Bahnhof Nagoya

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Nagoya (名古屋駅)
Ansicht von Westen (September 2022)
Daten
BetriebsstellenartBahnhof
Lage im NetzKreuzungsbahnhof
BauformDurchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise18 (Eisenbahn)
4 / (U-Bahn)
AbkürzungCA68 / CF00 / CJ00 /
AN01 / H08 / S02
Eröffnung1. Mai 1886
Lage
Stadt/GemeindeNagoya
PräfekturAichi
StaatJapan
Koordinaten35° 10′ 14″ N,136° 52′ 55″ O35.17056136.88204Koordinaten:35° 10′ 14″ N,136° 52′ 55″ O
Höhe (SO)T.P.
EisenbahnstreckenBahnstrecken bei Nagoya (名古屋駅)

JR Central

Nagoya Rinkai Kōsoku Tetsudō

U-Bahn Nagoya

Liste der Bahnhöfe in Japan
i11i16

DerBahnhof Nagoya (jap.名古屋駅,Nagoya-eki) ist einBahnhof auf derjapanischen InselHonshū. Er wird von der BahngesellschaftJR Central betrieben und befindet sich in derPräfektur Aichi auf dem Gebiet der StadtNagoya. Zusammen mit den unmittelbar angrenzenden BahnhöfenMeitetsu Nagoya vonMeitetsu undKintetsu Nagoya vonKintetsu, dem U-Bahnhof sowie drei benachbartenBusbahnhöfen bildet er einen Verkehrsknotenpunkt von überregionaler Bedeutung im Stadtzentrum. Der Bahnhof gehört zu den wichtigsten im landesweitenShinkansen-Hochgeschwindigkeitsnetz. Sein herausragendes Merkmal sind die beidenWolkenkratzer derJR Central Towers, die ihn um bis zu 245 Meter überragen. Hinzu kommen weitläufige unterirdische Passagen.

Inhaltsverzeichnis

Verbindungen

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Nagoya ist der größteEisenbahnknoten der zentraljapanischen RegionenChūbu undTōkai. Die mit Abstand bedeutendste Bahngesellschaft vor Ort istJR Central. Dieses Unternehmen betreibt insbesondere die SchnellfahrstreckeTōkaidō-Shinkansen, die wichtigste Bahnstrecke des Personenverkehrs in ganz Japan.Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge fahren von Nagoya ostwärts überShizuoka undShin-Yokohama nachTokio. In westlicher Richtung verkehren sie überKyōto nachOsaka und weiter auf derSan’yō-Shinkansen überHiroshima nachHakata. Es werden die drei ZuggattungenKodama,Hikari undNozomi angeboten, die sich durch die Bedienung unterschiedlich vieler Zwischenbahnhöfe unterscheiden. Stündlich gibt es sieben bis zehn Verbindungen je Richtung.[1]

DieTōkaidō-Hauptlinie dient überwiegend dem beschleunigten Pendlerverkehr über mittlere Entfernungen. Es gibt vier Gattungen vonEilzügen, wobei allen gemeinsam ist, dass zwischenToyohashi undGifu die Anzahl der Halte variiert (zwischen Gifu undMaibara halten sie hingegen an allen Bahnhöfen). Hinzu kommen Regionalzüge mit Halt an allen Bahnhöfen zwischen Gifu und Toyohashi.[2] JR Central undJR West bieten gemeinsam zweiSchnellzug-Gattungen an. DieShirasagi verbinden Nagoya mit Gifu, Maibara undTsuruga., dieHida verkehren von Nagoya über Gifu undTakayama nachToyama.[3]

Auf derChūō-Hauptlinie verkehren dieShinano-Schnellzüge überShiojiri undMatsumoto nachNagano. Im Nahverkehr zwischen Nagoya und Nakatsugawa werden Eil- und Regionalzüge angeboten, wobei ein Teil davon bereits inKōzōji,Tajimi oder Mizunami wendet.[4] Auf derKansai-Hauptlinie verbindenNanki-Schnellzüge Nagoya mitKii-Katsuura, währendMie-Schnellzüge von Nagoya nachToba verkehren. Eilzüge verbinden Nagoya mitKameyama, hinzu kommen Nahverkehrszüge zwischen denselben Bahnhöfen.[5]

