitet wird. Offene Entwässerungsanlagen können alsMulden undGräben (sogenannteBahngraben[10]) ausgeführt werden.[9][10]
Tiefenentwässerungen sind dagegen geschlossene, unterirdische Entwässerungsanlagen, die neben dem Oberflächenwasser auchSicker- undSchichtenwasser fassen und ableiten. Tiefenentwässerungen können bei Bedarf auch zur Absenkung oder Haltung desGrundwasserspiegels eingesetzt werden. Sie werden als allseitig geschlitzteSickerleitungen, sogenannte Vollsickerrohre, oder als nur oben geschlitzte Sicherleitungen, sogenannte Teilsickerrohre, ausgeführt und mindestens 0,6 m unterhalb des Planum verlegt.[9]
Eine wichtige Voraussetzung für eine sichere und staufreie Ableitung des Oberflächenwassers sind regelmäßige Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen an den Entwässerungsanlagen.[11]