Weitestgehend dem innerstädtischen Verkehr dient die von derNagoya Rinkai Kōsoku Tetsudō betriebeneAonami-Linie, deren Züge nachKinjō-futō im südlichen Hafengebiet fahren. Zwei Linien derU-Bahn Nagoya des städtischen Verkehrsamts, dieHigashiyama-Linie und dieSakura-dōri-Linie, kreuzen sich imU-Bahnhof auf zwei Ebenen unter dem östlichen Vorplatz. Der Bahnhof Nagoya ist auch ein bedeutender Knotenpunkt desBusverkehrs. Es gibt dreiBusbahnhöfe: DerJR Nagoya Bus Terminal (JR名古屋バスターミナルJR Nagoya basutāminaru) dient überwiegend den Schnell- und Charterbussen der GesellschaftJR Tōkai Bus, die verschiedene Ziele in Zentraljapan ansteuern. DasMeitetsu Bus Center (名鉄バスセンターMeitetsu basusentā) bedient die Fern- und Regionallinien der GesellschaftMeitetsu Bus. DerNagoya Station Bus Terminal (名古屋駅バスターミナルNagoya-eki basutāminaru) ist denStadtbussen des städtischen Verkehrsamtes vorbehalten. Hinzu kommen mehrere Haltestellen in umliegenden Straßen.

Anlage

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LadenpassageSun Road
Hauptkorridor

Das Bahnhofareal liegt im StadtteilMeieki, der von mehrerenWolkenkratzern dominiert wird. Er ist neben dem weiter östlich gelegenen StadtteilSakae eines von zwei Geschäftszentren in derInnenstadt, administrativ gehört das Gebiet zu den BezirkenNakamura-ku undNishi-ku. An der Ostseite des Bahnhofs erheben sich die 245 m bzw. 226 m hohenZwillingstürme derJR Central Towers, in denen sich unter anderem die Konzernverwaltung der BahngesellschaftJR Central befindet. Da diese Wolkenkratzer integraler Bestandteil des Bahnhofskomplexes sind, werden sie als höchstes Empfangsgebäude der Welt bezeichnet.[6] DerJR Gate Tower (220 m) und derJP Tower Nagoya (196 m) befinden sich in unmittelbarer Nähe. An der Hauptstraße Meieki-dōri, gegenüber dem Ostausgang, ragt derMidland Square 247 m in die Höhe, Nagoyas höchster Wolkenkratzer. Meieki ist eines der führenden Einkaufsviertel Japans sowie der Standort zahlreicher Läden undKaufhäuser (Depāto). In den JR Central Towers selbst befindet sich das KaufhausTakashimaya. Weitere benachbarte Einrichtungen dieser Art sind dasMeitetsu Department Store,Kintetsu Pass’e undYamada Denki an der Ostseite sowieBic Camera an der Westseite. Hinzu kommen die weitläufigen unterirdischenLadenpassagenEsca Nagoya,Sun Road,Meichika,Gate Walk,Unimall undMiyako Underground Mall.[7]

JR East und NRKT

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Die von Süden nach Norden ausgerichtete Anlage zählt in seinem oberirdischen Teil 21 Gleise. Davon dienen 18 dem Personenverkehr, wobei sich diese an neunMittelbahnsteigen befinden. Am östlichsten liegen die ebenerdigen Gleise 1 bis 8 sowie 10 bis 13 des konventionellen Streckennetzes von JR East, das inKapspur (1067 mm) ausgeführt ist. Hier verkehren die Züge derTōkaidō-Hauptlinie, derChūō-Hauptlinie und derKansai-Hauptlinie. Etwas nach Süden versetzt befindet sich derKopfbahnhof derAonami-Linie. Sie wird von der BahngesellschaftNagoya Rinkai Kōsoku Tetsudō (NRKT) betrieben und nutzt zweistumpf endende Gleise an einem Mittelbahnsteig. An der Westseite verläuft aufgeständert auf einem Viadukt dieTrasse dernormalspurigen (1435 mm)Shinkansen-Schnellfahrstrecke. Sämtliche durch Nagoya verkehrendenHochgeschwindigkeitszüge halten hier. Sie nutzen zu diesem Zweck die vier Gleise 14 bis 17 an zwei Mittelbahnsteigen.[8]

Der östliche und der westliche Haupteingang sind nach den angrenzenden Hauptstraßen Sakura-dōri und Taiko-dōri benannt. Sie liegen unter den JR Central Towers bzw. dem Shinkansen-Bahnhof. Verbunden werden sie durch einen breiten hallenartigen Korridor. Beliebte Treffpunkte für Reisende sind zwei großeBahnhofsuhren an den Enden der Halle: Der östliche ist in goldener Farbe, der westliche silbern.[9] Ebenfalls miteinander verbunden werden die Bahnsteige durch drei unterirdische Korridore; der Zugang erfolgt über Treppen,Rolltreppen undAufzüge.[8]

  • Westlicher Haupteingang an der Taiko-dōri
    Westlicher Haupteingang an der Taiko-dōri
  • Zentrale Bahnsteigsperren
    Zentrale Bahnsteigsperren
  • Bahnsteig (Gleise 3/4)
    Bahnsteig (Gleise 3/4)
  • Shinkansen-Bahnsteig (Gleise 14/15)
    Shinkansen-Bahnsteig (Gleise 14/15)
  • Bahnsteig der Aonami-Linie
    Bahnsteig der Aonami-Linie
  • JR Central Towers und Nagoya Castle Main Tower
    JR Central Towers und Nagoya Castle Main Tower

Meitetsu und Kintetsu

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Die BahngesellschaftenMeitetsu undKintetsu bedienen ebenfalls den Bahnhofskomplex. Betrieblich sind sie vollständig vom JR-Streckennetz und auch untereinander getrennt. Sie verfügen über je einen eigenenTunnelbahnhof. Der unter dem Meitetsu-Kaufhaus gelegeneBahnhof Meitetsu Nagoya ist ein dreigleisigerDurchgangsbahnhof an derMeitetsu Nagoya-Hauptlinie vonGifu nachToyohashi, von der die meisten übrigen Linien des weitläufigen Meitetsu-Streckennetzes abzweigen. Unter dem KaufhausKintetsu Pass’e angeordnet ist derBahnhof Kintetsu Nagoya, ein Kopfbahnhof mit fünf Gleisen am östlichen Ende der nachOsaka führendenKintetsu Nagoya-Linie.

U-Bahnhof

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Unter dem Bahnhof Nagoya kreuzen sich zwei Linien derU-Bahn Osaka, die vom städtischen Verkehrsamt betrieben werden. Mit durchschnittlich mehr als 110.000 Fahrgästen täglich handelt es sich um den meistfrequentiertenU-Bahnhof der Stadt; vor allem während der Hauptverkehrszeit ist er stark überlastet. Unter der Hauptstraße Meieki-dōri bzw. parallel zu den Strecken von Meitetsu und Kintetsu verläuft in Nord-Süd-Richtung dieHigashiyama-Linie. Ihre Züge halten im zweiten Untergeschoss an einem Mittelbahnsteig, der Platz für zwölf Wagen bietet. Allerdings ist er jeweils nur zur Hälfte nutzbar: Züge nachTakabata halten am nördlichen und Züge nachFujigaoka am südlichen Ende. Funktional handelt es sich also um zwei aneinandergereihte Seitenbahnsteige, die in der Mitte durch Gitter voneinander getrennt sind. Seit 2015 ist der Bahnsteig mitBahnsteigtüren ausgestattet. Im vierten Untergeschoss unter der Bahnhofshalle von JR East verkehren die Züge derSakura-dōri-Linie in West-Ost-Richtung. Sie halten an einem Mittelbahnsteig, der ebenfalls mit Bahnsteigtüren ausgestattet ist. Der Bahnsteig bietet theoretisch Platz für Züge mit acht Wagen; da aber nur Fünf-Wagen-Züge auf dieser Linie fahren, ist der ungenutzte Teil des Bahnsteigs abgesperrt. Direkt von der Haupthalle erreichbar ist nur die Higashiyama-Linie; um zur Sakura-dōri-Linie zu gelangen, müssen sich die Fahrgästen durch einen Verbindungsgang im dritten Untergeschoss begeben. Es bestehen jedoch Durchgänge zu den LadenpassagenEsca undUnimall sowie zum Takashimaya-Kaufhaus.

  • Nebeneingang zum U-Bahnhof
    Nebeneingang zum U-Bahnhof
  • Verteilerebene
    Verteilerebene
  • Verbindungsgang
    Verbindungsgang
  • Bahnsteig der Higashiyama-Linie
    Bahnsteig der Higashiyama-Linie
  • Bahnsteig der Sakura-dōri-Linie
    Bahnsteig der Sakura-dōri-Linie

Gleise

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JR Central
2/3 Tōkaidō-HauptlinieMikawa-AnjōToyohashi
4–6 Tōkaidō-HauptlinieGifuŌgakiMaibara
7–10 Chūō-HauptlinieTajimiNakatsugawaShiojiriTokio
11 Tōkaidō-HauptlinieShirasagi- undHida-Schnellzüge nachTsuruga bzw.Toyama
12/13 Kansai-HauptlinieKameyamaKamoOsaka JR Namba
14/15 Tōkaidō-ShinkansenHamamatsuShizuokaShin-Yokohama • Tokio
16/17 Tōkaidō-ShinkansenKyōtoShin-Osaka

(Gleis 1 ist seit 2019 ungenutzt, Gleis 9 ist dem Güterverkehr vorbehalten)

NRKT
1/2 Aonami-LinieKinjō-futō
U-Bahn
1 Higashiyama-LinieFushimiImaikeMotoyamaFujigaoka
2 Higashiyama-LinieTakabata
3 Aonami-LinieMarunouchi • Imaike •Aratama-bashiTokushige
4 Sakura-dōri-LinieTaiko-dōri

Linien

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Verlauf derTōkaidō-Shinkansen
Tokyo •Shinagawa •Shin-Yokohama •Odawara •Atami •Mishima •Shin-Fuji •Shizuoka •Kakegawa •Hamamatsu •Toyohashi •Mikawa-Anjō •Nagoya •Gifu-Hashima •Maibara •Kyōto •Shin-Osaka
Verlauf derTōkaidō-Hauptlinie (Toyohashi–Maibara)
Toyohashi • Nishi-Kozakai • Aichi-Mito • Mikawa-Ōtsuka • Mikawa-Miya •Gamagōri • Mikawa-Shiotsu • Sangane • Kōda • Aimi •Okazaki • Nishi-Okazaki •Anjō •Mikawa-Anjō • Higashi-Kariya • Noda-Shinmachi •Kariya • Aizuma •Ōbu • Kyōwa • Minami-Ōdaka • Ōdaka •Kasadera • Atsuta •Kanayama • Otōbashi •Nagoya •Biwajima • Kiyosu • Inazawa •Owari-Ichinomiya • Kisogawa •Gifu • Nishi-Gifu • Hozumi •Ōgaki • Tarui •Sekigahara • Kashiwabara • Ōmi-Nagoka • Samegai •Maibara
Verlauf derChūō-Hauptlinie
Takao • Sagamiko • Fujino • Uenohara • Shiotsu • Yanagawa • Torisawa • Saruhashi •Ōtsuki • Hatsukari • Sasago • Kai-Yamato • Katsunuma-budōkyō • Enzan • Higashi-Yamanashi • Yamanashishi • Kasugaichō • Isawa-Onsen • Sakaori •Kōfu • Ryūō • Shiozaki • Nirasaki • Shimpu • Anayama • Hinoharu • Nagasaka •Kobuchizawa • Shinano-Sakai •Fujimi • Suzurannosato • Aoyagi • Chino • Kami-Suwa • Shimo-Suwa •Okaya • Midoriko •Shiojiri • Seba • Hideshio • Niekawa • Kiso-Hirasawa • Narai • Yabuhara • Miyanokoshi • Harano • Kiso-Fukushima • Agematsu • Kuramoto • Suhara • Ōkuwa • Nojiri • Jūnikane • Nagiso • Tadachi •Sakashita • Ochiaigawa •Nakatsugawa • Mino-Sakamoto •Ena • Takenami • Kamado • Mizunami •Tokishi •Tajimi • Kokokei • Jōkōji •Kōzōji • Jinryō • Kasugai •Kachigawa • Shin-Moriyama •Ōzone •Chikusa •Tsurumai •Kanayama •Nagoya

Tatsuno-Zweigstrecke:Okaya • Kawagishi •Tatsuno • Shinano-Kawashima • Ono •Shiojiri

Verlauf derKansai-Hauptlinie
Nagoya •Hatta • Haruta • Kanie • Eiwa •Yatomi • Nagashima •Kuwana • Asahi •Tomida • Tomidahama •Yokkaichi • Minami-Yokkaichi •Kawarada • Kawano • Kasado • Idagawa •Kameyama • Seki • Kabuto •Tsuge • Shindō • Sanagu •Iga-Ueno • Shimagahara • Tsukigaseguchi • Ōkawara • Kasagi •Kamo
Verlauf derAonami-Linie
Nagoya • Sasashima-raibu • Komoto • Arako • Minami-Arako • Nakajima • Kōhoku • Arakogawa-kōen • Inaei • Noseki •Kinjō-futō

Geschichte

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1885 erreichte dieTōkaidō-Hauptlinie von Westen herŌgaki am Rand derNōbi-Ebene, von wo ausNagoya über ein Kanalsystem erreichbar war.[10] Für das noch fehlende Teilstück zwischen Ōgaki undTokio befürwortete dieKaiserlich Japanische Armee eine Streckenführung im Landesinnern entlang demNakasendō, fernab der Küste und somit im Kriegsfall leichter zu verteidigen. Nagoya sollte lediglich mit einer Stichstrecke angebunden werden. Im Juni 1885 genehmigte die Regierung entsprechende Pläne.[11] Ein Jahr später kam die staatliche Eisenbahnverwaltung nach genaueren Abklärungen zum Schluss, dass der Bau der Nakasendō-Route mehr als zehn Jahre dauern und die finanziellen Möglichkeiten des Staates übersteigen würde. Die Regierung setzte sich über die Wünsche der Armee hinweg und beschloss im Juli 1886, die Bahnstrecke in Küstennähe zu errichten. Dadurch wurde Nagoya mittelfristig die Rolle alsEisenbahnknoten zugedacht.[12] Noch vor dieser Entscheidung war der erste Teil der Stichstrecke (die spätereTaketoyo-Linie) eröffnet worden und reichte bis Atsuta am südlichen Stadtrand.

Der Abschnitt zwischen Atsuta undBiwajima wurde am 1. April 1886 eröffnet, der Bahnhof Nagoya einen Monat später am 1. Mai.[13] Er lag etwa 200 Meiter weiter südlich als der heutige Standort. Im Gebiet Sasajima des damaligen Dorfes Hiroi erstreckte sich ein sumpfiges Gebiet mit dichtemSchilf. Aufgrund der Nähe zum Atsuta-Plateau beiKanayama errichtete man die Bahnlinie dort auf einem Damm; die dabei anfallende Erde und den Sand nutzte man zum Auffüllen des Sumpfes. Diese Arbeiten waren der Grund für die Verzögerung bei der Eröffnung des Bahnhofs Nagoya.[14] Sein Name wurde damals名護屋駅 geschrieben, am 25. April 1887 erfolgte die Änderung der Schreibweise in die heute noch gebräuchliche Form名古屋駅.[15] DasMino-Owari-Erdbeben am 28. Oktober 1891 führte unter anderem dazu, dass dasEmpfangsgebäude in sich zusammenfiel. ZwischenMaibara undHamamatsu war der Bahnverkehr daraufhin fünfeinhalb Monate lang unterbrochen.[16] Der Bau eines neuen Empfangsgebäudes dauerte bis April 1892.[15]

Am 24. Mai 1895 nahm die private BahngesellschaftKansai Tetsudō den Abschnitt Nagoya–Yatomi der späterenKansai-Hauptlinie in Betrieb.[17] Da sie sich im staatlichen Bahnhof einmieten musste und demzufolge kein Platz für eine weitere Expansion des Zugangebots zur Verfügung stand, zog sie ihre Strecke am 6. Juli 1896 um einige hundert Meter zum neu errichtetenBahnhof Aichi zurück.[18] 1896 begann die staatliche Eisenbahnverwaltung von Nagoya undHachiōji aus mit dem Bau derChūō-Hauptlinie. Sie nahm am 25. Juli 1900 das Teilstück Nagoya–Tajimi in Betrieb, durchgehend befahrbar war die Strecke ab 1911.[19] Nach derVerstaatlichung der Kansai Tetsudō im Jahr 1907 verlor der Bahnhof Aichi rasch an Bedeutung. Er wurde am 1. Juni 1909 stillgelegt, worauf die auf der Kansai-Hauptlinie verkehrenden Züge wieder den Bahnhof Nagoya als Ziel hatten.[20] Ab 1. Mai 1911 verband die dem Güterverkehr vorbehalteneNagoyakō-Linie den Bahnhof Nagoya mit dem Hafen.[21]

Nach mehrjährigen Bauarbeiten nahm dasEisenbahnministerium am 1. Februar 1937 ein neues Empfangsgebäude ausStahlbeton mit sechs Stockwerken, einem Untergeschoss und einer Gesamtfläche von 70.000 m² in Betrieb; es war damit eines der größten in Japan. Zudem war der Bahnhof auf einen Damm und um rund 200 Meter nach Norden an seinen heutigen Standort verlegt worden. Ebenso waren von nun an die Anlagen für Personen- und Güterverkehr vollständig getrennt. Während der zweiten Phase der amerikanischenLuftangriffe auf Nagoya wurde das Empfangsgebäude in der Nacht vom 18. auf den 19. März 194 vollständig in Brand gesetzt und schwer beschädigt, der Wiederaufbau dauerte mehrere Jahre.[15] Mit der Elektrifizierung der Tōkaidō-Hauptlinie zwischen Hamamatsu und Nagoya hielt der elektrische Betrieb hier am 21. Juli 1953 Einzug.[22] Im August 1953 begannen die Bauarbeiten an derU-Bahn Nagoya und am 15. November 1957 ging der erste Abschnitt derHigashiyama-Linie zwischen den U-Bahnhöfen Nagoya undSakae in Betrieb.[23]

  • Historische Ansichten des Bahnhofs
  • Das erste Bahnhofsgebäude im Eröffnungsjahr 1886
    Das erste Bahnhofsgebäude im Eröffnungsjahr 1886
  • Der Bahnhof um 1930
    Der Bahnhof um 1930
  • Der neu errichtete Bahnhof im Jahr 1937
    Der neu errichtete Bahnhof im Jahr 1937
  • Feuer durch die amerikanischen Luftangriffe auf Nagoya am 18./19. März 1945
    Feuer durch die amerikanischenLuftangriffe auf Nagoya am 18./19. März 1945
  • Der ausgebrannte Bahnhof nach Kriegsende
    Der ausgebrannte Bahnhof nach Kriegsende
Luftansicht (1970)

Am 1. Oktober 1964 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten Schnellfahrstrecke Japans, derTōkaidō-Shinkansen zwischenTokio undShin-Osaka. Dafür waren im Bahnhof Nagoya zwei neue Bahnsteige an der Westseite errichtet worden, die vier Normalspurgleise aufnehmen konnten.[15] Die Higashiyama-Linie wurde am 1. April 1969 nach Nakamura-kōen verlängert[23] und am selben Tag erhielt der Bahnhof Nagoya eine neue unterirdische Fußgängerpassage an der Südseite.[24] Der letzte von einerDampflokomotive gezogene Personenzug verließ Nagoya am 1. Oktober 1969 auf der Kansai-Hauptlinie, am 26. April 1971 endete die Dampfära auch im Güterverkehr.[25] Im Rahmen der Verstaatlichung derJapanische Staatsbahn ging der Bahnhof am 1. April 1987 in den Besitz der neuen GesellschaftJR Central über.[13] Eine zweite U-Bahn-Linie erreichte den Bahnhof am 10. September 1989, als das städtische Verkehrsamt den Abschnitt Taikō-dōri–Imaike derSakura-dōri-Linie eröffnete.[23]

Das Bahnhofsgebäude von 1937 war in der Zwischenzeit zunehmend in die Jahre gekommen. Zusätzlich strebte JR Central danach, die von der Staatsbahn übernommenen Grundstücke und Gebäude kommerziell besser zu nutzen. 1990 stellte das Unternehmen ein Konzept vor, das den Bau zweier 270 m hoherWolkenkratzer vorsah. Dass die Wahl aufZwillingstürme fiel, hängt damit zusammen, dass die Sakura-dōri-Linie bereits unter der Bahnhofshalle verlief, so dass es schwierig gewesen wäre, in diesem Bereich tiefe Fundamente zu gießen. 1992 verkleinerte JR Central das Projekt ein wenig; es sah nun einen 245 m hohen Büroturm und einen 226 m hohen Hotelturm vor, die den NamenJR Central Towers erhielten. Der Abbruch des alten Bahnhofsgebäudes begann am 2. Februar 1993, derSpatenstich erfolgte am 25. August 1994. Nach fünfjähriger Bauzeit waren die beiden Türme am 20. Dezember 1999 offiziell fertiggestellt.[26] 2002 wurden sie als höchstes Bahnhofsgebäude der Welt insGuinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Durch den Ausbau und die Verlängerung der Nagoyakō-Linie entstand dieAonami-Linie, die am 6. Oktober 2004 ihren Betrieb aufnahm.[27]

Ein Jahrzehnt nach der Fertigstellung der JR Central Towers kündigte die Bahngesellschaft die Errichtung zweier weiterer Wolkenkratzer auf dem Bahnhofareal an, die das vorhandene Angebot an Laden-, Hotel- und Büroflächen nochmals markant erweitern und dadurch neue Einnahmequellen erschließen würden. Beide Projekte wurden weitgehend parallel ausgeführt. Der 220 m hoheJR Gate Tower entstand ab Oktober 2012 am Standort des früheren GebäudesNagoya Terminal Building aus den 1970er Jahren. Während die Bürogeschosse ab November 2016 bezugsbereit waren, standen die kommerziell nutzbaren Stockwerken ab März 2017 zur Verfügung.[28][29] Anstelle der früheren Hauptpost entstand ab Juli 2013 der 196 m hoheJP Tower Nagoya, der im November 2015 im Rohbau fertiggestellt war und am 1. April 2017 offiziell eröffnet wurde.[30]

Literatur

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  • Dan Free:Early Japanese Railways 1853–1914: Engineering Triumphs That Transformed Meiji-era Japan. Turtle Publishing, Clarendon 2014,ISBN 978-4-8053-1290-2. 

Weblinks

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Commons: Bahnhof Nagoya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Tokaido and Sanyo Shinkansen. (Fahrplan Tōkaidō-Shinkansen). shinkansen.co.jp, 2024, abgerufen am 16. August 2024 (englisch). 
  2. Werktagsfahrplan Tōkaidō-Hauptlinie in Richtung Toyohashi. (PDF) JR Central, 2024, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  3. Werktagsfahrplan Tōkaidō-Hauptlinie in Richtung Gifu. (PDF) JR Central, 2024, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  4. Werktagsfahrplan Chūō-Hauptlinie in Richtung Shiojiri. (PDF) JR Central, 2024, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  5. Werktagsfahrplan Kansai-Hauptlinie in Richtung Kamayama. (PDF) JR Central, 2024, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  6. The Biggest and Busiest Train Stations In Japan. In: jrpass.com. Abgerufen am 16. August 2024 (englisch). 
  7. Shopping in Nagoya. In: nagoyastation.com. Abgerufen am 16. August 2024 (englisch). 
  8. abNagoya station map. Nagoya Station Guide, abgerufen am 16. August 2024 (englisch). 
  9. The Clocks of Nagoya Station: Gold and Silver. In: likenagoya.com. 5. November 2023, abgerufen am 16. August 2024 (englisch). 
  10. Free:Early Japanese Railways 1853–1914. S. 107.
  11. Free:Early Japanese Railways 1853–1914. S. 110–111.
  12. Free:Early Japanese Railways 1853–1914. S. 125–127.
  13. abTetsu Ishino (Hrsg.):停車場変遷大辞典 国鉄・JR (Bahnhofswechselverzeichnis JNR/JR).Band 2. JTB, Tokio 1998,ISBN 978-4-533-02980-6,S. 27. 
  14. 中日新聞本社. Chūnichi Shimbunsha, Nagoya 1980. 
  15. abcd週刊 JR全駅・全車両基地. In:(04号 名古屋駅・古虎渓駅・美濃赤坂駅ほか77駅、朝日新聞出版). Asahi-Shimbun-sha, Osaka 2012,S. 10. 
  16. Free:Early Japanese Railways 1853–1914. S. 163–164.
  17. Tetsu Ishino (Hrsg.):停車場変遷大辞典 国鉄・JR (Bahnhofswechselverzeichnis JNR/JR).Band 2. JTB, Tokio 1998,ISBN 4-533-02980-9,S. 335. 
  18. 関西本線・草津線・奈良線・おおさか東線. In: Satoru Sone (Hrsg.):週刊 歴史でめぐる鉄道全路線 国鉄・JR.Band 8. Asahi Shimbun-sha, Osaka 2009,S. 12. 
  19. 停車場変遷大辞典 国鉄・JR編. S. 190.
  20. 関西本線・草津線・奈良線・おおさか東線. S. 13.
  21. Ishino: 停車場変遷大辞典 国鉄・JR編. S. 51.
  22. Kazuhide Ōno, Keiji Hayashi:鉄道と街・名古屋駅. Taisho shuppan, Shibuya 1986,S. 138. 
  23. abcNagoya. In: urbanrail.net. 2011, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  24. 週刊 JR全駅・全車両基地』 04号 名古屋駅・古虎渓駅・美濃赤坂駅ほか77駅. In:朝日百科. Asahi Shimbunsha, Osaka 2012,S. 10. 
  25. Ōno, Hayashi: 鉄道と街・名古屋駅, Seite 140
  26. JRセントラルタワーズについて. In: isok-jp. Abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  27. Hirokazu Terada:データブック日本の私鉄. (Datenbuch der japanischen Privatbahnen). Neko Publishing, Tokio 2013,ISBN 978-4-7770-1336-4,S. 114. 
  28. JR東海 JRゲートタワーが開業: In: Kōtsū Shimbun, 7. November 2016.
  29. JRゲートタワーの進捗等について. (PDF) JR Central, 14. Dezember 2016, archiviert vom Original am 8. März 2017; abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
  30. 「JPタワー名古屋」4 月 1 日全面開業. (PDF) In: jptower-nagoya.jp. 23. Januar 2017, abgerufen am 16. August 2024 (japanisch). 
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